Reisebericht

Die Eulenmuckels auf Jubiläumsreise

von Eulenmuckel · begonnen 15. Dez. 2013 · 84 Teile

Teil 115. Dez. 2013
Prolog

Juhu, das Warten hat ein Ende. Wir dürfen wieder nach Afrika. Alles wie gehabt und doch etwas anders. Wir hatten vor über einem halben Jahr begonnen, unsere diesjährige Reise nach Namibia und Botswana zu planen und waren gerade damit fertig, als sich Nadia und Felix an Ostern sehr spontan entschlossen, uns ein Stück zu begleiten. Ruth und Nadia haben schon als Kinder gemeinsam im Sandkasten gespielt. Nun wollte Nadi zusammen mit ihrem Freund ihre erste Afrika-Reise wagen. Aus einer anfänglich für den Herbst geplanten Einsteiger-Route durch Namibia mit festen Unterkünften wurde schließlich eine Kombination aus einer neuntägigen Runde durch das südliche Namibia und einer Dachzelt-Tour durch Botswana gemeinsam mit uns in den Sommerferien. Besonders Felix fand die Fahrt durch das Okavango-Delta reizvoll, während Nadi ein wenig ängstlich war. Alleine hätten wir die beiden auf ihrer ersten Reise niemals dorthin geschickt. In unserer Begleitung gingen wir jedoch davon aus, alle sich stellenden Probleme mit unserer Erfahrung lösen zu können – so dachten wir.
In einer neuen Planungsrunde erweiterten wir die bereits reservierten Stellplätze in Botswana und Etosha um ein zweites Auto.
Nachdem unsere Freunde schon neun Tage Zeit gehabt hatten, den Süden Namibias kennenzulernen, war es auch für uns endlich so weit, und wir machten uns ebenfalls auf den Weg nach Windhoek. Für uns ist es die Jubiläumstour. Zum zehnten Mal besuchen wir Namibia und können vom südlichen Afrika mit seinen Landschaften und Tieren nicht genug bekommen.

Liebe Fomis,
in den kommenden Wochen wollen wir unseren Reisebericht aufarbeiten und euch nach Botswana und Namibia mitnehmen. Obwohl wir schon seit einigen Monaten wieder zurück sind, finden wir erst jetzt Zeit dafür. Wir freuen uns über jeden, der uns begleiten möchte.
Wir haben diesmal besonders viele Vögel fotografiert, aber zum Ausgleich sind auch einige Löwen dabei. Der Safarigott hat es sehr gut mit uns gemeint.

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Viel Spaß,
Ruth und Uwe
Teil 216. Dez. 2013
Freitag, 19. Juli 2013 – Auf geht’s!

Am letzten Schultag wurde wieder keine Zeit verschwendet, und Uwes Eltern holten uns an diesem besonders heißen Nachmittag zu Hause ab. Schon als wir auf die A3 nach Süden fuhren, meldete der Verkehrsfunk einen Unfall zwischen Idstein und Wiesbaden mit sich daraus ergebendem Stau von 18 Kilometern Länge. Oh je. Wir hatten zwar reichlich Zeitpuffer eingeplant, aber so ein Stau ist unberechenbar. Wir wollten kein Risiko eingehen, und so verließen wir bei Montabaur die Autobahn, auf der vor dem ersten Ferientag die Hölle los war. Am ICE-Bahnhof verabschiedeten wir uns schnell von Uwes Eltern und hatten genau zwei Minuten, bis der Zug nach Frankfurt hielt. So schafften wir es zwar ein bisschen hektisch, aber dafür sehr früh, am Flughafen zu sein.
Beim Check-In galt unser interessierter Blick wie immer der Anzeige der Waage. Wir hatten zwar nur zwei Taschen aufzugeben, die hatten es aber in sich. Zusammen brachten sie es bereits auf über 50 Kilogramm. Die Dame am Schalter machte keine Bemerkung. Vielleicht war im Computer bereits vermerkt, dass wir aufgrund der gesammelten Flugmeilen mehr Gepäck mitnehmen dürfen. Als sie uns jedoch bat, auch unser Handgepäck auf die Waage zu stellen, bekamen wir es mit der Angst. Denn die beiden Rucksäcke mit der Fotoausrüstung und dem dazugehörigen Geraffel sprengen wirklich sämtliche Vorschriften hinsichtlich des Gewichts. Doch auch jetzt gab es keinen Tadel, sondern lediglich ein paar nette Anhänger für unsere Taschen. Schnell weg, bevor sie es sich anders überlegt!
Da wir noch viel Zeit hatten, aßen wir Salat und kamen ein wenig zur Ruhe. Die Handgepäck-Prüfung verlief wider Erwarten ohne die obligatorische Sprengstoff-Kontrolle. Auch mussten wir fast keine Kleidungsstücke ablegen. Nach dem Boarding gab es jedoch noch irgendein technisches Problem, so dass wir mit einer über einstündigen Verspätung abhoben.
Ganz lustig fanden wir die Frau, die hinter uns saß. Vor dem Abflug telefonierte sie mehrfach und lautstark mit Ihrem Mann, so dass wir ihre Geschichte mit anhören mussten. Der Reisepass ihres Mannes war abgelaufen, und er würde mit einem Tag Verspätung nachkommen. Nun ging es ihr darum, die Wartezeit in Windhoek zu organisieren. Die Frau plante, ein wenig spazieren und einkaufen zu gehen und nachmittags vielleicht noch ans Meer (!?) zu fahren. Wir haben uns gefragt, ob sich die Dame vor ihrem Urlaub schon mal ein wenig mit dem Land bzw. einer Karte beschäftigt hatte.
Der Flug war unbequem, und der Schlaf alles andere als ununterbrochen. Aber irgendwie ging die Zeit vorbei.
Teil 316. Dez. 2013
Samstag, 20. Juli 2013 – Ankommen

Casa Piccolo, Windhoek

Es war noch dunkel, als wir in Windhoek landeten. Die Luft war frisch, jedoch nicht sehr kalt. Wir brachten die Einreiseprozedur schnell hinter uns, hatten bald unser Gepäck, und der Fahrer von Savanna wartete schon. Am Flughafen standen viele Hererofrauen in leuchtend roten Trachten. Auch wenn es sicherlich nicht für uns gedacht war, freuten wir uns über dieses Empfangskomitee.
Als seine einzigen Fahrgäste brachte uns der Fahrer in die Stadt. Wie zu erwarten, durchströmte uns beim Blick in die Landschaft die Freude, und Ruth bekam feuchte Augen. Bei der Autovermietung stand schon unser Wagen bereit. Es war ein nagelneuer Buschcamper mit Hubdach anstelle eines Dachzeltes. Schon auf den ersten Blick waren wir begeistert. Die Konstruktion enthält Unmengen sinnvoller Details, die das Campen fast schon zum Luxus-Urlaub werden lassen. Wir ließen uns alles zeigen und packten unsere Taschen in den Wagen. Dann fuhren wir zur Pension Casa Piccolo. Wir wurden sehr herzlich begrüßt, und während unser Zimmer vorbereitet wurde, durften wir sogar noch frühstücken. Bei Rührei mit Speck ließen wir es uns gutgehen. So konnte der Urlaub beginnen. Die Laune war bestens.

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Das Gepäck ließen wir im Zimmer und fuhren mit leerem Auto ins Zentrum von Klein Windhoek. Das Geld-Abheben gestaltete sich etwas schwierig, da Uwes Kreditkarte an zwei Automaten nur für einen kleinen Betrag akzeptiert, anschließend immer zurückgewiesen wurde. Dennoch genügte das Geld, um beim Metzger Oryxfleisch zum Grillen und Rauchfleisch zu kaufen.

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Anschließend ging es zur Maerua Mall. Ein Geldautomat dort spuckte je Transaktion maximal 500 Dollar aus. Dementsprechend dauerte auch hier das Abheben lange.
Als erstes besuchten wir den Bottle Store, dann ging es in den Superspar. In zwei Etappen besorgten wir alles, das wir vier in den kommenden Tagen und Wochen in erster Linie an Lebensmitteln benötigen werden. Da Nadia und Felix mit uns fahren, legte Ruth ein Extraglas Nutella in den Einkaufswagen – sicher ist sicher.

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Mit Wasser, Holz, ein paar Konserven, Nudeln, Milchprodukten, Gemüse und Wurst war unser Einkaufswagen jedes Mal randvoll. Unmengen voller Einkaufstüten landeten im Laderaum des Autos. Den letzten Einkauf erledigten wir bei Fruit & Veg.

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Dann ging es zurück zur Pension. Müde, aber glücklich sortierten wir den Wagen. Mehrere Varianten wurden ausprobiert, schließlich war das meiste an seinem Platz. Der Aufbau bietet viele Stauräume, in denen wir die Inhalte unserer Reisetaschen unterbringen konnten, so dass wir die große Tasche zurück bei Savanna lassen werden.

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Mit den gefüllten Regalen fühlte sich Ruth ein wenig wie in einem fahrenden Tante-Emma-Laden.
Am späten Nachmittag trafen Nadia und Felix ein. Es gab ein großes Hallo und Umarmungen. Die beiden hatten ihre ersten neun Tage in Namibia hinter sich und waren staubig, aber glücklich. Sie überschlugen sich dabei, ihre Erlebnisse zu erzählen. Wir freuen uns über ihre Begeisterung, die wir sehr gut verstehen.
Die beiden bezogen ihr Zimmer, wir räumten noch Sachen ins Auto, und um kurz vor sieben holte uns das Taxi und brachte uns zu Joe’s Beerhouse. Wir hatten einen Tisch drinnen reserviert, und Ruth und Nadi schnappten sich sofort die Plätze unter dem Heizpilz. Bei Afrikageschichten und kalten Getränken ließen wir uns Kudu, Oryx, Strauß und Springbock schmecken. Es war köstlich. Nadis Gericht hieß „Bushfire“ und wurde mit einem brennenden Glas Schnaps serviert. Nach dem Essen nahm sie einen großen Schluck und spuckte diesen umgehend wieder zurück ins Glas. Nadi war sich sicher: Man hatte sie vergiften wollen und ihr statt eines Klaren Spiritus ins Glas gegossen. Heftig nach Luft schnappend spülte sie mehrfach mit Bitter Lemon nach und erkundigte sich bei der Kellnerin, ob man diesen Tropfen wirklich trinken könne. Zuerst ein wenig besorgt machten wir uns anschließend aber vor Lachen über ihr ungläubiges Gesicht fast in die Hose und beobachteten ab sofort die Dame am anderen Ende unseres Tisches aus den Augenwinkeln. Diese hatte dasselbe Gericht bestellt, und wir warteten gespannt auf den Augenblick, als sie das kleine Schnapsglas anhob. Ohne eine Miene zu verziehen, stürzte sie den Alkohol hinunter. Aha! So kann es also auch gehen! Ein wenig enttäuscht waren wir schon, hatten wir uns doch schadenfroh auf eine weitere Spuckattacke gefreut.
Nach diesem langen und anstrengenden, aber wunderschönen Tag wurden wir müde und fuhren mit dem Taxi zurück zur Pension.
Wir freuen uns auf die kommenden Tage in Botswana.
Teil 416. Dez. 2013
Sonntag, 21. Juli 2013 – Nach Botswana

Casa Piccolo, Windhoek – El Fari, bei Ghanzi

Da heute eine lange Strecke vor uns lag, brachten wir noch vor dem Frühstück die große Reisetasche zur Autovermietung und nahmen zwei Vorratsboxen mit. Auf dem Weg zur Pension wurde getankt, dann ließen wir uns mit Nadia und Felix das Frühstück schmecken.
Wir ließen uns nicht viel Zeit und machten uns kurz vor neun Uhr auf den Weg. Kurz hielten wir noch einmal am Spar Supermarkt. Ruth und Nadi kauften ein, Felix und Uwe bewachten die Autos. Dann ging es los Richtung Osten. Dreihundert Kilometer waren es bis zur Grenze nach Botswana.

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Die Strecke war recht eintönig und wurde nur durch ein paar Pipipausen unterbrochen. Einige Kilometer hinter der Grenze machten wir ein Picknick. Die Pause und die Sonne auf der Haut taten gut.

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Dann ging es auf die letzte Etappe. Bei Ghanzi überlegten wir kurz, ob wir dort im Camp Thakadu bleiben sollten, entschieden uns aber, doch wie geplant weiter ins El Fari Bushcamp zu fahren. Dort bekamen wir einen schönen Campingplatz und Feuerholz. Während das Feuer brannte, gingen wir in einem sehr komfortablen und geräumigen Häuschen duschen. Das erste gegrillte Oryx dieses Urlaubs schmeckte allen mit Salat, Knoblauchbutter und Weißbrot. Leider fühlte sich Nadi nicht so gut. Sie hatte sich erkältet. Aber nach dem Abendessen wurde ihre Laune wieder besser. Obwohl es stark abkühlte, hatten wir am Lagerfeuer viel Spaß, denn wir machten allerhand Spökes mit den Taschenlampen und gingen den anderen Campern mit dem Lichtgefuchtel wahrscheinlich ziemlich auf die Nerven. Spät kletterten wir dick eingepackt in unser Luxuszelt. Es waren nur noch 1,9 Grad, und wir rechneten in dieser Vollmondnacht mit Frost.

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Kilometer: 605
Teil 518. Dez. 2013
Montag, 22. Juli 2013 – Anfängerglück I

El Fari, bei Ghanzi – South Camp, Nxai Pan

Erstaunlicherweise war es heute Morgen nicht kälter als am Vorabend, sondern wärmer. Wir hatten mit Minusgraden gerechnet und tatsächlich beim Aufstehen sechs Grad über Null, also fast schon heiß. Wir kochten Filterkaffee, und Ruth schmierte ein paar Nutellabrote.

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Nachdem alle Sachen verstaut waren, machten wir uns auf den Weg nach Maun. Etwa 200 Kilometer Teerstraße lagen vor uns. Bei der Veterinärkontrolle am Kuke Fence wurden wir durchgewunken.
In Maun holten wir Bargeld. Während Felix und Uwe tankten, gingen Ruth und Nadi in den Supermarkt – irgendetwas gibt es ja immer zu besorgen. Anschließend fuhren wir zu Botswana Wildlife, um die Eintrittsgebühren für die Nationalparks zu bezahlen. Da wir alles schnell erledigen konnten, gönnten wir uns eine Mittagspause in Hillary’s Coffee Shop in der Nähe des Flughafens. Bei leckeren Sandwiches, Kaffee und Kuchen ließen wir es uns gutgehen. Leider fieberte Nadia ein wenig und hatte Schnupfen und Kopfschmerzen. Wir hoffen, dass es ihr bald wieder besser geht.
Auf Teerstraße fuhren wir in Richtung Nata. Wie auf allen Straßen in Botswana mussten wir oft Kühen oder Ziegen ausweichen, die sich plötzlich entschieden, die Straßenseite zu wechseln. Nach einer weiteren Veterinärkontrolle, bei der wir mit den Autos durch eine Desinfektionswanne fahren mussten, während die Beifahrerinnen mit ihren Schuhen über eine feuchte Matte liefen, erreichten wir den Abzweig in die Nxai Pans.
Am Gate zeigten wir unsere Dokumente und ließen Luft aus den Reifen. Wie sich herausstellte, war das auch ganz gut, denn die folgenden 35 Kilometer waren teilweise sehr tiefsandig.

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Auf den ersten Kilometern sahen wir eine große Herde Zebras.

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Dann quälten wir uns durch den Sand, als Ruth plötzlich in weiter Entfernung eine Bewegung im Gras wahrnahm. Anfangs war sie sich nicht sicher, ob es sich um einen Geparden oder einen Löwen handelte. Aber schnell wurde klar, dass in etwa 150 Metern Entfernung ein Gepard im Gras saß. Kurz zuvor hatte Ruth noch erklärt, dass die Landschaft perfektes Gepardenland sei und sie nun einen finden würde. So konnte es weitergehen.

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Wir freuten uns über unser Glück und beobachteten das schöne Tier. Ab und zu lief es ein Stück, und irgendwann kam es immer näher.

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Teil 618. Dez. 2013
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In einiger Entfernung kreuzte der Gepard vor uns die Straße und verschwand bald in der Ebene.

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Für uns war es ein unglaublich tolles Erlebnis, die dritte Sichtung freier Geparde in zehn Jahren. Für Nadi und Felix war es die erste Stunde in einem afrikanischen Nationalpark, der Gepard also völlig normal und überhaupt nichts Besonderes 😉 Wenn das kein Anfängerglück war!
Kurz vor dem Camp befand sich noch ein Kontrollposten. Dann bezogen wir unseren Platz. Ruth und Nadi liefen zur Toilette und begegneten dort zwei riesigen Elefanten. Unser erster Eindruck von diesem Nationalpark ist sehr positiv. Aufgrund der Trockenheit in diesem Jahr hatten wir mit kaum Tieren gerechnet.

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Zum Abendessen grillten wir Oryx und machten Folienkartoffeln und Gemüse in Alufolie. Außerdem gab es Salat. Im Gegensatz zu gestern war es noch sehr warm, und durch den Vollmond konnten wir die gesamte Umgebung unseres Stellplatzes sehen. Es war ein sehr schöner Abend. Für kurze Zeit hörten wir sogar in weiter Ferne einen Löwen brüllen.
Als wir im Zelt lagen, krabbelte ein Käfer außen an der Plane entlang. Es raschelte ständig, wenn er seine Runden drehte. Zwei Schakale kamen in der Dunkelheit, um unser Camp zu untersuchen.

Kilometer: 405
Teil 718. Dez. 2013
Dienstag, 23. Juli 2013 – Gehen wir heute auf Löwenjagd? Oder: Anfängerglück II

South Camp, Nxai Pan

Ja, wir gehen auf Löwenjagd. Als wir gegen sechs Uhr aufstanden, war es nicht sehr kalt, aber noch dunkel. Wir packten zusammen und machten uns pünktlich um halb sieben auf den Weg durch den Park. Unser Ziel war das einzige Wasserloch, das wir über einen kleinen Umweg erreichten. Außer sehr vielen Elefantenhaufen, einem Böckli und einer Weißflügeltrappe gab es dort jedoch nicht viel zu sehen.

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Wir entschlossen uns, einen Rundweg zu fahren. Zunächst begegneten uns wieder Springböcke, einige Zebras und Gnus. Doch dann marschierte plötzlich ein Löwenpärchen entlang der Straße. Ganz aufgeregt funkten wir Nadi und Felix, sich zu beeilen. Die beiden waren ein ganzes Stück hinter uns, und wir hatten Sorge, dass sie die beiden Löwen verpassen würden. Aber die hatten es nicht eilig und legten sich neben unserem Auto faul ins Gras. Die Katzen der Nxai Pans sind wirklich sehr freundlich.

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Teil 818. Dez. 2013
Wir blieben eine ganze Weile bei den beiden, bis uns ein anderes Auto entgegenkam und der Fahrer mitteilte, dass in kurzer Entfernung ein weiteres Löwenpaar läge. Wir entdeckten es nach wenigen hundert Metern. Das Löwenmännchen und das Weibchen lagen beisammen, bis sie ihm ihre Paarungsbereitschaft signalisierte. Er stand auf, ging um sie herum und kam innerhalb weniger Sekunden seinen ehelichen Pflichten nach. Anschließend brüllten beide aus voller Kehle, dass es uns durch Mark und Bein ging. Schließlich legten sie sich wieder in den Sand und ruhten sich aus. Dieses Prozedere wiederholte sich ungefähr alle zwanzig Minuten. Was für ein Spektakel!

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Teil 918. Dez. 2013
Für uns war es unbeschreiblich, die Katzen so lange wir wollten, exklusiv und aus nächster Nähe beobachten zu können. Für Nadi und Felix war es ihr erster Vormittag in einem afrikanischen Nationalpark, die beiden Löwenpärchen also völlig normal – Löwenjagd erfolgreich abgeschlossen 😉.
Wir blieben sehr lange, bis Nadi zurück ins Camp musste. Sie fühlte sich immer schlechter, und die pralle Sonne bekam ihr auch nicht gut. So fuhren die beiden vor. Wir folgten ihnen aber bald, da eine LKW-Ladung Schulkinder eintraf und Rabatz machte.

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Auch die Löwen sahen ein: kein Sex vor Schulkindern! Sie zogen sich ins Gebüsch zurück.

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Wir legten eine lange Pause auf dem Campingplatz ein. Es gab ein Frühstück mit Kaffee, Tee, Brötchen, Nutella, Marmelade und Müsli. Anschließend spülten wir, duschten und ruhten uns aus. Nadia döste im Zelt, konnte sich aber leider nicht wirklich erholen. So machten wir uns nachmittags noch einmal alleine auf, um Tiere zu entdecken. Wir sahen einige Vögel, darunter ein White-browed Sparrow-Weaver

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und ein Flycatcher. So, liebe Birder, nun seid ihr gefragt: Ist es ein Chat Flycatcher (unsere Vermutung) oder ein anderer?

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Teil 1018. Dez. 2013
Als wir an den Busch kamen, an dem vormittags die beiden Löwen gelegen hatten, entdeckten wir sie in unmittelbarer Nähe wieder. Fast eine Stunde lang schliefen sie, und nur ab und zu bewegte sich ein Ohr oder die Schwanzspitze. Irgendwann richteten sie sich auf und setzten ihr Tätigkeiten vom Vormittag fort.

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Wieder hörten wir sie brüllen. Was hatten wir für ein Glück bereits zu Beginn des Urlaubs!
Zum Sonnenuntergang waren wir zurück am Camp, nachdem wir beim Wasserloch noch ein paar Giraffen gesehen hatten. Wir grillten das restliche Wildfleisch und machten Salat, Foliengemüse und Grillbrote. Es war sehr reichlich.
Morgen werden wir die Nxai Pans bereits wieder verlassen, aber der Besuch hier hat sich mehr als gelohnt. Wahrscheinlich machen wir einen Abstecher zu den Baine’s Baobabs. Dann geht es wieder nach Maun. Wenn es Nadia nicht besser gehen sollte, werden sie und Felix evtl. ein bis zwei Nächte dort in einem Hotel bleiben und erst später in den Moremi nachkommen.

Kilometer: 49
Teil 1121. Dez. 2013
Mittwoch, 24. Juli 2013 – Richtung Moremi

South Camp, Nxai Pan – Kaziikini Community Camp, zwischen Maun und South Gate

Auch den Morning-Drive machten wir ohne unsere Reisepartner. Eineinhalb Stunden drehten wir eine Runde um die Nxai Pan. Am Wasserloch war außer ein paar Straußen und einem Waffenkiebitz nicht viel zu sehen. Die Löwen waren auch nicht mehr aufzufinden. Aber das war auch gar nicht weiter schlimm.

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Als wir zum Camp zurückkamen, hatte Felix schon gespült. Er freundet sich langsam mit der Kelly an und hat wie Uwe großen Spaß, damit Wasser zu kochen. So gab es auch schon frischen Kaffee. Wir packten alles zusammen und fuhren gemeinsam die ersten Kilometer bis zum Abzweig zu den Baine’s Baobabs. Dort trennten wir uns. Nadi und Felix fuhren schon nach Maun, wir zu den Baobabs.

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Diese Baumgruppe steht wunderschön am Rand der großen Kudiakam Salzpfanne, ähnlich wie Kubu Island. Es sind sehr alte und eindrucksvolle Affenbrotbäume. Wir spazierten ein wenig herum und kletterten einer Eidechse hinterher.

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Als wir kurz nach Mittag am Parkgate ankamen, pumpten wir unsere Reifen auf. Das ging viel schneller, als wir erwartet hatten. Der Kompressor im Auto ist offensichtlich recht gut. Innerhalb weniger Minuten hatten wir den empfohlenen Reifendruck und konnten weiter.
Bei Hillarys Coffee Shop trafen wir unsere Reisepartner, die in der Zwischenzeit schon Fleisch für die nächsten Tage im Moremi eingekauft hatten. Wir aßen noch ein leckeres Sandwich und fuhren dann gemeinsam zum Einkaufen. Im Spar erstanden wir Gemüse, Salat, Brot, Wasser, Kerzen und noch ein paar Kleinigkeiten für die kommende Woche. Dann tankten wir die Autos voll und bunkerten jede Menge Feuerholz. Nun ging es über den Thamalakane weiter Richtung Norden.

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Am Veterinärzaun hinter Shorobe wurden wir zwar durchgewunken, aber der nette Mann an der Schranke hatte eine so niedliche Tochter, dass wir ihn spontan fragten, ob wir ein paar Fotos machen dürften. Sofort kamen auch seine anderen Kinder angelaufen und wollten fotografiert werden. Wir versprachen ihm, auf dem Rückweg ein paar Papierabzüge mitzubringen.

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Beim Kaziikini-Camp war glücklicherweise unser Lieblingsplatz frei. Wir richteten uns ein, gingen duschen, wuschen ein bisschen Wäsche und machten Abendessen. Es gab Beef-Sirloin, das etwas zäh war, mit Salat und Grillbroten mit Knoblauchbutter. Anschließend spülten wir gemeinsam ab.
Morgen geht es in den Moremi. Wir freuen uns.

Kilometer: 307
Teil 1221. Dez. 2013
Donnerstag, 25. Juli 2013 – Moremis Süden

Kaziikini Community Camp, zwischen Maun und South Gate – Third Bridge, Moremi

Es war noch dunkel, als wir aufstanden und alle Sachen zusammen packten. Auch die letzten 30 Kilometer zum South Gate des Moremi Nationalparks legten wir vor Sonnenaufgang zurück. Bereits außerhalb des Parks sahen wir Elefanten und Giraffen. Am Gate checkten wir für die nächsten fünf Tage ein. Der Ranger am Tor zeigte uns eine neue Karte des Parks, auf der südlich vom Gate neue Wege freigegeben waren. Ein ganzes Wegenetz zu den sog. „black pools“ darf seit Januar dieses Jahres befahren werden. Diese Chance nutzten wir und begaben uns auf den Umweg. Nadia ging es noch ganz gut, und so trauten die beiden sich die Strecke zu.

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Wir sahen fünf Hornraben, die vor uns wegflogen und viele andere Vögel.
Was haben wir denn hier für ein Flughuhn? Wir tippen auf ein weibliches Namaflughuhn. Oder ist es dafür zu dunkel?

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Elsternwürger

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Gabelracke – schon oft gesehen, aber in diesem Jahr eher selten

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Kuhreiher

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Außerdem begegneten wir vielen Impalas und Zebras. Die Gegend der black pools erinnerte uns sehr an die Xini Lagoon weiter nordwestlich. In einem großen Tümpel, der vollständig mit Grünzeug bedeckt war, lagen einige Hippos und streckten manchmal den Kopf aus dem Salat.

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Teil 1321. Dez. 2013
Giraffen, Gnus, Leierantilopen, Reiher, Schlangenhalsvögel, Klaftschnäbel, Ibisse und African Jacanas tummelten sich am Wasser.

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An einem Picknickplatz machten wir kurz Rast und aßen eine Kleinigkeit.
Nach einiger Zeit ging es Nadi wieder schlechter. Sie hatte Kopfschmerzen, Husten und Fieber. Per Funk teilte uns Felix mit, dass sie sich nun doch auf den kürzesten Weg nach Third Bridge machen wollten. Im Nachhinein hätten die beiden den Abstecher zu den black pools besser ausgelassen, denn nun war der Weg zum Camp besonders weit. Die engen Kurven und zahlreichen Bodenwellen verbesserten ihren Zustand nicht. Die beiden taten uns leid.
Wir machten noch ein paar Abstecher und kamen erst gegen Mittag wieder zurück auf den Hauptweg und bogen dann wieder bei den Xini Lagoons ab. Es war sehr auffällig, dass im Gegensatz zu den vergangenen Jahren dort viel weniger Wasser war. Viele Kanäle waren ausgetrocknet.
Als wir um eine Kurve bogen, entdeckte Ruth eine einzelne Löwin, die sich vom Wasser entfernte. Wir lenkten den Wagen in ihre Richtung. Sie hatte einen ganz verklebten Kopf, und wir vermuteten einen Riss in der Nähe.

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Teil 1422. Dez. 2013
Weiter geht es mit den Löwen im Moremi:

Wir spähten in alle Richtungen und sahen weitere Tiere aus dem Rudel. Faul lagen sie im Schatten eines großen Termitenhügels nahe am Wasser.

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Gegenüber unter Büschen ruhten sich zwei weitere Löwen aus. Während wir sie beobachteten, bemerkten wir einen starken Verwesungsgestank. Hinter einem Gebüsch fanden wir den Grund dafür: einen Hippo-Kadaver. Der Kill musste schon einige Tage zurückliegen. In dem aufgerissenen Bauch des toten Flusspferds tummelten sich die dicken Fliegen. Geier saßen auf den umliegenden Bäumen und warteten auf ihren Einsatz. Aber noch waren die Löwen da. Meist lag einer neben dem Hippo, steckte seinen Kopf in den Kadaver und versuchte, weitere Innereien oder Fleischstücke herauszureißen. Es war ein beeindruckendes Schauspiel für alle Sinne. 🤢

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Nachdem wir sehr lange dort gestanden hatten, wollten wir eigentlich weiterfahren. Aber die einzige Zufahrt war nun durch liegende Löwen blockiert. So blieb uns nichts anderes übrig, als nach erneutem Warten, langsam an das Rudel heranzufahren und die Tiere vorsichtig dazu zu bringen, Platz zu machen.
Die restliche Strecke bis Third Bridge zog sich wieder endlos dahin. Tiere und Tiefsand wechselten sich ab. Sowohl First als auch Second Bridge lagen trocken.

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Der Nachmittag war bereits weit fortgeschritten, als wir das Camp erreichten. Nadi und Felix waren schon dort und ruhten sich aus. Nach einem kleinen Picknick entschieden wir, heute nicht mehr zu fahren. So duschten wir und kümmerten uns um das Abendessen. Es gab Kudusteaks mit Knoblauchbaguette und Grillgemüse. In der Nähe lief eine Hyäne vorbei. Als es dann unmittelbar hinter unseren Autos raschelte und wir vorsichtig um die Wagen spähten, erblickten wir im Schein der Taschenlampe keine fünf Meter entfernt zwei Hippos. Hoppla!
Als wir gemütlich am Feuer saßen, hörten wir in einiger Entfernung einen Vogel und vermuteten eine Eule. Mit ihrer Vogel-App ging Ruth sämtliche Eulenrufe durch, fand die passende und antwortete der African Scops Owl. Es dauerte nicht lange, und der kleine Wicht landete auf einem Ast im Baum über uns. Auch wenn wir uns sehr über diese Sichtung freuten, tat uns die kleine Eule leid, die vergeblich nach dem vermeintlichen Freund Ausschau hielt.

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Unter dem Sternenhimmel und inmitten eindrucksvoller Natur fühlten wir uns sehr wohl. Mit Hippogegrunze, dem Rufen von Hyänen, Grillenzirpen und Froschkonzert schliefen wir ein.

Kilometer: 112
Teil 1524. Dez. 2013
Freitag, 26. Juli 2013 – Abenteuer im Moremi

Third Bridge, Moremi – Xakanaxa, Moremi

Wir schliefen, bis das Vogelgezwitscher und das Tageslicht uns weckten.

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Da wir nur eine kleine Tagesetappe vor uns hatten, brauchten wir uns nicht zu beeilen. Als erstes überquerten wir die Third Bridge. Am Ende fuhren wir dabei durch einen kleinen Wassertümpel. Hinter uns folgten Nadi und Felix bei ihrer ersten Wasserdurchfahrt. Die Fotos sagen mehr als Worte über das Wechselbad der Gefühle innerhalb von 10 Sekunden.

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Eine Achterbahnfahrt ist nichts dagegen. Auf direktem Weg ging es weiter zur Fourth Bridge. Die neue Brücke aus dem Jahr 2011, die letztes Jahr wegen Renovierungsarbeiten gesperrt war, konnte nun befahren werden. Eigentlich ein bisschen schade, denn der Weg über die alte Brücke (oder daran vorbei) war wesentlich abenteuerlicher.

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Der weitere Weg Richtung Xakanaxa führte uns durch Wälder und am Wasser vorbei. Es war wunderschön, die Landschaft zu genießen und nach Tieren Ausschau zu halten. Eine Horde Meerkatzen turnte in den Bäumen.

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Teil 1624. Dez. 2013
An einer Stelle lagen mehrere Hippos im Wasser. Ab und zu tauchte eines auf, prustete und schnaufte, wedelte mit den kleinen Ohren, grunzte zufrieden und verschwand wieder unter der Wasseroberfläche. Ein Wiedehopf stocherte neben dem Auto nach Würmern.

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Es gibt viele verschiedene Wege, über die man Richtung Norden nach Xakanaxa kommen kann. Wir wählten diesmal eine westliche Route. Kurz vor dem Ziel versperrte uns eine überschwemmte Stelle den Weg. Wir wollten gerade umkehren, als ein Safari-Wagen einer Lodge eintraf. Der Fahrer versicherte uns, dass wir auch über diesen Weg zum Campingplatz gelangen können und fuhr vor uns durchs Wasser. Nachdem wir gesehen hatten, wie tief die Durchfahrt war, trauten wir uns ebenfalls und kamen kurz danach bei der Campsite an. Wir haben diesmal den äußersten Stellplatz Nr. 10 kurz vor der Bootstation.
Wir machten eine Frühstückspause mit Brötchen, Müsli und Kaffee. Während Felix und Nadia im Camp blieben, um sich auszuruhen, fuhren wir noch eine Runde durch die Paradise Pools. Dort entdeckten wir mehrere Herden Letschwe Antilopen und zwei eindrucksvolle Elefantenbullen, die sich mit Staub einpuderten. Wir standen lange und sehr nahe bei ihnen. Die beiden beachteten uns nicht und waren sehr entspannt.

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Was der wohl schon alles erlebt hat?

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An einem kleinen Tümpel stand ein Hammerkopf unbewegt. Wir sahen ihn in den folgenden Tagen mehrfach dort, als sei er festgetackert.

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Zurück beim Campingplatz duschten wir und machten Pause. Ruth pirschte einigen Vögeln hinterher.
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Halsband-Bartvogel

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Grünschwanz-Glanzstar

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Teil 1724. Dez. 2013
Bevor wir zu einer weiteren Runde durch die Paradise Pools aufbrachen, bekamen wir den ersten Elefantenbesuch. Langsam kam der Eli von den Ablutions in unsere Richtung und beschnüffelte neugierig die Campsites.

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Kurz vor dem Xakanaxa-Gate verschwand eine hübsche, kleine Schlange von der Straße ins Gebüsch. Wir hatten sie gerade noch gesehen, hielten an und entdeckten sie tatsächlich zwischen ein paar Gräsern. Interessiert spähte sie in unsere Richtung.

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Wir vermuten, dass es eine Olive Sand/ Grass Snake ist.
Wieder sahen wir Letschwe, Elefanten, ein paar Zebramangusten und einen Buschbock.

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Erst kurz vor Sonnenuntergang kamen wir ins Camp. Nadi und Felix hatten bereits Feuer gemacht. Ruth schnitt Kartoffeln in Stücke und würzte sie mit Salz, Pfeffer und Rosmarin. Zusammen mit Öl backten wir sie im Potije. Dazu gab es leckeres Rinderfilet, das Nadia bereits fertig eingelegt in Maun gekauft hatte.
Es schmeckte lecker. Nach dem Abendessen war es mit der Gemütlichkeit jedoch schnell vorbei, als sich zwei Elefanten näherten. Wir packten schnell das Wichtigste zusammen und behielten die Tiere im Auge. Der erste Elefant lief in sicherer Entfernung an unseren Autos vorbei. Nicht so der zweite, der genau auf uns zu steuerte. Wir hatten die meisten Sachen eingepackt, als er mitten auf unseren Platz spazierte. Zuerst umrundete er Nadis und Felix’ Wagen, dann besuchte er uns. Wir hatten uns schnell ins Auto gesetzt und sahen dieses riesige Tier immer näher kommen. Irgendwann konnten wir draußen nur noch eine graue Wand wenige Zentimeter vor der Scheibe erkennen und fühlten uns ziemlich klein. In diesem Moment gingen uns viele Dinge durch den Kopf: Haben wir etwa lecker riechendes Obst im Wagen? Bleibt der draußen, oder kommt er rein? Macht es Sinn, das Auto auf der gegenüber liegenden Seite zu verlassen und panisch in den Busch zu rennen? Als der Elefant dann seinen Rüssel von außen an unsere Scheibe drückte und schnüffelte, konnten wir jedes einzelne Nasenhärchen erkennen. Wäre bestimmt ein schönes Foto geworden, aber wir hielten den Atem an und wagten uns nicht zu rühren. So nah waren wir einem Elefanten noch nie gewesen, für Ruth definitiv viel zu nah. Wir fragten uns, was ein Autofenster den Kräften eines Elefanten entgegenzusetzen hat. Auch den Schnorchel am Wagen betastete er genau. Nach einer gefühlten Ewigkeit – in Wirklichkeit waren es wohl nur 30 Sekunden – trollte er sich wieder. Wir kletterten mit klopfendem Herzen aus dem Wagen.

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Als wir ins Bett gingen, kam einer der Elefanten wieder zurück und schob sich an unserem Zeltfenster vorbei. Wieder rührten wir uns nicht. Später tauchte noch ein grasendes Hippo auf, und in der Ferne brüllten Löwen.

Kilometer: 60
Teil 1826. Dez. 2013
Samstag, 27. Juli 2013 – Faulenzen

Xakanaxa, Moremi

Nun sind wir seit einer Woche in Afrika und haben schon wieder so unglaublich viel erlebt. Ohne diesen Reisebericht könnten wir uns schon jetzt nicht mehr an alles erinnern.
Wir standen erst nach Sonnenaufgang auf und räumten unsere Sachen zusammen.

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Spuren des gestrigen Elefantenbesuchs:

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Da der Weg zu den Ablutions recht weit ist und ohnehin auf dem Weg liegt, fuhren wir ausnahmsweise bis dorthin, erledigten unsere Morgentoilette und starteten dann den Gamedrive. Zunächst ging es mit Nadi und Felix im Konvoi zu den Paradise Pools. Leider sahen wir dort nicht viele Tiere. Vielleicht hatte das Krokodil alle aufgefressen.

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Vor einem Jahr hatten wir hier eine Leopardenmutter mit ihrem Kleinen beobachtet. Irgendwie können wir es nicht lassen, an genau diesen Stellen immer wieder besonders Ausschau zu halten. Aber es könnte ja sein, dass …
Wir entschieden uns, in Richtung Dead Tree Island zu fahren. Auf dem Weg dorthin bogen unsere Reisepartner wieder nach Xakanaxa ab. Irgendwie gelang es uns nicht, auch nur einen vernünftigen Weg nach Dead Tree Island zu finden. Wann immer wir eine Spur dorthin fanden und ihr folgten, endete diese im Wasser oder Schilf, so dass wir umkehren mussten. Als der Mittag nahte, fuhren wir ebenfalls wieder nordwärts nach Xakanaxa. Dabei sahen wir noch eine kleine Herde Wasserböcke.

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Ansonsten standen immer wieder Impalas im Gebüsch. Kurz vor der letzten Wasserdurchfahrt beobachteten wir noch einen Streifenliest.

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Im Camp legten wir eine lange Mittagspause ein. Nadia lag im Zelt und ruhte sich aus. Nachdem es ihr am Morgen besser gegangen war, fühlte sie sich nach dem Gamedrive wieder deutlich schlechter. Langsam sind wir ratlos, da sämtliche Mittel gegen Erkältungsbeschwerden nicht helfen. Wir machten Omeletts für alle und aßen Brot und Brötchen.

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Anschließend ging Ruth ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: Schleich dem Vogel hinterher, bis er davonfliegt und außer einem Beweisfoto nichts bleibt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Geduld und Energie sie dabei hat. Ihre Ausbeute bestand aus einem Braundrossling und einem Coucal, aber welcher ist das? In unserem Bestimmungsbuch gibt es sehr viele Unterarten, die sich für uns kaum unterscheiden. Warum haben eigentlich so viele Vögel rote Augen?

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Nadia ruhte sich im Zelt aus, und Felix war so nett, für alle den Abwasch zu übernehmen. Es war herrliches Wetter, und auf der schönen Xakanaxa-Campsite ließ es sich gut aushalten.
Am Nachmittag drehten wir eine weitere Runde durch die Umgebung, jedoch wieder ohne nennenswerte Tiersichtungen. Wir kamen lediglich an Zebras, Pavianen und Lechwe-Antilopen vorbei.

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Zum Abendessen machten wir Salat, Folienkartoffeln und Boerewors. Anschließend saßen wir noch lange am Feuer und unterhielten uns. Über uns funkelten tausende Sterne. Als wir im Zelt lagen, brüllte wieder ein Löwe. Tierbesuch bemerkten wir diese Nacht keinen.

Kilometer: 57
Teil 1927. Dez. 2013
Sonntag, 28. Juli 2013 – Löwenjagd II

Xakanaxa, Moremi

Es wird immer wärmer. Heute hatten wir beim Aufstehen um 7.00 Uhr schon fast 10 Grad. Wir genossen den Sonnenaufgang. Für uns sieht es aus, als würde hier jemand im Wurstbaum liegen.

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Wieder fuhren wir nach dem Einklappen des Daches zum Waschhaus und anschließend auf die „Jagd“. Der erste Weg führte uns wie meist in Richtung Paradise Pools. In einiger Entfernung vor uns fuhr ein Safariwagen. Er war schon lange außer Sicht, als er uns plötzlich mit relativ hoher Geschwindigkeit entgegenkam und davonbrauste. Wir vermuteten, dass der Fahrer einen Funkspruch erhalten hatte, wo sich die Löwen aufhielten, die wir am Abend und in der Nacht gehört hatten. So versuchten wir eine neue Taktik, drehten auch um und folgten dem Wagen. Das war gar nicht so einfach, und bald hatten wir ihn und seine Spur verloren. So ein Ärger!
Also mussten wir unser Glück wieder alleine suchen und fuhren einen eigenen Weg südlich von Xakanaxa, bis Ruth eine Impalaherde auffiel, die sich auffällig benahm. Alle Tiere schauten angespannt an uns vorbei in dieselbe Richtung. Ihrem Blick folgend entdeckten wir zunächst nichts, doch schon bald spazierte ein männlicher Löwe aus dem Gebüsch genau auf uns zu.

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Beim Näherfahren bemerkten wir einen zweiten Löwen. Die beiden schritten gemächlich ihres Weges. Wir folgten ihnen, so lange es die Fahrspur erlaubte. Bald entfernten sie sich und verschwanden zwischen den Büschen. Inzwischen stand noch ein Safariwagen bei uns. Wir zogen unser GPS zu Rate und fanden in der Richtung, die die Löwen eingeschlagen hatten, in ein paar hundert Metern Entfernung einen Weg. Schnell folgten wir der Spur, denn wir hofften, ihnen im Grasland den Weg abschneiden zu können, obwohl wir hierfür einen ziemlichen Umweg um viele enge Kurven und Sträucher herum machen mussten. Und tatsächlich: Unsere Mühe wurde belohnt, denn die beiden erschienen unmittelbar, nachdem wir unseren errechneten Treffpunkt erreicht hatten, wie verabredet und legten sich platt vor unser Auto. Das Safari-Auto kam erst einige Minuten später an. Ha, hätte der Fahrer doch mal unsere Taktik von heute früh übernommen und wäre uns direkt hinterhergefahren! 😉
Als nun das zweite Auto auftauchte, erhoben sich die beiden Löwen wieder und liefen vor uns den Weg entlang.

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Sie erschienen uns noch relativ jung, und ihre Mähnen sahen aus wie geschoren. Während wir die beiden beobachteten, entfernten sie sich weiter in unzugänglicheres Gebiet. Inzwischen waren weitere Safariwagen (vermutlich über Funk informiert) eingetroffen, die teilweise querfeldein hinter den Löwen her fuhren. An einem Wasserlauf löschten die Tiere ihren Durst und wateten durch den schwarzen Pröddel. Alleine wären wir an dieser Stelle umgekehrt, aber die Safariguides kannten sich aus und fuhren voran. Wir sahen, dass das Wasser nicht tief war und folgten.
Als die Löwen stehen blieben und sich hinlegten, stellten wir uns in eine gute Position zum Fotografieren.

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Teil 2027. Dez. 2013
Auf dem offenen Wagen neben uns saß eine Gruppe Schweizer und schnatterte ohne Pause in enormer Lautstärke. Wir werden wohl nie verstehen, warum man sich in einer solchen Situation lautstark über das Essen oder andere banale Dinge unterhalten muss, anstatt einfach mal in Stille den Moment zu genießen. Irgendwann wurde es Ruth zu viel, und sie wies die Plappermäuler mit zugehörigem Lehrerinnen-Autoritäts-Ich-Dulde-Keine-Widerrede-Blick 😠 darauf hin, sich doch BITTE ein wenig leiser zu unterhalten. Folgsam benahmen sie sich tatsächlich besser. Anscheinend waren aber nicht nur die Schweizer, sondern auch ihr Auto so eingeschüchtert, dass der Motor des Safariwagens wenige Minuten später nicht mehr anspringen wollte. Ein anderer Fahrer wurde herbeigefunkt, der mit seinem Auto anschieben musste. In einiger Entfernung tauschte die komplette Reisegruppe unter den wachsamen Blicken der beiden Löwen die Wagen.

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Als immer mehr per Funk verständigte Gruppen eintrafen, verschwanden die Löwen endgültig im hohen Gras. Nun wurde ihnen der Trubel hier wohl doch zu groß. Wir waren rundum glücklich, weil wir sie lange beobachten konnten und vor allem deshalb, weil wir sie selbst entdeckt hatten.
Sehr zufrieden mit diesem tollen Safarierlebnis kehrten wir auf dem schnellsten Weg an einer Herde Wasserböcke vorbei zum Campingplatz zurück.

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Vorher trugen wir uns noch ganz stolz auf der Sichtungstafel am Xakanaxa-Gate ein:

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Zwergspint

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Zusammen mit Nadia und Felix frühstückten wir ausgiebig mit Müsli und Brötchen. In der Mittagspause wurde gespült und gefaulenzt. Ruth lag in der Hängematte. Schließlich gingen wir duschen und brachen zu einer Nachmittagsfahrt auf.
Wir blieben jedoch nicht lange, da wir zum einen fast keine Tiere sahen, und zum anderen auch keine Lust hatten, sehr weit zu fahren. So kehrten wir früh ins Camp zurück. Dort hatte sich bei einem der vorderen Stellplätze ein Zwischenfall mit einem einzelnen Elefanten ereignet. Der Elefant hatte sich wohl an den Essensvorräten einer geführten Gruppe zu schaffen gemacht, Milchtüten und Bierdosen geknackt und ausgetrunken und war aggressiv geworden, als man versucht hatte, ihn zu vertreiben. Schließlich war es den zur Hilfe eilenden Rangern mit Autos und Schüssen gelungen, dafür zu sorgen, dass das Tier den Campingplatz verlässt. Nun herrschte große Aufregung, und die Frage stand im Raum, ob der Elefant zurückkehren würde. Nadi war sehr verunsichert und der Meinung, dass wir hier nicht bleiben könnten, da mittlerweile die wildesten Gerüchte über den Elefanten kursierten. Gemeinsam liefen Ruth und Nadi zu den Ablutions, um den entsprechenden Guide selbst zu interviewen. Dieser war völlig aufgebracht. So etwas habe er in 20 Jahren noch nicht erlebt. Und er war sich sicher: Dieser Elefant sei nicht normal, er werde diese Nacht zurückkommen, sich rächen und sogar töten! Seine komplette Reisegruppe war gerade dabei, ihre Zelte abzubauen, um diese Nacht aus Sicherheitsgründen im Duschhäuschen zu verbringen. Dies war nicht gerade das, was die Mädels hatten hören wollen. 😕
Nadi war nun keinesfalls beruhigt, ganz im Gegenteil! Die Bemerkung, dass man bei 20 Jahren Berufserfahrung doch eigentlich wissen müsse, dass man keine Essensvorräte für wilde Tiere erreichbar im Camp herumliegen ließe, tat der überaus fähige Guide nur mit einer wegwerfenden Handbewegung ab. Wir müssten selbst wissen, was wir tun. Er werde jedenfalls kein Risiko eingehen.
Um Xakanaxa jetzt noch zu verlassen, war es bereits zu spät, denn es wurde schon bald dunkel.

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Auf dem Weg zurück zu unserem Stellplatz beobachteten Ruth und Nadi eine Gruppe von Südafrikanern, die mit fünf Autos unterwegs waren. Sie hatten diese in Kreisformation geparkt, einen Zaun darum aufgebaut und waren nun gerade dabei, einen kleineren, zweiten Elekto-Zaun zu errichten. Hmmmm! Nadi war mit den Nerven am Ende. Auch Ruth war nicht mehr ganz so mutig. Was war denn hier los? Die einen schlafen lieber in der stinkigen Toilette, die anderen verschanzen sich in einer doppelt gesicherten Wagenburg.
Wie beruhigend war doch die Meinung zweier Südafrikaner, die in ihrem kleinen Bodenzelt schon seit mehreren Tagen hier campierten. Als die beiden Mädels aufgeregt diskutierend an ihnen vorbeiliefen und ihnen vom merkwürdigen Verhalten der anderen Camper berichteten, fingen sie lauthals an zu lachen. Die Leute im Duschhäuschen müssten sie unbedingt fotografieren gehen, das würde ihnen sonst niemand glauben. Die Elefanten seien jeden Abend und jede Nacht da, jedoch noch nie aggressiv gewesen. Und nein, sie hätten keine Angst in ihrem winzigen Bodenzelt zu übernachten.
Nach einer kurzen Lagebesprechung – viele Möglichkeiten hatten wir ja nicht – bewerteten wir die Voraussage des Guides als übertrieben. Zu Nadias Beruhigung stellten wir die beiden Autos etwas dichter aneinander zwischen zwei große Bäume. Die beiden Südafrikaner kamen noch kurz vorbei und boten uns einen Jägermeister zur Beruhigung an. Obwohl Ruth solch ein Zeug überhaupt nicht mag, nahm sie das Angebot dankend an. Sieh mal einer an, da wird sich doch niemand Mut antrinken wollen?!
Nachdem wir lange über die Gefahr diskutiert hatten, die von dem möglicherweise aggressiven Elefanten ausgehen kann, war es dunkel geworden, und wir hatten keine Lust mehr zu grillen. So machte Ruth einen sehr leckeren Wurstsalat.
Wir sind nun seit einer Woche mit Nadia und Felix unterwegs und merken, dass die beiden den Urlaub nicht uneingeschränkt genießen können. Einerseits ist Nadias Erkältung noch immer nicht auskuriert, längere Autofahrten strengen sie sehr an, manchmal hat sie noch Fieber und fühlt sich permanent schlapp. Andererseits hat sie auch immer wieder große Angst vor den wilden Tieren hier im Park und kann daher nachts nicht gut schlafen. Ständig ist sie wach und horcht auf das kleinste Geräusch. Wir haben ein schlechtes Gewissen, weil wir den beiden zu diesem Urlaub geraten haben und davon ausgegangen sind, dass wir mit unserer Erfahrung sämtliche Probleme, die den beiden begegnen würden, lösen könnten. Nun machen wir uns Sorgen, dass wir Nadia und Felix vielleicht zu viel zugemutet haben. Hoffentlich können wir ihnen in den nächsten Tagen doch noch zu einem schönen Urlaub verhelfen.

Kilometer: 46

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