Reisebericht

Die Eulenmuckels auf Jubiläumsreise

von Eulenmuckel · begonnen 15. Dez. 2013 · 84 Teile

Teil 2127. Dez. 2013
Montag, 29. Juli 2013 – Khwai oder Löwenjagd III

Xakanaxa, Moremi – North Gate, Moremi

In der Nacht war es ziemlich windig. Ständig rappelte es an den Zeltplanen, so dass wir immer wieder aufwachten. Tiere ließen sich keine blicken, insbesondere kein aggressiver Elefant. Wir haben doch tatsächlich überlebt! Also standen wir gegen halb sieben auf, und während die anderen in Ruhe ihre Sachen zusammenpackten, fuhren wir eine letzte Runde durch die Paradise Pools. Aber außer ein paar Impalas und einer Handvoll Elefanten sahen wir keine Tiere.

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Um acht Uhr trafen wir uns am Xakanaxa Gate, und Ruth schmierte schnell ein paar Nutella-Brötchen für alle. Nadi und Felix kamen dann zum Drive-In-Schalter an unser Autofenster gefahren und nahmen ihre Brötchen in Empfang. Hinter den beiden fuhren wir Richtung Khwai. Eine lange Zeit folgten wir großen Löwenspuren auf dem Weg, bis wir leider umdrehen mussten, ohne den dazugehörigen Verursacher entdeckt zu haben. Aber wir sahen einen Honigdachs, fünf Hornraben und mehrmals ein paar Büffel.
Die Wasserdurchfahrt auf dem Weg zum North Gate umfuhren wir, ohne es zu wissen. Die ganze Zeit hatten wir uns auf diese Herausforderung eingestellt, um schließlich festzustellen, dass wir auf dem trockenen Parallelweg unterwegs waren.
Das letzte Stück Strecke zum Khwai Camp war wieder mit besonders vielen und tiefen Schlaglöchern versehen, so dass wir kurz vor Mittag froh waren anzukommen. Unser Stellplatz Nummer 10 liegt am Ende des Camps mit Aussicht über die Pfanne. Nadi fand Lage und Blick über die staubige Ebene so trostlos, dass sie dem Platz spontan den Namen „Friedhof“ gab. Sie legte sich sofort wieder ins Zelt um auszuruhen. Wir anderen frühstückten und spülten Geschirr. Nach einer weiteren Pause gingen wir duschen. So läuft jeder Safari-Tag ähnlich ab, und wir gewöhnen uns wieder an das Leben im und um das Auto. Für uns ist es bis jetzt der absolute Traumurlaub, und wir freuen uns auf alles, was wir in den kommenden Wochen noch entdecken dürfen.
Ruth hat von Uwes Mutter per SMS die erfreuliche Nachricht erhalten, dass der BVB am vergangenen Wochenende 4:2 gegen Bayern gewonnen hat. Also: alles bestens! (Man muss sich freuen, so lange es noch geht!)
Am Nachmittag machten wir uns wieder auf, um zum ersten Mal das Gebiet östlich von North Gate zu erkunden. Zuvor schauten wir beim Gate auf die Sichtungstafel. Dort stand, dass ein Löwenrudel gegenüber der Khwai River Lodge bei einem Büffelriss gesehen worden war. Unser GPS zeigte uns die Lodge gut fünf Kilometer östlich. Wir fuhren viele kleine Wege möglichst nahe am Fluss entlang und sahen Letschwes, Zebras, Wasserböcke, Elefanten und einige Reiher.

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An einer Stelle standen wir vor einer Wasserdurchfahrt, und Ruth lief zur Sicherheit hindurch. Das Wasser war nicht tief und der Untergrund fest, so dass wir weiterfahren konnten.

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Teil 2227. Dez. 2013
Als wir auf Höhe der Khwai River Lodge waren, entfernte sich der Weg vom Fluss, und wir konnten erst einige hundert Meter östlich wieder durch eng stehende Büsche zum Wasser hinunter fahren. Von den Löwen keine Spur. So kehrten wir um, fuhren einen anderen Weg weiter weg vom Fluss und bogen ein paar Kilometer vor dem Camp wieder zum Wasser ab. Dort nahmen wir eine neue Schleife und entdeckten ein Dutzend Hippos, die im Fluss lagen. Sie tauchten auf und ab, schnauften und prusteten, und manche rissen sogar ihr Maul weit auf.

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Das hier sah schon ein wenig ramponiert aus:

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Teil 2327. Dez. 2013
Wir blieben lange dort und freuten uns an der beruhigenden Kulisse. Als es Zeit für den Rückweg wurde, fuhren wir weiter und begegneten kurz darauf Nadia und Felix, die uns entgegen kamen. Sie hatten auch von dem Löwenrudel und dem toten Büffel gehört und folgten einem Safariwagen.

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Obwohl die Sonne schon tief stand, schlossen wir uns an, und nach ein paar hundert Metern kamen wir zu einer Stelle, an der mehrere Autos standen. Das Rudel lag verteilt im Gras. Eine einzelne Löwin fraß im Gebüsch am Büffel. Wir konnten unser Safariglück kaum fassen. Im Baum über dem Kadaver warteten schon die Geier.

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Hätten wir gewusst, dass sich das Rudel gegenüber des Sango Safari Camps befand, hätten wir uns zwar den Umweg bis zur Khwai River Lodge sparen können, aber vermutlich auch die Hippos verpasst. Insofern waren wir über die falsche Angabe auf der Sichtungstafel gar nicht unglücklich.
Wir blieben bis nach Sonnenuntergang, und als das Licht schwand, machten wir uns auf den Rückweg. Es ist wirklich unglaublich. So viele und intensive Löwenbegegnungen hatten wir noch in keinem Urlaub.
Zum Abendessen grillten wir Rindersteaks, legten Gemsquashes in die Glut und aßen Salat. Nadia geht es besser, und so wurde es ein ausgelassener, netter Abend. Zu Besuch kamen: ein Elefant, der aber kurz vor dem Camp abdrehte und eine einzelne Tüpfelhyäne, die Ruth schnell verscheuchte.
Morgen verlassen wir den Moremi und fahren wieder nach Maun.

Kilometer: 89
Teil 2429. Dez. 2013
Dienstag, 30. Juli 2013 – Maun

North Gate, Moremi – Maun Rest Camp, Maun

Um halb vier morgens lief ein Löwe brüllend vorbei. Man konnte gut hören, wie er das Brüllen von links nach rechts um unsere Autos herum mitnahm. Alle waren wach. Später hörten wir weiteres Löwengebrüll in unterschiedlicher Lautstärke von verschiedenen Seiten. Da gab es wohl einiges zu diskutieren bei Löwens.
Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf, packten zusammen und fuhren noch einmal zum Büffelriss. Auf dem Weg dorthin sahen wir bereits vier der Löwen vom Vorabend. Sie kamen über die Ebene, kreuzten unseren Weg und verschwanden schnell im Gebüsch.

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Entsprechend fanden wir am Kadaver keine Raubkatzen mehr vor. Dafür waren einige Dutzend Geier anwesend und stritten sich um die Reste. Es war ein riesiges Gewusel und Gefauche. Sie rissen mit ihren Schnäbeln letzte Fleischreste und Hautstücke von den Rippen und schlangen sie hinunter.

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Wir blieben so lange, wie wir den Aasgestank aushalten konnten.
Keine Geier, sondern zwei Meyer’s Parrots (Goldbug-Papageien):

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Dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Süden. Die Strecke zum South Gate zog sich kerzengerade (mit einigen Dellen) und wenig spektakulär dahin.

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Am Gate registrierten wir uns und trafen wieder ein Pärchen aus Holland, das ebenfalls in Xakanaxa übernachtet hatte. Sie erzählten uns, dass in der letzten Nacht der Elefant wieder gekommen und unmittelbar an ihrem Auto vorbeigegangen sei. Ihre hintere Seitenscheibe war kaputt, weshalb sie die Öffnung mit einer Plastiktüte zugeklebt hatten. Der Elefant habe die Plastiktüte abgerissen, gefressen und wieder herausgewürgt. Mit seinem Rüssel habe er das Innere des Wagens untersucht, während die beiden in ihrem Dachzelt saßen. Wir sind gespannt, wie es mit diesem Elefanten in Xakanaxa weitergeht.
Wir fuhren auf der Schotterpiste Richtung Maun. Die Vegetation ist wenig abwechslungsreich. Dornige Sträucher und einzelne Bäume wachsen im Staub zwischen Steinen. Gelegentlich laufen klapperdürre Hunde und schwarz-weiße Ziegen und Zicklein mit schlenkernden Ohren am Straßenrand. Halb im Sand vergrabene Autoreifen oder alte, im Baum hängende Plastikstühle mit drei Beinen markieren die Zufahrten zu einzelnen Grundstücken. Verrostete, nicht mehr zu entziffernde Schilder hängen in den Bäumen. An einer Leine baumeln Fische im Wind, während ihr Besitzer im Schatten sitzend auf Kundschaft wartet. Esel, Rinder mit und ohne Hörner kreuzen immer wieder die Straße. Ein kleiner Junge drischt mit einem Ast auf seinen Esel ein, den er ohne Sattel in einem Affenzahn reitet. Eine Oma rappelt sich mühsam auf und winkt, um eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Eine Familie transportiert auf einem Karren, vor den vier Esel gespannt sind, ein altes Fass.

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Kurz vor Shorobe kauften wir am Straßenrand ein paar Päckchen Holz. In Maun trennten wir uns. Während Felix und Nadia unmittelbar zu Hillary‘s fuhren, hielten wir an einem ATM, um Geld abzuheben. Dann besuchten wir den Souvenirshop an der Straße zum Flughafen, um die seit Monaten bestellten Teller von Okavango Ceramics abzuholen. Sie waren wunderschön geworden. Wir freuten uns über den riesigen Karton fürs Handgepäck 🤩 !
Gut gelaunt ging es nun auch für uns zum Mittagessen zu Hillary‘s. Nadi und Felix hatten bereits die halbe Speisekarte probiert und hier ihr Lieblingscafé in Botswana gefunden. Bei leckeren Suppen, selbstgemachten Sandwiches und Kaffee ruhten wir uns aus. Anschließend ging es zum Tanken und in den Supermarkt.
Am frühen Nachmittag trafen wir dann im Maun Rest Camp ein. Als erste Gäste suchten wir uns einen schönen Stellplatz am Fluss aus. Uwe sicherte Fotos, Ruth schaffte im Auto Ordnung und Sauberkeit und wusch Wäsche.

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Nadi und Felix räumten auch und fanden glücklicherweise den schon verloren geglaubten Objektivdeckel für ihre Kamera wieder.
Nach dem Duschen machten wir Feuer und kochten Nudeln mit Soße im Potije. Nadi ging es leider schon wieder deutlich schlechter. Im Gespräch über ihren seit über einer Woche katastrophalen Gesundheitszustand sagte sie ganz verzweifelt: „Das ist doch einfach nicht normal!“. Bei diesem Wort machte es bei Ruth „klick“. Sie schnappte sich den Beipackzettel der Malarone-Tabletten und studierte die möglichen Nebenwirkungen. Mit jeder gelesenen Zeile stieg die Gewissheit, dass Nadias Zustand mit den Tabletten zu tun hatte. Sehr viele der genannten, teilweise heftigen Nebenwirkungen trafen zu.
Einerseits waren wir erleichtert, nun eine Erklärung gefunden zu haben, andererseits zögerte Nadi, ohne weiteres die Tabletten abzusetzen. Da traf auf dem Nachbarstellplatz eine deutsche Familie ein. Der Vater war zufälligerweise Arzt und konnte sie bezüglich Malaria und Medikamenten vorsichtig beraten. Sie entschied daraufhin, keine Tabletten mehr zu nehmen. Wir wollen hoffen.
Ruth stöberte in den Bäumen über uns einen Flughund auf, der ihr durch sein regelmäßiges Fiepen aufgefallen war. Am Thamalakane quakten tausende Frösche, als wir ins Bett gingen.

Kilometer: 135
Teil 2531. Dez. 2013
Mittwoch, 31. Juli 2013 – Vögel

Maun Rest Camp, Maun – Drotzkys Cabins, Shakawe

In der Nacht revanchierte sich der Flughund dafür, dass wir ihn am Abend mit der Taschenlampe angeleuchtet hatten. Er fiepte laut und ununterbrochen und brachte uns mit seinem monotonen Gejammere um den Schlaf. Uwe stand als erster auf, kochte Kaffee und aß eine Schale Müsli. Nadi und Felix wollten es etwas ruhiger angehen lassen, und so brachen wir schon früher um acht Uhr auf. Durch Maun ging es nach Westen, und bei Sehitwa bogen wir nach Norden in Richtung Caprivi ab.
Die Straße zog sich. Die Fahrt wurde durch drei Veterinärposten unterbrochen. Beim ersten wollte sich ein gesprächiger Polizist ein wenig unterhalten und einen Blick in den Laderaum werfen. Beim zweiten wurden unsere Reifen desinfiziert, und wir mussten über einen nassen Pullover laufen. Beim dritten wurden wir durchgewunken.
Gegen halb eins trafen wir bei Drotzkys Cabins ein und bekamen Stellplatz Nummer 5, der sehr schön unter Bäumen etwas erhöht vom Wasser liegt. Anfangs trieben sich noch ein paar Meerkatzen herum, verzogen sich aber bald. Wir aßen Wurstsalat und wurden von einem Buschbock-Weibchen besucht. Außerdem freundeten wir uns mit einem zutraulichen Weißbrauenrötel an.

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Nach dem Spülen trafen auch Nadi und Felix ein. Auch sie aßen etwas, dann brachen wir zusammen zu einer Bootsfahrt auf. Wir vier waren alleine auf einem kleinen Motorboot mit unserem Fahrer Salvation. Er machte seine Sache sehr gut und steuerte uns mal langsam am Ufer entlang, mal schnell in der Mitte des Flusses. Immer wenn es etwas Interessantes zu entdecken gab, bremste er ab und brachte uns in die beste Position zum Fotografieren. Er zeigte uns verschiedene Eisvogel-Arten, darunter den kleinen Malachit. Bis auf einen halben Meter kamen wir an diesen wunderschönen Kingfisher heran.
Male Giant Kingfisher

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Pied Kingfisher mit fettem Schnapp

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Malachite Kingfisher

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Es war eine sehr abwechslungsreiche Fahrt. Im Papyrus und am Ufer wimmelte es von unterschiedlichen Vögeln.
African Jacana

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African Darter

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Great Egret

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Little Egret

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Little Bee-Eater

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Squacco Heron

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Cormorant (aber welcher?)

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African Fish-Eagle

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Teil 2631. Dez. 2013
Wir sahen sogar zwei der seltenen Pel‘s Fishing Owls. D. h., eigentlich sahen wir nur eine. Die zweite zeigte uns der Guide und versuchte, ihre genaue Position im Baum zu beschreiben. Das ging ungefähr so: „Der große Baum mit dem einen Ast da. Ein bisschen höher, nein weiter links. Unter den Blättern. Höher, höher, höher. Jetzt ganz deutlich zu sehen.“ Uwe: „Hä?“ „Ja guck doch da. Direkt dort, wo der waagerechte Ast verläuft. In einer kahlen Stelle sitzt die Eule.“ „Ich seh nix.“ „Du musst dir auch Mühe geben! Du guckst zu weit rechts. Direkt auf dem einen Ast da.“ „Wo denn?“ usw. Naja, Nadi, Felix und Ruth haben jedenfalls zwei Eulen gesehen.

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Uns allen gefiel die Bootsfahrt sehr gut. Salvation hielt bei zwei Fischern, die in ihren Mokoros unterwegs waren, und wir kauften einem für ein paar Pula einen gefangenen Fisch ab.

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Salvation stopfte ihn mit etwas Schilf aus, damit der Fisch nicht untergeht, stieß einen kurzen Pfiff aus und warf ihn in hohem Bogen ins Wasser. Sofort kam ein Schreiseeadler geflogen und schnappte ihn sich. Wir versuchten, die Szene zu fotografieren. Leider ging trotz der Vorbereitung alles so schnell, dass wir den Augenblick, in dem der Vogel den Fisch greift, nicht festhalten konnten. Besonders mit der Festbrennweite hatte Uwe überhaupt keine Chance. Er hatte nur Wasser und Wellen auf seinen Bildern.

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Im Nachhinein fanden wir es schon etwas unpassend, den Fischern ihre Lebensmittel abzukaufen, um damit den Adler zu füttern, der sich schließlich auch selbst ernähren kann. Hmm!
Wir fuhren an einer Hippofamilie und Krokodilen vorbei, die lautlos ins Wasser glitten.

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Teil 2731. Dez. 2013
Auf einer Sandbank standen viele African Skimmer auf ihren kurzen Stummelbeinen. Wir wunden uns immer, wie sie ihr Gleichgewicht halten können bei dem großen Schnabel und den winzigen Füßen.

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Grey Heron

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Coucal! Schon wieder so ein Vieh 😣

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Wir können diese Bootstour jedem, der sich nur ein bisschen für Vögel interessiert, wärmstens empfehlen. Es gab neben den gezeigten noch viele weitere Arten zu entdecken, z. B. Höcker- und Witwenenten, Mohrenrallen, Regenpfeifer und Nachtreiher. Man wusste gar nicht, in welche Richtung man fotografieren sollte. Der Sonnenuntergang auf dem Fluss mit den vielen Mokoros der einheimischen Fischer war außerdem sehr stimmungsvoll.

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Nach Sonnenuntergang kehrten wir glücklich zurück und machten Abendessen. Es gab einen Braten, den Felix die ganze letzte Nacht über im Potije hatte garen lassen. Anschließend aßen wir Butternut-Suppe. Bei Drotzkys fühlen wir uns sehr wohl. Nadia geht es deutlich besser. Wir saßen noch ein wenig am Feuer und lauschten dem Hippogrunzen und dem Quaken der Frösche. Immer wieder plätscherte es in der Dunkelheit. Aber so sehr wir auch leuchteten, wir konnten keine Otter entdecken.

Kilometer: 381
Teil 2803. Jan. 2014
Donnerstag, 1. August 2013 – Zurück nach Namibia

Drotzkys Cabins, Shakawe – Camp Maori, Grootfontein

Der Morgen war warm. Während Nadi und Felix netterweise den Abwasch vom Vorabend erledigten, kochte Uwe Kaffee und Tee. Wir packten alles zusammen und fuhren zur Hauptlodge, um zu bezahlen. Das Hauptgebäude von Drotzkys ist wunderschön großzügig aus Holz gebaut und hat ein Reetdach. Beim Bezahlen fielen uns schon die schönen afrikanischen Masken auf, die überall standen oder hingen. Zwei gefielen uns besonders gut. Es dauerte nicht lange, und wir hatten uns für ein Exemplar entschieden. Neben den Tellern haben wir bestimmt noch Platz im Handgepäck! 😉
Nadi und Felix nahmen auch noch ein paar Souvenirs aus dem kleinen Laden mit, der zu dieser frühen Tageszeit extra für uns geöffnet wurde. So kamen wir erst viel später los, als wir geplant hatten.
Bis zur Grenze war es nicht mehr weit, und die Formalitäten hatten wir schnell erledigt. Ein paar Kilometer fuhren wir durch den Bwabwata Nationalpark und sahen eine große Herde Kudus und eine einzelne Rappenantilope.

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Auf der Hauptstraße durch den Caprivi ging es dann westwärts. Es ist immer wieder schön, das bunte Treiben am Straßenrand zu beobachten.

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Rundu erreichten wir kurz nach Mittag. An der Tankstelle setzten wir uns in das Schnellrestaurant und aßen Burger mit Pommes. Danach gingen Nadi und Felix in die Bäckerei, wir besuchten unsere Bekannte Brigitte. Sie war im Büro, und wir freuten uns über das Wiedersehen.
Gestärkt ging es auf die letzte Etappe nach Grootfontein.

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Auf halber Strecke befindet sich der Veterinärkontrollposten. Nadi und Felix hatten noch ein Stück Fleisch im Kühlschrank. Um es nicht abgeben zu müssen, hielten die beiden am Straßenrand an und schenkten es einem Jungen, der auf einem Esel vorbeiritt. Vorher hatten wir viel Spaß mit den (nicht ganz erst gemeinten) Vorschlägen, was mit dem Fleisch zu tun sei. Von „aus dem fahrenden Auto werfen“ bis „vor der Kontrolle hinter die Windschutzscheibe legen“ war alles dabei.
In Grootfontein hielten wir beim Spar Supermarkt. Während Felix auf die Autos aufpasste, erledigten wir den Einkauf für die kommenden Tage. An der Kasse war das Ehepaar Beyer von der Farm Dornhügel vor uns. Wir hatten in 2006 eine Nacht dort verbracht und die beiden ein oder zwei Jahre später nochmal in Frankfurt am Flughafen getroffen. Wir freuten uns über den Zufall und wechselten ein paar Worte.
Mit vollen Tüten fuhren wir die letzten Meter zum Maori-Camp. Peter und Conni begrüßten uns in ihrer gewohnten Art („Was macht ihr denn schon widder hier? Mer habbe keen Platz.“ Und zum Hund: „Komm da weg, des sin böse Mänsche.“). Beim ersten Besuch fanden wir die Begrüßung schon ein wenig befremdlich, haben uns aber mittlerweile an dieses Ritual gewöhnt. Der Campingplatz war wie oft leer.

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Wir kauften Wildfleisch, klappten das Zelt auf und duschten. Zum Abendessen machten wir den Rest Kürbissuppe heiß und grillten frische Eland-Steaks. Dazu gab es Salat. Das Fleisch von Maori ist schon besonders gut.
Wir unterhielten uns noch mit Nadia. Heute fühlte sich doch tatsächlich Felix ein wenig krank und ging früh ins Zelt. Wir sind aber auch mit Weicheiern unterwegs. 😉

Kilometer: 520
Teil 2903. Jan. 2014
Freitag, 2. August 2013 – Etosha Ost

Camp Maori, Grootfontein – Namutoni, Etosha

Der Morgen in Grootfontein war im Vergleich zu Botswana etwas kühler. Wir standen nicht allzu früh auf und genossen beim Frühstück mit Kaffee, Tee, Müsli und Nutellabroten die ersten Sonnenstrahlen. Danach wurde gespült und im Turm bei Peter die Rechnung beglichen. Selbstverständlich kauften wir auch wieder ein paar Souvenirs.
So brachen wir erst spät auf und fuhren die eineinhalb Stunden bis zum Osttor des Etosha Nationalparks. Wir checkten ein und suchten uns einen Campingplatz. Direkt dahinter entdeckten wir ein paar Zebramangusten auf einem Termitenhügel.

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Dann machten wir uns auf zu den Wasserlöchern im Park. Bei Chudop sahen wir bereits Zebras, Impalas, Giraffen und Oryx.

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Bei Kalkheuwel waren etwas weniger Tiere. Aber im Wasser quakte ein Frosch, den wir nach langer Suche sogar entdeckten. Zwei Impalas rangelten miteinander.

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Über Okerfontain und Springbokfontein drehten wir eine Runde, um uns danach wieder auf den Rückweg zu machen. Insgesamt waren sehr viele Zebras zu sehen, einige Gnus, Kuhantilopen, ein paar Elefanten, Giraffen und sogar ein einzelnes Spitzmaulnashorn.

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Kurzzehenrötel – Hurra! Ruth kann auf der in Namutoni erworbenen Etosha-Karte ein weiteres Kreuzchen machen. Sie ist immer ganz beglückt, wenn sie Buch führen kann. Mittlerweile artet das schon fast in Stress aus. Es müssen Kreuze in drei verschiedenen Vogelbestimmungsbüchern, in der Etosha-Karte und in der Handy-App gesetzt werden. Aber man hat ja sonst nichts zu tun 😉

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Auf dem Rückweg sahen wir neben der Hauptstraße eine riesige Elefantenherde mit weit über 50 Tieren. Wir hielten noch einmal kurz bei Kalkheuwel und sehr lange bei Chudop.

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Teil 3003. Jan. 2014
Dort waren mehrere Giraffen, zwei Elefanten, die ein wenig miteinander rangen, Riesentrappen, Impalas, Perlhühner, Kudus und Oryx. Es gab ständig etwas zu beobachten.

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Schnell noch den Zwergtaucher tracken:

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Als wir gerade weiterfahren wollten und schon um die Kurve waren, riefen uns Nadi und Felix per Funk wieder zurück. Ein plötzlich aufgetauchter Schakal hatte eine Taube geschnappt und wollte sie verschlingen. Aber ein anderer Schakal jagte ihm die Beute ab. Wir sahen von dem Schauspiel nur noch ein paar Federn.

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Später trottete noch eine einzelne Hyäne heran. Sie trank jedoch nicht, sondern drehte vor dem Wasserloch ab. Nach ein paar hundert Metern legte sie sich ins Gras.

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Kurz vor Torschluss waren wir zurück im Camp und klappten das Zelt auf. Nach dem Duschen luden uns Nadi und Felix ins Fort zum Kudu-Abendessen ein. Vielen Dank dafür!
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zum Wasserloch, wo zwei Elefanten unmittelbar hinter dem niedrigen Zaun fraßen. Wir standen noch ein wenig dort und sahen den beiden zu.

Kilometer: 286
Teil 3105. Jan. 2014
Samstag, 3. August 2013 – „Seht ihr was?“

Namutoni, Etosha – Okaukuejo, Etosha

Der Wecker holte und schon um halb sechs aus dem Schlaf. Nadi und Felix standen auf und fingen an, ihre Sachen zu packen. Wir wollten ebenfalls früh in den Park starten. Mittlerweile sind wir jedoch so schnell darin, uns abfahrbereit zu machen, dass wir schließlich vor Toröffnung noch genug Zeit hatten, Kaffee zu trinken.
Unter den ersten Autos starteten wir in den Etosha. Über Chudop und Kalkheuwel ging es nach Westen. An diesen ersten beiden Wasserlöchern sahen wir nicht viel. Beim Abzweig nach Ngobib trennten wir uns. Nadi und Felix wollten diesen Umweg machen. Wir fuhren weiter nach Westen. Ein wenig Zeit verbrachten wir beim Beobachten zweier Elefanten. Die beiden begleiteten uns ein Stück und liefen dann vor uns über die Straße.

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Weiter ging es Richtung Springbokfontein. Die Gegend erinnerte mit ihren weißen, eingepuderten Büschen an eine Winterlandschaft, und wir zogen eine lange Staubfahne hinter uns her.

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Auf nördlicher Route fuhren wir entlang der Etosha-Pfanne weiter nach Westen. Wir sahen Kuhantilopen, Springböcke und Oryx. Eine Herde Gnus trottete im Flimmerlicht über die Ebene.

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Plötzlich entdeckten wir ein Spitzmaulnashorn in etwa 50 Metern Entfernung. Wir hielten und machten den Motor aus, um es nicht zu stören.

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Eigentlich hatten wir in recht großem Abstand gehalten, aber das Tier änderte seine Richtung und lief nun genau auf uns zu.

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Es kam immer näher, und wir wagten nicht, den Motor wieder zu starten, hatten wir doch gelesen: „Spitzmaulnashörner sind unberechenbar und greifen blindlings an, oft nur um festzustellen, ob eine Störung Gefahr birgt“. Na wunderbar! 😵
Ruth rutschte auf der Beifahrerseite unauffällig immer weiter in Richtung Automitte. Ob ein Nashorn sein Nashorn wohl ohne Probleme durch eine Autotür stoßen kann? Ruth war sich sicher, denn die letzten paar Meter trabte der graue Koloss tatsächlich auf uns zu und blieb erst kurz vor dem Auto stehen.

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Ruth atmete kaum noch, und Uwe unkte, dass es sicherlich wie ein Geist ungebremst einfach so durch das Auto hindurchlaufen könne. Der hatte gut reden, denn schließlich schnaufte und schnüffelte es ja an der Beifahrer- und nicht unmittelbar an seiner Seite. Schließlich war der große weiße Kasten dann wohl doch zu langweilig, und das Tier entfernte sich, um sich noch einmal umzudrehen und doch wieder ein paar Schritte in Richtung Auto zu laufen, unschlüssig, ob es nicht vielleicht doch einen kleinen Stoß mitschicken könnte. Es entschied sich aber glücklicherweise dagegen und trollte sich in den Busch. Puh! So nah waren wir einem Nashorn noch nie gekommen.

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Teil 3205. Jan. 2014
Die Aussicht am Lookout-Point in der Etosha-Pfanne war wieder sehr beeindruckend. Bis zum Horizont nichts als flache Salzpfanne. Wir nutzten ein wenig die Gelegenheit, um uns die Füße zu vertreten und ein wenig herumzuspringen. Der Vorteil ist, dass einen hier draußen niemand bei dem merkwürdigen Gehopse beobachten kann. Deswegen dann doch noch ein Foto!

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Weißscheitelwürger

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Kurz vor Halali machten wir noch einen Abstecher nach Goas. Dort ärgerten wir uns über eine Familie mit Kindern, die komplett aus ihrem Wagen ausgestiegen war und sich wunderte, warum sämtliche Kudus und Zebras wegliefen. Wir trafen Nadi und Felix wieder. Die beiden waren die ganze Zeit bei Ngobib geblieben, weil sie dort, unmittelbar nachdem wir uns getrennt hatten, ein Löwenrudel an ihrem Zebra-Riss beobachtet hatten. Wir freuten uns für die beiden.
In Halali machten wir eine lange Mittagspause und picknickten.

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Dann spazierten wir zum Wasserloch. Dort stand gerade eine Elefantenherde und trank. Die Elefanten drängelten sich um den besten Platz am Wassereinlauf. Dabei waren auch zwei ganz kleine Elefantenkinder.

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Teil 3305. Jan. 2014
Am Nachmittag fuhren wir nach Rietfontein. Dort war ganz schön was los. Wohin das Auge blickte, standen oder lagen hunderte von Zebras.

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Es wurde geschnaubt, mit den Hufen gescharrt und gebissen. Eine Herde zog nach links ab, dafür kamen von rechts gleich vierzig neue Tiere heran. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Ein paar Kudus gesellten sich ebenfalls dazu.

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Schildrabe

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Inmitten dieses Trubels fanden wir Nadis Funkspruch nach fünf Minuten doch sehr beachtlich: „Seht ihr irgendwas?“ 🤨
Wie bitte? Wir lachten uns kaputt. 🤩 🤪
Die beiden sind durch die tollen Tiersichtungen in den vergangenen Tagen bereits total verdorben. Zebras werden schon nicht mehr wahrgenommen. Unter einem Löwen geht wohl gar nichts! Obwohl wir also „nichts“ sahen, blieben wir noch eine Weile im allgemeinen Getümmel stehen und drehten dann eine Runde über Salvadora und Sueda. Dort war aber tatsächlich nichts zu entdecken. Erst bei Homob trafen wir auf ein paar Oryx.

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Bei Ondongab bogen wir nach Aus ab. Auf halber Strecke entdeckten wir das zweite Spitzmaulnashorn des Tages neben dem Weg. Dieses beachtete uns aber nicht. Es stand ein wenig im Gebüsch und knabberte Blätter und Äste. Vom Horn war ein Stück abgesägt worden.

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Bei Aus standen viele Autos, darunter auch Nadi und Felix. Drei Löwen lagen weit entfernt hinter dem Wasserloch etwas erhöht im Gebüsch und schliefen. Außerdem waren Giraffen, Strauße, Kudus und ein Oryx anwesend. Alle Beobachter warteten darauf, dass die Löwen ein wenig aktiver würden. Aber außer einem Gähnen der Löwen (und nach einer Stunde auch von uns) geschah nichts.

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So verging die Zeit. Die anderen Tiere wagten sich nicht ans Wasser hinunter, und die Lichtverhältnisse waren sehr schlecht zum Fotografieren. Als wir uns sicher waren, dass in nächster Zeit nichts mehr passieren würde, fuhren wir weiter. Weder bei Olifantsbad, noch bei Gemsbokvlakte oder bei Nebrownii waren viele Tiere zu beobachten.

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Daher fuhren wir direkt nach Okaukuejo. Nachdem wir unseren Campingplatz bezogen hatten, schauten wir beim Wasserloch vorbei. Zwei Elefanten und einige Zebras tranken. Wir blieben bis kurz nach Sonnenuntergang.

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Beim Campingplatz machten wir Salat, Folienkartoffeln und –gemüse und grillten Impala-Steaks. Es war ein gemütlicher Abend. Später hörten wir noch Löwengebrüll, das aber recht weit entfernt war. Am Wasserloch war außer ein paar Gänsen und einem Schakal nichts mehr zu sehen.
Nun geht unser letzter Abend mit Nadia und Felix zu Ende. Die Zeit mit den beiden hat uns großen Spaß gemacht. Wir hatten viel gemeinsam zu lachen. Schade, dass sie morgen abreisen und Nadia auf Grund der Malarone die erste Zeit nicht richtig genießen konnte. Vielleicht kommen sie ja wieder einmal nach Afrika zurück.

Kilometer: 227
Teil 3408. Jan. 2014
Sonntag, 4. August 2013 – Löwenjagd mit viel Warterei

Okaukuejo, Etosha – Halali, Etosha

Ein im Vergleich zu den letzten Tagen frischer Morgen brach an. Vor Sonnenaufgang standen wir auf, packten zusammen, putzten Zähne und starteten mit Nadi und Felix zu deren letzten Gamedrive. Zuerst entschieden wir uns für Okondeka, das etwa 20 Kilometer nördlich von Okaukuejo liegt. Das erste Morgenlicht war traumhaft schön, aber Tieren begegneten wir nur wenigen.
Schon zigmal fotografiert, aber unser Auto hält hier von alleine an:

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Entlang des Weges sahen wir Springböcke und am Wasserloch selbst ein paar Strauße. So kehrten wir wieder um und fuhren denselben Weg zurück.
Von Okaukuejo ging es nach Süden zum Wasserloch Ombika kurz vor dem Anderson Gate. Aber auch dort standen „nur“ Zebras, Kudus und Impalas. So fuhren wir gemeinsam zum Gate. Dort verabschiedeten wir uns von Fix und Foxi. Die zwei Wochen mit den beiden waren sehr schön, und es ist schade, dass sie schon abreisen.
Ohne noch einmal über Okaukuejo zu fahren, nahmen wir den direkten Weg in Richtung Osten nach Gemsbokvlakte. Dieser zog sich ziemlich lang hin. Wir sahen einen/ eine/ ein Schlankichneumon (was für ein Wort!), der/ die/ das sich in einem Loch in einem Termitenhügel versteckte.

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Kurz vor Gemsbokvlakte standen zwei Wagen am Straßenrand. In etwa 100 Metern Entfernung lag ein Löwenrudel unter einem Busch. Daneben erkannten wir durch das Fernglas die Reste eines toten Zebras. Das Rudel (soweit für uns erkennbar) bestand aus vier Löwinnen und vier Kleinen. Sie lagen recht träge herum, nur manchmal drehte sich ein Tier auf die andere Seite. Uwe wurde bald ungeduldig und wollte weiter. Viel war auch wirklich nicht zu erkennen.

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Doch bei unserem Glück in den letzten Tagen hätte es ja sein können, dass die Löwen ihre Deckung aufgeben und ihre Beute genau vor unseren Wagen zerren. So warteten und warteten wir auf welches Ereignis auch immer, aber es geschah wenig. Lediglich ein paar Geier hüpften in Richtung des angefressenen Zebras, trauten sich wegen der Löwen aber auch nicht ganz nah heran und blieben in der Ebene hocken. Ein Schakal erkannte ebenfalls, dass er wohl noch zu früh dran war und trollte sich wieder. Die Minuten können sich ganz schön ziehen, wenn man – ja auf was eigentlich? – wartet. Den Fahrern in den anderen Autos wurde es schnell zu langweilig, und sie fuhren weiter. Auch Uwe wurde immer quengeliger.
Doch irgendwann stand eine Löwin auf und lief in Richtung Wasserloch. Wir fuhren vor und erwarteten sie an einer Querstraße. Es dauerte ein paar Minuten, dann kam sie tatsächlich direkt auf uns zu. Ruth hatte mal wieder den richtigen Riecher gehabt.

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Teil 3508. Jan. 2014
Am Wasserloch trank sie lange und machte sich dann wieder auf den Rückweg zum Rudel.

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Außer uns waren inzwischen noch zehn andere Autos anwesend und rangierten hin und her. Fast tat uns die Löwin ein wenig leid. Wieder beim Rudel waren inzwischen einige Schakale und Geier näher herangekommen und warteten auf ihre Portion vom Zebra. Aber die Löwen waren noch nicht so weit, etwas abzugeben und zogen ihre Beute stattdessen immer näher zu sicher heran ins Gebüsch.
Es war wirklich schade, dass die Löwen so weit vom Weg entfernt lagen, so dass man nur mit dem Fernglas einigermaßen erkennen konnte, was passierte. Aber das muss ja nicht für alle gelten. Der Fahrer eines Safariwagens fuhr plötzlich dreist von der Straße herunter, quer über die Ebene unmittelbar auf die Löwen zu. Vor ihnen blieb er stehen, damit seine Gäste ein paar Fotos schießen konnten, dann drehte er wieder um.

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Wir waren fassungslos über so viel Rücksichtslosigkeit und überlegten kurz, ob wir diesen Vorfall im Camp petzen sollten. Der Fahrer wusste wohl genau, warum er auf ein Kennzeichen an seinem Fahrzeug verzichtet hatte.
Über Olifantsbad und Aus ging es wieder zurück auf die Hauptstraße. Da wir viel Zeit bei den Löwen verbracht und keine Lust mehr hatten, im Auto zu sitzen, fuhren wir auf kürzestem Weg nach Halali. Lediglich bei Rietfontein hielten wir kurz und bestaunten eine riesige Herde Zebras, die zum Trinken kam. Ruth zählte weit über 200 Tiere.

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In Halali checkten wir ein, reservierten uns einen Tisch zum Abendessen im Restaurant und suchten uns einen Campingplatz. Am Rand des Platzes in der Nähe der Duschen hielten wir an und machten Pause. Uwe aß Müsli und trank Kaffee, während Ruth duschte. Dann machten wir Rührei mit Speck, Tomaten, Käse und Gurken.

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Nach dem Essen wuschen wir Wäsche, und Uwe ging duschen. Danach blieben wir bis nach Sonnenuntergang am Wasserloch, wo es einen einzelnen Elefanten zu bestaunen gab, der hunderte Liter Wasser in sich hineinpumpte. Ein Kudubulle sah ihm in gebührendem Abstand dabei zu. Auch, wenn nicht besonders viel los war, hat man nicht das Gefühl, dass irgendetwas fehlen würde. Die Geräusche des trinkenden Elefanten, der keckernde Ruf des Kiebitz und das warme Licht verbreiteten eine so friedliche Stimmung, dass man es ewig dort hätte aushalten können.
Doch das Abendessen wartete, und so stellten wir nach Sonnenuntergang schnell noch unser Zelt auf und machten uns auf zum Restaurant. Es gab Buffet mit Butternutsuppe, Kudusteak mit Gemüse und Kartoffeln oder Nudeln und anschließend ein Stück Schokokuchen mit Vanillesoße. Wenn uns das selbstgekochte Essen auch meist besser schmeckt, genossen wir es doch, uns nicht selbst um alles kümmern zu müssen und mal eine etwas größere Auswahl zu haben. Außerdem entfiel so der lästige Abwasch, und wir liefen noch einmal zum Wasserloch. Dort sahen wir zwei Spitzmaulnashörner, die aber bald im Gebüsch verschwanden. Nach einiger Zeit tauchte eine Hyäne zum Trinken auf, dann eine zehnköpfige Elefantenherde. Dazu gehörten auch zwei kleine Elefantenkinder. Während sie tranken, näherten sich wieder mehrere Hyänen. Ein Elefant trompetete und trieb sie zurück ins Gebüsch. Als die Herde verschwunden war, kamen die Hyänen ans Wasser. Sie hatten ihr Festmahl wohl schon hinter sich und sehr dicke Bäuche, so dass sie kaum laufen konnten. Als auch sie außer Sicht waren, gingen wir zurück zum Auto. Dort sahen wir noch einen Honigdachs, der um unsere Mülltonnen schlich. Wir Spielverderber hatten sie aber sehr gut verschlossen. Als wir ins Zelt krabbelten, hörten wir eine Hyäne rufen, eine zweite antwortete ihr in einiger Entfernung.

Kilometer: 177
Teil 3610. Jan. 2014
Montag, 5. August 2013 – Warten

Halali, Etosha – Okaukuejo, Etosha

Heute haben wir uns auf den Gamedrive besonders gut vorbereitet, schließlich wollten wir bei unserer Leopardensichtung ja nicht durch knurrende Mägen gestört werden. In einer Plastikbox mixte Ruth leckeres Müsli, und Uwe kochte eine Thermoskanne Kaffee. So starteten wir mit Sonnenaufgang von Halali aus in den Etosha. Wieder einmal begingen wir den Fehler, das „Wasserloch“ Helio anzufahren: tote Hose. Aber dafür hatten wir noch drei weitere Autos, die hinter uns fuhren, ebenfalls in die Irre geführt. 😈
Als nächstes kamen wir nach Goas, hielten uns aber nicht lange auf. Dort war noch alles ruhig. Dann ging es nach Norden zum Wasserloch Nuamses. Soweit alles nach Plan, denn heute wollten wir die Taktik ändern: Nicht wild durch die Gegend fahren und Wasserloch für Wasserloch abklappern, sondern einfach solange warten, bis der Leopard Durst bekommt und natürlich genau dort auftaucht, wo wir stehen und ihn erwarten. Wir hätten ihn auch freundlich begrüßt. So dachten wir. Also noch schnell im schlauen Büchlein nachgeschlagen, an welchem Wassertümpel die Leopardensichtungschance besonders hoch ist und also hier in Nuamses gelandet.
Dort standen wir schon recht pünktlich bestens ausgerüstet gegen 8.15 Uhr und warteten und warteten und warteten. Wer nicht kam, war der Leopard, allerdings auch sonst niemand. Kein Springbock, kein Oryx, nicht einmal ein Zebra. Die Minuten zogen sich, aber der Leo war ja auch erst für 10.30 Uhr bestellt. Ist ja auch klar! So ganz früh mag der nämlich auch nicht von seinem Schlafbaum hinunterklettern. Uwe merkte kurz einmal an, dass man dann vielleicht auch erst um diese Uhrzeit hier auftauchen müsste, aber nein, vielleicht überlegt es sich der Leo ja ausgerechnet heute anders, hat schlecht geschlafen, möchte sich schon gegen 10.20 Uhr im Spiegelbild betrachten … Wer weiß es schon so genau? Dann hätten wir ihn glatt verpasst. Also weiter mit dem Fernglas in die spärliche Vegetation gestarrt, die Büsche gescannt und im engen Auto von der linken auf die rechte Pobacke gerutscht. Da bewegte sich doch tatsächlich etwas im Gesträuch. Welch willkommene Abwechslung! Für einen winzigen Augenblick war der Schwanz einer Fuchsmanguste zu erkennen. Toll! Man wird mit der Zeit genügsam.
Viele Autos kamen und fuhren, manche blieben auch recht lange dort stehen. Wenn wir so hartnäckig an dieser Stelle stehen, muss es doch etwas zu sehen geben! Nein, muss nicht. Gab es nicht. Kommt bestimmt aber noch! Wir können ja warten. Hatten ja unser Müsli, die Nutellabrote und den Kaffee dabei. Da war die Laune bestens. So konnten wir stundenlang ausharren.
Was kann man noch tun, außer Nutellabrote essen und in die Gegend starren? Uwe konnte lesen, Ruth Vögel fotografieren. Die gefiederten Freunde ließen uns nicht im Stich. Große Scharen saßen in den umliegenden Büschen, und beim genaueren Hinsehen ließen sich viele verschiedene Arten unterscheiden. Und wir konnten genauer hinsehen. Wir hatten ja Zeit! Nur mit der Bestimmung hapert es noch ein bisschen. Hier brauchen wir eure Hilfe.

Lerchenammer (Lark-Like Bunting)

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Granatastrild (weiblich)

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Maskenbülbül

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Rostsperling (Great Sparrow)

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Maskenweber (weiblich)

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Blutschnabelweber (Schlichtkleid, Red-billed Quelea)

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Granatastrild (männlich)

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Maskenweber (weiblich)

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Teil 3710. Jan. 2014
Als die ganze Vogelschar mehrfach im Bild festgehalten war (den einzigen spannenden Augenblick, in welchem sich ein Falke einen unvorsichtigen Sperling – vielleicht war es auch ein Taube – gegriffen hatte, hatten wir auf Grund der enormen Schnelligkeit des Raubvogels leider verpasst 🙁 ), kam es zum vorläufigen Highlight. Ein einzelner Impalabock näherte sich dem Wasserloch, traute sich aber doch nicht zu trinken. Kein Wunder! Bestimmt war der Leo schon im Anmarsch. Impalas haben da ja ein untrügliches Gespür. Ruth übrigens auch! Nach mehreren unschlüssigen Versuchen, das Wasser zu erreichen und weiteren 15 Minuten Wartezeit, entschied sich das Impalamännchen, dass es doch nicht so durstig sei und verschwand wieder im Gestrüpp.
Tja, was tun? Man kann sich ja mal Gedanken machen, wie solch Leopardenhäufigkeiten für ein Wasserloch zustande kommen. Mittlere Wahrscheinlichkeit, also eine Anwesenheit von 8-21 Tage pro Monat anwesend (steht so in unserem schlauen Buch), bedeutet ja auch, dass noch einige Tage im Monat übrig bleiben, an denen der Leo dort nicht erscheint. Mmmh?! Und überhaupt: Hat an jedem Wasserloch einen Monat lang jemand rund um die Uhr im Auto gesessen und Strichliste geführt: Leo da, Leo nicht da? Also von 8.20 Uhr bis 11.40 könnten wir den Part übernehmen: Leo nicht da. Hatte was Besseres zu tun! Uwe kam übrigens immer vehementer zu dem Entschluss: Wir auch! Schließlich hatte er dem Herrn Leo eine großzügige Verspätung von gut 50 Minuten zugestanden, sich mit einem Haufen Federvieh (die acht Perlhühner seien an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich erwähnt) und einem aquaphobischen Impala begnügt und war nun einmal mehr der Meinung, Bücher mit irgendwelchen fadenscheinigen Tipps gehören in die Tonne. Wenigstens ein Zebra musste nun her, von ihm aus auch ein Gnu. Und die Leoparden-Sichtungs-Taktik wäre sicherlich auch noch ein wenig zu überarbeiten. Aber nur ein wenig, denn bestimmt war der Leopard in dem Moment, als wir ins Nutellabrot bissen und unser Müsli löffelten, so schnell und so geschickt herangeschlichen, dass wir ihn gar nicht bemerkt hatten. Hier noch ein Zitat aus unserem „Expertenführer“ zum Wasserloch Nuamses: „Elefant, Löwe und Steppenwild, wie Zebra und Streifengnu, können hier beobachtet werden. Leopard erscheint hier auch relativ häufig [..]“
Also verließen wir die spannungsgeladene Szenerie um Nuamses und fuhren auf der Hauptstraße Richtung Westen.
Juhu! Tiere!

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Nach Rietfontein (Zebras) und Salvadora machten wir einen Toilettenstopp. Anschließend ging es nach Gemsbokvlakte. Dort waren viele Springböcke, Zebras und ein paar Schakale. Wir fuhren noch einmal zu der Stelle, an der gestern die Löwen mit dem Zebra gelegen hatten. Nun fanden wir dort nur noch einen Ohrengeier und ein paar Schakale, die sich um den letzten Fetzen stritten.
Der letzte Stopp vor Okaukuejo war das Wasserloch Nebrowni. Dort standen die bekannten weißen Elefanten und einige Springböcke. Eine Gruppe Strauße wollte gern zum Wasser, wurde von den Elefanten jedoch zurückgescheucht. Diese tranken, spritzten mit Wasser und hatten sichtlich Spaß, die Pampe so richtig aufzuwirbeln.

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Zwischendurch wurde ein wenig gerangelt und sich hin- und hergeschoben.

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Hier wurde uns wirklich viel geboten. Was uns jedoch sehr störte, waren die Touristen um uns herum. In jedem Auto wurde in normaler Lautstärke gesprochen. Niemand nahm Rücksicht. Statt der Natur hörten wir nur Leute, die sich unterhielten, teilweise auf den Autos sitzend über die Dächer der dazwischen haltenden Fahrzeuge hinweg. Sind wir so spießig? Keinen schien es zu stören. Nach der Ruhe in den Nxai Pans und im Moremi nervt uns hier das Geschnatter und Geplapper zunehmend – fürchterlich! 😠
Als es uns zu viel wurde, fuhren wir ins Camp. Dort mussten wir eine Dreiviertelstunde in der Schlange warten, um unseren Campingplatz zu bekommen. Aber im Warten sind wir gut.
Leider lag die Campsite zwischen großen Reisegruppen, die dauernd über unseren Platz liefen. Wir versuchten noch zu tauschen, erhielten aber eine Absage. Alle anderen Plätze seien schon belegt. Nun hoffen wir, dass wir morgen einen ruhigeren Platz bekommen. Wir duschten, Ruth schnippelte Salat, und Uwe machte im Kühlschrank sauber, weil etwas Blut aus der Fleischtüte ausgelaufen war. Schließlich schafften wir es gerade noch rechtzeitig, zum Sonnenuntergang ans Wasserloch zu kommen.
Zum Abendessen grillten wir Oryx-Steaks und Foliengemüse. Dazu gab es Salat. Wir beeilten uns mit dem Spülen, um uns noch ans Wasserloch zu setzen. Dort war jede Menge los. Zwei Spitzmaulnashörner wateten durchs Wasser und schoben sich ein wenig hin und her. Ein paar Löwen liefen umher, entfernten sich aber, als eine große Elefantenherde aus der Dunkelheit erschien. Es wurde ein wenig trompetet und das Wasserloch besetzt. Sogar die Nashörner liefen aufgeregt durcheinander.

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Nach den Elefanten kamen fünf Giraffen, die sehr vorsichtig anfingen zu trinken. Es waren sehr viele Leute am Wasserloch und erfreulicherweise auch recht ruhig. Na bitte, es geht doch!

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Als wir müde wurden, gingen wir zum Auto zurück. Durch die Dunkelheit schlichen einige Schakale und plünderten die Mülltonnen. Unsere hatte weder einen Deckel noch sonst eine Sicherung gegen die kleinen Räuber. So schepperte und klirrte es ohne Pause, bis sämtliche Abfälle durchwühlt waren.

Kilometer: 133
Teil 3811. Jan. 2014
Dienstag, 6. August 2013 – Rund um Okaukuejo

Okaukuejo, Etosha

Das Frühstücken am Wasserloch hatte uns gefallen, und so wiederholten wir das Prozedere: Kaffee kochen und Müsli vorbereiten. Die Tierausbeute an diesem Morgen war jedoch mehr als mau. Wir fuhren nach Nebrowni, Gemsbokvlakte, Olifantsbad und Aus.

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Dort machten wir Pause und frühstückten. Nach einiger Zeit des Wartens nahmen wir dieselbe Strecke zurück bis Gemsbokvlakte, dann weiter in südlicher Richtung bis Ombika. Auf dieser Straße sahen wir in großer Entfernung eine Giraffenherde mit einem Jungtier.

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Da auch in Ombika nichts los war, fuhren wir zurück nach Okaukuejo und tauschten den Campingplatz. Dann setzten wir uns eine Stunde ans Wasserloch unter das große Siedelwebernest

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und machten 600 Fotos. Hier ist das Ergebnis:

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Es war ein ruhiger Nachmittag. Uwe schrieb Postkarten. Zwei Stellplätze weiter traf ein junges deutsches Pärchen ein, und Ruth kam – wie Frauen so sind – sofort mit Sonja und Florian ins Gespräch. Sie sind seit einer Woche in Namibia und fahren noch bis zum Kunene.
Am Nachmittag fuhren wir noch eine Runde bis Okondeka, wo Giraffen, Strauße, Springböcke und Oryx zu sehen waren.

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Zum ersten Mal konnten wir nach Adamax fahren. Diese Straße war in früheren Jahren immer gesperrt gewesen. Nun kamen wir weiter in den Nordwesten. Entlang des Weges liefen immer wieder kleine Gruppen von Springböcken. Plötzlich entdeckten wir eine Staubfahne und darunter ihre Verursacher: Zwei Honigdachse wühlten in der Erde. Leider waren sie sehr weit entfernt und immer wieder durch Büsche verdeckt, so dass wir sie nur mit dem Fernglas erkennen konnten.
In Adamax gab es kein Wasserloch, und so fuhren wir sofort weiter nach Süden Richtung Leeubron. Dort schlich ein Schakal durchs Gebüsch, und Springböcke liefen herum.
Zurück in Okaukuejo bereiteten wir das Abendessen vor und zündeten das Feuer an.

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Zum Sonnenuntergang gingen wir kurz zum Wasserloch.

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Dann grillten wir das letzte Fleisch von Maori: zwei dicke Steaks vom Gnu. Dazu gab es Salat und Folienkartoffeln. Es schmeckte hervorragend, besonders das Fleisch war perfekt. Nach dem Spülen packten wir unsere Fotoausrüstung und marschierten zum Wasserloch. Es gab noch eine freie Bank für uns.
Zunächst war nichts los, dann kamen die Spitzmaulnashörner. Irgendwann waren neun von ihnen gleichzeitig um das Wasserloch verteilt.

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Zwischenzeitlich kamen auch zehn Giraffen zum trinken. Es war sehr beeindruckend. Als wir zu müde wurden, gingen wir schlafen.

Kilometer: 183
Teil 3912. Jan. 2014
Mittwoch, 7. August 2013 – Olifantsbad

Okaukuejo, Etosha

Und wieder begann ein Tag in Okaukuejo. Wir standen ein bisschen später auf, da wir gestern Morgen kaum Tiere im Park gesehen hatten. Heute änderten wir erneut die Taktik. Anstatt zu einem verwaisten Wasserloch zu fahren und dort auf Tiere zu warten, fuhren wir einfach zu einer Wasserstelle, an der schon etwas los war. So führte uns der Weg wieder nach Nebrowni, dann nach Gemsbokvlakte und schließlich nach Olifantsbad. Als wir dort ankamen, sahen wir gerade, wie ein Löwe vom Wasserloch wegging. Wir vermuteten, dass er ein Stück weiter die Straße kreuzen würde und brachten uns in Position. Aber er tauchte dort nicht auf. So fuhren wir wieder zurück und entdeckten ihn oberhalb des Wassers unter einem Baum liegen. Er war recht weit entfernt, aber das Warten mit Löwe ist besser als Warten ohne Leopard. Heute wird es also ein wenig löwenlastig.
Nach einiger Zeit sah Ruth zwei weitere Löwen oberhalb der Wasserstelle vor einem umgestürzten Baum schlafen.

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Irgendwann kam eine Löwin zu den beiden, nahm einen der Herren mit und ging zur Wasserstelle.

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Die beiden tranken, zankten ein wenig, und dann legte sie sich auf die Pumpstation unter das Solardach. Er blieb im Schatten davor.

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So verging einige Zeit. Die Antilopen, die zum trinken kamen, hielten inne, als sie die Löwen bemerkten und stießen Warnrufe aus.

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Es waren viele Impalas, Kudus, Kuhantilopen und Oryx an der Wasserstelle. Zwischenzeitlich landete ein Kampfadler, und ein Perlkauz saß für einige Zeit auf einem Ast in der Nähe.

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Viele andere Autos kamen und fuhren. Aus einem großen Safaribus stiegen zwei Gäste auf der dem Wasserloch abgewandten Seite aus und machten eine Zigarettenpause. Wir wunderten uns, warum der Fahrer seine Gäste hier aussteigen ließ. Abgesehen davon, dass die Löwen in der Nähe lagen, ist es verboten. Und der nächste Picknickplatz ist nur wenige hundert Meter entfernt.
Gegen Mittag, nachdem wir vier Stunden ausgeharrt hatten, fuhren wir zurück ins Camp, sicherten Fotos und duschten. Dann unterhielten wir uns wieder mit Sonja und Florian vom Nachbarcampingplatz und verabredeten uns zum Abendessen.
Teil 4012. Jan. 2014
Der Nachmittagsgamedrive führte uns selbstverständlich wieder nach Olifantsbad. Dort standen nun noch mehr Autos als am Vormittag. Die Löwen hatten zwischenzeitlich ihre Position gewechselt, waren aber immer noch in der Nähe des Wassers.

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Die anderen Tiere waren mittlerweile so durstig und die Löwen immer noch so träge, dass unter der Aufsicht des Löwenpärchens getrunken wurde, jedoch nur so lange, bis eine der Katzen selbst ans Wasser ging.

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Auf dem Parkplatz wurde permanent wild rangiert, die Leute kletterten auf ihre Autos und verursachten viel Lärm. Es war kaum auszuhalten. Wir versuchten, uns auf die Löwen und anderen Tiere am Wasserloch zu konzentrieren und den menschlichen Terror auszublenden. 😠

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Die Löwen legten sich schließlich für uns gut sichtbar auf eine mit Elefantendung weich gepolsterte Stelle. Wann immer sich ein Männchen dem Weibchen näherte, bekam er von ihr einen Prankenhieb auf den Kopf. Dennoch wichen sie nicht von ihrer Seite. Die anderen Männchen kamen auch nach und legten sich dazu.

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Zum Sonnenuntergang waren wir wieder im Camp. Zuvor hatten bei Gemsbokvlakte ein paar Giraffen sehr schön im Abendlicht gestanden.

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Zum Abendessen kochten wir Nudeln, und Sonja und Florian machten eine Soße aus Tomaten, Thunfisch und Spinat. Aufgrund fehlender Absprache hatten wir sogar zwei Salate. Wir unterhielten uns sehr nett mit den beiden und freuten uns, dass sich unsere Reiserouten noch zwei weitere Male überschneiden werden.
Als wir die Elefanten am Wasserloch grollen hörten, gingen wir hinüber. Ein paar Nashörner und Elefanten waren da, später kamen noch Giraffen. Lange hielten wir es jedoch nicht aus, da es schon spät war. Wir spülten das Geschirr und krabbelten ins Zelt.

Kilometer: 103
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