Kein Dank an der Verursacher

10 Antworten · 2'896 Aufrufe · gestartet 11. Dez. 2013 von lambadaman
Antworten
Themenstarter49 Beiträge · seit 201211. Dez. 2013 · #1
Hallöchen,
ich lebe z.Z. in Namibia und fahre gelegentlich auf Gravelroads. Natürlich lese ich von den Unfällen die im Land geschehen und bin allgemein eher zu vorsichtig als offensiv beim Fahren.
Vergangene Woche hatte ich eine Dienstfahrt von Walvis nach Lüdewritz zu absolvieren. Ich wollte gerne mit einem PKW fahren, anstatt ab Windhoek zu fliegen. Also mietete ich mir einen Wagen. Ein sehr kleines Auto sollte es sein, wurde dann aber Dank Europcar doch ein VW Polo. Erste Übernacht Station: Capricorn Rest Camp, ca. 317 Km von Walvis Bay entfernt. Um 09.00 Uhr fuhr ich von Walvis in Richtung Vogelfedersberg, dann Kriess de Rus. Im Rostock Rietz dann eine Pause von einer guten Stunde.Essen, Trinken, plaudern und planen. Sehr nette Chefin und - deutschsprachig- im Übrigen. Dann, um 14.00 Uhr weiter zu meinem Ziel Capricorn Rest Camp. Im Internet vorgebucht. Mal hier und mal dort geschaut. Immer hübsch meine 50- 60 Km/h gefahren ohne Probleme. Dann auf Kilometer 260 hinter Walvis Bay. Ein Buggyfahrer verliert die Kontrolle über sein Auto, schießt quer über die Fahrbahn auf mich zu und streift mich mit irgendwas an der Fahrerseite und Heckseite. Ein Knall und ich finde mich auf Steinen, jenseits der Fahrbahn, mit laut aufjaulendem Momtor. Das Gespedal noch getreten. Was dann passierte, geschah wie in einem Film. Ich sah, dass ein Reifen papp war und lud den Kofferraum aus, ersetzte das kaputte Rad. Dann versuchte ich rückwärts zu fahren, über meine ganze Habe hinweg. Als es nach einigen Metern nicht weiterging, ging an die Strasse und winkte 3 vorbeifahrenden PKW zu. Allesamt Urlauber mit Dachzelten. Niemand hielt an! Nach einer halben Stunde, an die ich mich kaum erinnere, hielt plötzlich ein Wagen mit einer Color- Familie. Ich hatte genug Wasser im Auto- klar- doch sie gaben mir erst mal zu trinken und der Mann kümmerte sich um meine Auto. Erst jetzt bemerkte ich, dass auch das Vorderrad papp war. Kein Problem, ich hatte zum Glück einen 2. Ersatzreifen mit dabei. Der Mann wechselte den 2. Reifen, dann räumten er, seine Frau und die Kinder die größten Steine aus dem Weg und fuhr meinen Wagen wieder zurück auf die Strasse. Sein Rat, einige Zeit zu ruhen und dann langsamst weiterzufahren, nahm ich gerne an. Mit weniger als 40 Km fuhr ich dann zu dem Restcamp. Der Besitzer, ein Deutscher, telephonierte, mailte für mich und regelte für mich alle Dinge mit dem Verleiher. Am nächsten Tag war ein neues Auto am Ort. Herzlichsten Dank dem Owner des Capricorn Restcamps für seine wahnsinnig tolle Hilfe. Ohne ihn wäre ich hilflos aufgeschmissen gewesen! Dank Dir Capricornchen!!!
Allen Touris, die stolz an mir vorbeizogen nach dem Motto, was geht uns das an, wünsche ich nicht, dass sie in eine ähnliche Lage kommen. Aber sie sollen wissen, wie wenig Verständnis ich für solch Verhalten habe!
Dass sich mein Wagen nicht rollte, mag an der geringen Geschwindigkeit gelegen haben. Immerhin 260 Km in 7 Stunden gefahren, dazu eine Stunde Pause. Das ist wahre Schneckenraserei!
Nun hoffe ich nur, dass die Versicherung gut genug ist, um den Schaden zu übernehmen. Der Unfallverursacher, wahrscheinlich ein Farmangestellter hinterließ eine Plastikstange, mit der er mich rammte und eine Plastikschale des rechten Kotflügels. Ansonsten nichts! Fahrerfliucht, wie leider so oft. Die Polizei in Maltahöhe vermutete Alkohol am Steuer ( des Buggys) als Ursache des Unfalles.
Ich kann nur 2 Dinge an alle Fahrer appelieren: Fahrt langsam! Das schützt nicht vor einem Unfall, aber es hilft zu überleben. Das 2.: Glaubt nicht, dass jeder Unfall gestellt ist und ein Verbrechen nach sich zieht! In den Weiten des Landes ist dies wohl vielleicht weniger wahrscheinlich, als dass es sich um ein echtes Unglück handelt!
Gruss von Lambadaman
223 Beiträge · seit 201312. Dez. 2013 · #2
Hallo Lambadaman,

es tut mir echt leid, was dir passiert ist und hoffe, daß es finanziell für dich gut ausgeht!

liebe Grüße
Silke
leben und leben lassen 4 Wochen Namibia 2009 3 Wochen Namibia 2010
2'530 Beiträge · seit 201112. Dez. 2013 · #3
Sorry to hear Lambadaman.

Ich finde es auch schade das heute immer weniger halten wenn jemand in Not ist.

Aber das Du zwei Ersatzreifen dabei hattest find ich super.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
1'680 Beiträge · seit 200712. Dez. 2013 · #4
es tut mir leid für dich Lambadaman
Cruiser schrieb:
Ich finde es auch schade das heute immer weniger halten wenn jemand in Not ist.
das ist aber kein Vorrecht der Urlauber, das können Locals "genauso gut" - so unsere Erfahrung im letzten Jahr - wir standen auch mit einem Platten auf der Strasse, aber anstatt mal anzuhalten, wurden wir noch "freundlich behupt" - nach 15 Autos und LKWs habe ich aufgehört zu zählen 😵 😣
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
7'296 Beiträge · seit 200612. Dez. 2013 · #5
Cruiser schrieb:Ich finde es auch schade das heute immer weniger halten wenn jemand in Not ist.
... kein Wunder.
Wie oft hat man hier im Forum denn schon gelesen, bei Pannen und Unfällen sicherheitshalber besser nicht anzuhalten und weiterzufahren, weil das fingiert sein könnte. An die Tipps halten sich nun halt Viele.

Ich habe früher immer angehalten und geholfen, wenn jemand mit Panne am Straßenrand stand. Das mache ich weitgehend immer noch mit Ausnahme von deutschen Autobahnen. Da ist es mir vergangen ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast12. Dez. 2013 · #6
Gut, dass du so angepasst gefahren bist, somit hast du dir Schlimmeres ersparen koennen.
lambadaman schrieb: Ein Buggyfahrer verliert die Kontrolle über sein Auto, schießt quer über die Fahrbahn auf mich zu und streift mich mit irgendwas an der Fahrerseite und Heckseite.
Du meinst sicher einen Bakkie? Ein Buggy waere mehr was fuer den Strand.. 😉
lambadaman schrieb:Nun hoffe ich nur, dass die Versicherung gut genug ist, um den Schaden zu übernehmen.
Sollte schon. Du hattest ja Kontakt mit einem beweglichen Objekt. Da sollte es eigentlich kein Problem geben.

lg
WoMa
Gast12. Dez. 2013 · #7
Hallo,

wie auch Wolfgang schon schrieb, finden sich sowohl beim Auswärtigem Amt als auch in diversen Reiseführern Empfehlungen, eher nicht anzuhalten.
«Es kann sein, dass Sie abgelenkt oder getäuscht werden sollen, um einen Überfall zu ermöglichen. Halten Sie im Zweifel nicht an, sondern verständigen Sie die Polizei (10111).»
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/NamibiaSicherheit.html?nn=352424#doc352348bodyText1

Die Kehrseite ist dann ggf. "Unterlassene Hilfeleistung". 🙁

Beste Grüße

Guido
582 Beiträge · seit 201012. Dez. 2013 · #8
Also ich hab noch von keinem Fall gehört, dass Menschen, die eindeutig nach Touristen aussehen und eine Panne haben, diese vortäuschen, um Leute auszurauben..... 🙂

Sonnige Grüße
Volker
Planungshilfe und Buchungen von Mietwagen, Unterkünften und Aktivitäten ohne zusätzliche Kosten. www.magic-vibes.de
zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2013
5'479 Beiträge · seit 200912. Dez. 2013 · #9
Da setzt Du jetzt aber schon Transfer-Leistungen bei den vorbei fahrenden Menschen voraus. 😗 😎
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2'530 Beiträge · seit 201112. Dez. 2013 · #10
Cruiser schrieb:SIch finde es auch schade das heute immer weniger halten wenn jemand in Not ist.
Ich hatte auch nicht erwähnt, ob Locals oder Touris! 😗

Auf Gravel halte ich immer an und frage nach ob alles OK, so auch im letzten Dezember/Januar 5 mal um beim Reifenwechsel und Pumpen zu helfen!

Natürlich achte ich auch auf die Umstände, man kennt sich ja aus, hoffe ich jedenfalls! 😉
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
zuletzt bearbeitet 12. Dez. 2013
3'175 Beiträge · seit 200612. Dez. 2013 · #11
ihr braucht nicht denken , dass jeder bei Locals anhaeltund da meine ich andere Locals.

Vor ein paar Wochen fuhr ich mit einem Auto und Mutsel hier aus dem Forum mit zwei Autos zusammen von Mavunje nach Kongola.
Da sah ich, der ich voran fuhr, einen weissen Corolla mit 5 Local Men die ein Problem mit ihrem Auto hatten. Platter Reifen aber kein Wagenheber.

Wir hielten an und gaben ihnen den Wagenheber.

Da war die Freude gross, denn sie standen schon seit fast zwei Stunden und keiner Ihrer Brueder hatte angehalten.

Also das passiert jedem

und jedesmal wenn ich den Fahrer in Katima treffe gruesst er mich ueberschwenglich.

Das macht Laune 🙂

gruss aus Katima
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt