TAtangoThemenstarter4 Beiträge · seit 201304. Dez. 2013 · #1Hallo,
ht jemand einen Tip auf welcher Lodge oder Farm (nicht im Süden) mein Mann seinen langgehegten Wunsch
einmal einen Geparden ganz aus der Nähe zu streichel - in die Tat umsetzen kann. Ob dies auf der Hammerstein-Lodge
möglich ist, wissen wir nicht.
Ein paar Tipps wären prima.
Danke
marc21191 Beiträge · seit 200704. Dez. 2013 · #2Hallo Tango
Im Zirkus Nikulin in Moskau während der Pause 🙂
Wieso nur möchtest Du Wildtieren streicheln ????
Gruss
Marc21
Jambotessy2'610 Beiträge · seit 200704. Dez. 2013 · #3Hallo Tango,
es klappt schon einmal auf Farmen, wo verletzte Tiere wieder hochgepäppelt werden. Harnas wäre auch eine Möglichkeit und es gibt ja auch einen "Harnas" Ableger in der Nähe von Windhoek (Name ist mir entfallen). Da könntest du anrufen und nachfragen.
Grüße
Jambotessy
P.S. Marc21. Es ist der Ehemann, der sich dafür interessiert. Tango fragt freundlich und ich denke sie hat es verdient, dass man ihr auf freundlich antwortet und nicht provoziert.
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
Topobär5'479 Beiträge · seit 200904. Dez. 2013 · #4Wir waren auf der Otjitotongwe Farm in der Nähe von Kamanjab. Wir waren begeistert. Bilder kannst Du in meinem aktuellen Reisebericht sehen.
@Marc21:
Geparden werden schon seit rund 3.000 Jahren erfolgreich domestiziert. Bei den Geparden zum Streicheln handelt es sich eben nicht um Wildtiere, sondern um Haustiere. Außer der Größe gibt es da keinen Unterschied zur normalen Hauskatze.
Serengeti354 Beiträge · seit 201004. Dez. 2013 · #5Völlig richtig Marc,
ich fall da auch immer in ne Krise 🙁
Lions walk, Geparden streicheln 😈
Gruß aus der Serengeti
NONOGRILA1'794 Beiträge · seit 201304. Dez. 2013 · #6Hallo tango, neben Otjitotongwe wo das sehr gut möglich war und richtig schön und auch das essen war sehr lecker, nur die Atmosphäre hat uns nicht so gut gefallen, daher empfehle ich max.1Nacht, haben wir auf Aloe Grove einen Geparden gestreichelt und das beste Game von ganz Namibia gegessen und auch die Farmrundfahrt war interessant und wandern kann man auch gut ganz dicht an Giraffen ran,Löwen und einen Leo gibt es auch und einen tollen Rundblick!
SATZENDE 😮 !
Dann gabs noch einen 3-beinigen Geparden auf Düsternbrook der besser Fußball gespielt hat als wir mit 2 Beinen 😉 !
LG NOGRILA
Otjikoko2'349 Beiträge · seit 200904. Dez. 2013 · #7Hallo tango,
eigentlch sollte man aus Respekt gegenüber diesen Tieren keine Farmen besuchen, wo so etwas gemacht wird... Streicheln meine ich. Ständig kommen Touris und streicheln die Katzen... Das ist nicht so toll....
Der wahre Wildterfreund streichelt nicht, da die Tiere so weng Kontakt zu Menschen wie möglich haben sollten - auch in Gefangenschaft! Streicheln und Berühren lehen die meisten hier im Forum ab...
Aber in der Nähe von Kamanjab (z.B. möglich auf dem Weg von Twyfelfontein oder Vingerklippe nach Etosha) gibt es die Otjitotongwe Cheetah Guestfarm, wo man das machen kann. Dort gbt es SEHR viele Geparde!
Vorbuchen unbedingt erforderlich - auch und gerade Tagesbesuche! Die Tour findet nachmittags um feste Uhrzeiten statt. Es ist eine ca. 60min.-Tour: 15min. die "Zahmen" streicheln und 45min. Fahrt auf dem offenen Pick Up zu den Wilden, de gefüttert werden. Allerdings natürlch auch iin einem großen Gehege.
Auf Hammerstein (dort gibt es aktuell 2 Geparde) erlauben die das in der Regel Streicheln nur, bei Sympathie euch gegenüber und , wenn keine größeren Gruppen oder andere Gäste dabei sind. Bus-Gruppen die auf die Geparden einstürmen.... Ist nicht toll, oder??? :So viele Gerüche und Menschen, Seifengeruch, Rückstande und Geruch von Sonnencreme, etc. an den Händen ... 🙁
Gesetzlich erlaubt ist es eigentlich nicht in Nambia, dass man Touristen Raubkatzen anfassen lässt. Hauptsächlich zum Schutz der Tiere, aber auch der Menschen.
LG, Otji
Sanne2'462 Beiträge · seit 200604. Dez. 2013 · #8Topobär schrieb:
Geparden werden schon seit rund 3.000 Jahren erfolgreich domestiziert. Bei den Geparden zum Streicheln handelt es sich eben nicht um Wildtiere, sondern um Haustiere. Außer der Größe gibt es da keinen Unterschied zur normalen Hauskatze.
Nur weil es Wildtiere gibt, die man domestizieren kann, muss man sie noch lange nicht von Touristen streicheln lassen. Im Übrigen mag die "normale" Hauskatze in der Regel auch nicht von jedem angefasst werden. 😗
Und falls jetzt noch das "Schnurr-Argument" kommt: Katzen schnurren nicht nur aus Wohlbefinden, sondern durchaus zur eigenen und Fremdberuhigung... frei nach dem Motto: "tu mir nichts, ich tue Dir auch nichts"... 🙁
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200604. Dez. 2013 · #9Leider sind Grosskatzen in Gefangenschaft ein Prima Koeder um Gaeste anzulocken, sei es zum Streicheln oder gaaaanz tolle Fotos zu machen. Das bei manchen 3 Promille wieder ausgewildert werden...nicht wirklich beeindruckend.
Besser waere es mit den Spendengelder einen Fonds einzureichten, aus dem Farmer entschaedigt werden, wenn etwas gerissen wird. Dann koennten die wilden Tiere wilde Tiere bleiben.
Unsere HAUSkatzen auf der Farm haben sicher mehr Auslauf als die WILDEN Grosskatzen auf den Streichelfarmen.
Ich liebe diese Tiere, aber ich will sie in Freiheit sehen. Da wo sie hingehoeren! Auch wenn es dann nur wenige Male im Leben passiert und mehr als 3 Meter Abstand sind.
LG aus Windhoek
Jens
Topobär5'479 Beiträge · seit 200904. Dez. 2013 · #10Da muss ich den Angaben von Otji wiedersprechen. Wir waren ohne Voranmeldung auf Otjitotongwe. War kein Problem. Die Tour dauerte gut 2h, wovon lediglich 30 min. auf die Fütterung der wilden Geparde entfallen. Den Rest haben wir bei den zahmen Geparden verbracht. Das die Meisten hier im Forum das streicheln von zahmen Geparden ablehnen halte ich für eine gewagte These.
Sanne schrieb:Topobär schrieb:
Geparden werden schon seit rund 3.000 Jahren erfolgreich domestiziert. Bei den Geparden zum Streicheln handelt es sich eben nicht um Wildtiere, sondern um Haustiere. Außer der Größe gibt es da keinen Unterschied zur normalen Hauskatze.
Nur weil es Wildtiere gibt, die man domestizieren kann, muss man sie noch lange nicht von Touristen streicheln lassen. Im Übrigen mag die "normale" Hauskatze in der Regel auch nicht von jedem angefasst werden. 😗
Und falls jetzt noch das "Schnurr-Argument" kommt: Katzen schnurren nicht nur aus Wohlbefinden, sondern durchaus zur eigenen und Fremdberuhigung... frei nach dem Motto: "tu mir nichts, ich tue Dir auch nichts"... 🙁
Vorausschicken möchte ich, dass ich mit Katzen aufgewachsen bin und weiss, wie sich die Tiere verhalten.
Ich habe den Eindruck, dass hier eine falsche Vorstellung davon herrscht, wie das mit den zahmen Geparden abläuft. Wenn man hier so manchen Post liest, hat man den Eindruck, dass die Geparde gegen ihren Willen gestreichelt werden. Das war zumindest auf Otjitotongwe in keiner Weise so. Das Areal mit dem Farmhaus ist riesig und es gibt zahllose Möglichkeiten für die Katzen, sich zurückzuziehen. Wenn die keine Lust haben, werden sie null gestreichelt. Die Realität sah dann aber ganz anders aus. Bereits als wir vor dem Zaun warteten, kamen die Geparden neugierig an und beobachteten uns von der anderen Seite. Kaum waren wir in dem Areal, kamen sie an und drückten sich einem zur Begrüßung in die Seite, wie man es auch von Hauskatzen kennt. Dabei war interessant zu beobachten, dass sie sich ganz explizit bestimmte Personen aussuchten und andere ignorierten. Die Geparde schienen ein sehr gutes Gespür dafür zu haben, wer an näherem Kontakt interessiert war und wer Angst hatte. Etwa die Hälfte unserer Besuchergruppe hatte Angst oder zumindest großen Respekt vor den Tieren. Diese Besucher wurden von den Katzen fast komplett ignoriert.
Auch Hauskatzen sind bei der Geburt wilde Tiere und müssen erst individuell domestiziert werden. Da unterscheiden sich Katzen ganz grundsätzlich vom Hund.
marc21191 Beiträge · seit 200705. Dez. 2013 · #11Hallo Topobär
Auch wenn Geparde situativ seit 3000 Jahren bei Menschen gehalten wurden sind sie deswegen noch lange nicht domestiziert. Dazu bräuchte es u.a eine lange und kontinuierliche Zuchtlinie. Vor 3000 Jahren wurden allenfalls Geparde gehalten aber nicht gezüchtet. Mit Deiner Argumentation wären alle Wildtiere die in menschlicher Obhut gehalten wurden domestiziert. Dies aber ist eine sehr eigenwillige Definition der Domestifikation. Domestizieren ist nicht die Haltung einzelner Tiere in menschlicher Obhut, sonst wäre auch ich domestiziert 🙂
Das mit dem gestreichelt werden wollen Ist ja ein ähnliches Argument wie die Delphine die sich in Aquarien so gerne streicheln und dressieren lassen.....
Wenn ich dann noch lesen darf, dass Geparde in Gruppen gehalten werden weiss ich nicht ob ich lachen oder weinen soll.
Ich bleibe dabei Wildtiere sind kein Streichelzoo.
LG
Marc21
Tembo.Simba 125 Beiträge · seit 201305. Dez. 2013 · #12Gut ich bin eigentlich auch nicht dafür wilde, freiheitsgewohnte Tiere in Gefangenschaft zu streicheln.
Aber manchmal ergeben sich solche Situationen. Tiere welche aus diversen Gründen nicht mehr ausgewildert werden können. Und mit der Zeit zu "Farmhaustieren" werden. Welche natürlich gestreichelt werden und die Nähe des "Futterbeschaffers" suchen. Natürlich nicht abgeneigt sind, "sich streicheln zu lassen wo es beisst" und den Kontakt suchen.
Ich hatte die Gelegenheit solch ein Erlebnis im "Hoedspruit Endangered Spezies Centre" zu erleben. Und es war ein schönes Erlebnis. Punkt.
Jetzt könnte man ja soviel, darüber schreiben. Aber ich überlasse es jedem Einzelnen sich darüber Gedanken zu machen. Was man soll, oder nicht.
Buona notte
Topobär5'479 Beiträge · seit 200905. Dez. 2013 · #13Hallo Marc,
nach deiner Definition gäbe es gar keine domestizierten Hauskatzen. Außer den Rassekatzen, die meist dem kranken Hirn von Züchtern entsprungen sind, gibt es keine domestizierte Zuchtform von Hauskatzen. Die gewöhnliche europäische Hauskatze entspringt keiner Zucht. Jeder Wurf Hauskatzen muss auch erst einmal an Menschen gewöhnt werden. Selbst wenn die Mutterkatze eine verschmuste Hauskatze ist, übernehmen die Jungen dieses Verhalten nicht. Ich habe einen Großteil meiner Jugend auf einem Gut mit vielen Katzen verbracht. Wenn eine trächtige Katze über Nacht plötzlich abgenommen hatte, haben wir uns sofort auf die Suche nach dem Wurf gemacht, um ihn zu finden solange die kleinen Katzen noch nicht so mobil sind, dass sie weglaufen können. Das war auf einem großen Gut nicht leicht und so haben wir nicht alle Würfe gefunden. Die Katzen, die wir gefunden hatten und von klein auf gestreichelt und auf den Arm genommen hatten, waren später durch die Bank weg zutraulich. Die Katzen aus den Würfen, die wir nicht gefunden hatten, blieben ihr Leben lang ängstlich oder aggressiv gegenüber Menschen. Daran änderte sich auch nichts, obwohl sie von uns genau so gefüttert wurden, wie die zahmen Katzen.
Aus den genannten Gründen handelt es sich auch bei den zahmen Geparden ausschließlich um in Gefangenschaft aufgewachsene Jungtiere. Wenn man unter Zucht die Vermehrung in Gefangenschaft versteht, gibt es also durchaus domestizierte Geparden. Wenn man unter Zucht die Veränderung von Eigenschaften durch gezielte Kreuzungen versteht, stelle ich mal die Frage, warum man das bei Geparden machen sollte. Die Tiere sind perfekt.
Sanne2'462 Beiträge · seit 200605. Dez. 2013 · #14Hallo Topobär,
Es ist aber ein Unterschied, ob Hauskatzen oder Geparde einen Bezug zu ihren Dosenöffnern aufbauen und zutraulich werden oder ob sie damit dann auch zum Touristenkuscheln genutzt werden.
Eine Notwendigkeit für die Geparden gibt es nicht, dass Touristen dafür zahlen, sie anfassen zu können. Das nutzt nur den Menschen.
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
marc21191 Beiträge · seit 200705. Dez. 2013 · #15Hallo Topobär
Vielen Dank für Deine interessante Schilderung Eures Gutes mit den vielen Katzen. Deine Beobachtungen bzgl. der Katzen sind natürlich richtig, obwohl man heute in der Verhaltensforschung noch mehr Details kennt. So ist, wie Ihr dies beobachtet habt, die frühe Prägung mitentscheidend inwiefern Hauskatzen zutraulich werden. Es gibt aber auch andere Faktoren wie z.B. ob bereits die Mütter zutraulich waren. Das innerartliche Verhalten, also ob Katzen miteinander sozial sind oder nicht, hängt hingegen fast nur von den Müttern ab. Katzen welche von Müttern stammen die seit Generationen in Sozialverbänden leben sind deutlich sozialer als andere, die demzufolge eher als Einzelkatzen glücklich sind.
Dies alles hat mit Domestizierung aber wenig zu tun, hier geht es um Tierhaltung. Das Domestizieren der Katzen war vermutlich anders als bei andern Tieren dadurch geprägt, dass die Tiere sich selber dem Menschen angenähert haben. Im Verlaufe der letzten Jahrtausende hat sich die Katze aber deutlich domestiziert, d.h. als Art etabliert die es in der Wildbahn nicht gab und gibt. So haben Katzen z.B. nun Fellfarben, die in der Wildbahn absolut ungeeignet wären. Damit unterscheiden sich Hauskatzen von Wildkatzen! Eine Folge dieser Domestizierung ist, dass die Wildkatze in Europa fast ausgerottet ist, einerseits wegen Kreuzung mit Hauskatzen und andererseits mangels Habitat.
Zurück zu den Geparden. Die Haltung und Zähmung von Geparden bedeutet darum nicht, dass sie domestiziert wurden, es sind zahme Wildtiere. Würden Geparde im grossen Stil gezähmt und bei Menschen vermehrt, würde er sich mit der Zeit sicherlich in Verhalten und Aussehen von der Wildform entfernen. Dies aber birgt die Gefahr, dass die Wildform konkurrenziert wird.
Gerade wenn Du an den Geparden wie sie jetzt sind nichts verändern möchtest sollte man sie darum nicht in Gefangenschaft halten, höchstens zur Artehaltung!
Viele Grüsse und einen schönen Tag
Marc21
Topobär5'479 Beiträge · seit 200905. Dez. 2013 · #16Hallo Sanne,
Du scheinst meine Beiträge nicht zu lesen, oder blendest bewußt einige Argumente aus. 😠
Ich hatte bereits in einem früheren Post geschrieben, dass die Geparden probelmlos den Besuchern aus dem Wege gehen können. Sie werden nicht vorgeführt, sondern kommen aus eigenem Antrieb zu den Besuchern. Wenn Du dort gewesen wärst, hättest Du auch erlebt, dass die zahmen Geparde wie Familienmitglieder auf der Farm leben. So wie Hauskatzen auf einem europäischen Bauernhof - spielen mit den Kindern und Hofhunden.
Es ist auch nicht so, dass bei Otjitotongwe das gesamte Geschäftsmodell auf den Geparden basiert. In erster Linie ist Otjitotongwe eine ganz normale Viehfarm, wie es sie zu hunderten in Namibia gibt. Die Geparden sind nur ein kleiner Nebenerwerb, was sich auch daran zeigt, dass es nur eine einzige Geparden-Tour pro Tag gibt. Das eingenommenen Geld dient in erster Linie für die Futterkosten der 4 zahmen und 12 halbwilden Geparde und zur Kompensation der Viehschäden durch wilde Geparde. Will man den Erhalt wilder Geparde im Farmland Namibia, so muss man auch eine Win-Win Situation für Farmer und Geparde schaffen. Nur aus Tierliebe werden es die wenigsten Farmer hinnehmen, dass Geparde ihr Vieh reißen.
PMPhilip Marlowe243 Beiträge · seit 201105. Dez. 2013 · #17Ich finde eigentlich, dass man anlässlich einer so gezielten Frage, nicht so abschweifend diskutieren sollte.
Und nur auf Geparden als Wildkatzen, die angeblich "böser Weise und nur zum Profit" domestiziert werden, abzuzielen, finde ich auch nicht richtig.
Erstens gibt es hier auch andere Motivationen (z.B. Rettung) und zweitens gibt es auch Farmen, auf den UMSONST gestreichelt werden darf UND der angeschlossene Campingplatz DAZU noch auffallend GÜNSTIG ist, UND, die keine Werbung mit den Streicheleinheiten machen, man auch keine Profitgier unterstellen kann.
Ich erlaube mir, noch folgende Denkanstöße einzuwerfen:
1. Kaninchen, Fische in Aquarien, Meerschweinchen, Hunde, Kanarienvögel, "HAUS"KATZEN
Alle diese niedlichen Haustierchen, werden meist ziemlich UNartgerecht gehalten, jeder freut sich daran und empfindet es als "normal".
2. Halten "wir" die meisten Tiere (Rinder, Schweine, Hühner) unter schier unfassbaren Bedingungen. Diese Tiere werden nicht mal gestreichelt, sondern nur (und davon auch nur die gut verkäuflichen Teile) als günstiges Essen für uns herangezüchtet.
3. Zoos
Die Löwen, die hier einem Winter und einer Enge ausgesetzt sind, den sie nicht kennen. Den Affen, denen nur ein paar Stangen zum Klettern, statt einem ganzen Urwald bleiben...
(Ist natürlich nett, dass es in Zoos noch Tiere gibt, die sonst ausgestorben sind/bald sein werden. Den Tieren oder der Natur selbst, nützt das aber auch nicht.)
Da geht es den hier beschriebenen Geparden doch wohl weitaus besser. Selbst wenn es so wäre, dass sie täglich gegen ihren Willen gestreichelt würden.
Bei den Geparden, die ich in Namibia gestreichelt habe, habe ich bzgl. des Verhaltens auch keinen Unterschied zu Hauskatzen festgestellt. Wenn sie gestreichelt werden wollten, kamen sie an und haben es offensichtlich genossen. Wollten sie nicht oder hatten genug, konnten sie einfach weggehen.. Oft kamen sie aber wieder und forderten mehr oder leckten zur Aufmunterung, weiter zu machen, meinen Arm/Hand. Ich fand das Fell nämlich nicht besonders angenehm zu streicheln, ist es doch wirklich nicht kuschelig. Schlimmer ist allerdings die peelende Zunge 😉
Deswegen, Tango: Wenn ihr es machen wollt, macht es. Ich fand es grandios. Weniger des Streichelns wegen. Ich saß/lag überwiegend einfach nur staunend neben einer der Riesenkatzen und habe es sehr genossen, dieses schöne Tier ausgiebig aus der Nähe betrachten zu können.
Gäbe es farmen, die wilde Geparden einfingen und sie schlagen würden, um sie streichelbar zu machen, würde ich das verurteilen und einen Besuch dort vermeiden. Dies halte ich aber auf Grund des Charakters der Tiere für ausgeschlossen.
Und bevor mich jemand etwas falsches denkt: Auch ich möchte die Wildtiere dort sehen, wo sie hingehören. In der Wildnis. Deswegen fliege ich rund um die Welt und besuche ihre Lebensräume und gehe nicht in den Zoo.
Den Punkt, warum jemand, der ein Haustier besitzt denkt, dass er sich über einen Farmer stellen könne, der ein Gepardenbaby domestiziert hat, habe ich jedenfalls nicht verstanden. 😐
Dass es Hauskatzen und sonstige Haustiere gibt, nützt doch auch AUSSCHLIEßLICH dem Menschen? Und was es da für fiese Zuchtversuche gibt, um die noch niedlicher zu machen oder Rassenkritierien herauszuarbeiten, die letztlich zu anderen Missbildungen, Tumoren und Krankheiten bei den Tieren führen... 😕
Liebe Grüße.. tom
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201305. Dez. 2013 · #18Wozu soll denn die Arterhaltung gut sein?
Schon lange bevor es Menschen gab, starben Tiere aus, die niemand erhalten hat. Zugegeben, heute sterben viele Tierarten wegen des Menschen aus. Aber rechtfertigt das, Tiere in Zoos zu sperren, um die Art zu erhalten? Das dient doch nur dem schlechten Gewissen des Menschen.
Wenn man das Tier fragen würde, so würde es lieber als letztes seiner Art in der freien Wildbahn sterben, als in einem Zoo zu vegetieren, nur um weitere seiner Art zu produzieren.
Ich denke ebenfalls, dass es die "zahmen" Wildtiere in Namibia fast alle wesentlich besser haben als die Tiere in europäischen Zoos.
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
PMPhilip Marlowe243 Beiträge · seit 201105. Dez. 2013 · #19Berg-Eule: Sehe ich absolut genauso wie du!!
Das schlechte Gewissen kommt hier aber meist daher, dass oft WIR für das Aussterben verantwortlich sind. Und nicht Mutter Natur selbst, wie früher.
Liebe Grüße.. tom
GUGuido.Gast05. Dez. 2013 · #20Hallo,
wir waren vor 6 Jahren mal da. Mit einem natürlichen, freien Leben der Geparden hat das da natürlich nichts zu tun und den Geparden in freier Natur nützt die Gepardenfarm wenig. Trotzdem ist ein Besuch da glaube ich vertretbar. Zumindest damals fand ich es glaubhaft, dass es sich bei den zahmen Geparden um von Menschenhand aufgezogene Waisen handelt und bei den Geparden im riesigen Außengehege um Problemtiere von Farmen etc. Alles Tiere, die sonst wohl nicht überlebt hätten.
Dann kommen einem natürlich Parallelen zu den Angeboten mit Kuschel- und Gassi-Geh-Löwen in den Sinn (wo die Löwen später als Anschlussverwendung meistens dem Canned Hunting zugeführt werden). Auch da werden gern rührselige Stories von geretteten Löwenwaisen erzählt. Aber es gibt da doch erhebliche Unterschiede. Die Löwen werden mit 1 bis 1,5 Jahren zu gefährlich und deshalb muss kontinuierlich Löwen-Nachschub kommen. Da ist es unplausibel, dass man immer gerade zufällig passend ein paar Waisen-Löwenbabies zum Retten findet. Die Löwen werden gezielt zum Begrabbeln durch Touristen - also nur zur kommerziellen Ausbeutung - gezüchtet. Ein Gepard hat ein kleines Maul, relativ geringe Beißkraft und ist für erwachsene Menschen kaum gefährlicher als ein großer Hund. Deswegen kann man die auch ausgewachsen noch kuscheln und so ein Gepard wird in Gefangenschaft gern 15-20 Jahre alt. Damit entfällt die Notwendigkeit, permanent und ggf. auf zweifelhafte Weise für Kuschelnachwuchs sorgen zu müssen. Die von Menschen aufgezogenen Waisen sind eben da und das für lange Zeit.
Noch ein paar Aspekte die dafür sprechen, das es doch eher darum geht, ein paar Geparden zu retten bzw. denen ein "Altenheim" zu bieten, als die Tiere nur kommerziell auszuschlachten: Es wird nicht mit Gepardenkuscheln geworben. Da kann man argumentieren, dass das in Namibia ja auch offiziell verboten ist, aber es wurde auch nicht mit Gepardenkuscheln geworben, als es noch nicht offiziell verboten war. Und zumindest damals war es so, dass man auch nicht versucht hat, den Geparden zur Touristenbespaßung und Steigerung der Attraktion noch irgendwelche Zirkusnummern anzudressieren. Auch der eingezäunte Hof ist ein paar tausend Quadratmeter groß und wenn den Geparden ein Mensch stinkt, können sie ihm aus dem Weg gehen.
Am ehesten habe ich noch Bauchschmerzen in der Richtung, dass so ein Projekt andere auf den Plan rufen kann, denen es in keinster Weise um die Geparden geht, sondern die sich bewusst Kuschelgeparden zur ausschließlich kommerziellen Ausschlachtung beschaffen.
Beste Grüße
Guido