ANAnneHThemenstarter34 Beiträge · seit 201308. Nov. 2013 · #1
Liebes Forum,
wir (2 Erwachsene und 2 Kinder) waren in diesem Jahr in Namibia / Botswana unterwegs und wollen im kommenden Jahr, im Juli, Botswana (Start in Joburg) etwas intensiver bereisen. Eigentlich hatten wir vor, einen Trailer zu mieten. Es ist inzwischen leider nicht mehr so einfach, einen zu bekommen - Hochsaison 🙁 . Alternativ überlege ich nun, doch nur Dachzelte plus Bodenzelt zu mieten. Mir ist wichtig, dass ich mit den Kindern in einem "Raum" schlafen könnte, wenn ich wollte. Darüber hinaus könnte man alles überflüssige Zeug tagsüber im Zelt lassen. Wir wollen diesmal immer etwas länger (3 Tage) an einem Ort bleiben. Wie sind denn Eure Erfahrungen mit dem Übernachten in Bodenzelten? Muss man sich da Sorgen hinsichtlich Löwen, Hyänen und Co machen? Wäre super, wenn ich dazu Infos von Euch erhalten würde.
Danke und viele Grüsse Anne
Topobär5'479 Beiträge · seit 200908. Nov. 2013 · #2
Von der Sicherheit her sehe ich keinen Unterschied zwischen Dach- und Bodenzelten. Der Unterschied findet da nur im Kopf der Insassen statt.
Vorteil beim Bodenzelt ist, dass man nicht morgends und abends packen muss, wenn man mehrere Nächte an einem Ort verbringt. Vorteil des Dachzeltes ist, dass man den Innenraum des Fahrzeugs gepäckmäßig entlastet.
Vorteile Bodenzelt - kein Auf- und Abbau bei mehr als einer Nacht an einem Ort - viel mehr Platz - besseres Fahrzeugverhalten (tieferer Schwerpunkt)
Nachteile Bodenzelt: - "gefühlt" etwas weniger Sicherheit - manchmal schwierig, eine steinfreie, ebene Fläche zum Aufstellen zu finden - Bodenzelt und Matratzen kosten viel Platz in Kofferaum/Canopy
Wir sind auch mit Kind unterwegs und wenn wir keine AHA-Canopy haben, bevorzugen wir ganz klar ein Bodenzelt gegenüber dem Dachzelt. Es gibt einige dokumentierte Fälle, in denen beispielsweise Elefanten ein Bodenzelt hochgenommen haben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Falles dürfte etwa einem Sechser im Lotto entsprechen. Das Löwen Menschen aus einem geschlossenen Zelt gezogen haben, kam meines Wissens noch nicht vor. Irgendwo gab es mal Stimmen, laut denen eine Hyäne einem in den Kopf gebissen hat, der mit dem Kopf unmittelbar an der Zeltwand schlief. Keine Ahnung ob das stimmt.
Das Rationale ist generell nur die eine Seite. Viele fühlen sich im Dachzelt eben subjektiv viel sicherer und wenn man im Bodenzelt den ganzen Urlaub kaum ein Auge zu bekäme, ist das Dachzelt objektiv die bessere Option..
Beste Grüße
Guido
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200608. Nov. 2013 · #4
Hallo,
wir haben es einmal im Moremmi erlebt, dass die Elefanten direkt neben unserem Pick-up mit Dachzelt standen und mit Begeisterung die Äste der umliegenden Bäume abrissen und auf ein Bodenzelt, das ca. 20 m neben uns stand, warfen. Ich hätte nicht in diesem Zelt sein wollen.
Ein anderes mal, am Lobo-Campsite in der Serengeti, haben Büffel entschieden, dass das Gras auf dem Campingpatz besser schmeckt als nebenan. Und genau neben unserem Auto mit Dachzelt kaen zwei Jungbullen auf die Idee, miteinander zu kämpfen. Auch da hätte ich nicht in einem Bodenzelt sein wollen.
Der Auf- und Abbau eines Dachzeltes geht doch in 5 Minuten, das dürfte ja wirklich nicht ausschlaggebend sein.
Gruss Beate
ANAnneHThemenstarter34 Beiträge · seit 201308. Nov. 2013 · #5
Hallo Beate, vielen Dank für die Info. Das Problem ist sicher nicht Auf- und Abbau. Wir wollten nur alle zusammen in einem "Raum" schlafen. Und das ist halt mit zwei Dachzelten nicht möglich. Die Idee war: Dachzelt plus Bodenzelt und dann, je nach Campsite, unten oder oben schlafen bzw. mindestens Zeug im Bodenzelt lassen zu können. Vorteil ist vielleicht auch, dass man am Morgen, wenn es noch kalt ist, in einem halbwegs geschützten Raum frühstücken kann. Dennoch, danke noch einmal für die Info.
Gruesse, Anne
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201108. Nov. 2013 · #6
Es kommt auch sehr darauf an welches Zelt, dickes Canvas Zelt oder leichtes Nylon etc. Das Zelt sollte auch groß genug sein sodaß keine Person unmittelbar an die Zeltwand gedrängt wird! In Savuti und Moremi zum Beispiel würde ich etwas vorsichtig sein.
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201208. Nov. 2013 · #7
Lustig fand ich ein Bodenzelt-Erlebnis, als im Nambwa Camp bei Katima das Haus-Hippo sich durch die Zeltwand biß um sich bei einem Zeltbewohner mit in die warme Koje zu legen...Natürlich war der Stretcher auch platt! 🤩 🤩 😄 😄
Wir sind jeweils in Ostafrika wenn möglich mit dem Bodenzelt unterwegs und wir hatten auch schon Tierbesuche, Büffel, Schweine, Hippo's, aber nie im Zelt! 😄 Man muss halt im Bodenzelt und wohl auch im Dachzelt schauen dass keine Esswaren, Leder und Parfümiertes wie Seife usw. drin sind. Allfällige Lederschuhe gehören ins Vorzelt und für's Geschäft in der Nacht sollte man halt eine Piss-Flasche (oder wie ich ein Porta Potty... 😄 ) dabei haben, da rausgehen in der Wildniss nicht so die gute Idee ist. Ich nehme mal an in Botsuana sind die Tiere ähnlich drauf wie in Ostafrika... 😉
Nenette1'309 Beiträge · seit 200908. Nov. 2013 · #9
Hi, als Bodenzelt-Schläferin war ich überrascht, als im Film Africa Safari 3D gezeigt wurde, wie sich Löwen nachts an den Zelten zu schaffen machten. Wir haben uns gefragt, ob die Szene gestellt oder provoziert war. Falls sie es nicht war, dann ist so eine Situation schon eher gruselig und dann möchte ich nicht in so einem Zelt schlafen. Schon gar nicht mit Kindern! Die Löwen haben versucht, das Zelt aufzureißen und das wäre ganz sicher gelungen, wenn die Zeltbewohner sich nicht zur Wehr gesetzt hätten. Viele Grüße, Nenette
Hallo Anne, ich bin bekennender Bodenzeltfan. Ich bleibe gern mehrere Tage an einem Ort und es ist eine gute Erleichterung nicht für jede Pirschfahrt alles einpacken zu müssen. Probleme hatte ich dabei nur einmal mit Pavianen. Ganz wichtig: Ausreichen Wasser und Pinkelflasche (mit Trichter für die Damen) mitnehmen. Wenn Löwen vor dem Zelt liegen kann das einige Stunden dauern, in denen man festsitzt. Im Gegensatz zum Dachzelt könnte man aber noch immer mit dem Auto wegfahren – habe ich so aber nie gebraucht. Und ebenfalls wichtig: Nichts zum Essen ins Zelt, vor allem kein Obst etc. – das kann Elefanten animieren das Obst zu holen. Am Zelt hatte ich schon einiges. Im ersten Zeltjahr 1981 hatte eine weibliche Reisende der damaligen Gruppe den Fehler gemacht das Kratzen am Zelt falsch zu interpretieren und hat dann beim Öffnen des Reißverschlusses der Hyäne kniend direkt in die Fresse geschaut. Auf dem gleichen Zeltplatz habe ich aber auch miterlebt wie eine Dachzeltschläferin von einem Elefanten belästigt wurde, nach dem der Partner zum Pinkeln das Zelt verlassen hatte und der Eingang geöffnet blieb. Der Elefant hat dann sehr interessiert den verbliebenen Inhalt des Dachzeltes abgetastet, was die Schläferin zunächst für die Annäherung des zurückkommenden Partners gehalten hatte…. Selbst hatte ich in über 30 Jahren in Afrika nie ernsthafte Probleme. Elefanten haben auch schon Äste über das Zelt gezogen und Hyänen haben versucht den Kopf unter die obere Zeltabdeckung zu schieben. Der große Vorteil war aber immer, dass viel mehr Platz zur Verfügung steht. Außerdem konnte ich ab den 2000er Jahren im größeren Zelt problemlos stehen, auch ein wesentlicher Unterschied zum Dachzelt. Zuletzt habe ich zusätzlich zu den Matratzen ein Klappbett verwendet, weil mein älterer Rücken das viel besser vertragen hat. Wenn wir komplett mit allen 4 Kindern unterwegs waren, verwendeten wir 2 Zelte, wobei das eine eine Dachzelt-Voerzelt-Kombination auf einem Trailer war. Damit hast du eine Variante, die von jedem die Vorteile beinhaltet, aber das Fahren mit Anhänger auf Schotter und im Sand ist ein Thema für sich. Unsinnig fände ich Zeltmaterial doppelt mitzuschleppen. Also wenn du Auto mit Dachzelt nimmst, dann eben Dachzelt nutzen und nicht noch ein Bodenzelt zusätzlich mitführen. Aber wenn ich die Wahl habe, würde ich immer das Bodenzelt vorziehen. Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Toni_1962256 Beiträge · seit 201208. Nov. 2013 · #11
Ich war in diesem Sommer 5 Wochen in Botswana (eben auch in Savuti, Moremi usw ... ). unterwegs (2 Erwachsene+ 3 Kinder) mit 2 Dachzelten und einem Bodenzelt (von daheim mitgenommen). Wir hatten das volle "Programm": Mehrfach Elefanten nachts am Zelt, 2*Löwen und auch Leoparden auf dem Stellplatz, mehrmals Hyenen und auch Hippos am Ufer 3 Meter entfernt. Dennoch war immer die Diskussion, wer im Bodenzelt schlafen darf, da es geräumiger und bequemer ist und auch das Raumklima besser. Ein Dachzelt war somit komplett ungenutzt dabei! Wichtig ist nur, dass nie Kinder ohne Erwachsene im Zelt sind wegen deren Ängste und wenn ein Kind mal auf "den Topf" muss.
Abgesehen davon: 2 E + 2 K in einem Dachzelt => damit werdet ihr nicht glücklich, das ist zu eng, in diese Enge wollt ihr dann auch noch Kleidung, Schuhe, Taschenlampe, Foto, Bücher ... reinnehmen. Wir haben das mit 3 Personen nur mal einen Nacht ausprobiert ...
Bei Start in Cape Town wüsste ich etwas für Euch wegen eines Camping Trailers . 😄
Ich bin absoluter Bodenzelt Fan. Kids kann man natürlich nicht alleine lassen, is klar.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200608. Nov. 2013 · #14
AnneH schrieb:Muss man sich da Sorgen hinsichtlich Löwen, Hyänen und Co machen?
Hallo Anne,
man sollte darauf achten, nicht dort zu zelten, wo Flusspferde rumlaufen und schon gar nicht auf Trampelpfaden, die von Wild stammen könnten. Flusspferde kommen nachts zum Fressen an Land und wenn sie durch irgendwas erschrecken, rennen sie auf kürzestem Weg zum Wasser. Wenn da zufällig ein Zelt steht, rennen die einfach drüber.
Im Gegensatz zum Dachzelt sollte man auch immer das Moskitonetz schließen, selbst wenn man nur mal kurz vom Zelt weggeht. Schnell hat man nämlich mal 'ne Schlange oder 'nen Skorpion als Untermieter. Dumm, wenn man es dann abends beim Schlafengehen nicht rechtzeitig merkt.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Dazu selbstaufblasbare Isomatten und eigene Schlafsäcke. Das Fluggepäck vermehrt sich, aber das spielt für den Flug keine Rolle, da du dennoch die Freigrenzen nicht überschreiten wirst. Die Ladefläche des Autos wird natürlich voller, aber du wirst auskommen, denn du stoppst ja den Ladeflächhe bis oben voll. Achte nur darauf, dass die Ladefläche eine eigene in sich geschlossene Cab ist, also vom der Fahrerkabine getrennt, damit nichts in den Fahrgastraum fallen kann. Ein Trennnetz bringt meiner Erfahrung nach gar nichts, das ist für die Strassenverhältnisse zu schwach, ein Festgitter ist an sich gut, aber wenn du ungünstig packst, hast du das ewige "Geschäpperer" von hinten. Also: Getrennte Kabine ... 😉
marilou126 Beiträge · seit 201309. Nov. 2013 · #17
Hallo Wir waren im September/Oktober mit 4 Kindern (8, 10, 13, 15) und 2 Bodenzelten unterwegs. Dabei transportierten wir einen Teil des Gepäckes (Zelt, Matratzen, Kochkiste) auf dem Dach. Wir würden es wieder so machen. lieber Gruss, marilou
Giselbert699 Beiträge · seit 201009. Nov. 2013 · #18
Hallo, also jetzt mal ohne sch....., wie verhält man sich am besten, wenn man mal nachts rauß muß? Ich kann ja wohl schlecht in einem 2-Mann-Zelt eine Toilette aufstellen, außerdem nimmt sie als Zusatzgepäck zuviel Platz weg. Wir übernachten im Mai 2014 zum ersten Mal in Botswana im Bodenzelt. Bisher hatten wir in Namibia und Botswana diese Gefahrsituationen nicht. Da wird einem ganz anders, wenn man liest, was alles passieren kann und schon passiert ist. Grüße Giselbert
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200609. Nov. 2013 · #19
Giselbert schrieb:Hallo, also jetzt mal ohne sch....., wie verhält man sich am besten, wenn man mal nachts rauß muß? Ich kann ja wohl schlecht in einem 2-Mann-Zelt eine Toilette aufstellen, außerdem nimmt sie als Zusatzgepäck zuviel Platz weg.
Hallo Giselbert
Du bist halt in der Wildnis, das suchst du ja 😎 … und sollte dein Camp von Löwen belagert werden kannst du nicht raus… und musst dir etwas einfallen lassen. Sonst immer schön mit einem starken Licht die Gegend ableuchten und nach Augenpaaren Ausschau halten… Nachts ist halt viel Betrieb im Busch, das macht die Sache ja auch spannend…
Sonst halt Etosha... dort sind die Camps umzäunt... 🙂
lg Tom
Toni_1962256 Beiträge · seit 201209. Nov. 2013 · #20
Giselbert schrieb:Hallo, also jetzt mal ohne sch....., wie verhält man sich am besten, wenn man mal nachts rauß muß? Ich kann ja wohl schlecht in einem 2-Mann-Zelt eine Toilette aufstellen, außerdem nimmt sie als Zusatzgepäck zuviel Platz weg. Wir übernachten im Mai 2014 zum ersten Mal in Botswana im Bodenzelt. Bisher hatten wir in Namibia und Botswana diese Gefahrsituationen nicht. Da wird einem ganz anders, wenn man liest, was alles passieren kann und schon passiert ist. Grüße Giselbert
Also ich gehe raus ... 😉 Ich leuchte mit der Taschenlampe, ob etwas direkt den Zelteingang belagert, wenn nicht und ich dennoch Bedenke habe, stelle mich neben das Zelteck, ansonsten etwas entfernter VOR den nächsten Busch oder aber auf Freifläche. Manche Camper (Bodenzeltler) fahren nachts mit dem Auto zur Anlage ... etwas nervig sowas ... wirklich schlimm war es in Xaxanakxa und North Gate ...
Überlege mal, wieviel 100te Camper täglich auf den Camps in Wildniss sind, und was passiert denn?