Glücklich erreichen wir die 5 KM lange Zufahrt zum Camp. Und die ist gar nicht so schlimm.
Zwischen Kühen und von Marius angebrachten lustigen Schildern geht es sehr holprig, aber ganz gut zu fahren zum Camp hoch.
Der erste Eindruck ist etwas ernüchternd. Es sieht so etwas wie auf einem einfachen Bauernhof aus.
Auf der Terrasse werden wir von Marius, seiner 2 Monatshilfe..... und den Gästen Erwin, Gitti und Ihrer Tochter Kathi empfangen. Bei einer kalten Cola unterhalten wir uns zuerst etwas schleppend, das sollte sich später grundlegend ändern. An einer kleinen Vorgeltränke kommen Unzertrennliche, Glanzstare und Meyers Parrots zum Trinken. Unser Zimmer Nr. 3 ist zuerst ebenfalls etwas ernüchternd. Wir wussten ja, daß es hier einfach sein soll, ist es auch. Ein kleines Waschbecken, ein kleines Fenster, eine Blechtür und eine Zwischentür mit Fliegennetztfenster und zwei Tische.
Die Duschen sind links im Gebäude. das Wasser wird in den schwarzen Kanistern von der Sonne erwärmt.
Der saubere Plumpsklo ist einige Meter entfernt.
Erwin war viele Wochen auf der Gabus Game Ranch, weil er als Bauingenieur den Bau eines Zementwerkes leitete. Nun hat er seine Familie hierhergerbrcht. Kathi ist mit 24 noch einmal mit den Eltern mitgefahren. Sie verstehen sich prima, eine richtige Bilderbuchfamilie. Nach einigen Gesprächen geht die Sonne langsam hinter den Bergen unter. Man hat wirklich eine schöne Aussicht von hier und es ist bis auf das Surren eines kleinen Windrades und etwas Vogelgezwitscher komplett ruhig.
Dann ruft uns Brigitte zum Abendessen. Im reich dekorierten Aufenthaltsraum sitzen alle um eine gorße Tafel. Der tief gläubige Marius spricht ein Tischgebet, dann gibt es ausgesprochen leckere Hausmannskost. Rinderhackklöpse, exotisch gewürzten Bohnensalat, Reis und Sosse. Bei einigen Windhoek's und einem köstlcihen Nachtisch entstehen muntere Gespräche. Mit Erwin, Gabi und Kathi haben wir echt Glück gehabt. Wir verstehen uns echt gut. Marius mit Worten zu beschreiben ist mir nicht möglich. Er ist schon etwas eigen und eigentlich eher ein Einzelgänger. Trotzdem hat er etwas grundsymphatisches und gerade wir beide verstehen uns auf Anhieb blendend. Mehr möchte ich gar nicht dazu schreiben. Man muss ihn einfach kennengelernt haben. Ein besonderer Mensch ! Dann werden wir im stockdunkeln noch zur Kaninchen und Stachelschweinfütterung geführt.
Da sie Marius die Wasserleitungen angefressen haben, leben nun ein ausgewachsenes und zwei kleine Stachlschweine in Gefangenschaft. Er hat sie mit einem Käfig gefangen. Die Tiere machen sich laut schmatzend über das Fressen her. Die Hasen werden vom großen Schwein ab und zu mit scheppernden Seitwärtsbewegungen weggejagt, kenne das aber schon.
Das zweite kleine wird erst herauskommen, wenn wir weg sind. Dann fallen wir todmüde in unsere doch sehr bequemen Betten. Inzwischen hat es auch angenehem abgekühlt und Dank der Fliegengitter gibt es im Zimmer etwas Durchzug. Wir werden gut schlafen. Der nächtliche Gang zum etwas entfernten Klo ist auch kein Problem.
Teil 2219. Nov. 2013
01.10.2013 Camp Aussicht Himbadorf 1
Da hier Wasserknappheit herrscht, verkneife ich mir die Morgendusche. Gegen 08:00 Uhr treffen wir uns zum Frühstück mit den anderen. Dann geht es mit dem alten Geländewagen von Marius in Richtung Himbasiedlung. Sie liegt etliche Kilometer in Richtung Opuwo.
Ganz gespannt steigen wir zwischen einigen verstreuten einfachen Rundhütten aus.
Marius wird herzlich begrüßt.
Er erklärt uns noch, da wir „Moro“ sagen sollen, das heißt „Guten Morgen“. Etwas schüchtern begrüßen wir die am Boden sitzenden Himbafrauen.
Ein dreckig, westlich angezogener Junge ist besonders scharf auf unsere Fotos.
Nach einigen Minuten hat man den Eindruck, daß das hier wirklich kein Menschenzoo ist. Wir sind für die Himbas genauso eine Abwechslung, wie sie für uns. Diese Menschen leben wirklich so, wie sich sich uns präsentieren.
Die Kinder sind ganz schön wild und besonders scharf auf die Fotos.
Sie wollen an der Hand gehen und wenn ich sie animiere, machen sie Kaspereien. Aber nur, damit sie sich dann gleich die Fotos anschauen können.
Die Zeit vergeht wie im Flug und wir laufen von Familie zu Familie.
Auf einer Decke werden Souvenirs angeboten. Wir kaufen einige Souvenirs.
Am Ende wird noch für uns getanzt und gesungen. Wir sind alle sehr beeindruckt und dankbar. Gut, dass wir uns für Marius entschieden haben.
Die Kinder freuen sich über die Gastgeschenke Maismehl und Zucker.
Bei der Abfahrt gibt er jedem am Weg stehenden Kind ein Stück Kudubiltong.
Teil 2321. Nov. 2013
**** Ergänzung zu Camp Aussicht, bevor es weitergeht ****
Wenn ich mir meine bisherige Beschreibung zu Camp Aussicht mit etwas Abstand noch einmal durchlese, stelle ich fest, dass es zu schlecht wegkommt.
Die Unterkunft ist sehr einfach und sauber. Das besondere hier ist aber gerade die Einfachkeit und vor allem Marius. Von ihm kann man wirklich etwas über die Nutzung von knappen Ressourcen und andere Aspekte des einfachen Lebens lernen.
Man muss nur dazu bereit sein, sich darauf einzulassen und auf jeglichen Luxus zu verzichten.
01.10. + 02.10.2013 Camp Aussicht Himbadorf 2 und Abschied
Einige Kilometer nach Abfahrt aus dem Himbadorf 1 zeigt Marius uns im Busch noch einen von Termiten zerfressenen Baumstamm.
Dann etliche Pflanzen und eine Stelle, zu der die Tiere zum Salzlecken kommen.
und noch einen riesen Termitenhügel.
Etwas unerwartet steuern wir dann ein zweites, noch etwas kleineres Himbadorf an.
Wir hätten Glück, die 14 jährige Tochter wäre da. Man könne sie kaufen, 2 Kühe und eine Ziege würde sie kosten.
Die am Boden sitzenden Himbadamen interessieren sich sehr für die schwäbische Familie. Erwin mit seinem stolzen Bauch gefällt ihnen besonders.
Dann breiten sie Ihre Decken aus und legen ihre Kunstgegenstände hin. Auch hier wechseln einige Sachen die Besitzer.
Marius überreich seine Säcke Maismehl und Zucker, dann geht es zurück zum Camp.
Wir sind sehr beeindruckt und aber auch etwas nachdenklich. Die Männer gehen in der Stadt zur Schule und kehren fast nie zu dem ursprünglichen Leben zurück. Die Kultur dieser tollen Menschen wird vermutlich Stück für Stück verschwinden.
Im Camp zurück wird Reisetagebuch geschrieben, ein Tee getrunken und belebt geredet. Die Vögel an der Tränke bieten zusätzlich noch etwas Abwechslung.
Dann zeigt uns Brigitte die etwas unterhalb liegende Mine.
Marius bricht dort mit seinen Helfern und einfacher Technik in harter Arbeit die Dioptase frei. So richtig lohnt sich das Ganze leider nicht. Überall gehen Stollen herein. Alles liegt mit blauem Abraum voll. In einen besonders tiefen Stollen geht es mit der Taschenlampe hinein.
Etliche Fledermäuse fliegen hier herum. Dann ist die Führung zu Ende. Als Kerstin gerade Duschen ist kommt Marius zu mir. „Wir gehen zusammen auf den Aussichtspunkt!“. Ich: „ Ach nööö!“. Marius „ Doch, Du kommst mit !!!“. Kathi hat auch keine Chance und so zeigt uns Marius kurz seine Werkstatt. Ich solle irgendwann einmal zwei Wochen zu ihm kommen und ihm helfen, sagt er breit grinsend. Er möchte aus meinen 2 linken Händen zwei rechte machen, sagt er mir grinsend. Kathi und ich bekommen je einen schönen Brocken Pyrit, dann geht’s über den Campingplatz den kleinen Berg hoch auf einen etwas abenteuerlich selbst gebauten Hochsitz. Marius diskutiert über seine Meinung über den Zusammenbruch der Finanzwelt.Er fragt sich auch, welche Funktion die an den Pads zu sehenden weißen Säulen haben. Die Sonne geht langsam unter und alle geniessen die Ruhe und den weiten Ausblick.
Zufrieden geht’s zum wieder guten Abendessen. Vorher ist gerade noch genug Zeit zum Duschen. Brigitte hat wieder sehr leckere Haushaltskost gezaubert und beschreibt, wie sie hier die knappen Ressourcen nutzt.
Die roten Beete hat sie mit dem Restkaffe von Heute Morgen gewaschen. Das Rindfleisch Chakalaka ist aus den Resten von Gestern gemacht.
Danach diskutieren wir über den Stress in Europa, Marius grinst immer nur. Ich solle wirklich einmal zwei Wochen zu ihm kommen. Nach der erneuten Stachelschweinfütterung gehen alle ins Bett. Heute hat es etwas mehr abgekühlt und wir bewundern am Nachthimmel noch einmal den Skorpion, den Brigitte uns gestern zeigte.
Nach einer von den Temperaturen her etwas angenehmeren, gut durchschlafenen Nacht frühstücken wir das letzte Mal im Camp Aussicht. Hier fällt es jetzt schwer wegzufahren. Beim Abschied laufen Brigitte die Tränen. Sie wird nach Ablauf Ihrer Zweimotaszeit wieder zurück nach Windhoek ins Altenheim gehen. Marius drückt uns zum Abschied. Er warte auf mich wegen der zwei Wochen ! Dann reissen wir uns los und machen uns auf den Weg nach Purros.
Teil 2523. Nov. 2013
02.10.2013 Camp Aussicht nach Purros/Okahirongo Elephant Lodge
Der Joubert Pass ist gerade eine Baustelle. Wir rumpeln hoch und runter.
Dann wird die Landschaft immer interessanter. Kurz vor dem Abzweig nach Sesfontain schauen wir in die Weite des Damaralandes mit seinen Tafelbergen. Leider ist es wieder etwas dunstig. Für uns geht es nach rechts in Richtung Sesfontein weiter.
An der kleinen Tankstelle bekommen wir tatsächlich Sprit. Ein netter Tankwart begrüßt uns, den Makalani Verkäufer wimmele ich ab. Das Fort erreichen nur einige Meter weiter.
Wir trinken eine Tasse Kaffe im Schatten und schauen auf einen sehr gepflegten Innenhof mit Bougis und einem Pool.
Am Tisch nebenan sitz ein Paar aus München, die gerade aus dem Kaokoveld kommen. Wir tauschen uns aus, dann geht jeder seines Weges. Vor der Abfahrt besuchen wir noch den kleinen deutschen Kriegsgräberfriedhof. Unsere Scheiben wurden geputzt, das kommt uns sogar sehr entgegen.
Dann geht es auf zu den letzten 109 KM auf der D3707. Sie soll sehr schlecht sein und ist es auch.
Einige KM ausserhalb von Sesfontain wird es immer steiniger und hügeliger.
Die Landschaft ist toll, aber die Straße geht einem einfach auf die Nerven.
Fieses Wellblech, grobe Steine, hoch, runter, links und dann rechts. Es ist um die 40 Grad. Die Rest-KM auf dem Navi werden nur ganz langsam weniger. Im mittleren Teil wird es dann sandiger und teilweise sogar etwas tiefsandig.
In einer weiten Ebene halten wir an. Der Wind bläst uns wie ein Heißluftfön entgegen. Es ist Mittagszeit und die Sonne steht steil über uns. Dann geht es weiter über Wellblech und Steingerüttel, bis wir die ersten Giraffen sehen.
Nach 2 1/2 Stunden für 109 KM erreichen wir kurz vor Purros einen riesigen Sandkasten. Der Wind hat hier Unmengen an Sand an dem rechts von uns liegenden Bergen abgelagert.
Sogar hier hat es übles Wellblech und ich weiche auf eine der parallel zur Pad verlaufenden Fahrspuren aus. Purros besteht aus einigen weit verteilt liegenden kleinen Hütten.
Dann geht es durch das tiefsandige Trockenflussbett.Es ist fast ein Sandsturm und wir haben es schwer, uns zu orientieren. Ohne Navi wäre es echt schwer, die Lodge zu finden. Die Fahrspuren sind vom heftigen Wind fast komplett verweht. So stelle ich es mir in der Sahara vor. Obwohl „No Entry, Okahirongo“ steht, fahren wir rein.
Keine Ahnung, wo der richtige Weg zur Lodge ist. Sie liegt etwas oberhalb des Tales auf einer Art kleinem Damm und macht einen edlen Eindruck. Die Häuser sind ausreichend weit voneinander entfernt, wirken in dieser weiten Wüstenlandschaft aber irgendwie brutal.
An der Rezeption werden wir nett von einer farbigen mit einem Drink begrüßt.
Dann kommt der Ranger Bravo, ein ausgesprochen fröhlicher Kerl. Er zeigt uns unser Zimmer. Links liegt der Schlafraum mit Himmelbet und Blick in die Wüste. Rechts das noble Bad mit freistehender Badewanne und allem PiPaPo.
Vor den beiden Räumen liegt der überdachte Liegeplatz im Freien mit einer bequemen rot-weiß gestreiften Matratze.
Neben uns ist nur noch ein Einzelreisender aus Malta in der Lodge. Da der nicht am Pool ist, haben wir die ganze Anlage für uns und das soll morgen auch so sein.
Der Pool ist ein absoluter Traum. Mitten in der Wüste hat man fast ein schlechtes Gewissen. Aber bei der Hitze ist es ein Traum.
Einer der drei Jack Russels, die mir gerade bei der Ankunft noch aggressiv entgegenkamen, legt sich auf meinen Fuß und hat es auch schwer in der Hitze. Er hat ein blindes Auge und heißt Karla. Die anderen beiden interessieren sich nur beim Essen für uns. Ein Rabe und einige Stare machen sich über die bereitliegenden Plätzchen her. Wir können uns gerade rechtzeitig noch welche ergattern.
Wir genießen das Leben und immer wieder schweifen unsere Blicke in die Weite der Landschaft, den großen Sandkasten auf der gegenüberliegenden Seite des Tales.
Gegen Abend verziehen wir uns auf das private Flönssofa und genießen den nahen Sonnenuntergang.
Dabei leisten uns kurz zwei Gin Tonic Gesellschaft. An diesen Ort könnte man sich gewöhnen. Ein guter Freund schickt uns eine Nachricht und nennt uns „dekadentes Bänkerpack!“. Ich glaube er hat zu 100% Recht 😉
Nur schwer können wir uns von diesem mopsigen Platz trennen, aber es gibt bald Dinner.
Der Manager Peter sitzt mit dem etwas eigenartigen Malteser am Tisch, wir am nächsten. Es gibt gutes Essen. Als Vorspeise Überbackenen Aubergine mit Tomate und Käse, dann ein ausgezeichnetes Rinderfilet und Crepes mit einer Schokoeiskugel. Dazu gibt es eine Flasche Shiraz.
Es ist Schade, aber nach unserer Rückkehr werden wir bald müde Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen.....
Teil 2624. Nov. 2013
03.10.2013 Okahirongo Elephant Lodge Rhino Tracking ohne Rhinos
Um 06:00 Uhr klingelt der Wecker. Kurz später kommen die zwei georderten Kaffee. Um 06:30 Uhr treffen wir uns mit Mr. sprachlos aus Malta beim Frühstück.
Die Sonne geht gerade effektvoll am Ende des Tales auf und taucht die Landschaft in ein goldgelbes Licht.
Dann geht es mit Bravo los zum Rhino Tracking in die Berge. Im Dorf sammelt er noch einen völlig fertigen local Tracker ein. Er scheint zu viel Schoppen gehabt zu haben und hat es schwer.
Wir biegen mitten in dem riesigen Sandkasten ins Trockenflußbett ab und stossen auf etliche Giraffen.
Diese elegenten Tiere zwischen den vom Wind geformten Sanddünen herumlaufen zu sehen, ist wunderschön.
Dann geht es über holprigen Schotter in die Berge. Wir sehen Oryxe, Springböcke und Strauße.
Bravo erklärt uns etliche Bäume und Sträucher und deren Nutzen für die Einheimischen und die Tierwelt.
Durch Trockenflussbette, auf Hügel und immer wieder offroad versuchen wir Rhinos zu finden.
Zwichendurch gibts eine Pause mitten im Nichts.
Wie erwartet erfolglos, denn nur wenige Tiere wurden vor einigen Jahren von der palmwag Concession hierhin umgesiedelt. Trotzdem ist die Landschaft wunderschön und der Trip ein tolles Erlebnis.
Ach ja, Schakale und Springis haben wir noch gesehen.
Dann geht es zurück nach Purros, wo wir an der Kneipe eines Fussballfans vorbeikommen.
Am späten Vormittag liegen wir wieder einsam am Traumpool. Unterhalb der Lodge stehen einige Springböcke und Strausse herum. Gegen Mittag gibt es einen köstlichen Dreigang-Lunch. Eiersalat, Hähnchen in Weißweinsosse und irgendeinen in Vergessenheit geratenen Nachtisch. Wir probieren alles, essen es aber aus bekannten Gründen nicht auf. Am Pool verbingen wir die Zeit bis halb fünf.
Danach startet unser Gamdrive in den Purros Canon. Durch die Exklusivnutzung kommt Okahirongo für uns zur perfekten Zeit. Wenn es nicht so viel Geld kosten würde..... 😕
Teil 2724. Nov. 2013
03.10.2013 Okahirongo Elephant Lodge Purros Canon und Weiterfahrt nach Khowarib
Von der Lodge aus fährt Bravo nicht Mal einen Kilometer rechts um die Ecke. Und wie ein Wunder liegt ein kleiner Fluß mit grünem Gras und Büschen in einem malerischen Canon vor uns. Hier fließt das ganze Jahr Wasser, das hätten wir nie erwartet. Direkt um die Ecke ist die Wüste.
Sogar Wasservögel gibt es hier.
Und so laufen hier Zebras, Oryxe, Elefanten, Kühe, Esel und Ziegen munter durcheinander herum.
Von wegen Elefanten. Nach ca. 2 Kilometern trefen wir eine einzelne Elefantin und Bravo wird sehr nachdenklich, denn von ihrem vier Wochen alten Baby ist nichts zu sehen.
Wir fahren weiter und finden eine zweite Elefantengruppe. Sie fressen in einem schwer einsehbaren Gebüsch herum. Steil offroad bergauf bringt uns Bravo auf einen kleinen Hügel direkt oberhalb. Von dort aus können wir alles in Ruhe beobachten.
Auf dem Boden liegen allerhand Quarze. Bravo steigt auf einen noch höheren Hügel, um nach dem jungen Ele Ausschau zu halten, leider erfolglos. Wir treten den Rückweg an und fahren etwas in der Gegend um den einsamen Ele herum.
Er steht inzwischen mitten auf dem Weg.
Da dort nun kein Vorbeikommen ist, geht’s zurück auf den Aussichtspunkt zum Sundowner mit Gin und Tonic.
Auf dem Rückweg, der Ele ist wieder im Gebüsch, ist sich Bravo sicher : “something happened to the babyelephant“.
Etwas traurig erreichen wir das Camp, ziehen uns kurz um, vermissen die Zeit auf dem Flönssofa und gehen zum Dinner.
Der Tisch ist Heute für Peter, Mr. Malta und uns zusammen gedeckt. Es gibt Butternutsuppe und dann sehr leckere Springbockfilets. Vorhin habe ich gelesen, daß ein männlicher Wüstenlöwe von einem Trophäenjäger erschossen wurde im Aba Huab. Peter ist sehr besorgt, unterbricht das Essen und schaut schnell im Internet nach. Er war schon mit Philip Stander unterwegs und unterstützt seine Arbeit. Er war dabei, als das eine Rudel zu seiner eigenen Sicherheit im Purros Canon gedartet und weggebracht wurde. Vieh und Löwen, das gibt hier Konflikte, die nur eine Lösung zu haben scheinen. Das gedartete Rudel jenes, welches später vergiftet wurde. Es ist schon traurig, daß das Zusammenleben von Mensch und Löwe so schwierig ist.
Wir verabschieden uns von Mr. Malta, von dem wir nicht viel erfahren haben und gehen müde ins Bett.
Um 07:00 Uhr klingelt der Wecker, um 08:00 gibt es Frühstück. Diesmal wählen wir wieder Mal Eier mit Speck, die Mägen sind immer noch nicht 100% OK. Gestärkt verabschieden wir uns von Bravo, packen die Sachen, checken bei peter aus und fahren wieder auf die Rüttelpad.
Lange hatten wir hin und her überlegt, ob wir die guten 6 Stunden durch Purros Canon, Hoanib, Hoarusib und den Ganamub wählen sollten. Aus Zeitgründen haben wir uns dagegen entschieden. Wenn wir das machen, dann nicht unter Zeitdruck, sondern in Ruhe und mit Dachzelt. Sollte es in Zukunft nicht mehr gehen, haben wir eben Pech gehabt. Die Zeit in Purros war super zum relaxen und um einen Eindruck davon zu gewinnen, wie schön der Rest des Kaokoveldes wohl wirklich ist.
Der Rückweg nach Sesfontain ist ohne Zeitdruck nicht ganz so schlecht, das Gerüttel geht einem aber schon wahnsinnig auf die Nerven.
In Sesfontain erkennt uns sogar der nette Tanwart wieder und nach einem Kaffestop geht es auf zu den letzten 30 KM nach Khowarib.
So kommen wir gegen 13:00 Uhr in Khowarib an.
Teil 2826. Nov. 2013
04.10 - 06.10.2013 Khowarib Lodge
Es ist 13:00, als wir in Khowarib ankommen.
Es ist wieder super heiß und so genießen wir die gekühlten und befeuchteten Handücher mit Vanillegeruch und den köstlichen Begrüßungstee. Die farbige Angestellte ist sehr nett, die Chefin bringt unsere Taschen per Quad zu unserem Zelt Nr. 9.
Das ist ganz Ok und liegt im Mopanebusch am Flußufer.
Die Lodge selbst liegt unterhalb der imposanten Felsen der Khowarib Schlucht. Es gibt ein Freilichtbad und einen kleinen Freisitz zum Fluß. Ganz OK, aber verglichen mit dem Preis gerade so OK. Da es im Zelt sowieso zu heiß ist, gehen wir direkt zum Pool, wo ein einzelner Herr und ein Deutsches Rentnerpäärchen im Schatten der Sonnenschirme sitzen. Der Pool ist angenehm und wir verbingen ruhige Stunden mit Lesen und Reisebericht- Schreiben.
Den Sundwoner verbingen wir an der Bar. Kerstin versucht endlich einmal einen Rock-Shandy, ich zische zwei Gin Tonic weg.
Dabei werden Bilder gelöscht. Wir kommen mit dem Deutschen Rentnerpäärchen ins Gespräch, die 5 Wochen unterwegs sind. Die Frau ist leider etwas mitteilungsfreudig. Dann gibt es bald schon Abendessen. Tunfischsalat, sehr zartes Oryxfleisch, und einen Schokokuchen, den ich Heute auslasse.
Dazu trinken wir eine Flasche Spier Shiraz. Das Essen war ausgesprochen gut. So geht es noch einen Moment auf die Terrasse, bevor wir in das bequeme Bett steigen. Trotz Fliegennetz jagt Kerstin zuerst einige Mücken, dann wird geschlafen.
Heute heißt es etwas früher aufstehen, damit wir nicht in der Mittagshitze Wandern. Also klingelt um 06:30 Uhr der Wecker. Um 07:00 Uhr wird gefrühstückt und um 07:30 Uhr werden wir von einem hageren und anfänglich etwas schüchternen Guide Bernhard abgeholt. Bei noch angenehmen Temperaturen geht es gleich runter zum Bach.
Am sandigen Steilufer sieht man, was hier bei Hochwasser los sein kann. Jetzt bildet der kleine gurgelnde Bach die Grundlage für einen schmalen Vegetationsstreifen.
Überall liegt Ziegen und Kuhdung herum. An Vögeln fliegen die üblichen verdächtigen herum und im Wasser waten Blacksmith Plovers. Bernhard zeigt uns etliche Pflanzen und beschreibt deren Wirkung.
Ich versuche eine Beere und spucke sie gleich wieder aus. Pfui, richtig scharf ist die gewesen. Bernhard lacht !
Zwei, drei Mal überqueren wir auf wackeligen Steinen den kleinen Fluss, bis wir nach dem Campground den künstlichen Wasserfall erreichen.
Schon seltsam, hier im trockenen Namibia an einem gurgelnden Bach zu laufen. Nach knapp zwei Stunden erreichen wir so die Stelle, an der wir Gestern mit dem Auto umgekehrt sind.
Bernhard kennt zwar nicht alle Vögel, erzählt uns aber viel vom Leben in Namibia, wie man in den verschiedenen Stämmen heiratet und wir werden von ihm immer Mal nach Deutschen Bräuchen gefragt. Den Rückweg zur Lodge treten wir über die Straße an. Am Community Campground trifft Bernhard einen Kumpel, dann kommen wir in die Lodge zurück. Ein netter Spaziergang und endlich Mal Bewegung. Nach einem kühlen Drink verabschieded er sich, wir gehen direkt zum Pool.
Dort verbringen wir einen gemütlichen Tag und bekommen trotz Schatten einen netten Sonnenbrand. Mein Rücken ist lachsrot und wir die nächsten Tage ordentlich jucken.
Beim Nachmittagskaffe treffen wir zwei neu angekommene österreichische Camper und wechseln einige Worte mit ihnen. Wir löschen einige Bilder und kommen erneut mit den Österreichern ins Gespräch. Sie sind beide Lehrer und haben schon viel von der Welt gesehen. Wir machen etwas Werbung für Camp Aussicht und tauschen allerlei Reiselatein aus.
Da wir uns so gut verstehen, lassen wir den Dinner-Tisch für vier zusammenstellen und unterhalten uns lange und gut. Mit dem Campen sind sie nicht 100% glücklich und versuchen immer wieder die Selbstversorgung zu vermeiden. Gegen halb zehn verabschieden wir uns in bester Stimmung und wechseln auf unsere Terrasse. Dort quaken die Frösche und es wird auch von der Temperatur her angenehmer. Nach 10-15 Minuten übermannt uns die Müdigkeit und wir gehen ins Bett.
Um 07:00 Uhr klingelt der Wecker, um 07:30 Uhr geht’s mit gepackten Sachen zum Frühstück. Gestern Abend kam noch kurz vor Sonnenuntergang einer 14 köpfige belgische Reisegruppe an. Die sind jetzt schon wieder fort. Dafür ist immer noch die besonders nette und immer ansteckend lachende farbige Angestellte da. Wir freuen uns, sie sollte eigentlich frei haben.
Wir frühstücken gepflegt, die knapp 300 KM nach Mowani sollten leicht zu schaffen sein.
Teil 2928. Nov. 2013
06.10.2013 Khowarib nach Twyfelfontein
Es geht durchs landschaftlich sehr, sehr reizvolle Damaraland, welches nur leider auch Heute wieder sehr staubig ist.
Unterwegs sehen wir noch einige Giraffen.
Unser Plan ist, vor Mowani noch Tyvelfontain zu besuchen und so gegen 14:00 Uhr in der Lodge zu sein. Und tatsächlich kommen wir um fast genau 12 Ihr in Twyvelfontain an.
Das ist inzwischen auch viel professioneller und größer geworden, als bei unserem letzten Besuch. Es gibt überdachte Unterstände und ein Parkboy. Wir haben Glück und werden mit einem anderen deutschen Paar in eine Vierergruppe eingeteilt. Sie kommen aus Frankfurt und stellen sich als sehr sympathisch heraus. Sie sind acht Wochen unterwegs und machen eine ähnliche Runde wie wir. Unsere Führerin ist auch sehr nett. Und wann machen Casimodo und Esmeralda68 so eine Führung ? Genau dann, wenn die Sonne am höchsten steht uns jede Bewegung einer körperlichen Höchstleistung gleich kommt. Natürlich haben wir auch kein Wasser dabei. Im Auto befinden sich unsere Vorräte. Schön gekühlt so gegen 15 Liter 😉
Die 45 Minuten sind gegen Ende schon anstrengend. Wir kennen Twyvelfontain ja schon und beschließen, daß wir uns das nicht ein drittes Mal anschauen müssen.
Kerstin mag Felszeichnungen sehr, aber irgendwann ist genug.
Bei einer kühlen Cola Light und einem Grapetiser verabschieden wir uns von den Frankfurtern. Ein kleines Erdhörnchen posiert noch für die Kameras der Touristen.
Dann geht es endlich nach Mowani.
Teil 3030. Nov. 2013
06.10.2013 Mowani Mountain Camp
MOWANI, seit 11 Jahren wollen wir dort hin. Irgendwie hat es nie geklappt. Und diese Lodge ist Hauptschuld daran, dass wir die Reise gut 18 Monate vorher gebucht haben. Rechts hinter dem Schild auf dem nächsten Photo liegt übrigens das Camp Kipwe.
Die Zufahrt zur Lodge führt uns über eine kurze Sandpad zu einem Gate, wo wir ausgesprochen fröhlich begrüßt werden. „Yeeees, there is Kerstin an Caarsten 🙂 ! You haaave teent nummmber ooone :-))) „ Etwas weiter finden wir die Rezeption.
Der nette Ranger Frederick begrüßt uns mit mitreißendem Humor. Die Lodge macht einen tollen Eindruck.
Die offene Lounge ist gegenüber dem ebenfalls offenen Restaurant, im afrikanischen Stil und sehr hochwertig eingerichtet.
Es gibt einen leckeren Eistee und eine ausführliche Einweisung.
Dann geht’s zum Zimmer. Das Zelt Nr. 1 hat einen jenseits von Afrika Blick in die weiten des Damaralandes.
Links und Rechts des Zeltes liegen zwei um die 10 Meter hohe runde Felsbrocken.
Vor uns türmen sich einige wie von Menschenhand geformte Felshaufen auf. Das Safarizelt ist großzügig und erscheint uns brandneu zu sein. Die Einrichtung ist sehr schön und zweckmässig, nicht ganz so afrikanisch rustikal wie in der Lounge, aber sehr schön.
Da am Pool einige supertolle liegen, haben wir da Heute keine Lust zu und machen kurz im Zelt Bubu.
Da es inzwischen etwas windig geworden ist, ist es gerade so auszuhalten. So verbringen wir den Nachmittag ganz in Ruhe und machen „Urlaub“. Gegen Abend hören wir links um die Ecke Stühlerücken. Nr. 1 liegt direkt am Sundowner-Aussichtspunkt. Wenn wir uns links auf die große Terrasse setzen, können uns die Leute nicht sehen. Kerstin besorgt zwei Gin Tonic.
Links hat es Trubel, vier Schweizer Flugreisende sind ganz aufgeregt, die anderen eher ruhig. Der Sonnenuntergang selbst ist nicht so aufregend, aber die Abendstimmung über der tollen Landschaft versetzt uns in eine sehr zufriedene Stimmung.
Es ist einer dieser Momente, in denen man die Zeit einfrieren möchte...
Zum Dinner ist das Restaurant sehr stilvoll beleuchtet. Ambrosius, unser Kellner, erweist sich als ein Juwel. Er animiert die Gäste humorvoll, seine Damaraklicks nachzumachen, was natürlich so gut wie keiner richtig schafft. Es gibt ein ausgesprochen leckeres und nett angerichtetes Dreigangmenü mit wahlweise Pork Chops oder Roulade. Beides ist köstlich.
Auf der Weinkarte entdecken wir einen Diemersfontein Pinotage, der letztes Jahr bei unserem Besuch auf dem Weingut schon ausverkauft war. Er schmeckt uns köstlich. Nach dem Essen geht’s noch kurz an die Feuerstelle, wo ein Paar an einem unglaublich schön gedecten Tisch vor einem großen Felsen sitzt. Wir fragen, wie man das arrangieren könne. Der unbekannte Deutsche sagt mit einem Augenzwinkern: „Corruption“ ! Ich frage Ambrosius, ob wir Morgen eine Chance darauf hätten. Mit strahlendem Lächeln antwortet. „ No Problem. Tommorow it is your table.“ Wooow, das ist ja der Hammer ! Die Feuerstelle ist wie alles hier sehr geschmackvoll gemacht. In einer großen Schale lodert das dezente Feuer, außen herum stehen stilvolle Leinenstühle.
Als immer mehr Gäste kommen, verabschieden wir uns in unser Zimmer und genießen noch kurz die Ruhe. Das Bett ist bequem und für afrikanische Verhälnisse ist es mit kurz nach zehn schon sehr spät. Morgen müssen wir um 06:00 Uhr raus !
Teil 3101. Dez. 2013
07.10.2013 Mowani Wüstenelefantentour
Um 06:00 Uhr klingelt erbarmungslos der Wecker. Gegen halb sieben gibt es lecker Frühstück, dann werden wir wie erhofft dem netten Frederick „Friedrich der Große“ genannt zugeteilt.
Mit zwei netten Deutschen und einem ebenso netten London-Edinburg-Pärchen geht es los.
Frederick lässt sich Zeit, entdeckt ein Vogelpäärchen und ärgert es mit imitiertem Vogelgesang. Die zwei gefiederten Freunde antworten ihm jeweils nach einigen Sekunden mit empörtem Geschrei.
Während das andere Auto bereits im Flussbett nach den Eles sucht, zeigt uns Frederick eine Welwitschia, Feenkreise, eine kleine Schlange und erzählt uns einiges über die Natur.
Springböcke und Oryxe begegnen uns noch.
Unser Ranger lacht immer wieder über seine eigenen und wirlich guten Jokes und steckt uns damit an. Das kombiniert er mit allerlei interessanten Informationen über die Natur.
Dann fahren auch wir ins Flussbett des Aba Huab.
Es ist die gleiche Stelle, an der wir vor 5 Jahren mit der Doro Nawas Lodge waren. Die Landschaft ist umwerfend.
Knorrige Bäume im sandigen Trockenflussbett und außen herum Wüste und Berge.
Nach vielleicht 10 Minuten sehen wir die von den anderen entdeckten Elefanten.
Auch die Autos von Doro Nawas sind da. Ein vier Wochen altes Baby und ein halbwüchsiger liefern großes Kino ab.
Frederick hat die anderen suchen lassen und ist direkt hingefahren ! Ganz relaxt zieht die Herde um uns herum und frisst an den Bäumen.
Alle sind begeistert.
Für die anderen Insassen sind es die ersten Eles !
Einige Kilometer weiter treffen wir auf die nächste Herde.
Ein Ele hat es auf die Äste ganz oben abgesehen.
Einer der Eles inspiziert unser Auto aus nächste Nähe. Unseren Elefantenanfängern im Auto stockt der Atem.
Nach einer geschätzten Stunde und immer neuen Positionswechseln verlassen wir die Herde und treffen kurze Zeit später auf einen Bullen. Er steht unter einem Baum und relaxt im Schatten.
Von da aus will Frederick zu einem Aussichtspunkt. Es ist immer wieder ein Erlebnis, die Reifenflickkunst zu begutachten 😉
Nach 10 Minuten erreichen wir nach einer steilen Sandauffahrt einen wunderbaren Platz zum Kaffee. Nach weiterem kurzen Aufstieg genießen wir einen 360 Grad Rundumblick auf die herrliche Wüstenlandschaft bei Kaffee und Muffins.
Alle Paare fotografieren sich gegenseitig. Alle nehmen Rücksicht und wir sind froh, Teil einer so angenehmen Gruppe sein zu dürfen. Kein Drängler oder Besserwisser, alles wunderbar ! Auf dem Rückweg sehen wir die Elefanten noch einmal, halten dort kurz und dann geht es zurück nach Mowani.
Diese Wüstenelefantentour war durch die Elefanten, die Mitreisenden und den Super Ranger kaum noch zu toppen.
Teil 3201. Dez. 2013
07.10.2013 Mowani Traumdinner und Traumfrühstück
In der Lodge machen wir es uns zuerst im Zimmer und dann am Pool gemütlich. Kerstin isst noch ein Stück Kuchen. Der Pool ist schön, den Schattenplatz muss man sich aber frühzeitig erkämpfen. Auf dem Rückweg sitzt eine knuffige spotted Owlet im Baum.
Dann erreichen wir als erste den Sundowner-Aussichtspunkt und machen es uns gemütlich.
Bei einem Gin Tonic und netten Gesprächen mit den Deutschen vom Gamedrive genießen wir den Sonnenuntergang.
Hier nochmal unsere Nr. 1
...und der Sonnenuntergang
Nach dem Sundowner empfängt uns Ambrosius mit breitem Lächeln zum Dinner. „Your Private Dinner ist ready!“. Alle Bilder können das nicht wiedergeben. Das ist das romantischste Dinner, welches wir je erleben durften.
Die Petroleumlampen, das Lagerfeuer und all die imposanten Felsen um uns herum und dann natürlich noch der makellose Sternenhimmel.
Der Skorpion trohnt wieder über uns. Nach einer köstlichen Butternut-Soup bestellen wir Sole und Lammkeule, leider beides nicht so Kerstins Lieblinge. Doch der Fisch schmeckt auch ihr ganz gut und die Lammkeule ist sensationell.
Wir sind sehr, sehr dankbar, das erleben zu dürfen. Nach einem köstlchen Käsekuchen gesellen sich die beiden Deutschen zu uns. Zu viert am Feuer wird Afrikalatein ausgetauscht, dann kommen die vier Schweizer und wir gehen ins Bett ! Was für ein toller Tag geht zu Ende ! Mowani ist sein Geld echt wert ! Doch leider ist es fast schon wieder vorbei 🙂
Der Wecker klingelt früh, denn zusätzlich zu der strammen Fahrt nach Swakop wollen wir die Robbenkolonie in Cape Cross einbauen. Obwohl wir vor 5 Jahren in der Cape Cross Lodge übernachteten, waren wir nachmittags nur ca. 45 Minuten dort. Der Park hat nämlich Morgens erst ab 10:00 Uhr auf. Also geht’s gegen 7:00 Uhr zum Frühstück, wo wir unsere Rucksäcke an einem schönen Aussentisch plazieren. Ambrosius empfängt uns mit geheimnisvollem Lächeln. „I show you something, come with me!“ strahl er uns an. Hää ? Egal ! Ambrosius nimmt uns mit zum Sundownerpoint, wo es uns fast die Sprache verschlägt ! „Here's your special breakfast place!“
Er hat uns einen Tisch gedeckt mit der phantastischen Aussicht am Sundownerpoint.
Alles ist hierhergetragen worden und auf einem kleinen Extratisch steht Müsli, Wurst,Käse, säfte etc.
Wir sind total platt und können unser Glück kaum fassen. Es ist wie in einem schönen Traum, aus dem man nicht aufwachen möchte. Die Felsen um uns herum leuchten leicht rötlich im warmen Morgenlicht. Nebenan ist noch ein Vierertisch gedeckt, an dem einige Zeit später die 4 Flugschweizer Platz nehmen. Auch sie sind total aus dem Häuschen und sitzen kopfschüttelnd da. Ambrosius gefällt es. Er scheint Spaß an unserer Freude zu haben. Die Rühreier kommen mit Silberhaube und spätestens jetzt wissen wir, daß Mowani ein absoluter Volltreffer war.
Allerdings könnte es für uns so ein Platz sein, an den man am Besten nicht ein zweites Mal zurückkehrt. Wisst Ihr, was ich meine ? Natürlich wird Ambrosius auch von den anderen ein dickes Trinkgeld kassiert haben. Er spart Geld für die Rangerschule in Windhoek und er hat es sich echt verdient.
Teil 3303. Dez. 2013
08.10.2013 Mowani nach Swakopmund über Cape Cross
Begeistert machen wir uns auf den Weg nach Swakop. Gegen 9:00 Uhr sind wir auf der Pad und lassen die 4 Liter Hubraum brummen. Das Auto ist wirklich Spitze. Durch die schöne Landschaft des Damaralandes geht es auf guter Pad Richtung Cape Cross.
Durch das abwechsende Fahren sind wir beide relaxed, als wir das Meer erreichen. Die Pad dorthin geht wirklich durch absolut flache, vegetationslose Landschaft.
Gegen 12:30 Uhr erreichen wir Cape Cross. Der Robbengestank weht uns entgegen.
Ca. 1 ½ Stunden beobachten wir bei angenehmen Temperaturen das Treiben der Tiere immer begleitet vom plärrenden Rufen der Robben in allen Stimmlagen.
Die aus dem Meer zurückkommenden Tiere müssen sich irgendwie ihren Weg durch die Masse der Artgenossen bahnen.
Besonders imposant ist dieser blutverschmierte Bulle.
Am Rande der Kolonie fressen große Möwen mit blutverschmierten Schnäbeln an den Kadavern von verendeten Jungtieren herum. Die Bilder sind ziemlich grässlich, aber das gehört einfach dazu 🙁
Dicke Bullen robben immer um sich beissend durch die Weibchen. Es ist schon faszinierend.
Gegen 14:00 Uhr geht es weiter nach Swakop. Die Salzstraße an der Küste entlang lässt sich hervorragend fahren. Vor 2 Wochen sah das nach dem Regen wohl noch ganz anders aus.
So erreichen wir am Nachmittag die Beach Lodge am nördlichen Rand von Swakopmund. Wir sind erschrocken, wie sehr die ehemals gemütliche Kleinstadt in den letzten 11 Jahren explodiert ist.
Teil 3404. Dez. 2013
08.10.2013 Ankunft Beach Lodge Swakopmund
Der Empfang in der Beach Lodge ist sachlich. Wir erfahren, daß trotz langfristiger Reservierung im Restaurant kein Fenstertisch mehr um 20:00 Uhr frei ist. Egal, wir werden Heute erst kurz in die Stadt fahren und dann gemütlich in der zweiten Reihe zu Abend essen.
Unser Zimmer hat vom Bett aus einen schönen Blick auf die Wellen.
Es ist großzügig eingerichtet, hier kann man es aushalten. Die Einrichtung ist modern und hochwertig.
Unsere Badewanne hat keinen Meerblick, dafür aber das Bett (Schorsch, das finde ich viel cooler )
Nach kurzem Umziehen fahren wir durch die weiten Neubaugebiete im Zick Zack 4,5 KM in die Innenstadt und Parken am Leuchtturm.
Unser erstes Ziel ist die Jetty, wo wir nach einem Tisch im „The Tug“ für morgen oder übermorgen fragen möchten. Unterwegs wimmele ich inzwischen relativ routiniert zwei Makalani Verkäufer ab. Meine ausgefeilte Technik ist inzwischen stehenbleiben, einen Schritt auf den Verkäufer zugehen, ihm lächelnd in die Augen schauen, auf die Nüsse deuten und mit bedauerndem Kopschüttel zu sagen. „Sorry, I don't need your MAKALANIS !“ Bei dem Wort Makalani geben die Jungs auf, lächeln und verabschieden sich.
Im the Tug angekommen merken wir schnell, wie wichtig der Gang hierher ist.
Von der Jetty aus haben wir einen tollen Blick über Swakopmund.
Am gleichen Abend ist sowieso alles fully booked und selbst morgen sind nur noch einige schlechte Tische zu haben. Also Übermorgen. Wir bekommen einen schönen Tisch in zweitbester Lage und sind zufrieden. Dann geht es zum Lohmeyer und noch eine kleine Runde zurück durch die Stadt zu unserem Auto. Der Verkehr hat merklich zugenommen und nach all den einsamen Pads ist das irgendwie ein kleiner Schock.
Gegen 17:30 Uhr erreichen wir die Beach Lodge und buchen den Tisch von 20:00 Uhr auf 18:00 Uhr um. Da gäbe es noch gute Plätze. Das Restaurant ist modern, stylish eingerichtet mit großen Glasfronten zum Meer und Strand.
Wir bekommen einen Tisch in zweiter Reihe. Im Meer sind etliche Surfer unterwegs und die Rundflugcessnas kommen teilweise in halsbrecherischen Kurven zurück zum Flughafen.
Wir entscheiden uns für einen ganz hervorragenden Tokara Reserve Sauvignon Blanc, Muscheln in Sahnesosse, einer Seafood Combo für mich und Oryx Surf & Turf für Kerstin.
Die Vorspeise und der Wein sind so gut, daß wir direkt einen Tisch für den nächsten Tag reservieren. Auch die Hauptspeise ist outstanding. Dass der Nachtisch etwas abfällt können wir sehr gut verkraften. Ich habe Scampis, Fisch und sehr leckere Tintenfischringe. Die hat auch Kerstin zusammen mit leckerem Oryxfilet.
Leider sind wir beide wieder so müde, daß wir das Meeresrauschen nur kurz hören und dann in einen tiefen Schlaf fallen.
Teil 3504. Dez. 2013
09.10.2013 Swakopmund Wüstentour mit Chris Nel
Da wir um 10 vor 8 von Living Desert abgeholt werden, geht es um kurz nach 7 zum Frühstück. Wir sitzen bei bedecktem Himmel an einem schönen Fenstertisch im Restaurant. Am Strand sorgt eine kleine Robbe für Abwechslung und imer wieder fliegen Flamingos an uns vorbei.
Knapp vor 8 werden wir von einem netten älteren Herren abgeholt. Da wir die ersten sind, können wir uns die Plätze aussuchen. In der Stadt kommt dann noch ein mittsechziger Ehepaar und eine Familie mit Zwilingen an Bord. Das Auto ist voll und am Gate des Doros NP's treffen wir auf die zwei anderen Autos mit Chris Nel.
Nach ca. einem Kilometer Fahrt erreichen wir den Rand des Dünengürtels. Chris versammelt alle Leute mit insgesamt 9 Kindern um sich und fängt auf sehr besondere Art und Weise an die Wüste zu erklären. Er macht das mit Bildern im Sand, stellt die Leute einzeln vor, macht Witze über die Nationalitäten und man merkt, dass es ihm hier um die Sache und den Naturschutz geht.
Auf dem vorherigen Bild ist gerade der Kampf um das Gecko entbrannt. Hier war ich richtig wütend. Gott sei Dank hat Chris mit Kerstins kleiner Powershot vorgeführt, wie man Geckos fotografiert.
Leider erweist sich unser Mittsechziger als furchtbar. Immer ist er der erste und drängt sich vor allen anderen. Schnell wird er zum Feindbild der Gruppe. So toll das Chris Nel macht. Die Anzahl der Leute ist uns definitiv zu hoch.
Zudem ist noch eine spanische Fotografin dabei, die dem deutschen Drängler ernsthafte Konkurrenz macht. Insgesamt sind wir bei aller Begeisterung für die Dancing White Lady...
die Geckos und Skinks....
die Schlangen... und hier habe ich als friedlicher Mensch an körperliche Gewalt gedacht 😈
und die zwei Chamäleons...
...stets grundgenervt. Die Deutsche Familie aus Bremen mit den Zwillingen ist sehr nett.
Nach einigen Stopps geht es dann noch kreuz und quer durch die Dünen.
Es ist schon beeindruckend, wie leicht das aussieht.
In der Wüste demonstriert Chris uns dann noch mit einem großen Magneten, wie viel Eisen im Sand enthalten ist.
Fazit der Little 5 Tour: Wir haben mit den 2 Dränglern und relativ vielen Kindern (die sich übrigens ganz gut betragen haben sicherlich Pech gehabt. Chris Nel ist hammergut. Aber die Gruppe war uns viel zu groß. Wir würden das nächste Mal einen anderen Anbieter wählen.
Gegen 13:30 Uhr sind wir dann zurück in der Beach Lodge, relaxen uns kurz und fahren dann in die Stadt.
Das Restaurant auf der Jetty hat leider geschlossen, so müssen wir uns einen anderen Platz für den Lunch suchen. Zuerst besuchen wir den Safari Shop von Lohmeyer.
Gegenüber ist ein kleines Restaurant wo es für Kerstin einen riesen Scone mit Plotted Cream gibt. Ich esse lecker Bratwürste mit Kartoffelsalat. Nach einigen weiteren Shops geht es kurz nach fünf zurück zur Lodge. Leider sind die Wellen heute nicht vorhanden und so gibt es auch keine Surfer. Egal, um 6 Uhr haben wir einen schönen Fenstertisch. Mit einer guten Flasche Rotwein, Heute ein Blend, isst Kerstin wieder Muscheln, ich Tintenfisch auf Ananassalat. Dann gibt es Oryx Surf and Turf für mich und ein Prawn Curry für Kerstin. Wieder ist das Essen köstlich. Selbstredent sind wir nach dem Essen wieder müde und sitzen nur kurz auf dem Balkon und hören dem Meeresrauschen zu.
Gute Nacht Kerstin, gute Nacht Carsten !
Teil 3607. Dez. 2013
10.10.2013 Swakopmund Laramon Combined Tour Sandwich Harbour Teil1/2
Heute soll einer der Höhepunkte unserer Reise sein. Die Tide erlaubt es uns, die komplette Tour nach Sandwich Harbour mitmachen zu können. Seit 11 Jahren möchten wir einmal vom Boden aus dort stehen, wo das Dünenmeer direkt am Strand des Atlantik endet. Um 10 vor 9 sollen wir nach einem gemütlichen Frühstück an der Jetty in Walfish Bay sein. Das schaffen wir Dank Navi ohne Hektik, nach anfänglicher Unklarheit finden wir den zuständigen Mann von Laramon, bezahlen und steigen etwas später nach zwei Rollstuhlfahrern ein. Am Ufer laufen einige Flamingos herum.
Der große Katamaran ist nicht ganz voll und wir ergattern einen schönen Platz am Heck. Das Wetter ist noch leicht bedeckt, daß sollte sich bald ändern.
Schon bei der Hafenausfahrt kommt dann eine Robbe an Bord und wird mit Fisch belohnt. Sie ist eine der nicht ganz so zahmen, wir sollen sie nicht streicheln.
Scheu ist sie aber auch nicht und hüpft munter auf dem Deck herum.
Irgendwann hat sie genug und schwimmt noch fotogen und mühelos schnell in der Welle unserer Schiffsschrauben mit.
Die Fahrt macht richtig Spaß, wir bekommen noch lecker Sherry.
Möwen werden gefüttert, leider kommt aber kein Pelikan.
Am Strand sehen wir neben dem Leuchtturm viele Flamingos, Robben und Kormorane.
Dann geht es raus aufs offene Meer. Bisher war es wie auf einem See, jetzt wird es etwas schaukeliger.
Einige weitere Boote dümpeln hier herum und plötzlich ! Buckelwale ! Wooow ! Damit haben wir Heute Null gerechnet ! Zuerst sehen wir sie nur kurz etwas weiter weg. Dann erwischen auch wir sie ganz aus der Nähe. Aber mit dem Seegang ist das Foto gar nicht so einfach zu machen.
Zwischendurch jagen noch mehrere Delfine direkt an unserem neuen Bugsitzplatz vor dem Schiff her ! Spielend leicht halten sie mit der Geschwindigkeit mit. Alle sind restlos begeistert.
Dann geht es noch zum Strand zu einer Robbenkolonie und dann zurück in die Bucht.
Dann erreichen wir eine Mole, an der unsere Weiterfahrt nach Sandwich Harbour startet. Und das sollte ein absolutes Highlight werden 😎
Teil 3708. Dez. 2013
10.10.2013 Swakopmund Laramon Tour Sandwich Harbour
An einem Steg verlassen wir mit 12 weiteren Reisenden das Schiff zur Sandwich Harbour Tour. Mit zwei supernetten Schweizern (Stefan und Natasha) kommen wir zu viert in den kleineren Landy, die restlichen Leute werden in einen röhrenden, größeren V8er Landy gestopft. Unser supercooler namibianischer Fahrer hilft Heute aus, eigentlich ist er Ingenieur und Outdoor Freak.
Mit 80 Sachen heizen die Landys zuerst durch den Tiefsand. Uiuiui !!!
Dann fahren wir auf einen total festgefahrenen Landy zu. Über Funk freut sich unser Fahrer „Yeaaaah, froooom souuth africa !“ „Oh it's a landy, we have to help him. Normaly we dont't help!“ In null komma nix haben sie den zuerst ratlosen Südafrikaner instruiert und mit einem dicken Seil und Schmackes aus dem Tiefsand gezogen. Ich schaue aufmerksam zu.
5 Minuten später zischen wir immer an den Wellen entlang über den Strand.
Wegen der Tide müssen wir uns etwas beeilen. Immer wieder leigen Robben herum und große Kormoranschwärme werden aufgeschreckt.
Diese Tour übertrifft unsere Erwartungen jetzt schon. Stefan und Natasha sind die perfekten Mitreisenden.
Dann erreichen wir den Dünengürtel und es wird noch phantastischer. Zwischendurch halten wir für Fotos an.
Der schmale Streifen zwischen Sand und Meer langt gerade für den Landy.
Dann erreichen wir Sandwich Harbour, eine Art Lagune, an der etliche Flamingos, auch etliche tote, herumstehen und liegen.
Der Fahrer schlägt vor, eine Düne zu erklimmen während er den Lunch vorbereitet. Die jungen Schweizer sind fit und zischen hoch. Nach unserer Krankheit sind wir beide noch etwas schwach auf der Brust.
Ich erreiche nach schwerer Arbeit den Kamm der Düne, Kerstin gibt vorsichtshalber auf. Sie hat leider nur glatte Sandalen an. Die Aussicht von oben ist sehr schön
Leider kann man nicht über das Dünenmeer schauen, wohl aber auf die Lagune herunter und die Küste entlang. Dann geht es wieder runter.
Die Schuhe sind schnell voll mit Sand. Nach kurzer Zeit treffe ich auf die von sich selbst enttäuschte Kerstin, aber es war vernünftig, nicht hoch zu gehen.
Unten sitzen alle anderen schon im Windschatten der Landys an einer nett gedeckten Tafel mit Fisch, Tintenfisch, Käsespiessen, Austern und Sekt. Ein Ehepaar aus Kanada, eines aus Südengland, irgendwelche Deutsche und die netten Schweizer bilden eine bunte Gruppe.
Wir unterhalten uns sehr angeregt mit Stefan und Natasha. Gegen meine Vorsätze versuche ich zum fünften Mal in meinem Leben eine Auster.
Es ist bisher die beste, aber auch diesmal nehme ich mir vor, jetzt keine mehr zu probieren. Dann geht es zurück die Küste entlang, man merkt, daß das Wasser langsam höher steigt.
Und dann geht es ab in die Dünen. Und was wir jetzt erleben, stellt das bei Chris Nel erlebte um einiges in den Schatten.
In einem Höllentempo geht es unglaublich steile Dünen hoch und runter.
Auf einem Dünenkamm stoppt er und lässt den Landy in den Abgrund kippen. Und der ist gute 30 Grad steil. Uns stockt allen der Atem: „Woooow!“ Dann geht es langsam rutschend in den Abgrund und wieder in die Dünen. beim runterrutschen hören wir den Sand knirschen....
An einem kleinen Grasfleck stehen sogar Springböcke und eine Düne nennt der Fahrer Lady Gaga Düne.
Dann ist die Show auch langsam schon vorbei und wir folgen dem ersten Fahrzeug durch das steigende Wasser. Wenn man sich hier nicht auskennt....
Er erzählt uns die Geschichte von 4 jungen Holländern, die hier vor kurzer Zeit ihr Auto versenkten. Nur die Bergung kostete sie 2.000 Euro. Das Auto war Totalschaden. Auf der Rückfahrt halten wir noch bei den Flamingos, wo ein Busfahrer seinen Bus im Tiefsand versenkt hat.
In Walfish Bay verabschieden wir uns nach einer Latte von den zwei Schweizern und fahren zurück ins Hotel. So ein tolles Erlebnis ! Sensationell !
Gegen halb sechs sind wir dann wieder zurück.
Nach einer Dusche und kurzem Relaxen geht es kurz nach halb acht zurück nach Swakop. Es ist dunkel und kaum ein Auto auf der Straße. An der Jetty bekommen wir einen bewachten Parkplatz. Im Restaurant ist es im dunkeln viel netter als am Tag, in einer urigen Bar, die aus einem alten Schiff gebaut ist, warten wir auf unseren Tisch. Nach ca. 15 Minuten wird dieser dann frei. Wir sehen die Wellen ca. 5 bis 6 Meter entfernt am Ufer brechen, ein schöner Tisch ! Kerstin isst Muscheln als Vorspeise. Ich eine mit ca. 390 Nam $ nicht ganz billige Seafood Extravaganza, Kerstin Oryx Surf and Turf. Dazu einen Blend und Bier.
Meine Fischplatte ist die beste, die ich bis jetzt gegessen habe. Eine auch noch schön angerichtete Materialschlacht aus zwei leckeren, großen Fischfilets, Tintenfischstücken, Scampis, Miesmuscheln und einem ganzen Greyfish.
Kerstins Surf & Turf ist auch sehr ansehnlich, nur der Oryx ist ihr in der Mitte etwas blutig. Da das Steak riesengroß ist, ist das nicht schlimm. Wir verzichten wir auf den Nachtisch, bezahlen bei unserem netten Kellner und fahren zurück ins Hotel. Dort geht nach einem kurzen Absacker auf dem Balkon ein perfekter Tag zu Ende !
Teil 3812. Dez. 2013
11.10.2013 Swakop nach Hohenstein
Heute wird ganz gemütlich gefrühstückt und ausgeschlafen. Die Sachen sind schnell gepackt. Im Restaurant lassen wir uns Eier braten und geniessen in Ruhe den Blick auf das Meer. Die heutige Etappe nach Hohenstein ist mit ca 200 KM nicht so lang.
Über guten Asphalt geht es zurück ins Landesinnere. Ich lasse mir etwas Zeit, damit wir nicht allzu früh in Hohenstein ankommen. Dann biegen wir in Sichtweite der Spitzkoppe auf die Gravelroad ab.
An der nächsten Abbiegung gibt’s Pippipause, dann suchen wir noch weniger erfolglos nach Mineralien. Kurz nach 12:00 Uhr erreichen wir Hohenstein, benannt nach dem nahen massiven Berg mit gleichem Namen.
Die Lodge liegt sehr schön, die Bungalows sind aber etwas ideenlos nebeneinander gebaut.
Wir werden von einem Ranger nett empfangen und bekommen einen kühlen Drink. Unser Zimmer wäre noch nicht fertig, das haben wir um diese Uhrzeit auch nicht erwartet. Vier schleichende Reinigungskräfte wandern in Richtung unseres Bungalows Nr. 10.
Wir auf die Terrasse.
Es ist wieder einmal Mitte 30 Grad. Unsere Idee, Heute zur Spitzkoppe zu fahren, wird verworfen. Ok, die Sundownertour kann es sein, mehr aber nicht. Nach einer Stunde warten im Schatten ist unser Bungalow fertig. Nicht gerade supersauber, aber ganz OK. Die Einrichtung ist auch ganz nett. Was die 4 Ladys 1 Stunde in unserem Zimmer gemacht haben, erschließt sich uns nicht.
Dann ergattern wir die letzten 2 Liegen im Schatten am Pool. Es gibt 6 Stück.
Da etwas später eine größere, sehr peinliche Busgruppe ankommt und die anderen 4 Liegen besetzt sind, erwartet uns ein sehr interessantes Schauspiel. Ein älteres, deutsches Päärchen zieht laut diskutierend eine einsame, mitten in der Sonne stehende Liege in Richtung des uns gegenüberliegenden Sonnendaches direkt neben die Liege eines der 4 schon dort liegenden Deutschen. Der Mann und die Frau diskutieren lebhaft, wie die Sonne hier im südlichen Afrika wandert, wo Osten und Westen ist, ob das alles genauso wie bei uns funktioniert. Sie wollen die Liege irgendwie gemeinsam nutzen und steigen in den Pool. Alle anderen hören gespannt zu. Die Diskussion geht weiter und die Frau redet so lange auf ihn ein, bis er ihr einfach Recht gibt. Dann kommen die anderen Gruppenreisenden. Nach einem Stück Kuchen geht es unter die Dusche und dann um 5 zum Sundownerdrive. Dort sitzen bereits die 4 Deutschen vom Pool. Die 4 wohnen nur weinige KM von uns entfernt und sind echt in Ordnung. Das eine Paar ist vom Afrikavirus erfasst.
Wir sichten Oryxe, Tokos, Red Hardebeest und Kudus vor der schönen Kulisse des vom Abendlicht erleuchteten Hohensteines.
Es ist interessant, wie sich die Afrikaneulinge an den Antilopen erfreuen.
Unsere Runde ist nicht allzu lang, aber landschaftlich reizvoll.
Der Sundownerfelsen liegt in Sichtweite der Lodge.
Zuerst wundern wir uns, aber der Steinhaufen mit Spitzkoppe- und Hohensteinblick ist doch ganz schön.
Bei angeregten Gesprächen genießen wir den Sonnenuntergang, der glutrote Ball geht direkt neben der Spitzkoppe unter.
Beim Abendessen fragen wir, ob wir ins freie umziehen dürfen, weil unser Zweiertisch in einer Ecke hinter dem Busgruppentisch eingezwängt steht. OK. Dann gesellen sich noch die 4 Sundownerbekannten zu uns. Sie bekommen Steaks, wir eine Art Stroganoff. Es wird Afrikalatein ausgetauscht, bei regen Gesprächen neigt sich der Abend dem Ende zu.
Im Zimmer ist es ziemlich heiß, aber wir finden trotzdem schnell Schlaf.
Teil 3914. Dez. 2013
12.10.2013 Hohenstein und Besuch auf Ameib/Bulls Party
Gemütlich schlafen wir aus und gehen erst um 08:30 Uhr zum Frühstück. Fast alle anderen Reisenden sind schon weg. Nach einigen Minuten kommen unsere 4 Mitfahrer von Gestern von einer Minerstour zurück. Hoch oben im Fels suchen hier einige Einheimische in Knochenarbeit nach Mineralien. Nach wieder ausgiebigen Gesprächen machen wir uns auf nach Ameib. Es ist bedeckt und auch um 10:00 noch angenehm kühl. Natürlich wird sich das bis zu unserer Ankunft gut eine ¾ Stunde später noch ändern und das Thermometer in Richtung 40 Grad abzischen.
Auf Ameib waren wir vor 11 Jahren schon einmal. So sehr viel scheint sich nicht verändert zu haben.
Wir zahlen je 50 Rand für den Tagesbesuch und fahren zur Bulls Party.
Die Landschaft hier ist einfach wunderschön.
Glattgewaschener Fels und riesen Felsmurmeln.
Ein weiteres Auto steht noch auf dem kleinen Parkplatz. Die 4 Insassen kommen uns gerade entgegen. Irgendjemand hat ein witzig Tierchen gebaut 😉
Begeistert und wild fotografierend laufen wir durch die Riesenmurmeln und machen es uns unter dem Schatten eines besonders großen Exemplares bequem. Es geht etwas Wind und wir bewundern still das Panorama.
In einigen Pfützen steht Wasser und die Blumen blühen.
Wegen der Hitze verwerfen wir den Gedanken der Elephant Head Besteigung und genießen einfach nur die Stille.
Etwas Wildlife gibt es auch.
Zwischen den Felsen ergeben sich immer neue Perspektiven.
Dann geht es zurück zur Lodge, wo wir rechtzeitig die Liegen ergattern und wieder Erholungsurlaub machen.
Nach einem Stück Kuchen beobachten wir einige Neuankömmlinge, gehen zurück ins Zimmer und ergattern uns gegen 6 Uhr einen der Sundownerstühle auf der Terrasse. Kerstin kommt mit netten Österreichern ins Gespräch, die sich über Infos freuen. Yvonne, die fleissige Angestellte muss das Essen zuerst alleine managen und ist trotz größten Engagements überfordert.
Wir geniessen das Essen und kommen noch mit zwei netten Nordhessen ins Gespräch, die im Ingrids Welt Forum aktiv sind. Unsere letzte Nacht liegt vor uns.
Teil 4019. Dez. 2013
13.10.2013 Letzter Tag Rückfahrt nach Wdh und Lunch auf der Heinitzburg
Nach einer gut durchschlafenen Nacht klingelt der Wecker heute etwas später. Wir haben keine Eile, frühstücken in Ruhe, reden noch etwas mit anderen Gästen und verabschieden uns gegen 10 von Hohenstein und unserer letzten Unterkunft in Namibia.
Am letzten Abend hatten wir uns sogar Online bei Air Namibia einchecken können und haben die Plätze mit größerer Fußfreiheit an der Trennwand zur Business Class bekommen. Das berhigt uns ungemein.
Die Rückfahrt nach Windhoek ist kein Problem. Vorbei an bekannten Wegweisern erreichen wir um die Mittagszeit herum die Heinitzburg.
Nach dem Regen vor zwei Wochen blühen die Jacarandas.
Auf der Heinitzburg wollen wir die Zeit bis zur Autoabgabe bei Hubert Heester verbringen und etwas in Erinnerungen schwelgen.
Die Heinitzburg war im August 2002 unsere erste Unterkunft in Afrika überhaupt. Bei bestem Wetter geniessen wir gutes Essen und stellen fest, dass das Hotel die perfekte Location zum Zeitvertreib vor dem Abflug ist.
So vergehen die dreieinhalb Stunden wie im Flug (unpassender Spruch so kurz vor dem Rückflug).
Mit etwas Wehmut erreichen wir Kalahari Car Hire und geben unser liebgewonnenes Hubraumwunder ab. Ein wortkarger Taxifahrer fährt uns zum Airport, wo wir nach ca. einer halben Stunde Warten die Koffer abgeben. Die Zeit bis zum pünktlichen Abflug verbringen wir im Restaurant und nutzen die Zeit zum Reisebericht schreiben.
Auf dem Vorfeld steht der nagelneue A330. Innen ist er sehr schön, der Service ist lustlos. Nach pünktlichem Abflug und einigem Schlaf bekomme ich Nachts keine Getränke. Die Crew hat sich verbarrikadiert und reagiert auch nicht. Dass in der Bordküche nicht einmal ein Tablett mit Wasser steht, bringt mich auf die Palme. Irgendwie geht der Flug rum und so landen wir pünktlich in Frankfurt, wo uns das georderte Taxi nach Hause bringt. Wir sind jetzt viermal mit Air Namibia geflogen, es war wohl der letzte Flug mit dieser Airline.
Ich bin hier fast am Ende des Berichtes. Da wir am Wochenende unterwegs sind, werde ich das Fazit und eine komplette Unterkunftsbewertung erst in der nächsten Woche schaffen.