Besuch bei den Himbas

12 Antworten · 4'314 Aufrufe · gestartet 14. Okt. 2013 von Noepke2008
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Themenstarter7 Beiträge · seit 201314. Okt. 2013 · #1
Hallo,
wir fahren im November zu den Epupa Falls und wollen auch ein Himbadorf besuchen. Kann uns jemand sagen welche Art von Geschenken für die Himbas wirklich sinnvoll sind und ob man sie in Opuwo kaufen kann?
Ich habe schon überall im Forum gesucht, aber leider nichts gefunden.

Viele Grüße
Heinfried
zuletzt bearbeitet 15. Okt. 2013
1'483 Beiträge · seit 200914. Okt. 2013 · #2
Hallo Heinfried.
hier ist etwas für den Einstieg.
Es ist auch ein Unterschied, in welcher Region du in ein dorf kommst.
Gelbingen wünscht keine Geschenke, wenn du zum Orphan-Projekt bei Kamanjab kommst, ebenfalls nicht.

Gruß Piscator
41 Beiträge · seit 201314. Okt. 2013 · #3
Hallo Heinfried,
wenn Du von Opuwo zu den Fällen fährst, kommst Du an einem Dorf vorbei und kurz danach befindet sich auf der linken Seite eine lange Holzbohle, auf der Steht "Ku´Damm"!
Hier ist ein gemeinnütziges, deutsch geführtes Waisenhaus!
Also, wenn Ihr etwas Gutes tun wollt, die können immer Lebensmittel (bekommst Du in Opuwo im Supermarkt bei der Tankstelle!) und auch gut erhaltene Kinder-/Jugendliche-Kleidung (vor zuhause etwas mitbringen!) Hier lieferst Du direkte Hilfe ab!
Leider bei allen Dörfern entlang der Strasse, kannst Du nur Geld "abliefern" für Dorfbesichtigung und Foto´s.
Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten zu helfen: kaufe einige 5 Liter Wasserkanister, Zucker und Mehl.
Du wirst Himba-Frauen sehen, die oft Stundenlang zum nächsten Wasserloch laufen. Die kommen allermeistens aus Dörfern, die weiter von der Strasse entfernt sind und freuen sich über solche Geschenke. Denn in dieser Gegend helfen sogar auch leere Wasserkanister den Leuten - oftmals laufen die mit ein bis zwei leeren Colaflaschen den langen Weg um Wasser zu holen!
Was Du auch immer mitnehmen kannst, sind hier abgelaufene Auto-Verbandskästen. Ich nehme immer den Inhalt aus Gewichtsgründen heraus und schweiße den in eine Plastiktüte ein. So wiegt jedes Päckchen ca. 500 g und Du kannst Deine Reisetaschen optimal mit 23 Kg "belasten"
Alle anderen Konsumgüten erregen nicht unbedingt die von uns erwarteteten "Freudentaumel" (hatte mal versucht eine gute Armbanduhr abzugeben!!! - braucht keiner, es gibt ja die Sonne!!!)
Wo werdet Ihr in Opuwo übernachten? Brauchts Du da noch einen Tip?
Viel Spass
Ranger Tom
1'425 Beiträge · seit 201314. Okt. 2013 · #4
Hi,

wir waren zwar noch nie bei den Himbas (kommt erst 2014) aber wir sind schon ziemlich viel in der Welt rumgekommen und haben die Erfahrung gemacht, dass der Kontakt zu den Erwachsenen über die Freude der Kinder kommt.
Wir hatten ein wunderschönes Erlebnis in den Anden, in einem abgelegenen kleinen bolivianischen Dorf, als uns eine neugierige Gruppe von Kindern umringte. Ich hatte nichts als "Gastgeschenk" dabei als einen Apfel vom morgentlichen Frühstücksbuffett im Hotel. Den habe ich ihnen ziemlich beschämt angeboten, weil ich wirklich nichts anderes hatte. Das kleinste der Kinder hat diesen Apfel genommen und verschwand sofort, die anderen Kinder blieben stehen. Zuerst haben wir gedacht, dass das nun irgendwie dumm gelaufen ist, jetzt hat der Zwerg den Apfel und die anderen stehen da und haben nichts. Dann kam plötzlich der Zwerg wieder mit einem etwas größeren Mädchen mit einem Messer in der Hand. Der Zwerg überreichte vor uns dem größeren Mädchen den Apfel und dieser wurde in exakt 6 gleiche Stücke geteilt und jedes Kind erhielt einen Apfelschnitz. Die Kinder strahlten und bedankten sich bei uns zuerst und dann wurde der Apfelschnitz gegessen. Seither haben wir immer, soweit möglich, frisches Obst dabei.
Ansonsten haben wir meistens Holzbuntstifte (es gibt ganz tolle, die in einer Mine mehrere Farben haben) und Blöckchen dabei. Auch Luftballons machen riesigen Spaß (auch den Erwachsenen).
Was man dann für den Kontakt mit den Erwachsenen unbedingt dabei haben sollte, sind einige Bilder von den eigenen Kindern und von dem Ort in dem man lebt, am besten mit Schnee.
Geld gibt es bei uns auf keinen Fall.

Gruß

Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
7'296 Beiträge · seit 200614. Okt. 2013 · #5
Ranger Tom schrieb:Alle anderen Konsumgüten erregen nicht unbedingt die von uns erwarteteten "Freudentaumel" (hatte mal versucht eine gute Armbanduhr abzugeben!!! - braucht keiner, es gibt ja die Sonne!!!)
... kann auch keiner lesen, so 'ne komische Uhr. Vor allem die Analoguhren.

Als ich Anfang des Jahres in Sierra Leone war, hatte ich meine Uhr zuhause vergessen. Zuerst habe ich überlegt, mir eine billige Uhr zu kaufen, aber nach ein paar Tagen hat das wirklich prima geklappt. Vor allem die wichtigste Zeit (in zwei Stunden wird es dunkel, Zeit eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden) habe ich recht schnell "lesen" können.

Zum Abschätzen habe ich in den ersten Tagen gelegentlich mal jemanden nach der Uhrzeit gefragt, wenn er 'ne Armbanduhr trug. Nicht einer hat auf die Uhr geschaut. Alle haben irgendwo ihr Handy rausgekramt und die Zeit dort abgelesen. Ich bin zu der Ansicht gelangt, dass die Armbanduhr nur ein Statussymbol war, aber keiner damit umgehen konnte.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'667 Beiträge · seit 200915. Okt. 2013 · #6
Hallo, Heinfried

du wirst ja bestimmt einen geführten Himbabesuch machen, da der Guide auch als Übersetzter dient. Er wird dir auch sagen, was du als Geschenk mitnehmen sollst. Meist ist es Mehl, Zucker, Tabak.
Ich würde die Tour von den Epupa Fällen aus machen. Dort gibt es einige Führer, die Himbas sind, mit diesen fährst du dann in ihr Dorf. Ich fand unseren Besuch dort interessanter und authentischer, und deutlich billiger.
Einkaufen kannst du alles in einem kleinen Laden in Epupa.

LG
Birgitt
Der Erde eine Stimme geben REISEBERICHT 4 1/2 WOCHEN BOTS UND NAM REISEFOTOS UND KURZER BERICHT: UGANDA IM LAND DER KOCHBANANEN REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2012 REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2013 2014 Griechenland 2015 Austria und Griechenland 2016 Costa Rica und Panama 2017 Bretagne und Griechenland
1'794 Beiträge · seit 201315. Okt. 2013 · #7
Hallo Heinfried, mit Guide ist ja alles perfekt org., du bekommst Erklärungen und auch die Dinge gesagt, welche man mitnehmen sollte!

Wir haben 2010 Mehl,Reis und Tabak in Opuwo gekauft und sind bei irgendeinem wackligen Schild von der Hauptpad rechts weg gefahren und dann kam gleich ein Kral mit einer alten Frau vor einer Hütte, einem blinden Greis in einer anderen Hütte und vielen Kindern!

Wir haben die Geschenke überreicht und durften alles ansehen und überall reinschauen!
Halt alles ohne Erklärung, aber echt urig!

Toll waren die Kinder mit ihrer Fröhlichkeit und dem Lachen!

Als dann eine junge Frau kam und nach Geld gefragt hat, haben wir noch Getränke und Äpfel verteilt und sind weiter nach Epupa!

LG NOGRILA
874 Beiträge · seit 200815. Okt. 2013 · #8
hallo
auch Camp Aussicht ist ein prima ausgangspunkt. hier kannst du campieren oder in einem einfachen zimmer übernachten. marius steiner zeigt dir sicher gerne auch seine dioptase-mine. sehr spannend.
marius fährt auch hin und wieder mit einer kleinen touristengruppe zu den himbas. er hat einen sehr guten draht zu den leuten und du kommst richtig nah dran - ohne in ein "museum" zu kommen.
kann ich nur empfehlen !!
anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
1'425 Beiträge · seit 201317. Okt. 2013 · #9
Hi,

auch wenn ich jetzt wieder Prügel bekomme 🤩

Geführte Touren zu irgendwelchen "Ureinwohnern" etc. kommen für uns auf gar keinen Fall mehr in Frage. Ist für uns die absolute Tourishow und Abzocke. Die dort, im wahrsten Sinn des Wortes, vorgeführten Eingeborenen haben dadurch ihr gesichertes Ein- und Auskommen (wer daran wirklich verdient, ist eine andere Sache). Aber die vorgeführten Eingeborenen haben durch diese Veranstaltungen ihr gutes Ein- und Auskommen und machen nur noch auf Show. Wo ist da ihr authentisches Leben??????????? Geht ja gar nicht, bei jedem Tag durchgeschleußten Tourigruppen und jeder lässt was da.

Wir haben mal vor einigen Jahren im Amazonasgebiet so eine Führung mitgemacht und wir kamen uns vor wie im Zoo. Ich habe mich dann einmal etwas hinter die Kulissen geschlichen und konnte dann bei den "armen" Ureinwohnern sehen, dass in der als so ärmlich beschriebenen Hütte in der hinteren Ecke ein solarbetriebener DVD-Player stand. Daraufhin haben wir uns geschworen, so eine Tour nie mehr zu machen, und wir müssen auch nicht, Zitat Anita: " richtig nah dran kommen - ohne in ein "museum" zu kommen"

Wir begegnen auf unseren Reisen Menschen,aber wir besichtigen sie nicht,

und den Apfel für die Kinder unterwegs haben wir dabei 🙂


Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
1'933 Beiträge · seit 200917. Okt. 2013 · #10
Hallo Heinfried,

wir haben 2010 ein Himba Dorf von der Grootberg Lodge aus besucht. Unser Guide (selber Himba) hat uns zu seinem Dorf gefahren, vorher wurde von uns in einer Bude in einem Dorf Mehl, Oel und Wasserkanister gekauft. Dann ging es ca. 1Std. querfeldein. Die Himbafrauen haben uns sehr nett empfangen und sich alle einzeln für das Mitgebrachte bedankt. Die Männer waren mit der Herde unterwegs. Moses hat und alles erklärt und übersetzt. Sie haben auch nicht für uns getanzt etc., sondern sich weiter um ihre Kinder, ums Essen usw. gekümmert. Einzig wurde uns vorgeführt, wie das rote Pulver hergestellt und auf der Haut aufgetragen wird.
Die Kinder waren allerliebst, machten riesige Augen und lachten herzerfrischend. Moses erklärte mir, das sie über mein blondes Haar kicherten...

Alles in allem waren es 2 sehr schöne Stunden bei den Himbas, informativ und für uns sehr authentisch. Wir hatten wirklich das Gefühl als Gast willkommen zu sein.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
Themenstarter7 Beiträge · seit 201329. Nov. 2013 · #11
Hallo,
wir sind aus Namibia zurück und ich möchte kurz über unseren Himbabesuch in der Nähe der Epupa Falls berichten.
Viele Himbas haben sich der Zivilisation angenähert, indem sie ihre Dörfer direkt an die Durchgangsstraßen verlegt haben um die Infrastruktur zu nutzen. Diese Himbas leben größtenteils zwar noch traditionell, aber sie vermarkten ihre Kultur an die Touristen die vorbeikommen. Das hört sich brutal an, aber ich hatte absolut das Gefühl dass sie schon wissen was sie tun.
Wir wurden sehr freundlich empfangen, hatten allerdings einen Guide als Dolmetscher dabei, der uns alles erklärt hat.
Zum Abschluss unseres Besuches haben wir unsere Geschenke übergeben. (Maismehl und Wasser wegen der extremen Dürre) Es wird auch erwartet, dass man ihnen eine Kleinigkeit abkauft. Ob sie sich von dem Geld Alkohol gekauft haben weiß ich natürlich nicht, aber es ist eine gezielte Einnahmequelle für diese Leute.
Diese Entwicklung macht natürlich nachdenklich, aber ich glaube auch, dass sich das Rad des langsamen Kulturverfalls nicht zurückdrehen lässt. Wir hatten während unseres Besuches kein schlechtes Gefühl, aber jeder muss für sich entscheiden, ob man die Dörfer besuchen möchte.

Es gibt auch noch abgeschiedene Himbadörfer tief im Kaokoveld, die wir nicht besucht haben und über deren Lebenswiese bzw. Zivilisationseinfluss ich nicht berichten kann.

Heinfried
zuletzt bearbeitet 29. Nov. 2013
7'296 Beiträge · seit 200629. Nov. 2013 · #12
Noepke2008 schrieb:Diese Entwicklung macht natürlich nachdenklich, aber ich glaube auch, dass sich das Rad des langsamen Kulturverfalls nicht zurückdrehen lässt.
... das ist wohl leider so. Jeder von uns, der in diese Region reist, trägt auch ein kleines Stück mit dazu bei. Und je mehr die Himbas Kontakt zu Touristen bekommen, desto mehr wollen sie (verständlicherweise) auch Dinge, die für uns selbstverständlich sind.

Leider gehört Alkohol auch dazu und die Menschen können damit nicht umgehen. Ich war einmal in einem abgelegeneren Himbadorf (nachdem ich 80 km in die falsche Richtung geradelt bin) und habe gesehen, dass jemand dort mit dem Auto hinfuhr und den Leuten Bier verkaufte. Das wenige Geld, das sie hatten, waren sie damit wieder los. Innerhalb von 1-2 Stunden sind alle nur noch sturzbetrunken umhergeeiert und teilweise umgefallen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
12 Beiträge · seit 201319. Dez. 2013 · #13
Wir haben von Epupa aus ein Himba-Dorf besucht.

Die bei den Campgrounds angebotenen Touren fand ich heftig teuer (450N$ p.P.).
Auf der Straße vor dem CG habe ich einen Himba-Guide getroffen, mit dem wir am nächsten Tag ein Dorf besucht haben.
Der Guide wollte 100 N$ p.P. für sich und für 250N$ wurden im Minimarkt in Epupa Gastgeschenke gekauft (Mehl, Zucker, ...). Dann gings etwa eine halbe Stunde im Auto weiter.
Das erste angefahrene Dorf war bis auf eine Person verlassen (sind wegen der Dürre weiter gezogen), also ging es weiter ins nächste Dorf. Dieses war schon lebhafter.
In aller Ruhe konnten wir uns dort umschauen, wir interessierten uns für die Himbas, diese interessierten sich für uns. Souvenirs wurden nicht angeboten - soviel zum Thema "touristisch". Und in den Hütten gab es definitiv keinen DVD-Player.

In unseren Augen war dies eine eindrückliche Erfahrung - und jeden $ wert.