Sodele, meine ganz persönlichen Floodplains in Form von schwäbischen Wasserschäden verlieren langsam ihren ganz großen Schrecken, auch wenn es noch ein paar Wochen dauernd wird, bis Wände und Fliesen geöffnet, die Trocknung erfolgt und alles wiederhergestellt sein wird - und auch wenn es nicht meine, sondern die nicht mehr bewohnte, aber eigentlich - aber nun eben wegen des Unglücks noch nicht - verkaufte Wohnung meiner Schwester betrifft - man leidet mit!!! 😵 ( @ bayernschorsch: du hast aber natürlich Recht - es gibt wahrlich größeres Unglück als dieses!!!)
Zeit also für mein Fazit !
Eigentlich hätte mein Reisebericht auch „Leopardenschwemme in Botswana“ heißen können – aber ich wollte meinen Sichtungen durch einen solchen Titel nicht vorgreifen 😎 . Außerdem gab es viele andere Tiere zu sehen, die mir genau so wichtig sind wie diese schönen Katzen. Trotzdem habe ich diese Häufung durchaus als eine Kompensation für die Enttäuschung über die Situation im Sango Camp empfunden und gerne angenommen!
Allgemein: es hat mich wie letztes Jahr erstaunt, wie reibungslos man in Botswana reist – alles war perfekt organisiert (durch Iwanowski (Frau Miebach) bzw. Safari Destination und durch Heike und Uli von der Dombo Farm).
Das Reisen mit meiner Halbschwägerin verlief unterhaltsam und problemlos – sie war zwar schon öfters zu Besuch bei mir, aber zusammen unterwegs waren wir noch nie, von daher fehlte uns die gemeinsame Reiseerfahrung. Da sie aber genau so wenig ängstlich oder umständlich ist wie ich waren wir ein gutes und vor allem entspanntes Team (mal abgesehen davon, dass sie ein bisschen Moskito-Panik geschoben hat 🤩 )! In unseren Doppelzimmern musste sie darunter leiden, dass ich beim Einschlafen gerne mal schnarche – dafür hat sie mich am Ende unserer Reise zweimal mitten in der Nacht kurz um den Schlaf gebracht 😈 (womit - das wird unser Geheimnis bleiben 😗 ) Somit denke ich, dass wir quitt sind 🤪 😎 😛 .
Nun zu unseren drei Stationen:
Dombo Farm (nördlich von Motopi):
Animiert durch Forumsberichte wollte ich schon letztes Jahr dort hin, aber es hatte nicht in unseren Reiseplan gepasst. Im Vorfeld war ich nun durch meine tollen Erfahrungen mit den Sangos 2012 ein bisschen skeptisch, ob ich mich in „deutscher“ Umgebung wohlfühlen würde, weil ich gemerkt habe, dass ich in Afrika gerne bei/unter Afrikanern wohne.
Woran ich mich erst gewöhnen musste war die Tatsache, dass man auf Dombo als Gast im Mittelpunkt steht. Es werden auf der Farm nicht etwa Rinder, Schafe oder Ziegen umhegt, sondern Touristen 😄 !
Mein ganz persönliches Problem dort war, dass ich in Gedanken schon im Sango Camp war und den Aufenthalt auf Dombo natürlich nicht so authentisch afrikanisch empfunden habe. Im Nachhinein (und es ist mir tatsächlich erst danach bewusst geworden) habe ich aber auf das Dombo genau das erlebt, was mir im Sango Camp im Vergleich zum letzten Jahr gefehlt hat: man merkt Heike und Uli ihre Liebe zur Natur an 😘 – sie achten und respektieren jedes Lebewesen vor Ort. Außerdem bekommt man Informationen in Hülle und Fülle und dies von Herzen – auch etwas was ich im Sango Camp vermisst habe (nur einmal war Tony für mein Gefühl so richtig bei der Sache, das war abends bei den Sternbildern).
Absolut genial und unvergesslich war der Ausflug mit Uli in den Makgadikgadi-NP. 🙂
Was ich an Heike und Uli sehr zu schätzen weiß, ist ihre unaufgeregte und ungekünstelte Art – so send mir Schwoba hald! ( Und Sinn für ein Späßle hat Heike auch – gell Casimodo???? Das muss jetzt niemand verstehen außer Carsten und Kerstin – aber vielleicht klären sie es ja irgendwann mal auf! 😄 )
Da Heike und Uli auch als Guides Touristen bis zum Chobe hoch begleiten ist für Leute, die gerne alleine nach Botswana reisen möchten, aber wenig Englisch sprechen, sicher eine Option (ich hab da auch schon jemand aus meinem Bekanntenkreis im Sinn).
Bei mir ganz weit hinten im Kopf ist der Wunsch, einmal im Dezember oder im April (bin ja an die Schulferien gebunden) nach Botswana zu reisen, um das Land etwas grüner zu erleben – und bei dieser Gelegenheit würde ich gerne wieder einen Besuch auf der Dombo Farm einbauen. Ich habe zufällig gestern Abend in der Badewanne im Iwanowski Reiseführer ein Foto von der Terrasse mit Blick aufs Wasserloch gesehen und war völlig überrascht, dass es da auch grünes Gras geben kann!!!
Ein dickes Dankeschön an Heike und Uli für die schöne Zeit! 😘
Kubu Lodge am Chobe:
Wieder hat mir die Lage in dem schönen, grünen und blühenden Grundstück direkt am Chobe sehr gut gefallen. Das Personal war durchgehend super freundlich, das Essen war wieder sehr gut und alle Termine für unsere Aktivitäten haben perfekt geklappt. Internet per W-Lan im Bereich in und um die Rezeption ist auch nicht zu verachten! Kleiner Nachteil dieses Mal: in der Nähe der Lodge gab es einige Hunde – deren Gebell war nachts manchmal ein bisschen nervig. Die Dusche in dem Chalet hat nur suboptimal funktioniert – diese Klagen hört man immer wieder und ich bin mal gespannt, wann sich da etwas ändert – ich habs auf jeden Fall auf dem Review-Zettel moniert.
Dieses Mal konnte ich endlich auch die schöne Terrasse vor unserem Zimmer genießen, weil wir keinen so engen Zeitplan hatten wie letztes Jahr.
Beide Boat-Cruises waren sehr schön und es gab immer wieder neue interessante Szenen zu beobachten – auch wenn der Tierbestand und die jeweiligen Standorte sehr ähnlich wie letztes Jahr waren.
Was uns beiden nicht so gefallen hat waren die Game-Drives im Park. Es sind sehr viele Fahrzeuge unterwegs und das Ganze ist eine ziemliche Hetzerei, weil einem alles mögliche gezeigt werden soll, die Zeit aber genau vorgegeben ist. Morgens sieht man zudem nicht all zu viele Tiere, die Elefanten halten sich noch irgendwo im Park versteckt auf. Aber das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau – wir hatten trotzdem sehr schöne Sichtungen.
Sango Safari Camp, bei Khwai Village:
Wie schon geschrieben ist das Camp nicht mehr in Familienhand. Dies finde ich höchst bedauerlich und hat mich doch etwas enttäuscht: selbst wenn ich die Begeisterung der ersten Botswana-Reise von letztem Jahr abziehe bleibt das Gefühl, dass inzwischen im Camp nicht mehr diese Ernsthaftigkeit und dieser Wertschätzung der Natur vorherrscht wie letztes Jahr 🙁 . Natürlich hatte ich zudem das Pech, dass Face, der inzwischen Manager dort ist, im Urlaub war (was ich aber schon vorab wusste). Leider fand ich persönlich den Interimsmanager JJ nicht gerade sehr sympathisch – da war irgendetwas an seiner Art, das mich gestört hat. Die Späße, die vom Personal (JJ, Joseph und auch Rhino) betrieben wurden waren nicht ganz nach meinem Geschmack.... 😮
Die Tatsache, dass es nun dauerhaft warmes Wasser gibt und auch ständig Licht im Zelt (zumindest hatten wir immer.....) sowie die Wegbeleuchtung empfinde ich eher als negativ – so blöd das auch klingen mag...... Gerade dieses Basic-Gefühl hat mir letztes Jahr so gut gefallen!! Aber sicher haben diesen „Mängel“ einige Touristen beklagt und vielleicht lässt sich das Camp so leichter vermarkten.
Tony, unser Guide, war ein netter Kerl – aber eben auch nicht so ambitioniert, wie ich letztes Jahr Face als (vermutlichen Ausnahme-) Guide dort kennen gelernt habe. Wir waren bei den Katzensichtungen oft einer der letzten Wagen, die dort ankamen – und es gab nie diesen Wow-Effekt wie letztes Jahr, als man selber etwas entdeckt hat. Auch fand ich seine mehrfachen Hinweise darauf, dass ihm die viele Fahrerei eigentlich nicht so gefällt, taktisch unklug. Über seine Art, bei Fotostopps oft falsch oder zu spät zu reagieren habe ich schon gesprochen. Heike meinte zwar zwischendurch, dass ich ihm das dann doch immer sagen sollte – aber sorry, ich bin dort nicht als Lehrerin unterwegs und habe keine Lust, Nachhilfeunterricht zu geben. Eigentlich möchte eher ich etwas lernen, wenn ich mit einem ausgebildeten Guide unterwegs bin 😊 .
Ich möchte aber nicht unfair sein – ich würde sagen im Vergleich mit Face kann jeder Guide nur schlecht aussehen!!!
Trotz allem habe ich die 4 Tage dort genossen – die Tierdichte (nur ein Löwenrudel, bzw. ein männlicher Löwe habe zu unserem Glück noch gefehlt), die Möglichkeit in der Concession off-road zu fahren (und zwar, wenn es Interessantes zu sehen gibt, so lange wie gewünscht) sowie die Landschaft am Khwai River – als dies ist unvergleichlich!
Was mir sehr leid tut: ich habe etliche Fomis mit meiner Sango-Leidenschaft dazu animiert, das Camp auch zu buchen – mindestens zwei davon kenne ich persönlich. Die eine war schon dort, ich bin gespannt auf ihre Erfahrungen – die andere wird bald dort sein. Ich hoffe, dass ihr nicht sauer auf mich seid und denkt, was hat die mir denn da empfohlen ????.... 😊 😵 Meine einzigste Hoffnung ist, dass man als Ersttäter nicht merkt, was fehlt..... Vermutlich wird das auch so sein und es wird euch trotzdem gefallen! 🙂
Erstaunlicherweise haben Heike und Uli auf Dombo schon geunkt, wie lange dieses Modell „community- bzw. familiy-based“ funktionieren wird – leider waren sie der Wirklichkeit sehr nahe gekommen mit ihrer Schwarzmalerei. Face meinte zu mir vor Kurzem, er wird alles in seiner Macht Liegende tun um das spezielle Feeling im Camp wieder herzustellen – aber ich bin nicht sicher, ob dies möglich sein wird...... aber ich wünsche und hoffe es natürlich für ihn und für alle Gäste!
Immerhin weiß ich es zu schätzen, dass ich letztes Jahr die Chance hatte, diese wunderbaren Erfahrungen dort machen zu dürfen – und in meinem Herzen wird diese ganz besondere Zeit immer Bestand haben. 😘
Und noch ein Leopard – heute kam pünktlich zum Ende meines Berichtes die Postkarte an meine Söhne an (nach über einem Monat!)
Ausblick:
Ich habe bei dieser Reise gemerkt, dass es mir zunehmend schwerer fällt, mit recht vermögenden Touristen klar zu kommen, die nach ihrem Botswana Urlaub dann über den Winter auf die Kanaren verschwinden, um rechzeitig zum Skifahren im Spätwinter/Frühling wieder hier zu sein, aber vorher noch schnell eine Städtereise dazwischen schieben (ich hoffe, ich trete jetzt niemanden auf den Schlips 🤩 !). Wohlgemerkt: es waren zum Teil super nette Leute dabei und niemand so richtig Unangenehmes, aber ich hatte oft das Gefühl, beobachtend daneben zu stehen und nicht mitten dabei zu sein. Auch brauche ich keinen super gedeckten Tisch und keine Betten wie zuhause – das hab ich alles 11,5 Monate im Jahr. Ich habe inzwischen festgestellt, dass ich im Urlaub etwas anderes erleben möchte. Letztes Jahr war dies definitiv im Sango Camp der Fall: alles war noch etwas einfacher, das Duschwasser, das nur auf Wunsch warm gemacht wurde, das Zum-Zelt-Gehen in der Dunkelheit und die tiefe Naturverbundenheit von Face haben mir ein Gefühl von Authentizität vermittelt.
Nun hoffe ich, auf meiner Campingtour Ende August 2014 dies wieder zu erleben – das Gefühl, der Natur sehr nahe zu sein, am liebsten mit Menschen, die ähnlich empfinden wie ich. Man wird sehen, ob es auf Grund der Zusammensetzung der Reisegruppe schief geht – dann wird es eben einen Satirebericht geben 😗 – oder ob es so klappt, wie ich es mir momentan erhoffe. Dann werdet Ihr wie letztes Jahr meine Schwärmereien und mein Gesülze ertragen müssen 😎 ! Oder Ihr müsst euch anhören, dass ich Camping völlig bescheuert finde und zurück zu den Großverdienern in eine luxuriöse Lodge möchte 😄 !!
Aber bis dahin sind es noch mehr als 10 Monate: ich sage danke an alle Mitleser und Kommentatoren, danke an die Dankebutton-Drücker - ciao – dumedisa - und bis dann!!
(Danke auch nochmal an Jörg für das unbemerkte Foto meiner Neuerwerbung aus Maun 🙂 )