Leona's Damaraland Reisebericht August 2013

Reisebericht 92 Antworten · 32,7k Aufrufe · gestartet 03. Sept. 2013 von La Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200720. Okt. 2013 · #61
17. Tag Purros - Etambura
Die Nacht war extrem ruhig, gut ausgeschlafen packen wir alles rasch zusammen und sind um 07.15 Uhr starklar, und das ohne Johan's Pauke.

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Gestern haben sich die letzten Braaipacks etwas angetaut und obwohl der Kühlschrank nun wieder läuft, tut er dies ja nur bei laufendem Motor. Ich bin etwas besort, denn vor uns liegen zwei Ruhetage. Spontan fahren wir deshalb bei der luxuriösen Okiharongo Elephant Camp Lodge vor und ich schildere der netten Managerin unsere Situation. Sie insistiert uns einen Sack Eis kostenlos mitzugeben. Währenddem wir darauf warten kann ich die originelle Anlage etwas bestauenen. Tolle Integration von afrikanischen Elementen in eklektischer Architektur und modernem Design. Obwohl ich die paar Gäste schwer vermummt im Freiluft-Frühstücksraum sehe, ist es sicher hier Dank dem out-door Gefühl sehr gemütlich. Das Hotel wurde 2007 eröffnet und gibt immer wieder Stoff zum Reden, weil die Anlage nicht unbedingt diskret im Landschaftsbild erscheint. Wer das notwenige Kleingeld hat ist meines Erachten hier gut aufgehoben. Als wir wieder abfahren startet auch eine mit Wolldecken verpackte Gruppe auf den Desert Elephant morning game-drive.
Die D3707 würde uns auf mehr oder weniger üblem Wellblech in 110km direkt bis Orupembe führen.

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Wir beschliessen immer dort wo es möglich und erlaubt ist die westlichste Spur entlang des Skeleton Coast Parks zu nehmen. Die erste Abzweigung erreichen wir beim Khumib river, in dessen Trockenflussbett wir eine gute Stunde fahren. Dann verlassen wir den Fluss und zweigen wir links ab auf eine grosse Ebene bis zu den Ougams fountains. Wir halten alle paar km weil es uns hier so gut gefällt in den skurrilen Gesteinsformationen.

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Kurz nach der Quelle zweigt eine Strecke in den Skeleton Coast Park ab und wir können hier noch die Steine mit Flechten bewundern.

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Dann müssen wir wieder eine Weile auf der D3707 fahren bis es eine neue westliche Abzweigung gibt die wir befahren dürfen. Es handelt sich um ein Flussbett und einer steinigen Pad, wir fahren da etwa zwei Stunden und sehen ausser ein paar Gefiederten keine Tiere. Vor Orupembe machen wir unseren Mittagsstop, wir sind bis hierher 164km gefahren. Bis zum Tagesziel werden es insgesamt 8 reine Fahrstunden werden, für den Fahrer teilweise wegen Tiefsand anstrengend. In Orupembe treffen wir wieder auf die normale Strasse und sogleich hat uns das Wellblech wieder. Die letzten 2-3 Stunden waren verglichen mit dem Morgen weniger interessant. Wir wollten jedoch eine neue Variante kennenlernen weil wir auf einer früheren Reise die Trockenflussbette im Hoarusib und im Khumib schon gefahren sind.
Heute waren wir immer so auf 800m Höhe unterwegs und als wir endlich das Etambura Camp erreichen klettert die steile Piste bis auf einen kleinen Hügel auf 1050m.


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Sicht von unserem "Zelt" auf Etambura
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 20. Okt. 2013
1'667 Beiträge · seit 200920. Okt. 2013 · #62
Danke für die stimmungsvollen Bilder.....
Ich liebe diese Landschaften und die Einsamkeit dort oben.

LG
Birgitt
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Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200720. Okt. 2013 · #63
18. Tag Etambura
Etambura schreibt man auch Etaambura. Zusammen mit dem Marble Camp Site und dem House of the Hill handelt es sich beim Etambura Camp um ein community based project. In aufsteigender Kategorie ist Etambura die luxuriöseste Unterkunft. Fünf Selbstversorger Doppelzimmer/Zelte sind so auf dem Hügel verteilt dass alle eine uneingeschränkte Weitsicht geniessen können. Die halboffene Nasszelle wurde in die Felsen integriert und der angrenzende Schlafraum hat Canvaswände.

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Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit grossem Holzdeck und einer Braaistelle im Freien zum Kochen auf dem Feuer, jedoch keine Küche mit Kochplatten. Feuerfeste Töpfe, Grillroste, Zangen, wie auch Feuerholz werden bereitgestellt. Im Speisessal sind Schränke mit Geschirr und Besteck zur gemeinsamen Benutzung. Es hat auch eine Kühltruhe (Sonnenenergie).

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Gestern als wir ankamen sahen wir drei luxuriöse Geländefahrzeuge mit südafrikanischen Nummernschildern, eines davon die neuste Version des LR Discovery 4 (meinem Mann rollten nur so die Augen) und zwei Männer die gerade einen Reifen reparierten. Es gab für unser bescheidenes Gefährt keinen Centimeter Schatten mehr. Oh, mein Kühlschrank...
Kaku begrüsste uns mit einem allesgewinnenden Lächeln und zeigte uns das vom Gemeinschaftshaus am Weitesten gelegene Zimmer. Nach dem Motto "pay it forward" schenkte ich den Südafrikanern ein wenig Eis, welches nicht mehr in die aufgeschnittene 5l-Flasche passte. Oh Wunder, sie konnten ihr Glück kaum fassen, sie hätten schon seit sieben Tagen keinen Gin and Tonic mehr mit Eis getrunken.
Es wurde ein geselliger Abend.
Kaku ist Camp supervisor und zugleich ganz alleine hier oben fürs Saubermachen zuständig. Sie wäscht Geschirr ab, reinigt die Zelte und muss auch für Wasser sorgen. Denn hier oben gibt es keine Quelle. Sämtliches Wasser muss mit dem 4x4 in Containern vom Wasseranschluss im Marble Campsite hergeschafft werden. Weil wir heute ja einen Ruhetag haben begleiten wir sie und besuchen anschliessend den Marmorsteinbruch.

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Die Reservationen für Etambura kann man bei KCS Kunene Conservancy Safaris Namibia oder wie wir über Florence Araës von Rhema Tours and Travel tätigen. Zum Zeitpunkt als wir hier waren kostete ein Doppelzimmer Selbstversorgung N$662 pPpro Tag. Verständlicherweise werden hier nur Gäste mit vorausbezahlter Reservation aufgenommen.

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Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 20. Okt. 2013
1'523 Beiträge · seit 201120. Okt. 2013 · #64
Guten Abend La Leona,

.........Etambura..........Errinnerungen werden wach....und es gibt jetzt also doch einen Solarfridge...

den haben wir im November noch vermisst.........tolle Fotos.....toller Reisebericht....

lg, BMW
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200720. Okt. 2013 · #65
hallo BMW
gut das du das ansprichst, ja den solar-fridge gibts, aber wenn alle Zelte belegt sind und dort die Lichter brennen schaltet der switch der "Küche" ab und der solar fridge ebenfalls.

Die Anzeige der Innentemperatur der Kühltruhe zeigte 14ºC , also immer noch besser die Milch darin aufzubewahren als draussen bei 32ºC 😉
viele Grüsse
leona
Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200720. Okt. 2013 · #66
19. Tag Etamburo - Opuwo - Kamanjab
Nach einer herzlichen Verabschiedung verlassen nun auch wir Etambura, gestern abend hatten wir die ganze Anlage für uns alleine und es war eine wundervolle (fast) Vollmondnacht. Übrigens, wer an Himbaschmuck interessiert ist kann hier günstig einkaufen, denn Kaku verkauft Schmuck im Auftrag von zwei älteren Frauen der Umgebung. Wir lassen Kaku noch div. Frischwaren und fahren den Hügel hinunter und dann südlich Richtung Orupembe. Der rote Sand leuchtet im Morgenlicht, ein paar Oryxe und Springböckchen grasen friedlich auf der grossen Ebene.

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Die östliche Spur hat weniger Wellblech und bringt uns bis zur D3703. Diese D-road wurde hier im Forum als "so schlimm wie Van Zyl's" beschrieben. Zuerst fahren wir eine knappe Stunde auf holpriger pad und gelangen dann an ein Trockenflussbett und passieren diverse Himba Kraals. Sie scheinen alle wenigstens momentan verlassen zu sein, wahrscheinlich nomadisieren die Bewohner mit den Rindern, denn es gibt keinen Grashalm zu sehen.

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Wiederum eine Stunde später sehen wir die ersten Baobabs, davon zwei wirklich stattliche Exemplare und idealer Punkt für den Kaffeestop. Es ist schon brutal heiss, gestern und vorgestern abend konnten wir zum ersten Mal auf der ganzen Reise in t-shirts draussen sitzen. Wir passieren das Otjhaa Village ohne es zu sehen, wir riechen nur den Rindermist und hören die Ziegen.

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(diese akrobatischen Ziegen sahen wir gestern beim Marble Camp)

Dann beginnt die steinige steile Tortur bis wir auf einen Kamm gelangen und rechts und links Täler mit Resurrection-bushes, Sesametrees, Korkbäumen, aber vorallem Sand und Steinen passieren. Es ist staubtrocken. Die Rinder die wir sehen sind knochenmager. Heuer sei die grösste Dürre seit 50 Jahren. Ich glaube es. Die wenigen in schäbigen Zelten lebenden Himbas sehen nicht besser aus und sitzen nur lethargisch unter spärlichem Schatten.

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Auf der steilen Piste drehen die Hinterreifen auf den flachen losen Steinen durch, es riecht nach verbranntem Gummi. Wir kommen schmerzhaft langsam vorwärts und endlich nach 6 Stunden und 91km erreichen wir Etanga. Ab hier ist die Strasse super ausgebaut und heisst immer noch D3703. Die lokalen Fahrzeug überholen uns weit schneller als mit 100km/h. Um 14 Uhr queren wir eine surreale Welt, eine Oase namens Otzwazumba und queren einen wasserführenden Fluss. Der Rest der Strecke führt durch sanft gewellte Landschaft bis nach Opuwo. In der Herero-Himbasprache heisst Opuwo, "bis hierher". So fühlt es sich auch an, hier beginnt die Zivilisation wieder. Die Himbas leben hier im Kaokoland erst seit etwa 130 Jahren Dank der Unterstützung der Angolaner. Himbas sind genetisch mit den Hereros verwandt. In den Hottentottenkriegen verlor der Stamm all sein Hab und Gut und wird seit damals "himba" Bettler, genannt. Die Himbas betteln auch heute noch, vorallem "sweety", Tabak und Alkohol.

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Das grösste Dach Namibias der Opuwo Country Lodge sehen wir schon von weitem. Der Zeltplatz ist übervoll und wir kommen hier nicht unter sondern fahren weiter und erwägen für einen kurzen Moment die neue von hier etwa 70km entfernte Uukwaluuhdi Safari Lodge anzusteuern, aber der stolze Übernachtungspreis von N$2400 schreckt uns ab. Woher Max die Energie nimmt jetzt noch die 270km bis nach Kamanjab zu fahren ist mir schleierhaft. Doch um 19.40h erreichen wir das Gate des Kamanjab Rest Camp und sind heilfroh dass da steht "open".

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Die deutsche Besitzerin heizt auch noch rasch den Boiler ein damit wir eine warme Dusche im zwar alten, doch perfekt eingerichteten Waschhaus geniessen können. Wir bezahlen N$80 pP für den campsite nr. 5. Ausser uns ist nur noch ein weiteres Paar auf dem Zeltplatz, wir hören keinen Laut von ihnen und nehmen an sie schlafen schon. Mucksmäuschenstill machen wir Feuer an, braaien und bekommen Gesellschaft von einer Giraffe die gemächlich und ebenso lautlos an uns vorbeizieht. Es wird Mitternacht bis wir ins Bett kommen. Adrenalin baut man eben nicht ganz so schnell ab, vorallem wenn einem bei 80km/h plötzlich ein Pferd rechts vorne im Blickfeld der Windschutzscheibe auftaucht und glücklicherweise stehenbleibt...

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Gruss Leona
5'479 Beiträge · seit 200921. Okt. 2013 · #67
Schön, dass es weitergeht. Vieles kommt mir sehr bekannt vor.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2013
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200721. Okt. 2013 · #68
Hab grad gesehen dass Du mit Deinem Bericht begonnen hast, da freu ich mich schon drauf!
Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200722. Okt. 2013 · #69
20. Tag Kamanjab - Ugab Terraces/Vingerklip
Zum Kamanjab Restcamp möchte ich noch meinen Eindruck geben: Unverständlicherweise hatte ich irgendwie im Gedächtnis dies sei ein pseudo Streichelzoo mit überfülltem Zeltplatz und teutonischem Ambiente. Die Realität war aber ein sehr ruhiger naturbelassener Zeltplatz mit gross abgesteckten Plätzen zum Teil mit Stromanschluss (wird extra berechnet falls man diesen benutzt), sehr funtionellem Waschhaus mit super Duschen, guten Braaistellen und zementierten Tischen und Bänken. Wildbestand vorallem Giraffen und Gehörntes (?). Liegt auf der Schotterpiste nach Palmwag etwa 4km ausserhalb der Stadt Kamanjab und ist daher schön ruhig nachts. Es werden auch Bungalows vermietet zu N$500 pro Nacht, ohne Kochgelegenheit. Frühstück und Abendessen werden im Restaurant angeboten. Für die Durchreise fand ich den Ort ideal.

Seit mehr als einer Woche waren wir ohne internet-Empfang, kein 3G in Opuwo und auch nicht in Kamanjab. Im Restcamp haben sie kein wifi, man schickte uns ins Oppi Koppi im Stadtzentrum dafür. Das Oppi-Koppi erinnerte mich sofort an Joe's Beerhouse, und ist wahrscheinlich das lokale watering-hole der hiesigen weissen Bevölkerung, an der Bar gibts mindestens zwei Dutzend Stühle. Wifi war kostenlos und der Kaffee schmeckte vorzüglich. Die Recepcionistinnen waren zudem sehr nett.

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Weil wir gestern nicht wie vorgesehen in Opuwo übernachtet haben steht uns heute ein zusätzlicher halber Tag zur Verfügung. Zuerst fahren wir gemütlich auf der C35/M80 146km bis zur Ugab Terrace Lodge.

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Oben auf dem Hügel sind die Bungalows und der Speisesaal. Das beste an der Lodge ist die Sicht auf die Ugab Terrassen und die Vingerklip. Unterhalb der Bungalows sind die 3 Camp Sites angelegt worden. Noch ist man mit dem Ebnen der Stellflächen beschäftigt, was beim Bodenzelt ein Problem gewesen wäre, aber mit dem Dachzelt ausgeglichen werden kann unter den Rädern.

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Die Atmosphäre ist voller Staubpartikel, so schlimm wie hier fand ich es noch nie auf der ganzen Reise, man hat in keinem Moment des Tages eine richtige Fernsicht, geschweige denn ein klares Bild.

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Es ist sehr heiss und der Schatten an der Bar der Vingerklip Lodge mit einem kühlen Getränk scheint das perfekte Nachmittagsprogramm nach der Besichtigung der Vingerklip zu sein. Wir verlängern sogar bis weit in den Nachmittag und es gibt auch leckeren Kaffee und Torten. Ebenso wifi. Ich fand die Anlage sehr ansprechend einzig die Anrede auf deutsch ohne vorherige Nachfrage der Herkunft fanden wir etwas schockierend.

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Mir hat der Campsite der Ugab Terrace Lodge gut gefallen, besonders die Sicht aus der Dusche. Es gibt drei Toiletten und drei Duschen, jede von 1 bis 3 nummeriert und es ist so gedacht dass jeder Stellplatz seine eigene Dusch/WC hat, weil aber alles in einem bis auf Schulterhöhe gemauerten und sonst offenen Gebäude untergebracht ist, ist die Absicht nicht jedem Camper klar und es wird geduscht wo was frei ist... Einheizen für Warmwasser muss man selber, es gibt keinen camp attendant. Man kann als Camper zwar oben in der Lodge im Restaurant essen gehen, aber das Benutzen des Schwimmbades ist nicht erlaubt. Für einen Übernachtungsstop bei der Durchreise zu empfehlen. Wir haben über die internetseite der Lodge gebucht und N$110 pP pro Nacht bezahlt. Beachten dass die Stellplätze sehr klein bemessen sind und für höchstens zwei Fahrzeuge pro Site Platz bieten.

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Veterinärkontrolle
Als wir gestern von Opuwo zur Strassengabelung C41/C35 kamen war da eine mobile Veterinärkontrolle an der wir nicht aufgehalten wurden. Anders war es dann etwas weiter südlich auf der Höhe des Etosha NP's da wurden wir am Veterinärzaun angehalten. Es war schon dunkel und der Beamte fragte "do you carry any fresh meat?" Max antwortete: "it is our last day, I don't think there is anything left" Wohlwissentlich dass ganz obendrauf im Kühlschrank ein Pack Sirloin Steaks und ein Pack Boerwors lagen die wir total vergessen hatten, weil wir ja heute in Opuwo campen und braaien wollten. Dann antwortete der Beamte "Since there is probably nothing left, then show me your drivers licence" Gesagt getan und wir konnten weiterfahren.
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 22. Okt. 2013
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200724. Okt. 2013 · #70
21. Tag Vingerklip - Erindi
Wecker war auf 6 Uhr gestellt, genau der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs. Vor drei Wochen ging die Sonne noch eine halbe Stunde später auf, die Tage wurden allmählich länger, auch abends gabs so um die 5 Minuten mehr jeden Tag. Die eisig kalten Morgen mit Temperaturen um den Gefrierpunkt sind jetzt auch Geschichte. Gestern nachmittag war es 38ºC heiss.
Als wir um 07.15 Uhr starten ist die Route so festgelegt dass wir immer auf D Strassen bis nach Erindi fahren und das nüvi zeigt dafür eine Distanz von 190km an. Wir werden den ganzen Tag kein einziges Fahrzeug kreuzen, ausser in den Ortschaften. Wir queren das Ugab Flussbett etliche Male heute und bekommen die Vingerklip von einer anderen Perspektive zu sehen.

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Enorm hohe Zäune von Jagdfarmen wechseln sich mit einfachen Zäunen oder gar zaunfreiem Land ab. Es geht stets leicht gewellt durch sehr trockenes und ausser ein, zwei Farmhäusern unbewohntes Gebiet. Wir sehen Blessboks und Giraffen, und Hunderte von Wildschweinen. Auf der D2403 erreichen wir dann den Ort Kalkfeld. So eine Stadt tut einem leid, nichts vom früheren wirtschaftlichen Boom ist übrig geblieben, es gibt nicht mal mehr eine Tankstelle, jedes zweite Haus ist eingefallen. Die Bahnlinie führt hier lang, die Station ist in Ruinen. Ärmlich gekleidete Gestalten gucken hinter kaputten Fenster hervor. Ich sehe kein offenes Geschäft ausser einer Imbissstube.

Erster Stopp des Tages ist bei den Dinosaur Footprints auf der Farm des Deutschen Strobel. Er hat sie vor 14 Jahren erstanden und kann nun Eintritt verlangen von den Besuchern. Wir bezahlen N$20 pP und stellen das Auto unter einen schattigen Baum. Mir schwebt die ganze Zeit das Bild von Dinosauriern vor die sich auf glühendheissem flüssigem Stein die Pfoten verbrennen.

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Herr Strobel erzählt uns, immer schön über den Zaun seines Gartens, dass vor 5 Jahren ein Löwe aus Erindi ausgebrochen sei und bei ihm auf der Farm wieder eingefangen wurde. Später in Erindi erfahre ich dieser der Löwe jetzt "Fugitive" heisst. Ich fand den Besuch bei den Dinosaurier Spuren sehr interessant. Die Anfahrt ist nur was für Fahrzeuge mit Bodenfreiheit. Der Rundgang ist keine 800m lang und Herr Strobel händigt auch ein paar gedruckte Informationen aus. Wer sich hier gerne länger aufhalten möchte kann im Gästehaus unterkommen, es machte mir einen sympatischen Eindruck. Campingplatz ist ebenfalls vorhanden mit perfekt sauberen WC's und Duschen sowie Braaistellen.

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Die Strasse nach Erindi ist jetzt fast schneeweiss, daher auch der Name Kalkfeld nehme ich mal an. So heisst auch das am wenigsten benutzte Gate des Erindi Private Game Reserve, wo wir ohne Registrieren oder Kontrolle eingelassen werden. Der Elektrozaun ist eindrücklich und trotzdem gibt es immer wieder Ausreisser, nicht nur Löwen, jetzt vorallem auch Elefanten (die übersiedelten Khaudum Elefanten vorallem, Stand Sep/Okt 2013).

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Der Gate Warden hatte uns ein einfaches Blatt ausgehändigt worauf stand dass man als Selbstfahrer nur auf den Hauptstrassen fahren darf und nicht auf den sekundären Tracks. Vorsichtshalber meiden wir die Abzweigung zum "Hippo Pool", später erfahren wir dass wir das noch hätten tun dürfen. Um 12 Uhr und nach einer gemütlichen Fahrt von ca. 40km innerhalb des Parks erreichen wir Camp Elephant, es scheint mir als wären wir in Disney World gelandet. Farm Stall, Gift Shop, Excursions, .... und als ich dann unser privates Waschhäuschen mit Sheraton-ähnlichem Bad mit Marmorablage sehe wird es mir ein wenig komisch. So hatte ich mir das Ganze nicht vorgestellt. Max war sogar eine Weile felsenfest davon überzeugt dass der knallgrüne Rasen nicht echt war. Nachdem wir die Scheu vor dem zivilisiertem campen abgelegt hatten gönnten wir uns erst mal eine Siesta auf unserer Decke auf dem weichen Rasen.

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Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200724. Okt. 2013 · #71
22. Tag Erindi Camp Elephant
Es gibt 30 Campsites und 15 self-catering chalets. Das kleine beleuchtete Wasserloch hat drei permanente Flusspferde, davon ein Baby. Sie werden abends mit Gras gefüttert. Elefanten kommen (noch) nicht hierher zum Wasser trinken. Game-drives finden mit grossen offenen LKW's mit Vierersitzreihen morgens und abends statt. Wenn es im Winter wegen der Kälte wenige Anmeldungen für den morning drive gibt, dann wird dieser mit einem herkömmlichen Land Rover durchgeführt. Preis pro Person pro drive N$150, Dauer ca. 3 Stunden. Wildhunde, Löwen und ein paar Nashörner tragen Halsbänder, daher sind die Fahrten immer ergiebig. Selbstfahrer dürfen nur auf drei markeirten Strassen fahren und sind aufs eigene Glück für Tiersichtungen angewiesen. Preis pro Permit pro Tag N$200

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Für Familien ist Camp Elephant ideal, es ist eingezäunt, es gibt ein Schwimmbad und die Sanitäranlagen sind top, jeder Platz hat auch einen abschliessbaren Kühlschrank mit Gefrierfach und eine Kochplatte und eigene Spüle. Der sehr gut bestückter Laden "Farmstall" führt Frischwaren, auch Fleisch, aber verkauft keinen Alkohol. Preis pro campsite N$700 (max 4 Erw. + 2 Kinder, oder 5 Erw.), Pro chalet N$1500 für 2 Pers., zusätzliche Personen mit Aufpreis, max. 5 Betten pro Haus.

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Für uns war es die letzte Station dieser Reise und ich schätzte den Komfort zum umpacken und die Tiersichtungen auf dem spärlich belegten morning drive. Ich würde jedoch nicht mehr hierher kommen, sondern für ein andermal einen etwas naturbelasseneren Ort in der Umgebung von Windhoek suchen.
Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200724. Okt. 2013 · #72
23. Tag Erindi - Windhoek - Johannesburg
Unser Flug ging um 15 Uhr und wir hatten genügend Zeit am Vormittag in unter zweieinhalb Stunden nach Windhoek zu fahren und den Wagen bei Asco/Value abzugeben. Die Rückgabe war äusserst einfach und wir mussten keinerlei Aufpreis bezahlen für die zusätzlichen Elemente wie Werkzeugkasten, Reservebatterie, Kühlbox. Der organisierte Transfer wurde als Gruppentransfer ausgeführt und die SA Maschine startete pünktlich nach Johannesburg. Hier wohnten wir wie schon andere Male in der Aero Guest Lodge wenige Minuten vom Flughafen OR Tambo entfernt, was bei frühen Tagesflügen eine gute Wahl ist. Das angebotene Abendessen schmeckte gut und die inkludierten Transfers klappten.

Danke fürs mitlesen und mitfahren! Es hat mir viel Freude gemacht diesen Bericht zu schreiben. Ich hoffe dem/der einen oder anderen bei der Reiseplanung in dieses herrliche Gebiet Namibias eine kleine Hilfe und Unterstützung zu sein.

bis auf ein andermal
gute pad
Leona
Gruss Leona
6'369 Beiträge · seit 201124. Okt. 2013 · #73
Hoi Leona

Vielen Dank für den interessanten Bericht!
OK, es ist jetzt nicht so dass ich gleich den Koffer packe um nach Namibia zu reisen, aber etwas näher hast Du mir dieses Land schon gebracht, danke dafür! 🙂
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'523 Beiträge · seit 201124. Okt. 2013 · #74
Guten Abend Leona,

.....ein sehr informativer Reisebericht............habe bei Dir erwartet, dass Erindi nichts für

Euch ist, eingezäünte Camps sind für freiheitsliebende Reisende ziemlich deprimierend.....

Anderen machts weniger aus und für Familien ist es eventuell sogar ideal, ganz klar...

Vor allem der Aufenthalt im Damara und Kaokoveld gab mir wieder viele Inputs.....

Und der Johan hat Euch ja ganz schön auf Trab gehalten.....

ganz herzlichen Dank,

BMW
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200725. Okt. 2013 · #75
@Picco auch wenn du jetzt sofort nach Namibia reisen möchtest lassen wir das nicht zu, denn du musst jetzt erst deinen Uganda/Ruanda Bericht schreiben! Aber Spass beiseite, ich denke "da unten" gibts vieles wofür du dich begeistern würdest.

@BMW, ja Erindi war eine interessante Erfahrung und diente mir auch als Studie der Spezies "Wochenendsäufer (camper) aus Windhoek".

Aber man kann nichts schlechtes sagen über die Anlage und wer beim zelten den Komfort einer super Dusche, WC und Küche sucht oder eine Familie die sich ein paar Tage ein Häuschen am Wasserloch gönnt, ist sicher hier richtig aufgehoben. Ich möchte vorallem die fundierten Kenntnisse unseres Guides beim morning drive hervorheben und seine gute Laune bei Null-Temperaturen und generell der freundliche Staff und die Sauberkeit der Anlage.

schönen Abend noch
leona
Gruss Leona
5'479 Beiträge · seit 200925. Okt. 2013 · #76
Immer wieder schade, wenn solch ein schöner Reisebericht zu Ende ist, aber ich gehe davon aus, dass es nicht Eure letzte Afrika-Reise war.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
234 Beiträge · seit 201126. Okt. 2013 · #77
Hallo Leona,
grad habe ich mit etwas Verspätung festgestellt, dass es ja schon längst weitergegangen ist, mit Deinem tollen Reisebericht. So habe ich eben den 2. Teil am Stück verschlungen und bin ganz traurig, dass es jetzt schon wieder zu Ende ist. Es war wirklich sehr spannend Euch auf den abgelegenen Tracks durchs Damaraland zu begleiten. Mein Lieblingsbild sind die "SCHLEICH" Giraffen in der Palmwag Concession. Als hätte sie da jemand hin drapiert!

Danke noch mal für den schönen Bericht
Liebe Grüße
Flip

PS: Auch für den Screenshot vom Track Eurer Freunde
Kinder, Katzen, KTP... Namibia Juni/Juli 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/258319-kinder-katzen-ktp-namibia-junijuli-2012.html
1'667 Beiträge · seit 200926. Okt. 2013 · #78
Hallo, Leona
auch ich bedanke mich für deinen schönen Bericht. Bin gerne mit euch durch mir bekannte Gegenden gereist, .....und finde es schade, das es zu Ende ist.

Liebe Grüsse
Birgitt
Der Erde eine Stimme geben REISEBERICHT 4 1/2 WOCHEN BOTS UND NAM REISEFOTOS UND KURZER BERICHT: UGANDA IM LAND DER KOCHBANANEN REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2012 REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2013 2014 Griechenland 2015 Austria und Griechenland 2016 Costa Rica und Panama 2017 Bretagne und Griechenland
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200726. Okt. 2013 · #79
Wenn nicht die, warst Du zumindest eine der treusten Leserinnen dieses Berichts und diese Zusammengehörigkeit zelebriere ich in diesem für mich sehr wertvollen Reiseforum und freue mich schon auf neue Berichte vin Dir und EUCH allen. Wir hoffen auf neue Inspirationen für weitere Reisen in Afrika.
Gruss Leona
1'667 Beiträge · seit 200926. Okt. 2013 · #80
Hallo, Leona
ich fühle mich gerade mal angesprochen...... 😗 , und empfinde mit dir,

wir fahren morgen in 2 Wochen wieder nach Zimbabwe,.....und da kannst du dich anschliessend über einen Bericht über den östlichen Teil des Landes freuen..... 🙂

LG
Birgitt
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