chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200625. Aug. 2013 · #1
Nach einigen Reisen im südlichen Afrika in den vergangenen Jahren haben wir so viele tolle Berichte und Bücher über Uganda gesehen und gelesen, das wir uns entschlossen haben das Abenteuer Uganda anzugehen. Wir, das sind 2 Große und 2 nicht mehr ganz so Kleine die sich auf die 3 wöchige Selbstfahrertour durch Uganda unglaublich freuen und sehr gespannt sind was uns dort erwartet. Bei Douglas und Alpha Car Rental haben wir uns einen Toyota Prado gemietet und wollen dann hauptsächlich auf Campingplätzen in unserem Zelt übernachten.
Vorab schon mal, es war eine geniale Reise, wir haben ganz tolle Begegnungen mit den freundlichen und hilfsbereiten Menschen gehabt, sind durch faszinierende Landschaften gefahren und auch die Tierwelt hat keine Wünsche übrig gelassen.
Muzungu, how are you ? hat uns vom ersten bis zum letzten Tag begleitet und erscheint uns als passender Titel für diesen Bericht. Viele viele Kinder haben uns freundlich mit diesem Spruch begrüßt und teilweise haben wir abends Muskelkater vom Winken und Grüßen in den Armen gehabt.
Jetzt aber erst einmal zu unserem Reisebericht.
Donnerstag, 25.07.2013 Hannover - Istanbul - Kigali - Entebbe
Endlich geht es nach langer Vorbereitung los zum Flughafen in Hannover, von wo aus wir mit der Turkish Airlines um 11:00 Uhr in Richtung Istanbul abfliegen, wo wir um 15:00 Uhr Ortszeit pünktlich landen.
Wir laufen ein wenig ziellos über den Flughafen um die 3,5 Stunden bis zum Abflug zu vertrödeln bevor es dann um 18:30 weiter geht in Richtung Kigali/Entebbe
Um 00:40 landen wir in Kigali, hier steigen nur ein paar Leute aus und wieder zu und nach einer guten Stunde heben wir dann wieder ab für die letzten Flugminuten bis nach Entebbe, wo wir dann gegen 02:30 Uhr Ortszeit endlich ankommen. Die Ausstellung des Visum ist völlig unkompliziert und dauert nur ein paar Minuten, das Gepäck ist auch schnell da so das wir um 03:15 Uhr schon mit allem fertig sind. Wir hatten mit Douglas vereinbart, das wir den Wagen hier am Flughafen übernehmen, aber erst so gegen 06:00 Uhr, damit wir nicht in der Dunkelheit losfahren müssen. Also machen wir es uns in irgendeiner Ecke des Flughafens bequem, Wiebke und Nele schlafen noch ein wenig und wir versorgen uns schon mit ein paar Uganda Schillings an einem der ATM`s, ein schönes Gefühl mal Scheine im Wert 1.000.000 in den Händen zu halten. Gegen 06:00 Uhr gehen wir zum Parkplatz in der Hoffnung, das wir unseren Wagen pünktlich in Empfang nehmen können, es wird so ganz langsam auch hell. Leider lässt Patrick auf sich warten, wir sind aber noch ganz entspannt. 45 Minuten später aber versuchen wir doch mal jemanden zu erreichen, doch weder Patrick noch Douglas haben ihre Mobiltelefone eingeschaltet. Als wir dann ein paar Minuten später Patrick erreichen ist dieser ganz erstaunt, das wir schon heute ankommen, er hatte uns erst für morgen auf dem Plan, da gab es wohl ein kleines Missverständnis. Ein paar Minuten später werden wir dann von einem Fahrer abgeholt und zum Büro nach Kampala gebracht. Eigentlich wollten wir ja selber in die Stadt zum einkaufen fahren, als wir aber den Verkehr von Entebbe nach Kampala sehen, sind wir doch ganz froh nur als Beifahrer im Auto zu sitzen, je näher wir nach Kampala kommen je chaotischer wird es mit den Boda Bodas, Fahrräder und was sonst noch so auf den Straßen unterwegs ist.
Die Übergabe des Autos verläuft schnell und unkompliziert im Hinterhof, dann begleitet Patrick uns noch zum Einkaufen und fährt mit uns ein Stück raus aus dem größten Chaos in Richtung Mpanga Forest, einen kleinen Wald nicht weit von Kampala entfernt, den wir uns für die erste Übernachtung rausgesucht haben. Nachdem wir dann die ersten Kilometer selber gefahren sind fällt auch die Anspannung von uns ab und wir geniessen die ersten Kilometer auf der holprigen und löchrigen Teerpiste.
Im Mpanga Forest bauen wir dann das erste Mal unser Zelt auf, organisieren unsere Sachen, wandern noch ein Stück den Base Trail, sind alle froh das wir angekommen sind und kriechen alle müde aber glücklich in die Schlafsäcke.
Tageskilometer : 29
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200925. Aug. 2013 · #2
Hallo Chris,
vielen Dank, dass Du uns noch einmal nach Uganda entführst. Freue mich auf weitere tolle Bilder und auf Eure Erlebnisse.
Vielleicht sollte man Douglas vor Abreise aus Europa noch ein daran erinnern, dass und wann Gäste eintreffen... 🤩
Mit herzlichen Grüßen Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
ochim1103105 Beiträge · seit 201226. Aug. 2013 · #6
Hallo, ich habe nur Gutes über Turkish Airlines gehört. Sollen mit Abstand den besten selbigen zwischen den Sitzreihen haben 🙂. Sind mit Brussels geflogen; gefiel uns besser wegen der Zeiten ab/an HAM.
Tschüß
Achim
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200626. Aug. 2013 · #7
@NOGRILA Wir sind ganz zufrieden mit der Turkish gewesen, der Sitzabstand und die Sitze waren sehr komfortabel, die Flugzeuge schienen noch recht neu gewesen zu sein. Klar, die Ankunft bzw Abflugzeiten in Entebbe sind nicht optimal, war für uns aber kein großes Problem. Das beste Argument war aber der Preis, bei 575 € pro Person bin ich zu einigen Zugeständnissen bereit.
Gruss Christian
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200826. Aug. 2013 · #8
Hallo Christian,
Schön dass Du auch schon deinen Reisebericht gestartet hast! 😎
Bin gespannt ob wir uns über den Weg gelaufen sind..... 🙂
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200626. Aug. 2013 · #9
@ Annick ja mal schauen, in Moment sind wir ja noch ein paar Kilometer entfernt von einander.
Samstag, 27.07.13 Mpanga Forest - Ssese Inseln
Anders als die Nächte im südlichen Afrika war die erste Nacht hier in Uganda angenehm warm, wir haben auch extra nur unsere dünnen Schlafsäcke mitgenommen und die reichen auch vollkommen aus. Nachdem wir alles wieder ins Auto verstaut haben brechen wir auf zu den Ssese Inseln, wo wir 2 Tage bleiben wollen. Kurz nachdem wir wieder auf die Teerstraße abgebogen sind fahren wir durch Mpambira wo an der Straße viele Hersteller von Trommeln sind. Wir halten an einer Hütte an und lassen uns ein paar Trommeln vorführen. Für die ganz großen haben wir leider keinen Platz, entscheiden uns dann für 2 kleinere. Zum Abschluss bieten uns die Jungs noch eine Darstellung an den Trommeln, die verstehen ihr Handwerk.
In Nabusanke erreichen wir dann das erste Mal den Äquator, natürlich halten wir an und machen ein paar Fotos, ist aber nicht ganz so einfach, hier sind doch schon einige Leute unterwegs, hauptsächlich Jugendliche die mit irgendwelchen Organisationen auf Tour sind.
Bis kurz vor Masaka geht es dann auf ganz passabler Teerstraße weiter, dann biegen wir ab nach Bukatata von wo die Fähre zu den Ssese Inseln ablegt. Die Sandpiste ist noch ganz gut zu befahren und wir kommen durch viele kleine Dörfer und tolle Landschaft, so haben wir es uns in Uganda vorgestellt, rundherum alles grün und mittendurch führt eine tiefrote Sandpiste. Von überall her kommen die Kinder angelaufen und winken und rufen "Muzungu, how are you ?" Es macht einfach Spass durch diese tolle Landschaft mit den freundlichen Menschen zu fahren.
Am Fährhafen in Bukatata stellen wir uns in die kurze Warteschlange, zum Glück fährt die Fähre mittlerweile öfter wie wir in den Reiseführern gelesen haben. Die Überfahrt dauert auch nur noch 35 Minuten und ist immer noch kostenlos.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200626. Aug. 2013 · #10
Die Mitfahrer müssen leider zu Fuss auf die Fähre gehen, nur dem Fahrer darf im Wagen sitzen und fahren. Auf der kurzen Überfahrt ist es interessant zu sehen, was die Leute so alles mitnehmen, Nele grüßt alle BVB Fans.
In Luku angekommen fahren wir dann weiter bis nach Kalangala. Für die 30 km lange Strecke benötigen wir ca. 1,5 h, zum einen weil die Straße nicht ganz so gut ist aber auch weil die Landschaft so toll ist und wir häufig anhalten und viele Fotos machen.
In Kalangala fahren wir dann zum Hornbill Camp, ein wunderschön direkt am Lake Victoria gelegenes Plätzchen wo wir uns die nächsten 2 Tage ein wenig entspannen wollen. Das Camp wird von 2 Deutschen geführt, die vor 30 Jahren hier hängen geblieben sind und irgendwie hat man das Gefühl das die Zeit hier auch ein bisschen stehen geblieben ist, also für uns ein perfekter Ort um ein wenig zu relaxen. Aufgrund der Billharziose Gefahr im See verzichten wir auf das Baden, obwohl der kleine Sandstrand und das schöne Wasser dazu einladen. Abends sitzen wir noch gemütlich am Strand und schauen uns den Sonnenuntergang über dem See an, es sollte einer der wenigen schönen Sonnenuntergänge auf unserer Reise werden.
Tageskilometer : 144
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200628. Aug. 2013 · #11
Sonntag, 28.07.2013 Ssese Inseln
Heute lassen wir es ruhig angehen. Wir faulenzen, die Sonne kommt heute nicht so wirklich raus, warm ist es aber trotzdem.
Gegen Mittag wandern wir am Strand entlang und können eine Menge Vögel beobachten und schauen uns dabei die anderen Unterkünfte an, die alle direkt am Wasser liegen. Das Hornbill Camp gefällt uns am besten, die anderen Camps liegen fast alle auf irgendwelchen Wiesen mit teilweise neueren Bungalows, das passt nicht so richtig hier hin.
Das Hornbill Camp mit seinen großen schattigen Bäumen und den bunt angemalten Hütten ist zwar sehr einfach gehalten, aber für uns genau das Richtige um sich auf die nächsten Stationen der Reise vorzubereiten.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200628. Aug. 2013 · #12
Kurz nach Mittag werden die Wolken dann immer dunkler und dann fängt der erste große Regen auf unserer Reise an, hoffentlich hält unser Zelt dicht. Wir sitzen an dem kleinen Restaurant unter dem Abdach und beobachten den immer stärker werdenden Regen, der 1 Stunde anhält.
Zum Glück hat das Zelt dem Regen standgehalten und es trocknet auch alles wieder schnell ab. Wir bestellen uns Matoke mit einer Nußsauce und Rolex, bestehend aus einem Chapati mit Rührei, Tomaten, Zwiebeln und Kraut gefüllt und sind begeistert wie lecker die beiden Gerichte sind. Rolex werden wir im Verlauf der weiteren Reise noch häufig an den kleinen Hütten am Straßenrand kaufen, sehr sehr lecker. Der Regen hat zwar aufgehört, aber die Sonne kommt für heute nicht mehr raus.
Tageskilometer : 0
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200928. Aug. 2013 · #13
Hallo Chris,
also bei der nächsten Tour ist das Hornbill Camp und Ssese Islands gesetzt. Vielen Dank für die wunderbaren Fotos und Eindrücke.
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
fordfahrer1'003 Beiträge · seit 200829. Aug. 2013 · #14
Sehr schön, Herr P, jetzt zeig schon mal ein Bild von (der /dem) Rolex 😉. Schöne Geschichte, weiter so!! Gruss Christian
franzicke2'085 Beiträge · seit 201229. Aug. 2013 · #15
Hallo Chris, kurz nach der Abfahrt bin ich auch noch aufgesprungen - und ich bin begeistert! Ich könnte jetzt nicht sagen, dass Uganda auf meiner Agenda ganz weit oben steht, aber das, was ich bei dir und auch bei Annick sehe, fasziniert mich total ... allerdings müsste ich dafür sicher noch etwas mehr Mut finden (und vielleicht nicht nur den aus der Flasche 😗 Jedenfalls freu ich mich sehr auf Fortsetzung, Franzicke
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200629. Aug. 2013 · #16
@Marina Die Ssese Inseln sind definitiv einen Abstecher wert, das werdet Ihr nicht bereuen @fordfahrer mal wieder ungeduldig, auf unseren Lieblingsrolexstand wirst Du noch ein paar Tage warten müssen. Aber heute gibt es ein Bild vom selbstgebackenen Marmorkuchen, Petra war sehr erfinderisch mit der Backform @Franzicke Wir haben festgestellt das das Reisen in Uganda auch als Selbstfahrer total entspannt ist, so viel Mut brauchst Du also nicht dafür, Uganda ist auf jeden Fall mehr als eine Reise wert
Montag, 29.07.2013 Ssese Inseln - Mbarara
Heute morgen nehmen wir die Fähre zurück nach Bukatata um 10:00 Uhr und fahren dann weiter durch Masaka in Richtung Mbarara.
Hinter Masaka ist die Teerstraße wieder sehr löchrig und teilweise sehr eng.
Unterwegs halten wir an um Feuerholz zu kaufen und es kommen wieder viele Kinder angelaufen, von denen wir auch ein paar Fotos machen. Wir haben uns extra vor dem Urlaub einen kleinen mobilen Drucker gekauft, den wir jetzt zum ersten Mal einsetzen. Als wir dann das Foto den Kindern überreichen lösen wir damit große Freude aus und es wird sofort der ganzen Familie und den Freunden gezeigt.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200629. Aug. 2013 · #17
Die Fahrt nach Mbarara ist ansonsten nicht so spektakulär und wir sind dann froh als die größere Stadt erreichen. Wir melden uns auf dem Camping des Agip Hotel an und fahren anschließend noch mal los um ein paar Vorräte einzukaufen.
Hier gibt es eine Filiale von Nakumatt, der keine Wünsche übrig lässt, wir finden hier alles an Lebensmitteln und mehr was wir für die nächsten Tage brauchen.
Zurück auf dem Camping backen wir erst einmal einen schönen Marmorkuchen in unserem neu erstandenen Topf.
Wir wollen mal versuchen in Deutschland bei der Familie anzurufen. Wir haben ja in den letzten Jahren gelernt, das wir mit der Vorwahl 0049 nach Deutschland telefonieren können, aber irgendwie funktioniert es hier nicht. Wir gehen also zu einer der unzähligen Hütten die Telefonkarten und Guthaben verkaufen und besorgen uns eine Ugandische SIM Karte, doch auch mit dieser können wir nicht nach Deutschland telefonieren. Der Verkäufer probiert es selbst und fragt dann noch mal in seiner Zentrale nach mit dem Ergebnis das wir die +49 vorwählen müssen, dann klappt es, wieder was dazu gelernt. Den Abend verbringen wir dann auf dem Campingplatz den wir uns mit einigen Marabus teilen und lauschen dem doch etwas lauteren Verkehr und Treiben in Mbarara.
Tageskilometer : 204 km
rebecca935 Beiträge · seit 200629. Aug. 2013 · #18
Hallo Chris, wieder mal ein toller Bericht von dir und eurer Reise. Die Idee mit dem Drucker ist Klasse. Wir haben uns auch gleich einen gekauft als wir das bei Eulenmuckels gesehen haben, nur die Tickets fehlen noch 😠 Ich freu mich auf die Fortsetzung LG an euch 4 Rebecca
picco6'369 Beiträge · seit 201129. Aug. 2013 · #19
Hoi Chris
Deine Fotos holen wieder die Erinnerungen hoch...und dabei dauerts doch noch die Ewigkeit von vollen 40 Tagen bis ich endlich wieder in Uganda bin!!! 😗 OK, in 33 Tagen bin ich schon in Ruanda... 😗 😉 😎
franzicke schrieb:...das, was ich bei dir und auch bei Annick sehe, fasziniert mich total ... allerdings müsste ich dafür sicher noch etwas mehr Mut finden
Schau Dir doch das hier (klick mich) etwass genauer an...es lohnt sich!!! Uganda ist wunderschön!!! Und im Vergleich mit Tansania und erst recht Kenya fahren sie dort alle sehr gesittet!!!
franzicke2'085 Beiträge · seit 201229. Aug. 2013 · #20
... super, Picco - ich will jetzt nicht den Thread von Chris entern, aber dir doch ein Extra-Danke sagen! Das macht mich wirklich total an! Und das könnte auch meinem LieblingsFahrer sehr gefallen 😉 Grüße Franzicke