Das es nach einem Tod Madela's sicherlich neue Schwierigkeiten geben könnte, war mir schon klar. Das es aber jetzt schon los geht, hat mich doch überascht.
1. Was zum Teufel haben die wartenden Journalisten vor dem Krankenhaus mit Rassismus (der Westen gegen Africa) zu tun?
2. Ich kann durchaus auch gut nachvollziehen, dass die Familie sich etwas mehr Respekt und Zurückhaltung in dieser Situation wünscht. Warum gebe ich dann aber in dieser Situation ein Interview über den aktuellen Familienclinch oder mache massiv Wahlkampf für den ANC?
Nachdenkliche Grüße (noch aus D) 🙁
Ronald
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201227. Juni 2013 · #2
Du bist aber gutgläubig!
Die Enkel haben doch das Erbe längst verschachert, und hoffen doch nur, daß er bald abnippelt. Das war und ist völlig niveaulos.
Und auf den Alten hat schon längst niemand mehr gehört. In Europa sollte man die Mandela-Verklärung mal langsam ablegen. Alle träumen vom Gestern. Schon seit MBeki hat niemand mehr auf ihn gehört.
Es passiert gar nichts, schlimmer als mit der korrupten ANC-Bande um Zuma kann es garnicht werden. Die kommenden Wahlen werden interessant, wenn sie fair ablaufen. Im Vorfeld hat es bisher bei allen Wahlen Gewalttätigkeiten gegeben. Da vermutlich auch. Kein Grund zur Aufregung.
Business as usual!
Miss Ellie1'723 Beiträge · seit 200927. Juni 2013 · #3
Man man... Doch schlimmer geht da bin ich mir sicher. Was ist denn dran das malema seine eigene partei gegruendet hat ?
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Miss Ellie schrieb:Was ist denn dran das malema seine eigene partei gegruendet hat ?
Noch hat er wohl nicht, aber er will sie gründen. Der könnte sicher einige Wähler mobilisieren. Zumal die Gewerkschaften zunehmend unzufrieden mit dem ANC sind und er da eventuell auch ein paar Verbündete finden würde.
Vielleicht ziehen sie ihn auch vor der Wahl aus dem Verkehr und stecken ihn in den Knast, so dass er mit seiner neuen Partei gar nicht antreten kann. Er schuldet dem Staat 16 Millionen an Steuern und kann die Summe wohl auch nach Verkauf des Hausneubaus in Sandton und seiner Farm noch nicht komplett bezahlen. Und er hat ja noch andere Verfahren am Hals.
Beste Grüße
Guido
SFiedler2327 Beiträge · seit 200827. Juni 2013 · #5
Na ja Malema will ja, aber:
Malema told the court it was difficult for him to find people who could fund his party, and also to get voters.
He said this was because no one wanted to be associated with a leader who was facing a jail sentence.
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201228. Juni 2013 · #6
Malema hat sich mit den falschen Leuten angelegt und einen Machtkampf geliefert. Er ist politisch, finanziell und physisch faktisch tot. Keiner will mit einer Leiche tanzen gehen.
Nunanani521 Beiträge · seit 201128. Juni 2013 · #7
Und auf den Alten hat schon längst niemand mehr gehört. In Europa sollte man die Mandela-Verklärung mal langsam ablegen. Alle träumen vom Gestern. Schon seit MBeki hat niemand mehr auf ihn gehört.
hmm, Swakop1952, ich weiß, dass Du gerne provozierst und Dich gerne auch mal derbe ausdrückst, aber was Du mit solchen Aussagen willst, kann ich nicht verstehen???
Es geht doch nicht darum, wer wann und wie noch auf ihn gehört hat, sondern was er erreicht hat oder sehe ich da was falsch?
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201228. Juni 2013 · #8
Das alles hat absolut nichts mit Provokation zu tun.
Mandela hat ohne Zweifel große Verdienste erworben. Vom Terroristen zum geläuterten Menschen gewandelt. Damit hat er sich auch bei seinen ehemaligen Gegnern eine hohe Achtung erworben. Er hat aber als Präsident eine äußerst miserable Regierungsführung demonstriert, wo alles und alle guten Vorsätze völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Er hat alle Ordnungssysteme demontiert was zuletzt zur heutigen uferlosen Kriminalität geführt hat.
Mandela ist ganz einfach Schnee von gestern. Keiner der Regierenden im ANC folgt seinen Vorsätzen. Wohl weil er Probleme mit der Realität und dem Umgang damit hatte.
Wer für mich wirklich Charakter bewiesen hat, ist Bischof Tutu. Ich bin bei diesem vom Gegner zum Fan geworden, weil dieser bei den heute Regierenden genauso Mißstände anprangert wie er das bereits unter der Apartheit getan hat. Das ist ein Mann von Format und mit Rückgrat. Sehr schade, daß er zu alt geworden ist und kein Nachfolger in Sicht ist.
Nunanani521 Beiträge · seit 201128. Juni 2013 · #9
Hallo Swakop1952, Vielen Dank für Deine Antwort. Die war verständlich und nachvollziehbar für mich.
Dann schauen wir mal, wie es mit Südafrika weitergeht, die Meinungen dazu sind ja sehr unterschiedlich. Ich hoffe das Beste.
ach viel wird nicht ánderen wenn Madia tot ist. Er hat schon jahre nicht mehr gesagt. Mann warten das die Obama gewesen ist (heute abend kommt er) und denn kann er sterben.
Hallo Swakop, Mandela und seine Verdienste aus berichtigtem Frust über die heutige (teilweise) korrupte ANC-Partie herunterzumachen ist m. E. vollkommen unangebracht. Qualifikationen wie „….vom Terroristen zum geläuterten Menschen gewandelt..“ unter Provokation (Nunanani) einzuordnen, wäre noch eine eher freundliche Reaktion auf so eine Ansage. „..Er hat aber als Präsident eine äußerst miserable Regierungsführung demonstriert… Er hat alle Ordnungssysteme demontiert was zuletzt zur heutigen uferlosen Kriminalität geführt hat..“ ist m. E. einfach falsch, auf alle Fälle beleidigend, alleine schon aus Sicht seiner Biographie: Als er (nach ca. 25 Jahren in Gefangenschaft mit unterschiedlich schwerem Regime) uneingeschränkt frei gelassen wurde war er 72, als er Präsident wurde war er 76 und am Ende seiner Präsidentschaft war er 81. Seine politische und auch physische Leistung verdient m. E. Respekt. Bedingt durch sein Alter, seinen Bildungshintergrund und seine Talente hat er sich in seiner Präsidentschaft eben auf das konzentriert, was er am besten und noch leisten konnte und den Rest Anderen und Jüngeren überlassen. Ersteres war zunächst das „nation building“ und die Verhinderung einer Welle von Revanchismus. So hat er z. B. sein ganzes politisches Gewicht und auch persönliches Prestige dafür eingesetzt, unmissverständlich klar zu machen, dass die Weißen ein Teil der Nation sind und manche im ANC haben ihn dafür gehasst. Die Kluft zu den Zulus war aber unüberbrückbar. Dass sich das für die Weißen nicht so positiv weiterentwickelt hat (auch zum Schaden der Nation), ist mittlerweile Geschichte, aber Mandela dafür politisch verantwortlich zu machen ist m. E. absurd, so z. B. dass Mandela die hohe Kriminalität zu verantworten hätte: Schon während der Apartheid war die Kriminalität enorm hoch, aber hauptsächlich auf die „schwarzen Siedlungsgebiete“ beschränkt. Die Weißen waren davor geschützt, weil sich Afrikaner in den „weißen Gebieten“ (sprich > 80 % des Landes) nicht aufhalten oder frei bewegen durften. Letzteres hat sich ab den 90ern natürlich geändert und die Weißen mussten erfahren, was die Mehrheit der Schwarzen schon jahrzehntelang erlebt hatte. Man könnte darüber und über die tatsächlichen Versäumnisse des Staates noch lange diskutieren, aber das ist nicht Platz dafür. Werner
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201228. Juni 2013 · #12
Tut mir leid, Werner, aber ich werde keinen Deut von dem abweichen, was ich gesagt habe. Du darfst mich auch als Ewiggestriger beschimpfen, weil ich für und in Südafrika und Namibia gedient habe. Darauf bin ich sogar stolz. Als Zeitzeuge (vor und nach der "Wende") weiß ich besser als 99% hier, wie es vorher war, und wie es heute ist, und wie viel Lügen gerade über die Zeit vor der "Wende" verbreitet werden. Ich war auch oft genug vor der "Wende" allein in den Townships. Ohne Bewachung. Aufgrund jahrzehntelanger engster wirtschaftlicher Verknüpfungen zu Südafrika weiß ich auch ganz genau was dort abläuft, in dem Land, wo nicht-korrupte ANC Mandatsträger die Ausnahme sind. Es gibt einen, über den ich meine Meinung geändert habe, und zwar den Bischof Tutu, und ich wünschte, es gäbe Tausende seiner Sorte. Solche Leute wären ein Segen für Südafrika. Leider verlassen nicht nur Weiße, sondern auch tausende hochqualifizierte Schwarze, das Land. Das sind die Realitäten. Und das Erbe einer mehr als schlechten und undisziplinierten Regierungsführung des ersten schwarzen Präsidenten namens Mandela, der die fehlende Sicherheit im Lande zu vertreten hat. Bei allen seinen Verdiensten. H.
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201129. Juni 2013 · #13
Politik und Christentum sollte man lieber nicht auf einem Forum diskutieren welches eigentlich mehr für Reiseinfo gedacht ist. Jeder hat eine andere Meinung, alle wissen es besser, und manche nehmen etwas zu persönnlich etc.
My 2c's ! 😉
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Swakop1952 schrieb:Mandela hat ohne Zweifel große Verdienste erworben. [..] Er hat aber als Präsident eine äußerst miserable Regierungsführung demonstriert, wo alles und alle guten Vorsätze völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Er hat alle Ordnungssysteme demontiert was zuletzt zur heutigen uferlosen Kriminalität geführt hat.
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200718. Juli 2013 · #15
Guido. schrieb:Hallo,
Swakop1952 schrieb:Mandela hat ohne Zweifel große Verdienste erworben. [..] Er hat aber als Präsident eine äußerst miserable Regierungsführung demonstriert, wo alles und alle guten Vorsätze völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Er hat alle Ordnungssysteme demontiert was zuletzt zur heutigen uferlosen Kriminalität geführt hat.
Neoliberales Gedankengut macht selbst vor Südafrika nicht halt: da werden soziale Sicherungssysteme schon mal als Wachstumsbremse verklärt. Woher kommt denn die Kaufkraft auf den Märkten und in den Supermärkten. Zudem: ich kann Sozialleistungen ohne Gegenleistung verteilen, oder aber den Weg Südafrikas gehen: mehr Menschen im öffentlichen Sektor beschäftigen als ggf. notwendig, um sie von der Straße zu holen.
Ich möchte nichts beschönigen, aber die Diskussionen/Argumente sind teilweise sowas von verlogen. Wenn ich mir Südafrika rein "optisch" betrachte, hat sich in den letzten 15 Jahren eine Menge zum Guten getan, gerade was Infrastruktur wie Verkehr anbetrifft - sicherlich auch durch die WM 2010 bedingt.
Wer Lust hat, kann sich den Quo Vadis - Thread reinziehen, da ist schon Vieles geschrieben worden und auch heute noch gültig.
Pressemitteilungen gibt es ja nur noch von ANC, zum heutigen Festtag wird berichtet, dass der Jubilar auch schon wieder fernsieht - aber bedeutet das Besserung 😉
Ein Lesetipp als Ergänzung zu den üblichen Medien: Georg Bacher: Nelson Mandela Political Leadership im südafrikanischen Transformationsprozess Peter Lang Verlag GmbH ISBN 978-3-631-60479-3 ISSN 1613-706X Grüße Werner
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201218. Juli 2013 · #19
Lieber Werner, kaufe Dir lieber einen guten Reiseführer für Deine nächste Reise, das ist sinnträchtiger als Theoriemachwerke von Leuten, die sich etwas mit einem Land beschäftigen aus 10.000 km Entfernung und nur hohle Sprechblasen von sich geben. Beste Grüße H.
Swakop1952 schrieb:das ist sinnträchtiger als Theoriemachwerke von Leuten, die sich etwas mit einem Land beschäftigen aus 10.000 km Entfernung und nur hohle Sprechblasen von sich geben.
Hallo Swakop,
Ich gehe mal davon aus, Du hast das Buch gelesen, um ein solch profundes Urteil abgeben zu können.
Gruß Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
"Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon)
"I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)