picco6'369 Beiträge · seit 201102. Juni 2013 · #41
Hoi Sven
Jaja, die Hunde (und der Muhezin)...irgendwoher kenn ich das doch!!! 😉
Danke nochmals ganz offiziell für das Überbringen der Bibel und des Wörterbuches für unseren Koch!!! Hier seine Bestätigung (Der Kerl war nur 2 Wochen in Deutschland und bringt sich deutsch bei indem er mit Touristen redet!!! ): hallow claudio,es freur mich deine e-mail zu bekomen,ja,ich habe schon die bibel bekomen im aut post lodge,auch ich nam die stefi e-mail aus achmed und schreibe eine e-mail zu ihn danken viel mall fur das geschenk,auch ich wieder schauwen in deiner reisenberichte.html.kan ich meine deutsch ubung,also wir weader cominicetiren zwish und du,GOTT say mit ihre alle. Ich wär froh hät ich so ein Suaheli wir er ein Deutsch hat!!! 🙂
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201004. Juni 2013 · #42
Salü Picco
Nichts zu danken. Schön, dass es geklappt hat. 🙂
Weiter geht die Reise...
12.03., Arusha – Lake Manyara Heute Morgen treffen wir uns nach dem Frühstück um 8:00 Uhr auf dem Parkplatz – es geht los in die Wildnis von Tansania. Unser Fahrer ist bereits eingetroffen; er heisst Godfrey und ist ca. 1.9 Meter gross, also ein Hüne, vor dem auch ein ausgewachsener Löwe Respekt entgegenbringen darf. 😗 Da wir nur zu viert sind, haben wir im hinteren Teil viel Platz zur Verfügung, der auch ausgiebig genossen wird. Der Weg führt uns zuerst Richtung Lake Manyara. Kurz bevor wir Arusha hinter uns lassen, kaufen wir in einem Supermarkt Getränke, Snacks und Schreibmaterial (dieses werden wir bei einem Besuch einem Waisenhaus schenken). Die Fahrt dauert ca. 3 Stunden und verläuft sehr ruhig (abgesehen vom Baustellenabschnitt, wo es doch ordentlich rumpelt). Unterwegs erzählt uns Godfrey das Leben der Masai’s. Wir treffen in Mto Wa Mbu ein und beziehen unser Camp mitten in der Ortschaft. Zeit zum relaxen bleibt uns heute aber nicht, das Programm ist für afrikanische Verhältnisse dicht gedrängt. Nach dem Gepäckauslad und Zeltbezug geht es sogleich auf einen Rundgang durch das Dorf. Nebst Bill begleiten uns zwei einheimische Führer. Als erstes schauen wir den Reisbauern bei der Arbeit zu. Die Setzlinge sind jetzt schon im Boden, die Bauern jäten Unkraut. Als nächstes steht der Besuch bei einer Holzschnitzerei auf dem Programm. Diese stellen die bekannten Souvenirs her. Produktion, Ausstellung und Verkauf sind hier unter einem Dach.
Wir laufen weiter durchs Dorf, meist in den "Hintergassen" und nicht auf der Hauptstrasse. Immer wieder werden wir von Kindern aufgehalten, die ein Foto machen wollen. Sehr angetan sind sie von Diane’s iPad, denn wer hat schon mal einen so grossen Bldschirm gesehen? Und so wird das Ding regelrecht in Beschlag genommen. Irgendwo mitten im Dorf halten wir in einem Hinterhof. Hier sind gerade drei Frauen daran, den Mais von den Kolben zu trennen. Wir sind aber nicht ihretwegen hier, sondern einer unserer Führer erzählt etwas von einem Bananenbier. Ausführlich erklärt er die Braukunst und die verbundene Tradition damit, dass das Bananenbier den Zusammenhalt in der Gemeinschaft stärkt. Nett wie er ist, hat er dafür gesorgt, dass ein grosser Kelch mit dem Gebräu auf dem Tisch steht. Wir geben das Bier in der Reihe nach durch und jeder nimmt zwei bis drei Schluck. Der Geschmack ist ziemlich holzig, von Banane merke ich nichts. Auch sonst ist das nichts für meinem Gaumen und ich hoffe, der Magen protestiert nicht. 🤨 Diane ist jedoch hin und weg, richtig begeistert (was sie aber in den meisten Fällen ist - political corectness eben... 😉 ). Nach diesem kurzen Apero folgt nun als letzter Höhepunkt ein Lunch bei einer einheimischen Familie. Die Wanderung geht weiter Richtung Aussendorf. Wir laufen aber noch ein ziemliches Stück und praktisch beim letzten Haus am Dorfrand erreichen wir unser Ziel. Wir sind alle ein wenig fertig, da kommt ein kühles Bier gerade recht. Und dann wird aufgetischt: weisser und brauner Reis, Chabis, Salat, gekochte Bananen, Spinat, Auberginen, Maisbrei, usw. Am Schluss stehen 13 Töpfe auf dem Tisch. Wer soll das alles essen?
Der Lunch schmeckt ausgezeichnet und pappsatt möchte ich mich jetzt unter eine Palme legen und schlafen. Aber unsere Guides Bill und Godfrey haben anderes mit uns vor: es geht auf Pirschfahrt in den Lake Manyara Park. Für unsere zwei Frischlinge Alyson und Hank ist natürlich jedes Freiwild eine Attraktion, aber die zuerst gesehenen Paviane und Affen hauen mich nicht wirklich vom Hocker. Elefanten, Giraffen und Zebras kreuzen unseren Weg.
Godfrey fährt wie besessen durch den Park, denn offenbar plärrt es aus dem Funkgerät tolle Neuigkeiten. Und tatsächlich: auf einem Baum (jedoch in weiter Entfernung) dösen drei Löwinnen. Eine davon beschäftigt sich an und ab mit Bewegungstherapie, ansonsten herrscht Ruhe. Aber dennoch speziell anzusehen.
Auf dem Rückweg sehen wir noch zwei Dikdik’s, die sich bekämpfen, wobei das eine danach umher humpelt. Da hat’s ihn offenbar ziemlich erwischt. Godfrey erzählt von diesen Tieren, dass sie (Mann und Frau) ein Leben lang zusammenbleiben. Wenn eines der beiden stirbt, wählt das andere den Freitod. Ich stelle mir vor, wie der aussehen mag. Hüpft der Überlebende dann vor dem Löwen auf und ab, bis dieser zuschlägt? Auf einer Grasebene nahe dem See können wir aussteigen und die Beine vertreten. Am Ufer tummeln sich Giraffen, Impalas, Zebras und Gnus.
Der Park ist landschaftlich abwechslungsreich, teilweise fast schon dschungelmässig (oder wie in Jurassic Parc, wie Hank meinte). Um 18:30 Uhr sind wir wieder zurück im Camp, verschwitzt und müde. Es war heute ein intensiver Tag. Vor dem Nachtessen bleibt noch Zeit für eine Dusche. Nach dem Essen gehen Diane und Hank in eine nahegelegene Bar, dort soll es für die beiden nochmals ein letztes kühles Bier geben, bevor wir dann die weiteren Tage ohne Strom auskommen müssen. Alyson und ich bleiben im Camp zurück. Ich bin auf die Nacht gespannt, schliesslich heisst der Ort nicht umsonst Moskitofluss. Die Biester fliegen zur Hochform auf, einer hat mich schon erwischt 😈 , aber der lebt jetzt nicht mehr...
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201008. Juni 2013 · #43
Sorry für die lange Wartezeit 🙁 ! Ich hoffe, ich kann euch mit einem weiteren Beitrag dafür entschädigen... 🙂
13.03., Lake Manyara – Serengeti Freude herrscht am Morgen, kein Moskitostich! So soll es sein. Der Tag wird wiederum intensiv. Diane schaut nach Morgenessen noch ein wenig müde drein. Die Müdigkeit verschwindet, als Bill ihr einen grossen schwarzen „Stein“ vor die Nase hält: „Look at this“. Nur ist dieser Stein quicklebendig und läuft plötzlich über Bill’s Hand. Der Aufschrei von Diane, gefolgt von einem „Holy smoke!“ hat alle Vögel aus den Bäumen fliegen lassen. Ich lache ab dieser Szene (vorallem auch wegen ihrem Gesichtsausdruck) und sage zu ihr: „Jetzt bist du aber wach!“ Die Truppe setzt sich in Bewegung. Godfrey fährt die Strecke Richtung Arusha zurück, biegt dann aber bald in eine Schotterstrasse ein. Wir sind zuerst auf Besuch in einem Maasai-Dorf. Der Jungchef der Maasai erwartet uns schon und trommelt seine Dorfbewohner zusammen. Als Willkommensgruss führen sie einen Tanz vor, bei dem wir nach einiger Zeit auch mitmachen (müssen). Die Männer halten einen Stock in der Hand und springen hoch, die Frauen laufen mit Rasseln umher. Mein Morgenessen wird ab dem Gehüpfe ordentlich durchgeschüttelt. Nach der Darbietung teilen wir uns auf und gehen ins Dorf, zuerst an den Kuh- und Ziegenställen vorbei, dann in eine Hütte hinein. Es ist dunkel drin, man sieht praktisch nichts. Das einzige Loch, welches in der Wand ist, ist für den Rauchabzug. Da gerade gefeuert wird, stinken wir auch bald nach Rauch. Neben der Feuerstelle sind zwei oder mehr Schlafplätze, auf einem bewegt sich ein Baby oder Kleinkind, man kann es in dieser Dunkelheit nur erahnen. Wir treten wieder ans Tageslicht, fotografieren und sprechen mit den Bewohnern. Am Schluss landen wir in Diane’s Paradies – bei den Souvenirs. Hier in Ostafrika gilt: keine Rast oder Führung ohne Souvenirstand. Das Angebot ist aber nicht gerade gross. Nach dem Einkauf verabschieden wir uns und fahren zurück nach Mto Wa Mbu. Am anderen Ende des Dorfes besuchen wir ein Waisenhaus. Dies steht zwar nicht auf dem offiziellen Programm des Veranstalters, aber auf Wunsch von Diane (die dies irgendwo irgendwie über’s Gesichtsbuch oder weiss woher erkundete) sind wir nun da. Die Geschenke, die wir mitgebracht haben, werden sofort von den Kindern in Beschlag genommen. Die älteren Kinder sind in der Schule, nur die jüngeren (bis ca. 4 Jahre) sind anwesend. Das Engagement der Helfer und Betreuer ist enorm, aber auch die die armseligen Zustände lassen sich nicht verbergen. Zum Abschied singen die Kinder ein Lied und wir nehmen anschliessend Fahrt auf Richtung Serengeti. Bei einem Aussichtspunkt halten wir noch, um von oben das Gebiet um Lake Manyara zu bestaunen und folgerichtig (Rast, Pause = Souvenir!) sind wir von drei Souvenirhändler umzingelt. Jeder natürlich mit dem „good price“-Tagesangebot. Nach dem Fotoshooting verdrück ich mich ins Auto und die anderen kommen – naja, ein bisschen später… Die Fahrt in die Serengeti ist recht spannend. Landschaftlich attraktiv, immer wieder mit Maasai Dörfer und ihren Bewohner, teils sind sie mit ihren Kuh- oder Ziegenherden unterwegs. Aber so langsam macht sich die Wildnis bemerkbar. Die Strasse wechselt bald auf Schotter und nur noch wenige Maasai’s sind mit ihren Herden unterwegs. Godfrey erzählt währenddessen die Entstehung der Landschaften und wie Flora und Fauna hier funktionieren. Er erzählt soviel, dass er nicht merkt, dass wir viel zu weit gefahren sind. Jetzt sehe ich schon Dromedare am Strassenrand. Ägypten einfach bitte... 😉
"Wo bitte geht's zur Pyramide?"
Aber dann bald wieder die alten bekannten Kollegen: Giraffen und Zebra’s, später kommen noch Gnu’s und Gazellen hinzu. Hunderte von Tieren. Bei der Fahrt durch die grosse Ebene haben wir Glück, wir sehen Nahe dem Strassenrand ein neugeborenes Zebra, welches die ersten Gehversuche unternimmt und dabei immer wieder von der Mutter unterstützt wird. Auf der anderen Seite der Strasse ist eine Geier-Party, man weiss jetzt nicht, was man beobachten soll.
Bevor wir in unser Camp zusteuern, geht es gleich ab auf die Pirschfahrt. Dabei werden weitere Tiere gesehen: Elefanten, Hippos, Büffel und weitere Vierbeiner.
Der Höhepunkt des Abends wird von uns mit Pauken und Trompeten angekündigt: ein Leopard mit einem gerissenen Impala auf dem Baum. Da sind alle anderen in den geschätzten sechs Fahrzeugen mucksmäusestill, beobachten und dann erscheinen wir auf der Bühne, bzw. Diane mit einem lauten „Holy smoke“, „oh my godness“, was die anderen mit einem „Schschschsch!“ goutieren. Auch mir ist die Sache unangenehm. 😕 Der Leo scheint aber noch ein Anfänger zu sein (oder ist so erschrocken ab den Posaunen von Diane), so fällt dem Dödel der Riss hinunter und dabei wird die ruhige Szene wieder von einer meiner Mitreisenden mit einem Schrei unterbrochen. Ich sinke bald immer tiefer in meinen Sitz. Mein Gott, dass hier ist nicht Toni’s Zoo! 😠 Der Leopard lässt sich nicht beirren und holt das Impala zu unserem Vergnügen wieder zu sich auf den Baum.
Wir machen uns bald darauf vom Acker, die anderen Gäste dürften dies mit Wohlwollen aufgenommen haben. Bevor wir ins Camp fahren, halten wir noch beim Infozentrum, um meine vorgebuchte Ballonsafari zu bestätigen. Doch quel surprise: bei denen weiss man von nichts, ich bin nicht auf der Liste. Offenbar ist ein Pilot in Arusha und deswegen der morgige Tag überbucht. Daher nehmen sie mich auf übermorgen, weil ich eh zwei Nächte in der Serengeti verbringen werde. Ok, tönt logisch, aber ich bin trotzdem skeptisch ab dieser Antwort und hoffe auf den nächsten Tag. Unser Camp liegt offen in der Wildnis, genauso wie ich es mag. Die Frauen aber machen sich ab dem fast in die Hosen. Vor zwei Tagen sagte ich zu Bill, ein Serval zu sehen wäre nicht schlecht. Heute war einer nahe an unserem Camp vorbei gelaufen - dumm nur, dass ich da gerade im Essraum war, Bill rufte mich vergeblich 🙁 . Weitere Tiere lassen sich nicht blicken.
picco6'369 Beiträge · seit 201109. Juni 2013 · #44
Gratulliere, Sven!!! 😁
Ich hab schon viele Leo's gesehen, ich hab schon einen Leo-Riss im Baum gesehen, aber einen Leo mit Riss im Baum noch nie!!! 🙄 😕 😮 Ach ja, ein Dromedar auch noch nie, aber ich hatte ja auch Fahrer die wissen wan's genug ist... 😈 Deine Mitfahrerin, was war sie? US-Amerikanerin??? Wenn ja, viel Spass...und gute Ohropax... 😕
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201010. Juni 2013 · #46
Hi Picco
picco schrieb:...aber ich hatte ja auch Fahrer die wissen wan's genug ist... 😈
Nun ja, das wusste unser Fahrer eigentlich auch. War normalerweise ein ruhiger Zeitgenosse, aber wenn er mal anfing, war er nicht mehr zu bremsen... 🙂 . Ist nicht negativ gemeint, sondern war für mich als Ersttäter in Tansania richtig interessant und spannend. Ich hätte danach praktisch alles erwartet, nur keine Dromedare 😄 . Du hast noch keine gesehen? 🤨 Das glaub ich dir jetzt nicht... 😉
picco schrieb:Deine Mitfahrerin, was war sie? US-Amerikanerin??? Wenn ja, viel Spass...und gute Ohropax... 😕
Nö, die eine Kanadierin und die andere Engländerin. Aber war (zum Glück) das erste und letzte Mal, dass sie die Umgebung unterhalten haben. Puhh, keine Ohropax nötig.
Hallo Topobär
Topobär schrieb:Ich hoffe, Du hattest im Laufe der Safari noch einen gesehen. Aber es bestätigt meine Meinung über die blöden Touri-Käfige
Leider nein! 🙁 Ich versuche es bei meiner nächsten Reise erneut. Du meinst diese lieblos in die Landschaft hinein zementierte Hütten? Ja, es war wirklich schade, dass wir (fast) immer in diesen "Käfigen" gegessen hatten. Nie Lagerfeuer-Feeling... 😠
Mit Freuden lese ich Deinen schönen Reisebericht mit und hätte da für Dich ein Foto (wenn ich es posten darf, ansonsten nehme ich es natürlich wieder raus)
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201012. Juni 2013 · #48
nana76 schrieb:Lieber Seven!
Mit Freuden lese ich Deinen schönen Reisebericht mit und hätte da für Dich ein Foto (wenn ich es posten darf, ansonsten nehme ich es natürlich wieder raus)
Hallo Nana Das ist ja sensationell! 🤩 Lass den ruhig hier drinnen, dem gefällt das sicher hier... 😁
Deinen Reisebericht finde ich sehr schön und kurzweilig und witzig.
Vielen Dank dafür und mach bitte bald weiter.
Herzliche Grüße
Kathy
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201012. Juni 2013 · #50
14.03. Serengeti Da nun mein Ballonflug auf den nächsten Tag verschoben ist, mache ich das Programm meiner Gruppe mit – Pirschfahrt. Zuerst gibt’s noch Frühstück. Als ich mit einer Tasse Tee nach draussen trete, sehe ich am Horizont zwei Ballone fliegen – welch Ironie, da müsste ich jetzt drinsitzen. 😮 Um 8:00 Uhr fahren wir ab. Der Fahrtwind beim offenen Dach ist am Morgen noch frisch, aber nicht unangenehm. Die meiste Zeit stehe ich daher und geniesse die frische Brise, obwohl man sich oftmals gut festhalten muss, um nicht herumgeschleudert zu werden. Die Weite der Serengeti ist faszinierend, überall findet man Tiere. Wir sehen an diesem Morgen zuerst Gnu- und Zebraherden, später dann Giraffen. Ein Zebra zieht alleine durch die Wildnis. Der Grund ist uns beim Näherfahren schnell klar: es hat ein grosse Wunde hinten, beginnend am Rücken bis zur Hüfte. Da muss ein heftiger Kampf stattgefunden haben. Wieso aber der Angreifer nicht endgültig zugeschlagen und das Tier getötet hat, kann mir keiner sagen.
Ein anderes Tier hat es aber nicht geschafft. Unter einem Baum liegt ein Gnu-Riss, die Beine sind zum Himmel gestreckt und vom Körper scheint nicht mehr viel übrig zu sein (abgesehen von den Innereien). Daneben liegt eine Löwin. Der roten Schnauze zufolge hat sie gerade fertig gegessen und bewacht nun ihr Buffet. Das muss sie auch, denn Schakale und Hyänen halten vorsichtig Abstand und hoffen auf einen Imbiss.
Aber vergebens, die Löwin denkt nicht daran zu teilen und so ziehen sie nach einer Weile ab – wie wir auch. Aber nicht, weil wir nichts abkriegen, sondern weil so viele Fahrzeuge hier stehen und wir nicht unbedingt die beste Sicht haben. 😠 Auf einer grossen Grasebene sehen wir eine geschlossene Fahrzeuggruppe. Ein gutes Zeichen. Wir fahren hin uns sehen in weiter Entfernung ein Gepardkopf, der zum Gras herausragt. Dann verschwindet er wieder, um Sekunden später wieder aufzutauchen. Das geht lange so weiter, bis ein zweiter Kopf auftaucht. Aber an den Spielregeln ändert sich nichts: Kopf auf, Kopf ab, Kopf auf, Kopf ab, immer wieder. Sehr spannend ist das ja nicht, zumal die beiden keine Anstalten machen, sich zu bewegen oder näher kommen.
Ein paar Meter weiter wird’s aber schon spannender: zwei jung erwachsene Löwen tummeln sich im Feld. Die beiden scheinen ein Liebepaar zu sein. Aber offenbar ist ihnen der Rummel zu viel: sie überqueren die Strasse und verschwinden dann auch schon im hohen Gras.
Wir fahren zurück zur Stelle, wo wir gestern den Leopard mit dem Impala-Riss gesehen haben. Der Leo ist noch da, aber vom Impala ist nichts mehr zu sehen. Die Miezekatze schläft in den Ästen. Einmal erwacht er und wechselt die Stellung und den Ast, aber mehr drauf hat er nicht. Wohl vollgefressen, der Arme... 😉
Nochmals gehen wir an der Löwin von heute Morgen vorbei. Die Szene ist unverändert, sie liegt im Gras neben dem Gnu. Auf der anderen Strassenseite unter einem grossen Baum liegt offenbar ihre Familie. Eine weitere Löwin nähert sich und wird freudig empfangen. Das war’s dann auch schon, auch sie haben kein Bedürfnis, sich irgendwie anders zu präsentieren.
Wer die Löwen findet, darf sie behalten
Die morgendliche Pirschfahrt geht zu Ende; sie war sehr katzenlastig, aber viel „Action“ haben wir dabei leider nicht erlebt. Wir fahren zurück ins Camp, aber vorher geht es noch ins Infozentrum, wegen meinem Ballonflug. Meine Skepsis von gestern hat mich nicht getäuscht: wieder nicht auf der Liste! Jetzt werde ich mit „überbucht und Warteliste“ vertröstet. Aber daran glaube ich nicht, zumal ich schon vier Monate vorher gebucht habe. Wir fahren zurück ins Camp und ein wenig deprimiert bin ich schon. Godfrey nimmt sich nun der Sache an. Ein paar Telefons mit verschärfter Tonlage und die Sache ist geklärt. Offenbar hat mein Veranstalter die Buchung nicht richtig übermittelt. 😠 Aber dank Godfrey sollte es jetzt doch noch klappen. 🤩 Der Nachmittags-Gamedrive führt uns zum Hippo-Pool. Es sind sehr viele Besucher hier, kaum Platz an der vordersten Front. Aber wir haben ja Godfrey bei uns, er führt uns auf einem kleinen Geheimweg zu einer besseren Sicht. Die Hippos beobachten uns argwöhnisch und protestieren mit Grunzen, aber nach einer kurzen Zeit beruhigen sie sich wieder. Nicht so unsere Damen: sie trauen der Sache noch nicht so ganz.
Auf der Rückfahrt treffen wir noch auf eine Hyäne, bei der allerdings nur der Kopf zu sehen ist. Sie liegt im Gras und wartet offenbar auf die Nacht. Weiter sehen wir noch eine grosse Büffelherde sowie einen Marabu-Baum.
Als es dämmert, sind wir zurück im Camp. Nach dem Nachtessen laufe ich zur Bad-/Toilettenanlage und spotte mit meiner Lampe durch die Gegend. Dabei treffe ich in ca. 30m Entfernung auf zwei grüngelb leuchtende Punkte, die mich aufmerksam beobachten. Wahrscheinlich eine Hyäne, welche erhofft, in den umliegenden Camps Nahrung zu finden. Früh geht es heute ins Bett, denn früh muss ich morgen wieder auf.
Seven schrieb: Hallo Nana Das ist ja sensationell! 🤩 Lass den ruhig hier drinnen, dem gefällt das sicher hier... 😁
Danke und liebe Grüsse Sven
Danke schön!!!
Auf den bin ich auch ein wenig stolz, denn den habe ich bei unserem ersten Afrikaurlaub in Shamwari ganz alleine entdeckt. 😊 Und dann noch auf der Jagd. Das war ein supertolles Erlebnis!
Jetzt bin ich schon ganz gespannt, wie es weitergeht. 😁
EDIT: Unglaublich, was Ihr alles gesehen habt! So viele Katzen 🤩 🤩 🤩 🤩 Mir fehlt noch der Leo im Baum!
Nane421'362 Beiträge · seit 201112. Juni 2013 · #55
Hallo Sven !
Wow, was für tolle Bilder wieder... Leo im Baum ist ja wohl ein Traum 🤩 !! Aber besonders gut gefallen mit auch die beiden Schirmakazien (ich hab die Löwen gefunden !) und der Marabu-Baum !! Klasse !! Und diese Hippo-Suppe 😄 Du schreibst hier im Tansania-Teil häufig, dass so einige andere Autos unterwegs waren... War das auch in Kenia schon so, dass man sich die Sichtungen mit vielen teilen musste ?? Oder ist es mir da nicht so aufgefallen ? Bin gespannt auf deine Ballonfahrt !!!
Toller Bericht, tolle Fotos! Mach einfach so weiter 😉
LG, Tanja
PS.: Darf ich das nächste Mal mitkommen? Ich bin auch ganz leise 😉
Topobär5'479 Beiträge · seit 200913. Juni 2013 · #57
So voll habe ich den Retima Hippopool noch nie erlebt. Ist echt beeindruckend, was Du da gesehen hast und so wie ich die Hippos kenne, war da sicher erheblich mehr Action als bei den Katzen. Aber weshalb gab es da Probleme mit einem guten Aussichtspunkt? Man darf dort doch aussteigen und kann sich so auf der ganzen Uferlinie gut verteilen. Wir waren im Januar übrigends ganz alleine dort.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201017. Juni 2013 · #59
Hallo an alle
Wow, ich bin überwältigt von euren Feedbacks 🤩 ! Vielen, vielen Dank an alle dafür. Und an dieser Stelle eine Entschuldigung meinerseits, dass ihr solange auf meine Antwort und Fortsetzung wartet musstet. Aber eine schweiz-deutsche Hochzeit hat mich "aufgehalten" 😉 (nicht meine... 😗) , weiterzumachen. 4 Tage volles und tolles Programm...
Nane42 schrieb: Du schreibst hier im Tansania-Teil häufig, dass so einige andere Autos unterwegs waren... War das auch in Kenia schon so, dass man sich die Sichtungen mit vielen teilen musste ?? Oder ist es mir da nicht so aufgefallen ?
Hallo Nane Ja, in Tansania hatte es mehr Fahrzeuge unterwegs. Auf Kenia's Seite, v.a. im Samburu und Lake Nakuru, waren sehr wenige aufeinander. In der Maasai Mara waren dann schon mehr unterwegs und bei den Katzen sehr konzentriert. In Tansania waren wir trotz Nebensaison oft mit vielen anderen Teilnehmer an Ort und Stelle.
TanjaH schrieb: Darf ich das nächste Mal mitkommen? Ich bin auch ganz leise
Hallo Tanja Klar, darfst dich gerne anschliessen 🙂 . Das nächste Mal werde ich aber voraussichtlich erst ab 2014 unterwegs sein, solange musst du dich gedulden 😉 . Voraussichtliche Destination: nördliches Namibia mit Caprivi. Das ist aber gut, wenn du leise bist; auch ich bin nicht der grosse Krachmacher 😄
Topobär schrieb: Aber weshalb gab es da Probleme mit einem guten Aussichtspunkt? Man darf dort doch aussteigen und kann sich so auf der ganzen Uferlinie gut verteilen.
Hallo Topobär Das mit dem Aussteigen war auch nicht das Problem. Wir kamen einfach gerade zur Rush-Hour an und es hatten sich etliche entlang des Ufers verteilt. Daher wählte unser Fahrer den Weg mitten durch den Busch. Da wo wir standen war keine Absperrung (Zaun), daher denke ich, gaaaanz so legal war das nicht... 😮
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201017. Juni 2013 · #60
15.03., Serengeti – Ngorongoro Ich sollte es eigentlich wissen: afrikanische Zeit ist nicht gleich europäische Zeit. Wenn es heisst, um 5:20 Uhr bereit für die Abholung zu sein, heisst das noch nicht, dass dann wirklich jemand kommt. Somit warte ich – der Wecker bimmelte mich um 5:00 Uhr aus dem Schlaf und doch schlafe ich fast wieder ein. Bill leistet mir aber Gesellschaft, zusammen diskutieren wir oder schauen schweigend den klaren Sternenhimmel an. Kurz vor 6:00 Uhr rumpelt es auf der Schotterpiste und Scheinwerfer bahnen sich den Weg zu unserem Camp. Zeit, einzusteigen. Wir fahren zum Startplatz der Ballone und nebenbei ist dies eine Morgen-Pirschfahrt. Wir sehen Hyänen, Schakale und sogar ein Hippo im Grasfeld herumlaufen. Beim Startplatz angekommen schickt mich der Fahrer zum hintersten Ballon. Dort angekommen, lerne ich ein Schweizer Paar kennen; zusammen und mit weiteren Gästen (vorab Australier, Engländer und Franzosen) verbringe ich diesen Morgen.
Unser Ballon ist als letzter startklar, der Einstieg in der Horizontalen ist abenteuerlich. Schliesslich hat der Ballon genug Auftrieb und mit einigen Bodenhopsern steigen wir auf. Ich habe eine Einzelbox und geniesse den freien Raum ausgiebig. Wir schweben sanft dahin, die Ruhe wird nur unterbrochen durch den Feuerschub des Piloten. Ansonsten traumhaft. Natürlich sind wir dem Wind ausgesetzt und können nicht über die Gnu- und Zebraherde zur rechten oder den Elefanten zur linken Seite fliegen.
Lange passiert nichts Aufregendes unter unserem Ballon. Erst gegen Ende fliegen wir nahe an einem grossen männlichen Löwen vorbei. Er scheint gerade mit dem Morgenessen fertig zu sein. In der Nähe tummeln sich Hyänen und Schakale um die Überreste.
Nach gut einer Stunde Flugzeit ist (leider) schon wieder Zeit für den Abstieg. Jetzt hatten die über eine Stunde, bis der Ballon startklar war und dann dieser kurzer Flug. Der Aufwand scheint mir höher als der Ertrag. Egal, wir landen wie wir gestartet sind in horizontaler Lage ohne Probleme auf einem Feld. Die Fahrzeuge stehen bereit und bringen uns zur nächsten Strasse, wo wir mit Champagner empfangen werden. Der Oberchef der Piloten hält eine Ansprache und erläutert den Grund, wieso man nach einer erfolgreichen Ballonfahrt mit Champagner anstösst. Ich höre aber nicht genau hin, denn die Wildnis interessiert mich mehr. Nur sollte er sich langsam beeilen mit seiner Rede, sonst wird der edle Tropfen noch warm. Nach einem gehörigen Schluck auf den nüchternen Magen 🤢 setzen wir die Reise fort. Unter einem grossen Akazienbaum steht das Frühstück für uns bereit. Wahnsinn, was die für uns alles bereit gestellt haben. Das Morgenessen ist typisch britisch: Würstchen, Eier, Bohnen, Speck, Toast. Dazu gibt’s Saft, Champagner und Kaffee/Tee.
Nach dem Morgenessen steigen wir wieder in unsere Fahrzeuge. Als ich mich setze, fährt ein anderes Auto an uns vorbei und ich höre ein lautes „Sveeeeeeen“. Alyson sucht nach mir. Ich rufe zu unserem Fahrer, dass dies meine Gruppe ist und mich jetzt schon verabschieden kann. Nichts da, ich muss bis zur Fahrt ins Info-Zentrum warten. Naja, dann halt… 🤨 Dort angekommen, verabschiede ich mich vom Schweizer Paar und werde von Diane mit einer herzlichen Umarmung begrüsst. Natürlich wollen alle wissen wie es war und was ich gesehen habe. Wir tauschen unsere Morgensichtungen aus. Die Zeit ist fortgeschritten, wir machen uns auf den Weg Richtung Ngorongoro Krater und lassen die Serengeti langsam hinter uns. Aber wir fahren nicht den direkten Weg hinaus, sondern machen noch einen Abstecher zu den Kopjes (danke Picco, dank deinem Reisebericht weiss ich jetzt auch die richtige Bezeichnung dieser Steinhügel 🙂 ), die verstreut in der Gegend liegen. Godfrey steuert jeden Kopje langsam an und wir alle schärfen unsere Augen. Vielleicht finden wir ja was. Aber ausser einer einsamen Gazelle sehen wir nichts. Beim letzten Steinhügel aber hat sich unsere Mühe gelohnt: von weitem sehen wir ein Löwenpärchen, welches auf einem grossen Stein unter einem Baum liegt und döst.
Wir fahren näher und werden weiter überrascht: auf einem weiteren Kopje sind ca. 5 Teenies und eine Löwin, auf einem kleineren Hügel drei Jungtiere und im Gras liegt ein ausgewachsener Löwe. Wir sind nun mittendrin bei einer Löwenfamilie – und das ganz alleine! 🤩 🤩
Wir beobachten in aller Ruhe die Löwen; einige liegen faul herum, andere sind aktiver unterwegs. Als wir den Steinhügel umkurven, bleiben wir im Schlamm stecken 😮 , zum Glück ausser Sichtweite der Löwen. Godfrey muss aussteigen, um den 4-Rad einzuschalten, was bei den Frauen ziemlich Panik auslöst, schliesslich lauern da draussen Fressmaschinen. Aber Godfrey tut dies in aller Ruhe und Routine und wir können uns befreien. Nochmals schauen wir den Löwen von der anderen Seite zu. Ein weiteres Weibchen taucht auf. Somit zählen wir zwei männliche und drei weibliche erwachsene Löwen, dazu ca. fünf Teenies sowie drei Babys.
Diese einsame Begegnung unter den Löwen ist ein würdiger Abschluss der Serengeti. Nicht weit davon, ca. 200m entfernt, nehmen wir unser Lunch ein. Die Damen sind immer noch beunruhigt – so nahe, nein danke, ich bleib im Auto! Naja, um es vorweg zu nehmen: wir konnten lunchen ohne gelyncht zu werden. 😛
Wir fahren denselben Weg zurück, entsprechend sehen wir auch wieder die gleichen Tiere. Auch die Maasai’s sind unterwegs, entweder mit ihren Herden oder dann warten sie am Strassenrand. Einige sind sogar (irgendwie furchterregend) geschminkt. Ich meine Bill so verstanden zu haben, dass das „Priester“ sind und wenn man ihnen ein paar Dollars gibt, werden wir bei der Weiterreise vor Unglücken und schlimmen Ereignissen bewahrt. Offenbar glaubt Godfrey nicht an diesen Hokuspokus und so fahren wir ohne Unterbrechung an ihnen vorbei, was diese mit lautem Rufen und erhobenen Fäusten goutieren. Offenbar sind wir jetzt verflucht. 😐 Am späteren Nachmittag treffen wir im Camp auf dem Rand des Ngorongoro Kraters ein. Es weht ein kühler Wind, aber die Sonne scheint (noch). Nach der Dusche treffen wir uns für ein Apero draussen. Unseren Guide, Bill, erkennen wir fast nicht mehr. Dick eingepackt und mit Mütze sorgt er bei uns schwitzenden Bleichgesichter für Erheiterung. Während des Nachtessens regnet es für eine halbe Stunde in Strömen, zum Glück haben wir ein dichtes Dach über dem Kopf. Aber auf das vorbereitete Lagerfeuer müssen wir heute Abend verzichten. 🙁