dann will ich mal mit meinem Reisebericht anfangen, schließlich warten die ersten Drängler schon und da hält mich nichts mehr - da wird losgelegt. 😉
Wie der Titel schon sagt, irgendwie war das ein komischer, fast schon eigenartiger Urlaub, immer wieder gespickt mit so kleinen Vorkommnissen, die man oft hätte vermeiden können, aber dazu später mehr und ich beginne einfach mal der Reihe nach.
Unsere Route im Gesamten:
2 Nächte Kalahari "Teufelskrallen-Lodge" 6 Nächte KTP 2 Nächte "Alte Kalköfen Lodge" 3 Nächte Klein Aus Vista "eagles view" 2 Nächte Barchan Dunes "Kuangu-Kuangu" 3 Nächte Swakopmund "Beach-Hotel"
So war das das Ganze zumindest geplant, aber schon am ersten Tag unserer Reise ist alles ganz anders geworden.
Tag 1: der Supergau des Jahres Dank "Air-Namibia": 😈
Im Forum ist das Thema "Zwischenlandung in Rom" ja schon ausgiebig diskutiert worden, einen aktuellen Zeitticker habe ich damals hier in diesem Thread auf Seite 11 reingestellt:
Es wäre mühselig, die ganze Story zu wiederholen. Vielleicht nur noch ein Wort dazu: es war unfassbar, was AN mit den Passagieren angestellt hat. Ein Armutszeugnis allererster Güteklasse für diese angeschlagene Airline, von der, zumindest wir, in Zukunft sicherlich die Finger lassen. Und nochmals und dick unterstrichen: damit meinen wir nicht den gecancelten Flug sondern die Art und Weise, wie das in Frankfurt am Airport abgelaufen ist.
Hier ein kleines Video, leider durch die Scheiben nicht ganz gut gelungen, aber man kann sich vielleicht einen kleine Vorstellung machen, wie sich das abgespielt hat:
Fakt ist, und im Nachhinein und mit Abstand schütteln wir nicht nur noch den Kopf, sondern lachen auch mal drüber: mit 25-stündiger Verspätung sind wir am Folgetag in Windhoek gelandet, zumindest aber war der Flug insofern angenehm, da wir 2 Vierer-Reihen für uns ergattern konnten, so dass wir einen mehr als angenehmen Flug hatten.
Zur Ehrenrettung von Air-Namibia sei gesagt, dass der Service an Bord sehr nett und freundlich war, nach einem doppelten Gin-Tonic und zwei Gläser Rotwein und einer leichten Schlaftablette haben wir wohl noch nie so gut in einem Flieger geschlafen als bei diesem Flug. Das war aber auch kein Wunder - wir waren mehr als platt. 😣
So war das mit dem Auftakt unserer fast 3-wöchigen Tour nach Namibia und den KTP. Und morgen, morgen ist der erste Tag in Namibia, und beim Autoverleiher erwartete uns die nächste negative Überraschung, die wir ebenfalls Air Namibia zu verdanken hatten.
Aber, und mehr wird jetzt nicht verraten, wurden wir am nächsten Tag nicht nur negativ sondern auch positiv überrascht. Wir durften "am eigenem Leib" erfahren, wie gut es ist, Forumsfreunde zu haben.
Herzliche Grüße der bayern schorsch
Teil 204. Apr. 2013
Tag 2: unser erster Tag in Namibia mit Überraschungen:
Unser Auto, einen Toyota Avanza, hatten wir schon bald ein Jahr im Voraus bei Savanna Car gebucht. Bereits das zweite mal, dass wir bei Savanna buchen, das Angebot war in Ordnung, ebenso das Auto, das wir mit einem Tachostand von 55.578 km übernahmen, bei der Rückgabe hatte die Kiste 3.856 km mehr auf dem Buckel. Wie immer haben wir im Vorfeld unsere Fahrkilometer ausgerechnet, wie immer haben wir uns verrechnet, die Pirschfahrten im KTP fressen mehr Kilometer, als wir dachten. Aber das ist schon immer so gewesen. 😎
Kommen wir zur negativen Überraschung des Tages: Conny nutzt die Zeit beim Autoverleiher Savanna-Car, um die warme Jacke, die bei Flügen grundsätzlich nötig ist, in den Koffer zu packen. Der Koffer ist noch gar nicht ganz offen, da seh ich schon im Augenwinkel, dass da was nicht passt. Selten zuvor hab ich meine Conny so verdutzt dreinschauen sehen wie in diesem Moment. Der gesamte Inhalt des Koffers ist nass. Und zwar nicht nur nass, sondern pitschnass. Es war zum weinen, und wir übertreiben nicht: man konnte die Wäsche auswinden und drunter ist das Wasser rausgelaufen! Meine erste Frage war natürlich, ob da eventuell etwas ausgelaufen sein könnte. Da wurde aus dem anfänglich verdutzen Blick ein höchst ärgerlicher Blick, denn es war im Koffer nichts als Wäsche und ein paar Bücher. Alles durchtränkt. Wie das passiert ist weiß keiner, aber den Salat haben wir nun. Mein Koffer war "trocken", immerhin etwas, aber man kann sich gut vorstellen, wie´s um die Stimmung von Conny bestellt war. 😈 😈 😈
Trotzdem, unseren Einkauf für den KTP haben wir noch durchgezogen. Im Super-Spar bei der Maerua Mall in Windhoek haben wir alles bekommen, was für ein 6-tägiges self-catering nötig war, und im bottle-store waren anschließend ein paar Fächer der Weinregale leergefegt. Wir wundern uns, welche Mengen man für einen 6-tägigen Aufenthalt im KTP braucht, aber wir wollen es uns ja gut gehen lassen.
So gegen 13.00 Uhr kommen wir in unserer "Teufelskrallen-Lodge", die wir ja ursprünglich für zwei Nächte gebucht haben an und unterwegs hegen wir die Hoffnung, dass es in der Lodge irgendeinen freundlichen Menschen gibt, der uns mit der nassen Wäsche behilflich ist. Und so ist es auch, Frau Ruby, die Managerin der Teufelskrallen-Lodge, bietet uns spontan Hilfe an und der gesamte Kofferinhalt wandert auf die Wäscheleine zum Trocknen. Welch ein Service, wirklich toll!
Aber es geht weiter, wir haben nämlich grad eine Glücksphase:
nach der Wäscheleinenaktion erklärt uns die äußerst sympathische Ruby, wir würden, da wir ja nur eine Nacht bleiben können, nicht in der "Teufelskralle", sondern in einem der Bungalows in der main-Lodge, der "Red Dunes Lodge" ,untergebracht . Falls wir zustimmen. Es sei bereits alles veranlasst und vorbereitet, wir brauchen nur die 6 km bis zur Red-Dunes fahren, man erwartet die Herrschaften schon (damit meinte sie uns). 😄
Und das Alles selbstverständlich nur dann, wenn wir auch damit einverstanden sind, denn wir könnten natürlich auch in der Teufelskralle bleiben, aber die Red-Dunes wäre, grad weil sich´s ja nur um eine Nacht dreht, die eindeutig bessere Wahl. Und außerdem läuft das alles zum gleichen Preis, es sei alles geregelt.
Hhmm ..... 😕 So was lassen wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen, denn wir wissen, dass die Red-Dunes eine andere Liga ist als die Teufelskralle und in Anbetracht dessen, dass wir hier eh leider nur eine Nacht bleiben können/dürfen, ist es uns mehr als angenehm, ein derartiges Luxus-upgrade zu bekommen.
Des Rätsels Lösung, wie es zu diesem völlig unerwarteten upgrade kam:
unsere Forumsfreundin Hanne dachte sich, der Schorsch und seine Frau, die sind so was von fertig mit der Welt, schau doch mal, was man denen Gutes antun kann. Und da die Hanne den Besitzer der Red Dunes Lodge bzw der Teufelskralle persönlich kennt, hat sie via e-mail um dieses kostenlose upgrade gebeten. Immer natürlich unter der Voraussetzung, dass wir das auch wollen.
What a nice surprise, wir haben uns da so richtig gefreut,
Hanne - hier drei dicke Bussis für Dich aus Bayern: 😘 😘 😘
Oh je - ich schreib wieder mal viel zu viel, darum hier ein paar Bilder von dieser herrlichen 5-Sterne-Luxus-Lodge:
Am Nachmittag machen wir einen game-drive mit Utz, dem Driver auf der Red Dunes Lodge. Die Kalahari ist wunderschön und wir sehen bei unserem ersten Drive auch schon viele Tiere. Uns geht´s wie vor ein paar Jahren, als wir das erste Mal in Namibia waren - wir sind hin und weg, diese roten Dünen, die ersten Tiere, einfach Klasse!
Nach dem game-drive dann mal wieder so eine Aktion, die uns nicht unbedingt Freude macht: unsere Essensvorräte für den KTP, die wir, schlau wie wir sind 🤩 , in Pappkartons in unserem Bungalow gelagert haben, sind übersäht von Ameisen.
Dicke, fette Dinger sind das, aber wir machen alles sauber und haben die Sache wieder fest im Griff. Das Fleisch ist ja erstens Vakuumverpackt und zweitens im Kühlschrank gelagert, da kann also nichts passieren, und den Ameisen machen wir den Garaus. Trotzdem ist es wieder mal eine Aktion der besonderen Art. Ameisenjagd, ich fass es nicht! Und es waren nicht wenige Ameisen. 😈
Gleichzeitig wurde dann auch die trockene Wäsche vom Koffer geliefert. Alles tip top, die verknitterten Blusen wurden sogar gebügelt, eigentlich läuft doch alles wie am Schnürchen. 😉
Das zahme Erdmännchen, das auf der Red Dunes Lodge seine Heimat hat, hat´s uns natürlich besonders angetan. Jetzt sind wir schon zum vierten Mal in Afrika und haben bisher noch nie ein Erdmännchen gesehen. Und dann so was Putziges:
(da strahlt sogar der bayern schorsch)
Das Dinner in der Red Dunes Lodge ist vorzüglich. Wir sind die einzigen Gäste, trotzdem lässt sich die Küche nicht lumpen. Zur Vorspeise griechischen Salat und ein Tartar im Blätterteig, zum main-course wird Oryxfilet mit püriertem Gem Squash, buntem Gemüse und Kartoffeln serviert, und als Dessert gibt´s Aprikosenkuchen mit Vanillesoße. Dazu eine feine Flasche Nederburg Rot, und wir trinken auf das Wohl unserer Freundin Hanne.
So geht unser erster Tag bzw. Abend in Namibia zu Ende. Viel Aufregung, viel Verdruss, aber auch viel Freude. Wie gesagt - Höhen und Tiefen.
ÜN Red Dunes: wir haben in diesem Fall "nur" 2.360 ND bezahlt incl. Frühstück und incl. einem prall gefüllten Kühlschrank Dinner Red Dunes: 185 ND pro Person + Getränke Game-Drive: 250 ND pro Person incl. Getränke
Es grüsst Euch herzlich, der bayern schorsch
Teil 305. Apr. 2013
Tag 3: auf geht´s in den KTP
Wir haben eine lange Strecke vor uns, bis nach Mata-Mata zum Grenzübergang sind es fast 400 Kilometer. Nach dem Frühstück zahlen wir, und tatsächlich bekommen wir hier das upgrade für die eine Nacht zum gleichen Preis wie die Teufelskralle. Eine mehr als faire Sache, wissen wir doch, dass die Red Dunes normalerweise deutlich teurer ist.
Und dass wir für das Wäsche "aufbereiten" nichts bezahlen sollen, finden wir schon sehr bemerkenswert. Natürlich machen wir noch einen kleinen Schlenker zurück zu Ruby, schauen uns die Unterkünfte der Teufelskrallenlodge an (Tent Nr. 6 hätten wir gehabt) und sind überzeugt, dass es uns auch hier gefallen hätte, aber unserer Meinung nach sollte man für die Teufelskrallen-Lodge unbedingt zwei oder drei Nächte einplanen. Bei nur einer Nacht waren wir froh, die andere Variante gehabt zu haben. Das war für uns wesentlich bequemer.
Eine Flasche Shiraz wechselt den Besitzer, wir geben sie aber gerne an Ruby ab und bedanken uns nochmals für die freundliche Geste mit der Wäsche. 🙂
Auf dem Weg nach Mata-Mata haben wir immer wieder kurzen Kontakt mit den Einheimischen, wir haben das Gefühl, gern gesehen zu sein und die Menschen sind sehr freundlich.
Relativ spät am Abend kommen wir in Mata-Mata an, die Einreise ist innerhalb von 10 Minuten erledigt, die Frage nach fire-wood wird wahrheitsgemäß mit "no" beantwortet, und zum Glück schaut der Grenzbeamte nicht in unsere Kühlbox, er hätte Gemsbockfilet, Game-Spieße, Springbockfilet und verschiedene andere Leckerbissen vorgefunden. Wir sind an diesem Tag, und es war schon fast 16.00 Uhr, das sechste Auto zur Einreise über Mata-Mata.
Erste Arbeit in Mata Mata: Feuerholz kaufen, Auto auftanken und vorschriftsgemäß die Luft aus den Reifen lassen. Zum Glück gibt´s aber einen netten Tankwart, der das übernimmt.
Unsere ersten zwei Nächte hier im KTP, ausgeschrieben Kgalagadi Transfrontier Park, verbringen wir im KTC, ausgeschrieben Kgalagadi Tented Camp. Ausgeprochen wird dieses Kgalagadi wie folgt: Khachlachadi, so zumindest wurde es uns gesagt. Und am Anfang, beim Kh sollte man noch einen kurzen Klicklaut dazufügen. Wir haben das mit dem Klicklaut probiert, der Erfolg hat sich nicht einstellen wollen. 😉
Die KTC-Unterkunft ist schön, das weit über die Grenzen hinaus bekannte und auch von vielen Fomis getestete Kingsize-Bed macht seinem Namen alle Ehre. Allerdings würden wir hier in Bayern sagen, dass das Honeymooner- Bett "durchg´flackt" ist, zumindest haben wir Beide am nächsten Tag Kreuzweh. Und zwar g´scheit!
Natürlich wird als allererstes der Kühlschrank eingeräumt, unsere Pappkartons mit den Vorräten sieht man hier auf diesem Bild, und alles, was im KS Platz hat, wird reingeräumt.
Wir beschließen, den heutigen Tag ruhig ausklingen zu lassen. Die Pirschfahrt verschieben wir auf morgen, wir sind ja jetzt für 6 Nächte hier im Park und unser "honeymooner-tent" gefällt uns gut. Die Terrasse liegt herrlich über dem Tal, der Blick zum Wasserloch ist gut, wenn auch nicht sensationell.
Abends sitzen wir zum Braai auf unserer schönen Terrasse und genießen die Aussicht , die Ruhe und das wirklich nette Ambiente. Es gibt Gemsbock-Filet, gemischten Salat (Tomaten, Gurke, Eissalat), dazu ein paar Kartoffeln und Butternuts und, ich trau´s mir gar nicht zu sagen, eine Flasche Nederburg Rot. 🙂 Hier kann man´s aushalten, und heute ist noch gar nichts "passiert", aber die Nacht ist ja noch lange.
herrliches Ambiente im Kgalagadi Tentet Camp
Teil 405. Apr. 2013
Jetzt häng ich gleich noch einen Tag hintendran, denn gestern war ja fast nur ein reiner Fahrtag, gibt also auch fotografisch nicht all zu viel her. Und die, die´s mit´m scrollen nicht so haben, haben´s dadurch auch bequemer. 😉
Tag 4: unser zweiter Tag hier im Tented Camp
3.00 Uhr morgens, es ist Aktiontime:
Und zwar war das so, dass ich mitten in der Nacht einen gewaltigen Durst bekam. Mag wohl der Rotwein dran schuld sein, also rüber ins Küchentent, um vom Kühlschrank eine Flasche Wasser zu holen. Und da denk ich doch, mich trifft der Schlag. Im Kühlschrank wimmelt es nur so von Ameisen. Jede Menge Ameisen, an der Innentüre hoch, am Gefrierfach vorbei, es ist zum grausen!!! Und dabei dachten wir doch, in der "Red-Dunes-Lodge" alles "bereinigt" zu haben.
Und was macht Mann in solch einer Situation Situation? 🙁
Mann weckt Frau, 🤩 und gemeinsam gehen wir gegen die Viecher vor. Nur hat man ja nicht, so wie vielleicht zu Hause, die Chemiekeule zur Hand, aber mit "Peaceful-Sleep" müsste das auch ganz gut funktionieren. Also den gesamten Inhalt des Kühlschranks raus, alles abgewischt, den Kühlschrank ausgewischt, entsprechend eingesprüht und nach einer Stunde war auch diese Aktion von Erfolg gekrönt.
Die letzte Ameise hat den letzten Atem ausgehaucht, mittlerweile war es 4.00 Uhr morgens, und wir sind hundemüde. Dass der Kühlschrank zudem noch defekt war, sollte das kleinere Problem sein, das wird unser Campranger schon in den Griff bekommen. (hat er auch, aber natürlich erst im Lauf des vormittags).
Um 6.00 Uhr morgens geht´s raus. Schnell zum Ranger, Permit abholen und ihn vom defekten Kühlschrank unterrichten.
Und dann geht´s los zum ersten Game-Drive, auf den wir uns schon sehr freuen, schließlich soll es ja hier im Park Löwen, Leoparden und Geparden bis zum Abwinken geben. Dementsprechend hoch sind unsere Erwartungen. Hier die ersten Tiere, denen wir auf unserer Pirschfahrt begegnen:
Nun ja, gar nicht mal so schlecht, wir sehen noch große Vögel
und wir sehen kleinere Vögel:
Zwischendrin lässt sich sogar mal eine African Wildcat schön fotografieren. Haben wir noch nie vorher gesehen, aber schaut eigentlich aus wie unsere Hauskatzen hier zu Hause:
Im Lauf des vormittags fahren wir zurück in unser Tent, schließlich haben wir noch kein Frühstück gehabt, und der erste Blick in den Kühlschrank bestätigt uns - wir sind die größten Ameisenkiller des KTP´s. Wir haben hervorragende Arbeit geleistet, und auch der Kühlschrank läuft wieder tadellos.
Mittags ein wenig relaxen, die Nacht war kurz und gegen 16.00 Uhr brechen wir zur Nachmittags- bzw. Abendpirsch auf. Wir müssen leider feststellen, dass es den Tieren hier im KTP augenscheinlich nicht so gut geht.
Für unsere Begriffe sind, grad die Gnu´s und die Springböcke, schon arg abgemagert, und wenn man den Tieren so zuschaut, wie sie im Sand nach Essbaren scharren, dann tun sie uns richtig leid. 🙁 Sie sind eine leichte Beute für die Raubtiere, aber so ist das halt. Zu trocken ist hier alles, und zwar staubtrocken. Normalerweise hätte längst die Regenzeit einsetzen sollen und im Park müsste alles grün sein. Leider hat unser Avanza keinen (!!!)Außentemperaturanzeiger, aber unsere geschätzten knapp 40 Grad und gefühlten 50 Grad wurden uns von anderen Touris bestätigt.
Wir sehen wieder etliche Tiere, und kurz vor "Torschluss" dann noch diesen vollgefressenen Gepard, der allerdings schon arg weit weg gewesen ist, die Bildqualität lässt zu wünschen übrig.
Und unmittelbar bevor wir ins Camp zurückfahren mussten, haben wir noch dieses Prachtexemplar vor die Linse bekommen:
Wir finden, dass die Öffnungszeiten hier im Park zu knapp bemessen sind. 19.00 Uhr ist Torschluß, etwas zu früh, denn da geht´s ja eigentlich erst richtig zur Sache. Den Geparden auf dem letzten Bild haben wir vielleicht 2 km vor dem Camp gesehen. Gerne hätten wir ihn "verfolgt", aber wir wollten nicht riskieren, den Ranger im KTC zu verärgern. Schließlich hat er unseren Kühlschrank wieder zum Laufen gebracht.
Ein erlebnisreicher Tag neigt sich dem Ende. Heute gibt´s mal kein Game, heute gibt´s beef Sirloin, eine feine und leckere Sache. Von den Löwen, die hier so zahlreich vertreten sein sollen, können wir höchstens träumen. Fehlanzeige, aber dafür haben uns ja die Ameisen schon früh morgens die größte Freude bereitet.
Herzliche Grüße, der bayern schorsch
Teil 506. Apr. 2013
Tag 5: vom Kalaghadi Tented Camp zur anderen Seite rüber, nach Nossob
Mal generell ein paar Zeilen zum KTP:
Wenn man den Süden Namibias besucht, liegt der KTP mehr oder weniger "auf dem Weg". Ein Abstecher zu diesem Park ist jedem empfohlen, der erste Eindruck entspricht genau dem Bild, was viele Leute mit der Kalahari in Einklang bringen. Rote Dünen, die sich teilweise 30 Meter hoch auftürmen, jede Menge Oryx-Antilopen (Gemsbock), jede Menge Springböcke, Gnu´s und Elands, und auch die seit 1990 aus dem Etosha-Park eingeführten Giraffen verzaubern jeden Besucher und man wird unweigerlich in einen Bann gezogen, der einen nicht mehr los lässt.
Raubtiere in großer Zahl,
Anm. der Red: wenn man mehr Glück als der bayern schorsch hat 😄
so präsentiert sich der Kgalagadi Transfrontier Park mit einer gesamten Fläche von fast 40.000 km². Der südafrikanische Teil mit "nur" rund 10.000 km² ist von Namibia aus am besten über Mata-Mata erreichbar. Hier, im südafrikanischen Teil, kann man auch, so wie wir, mit einem normalen Auto fahren, der botswanische und deutlich größere Teil des Parks mit fast 30.000 km² ist nur mir 4x4 befahrbar.
Unsere Unterkünfte sind mit zwei Nächten Khalagadi Tented Camp, zwei Nächten Nossob und zwei Nächten Urikaruus gut gestreut, wir meinen, die richtigen Stützpunkte gewählt zu haben.
Und so gehen wir heute auf die Reise nach Nossob, auf der anderen Seite im Nossobtal, dort, wo entlang des Reviers die botswanische Grenze verläuft. Vom Kgalagadi Tented Camp ist es ein weiter Weg bis nach Nossob, und wir brechen sehr zeitig auf. Unser erstes Teilstück ist die Sandpad bis zur Abzweigung bei Urikaruus. Kurz nach Verlassen des Camps haben wir Glück und sehen eine braune Hyäne. Irgendwie scheint das Tier am Hals verletzt zu sein.
Es sind rund 45 Kilometer, sandige Straße, leicht zu fahren, aber die gesamte Pad ist sehr wellig. Es wäre höchste Zeit, den Bulldog hier mal wieder mit seinen Schleppreifen durchzuschicken, wir wurden in unserem Avanza schon arg durchgerüttelt.
Übrigens ist Nossob das Gebiet, wo es Katzen bis zum Abwinken gibt, die Leoparden und Geparden einem zu Füßen liegen und die Löwen allesamt auf den Sandstraßen spazieren laufen und warten, bis der bayern-schorsch nebst Gemahlin zum fotografieren vorbeikommt.
Die wellige Sandstraße ist noch gar nichts im Vergleich zu der Verbindungsstraße zwischen Urikaruus und Dikbaardskolk. Wir waren in den letzten Jahren bestimmt schon auf sehr schlechten pads unterwegs, aber diese rund 55 Kilometer hatten es wirklich in sich. Vielleicht lag´s an unserem kleinen Auto, aber so was von schlechter Straße haben wir noch nie gehabt. Egal - was wir auch unternahmen, weder bei langsamer Fahrt noch bei flüssigerer "Gleit"- Fahrt, es blieb dabei, für Mensch und Auto unserer Meinung nach unzumutbar, und zu allem Überfluss sehen wir so gut wie keine Tiere. Löwen sowieso Fehlanzeige, an den Wasserlöchern gähnende Leere und wir hatten Glück, dass sich wenigstens ein paar Raubvögel und ein paar Antilopen zeigten:
Kurz vor der Abzweigung bei Dikbaardskolk, wo es dann nochmal rund 50 km weitergeht nach Nossob, haben wir am Wasserloch "Eland" unsere erste Löwensichtung im KTP. Immerhin - ein Löwe, wobei die Betonung auf "EIN" liegt:
Fast eine Stunde haben wir gewartet und gehofft, ein Savanna Dry hat uns gut geschmeckt, aber der Löwe tat uns den Gefallen nicht, sich doch zumindest einmal zu erheben und evtl. die Position zu wechseln. Faul lag er da, der Faulpelz, 😐 und wir fahren weiter, 50 Kilometer liegen noch vor uns, zum Glück aber haben wir wieder eine sandige pad, das war dann doch einigermaßen zu fahren.
In Nossob angekommen beziehen wir unseren Bungalow. Es gefällt uns nicht. "Es gefällt uns nicht" hört sich sehr trocken und nüchtern an, aber so ist es. Da gibt´s nicht zu beschönigen und auch nichts auszuschmücken. Es ist einfach trist und trübe hier.
Zwar sieht das Schlafzimmer auf dem Bild eigentlich recht nett aus, aber wir fühlen uns hier in Nossob überhaupt nicht wohl. Das ist nicht unser Ding, wir würden hier auch nicht mehr hergehen, aber es hilft ja nichts, zwei Nächte sind gebucht, also bleiben wir zwei Nächte und machen das Beste draus. Das WC hätte ich fotografieren sollen. Ich wollte aber nicht, es war mir nicht fotogen genug. 🙁
Zumindest gibt´s abends wieder feinste Leckereien vom Grill, wenigstens das passt, und von der Ameisenplage haben wir uns auch schon erholt.
Zur Info: es gab Springbock-Filets, Maiskolben, gemischten Salat, Gem Squash und ein paar Baby-Kartoffeln. Halt - die Burewurst hätt´ ich beinah vergessen. Eine Flasche Rot war unser Verdruß-Tropfen, aber man muss dazu sagen, dass der Rote unbedingt weg gehörte. Es war nämlich so, dass durch diese unglaubliche Hitze, die wir tagsüber hatten, die Korken der Rotweinflaschen sich verselbständigt haben. Bei allen Rotweinflaschen waren die Korken wie von Geisterhand über die Hälfte aus dem Flaschenhals geragt. Conny meinte schon, da hat sich irgendjemand an unsere Weinvorräte rangemacht. Na ja, macht aber nichts, der Wein hatte zum Glück keinen Schaden oder zumindest haben wir nichts gemerkt.
Nossob Tag 2:
Verzweifelt gehen wir auf Pirsch und sind die Ersten, die morgens am gate stehen. Und ich sag Euch, alle Wasserlöcher in der näheren Umgebung haben wir abgeklappert, Richtung Grootkolk sind wir hochgefahren. Und was war: wieder einmal Fehlanzeige, keine Katzen, so weit das Auge reicht.
Aber zumindest ein paar große und einen kleine Vögel, das ist unsere game-drive Ausbeute. Was sagt man dazu.
Zurück zum Frühstück in unserem Traumchalet machen wir uns an die nächste Packung Weißbrot ran. So, und jetzt wussten wir auch, wo wir die ganzen Ameisen herhatten. Das Weißbrot war über und über mit Ameisen besudelt, von außen nichts, aber auch rein gar nichts zu sehen, aber als wir die Packung aufmachten, wussten wir Bescheid.
Es grauste uns regelrecht, das Brot wurde natürlich sofort entsorgt und zum Glück hatte der kleine Shop in Nossob eingefrorenes und sogar dunkles Weißbrot vorrätig. Was für ein Glück, aber noch größer war unser Glück, dass man uns im Shop fragte, ob wir die Eule im Baum vor dem Shop schon gesehen hätten. Haben wir natürlich nicht, aber in der Tat, es war eine schöne und große Eule. Ein tolles Erlebnis.
Hier eine Nahaufnahme, man sieht sehr schöne die Krallen dieser Giant Eagle Owl:
und in unserer KTP-Broschüre steht geschrieben: "A diagnostic feature of this species are the pink eyelids". Schaut selbst, es stimmt, die Eule hat sich einen perfekten pinkfarbenen Lidschatten gemalen:
Am späten Nachmittag sind wir dann nochmals raus auf Pirsch. Wenigstens haben wir außer Vögel auch noch ein paar Strauße und Gnu´s gesehen:
Und dann haben wir doch noch einen Löwen gesehen. Immerhin - unser Löwe des Tages, da ja auch der Einzige. Weit weit weg, mein Teleskop hab ich ausgefahren, so weit´s nur ging, dieses Foto ist dann dabei rausgekommen. Welch magere Ausbeute:
Merkt man das eigentlich, dass wir ziemlich "angefressen" waren? Vielleicht waren unsere Erwartungen zu hoch, das kann schon sein. Aber für das, was wir schon alles für Geschichten über den KTP gelesen haben, ist die Ausbeute einfach zu mager. Und wir gehören ja noch dazu zu den Menschen, die sich über alle Tiere freuen. Es muss nicht immer eine Raubkatze sein, aber wenn man in den KTP fährt, dann will man mehr. Und mehr als das, was wir hier zeigen, haben wir nicht gesehen.
So war das, das Schreckgespenst "Ameise" ist nun ein für alle Mal beseitigt, morgen geht´s zurück nach Urikaruus, mal schauen, wie das so wird. Wir haben allerdings größte Befürchtungen, denn Urikaruus ist das Camp der Fledermäuse.
In anderen Reiseberichten haben wir gelesen, dass die Fledermäuse die ganze Nacht Radau machen und bei unserem Glück, das wir in diesem Urlaub haben, rechnen wir mit dem Schlimmsten.
Teil 607. Apr. 2013
Hallo zusammen,
mit Volldampf geht´s weiter im Reisebericht:
Tag 6, der erste Tag im Urikaruus-Camp im KTP
In Nossob wird noch ausgiebig gefrühstückt, aber bald sind wir wieder on road, es geht heute zurück nach Urikaruus, mal schauen, wie das dort so wird.
Alle Wasserlöcher sind wir auf dem Weg abgefahren, angefangen in Rooikop, dann Marie se draai, Kaspersdraai, Cheleka, Eland - eigentlich alles vielversprechende und wohlklingende Namen, das war´s dann aber auch schon.
Auch heute wieder eine Totenstille, das kann doch gar nicht wahr sein. Außer ein paar wenigen, halb verhungerten Antilopen sehen wir nichts. Aber es ist so, nirgendwo stehen Autos, denn das wär ja schon mal ein gutes Zeichen gewesen.
Vielleicht haben wir den Fehler gemacht, die gleich schlechte Piste, die wir gekommen sind, auch wieder zurückzufahren, vielleicht wäre es besser gewesen, die Verbindungsstraße von Kij Kij über Kieliekrankie zu nehmen, aber wer weiß das schon. 😐
Und so kommt es, dass wir zu einer Zeit in Urikaruus ankommen, wo normalerweise die Hütten noch sauber gemacht werden und für uns ist klar, unsere Unterkunft ist mit Sicherheit noch nicht fertig, der Ranger lässt uns bestimmt warten.
Ein freundlicher Mann, dieser Ranger, und so schaut er, als wir uns bei ihm melden, auf die Uhr und fragt uns ob wir wissen, wie spät es is t?!? Um diese Zeit sind die Chalets noch nicht fertig und es sieht uns an, als kämen wir von einem anderen Stern.
Aber dann lacht er breit über´s ganze Gesicht: "no no Sir, don´t worry, everything is fine, welcome in Urikaruus!!!"
Puh .... Na, das nenn ich doch mal eine gute Sache und der erste Eindruck von Urikaruus ist nicht der Schlechteste:
Auch innen ist alles recht nett eingerichtet, die Unterkunft macht auf uns einen mehr als sauberen Eindruck, hier, so meinen wir, kann man sich wohl fühlen, die Ameisenpleite haben wir längst vergessen und mit den Fledermäusen werden wir auch noch fertig werden, das wär ja gelacht.
Wir richten uns ein, unsere Terrasse ist wahrster Balsam für unser geschundenes Gemüt und beim Blick zum Wasserloch wissen wir wieder, warum wir eigentlich nach Afrika gefahren sind. Es ist wirklich schön hier, das Urikaruus-Camp hat Stil und Charme. 🙂
Nach ausgiebigster Terrassensitzung, denn es war ein stetes Kommen und Gehen der Tiere am Wasserloch, waren wir wieder frohen Mutes: auf geht´s zum game-drive, wir wollen mal schauen, ob wir hier einige schöne Tierbegegnungen haben.
Als Erstes kommt uns wieder mal eine Antilope vor die Kamera, die hier noch wo ganz wo anders hinschaut
Aber als sie dann aber die bayern schorschine erblickt, stellt sie sich so, wie wir das gerne haben:
Und wir sehen weitere Antilopen, Gnu´s und Schakale:
Und wenn schon keine Löwen in Sicht sind, dann muß man nach anderen Dingen Ausschau halten. Wir finden zum Beispiel, dass dieser Baum wunderschön ist, der war uns ein Foto wert:
Am Abend sitzen wir hier auf der schönen Terrasse des Urikaruus-Camps. Wir grillen und lassen´s uns gut gehen. Die Küche zaubert regelrecht,
ist ja auch kein Wunder bei diesem Equipment (so eine gelungene Toasterkonstruktion haben wir noch nie gesehen, hat aber super funktioniert), und zum Dinner gibt´s diesmal Oryx-Filet mit Süßkartoffeln, Butternuts, Salat und dazu ein feine Flasche Chardonnay, ein Gedicht, das kann ich Euch verraten.
Schön, dass uns zum Abendessen ein Cap-Fox besuchen kommt. Haben wir auch noch nie vorher gesehen, ein schöne Begegnung war das,
und auf unserer Terrasse sitzen wir in allererster Reihe, einfach nur schön!!!
Morgen geht´s dann weiter mit dem zweiten Tag im Urikaruus-Camp. Und um die Frage nach den Fledermäusen zu beantworten:
Wir haben weder eine Fledermaus gesehen noch eine Fledermaus gehört, nicht mal geraschelt hat eine. Stellt Euch das mal vor !!!
Teil 708. Apr. 2013
Tag 7, der zweite Tag im Urikaruus-Camp
Wir sind sehr früh auf pad und schauen, was der Park alles so zu bieten hat. Auf´s Frühstück verzichten wir vorerst, dazu haben wir später noch genügend Zeit. Übrigens muss man sich im Wildernescamp Urikaruus kein Permit beim Ranger holen. Wir haben am ersten Tag danach gefragt, es war aber kein Problem, der Ranger hat nur abgewunken und meinte, alles nicht so tragisch, er hätte seine 4 Container schon im Griff, aber bitte abends nicht recht viel später als 19.00 Uhr zurück sein. 🙂
Finden wir eine gute Regelung. Genau so gut finden wir generell, in den Wildernes-Camps zu nächtigen. Hier ist man viel näher am Geschehen, man kann viel schneller reagieren als die Leute, die noch bis Mata-Mata oder Twee-Revieren zurückfahren müssen.
Die vormittägliche Pirsch verlief ruhig, eigentlich wie gewohnt, und wir lassen uns heute mal ganz ruhig treiben.
Außer den üblich "Verdächtigen" können wir wunderschön ein paar Geier beobachten, sehr nah an der Straße.
Ein wenig später dann diese Giraffe
und bald darauf fahren wir dann auch schon in unser Urikaruus zum breakfast. Spiegelei, Speck, ein paar Tassen Kaffe, Toastbrot, Marmelade und Saft, wir lassen´s uns so richtig gut gehen und können nur nochmal feststellen:
hier gefällt es uns aussnehmend gut, da gibt´s nichts zu kritisieren, hier herrscht ein absolutes Wohlfühlklima. Auf dieser herrlichen Terrasse, der Blick zum Wasserloch, das buchstäblich vor der Nase liegt, das passt.
Wobei, wenn man schon vom Klima spricht, es ist sehr heiß hier. Wir schätzen bestimmt knapp über 40 Grad, wir kommen ganz schön ins schwitzen.
Nach einem kleinen Mittagsschläfchen wird´s so warm dass wir das tun, was man eigentlich nicht tun sollte. Wir machen uns mit unserem Auto auf den Weg in den Park, gar nicht mal, um zu dieser Zeit (es war ca. 14.30 Uhr) viele Tiere zu sehen, sondern wir wollten uns einfach von der Klimaanlage ein bisschen durchblasen lassen, so heiß war´s !
Und so kommt´s zu dem, wie´s kommen muß: ohne auch nur der geringsten Erwartungshaltung fahren wir raus in den Park, und nach vielleicht mal 20 Minuten sehen wir dieses Löwenpaar faul unter einem Baum im Schatten liegen.
Wir beoabachten die Beiden eine Zeit lang, fahren aber dann weiter, denn im Stehen die Klimaanlage laufen zu lassen, wäre ein absolutes "no go". Mit uns stehen hier noch zwei weitere Autos, also alles durchaus überschaubar.
Wir fahren noch ein wenig weiter Richtung Kiliekrankie und vergessen dabei nicht, vorher unseren Tageskilometerzähler auf Null zu stellen, schließlich wollen wir auf dem Rückweg den Löwen nochmal einen Besuch abstatten. Nach schätzungsweise 30 Minuten kehren wir um, wir wissen Dank unseres Tageskilometerzählers exakt, wie weit wir fahren müssen und unsere Überlegung war, dass die Löwen eigentlich jetzt nach einer Stunde die Position gewechselt haben müssten, denn wahrscheinlich dürfte das schattige Plätzchen, wo die Löwen vorher noch lagen, mittlerweile sonnenüberflutet sein. (Anm. der Red.: ganz schön schlau, der bayern schorsch, gell) 😉
So gesagt, getan, aber wenn jetzt jemand glaubt, wir hätten die Löwen gesehen, dann sieht er sich gewaltig im Irrtum. Genau an der Stelle, die wir anvisierten, war nichts, absolut nichts. Ja das gibt´s doch gar nicht, die Löwen können sich doch nicht in Luft aufgelöst haben. Aber nicht mit uns!!! Wir fahren die Strecke einen km rauf, einen km runter, und siehe da, obwohl wir aufgepasst haben, liegen die beiden Löwen keine fünf Meter neben der Sandpad und dösen vor sich hin. Welch ein Glück, wir hatten die Löwen ganz für uns allein.
Zwischenzeitlich gesellt sich ein weiteres Auto zu uns, die gute Frau verrenkt sich regelrecht, um ja zu guten Aufnahmen zu kommen.
Wir haben solche Turnübungen nicht nötig, wir haben nämlich die Poolposition und beste Möglichkeiten, schöne Foto- und Filmaufnahmen zu machen:
Und zu guter Letzt marschieren dann diese wunderschönen Tiere langsam hoch über die Dünen in Richtung Bergkuppe, dem herrlich blauen Himmel entgegen, ist das nicht ein einmaliges Erlebnis?!?
Oh wie schön war das denn!!! Wenn man so etwas erleben darf, da wird man ganz klein, das ist so schön, dass es einem regelrecht eiskalt über den Buckel runterläuft. Es ist auch interessant, die anderen Touris zu erleben. Es sind zwischenzeitlich3 Autos an diesem Ort, und als der Löwen-Pascha hinter dem Berg verschwindet, brauchen alle noch ein wenig Zeit, um diese Erlebnisse zu verarbeiten. Keiner fährt davon, alle sitzen sie still im Auto, jeder ist von diesen wunderschönen Szenen regelrecht berührt.
Und mit dieser Stimmung lässt sich ein besonderes leckeres Braai machen. Schade, unser letzter Abend hier im KTP, morgen haben wir wieder eine weite Strecke bis nach Keetmanshoop und dann weiter zur "Alten Kalköfen Lodge", wir müssen also früh raus. Alle Reste, die noch da waren, haben wir auf den Grill gelegt, wir hatten einen herrlichen Abend.
Gebucht haben wir die Übernachtungen bei "San-Parks" letztes Jahr im Mai, also fast ein Jahr im Voraus. Kilikrankie hätten wir gerne gehabt, das war aber leider schon ausgebucht. Bezahlt haben wir für die Übernachtungen:
KTC honeymooner tent 2 Nächte á 1.249,25 Rand Nossob Rest Camp 2 Nächte á 1.311 Rand Urikaruus Wildernes 2 Nächte á 1,078 Rand
das waren in der Summe 7.277 Rand, bei heutigem Umrechnungskurs runde 625 Euro.
Fazit zum KTP: wir denken, wir sollten dem KTP in den nächsten Jahren nochmals eine Chance geben. Die Ruhe, aber auch die Landschaft, es ist schon was Einzigartiges hier. Den Beurteilungen einiger Forumsmitglieder zu folgen, waren wir ja letztendlich und anscheinend doch ganz gut bedient, was Tiersichtungen anbelangt. Und so im Nachhinein, während dieser RB hier getippelt wird, glauben wir auch immer mehr, dass es insgesamt und unterm Strich gar nicht so schlecht war, die Ausbeute, die wir gehabt haben.
Was im ersten Moment mehr Enttäuschung war, ist mittlerweile doch eher ins Positive gerückt. Allerdings bleibt´s dabei, Nossob würden wir nicht nochmal anfahren, unsere Lieblingsunterkunft, wenn man sie bekommt, ist klar Urikaruus, das war der Hit. Und sollte es ein nächstes mal geben, dann werden wir doch hoffentlich nicht wieder so einen holprigen Start erwischen wie dieses mal. Sonst fahren wir nämlich in Zukunft wirklich nur noch nach Südtirol. Wandern ist nämlich auch was Schönes. 🙂
Jetzt aber freuen wir uns auf die nächste Etappe. Das wird wieder eine ganz andere Art von Urlaub als bisher, wir sind schon sehr gespannt, was uns alles so erwarten wird.
Beim nächsten Mal möchten wir ein kleines Video vom KTP hier reinstellen. "Unsere schönsten Tierszenen im KTP". Mal schauen, ob das gut wird.
Herzliche Grüße der bayern schorsch
Teil 811. Apr. 2013
Guten Morgen zusammen,
so, das Video steht, aber ich warne vor: 8 Minuten ist lang, aber wem´s zu lang ist, der schaut einfach weg ....
Qualität am Besten in 1.080 p HD, wenn der Rechner gut genug und die Internetleitung schnell genug ist. Oder dann in "Qaualität: Automatisch", das ist auch (gerade noch) in Ordnung.
Hofffentlich gefällt Euch der kleine Eindruck vom KTP. Uns hat´s gefallen.
Bis zum nächsten mal, herzliche Grüße der bayern schorsch
Teil 916. Apr. 2013
Hallo "Tsaobis", Grenzübertritte Kufstein / Brenner, das kenn ich nur zu gut, bin ja auch schon alt genug. 😉
Hallo Claudia,
Ich bleibe gerne dabei 😄
... das will ich aber auch hoffen .... 🙂 🙂
Es geht weiter im RB:
Tag 9, unser zweiter Tag hier auf der "Alten Kalköfen Lodge"
Schön ist es hier, auf der "Alten Kalköfen Lodge" und wir sind froh, nach den Strapazen des KTP´s und der doch relativ langen Anfahrt hierher nicht nur eine, sondern zwei Nächte gebucht zu haben.
Die Lodge hat eine gesamte Fläche von 21.500 ha und liegt auf den ehemaligen Cattle-Farmen "Sandverhaar" und "Simplon", direkt an der B4, runde 100 km hinter Keetmanshoop in Richtung Lüderitz.
Eine alte Tankstelle, die man bei uns zu Hause längst dem Erdboden gleich gemacht hätte, zeugt noch von der "alten Zeit", als die old road hier auf Simplon vorbeilief. Man fühlt sich hier auf der "Alten Kalköfen Lodge" in frühere Zeiten zurückversetzt:
die Tankstelle, das alte verrostete Auto, der alte Kalkofen, in dem die ersten Steine gebrannt wurden, und nicht zu vergessen die Uralt-Lock, die in einem Schneckentempo die "Alte Kalköfen Lodge" ein- bis zweimal am Tag passiert. Das ist schon sehr beschaulich alles, ein Ort, wie er nicht geeigneter sein könnte, die "Seele baumeln zu lassen".
Am vormittag haben wir uns das "Cole Lithoparium" angeschaut. War ja auch nur ein paar Schritte von unserer Bella-Unterkunft entfernt. Wir Banausen stellten fest (ohne Führung), na ja, ganz nett, diese Steine hier im Lithoparium. 🤨
Umso mehr aber waren wir begeistert, als uns Frikkie am nachmittag ein bisschen Nachhilfeunterricht erteilte, was es mit diesen "Lebenden Steinen" auf sich hat. Ein kurzes Video zeigt, wie das hier in diesem Lithoparium aussieht, wir haben nicht schlecht gestaunt.
Zum Sonnenuntergang haben wir mit Frikkie einen Sundowner-Drive unternommen. Was für eine schöne und tolle Überraschung, es war mit einer der schönsten Augenblicke in diesem Urlaub.
Mehr wird aber nicht verraten. Wenn jemand wissen will, wie das hier abläuft, muss er selbst herkommen. Aber eines ist gewiß: es lohnt sich auf alle Fälle!!! 🙂 🙂 🙂
Wie zur Sonnenuntergangsfahrt so auch beim anschließendem Abendessen: wir waren die einzigen Gäste und man hatte den Eindruck, als würde die Küche sich um so mehr bemühen.
Zur Vorspeise gab es heiße Birne, übergossen mit einem Blauschimmelkäse und klein gehackten Walnüssen (eine sehr interessante Komposition - wird zu Hause ausprobiert), zur Hauptspeise gab es kleine Lammhaxen mit Butternuts und Reis, dazu einen griechischen Salat, aufgepeppt mit Kichererbsen und Auberginengemüse. Selbstverständlich hätte man vom Lamm noch Nachschlag bekommen. Zur Nachspeise gab´s Amarula-Creme, alles eine mehr als leckere Sache.
Preis: normalerweise kostet die Übernachtung incl. Frühstück ca. 1.400 Nam.Dollar, wir hatten allerdings, warum auch immer, das Glück, über "Safari-Now" auf Grund eines Buchungsfehlers die "Resident-Rate" zu bekommen, das waren dann nur 780 Nam.Dollar für eine Nacht incl. Breakfast. Uns war das schon fast peinlich, denn der Preis war für die accomodation schon sehr sehr günstig. Dafür haben wir aber entsprechend gezecht und das Trinkgeld ist diesmal mehr als üppig ausgefallen.
Die "Alte Kalköfen Lodge" würden wir jederzeit wieder in eine Reise einbauen. Eine Nacht zu wenig, zwei Nächte grad Recht. Und die Gastgeber, Hilda und Frikkie, da sind wir uns sicher, würden uns liebend gern wiedersehen. Es war richtig schön dort.
Morgen geht es dann weiter mit unserer Reise, Klein Aus Vista mit "unserem" eagles view wartet. Wir freuen uns auf die drei Tage.
Herzliche Grüße der bayern schorsch
Teil 1017. Apr. 2013
Tag 10 Klein Aus Vista - Eagles View, der erste Tag
Heute braucht´s uns mal gar nicht eilig zu sein und wir genießen unser breakfast hier auf der "Alten Kalköfen Lodge". Der Blick geht immer wieder rüber zum Wasserloch, es herrscht ein emsiges Treiben.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen wir diesen schönen Ort, und Hilda und Frikkie machen uns den Abschied nicht leichter. Sehr nette und angenehme Leute sind das, hier kann man sich so richtig wohlfühlen. 🙂
Die heutige Etappe ist nicht lang. Von der "Alten Kalköfen Lodge" bis nach Aus sind es lediglich runde 120 Kilometer, für Namibia-Verhältnisse ein "Klacks". So haben und nehmen wir uns Zeit, die Kriegsgräber zu besuchen, eine Hinterlassenschaft aus den Kriegsjahren, wo sich im Jahre 1915 die deutschen Soldaten den Südafrikanern ergeben mussten. Rund 1500 deutsche Kriegsgefangene kämpften in der Gefangenschaft um´s Überleben, und erst nach 4 Jahren, also im Jahre 1919, wurden die Gefangenen freigelassen und konnten nach Deutschland zurückkehren.
Man kommt da schon ins Grübeln, wenn man auf diesem Friedhof steht - die Soldaten haben kein langes Leben gehabt. Wieder mal so ein Moment wo wir wissen, in welch guter Zeit wir heute leben.
Gleich neben den Soldatengräbern, die erstaunlich gut erhalten sind, sehen wir auch Gräber von Einheimischen. Welch ein Unterschied, wenn man diese ärmlichen Gräber sieht.
Wir verabschieden uns von diesem Ort und fahren die paar Kilometer weiter nach Aus, wo wir unser Auto wieder volltanken und dem Bahnhof-Hotel einen kurzen Besuch abstatten. Das Hotel mit der vorgelagerten, großen Terrasse, wirkt auf uns etwas kühl , und wir finden auch, dass der Bahnhof-Salat mit 89 Nam. Dollar weder günstig noch gut ist. Aber was soll´s, die Neugierde hat uns da einfach reingetrieben, und so können wir zumindest sagen, dass wir auch schon mal im Bahnhof-Hotel in Aus waren.
Und dann geht´s nach Klein Aus Vista in die Eagles Nest Chalets, das wir schon bald vor einem Jahr gebucht haben. Die Buchung haben wir bei Der Tour gemacht, es gab damals ein günstiges Angebot, nämlich 3 Nä bleiben und nur 2 Nä bezahlen. Dieses Schnäppchen haben wir ausgenutzt, denn damit konnten wir unser Gesamtbudget einigermaßen in Grenzen halten. 😉
Wir waren hier schon mal vor drei Jahren, damals im "The Rock", diesmal im "Eagles View". Viele wissen es, für die, die´s nicht wissen: das Haupthaus ist eine von vielen Lodgen der Gondwana-Kollektion und nennt sich "Desert Horse Inn". Das ist sozusagen die main-Lodge mit der Rezeption und dem Restaurant, und die Chalets, 6 oder 7 Stück an der Zahl, befinden sich rund 7 km vom Haupthaus entfernt in absoluter Einsamkeit.
Uns hat es im "The Rock" vor drei Jahren derart gut gefallen, so dass wir unbedingt wieder an diesen schönen Ort zurückkehren wollten. Allerdings wollten wir diesmal das "Eagles view", da es das letzte der sieben Chalets ist und dadurch eine noch etwas abgeschiedenere Lage hat. Ein weiterer Vorteil von "eagles view" gegenüber "The Rock" ist, dass man im eagles view viel schöner auf der Terrasse zum Abendessen sitzen kann. Im "The Rock" mussten wir immer im Haus essen, da die Terrasse für´s Abendessen nicht geeignet war.
Bevor wir aber in unser Chalet starteten, mussten wir noch das Braai Packet, das wir von Deutschland aus für den ersten Abend schon vorbestellt hatten, an der Rezeption abholen. Wir hatten das sogenannte Game-Package bestellt, und bis es ganz hergerichtet war, genehmigten wir uns noch einen Drink auf der schönen Terrasse des Desert Horse Inn.
Und wieder mussten wir feststellen, dass es uns hier viel zu bussy wäre. Viele Touris, viele Busse, das Dessert Horse Inn war an allen drei Tagen fully booked, dementsprechend war die Geräuschkulisse. 🙁 Hier würden wir nicht zu Abend essen wollen, das wäre uns viel zu viel Trubel und ein Blick in die Speisekarte bestätigte, was wir schon erahnten. Hier ist alles ziemlich "bussy" geworden, ich kann mich da nur wiederholen. Für das Dinner bezahlt man mittlerweile 225 Nam.Dollar, und die Weinpreise sind entsprechend den Dinnerpreisen angepasst.
Da sind wir froh, dass wir ein Grillpacket geordert haben, allerdings sind wir da auch mit 220 ND dabei. Na ja, so können wir dem ganzen Trubel entfliehen und los geht´s in "unser" eagles view.
Bevor wir zu unserem Chalet starten melden wir uns noch für einen sundowner-drive an, den wir hier unbedingt machen wollen. Das haben wir auch schon von Deutschland aus via email angefragt, und wir werden von der Rezeption für einen dieser Tage vorgemerkt.
Die Fahrt zu den Chalets ist schon eine Sache für sich. Einfach nur schön:
Schon auf dem Weg zum "eagles view" sieht man etliche Springböcke, Strauße und Oryx. Diese zwei hier scheinen auf den Zug zu warten, sie stehen mitten auf den Bahngleisen: 😄
Und dann sieht man schon weit weit in der Ferne das Chalet (links unten neben dem Baum)
Und dann das Chalet etwas näher:
Angekommen - und das ist unser "Nest" für die nächsten drei Tage. Einfach Klasse !!!
Vom "Eagles View" gibt es hier im Forum schon sehr viele Bilder. Und zwar gute Bilder. Wir versuchen, mit unseren bescheidenen Mitteln noch ein paar pics zu ergänzen:
Auf keinen Fall sollte man vergessen, die Vogeltränke zu befüllen. Man hat den ganzen Tag über was zu schauen:
Und hier, dieser herrliche Blick vom Inneren des Chalet´s, was für eine Landschaft, unglaublich!!!
Hier lässt sich´s aushalten, das gibt´s nichts zu meckern. Allerdings haben wir in Anbetracht unseres Grillpackets schon etwas dumm dreingeschaut. 🤨 😐 🤨 Kein Vergleich zum Packet vor drei Jahren. Schwärmten wir damals noch (und ich weiß genügend Fomis, die genauso euphorisch waren wie wir) über dieses sagenhafte Rindersteak, so sehr waren wir diesmal enttäuscht.
Das Gamepacket bestand aus 2 Scheiben hauchdünnem, maximal Spiegeleigroßem Oryxsteak, das war schon mal gar nix, dann gab´s dazu ein Rindersteak, völlig durchflachst, klein und zäh, zwei Kartoffeln, etwas griechischen Salat mit Dressing, 2 Würstl und zwei Scheiben Toastbrot. Selbst der Kuchen (zwei riiiiieeeesen Stücke vor drei Jahren) war nicht wiederzuerkennen. Geschrumpft auf die Hälfte, das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Es war in diesem Urlaub unser schwächstes Abendessen, denn das Rindersteak (und wir sind nicht verwöhnt), war zu 50 % nicht genießbar, und das klitzekleine Oryxscheiberl ein ausgesprochener Witz. 😈
Schade, aber so ist das halt. Wir haben vielleicht den Fehler gemacht, uns immer an dem, was vor drei Jahren doch so toll war, zu orientieren. Aber (unter anderem) waren genau das ja die Highlights damals und für uns ja auch mit ein Grund, hier wiederherzukommen.
Sei´s drum - wir lassen uns die tolle Stimmung nicht verdrießen, eine zweite Flasche Wein wird geköpft und trotz des wirklich nur mittelmäßigen Abendessen geht´s uns einfach nur gut.
Der Titel dieses RB´s heiß ja "Höhen und Tiefen". Morgen werden wir von ein paar "Tiefen" berichten. Haarsträubend, was sich da im Laufe eines ganz normalen Tages alles so ansammeln kann.
Herzliche Grüße, der bayern schorsch
Teil 1119. Apr. 2013
(Vorab: ich finde, dass ich hier viel zu lang geschrieben habe, aber ich wusste nicht, wie´s kürzer erzählbar gewesen wäre, ohne die Zusammenhänge zu zerreißen. Wem´s zu lang ist, einfach wegklicken, Bilder anschauen und fertig.)
Tag 11, unser zweiter Tag im Eagles-View und Ausflug nach Lüderitz
Heute mussten wir sehr früh aufstehen, da wir schon von Deutschland aus eine Bootsfahrt mit dem Gaffelschoner "Sedina" gebucht haben. Immerhin ist Lüderitz 125 km entfernt, und allein die Fahrt von unserem Eagles View bis vor zur Hauptstraße dauert. Also raus aus den Federn, auf Kaffee verzichten wir heute, lediglich das Frühstückspacket, das wir am vorigen Nachmittag im Desert Horse Inn mitgenommen haben, packen wir in unseren Rucksack.
Vorgewarnt, es sei in Lüderitz sehr kalt, treten wir die Fahrt in warmen Klamotten an, um 5.50 Uhr sitzen wir im Auto. Mag Mancher meinen, dass das schon sehr zeitig ist sind wir der Meinung, Du kannst nie früh genug dran sein und gemäß diesem Motto waren wir zwar früh, aber nicht zu früh an der Jetty in Lüderitz.
Mit der "Sedina" haben wir noch 14 Tage vorher abgeklärt, wo genau der Ablegeplatz ist, die email Antwort war: yes Sir, it is very easy to find us, go to ...... und dann hat er noch geschrieben, wir sollen unbedingt um 7.45 Uhr an der Jetty sein, es wird pünktlich um 8.00 Uhr abgelegt, schließlich gibt es Gäste, die nach der Bootsfahrt auch noch die Geisterstadt Kolmanskop besuchen wollen. Das verstehen wir und so stehen wir um 7.40 Uhr (also kurz vor knapp) an der Jetty und schauen, ob wir die "Sedina" irgendwo sehen.
Jetzt könnt ich das Ganze ja noch ausschmücken, aber mit Sedina war hier in Lüderitz Fehlanzeige. Ich habe alles hier, die Buchungsbestätigung, die nochmalige mail wegen des Ablegeplatzes, den Preis (350 ND pro Person), aber was hilft´s, die Sedina war ganz einfach nicht da. 😈 😈 😈
Vielleicht 200 Meter von der Jetty entfernt sehen wir einen Katamaran der gerade dabei ist, in hohe See zu stechen. In unserer Verzweiflung winkten wir diesem Katamaran zu, wir wussten ja nicht, ob eventuell das die Sedina sein könnte. Und was passiert? Der Kapitän des Katamarans macht doch glatt kehrt und fährt direkt auf uns an der Jetty zu. Legt an, springt von seinem Boot und fragt in astreinem Deutsch, ob wir ein Problem haben?!? 😐
Jawohl, das haben wir, 😠 und so zeigen wir ihm unsere Buchungsbestätigung usw. Daraufhin ruft der gute Mann bei der Sedina an, erklärt ihm, dass hier an der Jetty Gäste auf ihn warten und bekommt zur Antwort, dass das heute nichts wird. Der Katamaran soll uns mitnehmen. Ja was sagt man denn dazu??? Wir aber sind mehr als froh und dankbar, dass wir beim Katamaran mitfahren können, wo wir uns doch so sehr auf die Fahrt gefreut haben. 🙂 Der Katamaran bzw. der Schiffseigner heißt übrigens "Zeepaard" und wir finden es schon sehr bemerkenswert, dass, obwohl das Schiff schon abgelegt hat, es nochmal zur Jetty zurückfuhr. Das macht bestimmt nicht Jeder.
Mit uns waren noch 4 weitere Passagiere aus Johannesburg mit an Bord, und schon ging die Fahrt zu den Delphinen, zu den Robben, zu den Flamingos und vor allem zu den Pinguinen los. Die Freude über unser Glück im Unglück überwiegt, aber wenn man sich das vorstellt, wie das abgelaufen ist kann man vielleicht verstehen, dass wir auch dann und wann von "Tiefen" reden, auch wenn´s keine Abgründe waren. Es gibt weit Schlimmeres, das wissen wir, aber in jedem Fall gibt´s für solche Aktionen gewaltige Adrenalinschübe.
Die Bootsfahrt führte uns am Diaz Point, den wir vor drei Jahren zu Land schon besucht haben, vorbei und weiter zur Halifax-Insel, wo viele hunderte, vielleicht waren´s auch tausende Pinguine, ihr Zuhause haben. Außerdem sahen wir im Hafen von Lüderitz, allerdings ziemlich weit draußen, auch die Sedina ankern. Ein schönes Boot, zweifelsfrei, aber was hilft´s ...
Bei den Halifax-Inseln sehen wir viele Pinguine, leider sind die Fotos nicht so toll geworden, die See war einfach zu stürmisch:
Auf der Rückfahrt nach Lüderitz harbour eröffnen sich immer wieder schöne Blicke auf die Stadt und den Hafen, vom Wasser aus gesehen hat das was, die Felsenkirche "thront" regelrecht über Lüderitz:
Wieder an Land bedanken wir uns sehr herzlich beim Kapitän und seinem Gehilfen, dem ich noch einen 10 ND Schein zustecke, der schwarze Mann hat eine große Freude und diese "Investition" wird sich noch auszahlen, was ich aber jetzt noch nicht weiß.
An der Jetty schimpfen wir nochmal ganz gehörig auf die Sedina 😈 😠 - und damit war´s dann auch abgehakt. Unser Frühstückspacket genehmigen wir uns auf einer Bank am Hafen, die Sonne wärmt (es wird wohl um die 15 Grad haben) und wir müssen feststellen, dass uns die Staff´s vom Desert Horse Inn das älteste und trockenste Brot, das im Haus vorrätig war, gegeben haben. Ziemlich trocken ist das Alles, der Jogi ist gut, der Drink auch, und das Ei gut hart.
Wir schauen noch dem Treiben der Fischer zu und beratschlagen, was wir aus unserer gestrigen Dinner-Pleite gelernt haben. Den Kapitän haben wir gefragt, ob man in Lüderitz Fisch kaufen kann, aber er erinnerte uns daran, dass heute Sonntag ist und außer den Supermärkten, die bis um 13.00 Uhr geöffnet haben, keine anderen Geschäfte aufhaben. Also kein Fisch, aber dann nichts wie ran, es ist nämlich schon fast 11.00 Uhr.
Wir gehen zum Auto, öffnen mit der Fernbedienung die Kiste und - tot. Nichts, absolut nichts. 😮 Wo man normalerweise so ein sattes Klacken hört,(sorry, das heißt ja jetzt claxen), wenn der Türknopf hochgeht, war da nichts. Also das Auto mit dem Schlüssel manuell aufgesperrt, Zündung an, nichts! Absolute Totenstille. Oh Mann, das gibt´s doch nicht.
Ich, der tolle bayern schorsch, hab vergessen, am Morgen beim Parken das Licht auszuschalten. Was blieb mir anderes übrig, ich bin raus zur Straße und hab den nächstbesten Taxidriver gebeten, uns zu helfen. Überbrückungskabel hab ich, ich brauch nur sein Auto.
So fährt der mit mir in den Hof, wo unser Auto steht und meint, jetzt wird mal zuerst geschoben. Na ja, so toll find ich die Idee nicht, aber wenn er meint ... Das Schieben mit Conny hinter dem Steuer bringts nichts, da muss Mann ans Steuer (wegen zweiter Gang und Kupplung kommen lassen und so ...). Also werd ich rückwärts von Conny und dem Taxifahrer in den Hof geschoben (wir brauchen nämlich Anlauf) und die beiden Schieber meinen, ich sollte mehr nach links rückwärts fahren und gestikulieren wir verrückt. Recht haben sie ja, nur hab ich nicht gesehen, dass da, wo ich hingeschoben wurde, ein Loch von einem Meter auf einem Meter mit einer Tiefe von auch fast einem Meter war, und in das bin ich natürlich schnurstracks reingefahren. 🤩
Zum Glück lag über dem Loch eine alte zusammengedrückte Tonne, der Fall in die Tiefe war dadurch nicht ganz so wild. Aber festgesteckt bin ich trotzdem. Also haben wir zu Dritt unseren Toyota Avanza wieder raus gehievt und sodann war es mit der Schieberei vorbei. Überbrückungskabel heißt das Zauberwort, nur dass das Kabel defekt war, war auch wieder so ein Schlager. Wie oft wir´s probiert haben, will ich lieber nicht verraten.
Und wie´s halt so ist, kommt doch tatsächlich und just nach dem wer weiß wievielten Versuch der Katamaran-Kapitän mit dem freundlichen Matrosen in den Hof gefahren. Der Matrose (dem ich die 10 Nam.Dollar gegeben hab) hat uns nämlich von der Straße aus gesehen und seinem Chef gesagt, da muss man helfen, das sind die netten Leute vom Schiff, uns so kommen wir mit vereinten Kräften und unter Zuhilfenahme des Überbrückungskabel vom Kapitän dahin, wo wir hin wollten. Das Auto lief wieder, wir waren froh und Taxifahrer und Schiffsmatrose waren um etliche Pullover und T-Shirts reicher. 😉
Aber weiter in der Geschichte mit unserem Einkauf: Wir klappern zuerst den Super-Spar ab, leider hat der kein Game. Es wird uns aber gesagt, wir sollen zum O.K. gehen, da gibt es Game in Hülle und Fülle. Und so war es auch. Wir haben neben Tomaten, Gurken, Schafskäse, Oliven, Butternuts und ein paar Kartoffeln auch Gemsbokfilet gekauft. Das Gemsbokfilet: erstklassige Ware, 1.089 Gramm, also gut ein Kilo, wanderte für 57,70 Namibische Dollar über den Tresen, das Abendessen für die nächsten zwei Tage war damit geklärt. Leider leider konnten wir unsere Weinvorräte nicht auffüllen, da ja Sonntag war. Schade, aber wir haben ja noch Vorrat und werden nicht verdursten. Das steht fest.
Jetzt war das mit den beiden Abendessen geklärt, aber was wäre Lüderitz ohne Austern. Austern satt, so war das vor drei Jahren in der Oyster-Bar, oh Mann, war das schön damals. Also runter in die Oyster-Bar an der Shark Bay, das Wasser lief uns schon im Mund zusammen. Aber - heute ist Sonntag, und Sonntag hat die Oyster-Bar nicht geöffnet. Einfach Pech, wo wir uns wirklich auf die Oyster-Bar und das ganze Ambiente dort so gefreut haben. Nun heißt es Reiseführer lesen, und der sagt uns, bei "Ritzi´s" gibt´s hervorragendes Seafood, direkt an der Waterfront. Na, das hört sich doch auch gut an. Aber - heute ist Sonntag, und Sonntag hat der "Ritzi" nicht auf. Und so kam es, dass wir in unserer Verzweiflung dem Nesthotel einen Besuch abstatteten. Alles andere als preiswert, und so löhnen wir für ein Bier (das ich mir mittlerweile redlichst verdient habe), drei Gläser Weisswein und 24 Austern 550 ND. Na ja, man gönnt sich ja sonst nichts, aber dass wir ausgerechnet im Nesthotel unsere Austern essen "müssen", das hätten wir nicht gedacht.
Trotzdem ein Tipp: im Nest-Hotel gibt´s jeden Sonntag ab 12.30 Uhr ein Lunch-Buffet für 115 ND. Wir haben uns das Buffet angeschaut und meinen, dass das eine günstige Sache ist. Die Speisen sahen alle gut aus, wobei natürlich Seafood nicht zum Angebot gehörte.
Rückfahrt von Lüderitz nach Klein Aus Vista, die nächste Story:
(Bevor jetzt jemand über die Länge dieser Etappe schimpft, es ist noch Zeit zum wegklicken)
Der superschlaue Schorsch, ja genau der, der aus Bayern, schaut in Lüderitz auf die Tankuhr und stellt fest, das reicht locker bis nach Klein Aus Vista, ist noch so zu einem Viertel voll. Und jeder weiß, dass sowas schief gehen kann und jeder weiß, dass man in Afrika dann tankt, wenn eine Tankstelle da ist. Punkt um Basta! Aber nein, nicht der bayern schorsch, der sieht das nämlich ganz anders. Wir fahren auf der B 4.
und ich stelle nach exakt 55 km fest, dass die Tankleuchte blinkt. Reserve!!! Und das ausgerechnet in dem Moment, wo es sowohl nach Lüderitz als auch nach Klein Aus Vista eine ähnlich gleiche Strecke ist. Was tun? Conny schläft den Schlaf des Gerechten (das ist auf so langweiligen Straßen wie der B 4 immer der Fall), nur mir war´s gar nicht mehr langweilig. Entscheidungsfreudig bin ich eh nicht, also wird einfach mal weitergefahren.
Im Geiste sehe ich mich schon wie der Mensch aus der Aral-Werbung (I´m walking....) 🤩 🤩 🤩 und ich lüge nicht, 10 km vor Klein Aus Vista fängt der Wagen erstmals zum stottern an, ich weiß, dass die Tankstelle in Aus etwas erhöht liegt, also ist da mit Reinrollen auch nichts.
Beim ersten Stotterer wird auch der Beifahrer wach und fragt doch allen Ernstes nach, ob irgendwas nicht in Ordnung ist. Um es kurz zu machen: ich bin mit dem letzten Zuckerer und Stotterer in die Tanke rein und war mehr als fix und foxi. Ja wie kann denn der Mensch nur so blöd sein. Ausgerechnet mir, wo ich grad bei solchen Dingen immer mehr als akurat bin, und dann so was. Aber es ja alles gutgegangen. Gott sei Dank. 😉
Dass mir dann am Abend bei unserem sundowner auf der Terrasse noch ein Savanna Dry aus dem Kühlschrank gefallen ist (und natürlich kaputt war), ist noch das letzte kleine I-Tüpfelchen auf den heutigen Tag.
Übrigens haben wir wegen dem geplanten Game-Drive nochmal nachgefragt. Leider leider, so hieß es, vielleicht wird morgen was draus. Mal schauen.
Trotz Alledem - wir genießen den Abend auf unserer Terrasse. Die Stille, die Schönheit der Landschaft, unser Abendessen, das um Welten besser ist als gestern Abend, und dazu ein bayern schorsch, der über sich und die Welt als solches in sich geht und froh ist, dass er seine Schorschine hat. 😘
Herzliche Grüße der bayern schorsch
ah ja und morgen, morgen ist wieder mal ein ganz normaler Tag. Ohne Pannen, alles ganz normal. Es steht ein "Wandertag" auf dem Plan.
Teil 1219. Apr. 2013
Guten Abend zusammen,
war soeben mit Schorschine beim Griechen (aber nix Austern, nein nein, sondern Baby-Calamari als main, vorher Octopus in Zitrone, dazu einen Schöpperl Weißen, ich glaub Demestica, hmmmmm.... - lecker !!!) und wir lesen grad Eure allesamt netten Kommentare.
Vielen Dank für das liebe und herzliche feedback. Das ist wirklich sehr sehr nett von Euch und mich freut es schon sehr, dass Euch der Bericht gefällt.
Auffallend ist, und das ist mir schon so oft im Leben untergekommen: wenn Du Dich in Bezug auf irgendwelche Pannen, die fast schon peinlich sind, öffnest (zu Neudeutsch: outest), dann kommt garantiert nicht nur Einer, der in etwa eine gleiche Geschichte erlebt hat. Besonders aber fällt auf, dass die Tankerei wohl bei sehr vielen Fomis um ein Haar zum Desaster ausgeartet ist. Und wisst Ihr was: das freut den bayern schorsch doch sehr, dass er anscheinend nicht der einzige "Dumme" ist, was das Tanken im Allgemeinen in Afrika anbelangt. Einfach köstlich ist das. 😛
Zu Klein Aus Vista noch ein Wort: das ist ein Ort, den muss man gesehen haben. Wir waren bereits das zweite mal dort, und wir würden immer wieder hingehen. Das mit dem Braai-Packet ist ein "Clax", das kriegt man dann schon hin. Wir denken, dass wir´´s richtig gemacht haben, als wir uns in Lüderitz eingedeckt haben.
Dem Piet Swiegers wollte ich das mit dem schlecht bestückten Grillpacket am letzten Tag noch sagen, aber da war er leider nicht im Haus. Vielleicht war´s ja wirklich nur ein Ausrutscher, aber man kann sich ja helfen.
Und das "eagles view" - ich sag Euch, ein absoluter Traum. Wenn man da auf der Terrasse sitzt und zufälligerweise mal keine Flaschen aus dem Kühlschrank geflogen sind, dann ist das ein ganz besonderer Ort. Das ist was zum Seele baumeln lassen, da kannst Du zuschauen, wie Du runterkommst, da ist alles ganz anders.
Schaut Euch mal dieses schöne Bild an - so ist dort die Landschaft, ein einziger Traum!
Bis morgen, und herzliche Grüße vom bayern schorsch + der schorschine
Teil 1321. Apr. 2013
Tag 12, unser dritter Tag in Klein Aus Vista
Nach den vielen Missgeschicken des gestrigen Tages wird das heute mal so ein richtig schöner und feiner Urlaubstag.
Uns gefällt es natürlich sehr sehr gut in unserem Nest "eagles view", die Landschaft ist so etwas Schönes, wie man es auf der Welt wohl selten zu sehen bekommt. Der Blick über das Land, die Weite, man kann sich gar nicht sattsehen:
Heute früh fahren wir mal ausnahmsweise vor ins Haupthaus und nehmen dort unser Frühstück zu uns. Die Bude im "Desert Horse Inn" ist brechend voll, aber zumindest haben wir - wie alle Gäste, die von den Eagle Nest Chalets kommen - unseren eigenen Tisch. Aber so weit passt das schon, das Restaurant macht doch eigentlich einen recht netten Eindruck, die dargebotenen Speisen sind gut und das Frühstücksbuffet ist so, wie man es überall bekommt: ordentlich. Nur die vielen Menschen hier, das wär uns auf Dauer zu viel, aber mal für 30 Minuten Frühstück geht das schon.
Auch unten an der Rezeption herrscht emsiges Treiben, und in dem kleinen Shop, wo man neben Feuerholz auch recht nette Souvenirs kaufen kann, kann man sich kaum noch umdrehen, so "geschäftig" ist hier alles. 🤩
Natürlich erinnern wir die Damen an der Rezeption an unseren Game-Drive, den wir unbedingt machen wollen, denn es ist ja heute unsere letzte Nacht hier, also auch die letzte Möglichkeit, den Game-Drive im Gondwanagebiet noch irgendwie durchzuziehen. Die freundliche Dame an der Rezeption meinte, don´t worry, das wird schon was, und wir vereinbaren, dass, wenn es klappt, wir um 17.00 Uhr an unserem "Eagles-view" Chalet abgeholt werden.
Wieder zurück in unserem Chalet brechen wir auf: wir wollen den Mountain-Trail laufen, das ist eine Strecke die, wie der Name schon sagt, über die Berge geht.
Abmarsch ab unserem Chalet ca. 9.00 Uhr (ich würde im Nachhinein sagen fast zu spät), und gegen Mittag waren wir wieder zurück. Und - es war eine schöne Wanderung. 🙂 Kann jeder machen, der einigermaßen gut zu Fuß ist. Allerdings war es schon sehr heiß, also etwas Kondition ist erforderlich, es ist hier kein "Spazierengehen".
Uns gefällt diese Wanderung gut, denn hier sieht man nicht, wie bei uns zu Hause, die Gamsböcke oder die Murmeltiere, sondern hier gibt´s ganz andere Gestalten:
Auf dem Weg zur Geisterschlucht treffen wir auf dieses alte, verrostete Auto, und ein Blick auf die Tafel erklärt uns, wie es zum dem Namen Geisterschlucht kam. Um der Frage gleich vorzubeugen - wir haben uns nicht auf die Suche nach den Diamanten begeben. Das haben wir uns für die nächste Reise nach Klein Aus Vista vorgenommen.
Heiß ist es hier, aber zum Glück hat Conny einige Flaschen Wasser im Rucksack und schon bald nach dem Car-point kommen wir in der Geisterschlucht an. Dort kann man auch Backpacker-Cabins mieten und wir können uns vorstellen, dass das für eine Gruppe vielleicht ganz lustig sein könnte. Dort in der Geisterschlucht ist es noch einen Tick einsamer als bei unseren Eagles Nest Chalets, aber es nicht natürlich kein Vergleich. Die Chalets "vorne" sind deutlich luxuriöser, das sehen wir schon von außen.
Hier, bei den Cabins der Geisterschlucht machen wir Rast und marschieren dann in rechter Richtung hoch zur Bergkuppe. Das ist die einzige Teilstrecke, wo wir richtig ins schwitzen kommen, aber nicht, weil´s zu anstrengend ist, sondern weil´s einfach zu heiß ist. Dafür werden wir oben mit einem sensationellem Blick in die Ferne belohnt, die kleine Strapaze hat sich wirklich gelohnt.
Nach der Rückkehr in unser Chalet war relaxen angesagt, ein Savanna Dry, das mir heute Dank meiner Vorsicht nicht mehr aus dem Kühlschrank gefallen ist, schmeckt uns - eisgekühlt - ganz hervorragend und so genießen wir die Ruhe und Beschaulichkeit in vollen Zügen. Ein paar Stunden haben wir ja Zeit, denn wir hoffen immer noch auf unseren Game-Drive.
17.00 Uhr, so hat die Dame uns gesagt, und um 17.00 Uhr wissen wir, dass das heute nichts mehr wird. Also fahren wir zu den Wildpferden vor nach Garub, das sind rund 25 Kilometer, also ganz gut von Klein Aus Vista aus zu machen.
Selbstverständlich fahren wir an der Rezeption vorbei und fragen nach, wieso denn so ein Game-Drive, für den wir ja immerhin drei Tage (!!!) zur Verfügung hatten, nicht geklappt hat. Und so wurde uns erklärt, dass sich leider außer uns niemand mehr für den Drive interessiert hat. Aber wenn wir unbedingt noch fahren wollten, dann könnten wir schon, allerdings müssten wir dann nicht 250 ND pro Person bezahlen sondern 500 ND, also zusammen 1.000 ND. 😈 🤩 😈
Na ja, also bei allem Respekt und Verständnis dafür, dass man ein Game-Drive Auto am liebsten bis auf den letzten Platz besetzen möchte, aber wir meinen, die sollen das machen mit wem sie wollen, aber bitte nicht mit uns. Ärgerlich, einfach nur ärgerlich, denn so geht man mit den Leuten nicht um. Das ist nicht geschäftstüchtig und hat für uns einen ganz faden Beigeschmack. Wenn sich von diesen vielen Touristen, die hier im Hause sind, schon keiner für irgendwas interessiert, dann sollen sie´s bleiben lassen. Aber dass man uns so abspeist, das haben wir nicht verdient. Wir finden so ein Verhalten unmöglich.
Abgehakt, wir können und wollen es ja eh nicht ändern, die Wildpferde von Garub warten auf uns. Lustigerweise waren zunächst mal gar keine Wildpferde da, dafür aber umso mehr Strauße:
Ein paar Blicke in diese tolle Landschaft, und wir wissen, was uns an diesem Klein Aus Vista so gut gefällt.
Fazit Eagles-View: Eine accomodation, die seinesgleichen sucht. Große Klasse, und das weiß jeder, der hier schon mal war. Das gilt aber auch für "The Rock", das wir vor drei Jahren besucht haben und wir denken, dass hier alle Chalets eine super Sache sind.
Der Preis: Für uns das Schnäppchen schlechthin, denn bei Der Tour haben wir für diese drei Nächte 279 Euro incl. breakfast bezahlt. Wenn man den normalen Preis von Gondwana zu Grunde legt, dann ist das kein Vergleich. Wesentlich teurer, das liegt schon fast in der upper-class.
Der Service: Zwar hat uns der freundliche Piet Swiegers das eagles-view reserviert, aber das war auch unsere Bedingung, sonst wären wir hier nicht hergefahren. Auch die Staff´s waren allesamt nett und freundlich. Das Braai-Packet war sehr schwach bestückt, ebenso die breakfast-Packete, die wir zweimal hatten. Und was überhaupt nicht geht, das ist die Sache mit dem Game-Drive. Wenn einer drei Tage und drei Nächte hier sein Lager aufgeschlagen hat und die Lodge bringt es nicht fertig, an einem dieser drei Tage einen Drive zu organisieren, dann ist das eine ganz schwache Vorstellung. Und dann für den Drive den doppelten Preis zu verlangen zeugt von einer in unseren Augen sehr negativen Geschäftstüchtigkeit. Und das hat mit dem Angebot von Der Tour nicht das Geringste zu tun. Denn nehmen wir das Angebot von Der Tour nicht in Anspruch, dann nimmt es eben ein Anderer. Die Kontingente, die Gondwana an Der Tour abgibt, müssen abgenommen werden.
Würden wir nochmal herfahren? Sicher, denn die Unterkunft als solches ist wunderschön, die Landschaft ein absoluter Traum. Schade nur, dass Klein Aus Vista möglicherweise die falsche Richtung einschlägt - aber wer weiß das schon.
Morgen brechen wir sehr frühzeitig auf, unsere nächste Station sind die Barchan Dunes. Herzliche Grüße der bayern schorsch
Teil 1423. Apr. 2013
Tag 13 auf dem Weg zur Barchan Dune / Kuangu-Kuangu
Heute haben wir einen langen Schlauch zu fahren, von Klein Aus Vista bis zum nächsten Ziel, den Barchan Dunes sind es immerhin runde 420 Kilometer.
Unsere erste Zwischenstation war Helmeringhausen, und schon zu Hause haben wir gelesen, dass es dort einen superguten Apfelkuchen im "Hotel Helmeringhausen" geben soll. Und in der Tat, der Apfelkuchen und eine Tasse Kaffee war es wert, hier einen kleinen Stop einzulegen. Übrigens besteht Helmeringhausen aus einer Tankstelle (an der wir selbstverständlich getankt haben, denn man lernt ja dazu), einem Gemischtwarenladen und eben diesem Hotel. Sonst ist hier nichts und ein kleiner Rundgang durch das Hotel sagt uns, dass diese accomodation durchaus auch für eine Zwischenübernachtung gar nicht so ganz "Ohne" wär. Zumindest war der Pool kristallklar und hat sehr einladend ausgesehen.
Weiter geht die Reise, das nächste Etappenziel ist Maltahöhe, wobei wir ca. 20 km vor Maltahöhe links auf die C19 abgebogen sind, wir wollten nämlich über die D831 nach BüllsPort hochfahren. Eine schöne Strecke soll das sein, so hat uns unsere Forumsfreundin Hanne gesagt, und insgesamt auch die schnellere Variante.
Nur, wenn man Richtung BüllsPort hochfährt, dann hätte man auf der C19 30 km westlich von Maltahöhe nach rechts auf die D831 abbiegen sollen. Haben wir aber nicht (wieder mal typisch für uns) 😈 und Stunden später, als wir links von der Straße das "Desert Homestead" entdeckten, wo wir vor drei Jahren schon waren, wussten wir, dass wir uns verfahren haben. Na ja, es ist halb so schlimm, wenn man eh schon 420 km vor sich hat, dann ist ein Umweg von roundabout 50 km auch kein Beinbruch.
Zumindest war die Landschaft schön, immer wieder sind es tolle Motive, die sich uns zeigen:
Eigentlich hat´s uns schon richtig "gestunken", dass wir uns da verfahren haben, aber wir nehmen´s sportlich, in Solitaire machen wir einen kurzen Stop für ein verspätetes Mittagessen und stellen fest, dass sich Solitaire auch nicht unbedingt zum Vorteil verändert hat. Viele Menschen, viele Busse, es geht hier regelrecht rund und der gute Moose, dem wir allerdings keinen Apfelkuchen abkauften, hat alle Hände voll zu tun.
Jetzt haben´s wir´s nicht mehr weit, und nach ca. 50 km sind wir in der Barchan-Dune angelangt. "Kuangu-Kuangu", so heißt unsere "Luxury" Unterkunft, auf den Bildern sieht man, dass es schon eine sehr schöne Unterkunft ist, die wir uns da für die kommenden zwei Nächte ausgesucht haben:
Nicht nur außen, auch innen macht Kuangu-Kuangu einen tollen Eindruck, das Bett ist ein "richtiges" Honeymooner-Bett, also grad das Richtige für uns und die Gesamteinrichtung sorgt für ein sehr stimmiges und romantisches Ambiente:
Das Bad und die Toilette befinden sich im Freien in einem Anbau, nicht überdacht, eine recht lustige und nette Sache, so was hat man auch nicht alle Tage,
und vor dem Haus ist eine Feuerstelle, dazu zwei Campingstühle, alles ist top. Hier verbrachten wir am nächsten Tag nach dem Dinner die letzten Stunden unter einem sagenhaften Sternenhimmel, mit knisterndem Lagerfeuer, das war schon Klasse:
Dazu der Blick von unserer Terrasse ins Tal, hier kann man es aushalten.
Den kurzen Weg von ungefähr einen bis eineinhalb Kilometer von unserer Unterkunft bis vor ins Haupthaus könnte man bequem mit dem Auto machen, wir entscheiden uns aber für einen schönen Abendspaziergang und sind in nicht mal 20 Minuten zum Sundowner auf der Terrasse bei den Barchan Dunes, wo später das Dinner serviert wird.
Das Abendessen nimmt man gemeinsam mit den Wirtsleuten und anderen Gästen hier im Speisezimmer des Hauptgebäudes ein:
Die Gastgeber Hannetjie und Willem sind nette und herzliche Leute, die hier zwischen Solitaire und dem Spreetshoogtepass eine Lodge errichtet haben. Die Chalet´s, wir meinen es sind drei oder vier Stück, sind regelrecht in die Dünen "eingegraben" worden, was einen richtig urigen Eindruck macht. Hier im Haupthaus gibt es auch das Frühstück, wenn man will das Mittagessen und natürlich auch am Abend das Dinner. Wir haben uns eins dieser Dünen-Chalets angeschaut. Sehr nett, sehr sauber und eine auch sehr eigenwillige Konstruktion.
Ein paar Kilometer vom Haupthaus entfernt befindet sich die Luxus Accomodation "Kuangu-Kuangu", die Bilder sprechen für sich. Man hätte in unserem Chalet auch self-catering machen können, was ich gerne am zweiten Abend getan hätte. Uns wurde aber mehr oder weniger in den Mund gelegt, wir wären da eine der ganz Wenigen, die da oben self-catering machen wollen, und wissen Sie, die ganzen Umstände ..... bla bla, bla bla.
Eigentlich wurde ich mehr oder weniger überredet, auch am zweiten Abend zum Dinner ins Haupthaus zu kommen, und auch meine Conny meinte, dass es vielleicht doch besser und auch für die Wirtsleute einfacher wäre, wenn wir ins Haupthaus kommen.
Na gut, dann soll es halt so sein, allerdings wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir an beiden Abenden die einzigen Gäste sein sollten. Und wenn man der einzige Gast ist hat das dummerweise zur Folge, dass man von den Farmersleuten schon arg in Beschlag genommen wird. Mir persönlich ist das immer zu anstrengend, sich die Lebensgeschichten fremder Leute anzuhören. Zwar erfährt man das eine oder andere Interessante, aber dafür brauch ich keine zwei Abende.
Abends in unserem Chalet haben wir noch ein bisschen im Gästebuch gelesen. Ein Gast vor uns hat ins Gästebuch geschrieben, man sollte unbedingt einen Cheetah-Drive auf der Solitaire-Country-Lodge buchen. Das merken wir uns, vielleicht können wir das morgen irgendwie mit einbauen.
Übernachtungskosten hier im Kuangu-Kuangu 110 Euro pro Nacht für das Chalet, 14 Euro für zwei Personen für das breakfast, 46 Euro für das sogenannte "all inclusive"-Dinner. D.h., die Getränke waren dabei, zu mehr als einer Flasche Wein zu Viert (die Gastgeber waren mit am Tisch zum Abendessen) haben wir uns aber nicht überreden lassen.
Teil 1524. Apr. 2013
Tag 14, unser zweiter Tag auf der Barchan-Dune
Gut haben wir geschlafen und ein bisschen abenteuerlich ist das schon, wenn man in der Nacht mal raus muss auf die Toilette. Da wird mit der Taschenlampe schon gut umhergeleuchtet, ob da nicht irgendwo irgendwas rumsitzt, was nicht in unser offenes Bad gehört. Aber alles war im grünen Bereich, und so unterm Sternenhimmel auf der Toilette zu sitzen, das hat schon was. 😉 Was uns aber schon stört ist, dass aus der Dusche nur ein ganz spärliches Rinnsal kommt, für Honeymooner absolut ungeeignet, sollte man auf die Idee kommen, hier eine schöne Showersession einzulegen. Wir haben das natürlich "gemeldet", und Willem meinte, er müsse mal wieder die Leitung "durchschießen", dann passt das schon wieder. Nun, vielleicht hat der nächste Gast dann ein bisschen mehr Wasser, es wäre ihm zu wünschen.
Wir machen heute einen Ausflug: und zwar wollen wir über den Spreetshoogtepass und dann weiter über den Remhoogtepass eine kleine Rundtour unternehmen. Als Allererstes aber gibt´s in der Lodge Frühstück, und dort haben wir mit mit einem Erdmännchen einen neuen Freund gefunden, was für ein niedlicher kleiner Bursche:
Der Spreetshoogtepass stellt sich als ein sehr steiler Pass heraus, der sogar an den steilsten und engsten Stellen teilweise gepflastert ist. Der Pass ist locker zu fahren, allerdings haben wir mit unserem kleinen Toyota Avanza schon Mühe, den Berg hochzukommen. Da wären ein paar PS mehr schon was wert.
Unterwegs hat man spektakuläre Ausblicke in die Namib und was uns am meisten wundert ist, dass wir hier sehr viele Tiere sehen. Viele Affen, Kudus, Pferde, Springböcke, Zebras, Elands, damit hätten wir nicht gerechnet.
Am Allerwenigsten haben wir aber mit der schon ausgestorben geglaubten Spezies gerechnet, dem namibischen Einhorn: 🤩
Bei den nächsten Bildern sieht man, wie mager die Tiere sind, denn auch hier wie schon im KTP, es ist alles staubtrocken, die armen Tiere finden kaum noch Futter:
Hier sieht man schön die Auffahrt zum Spreetshoogtepass, allerdings täuscht dieses Bild. Was hier noch wie ein kleiner Hügel aussieht, entpuppt sich später als ein äußerst steiler Berg:
Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick ins Tal:
Der Remshoogtpass ist nicht so spektakulär und bald sind wir wieder in Solitaire. Dass getankt wird versteht sich von selbst, ein Savanna Dry und ein kleiner Tunasalat und ein griechischer Salat im Restaurant neben Moose schmeckt uns ausgezeichnet, bevor wir weiterfahren zur "Solitaire Country Lodge", wo wir uns wegen des Cheetah-Drives erkundigen wollen.
Heute geht da nichts mehr, so die freundliche Dame an der Rezeption, aber morgen früh, wenn wir wollen, können wir mitfahren, die Managerin hat noch Platz auf einem Auto. Kostenpunkt 250 ND, Dauer ca. eine Stunde. Hhmm... ganz schön teuer, aber wir denken uns, das man das auch mal machen soll und buchen für den nächsten Morgen den Cheetah-Drive.
Und heiß ist es heute wieder, es hat mittlerweile bestimmt um die 40 Grad und per Zufall sehen wir, dass die Solitair-Country- Lodge einen Pool hat. 🙂 Wir fragen, ob wir dürfen ... und, kein Problem, den Pool dürfen wir gerne benützen, die Handtücher liegen auf den Liegen. Na das nenn ich Service und wir freuen uns sehr, das kühle Wasser war bei dieser Hitze grad das Richtige für uns. Dazu gönnten wir uns ein Gläschen Wein und ein eiskaltes Savanna-Dry, so lässt sich´s aushalten.
Zurück in den Barchan Dunes haben wir am späten Nachmittag mit Willem eine Sundownerfahrt unternommen. Willem hat kein typisches "offenes" Game-Drive Auto, sondern einen geschlossenen Landrover. Conny saß auf der Rückbank, der Blick aus dem Fenster war nicht unbedingt berauschend.
Das Farmgelände ist sehr groß, ich meine um die 4.000 ha (ich bin da aber nicht mehr sicher) , und es gibt viele Tiere, speziell viele Oryxe, zu sehen. Eine Herde haben wir abgezählt und sind auf sage und schreibe 97 Köpfe gekommen. So eine große Oryxherde haben wir noch nie gesehen und der Sundownerplatz, den Willem mit uns angesteuert ist, war wunderschön gelegen.
Fazit Kuangu-Kuangu: Schwierig, wirklich schwierig. Es gibt hier nicht viel auszusetzen. Die Wirtleute beide sehr freundlich, die Unterkunft bis auf die Wasserknappheit und der leeren Gasflasche gut, das Essen ordentlich, allerdings keine Sensation, die Staff´s, soweit wir Angestellte gesehen haben, sehr nett, und das Erdmännchen die absolute Schau.
Aber irgendwie hat sich der Wohlfühlcharakter einfach nicht einstellen wollen. Das lag bestimmt nicht an der Lodge oder gar an Kuangu-Kuangu, sondern eher an uns. Wir waren regelrecht irritiert, denn Kuangu-Kuangu war so, wie wir es uns vorgestellt haben.
Kann es wirklich sein, dass so Kleinigkeiten wie eine kaum funktionierende Dusche oder eine leere Gasflasche, wo man sich keinen Kaffee mehr machen konnte, uns die Stimmung hier vermiest? Oder sind wir wirklich schon so abgehoben und satt, dass uns nichts mehr vom Hocker reißen kann? Andererseits, wenn man hier 170 Euro für die Nacht mit Halbpension bezahlt, kann man da nicht erwarten, dass eine Dusche gerichtet wird?
Wir wissen es nicht, vielleicht, und ich glaub das mittlerweile auch, waren´s tatsächlich diese beiden Abende, wo wir von den Farmersleuten vollgetextet wurden, das ist einfach nicht so unser Ding. Vielleicht war es auch die Preisfindung hier in Euro, die irgendwie nicht passt, wenn hier "All inclusive" angeboten wird.
Einfach komisch und schwer erklärbar, was uns da "geritten" hat. Aber eins bleibt: der Funke ist nicht übergesprungen, warum auch immer.
Unter´m Strich würden wir sicherlich wieder hierher fahren, dieses Kuangu-Kuangu ist schon was ganz was Reizendes und unbedingt eine Empfehlung wert. Allerdings würden wir nicht für viele gute Worte nochmal zum "All Inclusive" Dinner gehen, sondern uns, vom Frühstück mal abgesehen, selbst verpflegen. Da oben ist es nämlich wirklich besonders schön, ja, einfach romantisch.
Teil 1624. Apr. 2013
Tag 15, von den Barchan-Dunes nach Swakopmund
Langsam aber sicher neigt sich unser Urlaub hier in Namibia dem Ende zu. Wir nehmen Abschied von Kuangu-Kuangu, die beiden Lodgebesitzer sind heute früh nicht da, da sie nach Henties-Bay an die Küste zum Familientreffen gefahren sind. Die freundliche Servicekraft hat uns aber gut bedient, das Frühstück war auch heute wieder ordentlich.
Knapp eine Stunde später sind wir schon in der Solitaire-Country-Lodge, die Cheetah-Tour beginnt um 9.00 Uhr, und wir sind rund 10 Gäste. So eine Cheetah-Tour haben wir noch nie mitgemacht und wir wissen, dass es über diese Cheetah-Foundations durchaus unterschiedliche Meinungen gibt.
Wir können das überhaupt nicht beurteilen, ob es gut oder nicht gut ist, die Geparden mit Funksendern auszustatten, wir können auch nicht beurteilen, ob das Gehege, das hier angeblich 500 ha groß sein soll, groß oder nicht groß genug ist, aber Eines wissen wir gewiss: so nah werden wir wohl nie mehr an einen Geparden rankommen wie hier, und so können wir wunderschöne Bilder diesen herrlichen Tiere machen, wir haben eine riesige Freude dran:
Von den 6 Geparden, die hier leben sollen, haben wir immerhin 4 gesehen, wir meinen, dass das eine gute "Ausbeute" ist. Genauso aber erfreuen wir uns an diesen lustigen Gesellen, die wir beim Zurückfahren vom Gepardengehege zur Country-Lodge entdeckt haben:
Jetzt müssen wir uns aber ranmachen, ein langer Weg ist das bis zur Küste, es liegen rund 240 km vor uns, die bewältigen brauchen. Waren die ersten knapp 100 Kilometer Gravelroad noch in einem guten bis ordentlichen Zustand, so war es ab dem Gaub-Canyon
und erst recht nach dem Kuiseb-Pass Schluss mit lustig. Die Straße ist dort in einem erbärmlichen Zustand. Wellblech, aber vom Allerfeinsten, und wir wurden in unserem Toyota Avanza heftigst durchgeschüttelt. Das Auto tat mir regelrecht leid, und meine Bandscheiben stöhnten hörbar bei jeder Welle. 😈
Egal mit welcher Geschwindigkeit, ob "Schrittgeschwindigkeit", ob "Gleitgeschwindigkeit", ob "Voll-Power-Geschwindigkeit", es war ein absoluter Höllenritt. 😈
Das Einzige, was uns aufbaute: wir haben ein Ziel.
Und dieses Ziel hießt "ANCHOR JETTY RESTAURANT" in Walvis Bay.
Was für ein wunderbarer Platz !!! Bester Wein, beste Austern, beste Calamari, bester Blick zum Hafen, mein Gott ist das schön hier. Hier waren wir schon vor drei Jahren und hatten unvergessliche Stunden erlebt, und diesmal war es mindestens genau so schön. Für uns ist das einer der schönsten Plätze, die wir kennen. Hier fühlen wir uns wohl, hier kann man so wunderbar das Leben genießen, da geht´s uns richtig gut. 🙂
Natürlich machen wir für den nächsten Tag unseren Bootsausflug mit "Mola-Mola" fest, das Buchungsbüro ist gleich neben dem Anchors. Ist auch gut so, denn allzu weit hätten wir nach diesem opulenten Mahl nicht mehr laufen können.
Weiter geht´s ins 30 km entfernte Swakopmund, wo wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. Bereits vor einem Jahr gebucht, das "Beach-Hotel-Swakopmund", nicht zu verwechseln mit der Beach-Lodge, die rund 8 km außerhalb von Swakopmund, Richtung Hentiesbay, liegt, wo wir vor drei Jahren waren.
Das Beach-Hotel ist eine völlig neue accomodation in absoluter Bestlage von Swakopmund direkt am Strand, zum Zeitpunkt unserer Buchung stand von dem Hotel lediglich das Betonskelett. Wir haben damals von einem Promotion-Angebot profitiert, das Hotel wurde bei Frühbuchung zum halben Preis angeboten. Wir sind dieses Risiko eingegangen, denn damals wussten wir noch gar nicht, ob das Hotel überhaupt jemals zum Stehen kommt. Bezahlt haben wir allerdings nicht, wie sonst überall üblich, im Voraus, sondern auch da schlug man uns den Deal vor, erst bei Ankunft zu bezahlen.
So kam es, dass wir für das schönste Zimmer, das im Beach-Hotel zur Verfügung steht, einen einmaligen Sonderpreis von grad mal 895 ND pro Nacht für das Zimmer incl. Frühstück bezahlt haben, also nicht mal 80 Euro die Nacht, und das für zwei Personen. Unser Zimmer mit der Nummer 405 im vierten Stock hatte frontalen Meerblick, die Dünen der Wüste waren zum Greifen nah, und so war der Blick von unserem Balkon:
Die Inneneinrichtung wirkte auf uns etwas kühl, wir finden fast, dass das Hotel eine etwas zu stylische Richtung hat. Aber trotzdem, das Zimmer und das Bad, alles nur vom Feinsten:
Oben, im fünften Stock auf der Dachterrasse ist ein Swimmingpool. Wir sind doch tatsächlich kurz rein, das Wasser war saukalt, der Wind kaum auszuhalten, aber der 360 Grad Rundblick eine wahre Sensation. Über ganz Swakopmund in sämtliche Himmelsrichtungen konnte man sehen, nur schade, dass wir es trotz der drei Nächte hier kein einziges Mal geschafft haben, zum Sundowner hier oben zu sein. Die Bar wäre geöffnet, es ist bestimmt ein feines Plätzchen für einen Drink. 😉
So aber schlendern wir durch Swakopmund, am Strand entlang, beim "The Tug" reservieren wir uns einen Tisch für den Ostersonntag, der Sonnenuntergang an der Jetty sucht seinesgleichen, und zum Abendessen gehen wir in "unser" Hotel, wir wollen heute nur Salat essen, das Mittagsmenü war einfach zu üppig.
(bei diesen Lichtverhältnissen müssen wir mit unserer neuen Kamera noch etwas üben)
Teil 1727. Apr. 2013
Tag 16, unsere zweiter Tag in Swakopmund
Früh aufstehen müssen wir, es gibt ein leckeres Frühstück im Hotel und anschließend fahren wir die 30 Kilometer nach Walvis Bay, wir machen heute eine Pelikantour mit "Mola-Mola", der Normalpreis für die Tour ist 500 ND, wir haben im Buchungsbüro einen Discount von 10 % bekommen, also haben wir zusammen 900 ND bezahlt.
Wir genießen dieses Ambiente hier am Hafen von Walvis Bay, der Bedienung im Anchor-Restaurant winken wir kurz zu, wir sind Ihr in bester Erinnerung geblieben und auch wenn jetzt noch nicht viel los ist, die Leute kommen später in Scharen zu den verschiedenen Bootstouren, es ist ja schließlich Ostern, den Menschenauflauf merkt man überall.
Unser Boot, die "Kalina", wartet auf uns und als letztes Schiff legten wir von der Jetty ab, es war bereits 9.15 Uhr. Gestern, als wir die Bootstour buchten, wurde uns versichert, dass wir ein kleines Boot hätten und gaaaaaanz wenig Passagiere. Na ja, 23 Mann auf solch einem Boot, für unsere Begriffe ist gaaaaaanz wenig was gaaaaaanz was anderes, aber was willst Du machen. Hier ein paar Bilder unserer Mola-Mola-Bootstour:
Ich weiß, ich rutsch schon wieder ins Negative ab, aber ich kann einfach nicht anders, will ich das ehrlich und so wie wir das erlebt haben, rüberbringen.
Wir vergleichen wieder mit unserer Bootstour vor drei Jahren. Ach, wie schön war das damals, das war ja um Welten besser. Nicht, dass die Pelikane oder die Robben weniger fotogen sich in Pose geschmissen hätten, nein nein, an denen lag´s bestimmt nicht, und auch nicht am Wetter, das war nämlich superschön, Sonnenschein pur. 🙂
Aber was willst Du mit 23 Leuten auf so einem kleinen Boot. Vor drei Jahren hatten wir ein ganz ähnliches Boot, damals inclusive Skipper mit 7 Mann besetzt, aber diesmal .... 🙁
Die Robben springen ja während der Fahrt hinten bei der Luke, wenn die geöffnet wird, auf´s Boot. Aber man konnte nicht ein vernünftiges Foto machen, ohne dass nicht irgendein bescheuerter Touri recht blöd im Bild gestanden hat. Ich mein, die Leute können ja auch nichts dafür, denen war das wahrscheinlich auch nicht recht, aber wenn ich mir diese kleine Menschentraube so anschau ... Und dann fängt da noch ein Teil von denen zu Rauchen an, ja was sagt man denn dazu? Ich hab ja nichts gegen Raucher, aber kann man sich denn nicht mal für ein paar Stunden zusammenreißen?
Und so ging das die ganze Fahrt, über die haarsträubenden Kommentare 😈 will ich mich gar nicht auslassen, aber verstanden haben wir alles, was da so gesprochen wurde, es waren nämlich lauter Germans an Bord.
Das Obernetteste war aber dann, dass (und das war dann UNSER ganz großer Auftritt) diese Menschen keine Austern mochten. Ja gibt´s denn sowas??? Und soll ich noch was sagen: wir haben (zusammen mit einem anderen Paar, das die Bootsfahrt für ebenso peinlich hielt) sämtliche Austern abgeräumt. Wenn ich zwei Mal frage, denn Höflichkeit und Erziehung wurde uns ja in die Wiege gelegt, dann frag ich kein drittes Mal, ob nicht vielleicht doch noch irgendjemand eine Auster will. Da schlägt der bayern schorsch zu - und denkt sich seinen Teil ... 😉 😉 😉
Trotzdem - die Bootsfahrt ist wie immer ein Erlebnis. Und wenn da noch so viele Touris auf unserem kleinen Boot sind, wir lassen uns das nicht vermiesen, auf keinen Fall. Diese Robbe auf der Schiffsschraube (oder ist das der Rumpf), hat uns besonders gut gefallen:
Im Gegensatz zu vor drei Jahren, wo wir im Oktober hier waren, sind diesmal viel mehr Robben und viel mehr Flamingos zu sehen:
Da freut sich der schorsch und seine schorschine
und beim Zurücktuckern nach drei Stunden zu unserer Anlegestelle sehen wir noch diese netten Szenen auf den Nachbarschiffen:
Ja, so war das mit der Bootstour in Walvis Bay. Wir haben dem Treiben an der Jetty hier noch ein wenig zugesehen und uns fest vorgenommen, nicht schon wieder ins Anchor-Restaurant zu gehen, denn diesmal bleiben wir standhaft, schließlich haben wir Dank der Unkenntnis der anderen Bootstouristen schon sehr viele Austern genießen dürfen.
Allerdings haben wir da die Rechnung ohne dem netten Paar, das mit uns auf der Bootstour war, gemacht. (Das waren die, die die Austern ebenso gern mögen wie wir). Kaum waren wir auf Höhe Anchor-Restaurant, winkten uns die beiden zu sich und schon war´s mit unserem guten Vorsatz geschehen. Wir haben eine nette Stunde mit den Beiden verbracht und (man traut sich´s kaum sagen), für den Abend vereinbart, dass wir uns nochmals hier im Anchor treffen wollen, die Speisenkarte hatte nämlich noch einige kulinarische Leckerbissen im petto. 🤩
Am Nachmittag haben wir einen langen Spaziergang gemacht. Die Bucht von Walvis Bay eignet sich für einen längeren Spaziergang perfekt, und das kann man jedem, der hier mal ein paar Tage Urlaub macht, wärmstens empfehlen. Immer am Ufer bzw. Strand entlang, wir können viele viele Flamingos sehen, eine ganz tolle Sache ist das:
Besonders freut es uns, dass wir am Strand, keine 3 oder 4 Meter von der Uferlinie entfernt, etliche Delfine beobachten können. So nah, das war schon was ganz Besonderes: 🙂
Es ist einfach nur schön hier, aber wir haben ja einen Termin. Also werden mal ganz flott die Schuhe notdürftig saubergemacht, und zu unserer Überraschung sehen wir, dass einige Kid´s doch tatsächlich die Wassertemperaturen testen, uns wär´s auf alle Fälle viel zu kalt.
Im Beach-Hotel haben wir nicht mal mehr Zeit, wenigstens für eine Stunde zu relaxen, denn wir wollten ja unbedingt nochmal rüber nach Walvis Bay ins Anchor-Restaurant fahren. Dort war es dann ein netter Abend mit dem anderen Paar, wir haben viel gelacht, das Essen war absolute Spitzenklasse und ausnahmsweise ist es an diesem Abend ziemlich spät geworden. Wir waren mit die letzten Gäste, die das Restaurant verlassen haben. 😉 🤪 😣
Teil 1828. Apr. 2013
Tag 17, unser dritter Tag in Swakopmund
Der Tag gestern war schon ganz schön anstrengend. Die Bootstour mit vielen Austern, der Lunch mit viel seafood, das Abendessen mit vielen guten Köstlichkeiten, die das "Anchor" zu bieten hat. Vor lauter "Stress", auch was das Reiseberichteschreiben hier anbelangt hab ich gestern noch was vergessen:
Als wir am späten Nachmittag wieder in Swakopmund zurück waren, war vor unserem Beach-Hotel Aktion angesagt. Es ist nämlich direkt vor dem Hotel ein Platz, wo die Fischer Ihre Waren aufbereiten und zum Verkauf anbieten. Da war natürlich großes Spektakel angesagt und die Pelikane, die die Fischreste abbekamen, hatten einen Festtagsschmaus:
Aber das war noch gestern, heute haben wir es deutlich ruhiger und wir lassen uns beim Frühstück Zeit, es regnet nämlich in Strömen. 😈 🙁 😈 Wer hätte das gedacht, jetzt haben wir in diesem Urlaub bislang keinen einzigen Regentropfen abbekommen, und dann regnet es ausgerechnet in Swakopmund.
Das ältere Ehepaar, das wir zu uns an den Frühstückstisch gebeten haben, da alle anderen Tische bereits besetzt waren, kamen aus Windhoek. Und die Beiden erzählten uns sehr viel über Land und Leute, dass sie seit vielen Jahren immer über Ostern in Swakopmund ein paar Tage Urlaub machen und dass für sie die größte Überraschung ist, dass es hier regnet. Angeblich würde es nämlich in Swakopmund nie regnen, und heute, das sei die absolute Ausnahme.
Das war ein richtig nettes Paar, das wir da im Beach-Hotel getroffen haben. Wir haben das so noch nie erlebt, dass wenn man jemandem anbietet, sich wegen der Platzknappheit doch zu uns zum Frühstück zu setzen, sich diese Leute vor lauter Freude über unsere Freundlichkeit mit Namen und per Handschlag vorstellen. Wir haben das für sehr nett und freundlich empfunden. 🙂
Tja, das mit dem Regen ging den ganzen Tag. Mal etwas mehr Regen, mal etwas weniger. Aber dafür ständig. Dementsprechend hat die Uferstraße ausgeschaut, die ja nicht geteert ist. Ein Schlammdesaster, das seinesgleichen sucht. Es ist kein Witz, man hätte von der einen zur anderen Straßenseite nicht wechseln können, denn man wäre bis über die Knöchel im "Baaatz" gestanden. Mit dem Auto ist man schon druchgekommen, aber es war eine regelrechte Schlammschlacht. In der Oberstadt, da war dann wieder alles in Ordnung, dort sind ja auch die Straßen geteert.
Wir machen das, was der heutige Tag trotz des Mistwetters so hergibt. Der Holzschnitzermarkt beim Leuchtturm, wo wir für unsere Kid´s die obligatorischen Holztiere kaufen (diesmal gab´s Rhino´s) und weil wir wissen (nicht hoffen!), dass sie sich über solche Mitbringsel immer noch freuen, steht als Punkt Eins auf unserer Tagesordnung. Eine Selbstverständlichkeit, dass am Holzschnitzermarkt etliche Kugelschreiber und die restlichen Altkleider reißenden Absatz finden. Wenn ich an meinen schönen orangefarbenen Pullover denke und was unser Holzschnitzer für eine Freude hatte, das war schon was.
Bilder haben wir hier am Holzschnitzermarkt nicht gemacht, das Wetter war ganz einfach zu schlecht, und als Nächstes gehen wir ein bisschen in die Stadt zum shopen.
Allerdings macht das gar keine Freude, mit Regenschirm bewaffnet durch die Straßen zu marschieren, und so genehmigen wir uns einen kleinen Frühschoppen im einem Lokal in der Fußgängerzone, wo wir regengeschützt unter einem kleinen Vordach uns ein Schöpperl genehmigen. Leute beobachten, so heißt das Motto:
Vor lauter Verzweiflung über dieses total bescheidene Wetter machen wir uns trotz des Bewusstseins, dass wir ja am Abend im "The Tug" ein feines Abendessen zu uns nehmen werden, mittags auf den Weg zum Restaurant "The Jetty". 😮
Im "The Jetty" war die Hölle los. So viele Leute auf einem Fleck, man merkt, dass Ostern ist, das Wetter schlecht und die Leute nichts anderes zu tun haben, als sich den Bauch vollzuschlagen.
Aber wir sind da nicht ungern mittendrin, obwohl solche Menschenansammlungen im Regelfall nicht so unser Ding sind, aber dieses Lokal ist schon was Besonderes, bedenkt man die Lage und das gesamte Ambiente hier, da kommt schon Stimmung auf. Noch dazu haben wir Glück, es ist grad ein kleiner Tisch in der Mitte frei, also haben wir "Poolposition" , was "Leute gucken" anbelangt.
und dass es dem schorsch aus Bayern schmeckt, das sieht man hier:
Für alle, die´s interessiert - das war auf unserer Rechnung:
1 x Calamari Rings 75 ND 1 x Fresh Oyster 35 ND 3x Oyster Garlic á 40 = 120 ND 1 x Sardines 50 ND 1 x Tempura Prawn 75 ND und dazu eine Flasche Shiraz Rosé, der nur 60 ND gekostet hat. Da muss sich der Ober zu unseren Gunsten verrechnet haben.
In jedem Fall haben wir einen hervorragenden "light Lunch" gehabt, das hat gepasst, und zum Glück ist unser Beach-Hotel nicht weit weg.
Dort schauen wir dann recht dumm aus unserem Hotelfenster, denn es regnet nach wie vor heftig. Nicht einmal an einen Strandspaziergang ist zu denken, wir sehen aber auch nicht einen Menschen, der es wagen würde, bei diesem Wetter vor die Tür zu gehen.
Also ist "relaxen" angesagt, auch nicht schlecht, und wir finden die Zeit, mal wieder unsere email´s zu checken. Und siehe da: Neue Nachrichten von der Air Namibia. Aha, das dachten wir uns schon 😠 und wir lesen, dass der Abflug am morgigen Ostersonntag nicht wie planmäßig um 21.30 Uhr, sondern eine Stunde früher, also um 20.30 Uhr sein wird. Das lassen wir uns auch telefonisch bestätigen, Julie, die Chefin des Beach-Hotels, übernimmt das und bestätigt, jawohl, Abflug morgen Abend 20.30 Uhr. Für uns ist das auch in Ordnung, grad am letzten Tag hat man eh keine Aktivitäten.
Trübes Wetter, so war das an unserem letzten Tag in Swakopmund, dieses Bild hier haben wir von der Jetty aus aufgenommen:
Am Abend sind wir dann noch ins "The Tug" zum Abendessen gegangen. Auf 20.00 Uhr war der Tisch bestellt und auch im "The Tug" ließen wir´s uns nochmal so richtig gut gehen. Es war ja unser letzter Abend, das wollten wir nochmal ausnutzen und wir sind der Meinung, dass das Ambiente im The Tug schon etwas sehr Schönes ist. Da ist wunderbare romantische Stimmung, der Blick geht raus auf´s Meer, alles bestens.
Allerdings finden wir, dass Preis-Leistung nicht passt, wir empfinden es zu teuer für das, was geboten wird. Aber hier bezahlt man mit Sicherheit auch die schöne Lage mit. Und die ist was ganz Besonderes. Genauso besonders wie 150 Meter weiter vorne das Jetty Restaurant, wo wir mittags waren.
Fazit zum Beach-Hotel und Swakopmund im Allgemeinen:
Natürlich würden wir jederzeit wieder nach Swakopmund reisen. Dieses Städtchen hat ein ganz besonderes Flair, vielleicht nicht jedermanns Sache, aber uns gefällt´s.
Man könnte noch so viele Aktivitäten unternehmen, ein Highlight wäre sicher die Wüstentour mit Chris Nell gewesen, aber das haben wir schon vor drei Jahren gemacht. Nur eines würden wir nicht mehr tun: an Ostern nach Swakopmund zu fahren. Viel zu viele Menschen waren das überall, vor allen Dingen in Walvis Bay, wo die Pelikantouren starten, hat man das gemerkt. Wenn ich da nur an unser Boot denke ....
Das Beach-Hotel ist hier in Swakopmund direkt am Strand in Bestlage. Peter und Julie, die vorher am Ethoshapark die Aoba-Lodge geleitet haben, haben hier an der Küste ein sehr schönes und großes Hotel gebaut.
Unser Zimmer war hervorragend, mit einem schönen Blick zum Meer und auch das Restaurant war in Ordnung. Die Servicekräfte, auch im Restaurant, haben aus unserer Sicht sehr gute Arbeit gemacht, und der gesamte Service, angefangen bei den beiden Chefs und aufgehört beim Watchman, der die halbe Nacht vor dem Hotel patroullierte, war sehr gut.
Uns persönlich war das Hotel etwas zu modern und zu stylisch. Das Beach-Hotel könnte an jedem anderen Platz der Welt stehen. Es war zwar alles mehr als ordentlich, aber der gewisse Charme geht dem Hotel ab. Wir können nur vergleichen mit der Beach-Lodge außerhalb von Swakopmund. Die Beach-Lodge kann den Standard des Beach-Hotels bei Weitem nicht erreichen, trotzdem hat die Beach-Lodge das gewisse Etwas. Und das haben wir hier im Beach-Hotel trotz allem Luxus, der zweifelsfrei vorhanden ist, vergebens gesucht.
Und wenn ich das heute noch erlebe, dass mein Videoupload bei you-tube noch was wird, dann würd ich das auch ganz gern noch reinstellen. Mal schauen ...
Na siehste, man braucht nur lang genug warten. Wenn der Rechner es hergibt, wäre die höchste Auflösung in HD natürlich was Feines, einfach mal probieren und ich hoffe, der kleine clip gefällt Euch:
Wir schlafen heute etwas länger, denn es steht uns "nur" die Rückfahrt von Swakopmund nach Windhoek bevor. Also haben wir auch Zeit, entsprechend ausgiebig und lang zu frühstücken.
Uns war klar, das Paar aus Windhoek erwartet, dass wir uns zu Ihnen setzen, da kamen wir gar nicht "drumrum". Allerdings haben wir uns gern zu ihnen gesetzt, richtig nette Leute sind das. Wir wurden natürlich wieder per Handschlag und mit Namen begrüsst und der Mann erzählt uns, dass er so gerne alte deutsche Schlager hört.
Christ Roberts, Michael Holm, Gitte und wie sie alle heißen, halt die ganzen Oldies aus der guten alten Zeit. Da fällt mir ein, dass ich ja in meinem Rucksack einen Memory-Stick mit 2GB habe, mit lauter altem Zeugs aus den 70er Jahren . Den Stick hab ich im Zimmer geholt, dem guten Mann geschenkt und damit hab ich wieder einen Freund mehr. Er hat sich sehr gefreut, das hat man ihm angesehen.
Die Beiden haben uns dann auch unbedingt empfohlen, die geteerte B2 rüber nach Windhoek zu nehmen. Deutlich schneller, so meinten sie, denn die C 28 wäre zwar schöner zu fahren, allerdings braucht man viel länger und man weiß ja nie, grad am letzten Tag ...
Also war klar, wir fahren die B2, was sicherlich auch vernünftiger ist. In Swakopmund haben wir noch schnell unser Auto waschen lassen, denn das hat vom gestrigen Schlammbad wirklich übel ausgeschaut und über Usakos, Wilhelmstal und Okahandja, wo wir eine kleine Pause einlegten, sind wir dann langsam und gemütlich nach Windhoek zurückgefahren.
Um 16.00 Uhr hatten wir Termin bei Savanna Car, die Autorückgabe war völlig problemlos und auch heute, 4 Wochen danach, haben wir von Savanna Car nichts mehr gehört. Also war anscheinend alles in Ordnung. 🙂
Ein kurzes Wort zum Auto: der Autoverleiher war wie immer zuverlässig, das hat alles bestens gepasst. Am Auto selbst gab´s nichts auszusetzen, wenn man mal von der fehlenden Außentemperaturanzeige absieht. Das wär manchmal ganz interessant gewesen zu wissen, welche Temperaturen herrschen.
Wir bekamen eine Coolbox mit Deckel gratis dazu, von der Größe her war der Toyota Avanza völlig aussreichend, und dass grundsätzlich ein höheres und größeres Auto besser wäre, das ist ja klar. Aber halt auch teurer. Und so haben wir mit dem Avanza einen guten Kompromiss gefunden. 😉
Der Fahrer von Savanna Car bringt uns raus zum 40 Kilometer entfernten internationalen Flughafen, es wartet auf uns nämlich noch eine nette Begegnung, dazu aber gleich mehr.
Am Flughafen eingetroffen schauen wir zunächst, man sollte das immer machen, auf die Anzeigentafel um zu sehen, wann und ob überhaupt die Air Namibia abhebt. Wir sind von dieser Fluglinie ja Einiges gewöhnt, also aufgepasst: beim Blick auf die Anzeigentafel meinen wir, unseren Augen nicht trauen zu können. Abflug 21.30 Uhr, so steht´s auf der Anzeigentafel über unseren Köpfen. Ja ist denn das zu fassen. 21.30 Uhr war doch unsere (alte) planmäßige Zeit und wir wurden per e-mail informiert, dass der Abflug auf 20.30 Uhr vorverlegt ist. Und das Ganze wurde uns telefonisch auch noch bestätigt. Wir fassen es nicht, ja ist denn das die Möglichkeit? Natürlich ist uns diese eine Stunde völlig "Wurscht", aber wenn man da mal eine ruhige Minute drüber nachdenkt, da kann man nur noch den Kopf schütteln. Was ist das bloß für eine Fluglinie? 🤩 😈 🤩
Jetzt aber zu unserer netten Begegnung und ich kann gleich sagen, zum Glück war der Abflug erst um 21.30 Uhr, denn so hatten wir wenigstens Zeit, uns mit den Forumsfreunden Katja(=Fleur) und Utz, die den gleichen Rückflug wie wir gebucht hatten, auszutauschen.
Und ich sag mal, die Zeit verging wie im Flug, ein paar Runden Savanna Dry und Windhoek Lager, dazu die highlights der Schwaben und der Bayern in Namibia - das waren die kürzesten Wartezeiten, die wir jemals an einem Flughafen gehabt haben. Nett war das mit den Beiden. 🙂 🙂 🙂
Der Abflug war dann tatsächlich um 21.30 Uhr und pünktlich landeten wir am nächsten Tag am Flughafen in Frankfurt. Irgendwann während des Fluges haben wir dann festgestellt, dass wir in Swakopmund etwas vergessen haben. Halb so schlimm, kein Beinbruch, bestimmt nicht, aber diese feine Flasche Chardonnay, die der nächste Gast im Beach-Hotel im Kühlschrank vorgefunden hat, die hätte uns hier zu Hause auch gut geschmeckt. Na ja, irgendwie hat auch das ganz gut zu diesem Urlaub gepasst.
So, liebe Forumsfreunde, jetzt bin ich fertig mit meinem Reisebericht. Hat ganz schön lang gedauert, aber ich hab es wirklich gern getan. Conny hat mich immer fleißig unterstützt, besonders dann, wenn die Lust mal wieder nicht so toll war, den Bericht weiterzuschreiben.
Irgendwie ist es wie nach dem Urlaub, wenn man im Flieger sitzt und wieder heimdüst. Einfach eine komische, fast schon etwas traurige Stimmung, weiß man doch, dass mit dem letzten "geschriebenen" Tag der Urlaub nun tatsächlich vorbei ist. 🙁
Schön war´s in Namibia und im KTP, trotz aller Tiefen, die wir so erlebt haben. Aber wie heißt es so schön: wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen. Wir haben´s gern erzählt und haben Euch alle gern mitgenommen auf unserer diesjährigen Afrikareise. 🙂
Nochmals vielen herzlichen Dank allen Feedback-Schreibern, Danke-Button-Drücker und natürlich auch allen stillen Mitlesern. Wir hoffen sehr, dass unser Reisebericht gefallen hat.
Und weil wir am letzten Tag überhaupt keine Bilder mehr gemacht haben, hier zum Abschluss einen kleinen Clip, damit man beim Anschauen nochmal so richtig Fernweh zu diesem wunderschönen Namibia bekommt. 😉 😉 😉