Reisebericht

Reisebericht Uganda 2012

von AfricaDirect · begonnen 07. März 2013 · 19 Teile

Teil 107. März 2013
Die Perle Afrikas oder "Markus liebt Bananen" 🤪

Durch einige Reiseberichte bin ich eher durch Zufall auf Uganda aufmerksam geworden. Und da die Keniareise um ein Jahr verschoben wurde, war ich eh auf der Suche nach einem Alternativziel. Also erst einmal einen guten Reiseführer gekauft, den Bradt Guide von Uganda und noch vom Forummitglied „Muzungu“ den Reise-Know-How erworben (mit echtem Staub aus Uganda 😉 ) und angefangen, ein bisschen zu lesen. Und je mehr ich lese, desto größer der Wunsch in dieses Land zu reisen.

Um Markus auch für dieses Projekt zu begeistern, habe ich sofort nach Anbietern für 4x4 Fahrzeuge gesucht. Denn ich wusste, dass ich ihn nur mit einer Self-Drive-Reise ins Boot holen konnte. Als Autobegeisterter hat er schon unsere Reise durch Botswana geliebt, auf der wir mit 4x4 unterwegs waren.
Schnell bin ich fündig geworden und habe mit Douglas von Alpha Rentacar Kontakt aufgenommen. Er hat immer schnell geantwortet und es hat Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten. Nachdem er uns seine verschiedenen Fahrzeuge vorgestellt hat, hat Markus sich sehr bewusst für einen älteren Toyota Landcruiser KZJ 78 entschieden, denn der hat weniger „neumodischen“ Krempel und robustere Technik. Hinzu kam, dass er unbedingt ein Auto mit zuschaltbarer Differentialsperre haben wollte. Soweit der Plan 😗 . Zur Realität dann später ...

Die Route und einige Unterkünfte habe ich mir vorab herausgesucht, auch mit Hilfe der schönen Reiseberichte hier aus dem Forum und mit Hilfe des Bradt Guides. Für mich eine absolute Empfehlung zur Vorbereitung einer Reise nach Uganda. Ich hatte auch noch den Reise Know How, aber diesen habe ich kaum verwendet.

Hier nun unsere Reiseroute:

Entebbe Airport Guesthouse
19.10.2012

Murchison Falls National Park Chobe Safari Lodge
20.10.2012

Murchison Falls National Park Paraa Safari Lodge
21.10.2012
22.10.2012

Budongo Forest Budongo Eco Lodge
23.10.2012

Kibale Forest Chimps’ Nest
24.10.2012
25.10.2012

Queen Elizabeth National Park Queen Elizabeth Bush Lodge
26.10.2012
27.10.2012 Teil 1
27.10.2012 Teil 2

Ishasha Ishasha Wilderness Camp
28.10.2012

Bwindi National Park Nkuringo Gorilla Camp
29.10.2012
30.10.2012

Lake Bunyonyi Jajama Panorama
31.10.2012

Lake Mburo National Park Mihingo Lodge
01.11.2012
02.11.2012

Entebbe (Anderita Hotel) bis zum Abflug

Nun aber genug vorab, vielleicht möchte ja der ein oder andere mit uns auf die Reise gehen und die „Perle Afrikas“ besuchen. Ich freue mich natürlich über jeden Leser.
Teil 207. März 2013
19. Oktober 2012

Welch ein Anfang!!! Nachdem unsere Hunde- und Haussitter uns zum Nürnberger Bahnhof gebracht haben, fällt der Abschied von unserem Vierbeiner wie immer schwer.
Im Bahnhof angekommen merke ich, dass ich mein eBook (extra für die Reise angeschafft 😣 ) zuhause vergessen habe, also kein Lesestoff, na super! Der iPod war zwar frisch mit Musik aufgefüllt, aber ohne Kopfhörer, die noch mit dem eBook zuhause auf dem Esstisch liegen, wird es schwierig mit dem Hören 😵 . Super Einstieg, aber es geht noch weiter mit dem holprigen Start unserer Uganda-Reise 🙄 .
Nachdem wir problemlos mit der Nummer für das Rail & Fly unser Bahnticket gezogen haben, gehen wir geruhsam zum Bahnsteig. Wir haben ja noch gut ½ Stunde Zeit, bis unser Zug kommt. Es ist tierisch heiß und der Bahnsteig überraschend voll. Am Nachbargleis steht ein ICE und ich schaue schnell auf das Schild. Das ist der Zug, der eigentlich 40 Minuten zuvor schon auf dem Weg nach Frankfurt sein sollte. Schnell den Schaffner gefragt, ob „unser“ Zug wohl auch Verspätung hat und er sagt: „Ja, das kann gut sein, denn es gab Probleme auf der Bahnstrecke von München nach Nürnberg, da haben alle Züge Minimum eine ½ Stunde Verspätung.“
Schnell überlegt und wir entscheiden uns, den Zug auf dem anderen Gleis zu nehmen, um kein Risiko einzugehen. Aber, der ist natürlich super voll und es gibt kaum Stehplätze, von Sitzen mal ganz abgesehen. Es ist heiß und stickig, wir stehen zwischen zwei Wagons, ich habe immer noch mein 13 kg Fotogepäck auf dem Rücken 😣 , nachdem die Taschen schon allen vorhandenen Raum einnehmen. Ständig steigt jemand über uns drüber oder quetscht sich noch dazu und der Zug fährt immer noch nicht. Markus schaut mich total genervt an und sagt: „Nie wieder Rail & Fly, zweimal versucht, zweimal daneben!!! Das reicht, wir fahren das nächste Mal in jedem Fall mit dem Auto nach Frankfurt. Alles andere kannst Du Dir sparen.“ 😊 Ok, ich habe es zur Kenntnis genommen und werde jeden weiteren „Rail“-Versuch beim „Fly“ sparen.
Endlich fährt der Zug los und wir stehen für 2 ½ Stunden im Zug, die Klimaanlage funktioniert immer noch nicht, aber der Schaffner ist super nett und bringt noch Schokoladentäfelchen vorbei. Kann Markus aber nicht wirklich mit der Bahn versöhnen.

Um 19.00 Uhr, genau zu der Zeit unseres geplanten Zuges, kommen wir in Frankfurt an (zum Glück haben wir diesen Zug genommen, denn mit dem anderen hätten wir eventuell unseren Flieger verpasst).
Wir gehen zügig zum Ethiopian Airways Schalter und bekommen unsere Ticket für das Upgrade in die Business Class. Eigentlich wollten wir beide Langstrecken in die Business Class upgraden und haben das vor dem Buchen auch mit beiden Airlines (Meilen von Lufthansa) abgeklärt. Nach dem Buchen konnte sich da leider niemand mehr daran erinnern und jeder schob dem anderen die Schuld zu 😈 . Am Ende gab uns Ethiopian ein kostenloses Upgrade auf dem Hinweg, und kein Upgrade auf dem Rückflug. Naja, besser als nichts, aber trotzdem ärgerlich.
Wir wollen in die Lufthansa-Lounge und auf dem Weg dorthin noch schnell Lesestoff kaufen, gibt es ja bestimmt auf dem Weg zum Gate 😎 ... denken wir und gehen durch die Passkontrolle. Was soll ich sagen, dieser Urlaub fängt wirklich holprig an, denn es gibt gar nichts zu kaufen nach der Passkontrolle und die Lounge in diesem Flügel des Flughafens ist schon geschlossen. Menno, da fliege ich mal Business und dann so etwas 😣 .
Also wieder durch den Gepäckbereich zurück, Bücher gekauft (der Kindle liegt ja selig zuhause) und wieder durch die Passkontrolle, der Beamte schaut uns an und fragt, ob wir wohl etwas vergessen hätten ... Scherzkeks 😠 ... Freiwillig rennt man bestimmt nicht zweimal durch die Passkontrolle! Die Sicherheitskontrolle geht super schnell und es ist das erste Mal, dass mein Fotogeraffel nicht durch die Sprengstoffkontrolle muss. Und so kommen wir endlich am Gate an.



Im Flugzeug sehen wir, dass der Flieger schon so einige Jahre auf dem Buckel haben muss. Markus stellt nur grinsend fest, dass diese Art der Business Class schon seit Jahren nicht mehr zu finden sei. Naja, uns ist es egal, wir wollten nur den Platz der Business Class, der Rest ist uns nicht wichtig.





Die Stewardessen sind super freundlich und das Essen echt spitze. Es gibt lecker Wein und Markus freut sich über einen guten Boschendal Cuvee Rotwein.



Und es gibt die ersten Bananen, da ich keine Bananen mag, isst Markus einfach noch die zweite Portion mit 😗 . Wir wussten noch nicht, dass dies der Urlaub der Bananen wird, obwohl wir ja durch diverse Reiseberichte vorgewarnt wurden.
Nach einem Baileys auf Eis machen wir für ein paar Stunden die Augen zu und erholen uns ein wenig vom holprigen Start.

Teil 308. März 2013
20. Oktober


Sonnenaufgang über Addis Abeba

Um 5.00 Uhr werden wir geweckt und es gibt ein leckeres Frühstück. Die Landung in Addis ist so ruhig wie der ganze Flug, trotzdem bin ich müde und mein Kopf platzt. Wir steigen aus dem Flieger, in einen Bus, fahren 2 Minuten, steigen wieder aus und laufen 10 Minuten durchs Terminal, um dann wieder für 2 Minuten mit dem Bus zum Terminal 2 gebracht zu werden. Mmmmh, irgendwer wird verstehen, warum es so läuft, wir leider nicht! Aber was soll’s, wir sind ja im Urlaub. 😉



In der Wartehalle sitzen wir die nächsten 3 Stunden und trinken den besten Kaffee, den wir je auf einem Flughafen getrunken haben. Äthiopischer Kaffee ist echt lecker!!! Um 10.10 Uhr beginnt das Boarding für den kurzen Flug nach Entebbe.



Der Flug nach Entebbe verspätet sich um 30 Minuten, aber der Pilot fliegt ein bisschen schneller und wir sind fast pünktlich um 13.20 Uhr in Entebbe.


Wo ist denn die Landebahn? Bisher ist nur der Victoria See zu sehen 😵


Hurra, wir sind in Uganda!!!

Schnell den Visa-Antrag ausgefüllt, bezahlt und unser Gepäck abgeholt (Hurra, es ist alles da!) 🙂. Wir holen noch Geld aus dem Automaten am Flughafen und werden schon von Geoffrey von Kabiza Wilderness Safaris erwartet.



Auf dem Weg halten wir noch kurz und Markus kauft in einem kleinen Supermarkt 2 Kartons Wasser. Wir haben zwar überall Vollpension gebucht, aber auf dieser Reise ist viel trinken angesagt, denn es ist die ganze Zeit sehr warm und schwül.
Wir fahren durch das Tor des Guesthouses und ich sehe einen Toyota HIlux Surf auf dem Gelände stehen und mir schwant "Böses". 😕
Im Guesthouse erwartet uns schon Patrick vom Alpha Rentacar, aber wir checken erst einmal ein und bringen unser Gepäck auf das Zimmer.


Unser Zimmer, klein aber fein


Und das kleine Bad (Toilette extra für Annick)

Wir gehen dann zu Patrick, um die Autoübergabe über die Bühne zu bringen. Dies dauert etwas länger, da es, wie schon befürchtet, nicht der versprochen alte Landcruiser war, sondern ein Hilux Surf, ohne die gewünschte zuschaltbare Differentialsperre. Markus ist überhaupt nicht begeistert, aber schaut sich trotzdem schon mal das Auto genauer an. Es sieht alle gut aus, wobei Patrick, und der inzwischen dazugekommene Douglas, etwas irritiert schauen, als sich Markus den Wagen von oben und von unten genau anschaut. Da liegt der „Muzungu“ im Dreck unter dem Auto und hängt mit ölverschmierten Fingern im Motorraum, völlig komisch 😄 .
Währenddessen diskutiere ich mit Douglas und sage ihm, dass dies nicht das Auto ist, was wir mit ihm vereinbart haben. Mehr noch als die fehlende zuschaltbare Differentialsperre stören uns der elektrisch Firlefanz, z.B. die elektrischen Fenster und besonders die elektrische Heckscheibe. Für afrikanische Verhältnisse völliger Humbug 😣 und ich kann mich noch gut an Piccos und Marinas Bericht erinnern, die wohl dasselbe Auto hatten.
Douglas ist etwas irritiert, war er doch der Ansicht er tut uns etwas Gutes mit dem neueren Surf. Und leider hat er auch keinen Landcruiser greifbar, denn die sind noch im Service. Das glauben wir jetzt mal 😗 . Wir vereinbaren, dass wir erst einmal mit dem Surf starten und wenn wir Probleme bekommen, sprechen wir noch einmal. Nicht das, was wir wollten, aber wohl ein guter Kompromiss für beide Seiten.

Um es vorweg zu nehmen, der Toyota Hilux hat uns tapfer durch ganz Uganda getragen. Kaputt gegangen sind nur (wie erwartet und schon bei Marina und Picco passiert) die Heckscheibe und für mich als Fotobegeisterte besonders „ärgerlich“ die linke hintere Scheibe. Da wir Sorge hatten, dass bei einer Reparatur die Elektrik ganz aufgibt, haben wir nicht versucht die Scheiben zu reparieren. Uns war die Gefahr einfach zu groß, dass wir dann ein Auto haben, dass wir nicht mehr abschließen können. Und da wir manchmal auch Sachen im Auto lassen mussten, wäre dies das größere Problem geworden.

Wir haben für Douglas eine elektrische Kühlbox aus Deutschland mitgebracht, die er sich zuvor im Internet ausgewählt hat. Er ist total happy, denn die von ihm bestellten Kühlboxen aus Kenia werden erst ein paar Wochen später geliefert. Leider ist auch die versprochene Vorrichtung für den Anschluss der Kühlbox nicht vorhanden, so dass wir das Kabel durch das ganze Auto ziehen müssen. Naja, geht alles, ist nur ein bisschen lästig. 😎 Für jemandem, der sich selbst verpflegen möchte, wäre das schlecht, denn die Box kann nun nur laufen, wenn auch das Auto läuft. Alles andere wird sehr unbürokratisch abgewickelt.
Geoffrey hat währenddessen geduldig gewartet und gibt uns nun unsere Unterlagen für die Reise, dazu auch noch den ein oder anderen Tipp. Alles läuft auch hier sehr unkompliziert und wohl organisiert.


Unser schöner Tisch im Garten des Airport Guesthouse

Wir sind total platt von der Reise und nicht mehr wirklich aufnahmefähig. Daher sind wir froh, dass es schon um 18.30 Uhr ein leckeres Barbecue gibt, mit einer leckeren Pumpkin Soup vorweg, leckerem Chicken, Beef und Fish als Hauptspeise und Ananas mit Wassermelone als Nachtisch (keine Banane, juchhu 😗 )
Dann geht es für uns nur noch ins Bett und um 20.00 Uhr ist schon das Licht aus. Morgen wollen wir früh los, denn unser Urlaub in Uganda beginnt!!!
Teil 408. März 2013
21. Oktober

Oh menno, wir haben verschlafen!!! Wir wachen um 6.20 Uhr auf und wollten eigentlich schon um 6.00 Uhr frühstücken. 😊 Naja, was soll’s. Ist ja Urlaub, noch keine Tiere in Sicht und es war halt ein anstrengender Tag gestern. Es gibt zum Frühstück ein leckeres „Spanish Omelett“ und, welch eine Überraschung, Bananen ... 😄 und Markus darf gleich zwei Portionen mitessen. Es darf ja nicht auffallen, dass ich die Landesfrucht nicht mag 😗
Der Garten des Guesthouses ist auch mit Sicherheit sehr schön, um Vögel zu beobachten, aber leider waren wir am ersten Tag zu erschöpft und am Morgen wollten wir möglichst schnell Kampala hinter uns bringen.


Die Zimmer im Airport Guesthouse

Um 7.00 Uhr geht es los Richtung Kampala. Da heute Sonntag ist, wird der Verkehr hoffentlich nicht so dramatisch sein.


Die Strasse von Entebbe nach Kampala

Das Navi leitet uns super. Track4Africa leistet hier einen guten Dienst. Ich bin froh, dass ich mich durch diesen Verkehr nicht durchwühlen muss und Markus fährt mit gebotener Vorsicht durch Kampala und "genießt" die Herausforderung. Ich sollte während dieser Reise noch öfter die Ruhe und Gelassenheit meines Mannes schätzen lernen 😘 (dabei kennen wir uns doch schon fast 25 Jahre). Nur an einer Baustelle fahren wir leider falsch, aber einfach wieder umgedreht finden wir den Weg zur „Bombo Road“. Hier sollen wir Patrick noch einmal treffen, der uns ein Handy und ein Ladekabel geben will. Und das ist auch schon das Problem, am Straßenrand stehende viele schwarze Männer und leider haben wir Patrick am Telefon nicht genau verstanden, wo genau er uns treffen möchte. Man muss sich am Anfang erst in das „ugandische Englisch“ etwas einhören.
Und wie war das noch mit den wissenschaftlichen Untersuchungen, dass man die Gesichter einer anderen ethnischen Gruppe nicht so wiedererkennt wie aus der eigenen? 😊 So erging es uns nun, denn in diesem Trubel hätten wir Patrick nie gefunden (man muss ja schon ehrlich sein 😗 ).
Witzigerweise winkte dann jemand vor einer Shell-Tankstelle und wir halten an. Der Mann schaute uns völlig irritiert an, war wohl nicht Patrick 😊 (echt peinlich!!!). Aber 10 m dahinter winkte uns doch der freundliche Patrick zu. Mensch, sind wir erleichtert. 🙂 Patrick besorgt uns auch gleich noch Airtime für das Handy und zeigt uns, wie wir das Telefon aufladen müssen. Und dann werden wir auch noch angehupt, denn wir stehen blöderweise in einer Einfahrt (haben wir im ganzen Trubel nicht gemerkt, außerdem steht hier überall irgendwer, warum werden wir dann angehupt 😠 ). Also schnell zur Seite gefahren, man will ja nicht unhöflich sein.
So fahren wir weiter und kommen heil aus Kampala raus und finden auch die richtige Strasse Richtung Ziwa. Markus meinte nur: „Was hast Du mir denn erzählt, so schlimm war der Verkehr gar nicht!“. Mmmhh, für mich war er schlimm genug und ich hätte wirklich nicht fahren wollen. Naja, war ja auch Sonntag, trotzdem waren vier Autos nebeneinander, wo eigentlich nur zwei sein sollten.
Weiter geht’s Richtung Norden und um 11.00 Uhr erreichen wir Ziwa Rhino Sanctuary.



Der Manager vom Airport Guesthouse hatte uns empfohlen, unseren Lunch vor dem Walk zu bestellen und das machen wir auch schnell. Und dann kommt Herbert, unser Guide für das Rhino Tracking (ich habe natürlich vergessen, uns anschliessend zu fotografieren 😵 )



Herbert gibt uns Gummistiefel, da das Gelände, in dem wir unterwegs sein werden, sehr nass ist. Wir sehen echt schick aus mit diesen Tretern, sie leisten uns aber wirklich gute Dienste und wir sind froh, dass wir sie hatten. Wir fahren dann mit Herbert mit unserem Auto ein paar Minuten ins Reservat und lassen dann das Auto stehen und gehen zu Fuß weiter.



Nach relativ kurzer Zeit, es ist irre heiß und dunkelste Wolken drohen, finden wir die Rhino-Dame Kori mit dem jüngsten Kalb von Ziwa, das am 15.01.2012 geboren wurde. Wie um die Mittagszeit zu erwarten, hielten die beiden Siesta. Es war aber trotzdem ein tolles Gefühl nur ca. 6 m von 2 Rhinos entfernt zu stehen. Leider war das Gras sehr hoch und es kam zur gleichen Zeit noch eine weitere Gruppe, die sich rund um das Nashorn verteilten. Das war für Fotos eher sehr schlecht.





Wenn wir (hoffentlich bald) nochmals nach Uganda fahren, würde ich auf jeden Fall in Ziwa eine Übernachtung einplanen, um ein Trecking am späten Nachmittag und/oder am Morgen machen zu können. Denn dann sind die Nashörner mit Sicherheit aktiver. Aber für einen ersten Eindruck und als Einstieg in unsere Uganda-Reise war Ziwa total toll.




Hier ist alles Rhino, sogar die Toilettenschilder


Echt knuffig

Nach einem sehr leckeren Lunch (Rosmarin Chicken und Grill Pork Ribs) geht es weiter Richtung Norden. Kurz hinter der Karuma Bridge, die uns den ersten Blick auf den Nil ermöglichte, biegen wir links ab in Richtung der Chobe Safari Lodge im Murchison Falls National Park.



Wir fahren durch den Park, sehen viele Giraffen (das sollte der rote Faden im Murchison Falls sein), Warzenschweine und Uganda Kobs. Und TseTse Fliegen in Massen, das heißt, Fenster zu, sobald das Foto geschossen ist. Und die lästigen Gesellen, die sich ins Auto geschlichen haben, sofort durch rigoroses „Draufschlagen“ killen 😠 . Es ist immer wieder erstaunlich, wie resistent diese Viecher sind.


Unsere erste Giraffe in Uganda

Die Chobe Safari Lodge liegt super schön am Victoria Nil. Wir checken ein, parken unser Auto auf dem Parkplatz und werden mit einem Golfcart mit unserem Gepäck zu unserem Zelt gebracht. Unser Zelt ist total schön und sehr groß.



Die Terrasse bietet einen traumhaften Blick auf den Nil, der hier sehr mit starker Strömung läuft.





Nachdem wir unseren Sachen ausgepackt haben, fahren wir noch einmal für ca. 1 ½ Stunden in den Park. Wieder sehen wir sehr viele Giraffen, Warzenschweine, Uganda Kobs und Meerkatzen. Ansonsten sehr ruhig, abgesehen von einigen Vögeln.




Schon erstaunlich, was alles aus einem Termitenhügel herauswachsen kann 🤪


Uganda Kobs

Um 18.00 Uhr sind wir zurück an der Lodge und schauen uns noch ein bisschen um, während wir auf das Cart warten.


Für den schönen Pool hatten wir leider keine Zeit

Wir werden wieder mit dem Cart zum Zimmer gebracht (die Gäste dürfen auch tagsüber nicht allein zu den Zelten laufen, keine Ahnung, wovor sie Angst haben), duschen und trinken auf der Terrasse das erste NIle Gold und den ersten Wodka-Lemon mit Blick auf den Nil. Gibt es etwas Schöneres?


Meine abendliche Aufgabe, Tiersichtungen in die App eintragen



Später werden wir wieder abgeholt und es geht zum Dinner, das sensationell lecker ist, Buffet-style, und das wir auf der großen Terrasse genießen. Zu meiner großen Begeisterung beehrt uns noch mein Lieblingstier im Scheinwerferlicht, eine Hippo-Mama mit ihrem kleinen Baby. Für mich ein absoluter Traum, obwohl es dunkel ist und es kein Foto gibt. Und das am ersten Abend .... super!
Um 21.30 Uhr geht es zurück zum Zelt. Wir fallen ins Bett. Ich gebe zu, dieses Klima macht mich fertig und ich bin total erschöpft. Ich hoffe, das legt sich im Laufe des Urlaubs. Markus steckt das wesentlich besser weg als ich.

Fazit zur Chobe Safari Lodge:
Die Lodge liegt wunderschön am Victoria Nil mit sehr schöner Aussicht auf den Fluss. Die Zelte sind sehr schön und liegen etwas abseits. Das Hauptgebäude wirkt eher wie ein Hotel. Das Essen war super, sowohl Abendessen als auch Frühstück.
Der östliche Teil des Nationalparks ist noch sehr stark bewachsen, hat sehr viele TseTse Fliegen, die wir im westlichen Teil so nicht hatten. Durch den starken Bewuchs sind die Tiersichtungen schwierig.
Da der Weg von Kampala bis zur Karuma Bridge gut geteerte Strasse ist, lässt sich die Lodge sehr gut von Kampala erreichen.
Teil 511. März 2013
22. Oktober

Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker, denn wir haben um 6.15 Uhr eine Verabredung mit einem Nationalpark Guide, der mit uns vom östlichen in den westlichen Teil des Parks fahren wird. Das hat uns gestern die nette Dame an der Rezeption der Chobe Safari Lodge organisiert. Aber zuerst eine schnelle Stärkung am leckeren Frühstücksbuffet.


Der Victoria Nil im Morgennebel

Wellborn, unser Guide, wartet pünktlich an der Rezeption und wir gehen zum Parkplatz. Ich gebe zu, ich war äußerst irritiert, dass Wellborn stolz sein Gewehr (AK 47) mit sich trug. Das war allen Guides gemein, dass sie immer mit ihrer Waffe unterwegs war. Ich habe mir immer nur gedacht, dass sie hoffentlich wissen, was sie tun und ihre Waffe gut gesichert haben, während sie bei uns im Auto sitzen 😐 . Aber ein leicht mulmiges Gefühl blieb mir immer erhalten. Ich hatte irgendwie Angst vor Löchern im Dach oder umher schießenden Kugeln im Auto 😕
Wir hatten gehofft, dass wir durch den Park Richtung Paraa fahren können, aber Wellborn rät davon ab, da diverse Wege durch Bäume versperrt wären. Wir haben zwar gestern auch bei unserem kurzen Ausflug vor einem Baum gestanden und mussten umkehren, aber trotzdem sind wir etwas skeptisch. Naja, so fahren wir zuerst wieder zurück zu Karuma Bridge auf die Teerstrasse Richtung Gulu und biegen kurz danach links auf die geteerte Strasse Richtung Olwiyo. In einer kleinen Siedlung biegen wir wiederum links ab, zwischen kleinen Gebäuden fahren wir auf eine Strasse, die uns wieder in den Park hineinführt (Schilder waren hier Fehlanzeige 😵 , wie fast immer in Uganda). Wellborn hält noch ein kleines Schwätzchen am Gate und dann starten wir unseren zweiten Game Drive im Murchison Falls. Wir sehen viele Kobs, Jackson’s Hartebeest, Wasserböcke, Warzenschweine, Giraffen, Büffel und unzählige unterschiedliche Vögel.


Giraffen


Defassa Waterbuck – Defassa Wasserbock


Taxigast auf Warzenschwein – Piapiac - Spitzschwanzelster


Ein Palmenkletterkünstler – leider weiß ich nicht, was es für ein Vogel ist, konnte mir die Notizen nicht so schnell machen und fotografieren, wie die Vögel auftauchten und Wellborn sie identifiziert hat


Croaking Cisticola – Strichelzichtensänger (bin mir aber nicht sicher)


Eastern Grey Plantain-Eater – Schwarzschwanz Lärmvogel

Wellborn überrascht uns mit einem enormen Wissen über die Vögel, die wir sehen und mit einem ausgesprochen guten Auge.


Oribi


Jackson’s Hartebeest

Ich spreche Wellborn unterwegs auf meinen Wunsch an, einen Schuhschnabel zu sehen. Er empfiehlt uns seinen Kollegen Jimmy und telefoniert auch sofort mit ihm. Er macht mit Jimmy aus, dass wir uns morgen um 6.00 Uhr mit ihm am Gate an der Paraa Lodge treffen für den Morning Drive. Echt super nett und eine tolle Organisation. 🙂
Überhaupt haben wir fast nur super Erfahrungen gemacht mit den Guides vom UWA. Ich kann das Selbstfahrern nur empfehlen, für den ein oder anderen Drive mal einen Guide mitzunehmen. Sie waren allesamt sehr engagiert, hatten eine erstaunliches Wissen, dass sie sehr bereitwillig mit uns geteilt haben, und haben uns auch viel vom Leben in Uganda erzählt. Und zusätzlich unterstützt man auch die Guides, die meistens aus der Gegend kamen, in der sie auch stationiert waren, und den UWA.

Um ca. 11.00 Uhr kommen wir in der Paraa Safari Lodge an, verabschieden uns von Wellborn, der seinen Job wirklich gut gemacht hat, auch wenn uns die großen Tiersichtungen verwehrt blieben. Die Vogelsichtungen und Wellborn’s Kenntnis waren die Fahrt allemal wert.
Wir checken ein und können auch schon unser Zimmer beziehen. Leider sind die Safari Zelte (wie in der Chobe Safari Lodge) noch in Bau und wir mussten leider mit einem Zimmer in der Lodge vorlieb nehmen. Sie sind vollkommen in Ordnung, schön eingerichtet, allerdings relativ klein. Wir können direkt auf eine kleine Terrasse mit Blick auf den Nil herausgehen. Leider habe ich vergessen Bilder zu machen, das ist mir aber leider erst zu spät aufgefallen.



Wir haben noch Zeit für einen kleinen Besuch am Pool und einen leckeren Drink bevor es zum Lunch geht. Der Lunch war recht lecker, was uns fürs Dinner hoffen lässt, gab es doch mehrfach Berichte, dass das Essen in Paraa nicht so gut sein soll. „Schickimicki-Touris“ haben wir in Paraa übrigens nicht gesehen, bei uns waren Familien und „normale“ Ehepaare zu Gast und es war eine sehr angenehme und lockere Atmosphäre.
Kurz vor 14.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Bootsanleger, stellen unser Auto dort ab und steigen in die „African Queen“.


Red-throated Bee-eater - Grünstirnspint

Leider haben wir nicht so viel Glück mit unseren Mitfahrern 😠 , denn es steigt ein Trupp deutscher Teenager an Bord, die mit einer Lehrerin/Erzieherin begleitet werden. Sie benehmen sich zum Teil wie die Axt im Wald. Ob man iPod hören muss auf so einer Bootsfahrt bleibt ja jedem selbst überlassen, aber sie sind laut und vor allem werfen sie ihren Müll nicht in den Mülleimer, sondern lassen ihn einfach im Boot fallen, so dass er teilweise in den Nil weht. Leider sagt die Begleitperson überhaupt nichts und es ist echt peinlich. 😠 Mir platzt dann irgendwann der Kragen und ich bitte sie, doch bitte ihren Müll aufzuheben und in den Mülleimer zu werfen. Naja, sie tun es und ich ernte den ein oder anderen bösen Blick. Naja, was soll’s, mich stört es nicht. 😉
Der junge Guide auf unserer Ebene versucht sein Bestes, die Schüler mit Wissen zu „füttern“, und zum Glück ließ er sich vom rüden Verhalten der Teenager auch nicht aus der Ruhe bringen. Wir sahen viele Hippos, diverse Antilopen, Warzenschweine, Büffel, 2 riesige Krokodile und viele verschiedene Vögel. Aber das Fotografieren war nicht so ergiebig wie erhofft.


Mein Lieblingstiere




Saddle-billed Stork – Sattelstorch

Nach dieser Reise bin ich hin und her gerissen. Das große Boot hat den Vorteil, dass es nicht so stark wackelt, aber man kommt halt nicht so nah an die Tiere heran. Ein kleines Boot ist super, wenn man mit Bekannten oder alleine unterwegs ist (definitiv das Optimum, aber zu zweit durchaus etwas kostspielig). Mit Fremden kann es auch im kleinen Boot ziemlich schrecklich sein, denn wenn ständig jemand aufsteht, herum läuft und sich wieder hinsetzt, sind Fotos auch sehr schwer (hatten wir am Kazinga Channel).


Pied Kingfisher – Graufischer


Zum Beweis, dass es hier auch große Krokodile gibt


Die waren so groß, dass sie nicht mal mehr aufs Bild passten 😛

Die Fälle sind schon beeindruckend aus dieser Perspektive. Zwar nicht durch die Größe, denn der Nil zwängt sich hier durch eine sehr enge Stelle, aber durch die Wassermassen, die sich hier runter stürzen. Besonders auch, wenn man in Erinnerung hat, wie weit und „wild“ der Nil stromaufwärts ist und wie ruhig nach den Fällen.








Wolkenberge begleiteten uns auf unserer Reise durch Uganda


Paraa Lodge

Zurück in der Lodge genießen wir noch einen Drink auf der Terrasse, während langsam die Sonne untergeht. Naja, so halb, denn so richtig gut sieht man den Sonnenuntergang nicht, was fast während unser gesamten Ugandareise so bleiben sollte.






Sundowner

Später gehen wir zum Dinner, dass im Buffetstil serviert wird und es ist leider wirklich nicht gut. Es war definitiv das schlechteste Essen, dass wir in Uganda hatten. So gehen wir früh ins Bett, denn wir sind ja morgen früh um 6.00 Uhr mit Jimmy verabredet sind.


Weiß vielleicht jemand, was für eine Kröte das ist?

Fazit Paraa Safari Lodge:
Die Lodge hat mit Sicherheit schon bessere Tage gesehen und ist etwas in die Jahre gekommen. Der Poolbereich und die Terrasse sind sehr schön und bieten einen schönen Blick auf den Nil. Die Zimmer sind ein bisschen klein und auch das Badezimmer ist nicht gerade üppig, aber alles vollkommen ausreichend. Wenn die Zelte fertig sind, würde ich diese immer bevorzugen, da sie etwas abseits liegen.
Das Essen war gemischt, während der Lunch sehr lecker war, war das Dinner eher eine Enttäuschung. Die Frühstücks- und Lunchpakete waren aber vollkommen in Ordnung.
Ich hätte auch lieber z.B. in der Nile Safari Lodge auf der anderen Seite übernachtet, da diese bestimmt als Unterkunft viel schöner ist als Paraa. Aber für mich ist Paraa aufgrund der Lage kaum zu überbieten. Wenn man das gute Licht morgens nutzen möchte, führt nach meiner Meinung kein Weg an dieser Lodge vorbei, denn die erste Fähre fährt erst um ca. 7.00 Uhr. Die Game Tracks gehen ca. 2 Minuten von der Lodge los, so dass man direkt im Park ist. Ob einem das wichtig ist, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.
Teil 613. März 2013
Hallo,

weiter geht's, mit gleich 2 Highlights an einem Tag. Und vielen Fotos (wenn es zu viel wird, sagt es mir, dann muss ich stärker aussortieren 😗 , ist aber doch so schwierig).

23. Oktober

Um 5.30 Uhr (wie jeden Morgen) klingelt der Wecker. Wir packen unsere Sachen zusammen, begleichen unsere Rechnung und holen noch unsere Breakfast- und Lunchpakete ab. Am Gate steht wie verabredet Jimmy, der UWA-Guide, natürlich mit Gewehr, und los geht es in den Park.
Unsere oberste Priorität gilt heute dem Schuhschnabel, den ich unbedingt in Uganda sehen möchte. Jimmy ist zwar nicht so ganz überzeugt, dass er uns „nur“ mit dem Schuhschnabel glücklich macht und so sucht er nach Löwen, die er wohl gestern schon gesehen hat. Am Anfang wäre ich gerne noch öfter stehen geblieben und hätte fotografiert, aber Jimmy war sehr engagiert bei der Sache (zum Glück, denn sonst hätte wir vielleicht etwas verpasst 😉 ) . Hinzu kommt, dass leider seit dem gestrigen Nachmittag das linke hintere Fenster nicht mehr hoch und runter geht 😠 . Da der Guide vorne sitzt und ich mich schon auf die große Rückbank gefreut habe, um zu beiden Seiten fotografieren zu können, ist das echt blöd. Denn dreimal dürft Ihr raten, auf welcher Seite nun die besten Tiersichtungen stattfanden 😣 . Ich war richtig sauer, denn das war genau der Grund, warum wir ein „altes“ Auto wollten und nicht so viel elektronische Gimmicks.
Wir sehen Büffel, Uganda Kobs, Giraffen, Hartebeest, Elefanten und Oribis, aber keine Löwen. Ich kann es verschmerzen, steht ja bei mir der Schuhschnabel ganz oben auf der Liste. Löwen haben wir ja schon so einige in Afrika gesehen, in allen Lebenslagen.
Jimmy fährt mit uns ins Delta, fragt vorsichtig bei Markus nach, ob er auch durchs Wasser fahren kann mit dem Auto. Markus bejaht die Frage und wir fahren durch diverse Wasserfurten Richtung Delta (überhaupt kein Problem mit dem Surf). Mit einem Mal stoppt Jimmy Markus und sagt, dass wir jetzt aussteigen und zu Fuß weitergehen. Da wir dachten, wir steigen nur mal kurz für eine Minute aus, lassen wir die Türen auf, denn es ist echt heiß 😗 . Und natürlich vergesse ich auch mein Einbeinstativ 😕 , für das große Objektiv eigentlich unbedingt notwendig. Aber wir sind ja sofort wieder im Auto 😗 und außerdem bezweifle ich ja immer noch, dass wir wirklich den doch etwas sonderbaren Vogel sehen.
Aber Jimmy macht mit uns eine längere Wanderung, näher ans Wasser heran und bleibt plötzlich stehen. Er zeigt ins Delta, wird ganz aufgeregt und zeigt mir tatsächlich den so gewünschten Vogel. Der Schuhschnabel steht im sumpfigen Bereich und verspeist gerade einen recht großen Fisch. Ja, er ist weit weg und ich brauche alle Brennweite, die ich habe (und Markus’ Schulter als Stativersatz), aber ich bin so happy 🤪


Shoebill - Schuhschnabel

Dieser Vogel ist schwierig zu finden und ich hatte die große Hoffnung, ihn auf unserer Reise entweder im Murchison Falls, im Queen Elizabeth oder im Lake Mburo zu sehen. Und nun sehe ich ihn im ersten Park, den wir besuchen, einfach nur klasse.



Nachdem er den Fisch verspeist hat, fliegt er auch noch hoch und setzt sich oben auf einen Strauch. Das Licht ist zwar echt schlecht, aber es ist trotzdem ein toller Moment, denn meistens sieht man diesen Vogel im Sumpf bzw. auf dem Boden stehen.





Wir gehen noch ein wenig näher ans Wasser, es stehen Hippos 100 m von uns entfernt und wir sehen auch unzählige Vögel. Überall sind Vögel hier im Delta, ein absoluter Traum für jeden Vogelliebhaber.


Black Crowned Crane – Kronenkranich


White-faced Whistling-Duck - Witwenente


Northern Carmine Bee-eater - Scharlachspint

Zurück am Auto sind wir erleichtert, denn unser Auto wurde nicht von Affen geentert 😄 , denn bei den offenen Türen haben wir uns echt Sorgen gemacht.
Zurück durch die Wasserfurten fahren wir zu einem Hippo-Pool, um ein spätes Frühstück zu machen. Den Rest der Frühstücks- und Lunchpakete bekommt Jimmy mit. Denn für uns ist es viel zu viel.




Patas Monkey – Husarenaffe
Der einzige, den wir auf der ganzen Reise gesehen haben, so unterscheiden sich die Sichtungen, wenn man z.B. Piccos und Marinas Bericht anschaut

Wir haben uns zuvor zugunsten der Schuhschnabel-Suche für die 11.00 Uhr statt der 10.00 Uhr Fähre entschieden (zum Glück). Pünktlich um 10.40 Uhr erreichen wir die Fähre, tanken noch schnell (man muss zuerst in der Lodge bezahlen und kann dann tanken) und stellen uns in die Reihe für die Fähre.



Es kommen immer mehr Autos und auch zwei Busse und wir sind ganz froh, noch recht weit vorne in der Reihe zu stehen. In den zwei Bussen kommt eine Gruppe Männer an (Südeuropäer?) und fangen an, die Pavianherde, die am Fähranleger „herumlungert“, zu füttern. Wir ahnen Böses, aber können auch nicht wirklich etwas machen. Immer mehr Touristen stehen um die Paviane herum und es kommt, wie es kommen muss. Als das Futter ausgeht, werden die Paviane aggressiv und das dominante, riesige Männchen läuft zähnefletschend hinter den Männern hinterher. Recht geschieht es ihnen 😛 , aber im Endeffekt zahlen irgendwann die Paviane für die Dummheit der Menschen. Endlich kommt eine resolute Dame vom UWA herangestürmt und staucht die Touristen zusammen.




Keine Angst, der nette Herr vorne rechts ist auch ein UWA-Guide mit dem obligatorischen Gewehr

Um 11.45 Uhr geht die Fähre endlich los, so langsam wird es etwas knapp, denn wir haben um 14.00 Uhr das Schimpansen-Trekking in Budongo.



Die Strasse ist zwar holprig, aber ansonsten trocken und ok.





Um 13.30 Uhr erreichen wir die gut ausgeschilderte Budongo Eco Lodge. Nach dem schnellen Check-In werden wir in unser Zimmer gebracht, dem „Chimpanzee Room“, irgendwie passend 😉





Das Zimmer ist sehr groß, mit einer urigen Dusche, einem kleinen Waschbecken und einer chemischen Toilette. Alles ist sauber und ordentlich.









Wir machen uns schnell frisch, ziehen uns um für das Trekking, bei dem die Gamaschen, die uns Freunde geliehen haben (danke noch mal dafür!!! 😘 ) das erste Mal gute Dienste leisten. Am „Hauptgebäude“ treffen wir unseren Guide Nicolas, der uns erst einmal ein Briefing gibt, wie wir uns zu verhalten haben, was erlaubt und was nicht erlaubt ist. Anschließend nimmt er noch unser Wasser in seinen Rucksack und besteht darauf, dass er das Wasser tragen möchte.
Wir gehen durch das Desinfektionsbecken und dann geht es los in den Wald. Das Trekking in Budongo ist ein super Start für uns „Nicht-Sportler“, denn es geht nur ein bisschen bergauf und bergab und ist nicht so anstrengend. Wir laufen entlang der Wege, Nicolas bleibt zwischendurch stehen stehen und horcht auf Rufe oder Geräusche der Schimpansen. Es ist jetzt eigentlich die Zeit, wo sie von ihrer „Mittagsruhe“ erwachen und sich auf die Futtersuche begeben. Wir hören, ehrlich gesagt, außer den super lauten Zikaden und ein paar Vögeln ... nichts 😗 . Nicolas bittet uns unterwegs zu warten und läuft alleine weiter. Er kommt wieder zurück und hat die Schimpansen leider nicht gefunden 🙁 .
Nach ca. 1 Stunde vergeblicher Suche hören auch wir sie, sie rufen sich gegenseitig. Das hört sich ziemlich beeindruckend an und mein Herz schlägt ein bisschen schneller. Nicolas hat ein Lächeln auf den Lippen und führt uns querfeldein durch den Wald zu den Schimpansen. Und wir sind so froh über unsere Gamaschen. Kamera und Videokamera gezückt und weiter durch den Wald. Und da sind sie, ok zuerst nur ein dunkler Punkt in den oberen Spitzen der Bäume, weit oben. 😉


Liebe in den Baumwipfeln


Der stolze Liebhaber ins seiner ganzen „Pracht“ 😊

Aber nach einem kurzen „Liebesintermezzo“ im Baum kommen sie langsam alle runter und fangen an, am Boden nach Nahrung zu suchen. Sie sind ganz mit Fressen beschäftigt und ziehen durch den Wald. Wir wandern „mit“ den Schimpansen durch den Wald, sie schauen immer mal zu uns, lassen sich aber ansonsten nicht stören. Nicolas erzählt uns viel zu den einzelnen Schimpansen, deren Namen er alle kennt.







Es wird gehämmert, was das Zeug hält, um Früchte aus der Schale zu lösen mit Hilfe von Baumwurzeln (hört sich an wie beim Zimmermann) und unterwegs Blätter gepickt und gefressen. Zwischendurch wird kurz geruht und dann weitergewandert.







Nicolas schafft es immer wieder, uns in gute Foto- und Videoposition zu bringen, ohne die Schimpansen zu stören. Aber das Fotografieren ist aufgrund der Lichtsituation sehr schwierig.
Es ist ein sehr beeindruckendes Erlebnis, diese wilden Schimpansen zu sehen, mit ihnen durch den Wald zu laufen, sie bei ihrem natürlichen Verhalten beobachten zu können. Man kann das kaum beschreiben. Nach ca. einer Stunde (schätze ich, denn auf die Uhr geschaut haben wir nicht) gehen wir durch den Wald zurück und unterhalten uns noch ausgiebig mit Nicolas über seine Arbeit und sein Leben in Uganda. Er ist ein sehr ruhiger Mensch, gibt aber ausgiebig Antworten auf unsere vielen Fragen. Er wohnt in einem Dorf direkt außerhalb vom Nationalpark und kommt jeden Morgen mit einem kleinen Moped zur Arbeit. Man merkt ihm die Begeisterung für seine Arbeit und die Tiere an und er ist mit ganzem Herzen Guide in Budongo. Auch versucht er, die lokale Bevölkerung vom Schutz der Schimpansen zu überzeugen. Nicolas ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man die lokale Bevölkerung für den Schutz der Tiere gewinnen kann.



Es war ein tolles Erlebnis, natürlich auch weil wir nur zu zweit mit Nicolas unterwegs waren. Müde, dreckig, aber sehr glücklich kommen wir um 17.30 Uhr zurück an der Lodge an. Noch ein kurzes Foto bevor Nicolas in seinen verdienten Feierabend fährt.


Glücklich aber erschöpft, und dankbar für etwas kaltes zu trinken

Wir machen uns noch kurz frisch (die Dusche funktioniert einwandfrei und es gibt auch heißes Wasser) und laufen im Dunklen zurück zum Hauptgebäude, mit einem leicht mulmigen Gefühl, denn auch hier gibt es alle Tiere des Waldes, wie Elefanten oder auch Leoparden. Es gibt aber keine Eskorte und so beleuchten wir mit unserem Spotlight den Weg und den Wald herum, und kommen natürlich heil an.
Wir sind heute die einzigen Gäste und hatten schon mittags unsere Auswahl getroffen, was wir essen möchten.



Es gibt einen „Riesen Cheeseburger“ mit Pommes, zuvor eine halbe Avocado mit Vinaigrette (überraschend lecker, denn eigentlich sind wir keine Avocado-Fans) und Früchte als Desert (natürlich mit Banane, also Doppelration für Markus 😉 ).
Um 20.00 Uhr gehen wir zurück zu unserem Chimpanzee Room und wir schlafen sofort ein.



Fazit Budongo Eco Lodge
Diese Lodge ist sehr einfach, war aber absolut sauber. Die Toilette ist chemisch und hat natürlich dadurch auch einen gewissen Geruch, der aber für mich kein Grund ist, diese Lodge nicht zu besuchen. Und der Geruch war nur in der Toilette (so lange man die Tür immer schließt) und nicht im Zimmer.
Das Essen war sehr gut, einer der besten Cheeseburger, den ich gegessen habe und man merkte, dass auch das Fleisch frisch zu bereitet wurde.
Wir würden jederzeit wieder in die Eco Lodge zurückkehren, auch für zwei Nächte, um neben dem Schimpansen-Trekking auch die Vogelwelt in Budongo ausgiebiger erkunden zu können.
Teil 714. März 2013
Und weiter geht es, allerdings mit einem reinen Transfertag


24. Oktober

Wie immer klingelt um 5.30 Uhr der Wecker. Es ist schon erstaunlich, in jedem anderen Urlaub würde einem im Traum nicht einfallen, um 5.30 Uhr aufzustehen. In Afrika gehen die Uhren irgendwie anders. 😊
Schnell gepackt, Taschen im Auto verstaut und Markus bekommt noch einen frischen gebrühten Kaffee. Und wir nehmen noch unsere Frühstücksbox in Empfang. Auch heute morgen ist das Lodge-Personal sehr freundlich und hilfsbereit.



Um 6.20 Uhr sind wir wieder auf der Straße. Kurz hinter dem Nationalpark Gate treffen wir noch einmal Nicolas, der auf dem Weg zur Arbeit ist. Wir versprechen ihm, eine Nachricht zu schicken, wie unser Kibale Schimpansen Trekking war, im Vergleich zu Budongo. Denn eigentlich ist in Kibale die Chance wesentlich größer, Schimpansen zu sehen, aber dazu später.
Bis Homa geht die Strasse noch. Dort lassen wir noch einmal an einer Tankstelle Luft auf die Reifen machen, denn wir haben das Gefühl, dass der Reifen vorne links etwas platter ist als die anderen.



Und weiter geht’s. Die Straße Richtung Fort Portal zieht sich ewig und wird immer schlechter. Überall laufen Menschen und vor allem Kinder auf der Straße. Motorräder überall und dazu die Radfahrer, die alles mögliche auf ihren Rädern transportieren (wirklich erstaunlich).


Frühstückspause und Fahrzeugcheck

Unterwegs suchen wir uns einen halbwegs ruhigen Platz, um unser Frühstück zu essen (geht eigentlich in Uganda nicht, denn überall laufen Menschen, besonders blöd, wenn man als Frau mal "muss" 🙁 ). Die Box enthält eine Bratwurst, ein Käsesandwich, Ananas, Fruchtsaft, ein Ei und, natürlich, eine Banane (bitte schön, Markus, die ist für Dich 😄 ).
Um 16.00 Uhr erreichen wir Fort Portal, wo Markus noch einmal an der Barclays Bank Geld aus dem Automaten zieht.


Fort Portal, Blick auf die Rwenzori Mountains

Noch kurz Wasser kaufen und weiter geht es Richtung Kibale Forest. Es fängt an zu schütten.



Nach einer kurzen Teer-Strecke folgt wieder eine schlechte unbefestigte Straße, die sich wunderschön durch grüne Hügel zieht, an grünen Teeplantagen vorbei bis auf 1500 m üNN.



Durch den Wald, vorbei am Trekking Startpunkt für morgen, fahren wir über die stark gewölbte Straße. Da es gerade geregnet hat, wird sie sehr rutschig und wenn ein LKW entgegen kommt, muss Markus arg aufpassen, dass er nicht seitlich abrutscht. Nach der langen Fahrt wird es jetzt echt anstrengend und wir wollen nur noch ankommen.
In der nächsten kleinen Ortschaft geht es an einem winzigen Weg nach rechts rein, zumindest laut Schild. An diesem Ort scheiterte unser Navi mit T4A das erste Mal, denn unsere Unterkunft, Chimps’ Nest, liegt über 2000!!! km entfernt. 😕
Der kleine Weg wird immer schlechter, es ist sehr rutschig, es wird immer schmaler und rechts und links ist sofort ein kleiner Graben. Auch hier ist die Straße stark gewölbt und Markus muss aufpassen, dass der Wagen nicht abrutscht. Aber neue Schilder zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir fahren durch kleine Ansiedlungen und überall winken uns die Menschen zu.
Am Ende der Straße geht es auf einen kleinen Platz, der schon durch drei Kleinbusse und einigen Autos gut gefüllt ist. Ja, diese Kleinbusse, wir wussten nicht, dass sie uns auf dem Rest unserer Reise begleiten würden. Hätten wir sie nur nie gesehen. 🤢
Wir suchen uns ein Plätzchen für unser Auto, werden von zwei jungen Damen nett begrüßt und zur Rezeption gebracht. Auf der Terrasse des Hauptgebäudes steht eine große Gruppe (die Kleinbusse ... 😠 ) und es werden Taschen und Zimmer verteilt. Wir haben ein Treehouse gebucht und freuen uns schon auf die nächsten zwei Nächte. Nach den Formalitäten folgen wir den Damen, die unsere Taschen mal eben locker auf dem Kopf tragen, für ca. 10 Minuten durch den Wald.



Nach dem Regen ist auch hier alles glitschig und man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht, auch ohne Taschen. Die Damen gehen aber mit ihren Flipflops als wenn es der beste, asphaltierte Weg wäre. 1/3 der Strecke geht über sehr rutschige, unebene, teils schräge Holzstege, schon ein bisschen abenteuerlich und wer nicht fit und trittfest ist, sollte kein Treehouse buchen. Man überlegt sich aber definitiv, ob man alles dabei hat, wenn man das Zimmer verlässt, denn mal eben zurückgehen ist halt nicht. 😉



Wir haben das Treehouse No 1 und es ist schon von außen sehr beeindruckend. Wir gehen eine sehr steile (und natürlich rutschige) Holztreppe hoch. Auf der ersten Etage geht es in das Zimmer, mit einem Doppelbett in einer Nische, einem Einzelbett und einem kleinen Regal.


Unser lauschiges Plätzchen in den Baumwipfeln

Und eine kleine Tür, die ins „Bad“ führt, mit einer Toilette und einem kleinen Waschbecken. Hier heißt es sozusagen, rückwärts einparken vorwärts wieder ausparken.



Auf der 2. Etage gibt es eine Dusche und eine Terrasse in den Wipfeln des Regenwaldes.




Unser Wasser für die Dusche ist gekommen, herrlich warm (sie haben sich wirklich ein dickes Trinkgeld verdient)

Nachdem das Wasser für unsere Dusche angekommen, und sozusagen in die dritte Etage getragen wurde (oberhalb der Dusche gibt es noch eine Leiter, die zu einem Wassertank führt), nehmen wir eine heiße Dusche in luftiger Höhe mit einem atemberaubenden Blick in den Regenwald.


Blick von unserer „Dachterrrasse“

Um 19.15 Uhr holt uns jemand zum Dinner ab, denn auch hier ist uns nicht erlaubt, selbst zum Hauptgebäude zu laufen, denn hier soll es die als aggressiv geltenden Waldelefanten geben (naja, werden schon nicht gerade kommen, wenn wir hier sind, oder?) 🤨
Im Dunklen ist der Holzsteg allerdings noch abenteuerlicher. Beim Dinner haben wir einen kleinen Tisch auf der „Galerie“, während die Gruppe unten an einem langen Tisch sitzt. Wir haben inzwischen vom ugandischen Reiseleiter herausgefunden, dass es sich um eine Gruppe aus unserem Nachbarland (die mit den Wohnwagen 😉 ) handelt. Er ist echt nett und im Laufe der Reise haben wir immer mehr Respekt vor ihm und bedauern ihn sehr, aber dazu, wie gesagt, später mehr
Es gibt eine Hühnersuppe, Nudeln mit Bolognese und zum Nachtisch Banana Fritters für Markus und Pineapple with Cinamon für mich (wir haben die Banane zuvor abwenden können), bodenständige, aber durchaus leckere Kost. Dann geht es wieder den langen Weg zurück zu unserem Treehouse und um 21.00 Uhr fallen wir müde ins Bett. Mal schauen, wie unsere erste Nacht in einem Baumhaus so wird.
Teil 816. März 2013
25. Oktober

Der Wecker klingelt heute erst um 6.15 Uhr, fast wie ausschlafen. 🙂 Eine halbe Stunde später gehen wir hoch zur Lodge (unsere versprochene Abholung hat uns leider versetzt, aber es ist schon hell, daher gehen wir einfach selbst). Das Frühstück kommt schnell und um 7.30 Uhr machen wir uns den rutschigen Weg herunter Richtung Chimp Trekking im Kibale Forest.



Am Hauptquartier tragen wir uns in die obligatorische Liste ein und geben unsere Permits ab. Hier treffen wir natürlich auch unsere Holländer wieder und fürchten schon Schlimmes. Zwei ältere Herren aus der Gruppe grüßen uns freundlich, der Rest ignoriert uns geflissentlich. Kein Problem, wir haben Euch zwar nichts getan und sind zu allen freundlich, aber muss ja nicht. 😛



Alle treffen sich in einem Raum und wir bekommen auch hier ein Briefing für das Schimpansen Trekking. Wir befürchten schon, dass wir mit 6 „Nachbarn“ zusammen gleich im Wald unterwegs sind 😵 Aber nein, wir werden nur zu zweit mit dem Guide Bosco unterwegs sein (puhhh, Glück gehabt), während alle anderen in Gruppen mit 4 bis 6 Personen los laufen. Manchmal muss man auch Glück im Leben haben. 🤪
Wir laufen los und hier geht es wesentlich steiler den Berg herauf als in Budongo. Außerdem trifft man ständig auf andere Gruppen, da die Guides unablässig mit dem Funkgerät miteinander kommunizieren. Ein komplett anderes Erlebnis als bei unserem ersten Schimpansen Trekking. Kibale ist halt der Ort in Uganda für das Chimp Trekking, das merkt man hier auch. Auch hier geben sich die Guides alle Mühe, die Schimpansen zu finden und wir laufen kreuz und quer über die Wege im Wald. Innerhalb von kürzester Zeit haben wir die Orientierung verloren und hoffen, dass Bosco uns nicht irgendwo stehen lässt.



Relativ schnell sehen wir eine Schimpansen-Mama mit ihrem Jungtier sehr hoch in den Baumwipfeln.
Das lässt hoffen, ist aber für lange Zeit alles, was wir sehen. Es geht querfeldein durchs Gebüsch, über Stock und Stein, bergauf und bergab. Bosco lässt uns mehrfach allein im Wald stehen und sucht nach den Schimpansen. Leider kommt er immer erfolglos wieder zu uns zurück. Wir sehen noch ein Jungtier weit oben in den Baumwipfeln turnen (keine Chance auf Fotos 🙁 ) und teilen dies kurz mit einer Gruppe Holländer, deren Guide Bosco kurz Bescheid gesagt hat. Sie laufen uns quer durchs Bild und verhalten sich auch hier eher sehr unhöflich. Aber sie wollen halt unbedingt tolle Fotos haben (geht hier gerade eh nicht) und haben wahrscheinlich auch noch keine Schimpansen gesehen 😛
Kurz danach wir es dunkel, fängt an zu regnen, nein, zu schütten und es donnert und blitzt (wobei man die Blitze hier tief im Wald nicht sehen kann). Schnell die Regencapes über die Kamerataschen und den Rucksack und unsere Regenjacken (extra für den Urlaub angeschafft) angezogen. Bosco hat leider keine Regenjacke und nur seine schwere Baumwolluniform als Schutz. Er sucht für uns einen großen Baum und wir stellen uns dicht am Stamm unter. Es gewittert heftig und schüttet wie aus Kübeln. Schon ein komisches Gefühl, es gewittert und wir stehen unter einem großen Baum auf einem Berg 😵 (was haben wir als Kinder noch einmal gelernt???).
Wir warten und Bosco ist die Enttäuschung anzumerken, dass das Trekking nicht so erfolgreich ist, wie er es gern hätte. Und er hat wahrscheinlich Angst um sein Trinkgeld, was natürlich Unsinn ist, denn es ist ja nicht seine Schuld, dass sich die Schimpansen heute nicht sehen lassen.
Er hat uns am Beginn des Trekkings gefragt, ob wir schon mal Schimpansen gesehen haben und wir haben ihm von unserem tollen Erlebnis in Budongo berichtet. Er hat gelächelt und gesagt: „No problem, here in Kibale we do offer the best chimp trekking in Uganda!“ Bosco tut uns echt leid und wir versichern ihm, dass das halt Natur ist und es keine Garantien gibt. Wir sehen das ganze sehr entspannt, denn wir hatten ja schon ein tolles Schimpansen-Trekking. Außerdem sind wir lang genug in Afrika unterwegs und wissen, dass es nie Garantien für Sichtungen gibt.
Wir warten eine Weile, aber der Regen und das Gewitter lassen nicht nach. So entscheiden wir uns, zurückzugehen und fragen Bosco, ob es weit zurück ist (wie gesagt, die Orientierung haben wir schon lange verloren). Er grinst und sagt: „It’s not far.“ Naja, im Nachhinein möchte ich nicht wissen, was für ihn „far“ ist. 😉 Wir laufen und rutschen noch recht lang durch Matsch, Schlamm und Pfützen durch den immer noch starken Regen. Total durchnässt, von außen und innen, denn es war trotz allem noch recht warm, kommen wir am Startpunkt an.



Wir machen noch ein Foto mit Bosco und geben ihm sein wohl verdientes Trinkgeld. Schnell zum Auto, über die nun extrem rutschige Strasse zurück zum Chimps’ Nest. Einen Kaffee bzw. eine heiße Schokolade getrunken, während es langsam aufhört zu regnen.
Es ist schon nach 12.00 Uhr und wir entscheiden, unseren eigentlich geplanten Bigodi Swamp Walk schweren Herzens auf unseren nächsten Besuch in Uganda zu verschieben. 🙁 Ich bin zwar sehr enttäuscht, habe ich mich doch auf diesen Teil sehr gefreut, denn es gibt dort viele Vögel und kleinere Affen zu bestaunen. Aber aufgrund des Wetters und der fortgeschrittenen Zeit hat es einfach keinen Sinn.
So essen wir noch einen leckeren Lunch, einen Hamburger mit Chips für Markus und einen Ham & Cheese Pancake für mich. Dann geht es ins Zimmer, auch dieser Weg ist nun nach dem Regen noch glitschiger und der Holzstege noch rutschiger. Unsere Sachen werden nicht trocken, da es sehr dämpfig ist. Die Dusche wurde schon mit heißem Wasser gefüllt, so dass wir nun noch einmal die schöne Dusche mit dem tollen Blick in den Regenwald genießen können.
Die Sonne kommt nun raus und wir genießen einen schönen Nachmittag auf unserer traumhaften „Dachterrasse“. Diese Ruhe hatten wir die letzten Tage nicht, so dass es zur Abwechselung sehr schön ist.



Tatsächlich kommt dann auch noch ein Trupp „Red-tailed Monkeys“ vorbei. Sehr schwierig zu fotografieren, denn sie hüpfen sehr schnell durch die Bäume und halten nie still fürs Foto (echt unverschämt, aber fürs Foto dirigieren lassen sie sich nicht 😎 ).






Und dann kommt noch ein Schmetterling vorbei, der uns total lieb hat. Weiß vielleicht jemand, was für ein Schmetterling das ist?

Um 18.00 Uhr geht es Richtung Bar für einen leckeren Drink, hier treffen wir natürlich auch unsere nette Reisegruppe, sind wir doch die einzigen „Nicht-Gruppen-Reisenden“ im Chimps’ Nest.


Das schöne neue Hauptgebäude vom Chimps' Nest

Um halb acht gibt es Dinner (Carrot Soup, Nut Salad, Chicken Stir Fry, Spice Care für mich und, welch Wunder, Chocolate Banana für Markus). Wir sitzen wieder oben auf der Galerie, etwas abseits von der heute abend eher lauten Gruppe. Aber bei 18 Personen bleibt das ja nicht aus, wenn sich alle unterhalten wollen. Liegt wohl in der Natur der Sache.



Nach dem Essen kommt eine Gruppe aus der Local Community und singt und tanzt für uns (wahrscheinlich eher für die Gruppe als für uns, aber wir genießen es trotzdem.



Der ugandische Reiseleiter der Gruppe, Frank, überredet seine Gruppe, doch mitzutanzen. Ein Teil der Gruppe, inklusive zwei Fahrern, tanzt fröhlich mit und alle haben viel Spaß miteinander. Wir trinken noch einen Absacker mit Frank an der Bar und unterhalten uns mit ihm über unsere morgige Fahrstrecke. Es stellt sich heraus, dass er mit seiner Gruppe auch in den Queen Elisabeth Nationalpark fährt morgen. 😕
Dann allerdings wird es peinlich, da ein paar Damen aus der Gruppe etwas sehr tief ins Glas geschaut haben. 🤢 Wir gehen um 22.30 Uhr Richtung Treehouse, da wir uns alles weitere ersparen wollen.
Nachts werde ich wach und höre, wie Bäume und Büsche umgelegt werden, es wird im Wasser geplanscht und es ist das dumpfe Brummen von Elefanten zu hören. Ich mache Markus wach (der hört so etwas nie, da könnte eine Bombe niedergehen) und wir lauschen gemeinsam. Absoluter Wahnsinn, nun haben tatsächlich die Waldelefanten bei uns vorbei geschaut. 🙂
Wir überlegen erst raus zu gehen mit dem Scheinwerfer, aber aufgrund des fehlenden Platzes draußen vor der Tür verwerfen wir die Idee wieder. Und wir wissen natürlich auch nicht, wie die Elefanten auf den Scheinwerfer reagieren würden, ohne Scheinwerfer wiederum geht es auch nicht. Und dann überlegen wir uns, was wohl passiert, wenn die Elefanten die Pfähle des Treehouses mit einem Baum verwechseln. Mmmmmh, ein etwas komisches Gefühl. 🤨
So lauschen wir nun fasziniert, aber auch mit etwas gemischten Gefühlen und schlafen irgendwann wieder ein.
Im Nachhinein ärgere ich mich doch sehr, dass wir nicht aufgestanden und geschaut haben, aber in der Situation habe ich nur an die Enge und die rutschige Holzkonstruktion gedacht.

Fazit Chimps’ Nest:
Die Baumhäuser vom Chimps’ Nest sind sicher nicht für jedermann geeignet. Es ist etwas dämpfig im Zimmer, da die Baumhäuser halt mitten im Regenwald stehen. Aber bei uns war es super sauber und es gab nichts zu bemängeln. Der Weg ist eher beschwerlich und es knarzt und knistert im Gebälk.
Wir fanden es echt urig und schön und würden wieder das Baumhaus wählen, denn es ist halt etwas sehr Besonderes.
Das Essen war sehr bodenständige Hausmannskost, absolut in Ordnung und immer auch ausreichend große Portionen.
Die Zufahrt ist eher abenteuerlich (aber dazu später mehr) und bei Regen schwierig. Da gibt es bestimmt einfacher zu erreichende Lodges, die auch noch näher am Trekking-Startpunkt liegen.
Teil 919. März 2013
26. Oktober

Um 5.40 Uhr werde ich wieder wach, heute Nacht ist wirklich viel bei uns los. Über uns ist ein knabberndes Geräusch zu hören. Wohl eines der angekündigten Eichhörnchen, das die Holzbretter auf der Dachterrasse zum knabbern gern haben.
Um 6.30 Uhr stehen wir auf, packen die Taschen zusammen und pünktlich um 7.00 Uhr stehen zwei kräftige Helfer vor der Tür, um unsere Taschen abzuholen. So müssen wir nur noch den Rucksack und meinen schweres Fotogepäck den Weg hoch schleppen. Das ist schon eine große Erleichterung. Wir haben zwar nicht viel Gepäck dabei, aber die Taschen hätte ich trotzdem nicht den Weg hinauf bringen können, da bin ich ja ehrlich. 😗
Unsere Holländer sind natürlich auch wieder beim Frühstück. Es gibt Diskussionen um die Rechnungen, ist halt bei der Größe der Gruppe manchmal schwierig, alles auseinander zu rechnen. Frank versucht sein Bestes um die Wogen zu glätten. Dann allerdings fallen wir fast vom Stuhl. Eine Dame der Gruppe beschwert sich über die von der Lodge gewaschene Kleidung. Noch kurz zur Erinnerung, wir befinden uns mitten im Regenwald, einen Wäschetrockner gibt es hier weit und breit nicht!!! 😐 Aber sie beschwert sich darüber, dass die Wäsche nicht trocken ist und gefaltet in der Tüte zurückgegeben wurde. Ehrlich gesagt, war der Kibale Forest definitiv nicht der Ort, an dem ich meine Wäsche hätte waschen lassen wollen, wenn ich nur 2 Nächte dort verbringe. Aber, naja, manche überlegen halt nicht und dann ist es leicht zu meckern. 🤢
Nach dem Frühstück und der Begleichung der Rechnung machen wir uns frohen Mutes auf den Weg. Heute wollen wir an den Kraterseen vorbei Richtung Queen Elizabeth National Park und freuen uns schon sehr darauf. Und noch sind wir auch davon überzeugt, dass die Abkürzung von Frank, die wir auf der Karte auch gefunden haben, eine gute Wahl ist. Denn sie führt uns direkt zur Strasse durch die Kraterseen, d.h. sie soll uns dort hin führen ... 😵
Wir starten vom Parkplatz während die Holländer noch ihre Kleinbusse bepacken. "Hummeldumm" kommt uns unweigerlich in den Sinn, denn sie sitzen wie die Ölsardinen in ihren Kleinbussen.
Schon auf den ersten Metern merken wir, dass die Strasse noch rutschiger ist als die Tage zuvor. Und es kam, wie es wohl irgendwann auf dieser Reise kommen musste. Eine Sekunde nicht aufgepasst und das Auto rutscht ganz langsam, aber sicher auf die linke Seite in den Graben und die Büsche. Markus versucht noch sein Bestes, es zu vermeiden, aber keine Chance, die Strasse ist wie Schmierseife. Das wollten wir eigentlich unbedingt vermeiden, haben wir doch so viel davon gelesen. Markus ist stinksauer auf sich selbst. Aber, hilft ja jetzt nichts. 😊 Wir steigen schnell aus und schauen uns das Übel mal an, stellen aber schnell fest, dass wir hier allein nicht wieder raus kommen.


Unser linker Vorderreifen


Und hinten sieht es auch nicht besser aus

In diesem Moment sehen wir, dass die drei Busse mit den Holländern um die Ecke biegen. Vielleicht helfen sie uns ja, denn es sind ja genug Hände vorhanden ... Die Busse kommen immer näher, die Fahrer sind schnell gewarnt als sie uns sehen und fahren noch vorsichtiger. Sie grüßen ... winken ... schauen ... lachen und .... fahren einfach an uns vorbei. 🤨 Ich gebe zu, ich bin stinksauer. Vorbeifahren ist eins, aber dann auch noch schadenfroh lachen ist ja wohl das Allerletzte! 😠 😠 😠 😠
So stehen wir im Dreck und überlegen, wie wir nun hier wieder heraus kommen. Am besten wir laufen zurück zur Lodge und fragen nach Hilfe. Da kommt ein junger Mann mit einem Moped vorbei und kämpft sich über den rutschigen Weg. Als er uns sieht, hält er sofort an, wirft sein Moped an den Straßenrand und versucht mit mir, das Auto aus dem Matsch zu schieben. Wir sehen aber schnell ein, dass wir es zu zweit nicht schaffen. Der junge Mann sagt, dass er Hilfe holt und läuft zurück zur Lodge. Er kommt nach kurzer Zeit mit 10 Männern zurück, die sich zuerst einmal beratschlagen, wie man das Auto am besten heraus bekommt. Sie fangen alle an zu schieben, aber der Wagen rutscht nur entlang des Grabens, aber nicht aus dem Graben heraus. Aber sie geben nicht auf, sprechen sich mit Markus ab, wie er fahren soll und feuern sich gegenseitig lautstark an. Sie schieben so lange den Wagen nach hinten, bis er wieder auf die Strasse rutscht. Aber nicht ohne zuvor die Büsche zu stutzen und selbst in den Büschen zu hängen. 😊


Es gibt nicht viele Bilder, denn ich fand es absolut unpassend, mich hinzu stellen und Fotos zu machen, während unser „Karren aus dem Dreck“ geschoben wurde

Es dauert ungefähr 10 Minuten und viel Muskelkraft bis wir wieder auf der Strasse stehen. Die Männer geben Markus noch den Spritzlappen, der vorne links abgerissen ist und wollen zurück zur Lodge. Wir rufen schnell hinter ihnen her, denn wir wollen ihnen noch ein dickes Trinkgeld geben. Erstaunlich, dass sie nicht einmal ein Trinkgeld erwarten.


So sah es nach unserem Ausflug aus ...

Und wir fahren mit klopfendem Herzen nach diesem Schock am frühen Morgen weiter, besonders vorsichtig, denn der Weg wird ja nicht besser den Berg hinunter. Wir fahren durch den Kibale Forest und finden auch die Abkürzung, von der Frank erzählt hat. Und beschließen nach ca. 5 Minuten, dass wir lieber den längeren Weg fahren. Denn unsere Angst, hier wieder stecken zu bleiben, ist einfach noch zu groß. Der Weg ist zum Teil noch schlechter, als der Weg vom Chimps’ Nest. Also wieder zur „Hauptstrasse“ zurück und weiter bis nach Kasisi und von dort an den Crater Lakes Richtung Rwimi.



Die Strecke führt durch das Hinterland und auch hier fahren viele Fahrräder, Mopeds und laufen viele Menschen von Dorf zu Dorf.



Es sind viele Bananenstauden mit ihren Besitzern unterwegs (ca. 5-6 auf jedem Fahrrad) und werden zu einem Dorf gebracht. Dort wartet schon ein LKW, der mit den gesammelten Bananenstauden beladen wird und diese dann wohl zum nächsten Sammelpunkt bringt.



Die Strasse führt durch wundervolle Landschaften und an einigen Kraterseen vorbei. Kurz vor Rwimi erreichen wir wieder die Teerstrasse und fahren nach Kasese. Dort tanken wir erst einmal und werden von zwei Männern darauf hingewiesen, dass unser Auto tropft. So schauen die beiden mit Markus in den Motorraum, fachsimpeln ein bisschen und einigen sich dann darauf, dass es Kondenswasser der Klimaanlage ist. Ob die beiden wirklich wussten, wovon Markus sprach, weiß ich nicht. Aber wir fanden es echt nett, dass sie sich unter das Auto legten und nachschauten, wo denn das Wasser herkam. Wir hatten im ersten Moment schon Sorge, dass beim Steckenbleiben irgendetwas kaputt gegangen war. Das war aber zum Glück nicht der Fall.


Was würde wohl die deutsche Polizei dazu sagen?

Wir queren den Äquator (unser erstes Mal auf dem Boden) und es geht über unzählige Speed-Bumps die Teerstrasse entland in Richtung Queen Elizabeth National Park.





Wir fahren am Eingang vorbei, durch Katunguru und über die Brücke über den Kazinga Channel. Nach der Brücke geht es rechts rein über eine sehr holprige Strecke und wir erreichen um 12.00 Uhr die Bush Lodge.



Aber, oh Schreck, auf dem Parkplatz stehen schon die drei bekannten Kleinbusse. Sie bauen gerade auf dem an die Lodge angeschlossenen Campsite ihre Zelte auf. Naja, dann werden wir sie wohl nicht so viel zu sehen bekommen.
Wir werden von den beiden Managern des Camps freundlich begrüßt und zu unserem Zelt gebracht. Das Zelt sieht schön aus, aber leider wollen sie uns die rechte Seite eines Doppelzeltes geben. Das an sich wäre ja kein Problem, aber auf der anderen Seite wohnt die „peinliche“ laute Dame aus der „Hummeldumm-Reisegruppe“. Bei aller Liebe, aber da habe ich keine Lust drauf. Also frage ich freundlich beim Manager nach und erkläre ihm das Problem. Zum Glück haben sie noch ein anderes Zimmer frei und er verspricht unser Gepäck in das neue Zimmer bringen zu lassen. Erleichtert genießen wir erst einmal einen leckeren Lunch.



Anschließend fahren wir in den Queen Elizabeth Nationalpark und versuchen am Kabatoro Main Gate einen Guide für morgen zu organisieren. Leider ist das am Gate nicht möglich, sondern wir müssen zum Visitor Center in der Nähe der Mweya Lodge. Da wir eh einen Game Drive durch diesen Teil des Parks machen wollten, bezahlen wir unseren Parkeintritt für die nächsten Tage und fahren zum Visitor Center. Die Dame im Visitor Center versucht sofort telefonisch einen Guide zu erreichen. Währenddessen kaufen wir einen der bekannten, praktischen ugandischen Flaschenöffnern.
Nachdem wir für morgen früh einen Guide organisiert haben, fahren wir langsam über den Channel Drive wieder zurück Richtung Katunguru Gate. Hier ist das Gelände sehr dicht bewachsen und wir sehen kaum Tiere, außer viele Vögel und das ein oder andere Warzenschwein.


Raupe ?


Common Fiscal - Fiscalwürger


Agame ?


White-throated Bee-eater - Weißkehlspint


Warthog - Warzenschwein


Sie haben uns definitiv gesehen


Ich gebe zu, bei den braunen Greifvögeln tue ich mich immer schwer. Wenn jemand einen Vorschlag hat, freue ich mich

Aber insgesamt ist es sehr ruhig. Um 18.30 Uhr kommen wir nach einem eher enttäuschenden Game Drive in die Lodge zurück. Wir machen uns schnell frisch, in unserem „neuen“ Zelt.


Unsere „neue“ Unterkunft, das Buffalo Tent


Das Zimmer


Die Toilette (im blauen Eimer ist der Sand, der zum „spülen“ benutzt wird)


Die Duschen, sogar zwei nebeneinander ...


... und das Waschbecken

Dann geht es Richtung Bar, um einen Sundowner zu uns zu nehmen. Wir unterhalten uns mit einem dänischen und englischen Pärchen, die heute auf der „richtigen“ Seite des Nationalparks unterwegs waren und uns von Leoparden, Löwen, Elefanten etc. berichten. 😊 Mmmmh, da waren wir wohl zur falschen Zeit am falschen Ort. Mal schauen, ob wir in den Kasenyi Plains morgen auch Glück haben. 🙂
Wir gehen anschließend für ein leckeres Dinner in das große Zelt. Leider ist das ganze Zelt mit einem riesigen Tisch gefüllt und es stehen einige kleine Tische am Rand und draußen. So haben wir wieder das Vergnügen, die Lautstärke einer großen Gruppe zu „genießen“. Und wir können sehen, dass der arme Frank still am Tisch sitzt, da alle um ihn herum niederländisch sprechen und er sich am Gespräch nicht beteiligen kann. Aber wahrscheinlich ist das einfach so.
Ich gebe zu, ich hatte gehofft, dass sie auf dem Campsite essen. So ist es leider dahin mit der Ruhe beim Essen in dieser schönen Lodge. Eigentlich habe ich die Bush Lodge gewählt, um eine kleinere Unterkunft mit wenigen Zimmern zu haben, im Gegensatz z.B. zur Mweya Lodge, die ja mehr wie ein Hotel ist.
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Camper, aber wenn ich eine Unterkunft mit wenigen Zelten auswähle, dann möchte ich nicht die Geräuschkulisse einer großen Reisegruppe haben. Denn die schönen nächtlichen Geräusche in der Bush Lodge waren so nicht zu hören. 🙁
Aber wir lassen uns das leckere Dinner nicht verderben und nehmen es mit Humor. Es gibt lecker Tomatensuppe, Beef Stir Fry und Schokoladenkuchen (keine Banane, hurra 😊 ). Wir gehen um 22.30 Uhr ins Bett, denn morgen geht es wieder früh raus.
Teil 1028. März 2013
Hallo,

nun hat es leider etwas länger gedauert, aber nun geht es weiter. Es sei schon mal vorab gewarnt, viele Bilder 😗 , da ich mich nicht so recht entscheiden konnte.


27. Oktober

Morgens um 4.00 Uhr werden wir beide wach und lauschen. Ein Hippo grast neben unserem Zelt (die Hippos wissen wohl, dass sie meine Lieblingstiere sind 🙂 ), aber leider können wir es nicht sehen in der Dunkelheit. Mit dem Spotlight will ich es nicht stören.
Um 5.15 Uhr klingelt der Wecker, schnell fertig machen und um 5.50 Uhr kommt unser „Wachmann“, um uns abzuholen. Wir holen noch auf dem Weg zum Auto unser „packed breakfast“ ab und los geht’s. Auf dem Weg zum Kasenyi Gate sehen wir tatsächlich einen Serval, der auf Futtersuche ist (leider noch viel zu dunkel für ein Foto). Aber was für ein Start in den Tag.
Pünktlich um 6.30 Uhr wollen wir Robert abholen, unseren UWA-Guide für heute. Naja, er hat wohl nicht mit der deutschen Pünktlichkeit gerechnet 😗 , denn der arme Kerl läuft noch im Hemd umher. Aber dann geht es los und Robert erzählt uns erst einmal ausführlich die Geschichte und den Hintergrund des Queen Elizabeth Nationalpark erzählt. Natürlich frage ich sofort nach der Chance einen Schuhschnabel hier zu sehen, da ich gehört habe, dass er hier am Lake George zu finden ist. Robert erzählt, dass er an den Vogelzählungen, die regelmäßig hier stattfinden, teilnimmt und leider schon länger kein Schuhschnabel mehr gesichtet wurde.
Nach ca. ½ Stunde finden wir drei Löwinnen mit ihren sechs Jungen (drei sind wohl ca. 9 Monate alt und die anderen drei ca. 3 Monate laut George).









Es ist bestes Fotolicht und wir haben viel Spass, die Familie zu beobachten. Lange Zeit stehen wir alleine und genießen die Zeit.








Morgenstretching

Teil 1128. März 2013
George ist sehr zufrieden mit sich und so fahren wir weiter und sehen noch die üblichen Verdächtigen, Kobs, Warzenschweine und diverse Vögel. Auch hier zeigt sich, dass George, wie auch unsere anderen UWA-Guides, sehr viel Kenntnis über die heimische Tierwelt. Für einen kurzen Stop fahren wir noch zu einem der Seen, die von der lokalen Bevölkerung zur Salzgewinnung genutzt werden.





Wir fahren durch den Park und sehen noch eine Hyäne, die mit einem Bein durch die Gegend läuft.



Ich konzentriere mich aufs Fotografieren, während dessen hört die Hyäne plötzlich auf zu fressen und schaut angestrengt in eine Richtung (siehe Foto). Ich höre Robert nur rufen: „What is he doing?“. Ich nehme die Kamera herunter und sehe erst jetzt vor uns die bekannten Kleinbusse. Einer der Fahrer steigt aus dem Auto und läuft wild fuchtelnd auf die Hyäne zu. Die Hyäne flüchtet völlig verschreckt und entfernt sich immer weiter. Wir wissen nicht ganz, was der Fahrer mit dieser Aktion bewirken wollte, aber Robert ist stinksauer. Er bittet Markus zu den Kleinbussen zu fahren und geht zu dem Fahrer. Er spricht sehr aufgeregt mit dem Fahrer in Swahili und kommt wütend zu uns ins Auto zurück. Er möchte jetzt nur noch zum Gate zurück, um den Fahrer zu melden und wir hoffen, ehrlich gesagt, er tut es wirklich. So setzen wir Robert um 8.30 Uhr wieder am Gate ab, fahren aber wieder in den Park hinein, denn zur Rückkehr in die Lodge ist es noch viel zu früh.


Er hatte wohl eine unangenehme Begegnung, aber hatte anscheinend Glück.

Wir sehen noch diverse Vögel, verzehren mitten im Park im Auto unser Frühstück und helfen einem japanischen Pärchen und schieben es aus dem Schlamm.


Rufous-naped Lark – Rotnackenlerche (bin mir aber nicht sicher)


Ein herrlicher Uganda Kob Bock


Grey Kestrel - Graufalke

Um 10.30 Uhr geht es zurück zu Bush Lodge. Wir genießen die leider etwas kühle Dusche und setzen uns bis zum Lunch auf unsere Terrasse.
Teil 1228. März 2013
und weiter geht es:

Nach dem leckeren Lunch machen wir uns auf den Weg zur Mweya Safari Lodge, trinken dort auf der schönen Terrasse noch etwas, bestaunen die vielen Vögel und tanken anschließend noch, nachdem wir in der Lodge für das Benzin bezahlt haben. Dann geht es zum Jetty, wo unsere Bootstour startet.


Ein brauner Vogel? Vielleicht kann jemand helfen 😗

Um 16.15 Uhr startet die „Sun Bird“ mit uns und sieben anderen Personen. Im Unterschied zur Nilfahrt haben wir hier ein sehr viel kleineres Boot. Das hat den großen Vorteil, dass man wesentlich tiefer sitzt und den großen Nachteil, dass das Boot wesentlich instabiler ist und sehr viel mehr schwankt, wenn sich jemand bewegt.


Und los geht’s

Wir sehen sehr viele Vögel, Hippos, Elefanten und Büffel.


Eine Hippo-Mama mit Nachwuchs

Ein Haubenzwergfischer posierte für uns, damit jeder schöne Fotos bekommen konnte.


Malachite Kingfisher – Haubenzwergfischer











Markus legt seine Videokamera beiseite, nimmt meine zweite Kamera und entdeckt den Spass am Fotografieren. Einige der Fotos vom Haubenzwergfischer sind also auch von ihm. 🙂
Graufischer finden sich in Massen am Ufer und auf Beute wartend über dem Kanal. Diese große Anzahl haben wir noch nie so in Afrika gesehen.


Pied Kingfisher - Graufischer






Yellow-billed Stork – Nimmersatt bei der Futtersuche


Squacco Heron – Rallenreiher


African Fish Eagle – Schreiseeadler


Und wieder mein Lieblingstier - von Markus super eingefangen


Leben am Fluss – Das Fischerdorf liegt mitten im Nationalpark

Es gibt in der Nähe der Mündung in den Lake Edward ein Fischerdorf, dass mitten im Nationalpark liegt. Die Menschen dürfen dort leben, da das Dorf natürlich schon vor dem Nationalpark existierte, aber unser sehr kundiger Guide (leider habe ich den Namen vergessen) erzählte uns, dass sie auf Fischfang, aber nicht auf die Jagd gehen dürfen. Falls sie Vieh an Wildtiere (z.B. Löwen oder Hyänen) verlieren dürfen sie diese nicht jagen. Aber das ist natürlich nur die offizielle Version. Der Guide erzählt, dass hier auch schon ein paar Mal Löwen an vergifteten Ködern gestorben sind. Ich finde das sehr schwierig, denn die Menschen leben hier schon sehr lang und dürfen eigentlich ihr traditionelles Leben nicht mehr führen. Das hat für uns ersichtliche Gründe, ob diese für die lokale Bevölkerung nachvollziehbar ist, ist halt die Frage.
Unser Guide entdeckt sogar ein Löwenrudel, weit entfernt oben am Ufer, aber sehr nah am Dorf. Und dann sehen wir zwei Männer aus dem Dorf, die zu Fuss 😊 in Richtung der Löwen gehen, um sie zu verjagen.


Lake Edward






Die Mweya Safari Lodge

Um 18.15 Uhr sind wir wieder zurück am Jetty und fahren zügig Richtung Gate, denn das Katunguru Gate schließt um 19.00 Uhr. Es gibt auf dem Weg aber auch nicht viel zu sehen, so dass wir schon um 18.45 Uhr das Gate erreichen, ohne zu schnell zu fahren.
Zurück in der Lodge gibt es wieder nette Gespräche, z.B. mit einem britischen Assistenzarzt, der in einem ugandischen Krankenhaus 3 Monate Hilfsarbeit leistet. Ein leckeres Dinner folgt und dann geht es früh ins Bett, denn morgen geht es wieder früh raus.
Teil 1330. März 2013
28. Oktober

Heute ist mein Geburtstag und ich habe natürlich, wie jeder an seinem Geburtstag, ein paar Wünsche 😉 : Leoparden, baumkletternde Löwen, Schuhschnabel (ist ja nicht so viel, oder?) 😗 . Ok, den Schuhschnabel-Wunsch hat mir Robert ja gestern schon ausgeredet. So bleiben noch die Katzen (und viele Vögel) 🤪 .
Um 5.00 Uhr klingelt der Wecker und wir fahren los. Auf dem Weg zur Teerstrasse kommt plötzlich ein Hippo aus dem Gebüsch und wir lassen ihm natürlich höflich den Vortritt. Leider geht es Markus heute nicht so gut, vielleicht liegt es an der Malarone, obwohl er sie sonst sehr gut vertragen hat. Das hatten wir uns natürlich am heutigen Tag anders vorgestellt.
Wir fahren wieder in die Kasanyi Plains, aber es ist heute morgen sehr ruhig. Sogar die Kobs sind nicht zu sehen und die Landschaft scheint wie ausgestorben.


Three-banded Plover - Dreibandregenpfeifer


Grey-crowned Crane - Kronenkranich

Um 8.00 Uhr entdecken wir zwei der drei Löwinnen von gestern mit den älteren Cubs. Die Jungen spielen auf und um einen Termitenhügel Fangen. Leider ist es etwas weiter weg, aber es macht total Spaß ihnen beim Spielen zuzuschauen.











Ein schönes Geburtstagsgeschenk! 🤪 Nachdem sich immer mehr Autos versammeln und die Löwen sich weiter entfernen fahren wir weiter. Wir fahren noch den Kasenyi Loop, doch es bleibt sehr ruhig. Also machen wir uns langsam auf den Rückweg zur Lodge.


Auf der Rückfahrt sehen wir noch eine Kob-Dame mit Nachwuchs

In der Lodge gibt es noch ein leckeres Frühstück und anschließend machen wir uns um 10.30 Uhr auf den Weg Richtung Ishasha.

Fazit Queen Elizabeth Bush Lodge:

Dieses Camp würden wir jederzeit wieder besuchen, auch wenn bei uns durch die größere Gruppe die Atmosphäre ein bisschen gelitten hat. Die Zimmer sind einfach, aber ausreichend groß, alles ist super sauber. Die Terrassen haben eine schöne Aussicht, vor allem die Zelte, die zum Kazinga Channel ausgerichtet sind. Das Duschwasser war nicht ganz heiß, zugegeben, aber dass hat dem Vergnügen keinen Abbruch getan. Die Toiletten sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber absolut geruchsfrei. Die Lage des Camps ist gut, da man recht schnell im Park ist.


Die Strecke nach Ishasha ist ganz gut zu befahren, da es trocken ist.


Wir sehen aber auch die alten Brücken, die beim letzten großen Regen zerstört wurden.


Und so sehen die neuen Brücken aus

Wir sehen einige Vögel am Wegesrand, aber ansonsten ist es sehr ruhig. Wir kommen schon kurz vor 13.00 Uhr am Gate an, zeigen unsere Permit und fahren in den Ishasha Teil des QENP.





Um 13.30 Uhr erreichen wir das Ishasha Wilderness Camp an, das wunderschön direkt am Fluss liegt. Wir werden freundlich in Empfang genommen und zu unserem Zelt geführt.




Das schöne Badezimmer

Das Zelt ist wunderschön und die Terrasse ist fast direkt am Fluss (ich glaube, bei Hochwasser möchte ich hier nicht unbedingt stehen 😕 ).
Im Badezimmer entdecke ich im Waschbecken eine kleine Eidechse, die sich im Siphon verfangen hat. Es ist nur noch der Schwanz und die Hinterfüße zu sehen und die Arme steckt fest. Da wir Angst haben, sie zu verletzen, laufe ich zum Hauptgebäude und versuche, jemanden kompetentes zu finden, der uns mit der Eidechse helfen können. Ein junger Mann kommt mit mir und versucht vorsichtig mit dem Handtuch, die Eidechse herauszuziehen. Leider ohne Erfolg, da das arme Reptil aus lauter Not seinen Schwanz abwirft 🙁
Dies ist der Moment, in dem ich entscheide, dass ich nicht länger zusehen mag bei der Rettung der Eidechse. Der junge Mann verspricht, vorsichtig zu sein und den Siphon auszubauen. Naja, ich wünsche der Eidechse viel Glück und hoffe, sie kann relativ unversehrt des Weges ziehen. Wir gehen und genießen (relativ, immer mit den Gedanken bei der Eidechse 😊 ) einen leckeren Lunch mit Blick auf den Fluss. Und unterhalten uns mit einem englischen Pärchen älteren Semesters, dass die Runde durch Uganda andersherum fährt. Sie haben uns vorgeschwärmt von der Kanutour über den Lake Mutanda und die anschließende Wanderung über Nkuringo nach Buhoma. Klingt echt toll, naja, vielleicht das nächste Mal. Markus ist ja eher der Fahrer denn der Wanderer, aber vielleicht kann ich ihn nach diesem Urlaub auch dafür begeistern. 😉
Inzwischen kommt der junge Mann an unseren Tisch und erzählt uns, dass er die Eidechse gerettet hat und sie am Fluss wieder ausgesetzt hat. Außer dem verlorenen Schwanz soll sie aber unverletzt gewesen sein. Wir wollen ihm das unbedingt glauben. 😊
Nach dem Lunch duschen wir noch schnell und wollen uns dann auf die Suche nach den Baumlöwen begeben. Nachdem wir sie ja in Tansania im Lake Manyara Nationalpark verpasst haben, wäre es doch wirklich ein schönes Geburtstagsgeschenk, sie hier zu finden 😉


Yellow-throated Longclaw - Gelbkehlpieper

Wir fahren los und fahren vom Wilderness Camp auf dem Northern Loop Richtung Ishasha Camp. Und, wer kommt uns entgegen? Die wohlbekannten Kleinbusse. Wir grüßen freundlich, tauschen kurz aus, dass niemand etwas Besonderes gesehen hat und fahren aneinander vorbei. Wir sehen außer ein paar Büffeln, Topi’s und den üblichen Verdächtigen nichts.




Büffel mit frischer Schlammpackung


Eine hübsche Kob-Dame

Richtung Süden halten wir natürlich besonders nach den Löwen Ausschau, am besten auf den Bäumen, aber wir würden sie auch auf dem Boden nehmen 😗 . Aber ... nichts, keine Löwen in Sicht. 🙁
Die Landschaft hier unten ist sehr schön, die Savanne immer Vordergrund und die Berge im Hintergrund.



Die Strassen Richtung Süden sind sehr schlammig, so dass wir uns das heute ersparen, denn es ist schon relativ spät. So machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Camp.
Kurz vor dem Abendessen fängt es an zu regnen wie aus Kübeln. Zum Glück gibt es einen Regenschirm im Zimmer, der jetzt zum Einsatz kommt. Um 19.30 Uhr genießen wir ein sehr leckeres Dinner, während es weiter draußen regnet.



Und dann gibt einen Geburtstagskuchen mit Ständchen für mich, von der kompletten Belegschaft der Lodge. Es gibt wirklich schlimmere Arten seinen Geburtstag zu feiern.



Wir verteilen den Kuchen und gehen dann früh ins Bett. Markus geht es leider immer noch nicht besser. Wir beschließen, die Malarone von abends auf morgens umzustellen. Vielleicht hilft es ja, da Markus sonst nie Probleme gehabt hat.
Teil 1408. Apr. 2013
29. Oktober

Um 7.00 Uhr gibt es Frühstück. Wir haben uns abends noch mit dem Manager der Lodge und dem Reiseleiter der kleinen Gruppe, die mit uns im Wilderness Camp waren, über die Strecke nach Bwindi bzw. Nkuringo unterhalten. Wie schon Geoffrey von Kabiza, rieten uns auch die beiden nicht die direkte Strecke von Ishasha Richtung Buhoma und dann Richtung Ruhija zu nehmen. Die Strecke soll durch Streikende blockiert sein und jeder rät uns dringend davon ab, diese Route zu fahren. Stattdessen sollen wir weiter Richtung Kanungu fahren und von dort Richtung Ikumba. Hätten wir zuvor gewusst, was der Tag für uns bereit hält, wir wären vielleicht in Ishasha geblieben, aber dann hätten wir morgen die Gorillas verpasst, also keine Option 😎


Das Hauptgebäude der Lodge


Der schöne Platz am Fluss (leider durch den Regen bei uns nicht zu nutzen, sonst wird hier ein Feuer gemacht abends vor dem Dinner)

So fahren wir um 8.00 Uhr los und nehmen noch einmal den Northern Loop Richtung Westen. Ein kleine Hoffnung haben wir noch auf die „tree-climbing lions“. Und so fahren wir noch ein paar Regionen ab, wo sie sein könnten. Die Betonung liegt auf „könnten“, denn wie im Lake Manyara beschließen die Löwen auch hier in Ishasha, uns einen Grund für eine Rückkehr zu geben. Denn sie bleiben verborgen und zeigen sich uns nicht. Wir sehen außer Hyänenspuren auch noch Topis, Paviane, Uganda Kobs, diverse Vögel und ein paar Vervet Monkeys, die hier aber sehr scheu sind. Und genießen trotz allem die schöne Landschaft in Ishasha.


Topi


Yellow-throated Longclaw – Gelbkehlpieper – Nach der netten Begrüßung gestern sagt er uns heute noch Farewell


Long-crested Eagle - Mein erster Schopfadler


Grey-backed Fiscal – Graumantelwürger


Sooty Chat - Einfarbschmätzer

Aufgrund der Strecke, die uns noch bevor steht, beschließen wir nach einer Stunde Richtung Nkuringo aufzubrechen, denn ein bisschen Bammel haben wir vor dieser Strecke (naja, ich habe Bammel 😊 , Markus ist wie immer sehr gelassen). Der Weg ist zuerst einfach nur holprig, aber vollkommen in Ordnung.
Unterwegs sehen wir einen weiteren Schopfadler, der seine Beute verzehrt. Erst wird gerupft und dann wir die kleine Maus (oder was immer es auch war) doch komplett verschlungen.







Wir fahren durch Kihihi und finden auch in Kanyantorogo den richtigen Abzweig nach Kanungu. Anfänglich gibt es auf der Strecke einige Matschstellen, aber mit der Untersetzung lässt sich alles gut bewältigen.



Wir folgen T4A und auch der Karte. In einem Ort, ich denke es war Kanungu, fahren wir erst in die falsche Richtung, es geht steil den Berg hinunter und die Strasse verdient diesen Namen nicht, denn eigentlich fahren wir über den blanken Fels. Nach einigen Minuten entscheiden wir, dass das nicht der Weg sein kann. Also wenden, aber das ist auch nicht so einfach, denn die Strasse ist sehr schmal. Wir müssen doch noch ein Stückchen weiterfahren und können dann an einer etwas breiteren Stelle drehen. Wieder über den Felsenweg zurück im Ort fragen wir einen Mann an der Strasse. Zum Glück spricht er Englisch, aber er kann leider keine Karte lesen. Wir fragen nach dem Weg Richtung Ikumba und er zeigt uns die Richtung. Auch das T4A zeigt uns diesen Weg und biegen wir nun rechts ab.

Einige Impressionen von der Strecke, aber eher die guten Stellen. Später habe ich vor Anspannung leider vergessen, zu fotografieren.






Durchfahrt durch einen der kleinen Orte


Eine der Matschlöcher, die aber ganz gut zu bewältigen waren




Schulkinder, die Holz transportieren

Das Navi bzw. T4A bezeichnet diesen Weg als „Gravel Road“. Das ist aber wirklich der absolute Witz, denn die Strasse wird immer schlimmer. Jeder Bergwanderweg in Europa ist besser als diese Strasse. Es wird immer enger, wir fahren immer wieder durch kleine Wälder oder aber offenen Flächen. Rechts neben der Strasse geht es in den Abgrund, links steil den Berg rauf. Wir befinden uns hier auf über 2000m.





Anfänglich sehen wir noch Menschen auf dem Weg, die sich wohl wundern, wo wir hinwollen. Später gibt es keine Dörfer mehr und wir sehen auch kaum mehr irgendwelche Menschen. Sehr ungewöhnlich in Uganda, wo eigentlich immer jemand auf der Strasse läuft. Und Handy-Empfang gibt es hier auch nicht. Wir fragen unterwegs mal, aber leider spricht hier niemand Englisch.
Was machen wir, wenn uns hier ein Auto entgegen kommt? Oder wenn wir eine Panne haben? Oder wenn wir vom Weg abrutschen oder im Matsch steckenbleiben? Oder aber wenn die Strasse nur noch zum Fußweg wird? Drehen und zurückfahren ist keine Option, denn dafür ist die Strasse zu schmal. Mir gehen tausend Gedanken durch den Kopf, während Markus gelassen, aber hoch konzentriert weiter fährt. Er lässt sich zum Glück nicht aus der Ruhe bringen. Als uns zwei Teenager mitten im Nirgendwo hinterher rennen und nicht gerade freundlich schauen, rutscht mir das Herz in die Hose. Ich glaube im Nachhinein nicht, dass sie irgendetwas Böses wollten, aber in dieser Situation war es schon etwas beängstigend. Aber das war wohl mehr auf meine Anspannung wegen der Strasse zurückzuführen. Ich habe echt das erste Mal in Afrika richtig Bammel, ich gebe es offen zu. Und hoffe nur noch, dass wir irgendwie in Nkuringo ankommen.



Irgendwann öffnet sich das Tal, wir sind fast unten angekommen und sehen eine kleine Brücke. Hinter der Brücke steht ein großes Baufahrzeug und ich denke nur, wenn der bis dahin gekommen ist, dann schaffen wir den Weg runter locker. Mir fallen tausend Steine vom Herzen.
Die Strasse wird zwar nicht wesentlich besser, aber viel breiter. Und hier sind auch wieder Menschen unterwegs. Wir haben für die letzten 10 km über 2 Stunden gebraucht. Wir waren ja vorgewarnt und haben mit sehr schlechten Straßenverhältnissen gerechnet. Auf den Bildern sieht es fast harmlos aus, es lässt sich schwer in Bildern festhalten, dass hat man ja z.B. auch bei Topobär’s letztem Bericht aus Tansania gesehen. Aber in der Situation und mit der Erinnerung an unser Erlebnis nahe Chimps’ Nest war es nicht witzig. Und dieser Tag ist auch der Grund, warum ich nicht glaube, dass Selbstfahren in Uganda für jeden das Richtige ist, besonders wenn man keine Off-Road Erfahrung hat. In der Regenzeit hätte ich diese Strasse nicht fahren wollen, Erfahrung hin oder her. Und gute Nerven braucht man definitiv (ich hätte sie nicht gehabt, habe aber zum Glück einen nervenstarken Mann an meiner Seite).
Endlich erreichen wir auch die nagelneue Teerstrasse von Kabale nach Kisoro östlich von Ikumba. Da unsere Tankanzeige auch so langsam einen leeren Tank anzeigt und wir nicht wissen, ob auf der direkten Strecke nach Nkuringo noch eine Tankmöglichkeit, beschließen wir erst noch nach Kisoro zu fahren, um Geld zu holen und zu tanken. Laut Bradt Guide gibt es eine Shell und eine Caltex und auch eine Stanbic Bank. Bei der Einfahrt nach Kisoro sehen wir noch das Flüchtlingscamp, dass aber inzwischen fast leer ist, denn die meisten Flüchtlinge sind wohl nach Fort Portal gebracht worden.
Die Tankstellen gibt es nicht mehr, sie sind verwaist und die ATM der Stanbic ist leer. Wir finden aber an einer Kreuzung eine sehr volle, sehr kleine Tankstelle mit zwei Zapfsäulen. Überall stehen kleine LKWs, Motorräder und Autos. Aber der freundliche Tankwart winkt uns zu und füllt unseren Tank wieder auf. Direkt neben der Tankstelle geht die Strasse nach Nkuringo ab. Naja, Strasse kann man das auch nicht wirklich nennen, es sieht eher aus wie Teerfetzen in einem Fluss. Es hat gerade stark geregnet. Jetzt ist es aber trocken, Wasserströme fließen trotzdem die Piste hinunter, Teerflächen gibt es nur rudimentär und dazwischen sind die Löcher riesig und zum Teil auch sehr tief. Die Menschen laufen mit Flip-Flops oder Gummistiefeln durch das Wasser, für sie ist das wahrscheinlich Alltag. Wir sitzen zumindest noch im Trockenen, daher ist es „meckern“ auf hohem Niveau. Zu Fuß wären wir übrigens nur geringfügig bis gar nicht langsamer gewesen. Die Strasse wird eher schlechter als besser, obwohl wir uns immer noch in Kisoro befinden.
Dann sehe ich vor uns eine Menschenmenge, die ganze Straße ist mit Menschen gefüllt, die rechts aus einer Kirche strömen und die Straße in die Richtung läuft, die wir entlang müssen. Sieht nach einer Beerdigung aus und so warten wir in großer Entfernung. Wir haben ja „nur“ noch ca. 30 km vor uns. Markus macht den Wagen aus und wir warten. Denn die Beerdigung hat definitiv Vorrang ... denken wir. Eine älterer Herr mit Sacko und Gummistiefeln sieht das anscheinend anders. Er winkt uns hektisch zu, dass wir kommen sollen. Wir reagieren erst einmal nicht, denn das ist uns total peinlich. Er hört aber nicht auf, sondern wird immer vehementer.
Er scheucht seine Mitmenschen von der Strasse, winkt uns weiter hektisch zu, dass wir vor fahren sollen. Wir wollen das wirklich nicht, aber er winkt uns sehr beharrlich und hektisch zu. So fahren wir ganz langsam durch die Menschenmenge, die auch freundlich Platz machen. Als wir durch sind, winkt der Herr uns freundlich zu und lacht. Wir bedanken uns und rumpeln weiter Richtung Nkuringo.
Vorbei an einem Steinbruch, wo mehrere Männer hoch oben Steine aus dem Feld heraus hauen, immer kleiner machen, bis unten Steinmehl auf einem Haufen liegt. Es sieht sehr gefährlich aus und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie die Männer dort hochkommen, denn Leitern waren nicht zu sehen.
Die Strasse bleibt sehr schlecht bis wir in Rubugeri auf die Strasse nach Nkuringo kommen. Dann wird es zumindest ein bisschen besser, aber nicht viel. Die Strasse windet sich die Berge hinauf und wir sind schon auf 2300 m. Die Aussicht ist traumhaft, man sieht die Berge und Vulkane im Kongo, die zum Teil noch aktiv sind und über denen Rauch zu sehen ist. Markus kann das alles leider nicht genießen, denn er braucht seine ganze Konzentration für die Strasse. Hier gibt es blanken Fels, große „Rinnen“, die durch den Regen ausgewaschen werden und Matsch und Schlamm.


Einfahrt zum Nkuringo Gorilla Camp

Um 17.30 Uhr sind wir endlich im Nkuringo Gorilla Camp angekommen und werden super freundlich empfangen. Wir bekommen das Camp gezeigt und unser Zimmer.



Wir haben eines der zwei Zimmer, die ein eigenes Bad haben. Auf der Terrasse steht schon heißes Wasser für Kaffee und Tee und von hier hat man eine traumhafte Aussicht in den Kongo.


Unser Chalet


Der Ausblick von unserer Terrasse


Unser Zimmer


Die schöne Dusche


Und extra für Annick (den „Fluch“ wirst Du wohl nie wieder los 😉 )

Wir versuchen uns ein wenig, von diesem anstrengenden Tag zu erholen, genießen eine heiße Dusche, nachdem uns jemand den Wasserbehälter aufgefüllt hat. Zwischendurch gehen wir auf eine Anhöhe innerhalb des Camps und genießen auch dort die schöne Aussicht.



Um 19.30 Uhr geht es zum Dinner. Der Besitzer der Lodge, Robert, ist auch mit seiner Frau zur Zeit in Nkuringo und wir sitzen alle zusammen an einem Tisch. Wir unterhalten uns mit den anderen Gästen, einer Familie aus Südafrika. Sie erzählen uns von ihrem tollen Gorilla-Tracking. Ihre Schuhe sind frisch gewaschen und trocknen am Feuer und das Gorilla-Tracking war wohl toll, aber super anstrengend und sehr schlammig. Sie waren über 7 Stunden unterwegs und auf dem Rückweg den steilen Berg hoch fing es zur Krönung noch an zu schütten. Ok, sie haben die Nkuringo Gruppe besucht, bei uns wird das morgen bestimmt komplett anders 😗 ... hoffen wir zumindest.
Das Essen ist sehr lecker, es gibt Tomatensuppe, Beef mit Paprika, Möhren, Reis und Kartoffeln. Es gibt eine offene Küche, in die wir jederzeit hinein schauen können. Verhungern kann man als Tourist in Uganda auf jeden Fall nicht. Und der Nachtisch ... Überraschung: Heiße, gebackene Banane 😄 . Das heißt, zwei weitere Bananen für Markus. Er bekommt hier in Uganda definitiv den Bananen-Overkill. 🤪
Um 21.00 Uhr gehen wir im strömenden Regen (na, dass kann ja morgen heiter werden) zurück zu unserem Chalet und finden eine Wärmflasche in unserem Bett. Sehr willkommen, denn es ist hier recht kühl. Wir schlafen schnell ein, denn die Nacht wird wieder kurz. Morgen früh heißt es früh aufstehen und es steht DAS Highlight unseres Urlaubs an: DAS GORILLA-TRACKING
Teil 1512. Apr. 2013
Und nun geht es weiter mit dem Highlight des Urlaubs (Vorsicht, viele Bilder, konnte mich nicht entscheiden 😗 ):

30. Oktober

Ich schlafe sehr unruhig, werde sehr früh wach und bin aufgeregt wie vor einer Prüfung. Werden wir die Gorillas finden (auch wenn die Chancen in Bwindi sehr hoch sind)? Werden wir sie gut sehen und auch fotografieren/filmen können? Und reichen unsere Kräfte und unsere Kondition für diesen Tag?
Markus kennt dieses Problem natürlich nicht, er schläft, bis der Wecker um 5.45 Uhr klingelt. Um 6.15 Uhr gibt es ein leckeres Frühstück und um 6.50 Uhr machen wir uns auf den Weg, die Gehstöcke vom Gorilla Camp nehmen wir auch mit.



Nach ca. 1 Stunde rumpliger Fahrt den Berg wieder hinab erreichen wir das Rushaga Tracking Center. Wir stellen unser Auto ab und laufen den Berg rauf. Hier werden wir registriert, müssen unsere Permits und die Reisepässe vorzeigen und bekommen das Briefing für das Tracking. Es wird auch noch einmal gefragt, ob man gesund ist und klar gemacht, dass man bei Krankheit nicht Tracken darf, um die Gorillas nicht zu gefährden. Und wen treffen wir beim Briefing, unsere Holländer ... Hoffentlich sind sie nicht in unserer Gruppe, denn das wäre jetzt echt nicht unser Ding.
Nach dem Briefing stellen sich die Guides mit Schildern, auf denen die Namen der Gorillagruppen stehen, auf und die Touristen verteilen sich auf die entsprechenden Gruppen. Wir zum Glück ohne Holländer, zwei slowakischen Pärchen gesellen sich zu uns. Wie sich herausstellt, haben wir Glück, denn die Gruppe und unsere Guides sind echt klasse. Jeder hilft jedem und ist sehr rücksichtsvoll. 🙂
Eine der drei Gruppen kann direkt vom Ranger Post los maschieren, während die zwei anderen wieder mit dem Auto den Berg hinauf fahren. Die 4 Slowaken sind mit eigenem Guide im Kleinbus unterwegs. Wir nehmen eine unserer Guides, Baaz und seiner AK47, mit und ich hoffe mal wieder, dass er weiß, wie man das Gewehr sichert. Sonst haben wir im günstigsten Fall ein paar Löcher im Dach. 😊
Nach ca. 45 Minuten kommen wir am Startpunkt an. Hier warten wir auf den anderen Guide und die Slowaken. Leider haben sie unterwegs eine Reifenpanne, aber zum Glück nimmt sie ein Pick-up vom UWA mit und sie kommen mit den restlichen Guides an. Auch unsere Holländer sind schon da, denn 8 von ihnen tracken die andere Gorilla Gruppe, die von hier startet.
Hier stehen nun einige Männer und Frauen in blauen Overalls, sie sind aus den Dörfern der Umgebung und arbeiten als Porter beim Gorilla-Tracking. Natürlich kann man seine Sachen auch selber tragen, überhaupt keine Frage. Aber durch das Geld, dass die Porter hier verdienen, haben auch die umliegenden Dörfer einen Nutzen durch den Tourismus und sehen einen Sinn im Schutz dieser wundervollen Tiere.
Kurz entschlossen nehmen wir 2 Träger, Nicholas und Mensita, die einfach nur nett sind. Wir haben zwei Liter Wasser mit pro Person und das braucht man auch. So müssen wir nur beim Aufstieg auf uns und nicht unsere Sachen aufpassen. Denn vorab gesagt, da wo wir strunkeln, rutschen und fallen, gehen unsere Porter ohne Zwischenfälle oder Rutschpartien. 😄
Wir starten auf einer kleinen Strasse, die entlang dem Berg und steil nach oben verläuft. Diese Strasse soll ausgebaut werden, um den Startpunkt weiter nach oben verlegen zu können. Aber derzeit ist sie noch nicht befahrbar, und ob sie das z.B. bei Regen jemals sein wird ...
Jeder ist frohen Mutes und das Adrenalin gibt uns viel Kraft, die Spannung, ob wir denn die Gorillas finden werden. Die Holländer wandern die ganze Zeit mit uns, da die beiden Gorilla-Gruppen zur Zeit räumlich sehr nah beieinander sind. Aber irgendwann werden sich unsere Wege ja hoffentlich trennen.
Das Laufen geht ganz gut, aber die Luft ist hier auf über 2200 Metern ganz schön dünn für uns „Flachlandtiroler“. Es geht ca. 1 ½ Stunden über einen kleinen Pfad den Berg hinauf, über Wiesen, an einzelnen Hütten vorbei, deren Bewohner freundlich winken. Die Sicht auf die Vulkane im Kongo ist wunderschön, zwei davon sind zur Zeit aktiv und es steigt Dampf auf.





Es geht in den Wald hinein und hier trennen sich die Wege für die unterschiedlichen Gruppen.
Der Weg wird immer schmaler und matschiger. Es geht über Baumstämme und an Schlammplätzen der Waldelefanten vorbei. Insgesamt haben wir es uns aber bisher schlimmer vorgestellt, nach den Berichten, die wir zuvor gelesen und gehört haben. An den schwierigen Stellen sind unsere Träger sofort da und geben uns eine helfende Hand. Wir verlassen den Pfad, laufen mitten durch den Regenwald und hier ist das Laufen definitiv ganz schön anspruchsvoll, denn die Vegetation ist sehr dicht.
Dann sagen uns Wilbar, der Chef der Guide-Truppe, und Baaz, dass die Gorillas ganz nah sind. Die beiden Tracker, die früh morgens schon aufgebrochen sind, um die Gorillas zu finden, haben per Funk den Standort gemeldet. Wir trinken alle noch einmal etwas, denn es darf kein Essen und Trinken mit zu den Gorillas genommen werden. So bleiben die Träger mit unseren Rucksäcken zurück und wir gehen, nur mit den Kameras „bewaffnet“ los. Wir gehen ca. 10 m weiter und vor uns fällt das Gelände steil ab. Und dort sitzt er, MIshaya selbst, der Silberrücken, der Chef dieser Gorilla-Gruppe.



Er sitzt auf einer kleinen Anhöhe, hinter ihm kann man weit in die Landschaft blicken, da der Berg steil abfällt (wie steil, sollten wir später noch merken). Mishaya sitzt keine 5 Meter von uns entfernt und frisst genüsslich die Blätter der Äste, die er zu sich herunter zieht. Er bricht auch mal eben einen dickeren Ast ab, um uns sehr eindrücklich seine Kraft zu demonstrieren. Dieser Moment, dieses wunderschöne, sehr imposante Tier das erste Mal zu sehen, werden wir nie vergessen.



Mishaya frisst in aller Ruhe weiter und lässt sich durch unsere Anwesenheit nicht im geringsten stören. Im Gegenteil, es scheint fast, dass er für uns posieren würde.










Hier sieht man den gewaltigen Hinterkopf des Silberrückens

Über ihm in einem Baum turnt noch sein ca. zweijähriger Nachwuchs. Es ist sehr witzig, dem kleinen Kerl beim Klettern zuzuschauen.





Nach einiger Zeit verlässt Mishaya seinen Platz und verschwindet weiter unten im Gebüsch.




Hier sind man, warum ein Silberrücken Silberrücken heißt

Nun kommt die Zeit des kleinen Gorillas. Er hangelt sich hinunter und setzt sich fast genau an die Stelle, an der sein Vater zuvor saß. Und nun macht er einen auf großen Silberrücken und zieht eine Show ab. Inklusive großem Brusttrommeln.














Hier macht er einen auf „cool“, kurz nach dem Brusttrommel. Wir sind alle sehr beeindruckt

Wir fallen fast vor Lachen um, aber er findet sich ganz toll. Am Ende turnt er auf einem Baum herum ... und fällt den Berg hinunter.


Wo bin ich?

Wir sehen ihn aber später noch, es ist ihm also nichts passiert (wie erwartet).
Nun versuchen die Guides und Tracker noch den Rest der Gruppe zu finden, die am Hang verstreut in den Büschen sitzen und fressen. Wir kraxeln den Berg hoch und runter, fallen in den Matsch, rutschen aus und bleiben in der Vegetation hängen. Wir treten in Fußabdrücke der Waldelefanten , die man leider nicht erkennen kann, da sie unter der Vegetation verborgen sind. Bei allem bitte schön die Kamera hochhalten 😗 . Jeder gibt jedem eine helfende Hand und die Guides schlagen mit ihren Macheten und Sichelmessern (echt scharf die Dinger) den Weg frei.


Kein Gorilla, ich weiß

Die Gorilla-Damen zieren sich etwas und fressen nur tief in den Büschen versteckt. Wir sehen sie, aber fotografieren und filmen ist aufgrund der dichten Vegetation fast unmöglich.


Das ist die Ansicht, die uns die Damen der Gruppe gönnen



Es ist aber trotzdem ein tolles Erlebnis. Ganz kurz sehen wir auch noch die Mama mit ihrem 7 Monate alten Baby, aber leider nur von hinten. Dieser Teil des Gorilla-Tracking ist wirklich super anstrengend, denn wir klettern ständig den Berg hoch und runter. Obwohl es nicht geregnet hat, ist alles durchgeweicht, denn es ist sehr heiß und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Und die vielen kleinen Fliegen, die hier herum schwirren, stechen zwar nicht, aber nerven schon ein bisschen, wenn sie Richtung Ohren unterwegs sind. Die armen Gorillas müssen damit tagtäglich leben. Aber auch die Fliegen würden uns nicht am nächsten Gorilla-Besuch hindern!!!!! Gehört halt dazu.


Hier noch einmal der „Kleine“ (hat den Absturz gut überstanden)

Am Ende sehen wir noch einmal den Chef der Gruppe. Der Silberrücken sitzt in einem dichten Gebüsch.



Einer der Guides versucht den Weg ein bisschen frei zu schneiden und zieht an einem Ast, der in das Gebüsch hinein geht. Das Ende findet sich aber wohl in Mishaya’s Händen (war aber nicht zu sehen, zur Ehrenrettung des Guides). Der Silberrücken fand das gar nicht gut, denn es war wohl eindeutig SEIN Ast. Er kommt aus dem Gebüsch gefegt (natürlich hat niemand seine Kamera parat) und macht seinen Standpunkt sehr klar. Der Guide „brummt“ zur Beruhigung und Mishaya kehrt einfach wieder um und setzt sich. Ja, wir haben uns echt erschrocken, da es unerwartet kam. Aber es war auch sehr klar, dass er nicht ernsthaft aggressiv war. Es war ein sehr beeindruckender Moment, da so ein Silberrücken echt ganz schön groß ist.
Unsere Guides sind nicht zufrieden, denn die Damen waren bis zum Schluss sehr zurückhaltend. Wir Touris sind aber super zufrieden und haben jede Minute dieses einmaligen, unvergesslichen Erlebnisses genossen.
Wir steigen wieder den Berg hinauf zu den Träger und machen uns auf den Rückweg, nach ca. 5 Minuten in ausreichender Entfernung zu den Gorillas machen wir eine Lunchpause. Da unsere Lunchpakete recht reichhaltig sind, teilen wir sie mit den Guides und unseren Trägern.


Man beachte, was Markus in den Händen hält 🤪 Meine hat er ausnahmsweise nicht essen müssen, denn Mensita hat sich sehr darüber gefreut.

Der Rückweg erscheint uns viel länger und steiler, obwohl wir denselben Weg gehen. Und wir sind ehrlich gesagt erstaunt, wie wir den Hinweg geschafft haben (denn so sportlich sind wir leider nicht).




Rechts ist die Strasse gesehen, die wir anfangs hoch gelaufen sind, und ganz oben links ging der Pfad in den Wald

Um ca. 15.00 Uhr sind wir wieder zurück am Startpunkt und ich muss natürlich noch am Souvenirstand einen kleinen Holzgorilla für meine Mutter kaufen.



Dann bekommen wir noch unsere Urkunde und machen mit allen Beteiligten ein Gruppenfoto. Wir hatten wirklich Glück, denn es war eine tolle Gruppe und wir waren nur zu sechst. Jeder konnte super Fotos machen, jeder hat auf jeden Rücksicht genommen und es wurde immer die Hand gereicht. Eine sehr angenehme Atmosphäre und wir haben die gegenseitige Rücksichtnahme sehr geschätzt, da dies auch unser Ansatz ist.



Wir nehmen unsere zwei Guides mit bis zur nächsten Kreuzung, wo sie aussteigen wollen. Um 16.00 Uhr erreichen wir wieder das Nkuringo Gorilla Camp und werden schon mit einer super leckeren Kartoffelsuppe und einer heißen Dusche erwartet.
Wir ruhen uns erst einmal aus, genießen abends das Dinner (Kürbissuppe, Hähnchen mit Gemüse und .... Bananen-Crepes (also wieder einmal darf Markus 2 Nachtische verspeisen).
Nach dem Essen verquatschen wir uns noch mit Robert. Wir beschließen schweren Herzens das Golden Monkey Tracking morgen ausfallen zu lassen (wieder ein Grund, nach Uganda zurückzukehren). Es wären ca. 3 Stunden Fahrt dorthin von Nkuringo, dann ca. 4 Stunden Tracking und dann noch ca. 3 Stunden Weg bis zum Lake Bunyonyi. Und so ist das Golden Monkey Tracking reserviert (wie der Bigodi Swamp) für unseren nächsten Uganda-Besuch.
Es geht heute relativ spät ins Bett, aber morgen können wir es auch mit Ruhe angehen lassen.
Teil 1617. Apr. 2013
Und weiter geht es mit einem eher ruhigen Tag


31. Oktober

Heute lassen wir es ruhig angehen, erst um 7.30 Uhr klingelt der Wecker und um 8.00 Uhr gibt es Frühstück. Wir unterhalten uns noch ausgiebig mit Robert, seiner Frau Regina (eine Schweizerin) und seiner Mutter. Es tut auch mal gut, einfach in Ruhe zu frühstücken, ohne schon wieder an den nächsten Game Drive zu denken (obwohl ich das ja liebe).



Fazit Nkuringo Gorilla Camp:

Eine tolle Unterkunft, wenn man die Gorilla-Gruppen auf der südlichen Seite des Bwindi besuchen möchte. Unser Zimmer war echt sehr schön mit einem grandiosen Ausblick. Wir haben uns aber auch die Zimmer ohne eigenens Bad angeschaut (die zum Teil jetzt umgebaut werden und ein eigenes Bad erhalten). Die Atmosphäre im Camp ist sehr familär, alle sind super hilfsbereit und auch das Essen ist sehr gut, ich würde es als „gut bürgerlich“ beschreiben, und das meine ich sehr positiv. Wir würden dieses Camp jederzeit wieder besuchen, wenn wir eine Permit für die “südlichen“ Gruppen bekommen würden.


Um 9.30 Uhr geht es los Richtung Lake Bunyonyi. Wir fahren von Nkuringo den Berg hinunter, an der Strasse zum Ranger Post vorbei Richtung Teerstrasse.




Die Straße zum Ranger Post, ein kleines Abenteuer zu Anfang des Trackings


Typische Felder in Bwindi, die Felder werden fast ausschließlich von Frauen bewirtschaftet, die morgens mit ihrer Hacke dorthin laufen, z.T. mit den Kindern auf dem Rücken und dann den ganzen Tag auf diesen steilen Flächen stehen und die Felder umgraben, um später dann z.B. wohl Kartoffeln zu pflanzen. Das muss wahnsinnig anstrengend sein.


Es ist erstaunlich, auf welcher Höhe wir uns immer noch befinden

An der Strecke sieht man auch noch einmal, wie die Menschen in Uganda ihre Ziegel für die Häuser herstellen.


Lehm wird in Form gepresst und dann gestapelt.


Unten in den „Türmen“ ist ein Loch, in dem Feuer gemacht wird, wohl um die Ziegel zu trocknen. Die Türme werden mit Stroh/Gras abgedeckt und scheinen länger zu stehen


Später werden dann die Ziegel aus dem Turm herausgenommen und zum Bauen genutzt (ich hoffe, die Erklärung ist korrekt, denn wir haben natürlich vergessen zu fragen. Falls jemand mehr Infos hat, bitte immer her damit)

Wir lassen die neue Teerstrecke links liegen und fahren die 20 km lange Strecke entlang des Sees. Es ist sehr schön, zwischendurch kommen uns Hirten mit ihren Tieren entgegen und am Ufer suchen wir uns ein Plätzchen und essen unseren Packed Lunch.


Der erste Blick auf den Lake Bunyonyi

Wir biegen weiter nach Kibale ab, um dort einen Ölwechsel zu machen. Durch ein Missverständnis und einen „falschen“ Ölwechselzettel im Auto machen wir diesen Ölwechsel, obwohl wir das eigentlich gar nicht müssten. Vorab sei gesagt, dass sich Douglas wie vorher abgeklärt an den Kosten beteiligt und wir das Geld am Ende der Reise bar zurück bekommen. Absolut korrekter Ablauf.
Wir halten in Kibale bei der Total und fragen, ob jemand den Ölwechsel machen kann. Wir werden sofort auf eine Grube gelotst und dann fangen sofort zwei Mechaniker an, den Ölwechsel zu machen. Markus schaut sehr aufmerksam zu, ist er doch autobegeistert und macht sehr oft selbst einen Ölwechsel. Und er lernt noch eine neue Technik, wie man den Ölfilter herunter bekommt. Die beiden Mechaniker sind total nett, holen Markus noch in die Grube, um ihm zwei, drei weitere Sachen zu sagen. Obwohl nicht unbedingt nötig, wie sich hinterher herausstellt, fanden wir das Erlebnis Ölwechsel mal wieder sehr interessant.



Super schnell, ca. 30 Minuten später, sind wir fertig und es geht wieder zurück an den Lake Bunyonyi. Wir fahren am Ufer entlang auf der Suche nach dem Boot, das uns zu unserer nächsten Unterkunft bringen wird. Leider habe ich die Dame von Jajama Panorama falsch verstanden und wir fahren zum falschen Ende. Aber nach nochmaligem Anruf finden wir das Boot und Dennis, der das Boot fährt, sagt uns, dass wir das Auto am Birdsnest stellen sollen. Er kommt dann auch dorthin und holt uns am Auto ab. Und wir werden auch noch vom ortsansässigen knuffigen Hund begleitet. Da wir unseren ja nun sehr vermissen, bekommt dieser nette Kerl erst einmal ordentliche Streicheleinheiten. Er wäre wahrscheinlich auch am liebsten mit uns ins Boot gestiegen, aber davon war Dennis nicht so begeistert.


Ich will mit ...

Wir tuckern über den See und das Wasser ist ganz ruhig. Vom See her sieht man natürlich die Landschaft, die den See umgibt besonders gut. Es ist wunderschön hier.


Ein erster Blick auf Jajama Panorama

Auf der anderen Seite werden wir schon von Merci (ich hoffe, ich erinnere mich richtig), der Managerin/Köchin/Rezeptionistin von Jajajam, super freundlich begrüßt.




Unser Taxi

Wir sind die einzigen Gäste und Merci bringt uns zu unserem kleinen Rondavel, dem „Crane Chalet“. Es erinnert uns stark an die Unterkünfte im Krüger Park, einfach, aber sauber. Draußen bollert schon der Holzofen für das heiße Wasser und Merci zeigt uns das einfache Zimmer mit himmelblauer Decke und frischen Blumen auf dem Nachtischchen. Das Bad ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen, aber bis auf ein paar Spinnweben ist alles absolut sauber. Aber es ist auch unsere günstigste Unterkunft und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt für uns.


Unser kleines Chalet


Heißes Wasser ist schon in Arbeit


Unser himmelblaues Bett


Und das einfach Bad

Merci fragt, ob wir ein Dinner haben möchten, was wir bejahen. Sie strahlt über das ganze Gesicht und erzählt uns ganz begeistert, dass sie gerade frisches Ziegenfleisch hat und dieses extra lecker für uns zubereiten wird. Wir bringen es nicht übers Herz ihr zu sagen, dass wir beide keine Ziege mögen. Da gilt nun: Augen zu und durch! Merci ist einfach nur sehr herzlich und freut sich anscheinend über Gäste.
Wir machen uns erst einmal frisch und genießen die schöne Aussicht auf den Lake Bunyonyi. Es fahren ein paar Kanus über den See, aber ansonsten ist es hier herrlich ruhig. Nur vom anderen Ufer schallt etwas Musik herüber.


Das Hauptgebäude, alles offen und wunderschön eingewachsen

Um 19.00 Uhr gehen wir zum Dinner, das extra für uns neben dem Feuer angerichtet wurde. Wasser ist leider aus 🙁 . Auf meine Frage nach Wodka/Lemon kommt Merci mit einem Tablett kleiner Flaschen aus der Küche. Und es ist auch ein Fläschchen Smirnoff dabei (so hatten wir später die kleine Flasche Smirnoff auf der Reise dabei, denn die Flasche stand am nächsten Morgen auf dem Frühstückstisch, obwohl wir ja eigentlich nur einen Drink haben wollten. Absolut süß und wir haben sehr lachen müssen). Crest (Bitter Lemon) ist leider auch aus, aber eine Sprite tut es auch. Ich muss meinen Geschmack ein bisschen betäuben in Erwartung der Ziege.



Wir starten mit einer sehr leckeren Gemüsesuppe. Dann kommt Dennis, der das Essen serviert, mit Reis, Gemüse und Fladen (den Namen habe ich leider vergessen) aus der Küche. Wir haben schon gehofft, Merci hätte die Ziege vergessen, heute wäre selbst Markus mit vegetarischer Kost happy gewesen. 😉 Aber die Ziege kommt noch, in einer dunklen Bratensauce. Ehrlich gesagt war die Ziege gar nicht so schlecht. Merci kann wirklich super kochen.
Zum Nachtisch gibt es dann noch Pfannkuchen mit ... na, Ihr wisst schon ... Banane 😛 . So hat Markus wieder das Vergnügen, zweimal Nachtisch zu verspeisen. 😗 Wo er doch gar nicht so ein Nachtischfan ist. Aber was sein muss, muss sein, richtig? Wir sind ja höflich und haben bei der Mama gelernt, dass man den Teller leer isst.
So geht dieser Abend früh zu Ende und wir sind schon um 20.30 Uhr im Bett.

Fazit Jajama Panorama:
Die Lage von Jajama ist klasse, da sie auf der anderen Seite des Sees liegt. Die Unterkünfte sind recht einfach, aber alles war sauber. Uns hat es sehr gut gefallen, da auf der anderen Seite schon mehr Trubel war. Wir würden auch diese Unterkunft wieder als Übernachtung wählen, auch wenn sie sehr einfach ist. Die Atmosphäre war sehr entspannt und persönlich, wahrscheinlich auch, weil wir die einzigen Gäste waren.
Teil 1716. Mai 2013
Hallo,

nun geht es nach langer Zeit endlich mit dem vorletzten Tag weiter. Ich hoffe, es "reisen" noch einige bis zum Schluss mit, auch wenn die Gorillas schon vorbei sind.


01. November

Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker und um 7.00 Uhr gibt es Frühstück. Unser Tisch ist schon gedeckt und wir genießen den schönen Blick über den Lake Bunyonyi. Es gibt alles, was das Herz begehrt, Früchte (natürlich auch Bananen 😄 ), Eier, Kaffee, Tee und es lässt keine Wünsche offen.



Kurz nach 8.00 Uhr verabschieden wir uns von unserer netten Gastgeberin und hoffen, dass sie bald wieder Gäste bekommt (der letzte Eintrag im Gästebuch war schon über 2 Monate her). Dennis bringt uns mit dem Boot zurück zum Birdsnest und hilft auch noch, dass Gepäck zum Auto zu bringen.
Wir machen uns auf den Weg zum Lake Mburo. Auf der Strecke wird fleißig gebaut und es herrscht teilweise Chaos und alles fährt durcheinander und nebeneinander.






Abenteuerliche Ladung

Die LKWs fahren definitiv ihren Weg und als Autofahrer muss man sehen, dass man ausweicht und Platz macht. Dasselbe gilt für die Busse, die unterwegs sind. Aber ansonsten ist die Strecke gut zu bewältigen und wenn die Bauarbeiten mal beendet sind, wird der Weg von Kampala nach Kisoro wesentlich einfacher sein.


Ich liebe die afrikanischen Fahnenschwenker, sie gehören auch in Ostafrika zum Strassenbild


Ein Bananenlaster vor der Abfahrt in den Lake Mburo Nationalpark


Die Ankole Rinder haben wirklich beeindruckende Hörner, die aber erstaunlich leicht sind (sie sind hohl)


Hier in Lake Mburo gibt es immer wieder Probleme mit den großen Herden. Sie werden in den Nationalpark hinein getrieben, obwohl dies verboten ist. Immer wieder werden die Herden dann von den UWA Guides in einen Pferch getrieben und müssen von ihren Besitzern ausgelöst werden. Das hindert aber die Hirten nicht, die Rinder wieder in den Nationalpark zum Grasen zu bringen. Diese Info haben wir von Azaria, unserem UWA Guide, mit dem wir die Nightdrives gemacht haben



Um 14.00 Uhr erreichen wir die Mihingo Lodge und werden freundlich vom Manager-Ehepaar begrüßt. Es gibt einen leckeren Lunch mit Aussicht auf das Wasserloch. Unser Zimmer ist „Leopard Rock“, sehr schön mit Blick auf den Lake Kachera.




Ein WC mit Traumausblick


Und auch die Dusche hat einen schönen Ausblick


Die Aussicht von unserer Terrasse

Um 15.30 Uhr machen wir uns noch einmal auf einen ersten Game Drive im Lake Mburo.


Buschbock - Bushbuck


Wassertriel - Water Thick-knee


Baby Wasserbock


Mama Wasserbock

Es gibt viele Tiere zu sehen, Warzenschweine, Elands, Topis, Impala (welch ein ungewohnter Anblick, denn die gibt es nur hier im Lake Mburo) und Duiker. Auch einige Vögel lassen sich blicken. Der Park ist sehr grün, die Strassen zum Teil sehr schlammig, aber ganz gut zu bewältigen.
Zurück an der Lodge gibt es um 19.00 Uhr Dinner, denn wir wollen um 20.00 Uhr mit dem UWA Guide Azaria auf einen Nightdrive gehen. Dieser ist nur mit Guide möglich. Kurz bevor wir uns Richtung Auto auf den Weg machen, kommen die Bushbabies zu Besuch, die unterhalb der Bar angefüttert werden. Zu sehen sind ein graues (die Mama) und ein braunes (der Nachwuchs). Sind ganz witzig anzusehen und es wird „tierfreundlich“ mit „rotem“ Licht beleuchtet.
Wir haben von Heather ein Spotlight bekommen (wird mit 5$ berechnet) und am Gate geht eine Diskussion mit Azaria los, denn er möchte unbedingt sein eigenes Spotlight mitnehmen. Heather hatte uns erzählt, dass er es für 10$ vermietet. Es geht hin und her und Markus schließt derweil schon mal das Mihingo-Spotlight an die Batterie an. Da sagt Azaria nochmals, dass seine besser ist, da sie stärker ausleuchtet. Und sie wäre auch „free of charge“. Wir geben nach und Azaria ist zufrieden, nachdem er seine Lampe in den Händen hält.
Ich gebe zu, einer der Gründe für den Lake Mburo war die reelle Chance, auf den Nightdrives Leoparden zu sehen, da sie in den letzten Monaten sehr gute Sichtungen hatten. So fahren wir gespannt los und Azaria erweist sich als sehr guter Guide. Wir verstehen uns gut, er bekommt immer mehr Vertrauen in Markus Fahrkünste und leitet uns gut durch die dicksten Schlammlöcher. Wir sehen vier Weißschwanzmangusten, Hippos beim Grasen und unser Highlight für diesen Abend, Buschschweine, denn diese haben wir noch nie gesehen.



Um 23.00 Uhr setzen wir Azaria am Gate ab, bezahlen ihn (er berechnet nichts für die Lampe) und verabreden undsfür den folgenden Arbeit schon um 18.30 Uhr, denn auch Azaria ist gefrustet, da wir keinen Leoparden gefunden haben. Wir versichern ihm aber, dass wir es echt spannend fanden und freuen uns schon auf den nächsten Abend. Ein bisschen gefrustet sind wir allerdings am nächsten Morgen, da die anderen Gäste, die auf Nightdrive unterwegs waren, einen Leoparden gesehen haben (und auch Azaria ist am nächsten Tag sauer, denn sein Kollege hat es ihm natürlich gleich gesteckt).
Auf dem Weg zur Lodge sehen wir noch einmal Buschschweine, dieses Mal allerdings mit kleinen Ferkeln. Für ein Foto sind sie allerdings viel zu schnell verschwunden.
An der Lodge sind wir sehr erstaunt, dass schon alles komplett dunkel ist und wir sind froh, dass wir unser Spotlight mithaben, so dass wir den Weg finden. Ein bisschen komisch ist es schon, denn der Weg zu unserem Zimmer führt auf einen dicht bewachsenen Weg und über die Felsen. Also immer schön in die Runde leuchten und alle Augen auf. Auf den Felsen sehen wir dann auch noch eine riesige Schnecke und im Zimmer erwartet uns noch der „Hausgecko“, der hoffentlich alle Mücken im Zimmer verspeist. Müde fallen wir ins Bett.



Teil 1819. Juni 2013
02. November

Nun ist er da, unser letzter Safari-Tag in Uganda 🙁 . Wir starten früh, der Wecker klingelt um 5.45 Uhr, der Kaffee sollte um 6.00 Uhr gebracht werden (wir wollten eigentlich keinen, aber sie wollten ihn uns unbedingt bringen). Mit dem akademischen Viertel ist er dann auch da und wir genießen ihn mit der schönen Aussicht auf unserer Terrasse.
Um 6.30 Uhr fahren wir in Richtung Gate. Dies ist der Morgen des falschen Abbiegens, wir wissen zwar immer genau, wo wir hinwollen, biegen aber leider trotzdem immer falsch ab. Wir sind ohne Probleme durch ganz Uganda navigiert und nun schaffen wir es hier nicht, den geplanten Weg zu finden 😗 . Das ist echt zum schief lachen und nicht dramatisch, denn irgendwie kommt man ja irgendwo auch wieder raus.
Es fängt damit an, dass wir vor dem Pferdestall landen (naja, den wollte ich mir ja sowieso anschauen), also umdrehen. Wir sind wohl noch nicht so richtig wach. 😉
Chris, der Lodge-Manager, hat uns noch einige Tipps gegeben, welche Strecken wir fahren sollten und welche eher nicht. Er wies vor allem auf eine Strecke hin, die extrem dicht bewachsen sein soll. Das können wir nach diesem Morgen definitiv bestätigen, denn auch hier sind wir zielsicher falsch abgebogen. Naja, ein bisschen Abenteuer darf ja sein. Und ein Motorrad ist ja hier schließlich vor uns auch schon hergefahren 😛 . Auf jeden Fall kommen wir da an, wo wir hinwollten, wenn auch mit diversen Umwegen.


Rotkehlfrankolin – Red-necked Spurfowl (Red-necked Francolin)


Trauerkiebitz – Senegal Lapwing (Lesser Black-winged Plover)

Es ist überall sehr ruhig, aber definitiv „Mongoose Day“, wir sehen mehrfach Banded und Dwarf Mongoose. Fotografieren konnte ich sie leider nicht, da sie entweder zu schnell verschwunden waren oder aber recht versteckt und weiter entfernt.


Hammerkopf – Hamerkop


Senegalkiebitz – African Wattled Lapwing


Vielleicht kann mir hier jemand helfen? Welcher Vogel ist das?

Ansonsten die üblichen Verdächtigen. Der Park ist sehr schön, trotz des Regens, der uns diesen Morgen begleitet. Antilopen sind reichlich vorhanden und es gibt viel zu entdecken, auch wenn die „großen“ Sichtungen fehlen.


Riedbock - Reedbuck

Die sich im Schlamm suhlenden Büffel waren auch sehr kurzweilig.









Wir fahren zurück in die Lodge und genießen unser Frühstück im offenen Restaurant mit Blick auf das Wasserloch.


Unser Chalet – Leopard Rock Room

Es fängt an zu schütten und wir laufen schnell ins Zimmer. Allerdings muss ich nochmals durch den Regenguss, da ich noch für eine Massage angemeldet bin. Es ist recht kühl und ich werde auf der Liege in eine warme Decke eingewickelt (und das mitten in Afrika). Die Massage ist sehr gut und wird von Frauen aus dem nahe gelegenen Dorf gemacht. Sie wurden von einer Masseurin ausgebildet und verdienen sich so ihren Unterhalt. Leider regnet es von hinten in die Hütte rein, so dass meine Masseurin bald in 10 cm Wasser steht mit ihren Flip-Flops. Auch auf dem Rückweg ins Zimmer regnet es immer noch sehr stark. Na, das kann ja witzig werden später im Park.
Anschließend ruhen wir uns ein bisschen in unserem Zimmer aus, bevor es nach dem leckeren Lunch wieder auf Game Drive geht in Richtung Lake Mburo. Heute Nachmittag sind wir für eine Bootsfahrt auf dem See angemeldet. Ich hoffe darauf, eine Afrikanische Binsenralle (African Finfoot) zu finden.
Am Bootsanleger treffen wir auf unsere holländische Reisetruppe, der wir ja nun schon öfter begegnet sind. Sie versuchen verzweifelt, ihre nassen Matratzen und Zelte trocken zu bekommen. Mir tun sie echt leid, denn die Nacht auf einer nassen Matratze möchte ich nicht verbringen. Wir unterhalten uns noch ein wenig mit dem Reiseleiter und bezahlen dann unseren Bootstrip, als ein UWA-Beamter erscheint.
Kurz vor 16.00 Uhr wird uns gesagt, dass unsere Mitfahrer wohl nicht kommen und wir noch nachzahlen müssen. Das tun wir natürlich gerne, denn dann hätten wir das Boot für uns, gerade zum Fotografieren natürlich ideal. Leider kommen Punkt 16.00 Uhr noch die holländische Familie. Wir bekommen unser Geld wieder zurück, es läuft hier alles sehr korrekt. Wir haben eine sehr nette Fahrt mit der Familie, die Tochter hat in Uganda in ein soziales Projekt gearbeitet und macht nun mit ihren Eltern eine Reise durchs Land als Abschluss für ihre Zeit in diesem wunderschönen Land.




Graufischer – Pied Kingfisher



Unser Guide (ich habe fatalerweise den Namen nicht notiert) ist echt gut, kennt viele Vögel und hat unwahrscheinlich gute Augen. Wir sehen viele verschiedene Vögel, ganz viele Hippos (ich liebe sie) und die Bootsfahrt ist wirklich total schön und sehr empfehlenswert.


Wassertriel – Water Dikkop


Water Dikkop – Wassertriel


African Fish Eagle - Schreiseeadler-Pärchen

Außer ein paar einheimischen Fischern in ihren Kanus sind auch keine Boote auf dem See unterwegs. Und unser Guide findet auch tatsächlich den „African Finfoot“ für mich, wenn auch recht versteckt und schwierig zu fotografieren.


Malachiteisvogel – Malachite Kingfisher










Riesenfischer - Giant Kingfisher


Afrikanische Binsenralle - African Finfoot


Unser Auto wurde während unserer Abwesenheit besetzt

Wir fahren nach der Bootsfahrt wieder kurz zurück zur Lodge bevor wir wieder Richtung Gate aufbrechen, um pünktlich Azariah abzuholen und unser Glück auf dem Night Drive zu versuchen. Es war wieder sehr spannend, wir haben einige Tiere gesehen, u.a. eine Hyäne, sind durch unzählige Schlammlöcher gefahren, in denen Azariah Markus den besten Weg gezeigt hat (inzwischen hat er auch Vertrauen in Markus’ Fahrkünste). Azariah hängt in unserem Fenster, steigt halb aufs Dach, leuchtet mit seinem Scheinwerfer in jede Ecke und hinter jeden Busch, aber ... auch heute bleibt uns die Leoparden-Sichtung verwehrt. Wir müssen also wiederkommen in dieses wunderschöne Land.
Azariah ist sehr frustriert und beteuert noch einmal, dass die Leoparden-Sichtungen in Lake Mburo wirklich recht gut sind. Wir bezweifeln das nicht, bedanken uns für die zwei schönen Abende, die er mit uns verbracht hat und geben ihm sein wohlverdientes Trinkgeld. An ihm lag es definitiv nicht, dass wir kein Glück hatten, denn er hat alles versucht. Auch hier wurde nie auf die Uhr geschaut, um nach einer bestimmten Zeit zurück zu sein und das Engagement war groß.
So fahren wir zurück zur Lodge, genießen unser letztes Dinner in Mihingo, dass wir alleine zu uns nehmen, da die anderen Gäste alle schon fertig sind mit Essen und gehen anschließend etwas enttäuscht, aber trotzdem zufrieden ins Bett.

Fazit Mihingo Lodge:
Die Mihingo Lodge punktet definitiv durch ihre Lage und die Position der Zimmer. Auch das Essen war sehr gut. Das Manager Pärchen war sehr nett, aber machte anscheinend ein bisschen „Dienst nach Vorschrift“. Denn das bei der Rückkehr der Gäste (und es waren ja noch andere Gäste auf Night Drive) die Lodge dunkel ist und niemand mehr da um ca. 22.30 Uhr, habe ich bisher noch nie erlebt. Kurze Zeit nach unserem Urlaub hat das Management gewechselt. Ich würde Mihingo aber definitiv wieder besuchen und das nächste Mal würde ich vielleicht auch mal das Reiten ausprobieren.
Teil 1901. Aug. 2013
Und nun der "traurige" letzte Teil.


03. November

Unser letzter Tag in Uganda 🙁 es ist schon immer traurig, wenn der Urlaub zu Ende geht. Aber da wir die Tage in Afrika immer bis zur letzten Minute genießen und unser Flieger erst nachts geht, genießen wir noch einen letzten Game Drive.


Aussicht von unserer Terrasse

Wir stehen um 6.00 Uhr auf, genießen auf unserer Terrasse mit dem grandiosen Ausblick den ersten Kaffee des Tages und fahren dann los, ein letztes Mal in den Park.

Einge Tiere und Vögel lassen sich auch noch sehen, aber der Leopard bleibt uns auch an diesem Morgen verborgen. So müssen wir leider wiederkommen. 😗




Senegalliest – Woodland Kingfisher


Kapkuckuck – Striped Cuckoo


Topi


Zwergmanguste – Dwarf Mongoose


Ein letzter Blick auf die Mihingo Lodge

Nach einem leckeren, letzten Frühstück auf der Terrasse von Mihingo packen wir zusammen, kaufen die letzten Souvenirs und machen uns auf den Weg Richtung Entebbe.
Seit der Ankunft in Nkuringo lässt sich leider der Kofferraum nicht mehr öffnen. Wir sind froh, dass er zu ist und so laden wir seit dem immer über die Türen ein. Kein Beinbruch, aber lästig. Wir haben unterwegs schon mit Douglas gesprochen, da wir schon bei der Übernahme vermutet haben, dass diese „runterfahrende“ Scheibe unsere Reise nicht überstehen wird und so war es auch (soweit ich mich erinnere, hatten auch Marina und Picco da Probleme). So ein Mechanismus ist definitiv nicht für die Straßen in Ostafrika gemacht. Wir haben uns entschieden, keine Versuche zu unternehmen, die Scheibe zu reparieren, denn wenn es nicht geklappt hätte, wäre es sehr schwierig gewesen, da das Auto nicht mehr zu verschliessen gewesen wäre.
Und leider hat der Bullbar diese Reise auch nicht überstanden, denn er ist einfach an einer Schweißnaht gebrochen. Aber mit gutem Duck Tape lässt sich ja fast alles zusammenflicken. Und vor unserer Heimreise hat Markus das ganze in Mihingo noch einmal mit Duck Tape verstärkt. Es hat auch bis Entebbe gehalten.




Duck Tape hält auch einen Bullbar


Straßenimpressionen

Nach dem obligatorischen Stopp am Äquator geht es weiter Richtung Kampala und Entebbe. Obwohl man uns gewarnt hat, ist der Verkehr zwar chaotisch, aber es läuft immer vorwärts. Witzig ist als wir an einer der wenigen Ampeln in Kampala ankommen. Wofür die dort steht und auch funktioniert ist uns völlig schleierhaft, denn es fährt jeder so wie es passt, egal ob rot oder grün. Dort wo zwei Spuren sind, fahren mindestens vier Autos und LKW nebeneinander und daneben sind dann noch die Motorrad- und Fahrradfahrer unterwegs. Und natürlich die Fußgänger nicht zu vergessen, die auch noch die Straße bevölkern. Ein irres Gewusel und überall gibt es etwas zu sehen. Da ich keine Menschen auf der Straße fotografiere, müsst Ihr wohl selbst nach Ostafrika reisen, um das zu erleben 😛 (weder in Südafrika noch in Botswana oder Namibia habe ich so einen Verkehr erlebt).
So gegen 17.00 Uhr erreichen wir das Anderita Hotel, einen recht hässlichen Kasten, der am Ufer des Victoriasees in Entebbe steht. Hier haben wir noch bis zu unserem Abflug ein Zimmer, damit wir uns noch einmal hinlegen können, eine gute Entscheidung.
Wir kommen an, packen alles Gepäck ins Zimmer und warten auf Patrick, der das Auto abholen will.


Der Surf vor dem Anderita Hotel


Ohne Spritzlappen sammelt sich ein bisschen mehr Schlamm 😗

Wir berichten ihm von der Scheibe hinten und er sagt, dass könnte gar nicht sein. So drückt er aufs Knöpfchen und die Scheibe fährt brav runter und er kann den Kofferraum öffnen. Er grinst uns an. Dann sagt Markus zu ihm, er solle doch den Kofferraum wieder schließen und Patrick drückt wieder aufs Knöpfchen ... und ... nichts passiert. Die Scheibe fährt nicht mehr hoch. 😉 Patrick nimmt es mit Humor und sagt, dass es dann wohl doch stimmt. Über den kaputten Bullbar und den abgefallenen Spritzlappen (den wir ja Dank unser netten Helfer vom Chimps Nest noch haben) hatten wir schon mit Douglas am Telefon gesprochen. Da wird nicht einmal ein Wort drüber verloren. Und die Hälfte der Kosten für den Ölwechsel wird auch ohne zu Zucken wie verabredet übernommen und wir bekommen ein paar US Dollar zurück. Mal davon abgesehen, dass wir das falsche Auto bekommen haben, hat uns der Surf brav durch ganz Uganda geschippert und Alpha Rentals hat sich bei uns als sehr korrekter Autovermieter erwiesen. Nächstes Mal würden wir allerdings auf dem gebuchten Auto bestehen, auch wenn er es uns dann hinterher bringen müsste. Aber buchen würden wir jederzeit wieder bei Douglas.

Nach der Autoabgabe gehen wir noch nach Gorettis und essen eine Pizza. D.h. wir versuchen es zumindest, denn es sind so viele Fliegen (keine Ahnung, was es für welche waren) unterwegs, dass man die Pizza kaum essen kann. So etwas habe ich noch nie erlebt und obwohl ich nicht zimperlich bin, war mir das eindeutig zuviel. 🤢 Bei dem vorhandenen Licht, konnte man auch nicht viel sehen. So gehen wir schnell auf unser Zimmer und schlafen noch ein bisschen.
Pünktlich zur bestellten Zeit steht unser Airport Transfer vor dem Hotel und wir werden zum Flughafen gebracht. Schnell eingecheckt und dann heißt es warten.
Der erste Flug nach Addis geht wie zuvor schon recht schnell. Und nach einigem Warten und ständigen Verschieben des Abflugs in Addis geht es mit dem neuen „Dreamliner“, der wohl erst ein paar Tage im Einsatz ist, nach Frankfurt zurück. Zum Glück wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nichts von den Problemen mit diesem Flugzeug, sonst wären wir nicht so ruhig geflogen 😊 . Das Platzangebot war für die Eco sehr angenehm und Essen und Entertainment waren auch gut.
In Frankfurt wurden wir unerwartet von meinem Bruder abgeholt, so dass wir nicht wieder mit der Bahn fahren mussten. Sehr angenehm. Und so ist der Urlaub zu Ende.

Fazit unserer Reise:

Uganda ist noch ein sehr „junges“ Reiseland, dass aber im Tourismussektor stark wächst. Die Infrastruktur ist nicht sehr gut und die Straßen zum Teil auch auf den Hauptverbindungen eine Katastrophe. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass Selbstfahren in diesem Land nicht für jeden geeignet, aber durchaus möglich ist. Man sollte sich selbst und seine Fähigkeiten realistisch einschätzen, denn es kommt u.U. niemand vorbei, der einem helfen kann.
Das Land punktet mit atemberaubender Landschaft, sehr netten, hilfsbereiten und offenen Menschen und einer tollen Tierwelt. Abgesehen von den einmaligen und unvergesslichen Erlebnissen mit den Primaten bietet es viel, auch wenn man die Tierwelt natürlich nicht mit den Tiermengen in Tansania oder Kenia vergleichen kann. Für Vogelliebhaber ist Uganda auf jeden Fall „Heaven“. Wenn man mit realistischen Erwartungen das Land besucht, wird man nicht enttäuscht sein.
Die Unterkünfte, die wir besucht haben, waren sehr unterschiedlich, wir würden allerdings jede einzelne wieder besuchen. Z.T. ist es die Lage, z.T. aber auch die Lodge selbst, weswegen wir die Unterkunft wieder besuchen würden.

Für uns ist auf jeden Fall klar, es geht bald wieder einmal nach Uganda und wir sind schon auf das nächste Abenteuer gespannt – dann aber mit einem „richtigen“ Geländewagen, dem Land Cruiser 😎 .


Ich hoffe, es hat einigen Spass gemacht, unserer Reise zu folgen. Mal schauen, ob es von einer vergangenen auch noch einen Bericht geben wird.

Vielen Dank auf jeden Fall noch einmal für die vielen Kommentare und "Danke Button Drücker". Es motiviert doch ungemein, dass jemand mitliest.

Schöne Grüße aus dem heißen Frankenland,

Nicole

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