Flood Okavango

387 Antworten · 56,1k Aufrufe · gestartet 10. Feb. 2013 von Rajang
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8'684 Beiträge · seit 201011. Mai 2026 · #361
Eben habe ich einen tollen Beitrag auf der Facebook-Seite der Ngami Times angeschaut. In dem Video erklärt Attorney Vasco die Zusammenhänge von Savuti Channel mit Kwando, Selinda Spillway (deshalb darf der Beitrag auch in den Flood Thread, da der Selinda Spillway von der "Annual Okavango Flood" gespeist wird 😉 ) , mit eventueller Tektonik und vielem mehr. Sehr gut zusammengefasst und in gut verständlichem Englisch, finde ich. Besonders gefreut hat mich, dass er den Setswana-Begriff "Savuti" mit "unpredictable" übersetzt, genau so wie es mir Face Sango vor vielen Jahren erklärt hat!

Hier der Link zum Video auf Facebook:
https://www.facebook.com/reel/1540620280728083

Da ja einige hier nicht auf FB sind, habe ich das Video hier hochgeladen:
https://youtu.be/pox-AJHZ3EM

Wer die Locations, um die es geht, nicht vor Augen hat, hier die Satelliten-Aufnahme vom 9. Mai 2026. Von links kommt Selinda Spillway, der schon vor einiger Zeit entgegen früherer Jahre mit dem Kwando/Linyanti Verbindung aufgenommen hat, von oben kommt der Kwando (der übrigens zur Zeit 1,68 m hoch ist, letztes Jahr um diese Zeit waren es 1,40 m, das ist jetzt nicht wahnsinnig viel mehr, aber immerhin) und nach unten rechts fließt der Savuti-Channel ab (man sieht auch, dass er schon ein Stück weit Wasser führt):
Screenshot2026-05-11112313.jpg
LG Bele
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zuletzt bearbeitet 11. Mai 2026
207 Beiträge · seit 202311. Mai 2026 · #362
Hallo Bele,
Wenn ich mir bei Google Maps ein aktuelles Bild vom Savuti anschaue, ist er schon viel weiter mit Wasser gefüllt.
Oder sehe ich das falsch?
IMG_9439.jpeg
Liebe Grüße, Sabine
zuletzt bearbeitet 11. Mai 2026
8'684 Beiträge · seit 201011. Mai 2026 · #363
Makalani schrieb:Hallo Bele,
Wenn ich mir bei Google Maps ein aktuelles Bild vom Savuti anschaue, ist er schon viel weiter mit Wasser gefüllt.
Oder sehe ich das falsch?
Liebe Grüße, Sabine
Hallo Sabine,

Google Maps verwendet ja keine aktuellen Fotos - wenn man nach Google Maps gehen würde, wäre z.B. Khwai aktuell total trocken (da würde sich jemand, der gerade vor Ort ist, sehr drüber freuen 😄 ) !

Wenn du genau hinschaust, hat sich auf deinem Screenshot Selinda Spillway auch nicht mit Linyanti verbunden. Das Bild scheint von einem recht guten Regenjahr zu sein, wo der Kwando gut Wasser hatte und der Savuti Channel ein Stück weit geflossen ist, aber es ist nicht von diesem Jahr!

Liebe Grüße von Bele
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zuletzt bearbeitet 11. Mai 2026
8'684 Beiträge · seit 201011. Mai 2026 · #364
Nachdem sich bei Rundu der dritte Peak nun deutlich aufgebaut hat, wird in der Flood-Gruppe diskutiert, wie es im Moremi dieses Jahr wohl weitergehen wird:

>>>Yeah third push<<<

<<<Not much yeah, how many companies will go bust and people losing jobs because Moremi is not accessible till October at least. It's good we have great floods but don't hiuha because it's a great year, all has to be considered<<<

>>> Eddy I get you completely and yes it might be kak but we choose to live and operate in the most unpredictable environment
possible , My opinion is we flogging a dead donkey by trying to even think we can operate in moremi this year, we have to adapt and move on.<<<

>>>Time to consider other parks. Makgadikgadi NP is beautiful, Central KNP is exquisite, etc etc<<<

>>>This rain and flood is incredibly good for the Delta in the long term.<<<

>>>We all have been very lucky and fortunate to have benefited from the dry delta for many years and now it has just proven us all how useless we all are in predicting what we all know nothing about , I feel you pain eddy.<<<

>>>It's not pain, we can adapt and Paul.and me are looking for solutions bur the majority of the members (Anmerkung: damit sind wohl die HATAB-members gemeint) just don't give a shit ,at least, that's how it looks by the no interest of solving<<<
Screenshot2026-05-11191502.jpg
Der Boteti fließt fleißig weiter, ca. 1km pro Tag. Der Thamalakane bei der Island Safari Lodge steigt nach einer Woche Stillstand wieder.
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zuletzt bearbeitet 11. Mai 2026
1'678 Beiträge · seit 200711. Mai 2026 · #365
Hallo Sabine,
wie Bele schon schrieb, Google Maps und Google Earth (dort sieht man die Aufnahmezeit) sind zwar tolle Tools, aber nicht aktuell. Das beste derzeit ist der Copernicus Browser:

https://browser.dataspace.copernicus.eu/?zoom=5&lat=50.16282&lng=20.78613&themeId=DEFAULT-THEME&visualizationUrl=U2FsdGVkX1%2FUiPqrSCEYNb9lz%2BgpFba4%2Bv%2BPpjewfJK9zqT2mAZOXil5u5neiqX%2BHjGOeNbADj98TlxLYOMgoM%2BQEjOav%2FWsFlzdw4VI37wmPRbPGXB1qi1TEz%2FNDoyy&datasetId=S2_L2A_CDAS&demSource3D=%22MAPZEN%22&cloudCoverage=30&dateMode=SINGLE
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207 Beiträge · seit 202313. Mai 2026 · #366
Hallo Bele und Pollux,
vielen Dank für euren Hinweis, dass die Bilder in Google Maps nicht immer ganz aktuell sind.
Da ganz unten bei Maps "Bilder@2026" steht, ging ich davon aus, dass diese doch relativ zeitnah eingestellt wurden.
Und Danke Pollux für den Hinweis zu "Copernicus Browser", den ich bisher gar nicht kannte - wieder was gelernt 🙂
Liebe Grüße, Sabine
8'684 Beiträge · seit 201004. Juni 2026 · #367
Inzwischen gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass die "Annual Flood" nun auf dem Weg nach Maun ist. Es geht hier um den "Hauptstrang", den Boro/Okavango. Laut der Flood-Chatgruppe steigt seit heute Nacht das Wasser am Bell Frog Inn (das liegt kurz hinter dem Veterinärzaun). Vor einer Woche wurde ähnliches ca. 20 km flussaufwärts gemeldet.

Auch bei der Island Safari Lodge (die kurz nach der Boro Junction liegt, also dort, wo der Boro in den Thamalakane mündet), steigt das Wasser nach einem kurzen Rückgang wieder. Von der Zeit her passt das auch. Wie sich das nun in Sachen Pegelstände in Maun und weiter flussabwärts am Boteti und Nhabe auswirkt, wird man sehen. (Edit: ich sehe gerade, dass man die Bildunterschrift kaum lesen kann, da steht: After our 0.5cm drop on Monday, the water rose 1full cm since then, we are at 3.92 this morning)
Screenshot2026-06-04090827.jpg
Im Delta wird berichtet, dass sich das Wasser vor allem in die Breite verteilt, Gebiete, die lange kein Wasser hatten, sind dieses Jahr geflutet, ohne dass der Pegel bei den entsprechenden Lodges steigt. Irgendwo habe ich ein Statement von einem Hydrologen gelesen (finde es nur nicht mehr 🙁 ), dass durch das viele Gras, das dieses Jahr und auch schon letztes Jahr gewachsen ist, das Wasser flussabwärts etwas ausgebremst wird und sich daher zunächst flächlig verteilt.

Wie sich die Flut auf die Situation in Xakanaxa und vor allem auf die Erreichbarkeit der Region auswirkt, wird man sehen. Der Knackpunkt aktuell ist weiterhin der Channel, der die Bodumatau-Lagoon entwässert. Da muss sich noch zeigen, ob dieser Wasserweg flutabhängig ist oder nur vom Regenwasser bedient wird. Wie sich das Flutwasser in der Xakanaxa-Region selber auswirkt, muss auch noch abgewartet werden. Letztes Jahr im Juni konnte man bei 4th bridge zusehen, wie es ankam und dort zu großen Problemen geführt hat, weil die Brücke damals noch kaputt war. Da dort dieses Jahr aber bereits viel Wasser steht, wird es spannend sein zu sehen, wohin sich das ankommende Wasser dann bewegt. Die Brücke funktioniert ja, aber man sollte sie eben auch erreichen können.... 😉 .

Um die ingesamt große Wassermenge dieses Jahr, und das schon im Mai, zu dokumentieren, hat sich einer in der Chatgruppe die Mühe gemacht und Satellitenfotos (immer Mai) von 2016 bis 2026 aneinandergereiht. Ich habe die Animation mal auf Youtube hochgeladen, damit ich sie hier verlinken kann.

Ich füge zum besseren Verständnis auch noch den Text hier ein, den er dazu geschrieben hatte (es ist nicht die übliche Darstellung, die man sieht, wenn man den Copernicus-Link aufruft):
This Sentinel images False colour (Band B11,B12,B4) essentially shows moisture saturation (inluding in plants), the darker it is the more saturated, the very darkest areas are visible water. By any measure, it’s WET !!! (Note a lot of water gong down the western side compared to central system, most of that won’t reach Maun).What’s interesting too is that this end of May image looks much more like a June or July image from years past

Bei YouTube ansehen ↗



Wie er schreibt, scheint dieses Jahr auch der Westen viel Wasser abzubekommen, d.h. der Lake Ngami könnte eventuell davon profitieren.

In Khwai steht die Landebahn übrigens immer noch unter Wasser, Dead Tree Forest trocknet langsam ab, es steht dort aber immer noch Wasser. Hier wird es auch interessant sein zu sehen, ob die Flut und wenn ja, wann und in welcher Stärke sie ankommt.

LG Bele
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zuletzt bearbeitet 05. Juni 2026
8'684 Beiträge · seit 201024. Juni 2026 · #368
Bei der Hitze draußen kann manche/r vielleicht ein bisschen Flood-Input gebrauchen 😉 😗 !

In der Flood-Whatsapp-Gruppe gab es einige Meldungen in den letzten Tagen zu den Pegelständen in verschiedenen Regionen:

Khwai:
"water in Khwai has also risen 7cm in the last 7 days. water is now 50cm below the concrete bridge in Khwai village, highest we recorded early April was 24cm ABOVE the bridge so we are still 74cm BELOW the highest level, I don’t think the floodwaters will come anywhere close to the rainwater levels."
Man sieht auch auf dem Satellitenbild von gestern, dass der Airstrip langsam abtrocknen und Dead Tree Forest scheint komplett abgetrocknet zu sein. Das Regenwasser verschwindet also so nach und nach und das Flutwasser kommt an, aber nicht in dem Maße wie das Regenwasser.

Gomoti:
"At Gabamochaa Bridge (West channel of the Gomoti) the water has risen 6cm in the last week and the flow has increased a lot. I think the Gomoti east channel feeding into the Tamalakane near Shorobe is even higher. So more water is coming your way!"

Maun / Borosystem:
"Our boat driver went up the Boro by boat the day before yesterday and the report back is water levels are increasing, all the sandbars that were touching 2 weeks ago are now deep enough not to touch and water is starting to spread into the floodplains. From the air, does it look like the Boro is spreading out/" "Morning All, 3.96 on Islands Pole this morning, we have gone up 4cm in the last 6 days."

Khumaga:
"Water came up again with 5cm since last Monday in Khumaga."

Das heißt, dass noch sehr viel Wasser den Thamalakane und dann eben auch den Boteti und den Nhabe runterfließen wird. Der Nhabe macht wie der Boteti auch jeden Tag weiter Fortschritte, wie man auf den Satellitenbildern erkennen kann (ich denke, inzwischen schaut jeder und jede Interessierte selber bei Copernicus vorbei, so dass ich keine Screenshots machen muss).

Dazu passend gab es heute eine lange Sprachnachricht eines Piloten, der vor ein paar Tage den Panhandle und das Delta abgeflogen ist. Er sagt, dass oben sehr viel Wasser vorhanden sei und es sich durch viel Bewuchs - da es nämlich anscheinend sehr wenige gelegte Buschbrände gibt zur Zeit - weit zu den Seiten ausbreitet, weil es nicht schnell abfließen kann. Dies wird aus verschiedenen Gründen als sehr positiv bewertet, Fische haben Zeit und Platz zu brüten, eine große Fläche des Deltas wird durchnässt, wodurch auch das Grundwasser aufgefüllt wird, usw. Der Pilot geht davon aus, dass bis mindestens Ende September weiterhin viel Wasser nach und nach aus dem Delta über Maun in den Nhabe und den Boteti abfließen wird.

Xini Lagoon, bzw. der Abfluss davon, kommt auch immer weiter voran.

Wie die Lage um 3rd und 4th bridge aktuell ist, ist schwer einzuschätzen. Sollte die neue Verbindung nach 3rd bridge von Xakanaxa her tatsächlich am Freitag wie angekündigt in Betrieb genommen werden, wird man hoffentlich mehr davon lesen. Wie im anderen Thread gestern geschrieben, baut sich westlich von 4th bridge ein Wasserkörper auf, der die Verbindung unterbrechen könnte. Das ist aber alleine mit dem Blick aus dem Weltall schwer zu erkennen. Ich bin sehr gespannt auf Erfahrungsberichte!

Dann noch zu einem weiteren, wie ich finde sehr, sehr spannenden Thema in der Floodgruppe. Dort wurde eine wissenschaftliche Arbeit verlinkt, an der (mindestens) zwei Mitglieder der Gruppe mitgeschrieben haben. Die Veröffentlichung fand auf Tektonika statt, einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift, die kostenfrei begutachtete Forschungsarbeiten zu Strukturgeologie und Tektonik veröffentlicht.

Ich versuche mal, die Arbeit hier zu verlinken, aber ich gestehe, dass ich sie nicht bis zur letzten Graphik und bis zum letzten Satz gelesen habe 😗 , auch wenn ich dieses Themengebiet während meines Schmalspurgeografiestudiums gestreift habe (dazu kommt, dass mein Fachenglisch noch schlechter ist als mein normales 😊 ....).

📎 Dauteuiletal2024Presendaydeformationintheincipientstrike-slipbasinoftheOkavango-impactontheecosystem.pdf.pdf


Es gab noch andere in der Gruppe, die überfordert waren 😉 und so hat sich jemand erbarmt und hat uns eine Zusammenfassung geschrieben (zusätzlich zu der Conclusion im Text). Ich habe sie durchs Übersetzungsprogramm gejagt, eventuelle kleine Unstimmigkeiten bitte ich daher zu entschuldigen, im Großen und Ganzen stimmt die Übersetzung aber meiner Meinung nach:


"Es handelt sich um einen 2024 in „Tektonika“ veröffentlichten Artikel, in dem GNSS-Daten analysiert werden, um die aktuelle Bodenverformung im Okavango-Graben zu messen, mit Auswirkungen auf das Ökosystem des Deltas.
Wichtigste Ergebnisse:

• Im Okavango-Graben findet eine rechtsseitige Verschiebung im Streifgleitmechanismus statt, wobei sich die höchste Dehnung entlang einer Grenze des Grabens konzentriert, wo die meisten seismischen Ereignisse auftreten.
• Der Beckenboden dreht sich im Uhrzeigersinn, was im Inneren zu einer lokalen, leichten Kompression führt.
• Im Nordosten senkt sich der Boden schneller ab, was eine regionale Neigung zur Folge hat – im Einklang mit der asymmetrischen 3D-Form des Beckens.

Auswirkungen auf das Ökosystem:

• Diese Neigung erklärt die in früheren Studien dokumentierte allmähliche Verschiebung des jährlichen Hochwassermusters nach Nordosten – einige Gebiete trocknen aus, während andere fast dauerhaft überflutet sind.
• Die Autoren argumentieren, dass diese Verformung tektonisch bedingt ist (im Zusammenhang mit der Ausbreitung des ostafrikanischen Grabenbruchsystems nach Süden) und nicht nur auf hydrologische oder klimatische Effekte zurückzuführen ist.

Langzeitszenario (das große Szenario):

• Eine anhaltende Neigung nach Osten könnte letztendlich dazu führen, dass Wasser vom Flusssystem Selinda/Linyanti/Sambesi „abgefangen“ wird, anstatt im endorheischen Becken des Deltas zu verbleiben.
• Sollte diese Ableitung eintreten, würde sich das Okavango-Delta von einem endoreischen (geschlossenen) zu einem exoreischen (abfließenden) System wandeln – was den Wasserzufluss in das Delta drastisch reduzieren würde.
• Der Zeitrahmen ist nicht genau festgelegt, könnte aber auf der Grundlage der beobachteten Trends der letzten ~50 Jahre in der Größenordnung von „einigen Jahrzehnten“ liegen, wobei die Auswirkungen des Klimawandels darüber hinaus noch nicht berücksichtigt sind.
• Die Autoren weisen auf erhebliche potenzielle Auswirkungen auf die Biodiversität und auf Botswanas vom Tourismus abhängige Wirtschaft hin.

Angesichts Ihrer Arbeit im Delta ist dies für die langfristige Planung von unmittelbarer Relevanz – insbesondere der Mechanismus der nordöstlichen Verlagerung der Hochwasser und die spekulative Flussumleitung.
"

So würde dieser Abfluss des Wassers aus dem Delta über das Selinda/Linyanti/Sambesi-System aussehen:
Screenshot2026-06-24142630.jpg
Wie man sieht, gibt es also durchaus größere Bedrohungen für das Unesco Weltnaturerbe Okavango Delta als ein paar neue Wege... 😗 (Übrigens kann sich jeder mal den neuesten Bericht dazu durchlesen, es gibt ja die Meldungen von außerhalb und die Stellungnahme von Unesco dazu, den touristischen Druck habe ich beim Lesen als eher untergeordnetes Thema empfunden (ohne mir jetzt irgend etwas schönreden zu wollen, mir ist schon klar, dass wir Touristen einen eher negativen als positiven Einfluss haben 🙄 ), aber das ist vielleicht nur meine Wahrnehmung): https://whc.unesco.org/en/soc/4840/




LG Bele
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zuletzt bearbeitet 24. Juni 2026
1'678 Beiträge · seit 200724. Juni 2026 · #369
Interessante Punkte. Die Frage wäre z.B. ob der Selinda Spillway solche Wassermengen überhaupt aufnehmen könnte. Und ob dann nicht ein starker Abfluß in den Savuti-Kanal passieren könnte. Und dann über die Mababe Depresion zurück zum Khwai 🤩
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
1'470 Beiträge · seit 200824. Juni 2026 · #370
Champagner schrieb:
Wie die Lage um 3rd und 4th bridge aktuell ist, ist schwer einzuschätzen. Sollte die neue Verbindung nach 3rd bridge von Xakanaxa her tatsächlich am Freitag wie angekündigt in Betrieb genommen werden, wird man hoffentlich mehr davon lesen. Wie im anderen Thread gestern geschrieben, baut sich westlich von 4th bridge ein Wasserkörper auf, der die Verbindung unterbrechen könnte. Das ist aber alleine mit dem Blick aus dem Weltall schwer zu erkennen. Ich bin sehr gespannt auf Erfahrungsberichte!
🤩

Hallo in die Runde,

bissl Hoffnung kann nie schaden!
Liebe Grüße,

Moose.
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=a8a948-1342536910.jpg Fotobericht Madagaskar 2012 - Zwei Knäckebrote auf Lemurensuche Fotobericht Südafrika 2013 - Von Elefanten gejagt, von Katzen verlassen Fotobericht Madagaskar 2014 - Madagascar Ostküste - Teil 2 der Knäckebrot-Saga
8'684 Beiträge · seit 201006. Juli 2026 · #371
Der Boteti hat Rakops bald erreicht:
Screenshot2026-07-05221912x.jpg
Er bekommt weiterhin Nachschub von flussaufwärts, der Pegelstand an der Island Safari Lodge heute war ca. 4.03 m - so hoch war er zuletzt im Juni 2010 (damals stieg der Pegel im August bis 4,35 m ) :
ISLPegel05.07.2026xx.jpg
Vom Boteti bei Khumaga hieß es am letzten Montag: "and another 6cm water rise in the last week at Khumaga"
Und Nachtrag heute (Montag): "another 5cm rise in the river level at Khumaga in the last week"


Vom Khwai wurde am Freitag Folgendes gemeldet (gemessen an der kleinen Betonbrücke direkt nach dem Khwai Guesthouse): "it is basically coming up about 5-10mm per day, for the last 2 weeks"
Der Airstrip steht immer noch großteils unter Wasser.
Up-Date heute (Montag) : "Khwai still rising but has slowed down, measuring from the concrete bridge in Khwai village we have seen a 4cm rise in the last 7 days….. phew…."



Über die Querung Xini => Xakanaxa konnte man heute auf Facebook dies hier lesen: "The crossing to get to Xakanaka and 3rd is quite deep, so all depends on vehicle. And water still rising around 1cm per day."

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2026
1'678 Beiträge · seit 200707. Juli 2026 · #372
Bzgl. Xini-Xaka liest man auf FB "Drive Bots" und "Moremi Game reserve Sightings" viele unterschiedliche Meinungen. Einfach ist es wohl nicht, besonders wenn man in eine falsche Spur gerät. Es ist auch die Rede von abgesoffenen Autos. Und das Wasser steigt. Bin gespannt, wie lange das gut geht. Und es gibt ja keine Alternative.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
1'127 Beiträge · seit 202209. Juli 2026 · #373
pollux schrieb:Interessante Punkte. Die Frage wäre z.B. ob der Selinda Spillway solche Wassermengen überhaupt aufnehmen könnte. Und ob dann nicht ein starker Abfluß in den Savuti-Kanal passieren könnte. Und dann über die Mababe Depresion zurück zum Khwai 🤩
Genau, solche Fragen drängen sich auf. Auch wegen der Abflusskapazität nach dem Selinda Spillway, welche durch die Topgraphie und die Gefälleverhältnisse gegeben ist. Die Südufer sind erhöht, die nördlichen sind ebene Feuchtgebiete. In den letzten 120 km Luftlinie vor dem Sambesi (d. i. mindestens x 2 in Fließstrecke) liegt praktisch kein Gefälle vor, daher ja die Ausbildung großer Feuchtgebiete. Hochwasser im Sambesi kann daher die Fließrichtung umkehren. Es muss schon eine sehr große Absenkung passieren, um diesen gewaltigen Widerstand der Feuchtgebiete zu überwinden.

Weil die Ausbildung neuer Fließwege dauert und die Absenkung sehr langsam verläuft, fragt man sich als Laie schon, ob eine (verstärkte) Wasserführung über Selinda (infolge Absenkung) nicht eher oder zuerst in den Savuti- und Mababe- Niederungen landen würden, die ja auch rd. 5 bis 10 Meter unter dem Chobemündungsniveau liegen.
Das Gefälle von der Abzweigung des Savutikanals bis zur Chobemündung beträgt rund 15 Meter (und das größtenteils durch Feuchtgebiete) aber 20 bis 25 Meter zu den Binnendeltas, über schon bestehende Wasserläufe. PS: Auch wenn diese nicht immer Wasser führen, sind sie schon vorhanden.

Angesichts der Langsamkeit und der Größenordnung der Absenkungen ist es für mich schwer verständlich, dass das Wasser den Weg des größeren Widerstandes (in den Sambesi) nehmen sollte, anstelle durch bestehende, leichtere. Letzteres wäre dann eher eine Fortsetzung der Verlagerung des Deltas (bzw. Bildung neuer Feuchtgebiete) anstatt eines „Auslaufens“.

Dass sich die Wasserführung im Delta vom (S)W nach NO verlagert hat, ist eine historische Tatsache. Das begann nicht erst vor 50 Jahren, sondern schon viel früher, so bzw. deswegen entstand beispielweise Maun. Die modernen „Tektoniker“ 😎 haben nun Messdaten zu einem Vorgang geliefert, den die nicht mit diesen Möglichkeiten ausgestatteten Vorgänger mir anderen Methoden empirisch und deduktiv annahmen. Und weil das alles so langsam geht, wird keiner der hier Schreibenden den Wahrheitsbeweis dieser Prognose erleben.
zuletzt bearbeitet 09. Juli 2026
1'127 Beiträge · seit 202214. Juli 2026 · #375
Nach dem Einläuten des Endes des Deltas infolge einer Absenkung in Richtung NE (zum Sambesi hin), hier eine kompakte Beschreibung der Entstehung, die etwa gegenteilig verlief und den Okavango "einfing", nämlich durch Absenkung nördlich und Hebung südlich des (späteren) Deltas.

https://mg.co.za/the-green-guardian/2022-01-19-science-s-burning-questions-about-the-okavango-river-basin-are-answered/

How was the Okavango Delta formed?

"The three great rivers that are today the Zambezi, the Kwando and the Okavango used to flow together across Botswana, joining the Limpopo valley and flowing east out to sea with the Limpopo River. Over geological time the combined Zambezi/Kwando/Okavango River broke away from the Limpopo and, being surrounded by Kalahari sands, the water accumulated as a great lake over the current day Makgadikgadi Pans and Mababe depressions. Within these pans and depressions vast amounts of salts were deposited, forming Botswana’s salt pans.
After this, at the southwestern most extent of the Rift Valley, tectonic movement first stole the Zambezi River and then the Kwando River away from the Okavango system to flow east down the current day Zambezi Valley. Without the additional flows the great lakes dried up. The faults that captured the Zambezi and Kwando rivers also affected the Okavango. The land to the south of the Gumare fault — the northern end of what is today the Okavango Delta — tilted downwards while the land to the north of the Thamalakane fault —– the southern end of the Okavango — tilted upwards. This tilt resulted in a reduced gradient and water flowing down the Okavango fanned out seeking the easiest route becoming the “alluvial fan” we know today as the Okavango Delta.
"

Und n. b. den Hinweis zum Podcast
zuletzt bearbeitet 14. Juli 2026
8'684 Beiträge · seit 201021. Juli 2026 · #376
Der Thamalakane bei der Island Safari Lodge steigt weiter, übers Wochenende wieder 2 cm, Pegelstand gestern war 4,11m.
ISL20.07.2026.jpg
Vom Khwai gab es vor einer Woche diese Info:
"Water rise has slowed down in Khwai, only rose 2cm in the last week, I think we are seeing one of the flood peaks, I dont think this is the final peak and I am pretty sure it will drop slightly and then rise slightly again."

Auf Khumaga diese:
"Water in Khumaga has however risen by 10cm in the last week so it seems the rainwater flood peak has reached Khumaga."

Der Boteti ist jetzt schon weit über Rakops raus, das Satellitenfoto ist von gestern:
Screenshot2026-07-20191026.jpg
Vom Delta selber hört man - wie auch Pollux im anderen Thread geschrieben hat - zahlenmäßig wenig.
Mir geht es wie Angelina im anderen Thread: ich würde zu gerne wissen, wie es sich von Xakanaxa aus bis Third Bridge fährt und was man rund um Third Bridge dann fahren kann.

Ich hoffe sehr auf (Live-)Berichte von einigen Fomis in nächster Zeit 😉 !

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2026
8'684 Beiträge · seit 201028. Juli 2026 · #377
Hier mal wieder ein paar Wasserstandsmeldungen:

Von gestern: "Khumaga water still rising, 6cm in the last week", "Khwai stable for the last 10 days or so".

Inzwischen gibt es auch eine Grafik aus dem Gomoti-Gebiet, Gomoti Level wird direkt am Buffalo Fence gemessen, der andere Wert ist von etwa hier (Ghabamochaa):
Screenshot2026-07-28095132.jpgScreenshot2026-07-28084631.png
Von der Island Safari Lodge gibt es zwei Darstellungen, eine mit nur ein paar Kurven der letzten Jahre und eine mit mehr oder weniger allen, die Farben wurde etwas geändert und 2011 ergänzt:
Screenshot2026-07-27080103.jpgILS27.07.2027.jpg
LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 28. Juli 2026
87 Beiträge · seit 201628. Juli 2026 · #378
Liebe Bele,

danke für die Infos. Aus dem Moremi hast Du nichts gehört, ob der Wasserspiegel immer noch steigt oder? Unsere Hoffnung bzgl. der Erreichbarkeit von Third Bridge und Xakanaxa schwindet so langsam....

Aus Magotho habe ich gestern gehört dass das Wasser um die Campsite herum zurückgeht und der Wasserspiegel im Fluss leicht sinkt. Denke das ist wahrscheinlich selbst in der Khwai Region nicht überall gleich.

Liebe Grüße
8'684 Beiträge · seit 201028. Juli 2026 · #379
Angelina schrieb:Liebe Bele,
danke für die Infos. Aus dem Moremi hast Du nichts gehört, ob der Wasserspiegel immer noch steigt oder? Unsere Hoffnung bzgl. der Erreichbarkeit von Third Bridge und Xakanaxa schwindet so langsam....
Aus Magotho habe ich gestern gehört dass das Wasser um die Campsite herum zurückgeht und der Wasserspiegel im Fluss leicht sinkt. Denke das ist wahrscheinlich selbst in der Khwai Region nicht überall gleich.
Liebe Grüße
Hallo Angelina,
nein, aus dem Moremi weiß ich nichts Neues, aber es ist auf jeden Fall noch viel Wasser vorhanden. Es ist auch schwierig abzuschätzen, welcher Peak jetzt durch ist und was Regenwasser ist/war. Die Flut ist dieses Jahr etwas später dran als letztes Jahr, mit 3 Peaks, aber dafür nicht mit ganz so hohen Spitzen.
Screenshot2026-07-23073005.jpg
Auch in der Flood-Gruppe rätseln alle ein bisschen rum, wie es wohl weitergeht. Das Wasser steht halt überall breit auf den Floodplaines verteilt, ein Teil davon trocknet sicher weg und ein Teil fließt langsam in den Channels ab in Richtung Thamalakane.

Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Wasser bzw. Feuchtigkeit und Bewuchs im Vergleich zu dem sehr guten Flutjahr 2020 vorhanden ist 🤩 .
Hier mal die Short wave infrared composite (SWIR) - Darstellung Short wave infrared (SWIR) measurements can help scientists estimate how much water is present in plants and soil, as water absorbs SWIR wavelengths. Short wave infrared bands (a band is a region of the electromagnetic spectrum; a satellite sensor can image Earth in different bands) are also useful for distinguishing between cloud types (water clouds versus ice clouds), snow and ice, all of which appear white in visible light. In this composite vegetation appears in shades of green, soils and built-up areas are in various shades of brown, and water appears black. Newly burned land reflects strongly in SWIR bands, making them valuable for mapping fire damages. Each rock type reflects shortwave infrared light differently, making it possible to map out geology by comparing reflected SWIR light..

2020:
Screenshot2026-07-28165139.jpg
Und hier 2026 (beides Ende Juli)
Screenshot2026-07-28165204.jpg
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zuletzt bearbeitet 28. Juli 2026
1'127 Beiträge · seit 202228. Juli 2026 · #380
Ich glaube nicht, dass man diese Abschätzung nur mit Zuflussdaten vornehmen kann, weil:

MW sagt die Wissenschaft, dass die maximal überschwemmte Fläche einer Saison hauptsächlich von 3 Einflussgrößen abhängt: Dem saisonalen Zufluss und Niederschlag und der überschwemmten Fläche in der Vorsaison (= „Restwasser“). Es gibt sogar eine (statistisch ermittelte) Formel dafür. Derzeit sind alle Faktoren im gegenüber einem langjährigen Schnitt erhöht.
MW geht der „Wassertransport“ größtenteils durch die permanenten und saisonalen Feuchtgebiete, von Sumpf zu Sumpf, Lagune zu Lagune und Kanälen dazwischen. Die großen Abläufe in den Thamalakane bzw. dieser selber transportieren nur mehr den „letzten“ Überschuss (ein paar % des Zuflusses), den die Feuchtgebiete und Flutebenen (PS: im Grundwasser) nicht aufnehmen oder oberflächlich und über Pflanzen/Büsche/Bäume verdunsten konnten.
Wenn Letztere noch nicht fallen oder sogar noch steigen, zeigt das für mein Verständnis an, dass es im Delta eben „noch nicht vorbei“ ist und kein kurzfristiger Rückgang in den davon gespeisten Flächen zu erwarten ist.
Das durch den Regen überschwemmte „Festland“ ist etwas anderes, weil es, sobald der Nachschub aus den Feuchtgebieten (PS wo vorhanden) aufgehört hat, rascher abtrocknen kann.

M(laienhafte)M, an niemanden speziell gerichte, nur laut gedacht.
Wenn falsch, lerne ich gerne dazu.
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2026