Hallo Petsch,
was sind deine Erwartungen? Was hast du vor. Eine geführte und behütete Busrundreise oder eine Selbstfahrertour?
Eine größere Operation oder schwierige Eingriffe, wozu auch Bandscheiben-OP's gehören lassen wohlhabende Namibier in Südafrika machen. Eine Schmerzbehandlung und Physiotherapie ist in Namibia an vielen Orten gut möglich. Aber ein akutes oder sehr instabiles Bandscheibenproblem verträgt sich
- nicht mit den wechselnden Betten einer Lodge-Rundreise und schon gar nicht mit Camping
- nicht mit der Federung eines Geländewagens
- nicht mit den Bedingungen einer Gravelroad
- auch oft nicht mit den Möglichkeiten einen Game-drive, Sundowner oder Farmdrive zu unternehmen, was viele Ziele echt bereichert.
Zudem musst du immer damit rechnen, dass du einen Reifen wechseln musst. Bei vielen Zielen sind keine normalen Straßenverhältnisse sondern schon Geländebedingungen, bei dem es vorkommen kann, dass du das Auto z.B. im Tiefsand freischaufeln musst.
Du müsstest also eine geführte Reise wählen, bei der dies alles abgenommen wird.
Außerdem würde ich dir zu einer Versicherung raten, die im Krankheitsfall auch einen medizinisch sinnvollen Rückflug bezahlt. Dies wäre z.B. durch eine Mitgliedschaft in der
deutschen Rettungsflugwacht (DRF) möglich. Auch in der Schweiz wurde eine ähnliche Möglichkeit hier schon vorgestellt. Die meisten Reisekrankenversicherungen zahlen nicht für Verschlechterungen vorbestehender Krankheiten. Wenn du also keine private, weltweit gültige Krankenversicherung hast, dann musst du das Kleingedruckte sehr genau vergleichen. Es droht dir bei Bandscheibenproblemen ein liegendtransport im speziellen Medizinflieger und Arztbegleitung, was sicher 5-stellige Kosten verursachen kann.
Und für deine Frau? Es gibt für gängige Krankheiten auch verbreitet eine ausreichende, an manchen Orten auch richtig gute Behandlung. Spezialärzte gibt es eher grundsätzlich nicht. Selbst der Hautarzt fliegt an manchen Tagen aus Südafrika ein und hält in Windhuk Sprechstunde. Du willst in ein Land, das in vielen Bereichen stark unterentwickelt ist. Du kannst sicher nicht mit einer flächendeckenden Rundum-Versorgung wie in jedem Land Europas rechnen. Je nach Region und Fahrstrecke kann es beim Liegenbleiben auch mal einige Tage dauern, bis ein anderes Fahrzeug vorbei kommt. Dann wäre evtl. ein Satellitentelefon sinnvoll. passend dazu gibt es telefonische Medizinberatungsangebote.
Im südlichen Afrika ist zudem völlig üblich, dass das Hilfssystem erst tätig wird, wenn die Bezahlung klar ist. Keiner wird eine Abrechnung mit deiner Versicherung annehmen, wenn von dort nicht eine Kostenübernahme direkt bestätigt wird. Auch dann kann eine Vorkasse oder ein Deposit von dir verlangt werden. Manchmal geht das mit Kreditkarte, die eine entsprechende Deckung aufweist, aber ich habe auch schon von Bargeldforderungen vorab gehört. D.h. du solltest dies bei deiner Reisekasse berücksichtigen und ausreichend Euronen bar mitnehmen. Dies ist aber wieder ein zusätzliches Sicherheitsrisiko...
Ich rate dir aber nicht von so einer Reise ab. Du musst aber prüfen, ob der Zeitpunkt gut ist (i.B. wenn absehbar weniger Probleme bestehen) und du musst prüfen, wie viel Hilfe du brauchst, abhängig von dem, was du planst.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)