Reisebericht

Uganda: Neugierig auf das grüne Herz Afrikas

von Butterblume · begonnen 29. Nov. 2012 · 15 Teile

Teil 129. Nov. 2012
Ihr Lieben alle,

hier nun mein Reisebericht über unsere Tour Anfang Oktober 2012. Ich darf vorweg nehmen, dass ich gestern fast wieder ein Flugticket nach Entebbe gebucht hätte für März 2013...

Für alle, die lieber nur Fotos gucken möchten, hier der Link zur Bildergalerie:

Die Flüge buchten wir bei Turkish Airways von Hannover via Istanbul nach Entebbe. Beinfreiheit und der Service bei TA waren hervorragend. Ebenso das Preis-Leistungsverhältnis!

Einen 4x4 Toyota Hilux Surf haben wir bei Alpha-rent-aCar in Kampala gemietet. Hier die funktionierende email-Adresse: alphabetarentals@gmail.com

Übernachtung wurde nicht reserviert. Oktober ist Nebensaison und wir erhielten überall unsere Wunschunterkünfte. So waren wir flexibel und können dort, wo es uns gefiel, auch länger bleiben. Diese Art des Reisens fanden wir schon 2008 in Südafrika ausgesprochen grandios.


Uganda-Route 2012 - Karte: T4Africa

Unsere Unterkünfte:

Entebbe, 1 Nacht
The Boma

Ziwa Rhino Sanctuary, 2 Nächte
Amuka Lodge

Budongo FR, 1 Nacht
Budongo Eco Lodge

Murchison Falls NP, je 2 Nächte
Bwana Tembo Safari Camp
Murchison River Lodge

Fort Portal, 1 Nacht
Kluges Guestfarm

Queen Elizabeth NP, 3 Nächte
Queen Elizabeth Bush Lodge

Queen Elizabeth NP – Ishasha, 1 Nacht
Savannah Resort Hotel

Lake Mburo, 1 Nacht
Rwakobo Rock Lodge

Entebbe, 1 Nacht
The Boma


Samstag, 29.09.2012, Hannover, Istanbul, Entebbe

Gegen 07.30 Uhr klettern wir nach ausgiebiger Verabschiedung von unseren Katzen ins Auto und lassen uns vom Sohnemann zum Hannover Airport bringen.

Upps, so lange Schlangen beim Check-in haben wir ja schon lange nicht mehr auf unserem kleinen, charmanten Flughafen erlebt. Die Passkontrolle ist seit zwei Wochen nur unvollständig und in unserem Fall nur mit einem Beamten besetzt, entsprechend lang und länger werden die Warteschlangen. Irgendwann war es dann aber geschafft, wir haben unsere vier Koffer und Taschen (pro Person sind zwei Gepäckstücke á 23 kg Freigepäck) aufgegeben und wir hoben mit Turkish Air Richtung Istanbul ab. Der Flieger war einer der Neueren, Service, Boardküche sehr gut und nach ca. 3 Stunden Flug erwartete uns die Wärme Istanbuls. Herrlich! Dem Wetter in Deutschland trauern wir gerade nicht hinterher...


Istanbul Atatürk Airport

Unser schweizer Forumsfreund Picco verkündete via SMS ebenfalls seine Ankunft aus Zürich und ich brach mir eine Viertelstunde die Finger ab, um ihm via SMS zu antworten (SMS ist nicht mein Ding! Wer mich und mein Zeitmanagement kennt weiß, dass ich Telefon oder Email bevorzuge).

Nun, Jochen und mich zog es zunächst auf die Raucherterrasse und bald konnte ich Picco mein strahlendes Lächeln auch mal visuell senden. Wir haben uns sehr gefreut, ihn live treffen, nachdem wir ja immer nur via Email und Forum kommunizierten!

Bis zum Weiterflug Richtung Afrika waren einige Stunden in der Lounge zu überbrücken, die aber schnell vergingen, da wir uns noch so vieles zu erzählen hatten. Im Übrigens nehmen die die Touristen an diesem Airport ganz schön aus: Für drei Dosen Cola habe ich 16 € berappen müssen!

Der Transfer und die Abfertigung im Istanbuler Transitbereich sind total unkompliziert, unbürokratisch und zügig ohne Schlangestehen erledigt. Sehr angenehm!

Am frühen Abend kletterten wir bei Sonnenuntergangsstimmung in die recht neue, moderne Boeing 737-800. Der Sundowner über dem Bosporus, das Nildelta und das Lichtermeer Kairos sorgten für eine wunderbare Stimmung.

Die Beinfreiheit war noch größer wie im Zubringerflug mit dem Airbus A320 100/200 und sicherlich eine der besten, die wir auf Afrikaflügen jemals in der Holzklasse genießen konnten. Das Boardentertainment, der Service und die Verpflegung waren exzellent! Von den günstigen Flugtickets rede ich gar nicht erst.

Jochen verkündete im Frühjahr, dass er im Oktober noch zwei Wochen Urlaub nehmen kann und möchte. Während er irgend einen Klitschko-Boxkampf im TV schaute, googelte ich im Internet nach den günstigsten Flügen von Hannover Richtung Afrika südlich der Sahelzone... Tja, der Preis für Nairobi war mit 575 € schon heiß, aber Entebbe war noch einmal um 20 € günstiger! Und am Mietwagen sparen wir in Uganda bei gleicher Mietzeit/gleichem Anbieter auch mal 1000 €! Und dann war da ja noch der inspirierende Reisebericht von Axel (Uganda80) im Namibia-Forum, der zur gleichen Jahreszeit in 2011 Uganda für sich erobert und dort sein Herz verloren hat... Keine Woche später war die Tour in Sack und Tüten!
Ich habe lediglich die erste und die letzte Nacht in Entebbe im Boma Guesthouse gebucht. Alles andere entscheiden wir spontan vor Ort nach Lust und Laune. Dort wo es uns gefällt, werden wir einfach länger bleiben!

Irgendwann im Juni bekundete auch Picco sein Interesse an Uganda und in Ermangelung einer Reisebegleitung, boten wir ihm ein Plätzchen in unserem Safarigefährt an. Dass die Chemie zwischen uns stimmt, haben wir eigentlich recht schnell fest gestellt.


über Istanbul
Teil 229. Nov. 2012
Sonntag, 30.09.2012 Entebbe, Ziwa Rhino Sanctuary


Karte: T4Africa

206 km

Gegen 02:15 Uhr konnten wir das zum ersten Mal ruandischen Boden betreten, allerdings nur indirekt im Flieger, denn nach dem Abladen einiger Mitreisender flogen wir nach einer Stunde zurück über den Äquator gen Norden Richtung Entebbe.

Nach zügiger Abfertigung, Visumserteilung habe ich noch rasch eine Prepaidtelefonkarte am Flughafen erworben, während die Männer aufs Gepäck warteten. Habe die Karte zur Vorsicht mit 25 US$ laden lassen, da wir ja keine Unterkünfte vorgebucht haben und ein wenig Telefonie zu erwarten ist.

In der Ankunftshalle nahm uns Ibrahim in Empfang. Der vom Boma Guesthouse beauftragte Driver chauffierte uns und unsere Gepäckmengen rasch zum Hotel. Allerdings nicht ohne auf die Villa des ugandischen Präsidenten Muzeveni zu verweisen, die sich in unmittelbarer Nähe des Boma befindet.

Total erledigt – wie immer auf Nachtflügen – bezogen wir um 04:30 Uhr nach herzlichem Willkommen im Guesthouse unser recht unspektakuläres Zimmer No. 2 (135 US$/DBB), aus dem Jochen vorher noch eine große Schabe entfernen musste, die das Gemach mit uns teilen wollte. Wir aber nicht mit ihr!

Leider ließ mich das Reisefieber nur bis 08:00 Uhr schlafen. Nun da hatte ich ja noch zwei Stunden Zeit, um den tropischen Garten auf gefiederte Gesellen untersuchen zu können. Uganda soll ja ein Land für Birder sein und die Big Five hatten wir ja gerade ausführlich in Kenia genossen.

Und tatsächlich, das ein oder andere Objekt der Begierde ließ sich vor der Kamera nieder: Die lauten Bindenlärmvögel und ein schillernder Schmucknektarvogel verhießen einen guten Start hier am Lake Victoria.


Grauflügel-Rötel/Grey-winged Robin-Chat (Cossypha polioptera), The Boma, Entebbe


Schmucknektarvogel / Red-chested Sunbird (Cinnyris erythrocerca), The Boma, Entebbe


Bindenlärmvogel/Eastern Grey Plantain-eater (Crinifer zonurus), The Boma, Entebbe


Scharlachwürger/Black-headed Gonolek (Laniarius erythrogaster), The Boma Hotel, Entebbe

Wie wir lernen durften, haben die Schweizer zwar die Uhr erfunden, doch scheint die Funktionsweise dieser mechanischen Wunderwerke doch eher afrikanisch zu sein. Als Freund Picco zur verabredeten Frühstückszeit nicht erschien, versuchte ich mich kurz vor 11:00 Uhr als Türklopfer an seiner Kemenate. Und siehe da, ein verwuseltes Etwas musste sich erst mal via GPS orientieren. "Ja, Picco, wir sind tatsächlich schon in Uganda! Dein Frühstück (welches eh nichts Besonderes war) wartet und in 15 Minuten soll unser Mietwagen gebracht werden..."

So habe ich die Zeit genutzt unsere Gepäckmengen zu verteilen. Eine Tasche mit Schlafsäcken für Neugeborene, die mir die Firma Pinocchio geschenkt hat, bleibt in Kampala und wird bei Alpha Car Rental vom Rubongo Hospital abgeholt, wo sie auf der Wochenstation hoffentlich einen sinnvollen Verwendungszeck finden. Unser alter, dunkelblauer Schalenkoffer ist vollgepackt mit Kinderkleidung, Schlafsäcken, Zahnbürsten, Trinkbechern, Babykosmetik und Waschhandschuhen. Er ist für das Toro Babies Home in Fort Portal gedacht und wird im Boma Guesthouse bleiben, bis demnächst ein Mitarbeiter des Kinderheimes die Utensilien abholen kann, denn mit drei Personen und notwendigem Reisebedarf ist unser Hilux Surf gut ausgefüllt.


Nein, das ist leider nicht unser Hilux...


The Boma, Entebbe


The Boma, Entebbe

Der Fahrer Patrick, von Alpha Car Rental verspätete sich um gut 45 Minuten. Ich wurde bereits leicht nervös, denn wir mussten noch Geld wechseln, die Wasservorräte aufstocken und einige Kleinigkeiten einkaufen. Außerdem stand uns noch die allgemein als chaotisch bezeichnete Querung durch Kampalas Stadtverkehr bevor.

Übergabe und Einweisung des Hilux verliefen reibungslos. Der Wagen wurde von Jochen und Picco als in Ordnung befunden. Ich bezahlte Patrick die 14 x 65 US$ Tagesmiete in bar gegen Quittung.

Kurz hinter Entebbe, an der Straße Richtung Kampala parkte Patrick vor einem kleinen Supermarkt, in welchem wir uns mit allem Begehrlichkeiten eindecken konnten. Der ATM der Stanbic Bank funktionierte bei Jochen und mir mit keiner unserer drei VISA-Karten. Nebenan bei Barclays ergatterten wir dann 3 x 400.000 UGX und waren endlich auch mal Millionäre! 1 € entspricht etwa 3000 Uganda-Schilling.

Nach kurzem Stopp am Büro von Alpha Car Rental in Kampala, mittlerweile in wolkenbruchartigem Regen, hat uns Patrick dankenswerterweise noch aus Kampala heraus auf die Straße Richtung Masindi chauffiert. Und ich kann Euch sagen, zwei Boda-Boda-Unfälle direkt vor unserer Nase bedingt durch Aquaplaning und chaotische Fahrweise inclusive. Da waren wir übermüdete Krieger schon froh, dass wir die Chauffeur-Variante gewählt haben.


zwischen Entebbe und Kampala


zwischen Entebbe und Kampala


zwischen Entebbe und Kampala


As you carry something precious, choose someone you can trust!
Danke für Dein Vertrauen, Picco! Ich hoffe, Du hast Dich wie auf Noahs Arche gefühlt!


Das Office von Alpha rent aCar in Kampala


Tropengewitter bei Kampala

Aus Kampala führt uns um 14:00 Uhr eine der besten geteerten Straßen Afrikas nach Norden. Prophezeite uns die neue, soeben im September 2012 erschienene 5. Auflage des Reiseführers Uganda von Christoph Lübbert (Reise Know How) zur Strecke Kampala – Masindi: Nach Kampala sind es 217 km auf Asphalt mit vielen Schlaglöchern... Sorry, wir haben sie wirklich gesucht, die Schlaglöcher, aber nicht eines gefunden. Im Übrigen haben wir erfahren, dass die Ugandaer ihre Straßen nicht von den Chinesen, sondern selbst bauen! Sehr lobenswert! Möglicherweise hat der Chinese aber auch kein Interesse an Uganda...

Das Verkehrsaufkommen hielt sich ebenfalls in Grenzen. Obwohl Tempo 80 vorgeschrieben ist, werden wir alle Nase lang von Matatus, Überlandbussen und LKW´s überholt.


von Kampala Richtung Migyera/Ziwa Rhino


Kampala Richtung Migyera/Ziwa Rhino

Während der Fahrt durch fantastisch grüne und fruchtbare Landschaften fällt uns sofort ein entscheidender Unterschied zu Kenia auf. Es ist links und rechts der Teerstraße piccobello sauber. Müll und Plastiktüten sieht man äußerst selten. Alles sieht sehr „aufgeräumt" und geordnet aus.

Von unterwegs rufe ich in der recht neuen Amuka Lodge an, welche über lediglich zwei Doppel-Chalets mit insgesamt acht Betten verfügt, ob man dort für ein bis zwei Nächte ein Lager für uns hat. Wir haben Glück, die Eigentümerfamilie Genade ist zwar gerade im Land unterwegs, wir erhalten aber trotzdem ein Doppelchalet mit Vollpension zum Resident-Tarif (90 US$ FB pP). Na wunderbar. Diese Nacht werden wir nicht im Auto verbringen müssen und haben noch dazu Zimmer in unserer Wunschunterkunft erhalten.



In der Nähe von Nakosongola drückt die Blase und wir stoppen kurz in einem Hoteli, bevor wir hinter Migyera um 17:00 Uhr links die Murramroad zum Ziwa Rhino Sanctuary abbiegen.


Zufahrt zum Ziwa Rhino Sanctuary


Zufahrt zum Ziwa Rhino Sanctuary


Main Gate, Ziwa Rhino Sanctuary


Ziwa Rhino Sanctuary

Am Main Gate des Ziwa Rhino Sanctuary angekommen mussten wir
uns in eine Liste eintragen und trafen schließlich gegen 17:30 Uhr auf der Amuka
Lodge ein. Francis, der Manager (?) vom Stamm der Ancholi aus Packwach stammend hat uns sehr herzlich begrüßt und wir durften uns über ein schönes Doppelzelt mit gemauertem Bad abseits des Restaurants freuen. Die Amuka Lodge eröffnete in 2011 ihre Pforten und ist noch recht neu.

Nach Bezug des schönen Zeltes vertrieben wir uns mit Francis bei ausführlichen Gesprächen über Land und Leute die Zeit bis zum hervorragenden 3-Gang-Dinner! Das Lagerfeuer in der Boma versetzte uns in Afrika-Urlaubsstimmung!

Johan Genade, der Eigentümer der Amuka Lodge und Management Consultant des Ziwa Rhino Sanctuary stammt aus Südafrika, seine Frau Angie, die geschäftsführende Direktorin des Ziwa Rhino Funds ist in Swakopmund geboren und auf die dortige Deutsche Schule gegangen. Das erklärt natürlich auch die Qualität der Verpflegung!

Strom gibt es hier übrigens nur zu Generatorzeiten, das Duschwasser wird von einer Solaranlage erhitzt.


Picco und Jochen, Amuka Lodge, Ziwa Rhino Sanctuary


Amuka Lodge, Ziwa Rhino Sanctuary
Teil 329. Nov. 2012
Montag, 01.10. 2012 Ziwa Rhino Sanctuary

Bis 06:00 Uhr haben wir sehr gut geschlafen. Mit Francis vereinbarten wir nur einen kurzen Kaffee zum Frühstück, da wir um 08.00 Uhr einen Birding Walk an der Ranger Station des Sanctuary unternehmen wollten, anschließend spätes Frühstück und dann den Rhino Walk nachschieben wollten. So starteten wir zusammen mit Francis in unserem Wagen Richtung Rhino Fund Headquarter.

Dort angekommen entrichteten wir erst mal das Permit für den Birding Walk (20 US$ pP) und das Rhino Trekking (30 US$ pP zuzüglich einmalig 15 US$ für den Guide), bevor wir von unserem Guide Taban geeignete Gummistiefel ausgehändigt bekamen. Jochen wollte lieber mit den beim Globetrotter erstandenen Gamaschen über seinen Wüstenstiefeln los ziehen. Picco und ich wählten die empfohlene Gummistiefel-Variante!


Francis, Jochen, Taban, Picco am Rangerposten, Ziwa Rhino Sanctuary


Kandelaber-Euphorbie, Birdwatching Walk, Ziwa Rhino S.

Gegen 08:30 Uhr zogen wir endlich los in den Busch. Außer Moskitos, wunderschönen Schmetterlingen und fantastisch bunten Libellen sahen wir wenig bis gar keine Tiere. Irgendwo, irgendwann haben wir einen Buschbock flüchten gehört. Vogelbeobachtung zu Fuß ist meines Erachtens suboptimal, da wir die gefiederten Gesellen alle verscheuchen. Ein schöner Hochstand mit Schattendach, wo man in Ruhe einige Zeit verweilen kann, wäre besser geeignet gewesen zum Birden! Mittlerweile wurde es nämlich schon ganz schön warm und die hohe Luftfeuchtigkeit lud geradezu ein, hier besser einen Produkttest für ein neues Antitranspirant
durchzuführen. Zumindest ich wäre ein brauchbarer Proband gewesen...

Ach ja, also wir bekamen einen Senegalkiebitz, einen Senegalliest und eine Meerkatze vor die Linse.


Senegalkiebitz/African Wattled Lapwing (Vanellus senegallus). Ziwa Rhino S.


Grünmeerkatze, Ziwa Rhino S.


Birdwatching Walk, Ziwa Rhino S.


Birdwatching Walk, Ziwa Rhino S.


Birdwatching Walk, Ziwa Rhino S.

Je nach Gast nehmen die Guides auch entsprechend beschriftete Rucksäcke mit. Woher wissen die nur vorher, wer mit auf Tour gehen wird? Sehr vorausschauend die Guides hier!


Birdwatching Walk, Ziwa Rhino S.


Taban, Birdwatching Walk, Ziwa Rhino S.


Birdwatching Walk, Ziwa Rhino S.


Birdwatching Walk, Ziwa Rhino S.

Upps, schon 10.30 Uhr?! Taban beschloss, dass wir das Rhino Trekking gleich an den Bird Walk anschließen. Somit fällt unser Frühstück erst mal flach! Und weiter geht´s durch sumpfiges Terrain. Sehr gut zu durchwaten in den hohen Gummistiefeln. Jochens Wüstenstiefel liefen recht schnell voll Wasser... quitsch,quatsch,quitsch,quatsch! Aber des Mannes Wille ist sein Himmelreich!
Tja, und da lagen sie plötzlich vor uns: Laloyo, geboren im Januar 2012, der dreijährige Justice, dren 12-jährige Mutter Kori und der große Papa Taleo, der Picco einen gehörigen Schrecken einjagte.

Originalkommentar Picco:
„Taban und ich sind dann noch etwas weiter und plötzlich höre ich ein schlürfendes Geräusch von links, dreh den Kopf und da steht ein riesiger Nashornbulle etwa 10m neben mir...PHU!!! Puls 180!!!
Mein Herz droht zu explodieren, mein Schweiss spritzt richtiggehend aus den Poren!!! In amerikanischen Filmen würde jetzt mein Leben in Bildform und rasend schnell an mir vorbeiziehen...
...aber...
...er legt sich zum Glück wieder hin!!! WOW!!!
Mir schlottern die Knie..."


Bewacht wurde diese Gruppe von zwei Rangern, mit denen ich gleich ein Schwätzchen hielt. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit lagen unsere Rhinos nämlich ziemlich träge im Gras und dösten vor sich hin. So habe ich fotografisch nicht wirklich etwas verpasst.


Rhino Walk, Ziwa Rhino S.

Hier leben die einzigen 12 südlichen Breitmaulnashörner Ugandas.
2005 startete der Ziwa Rhino Fund mit sechs repatririerten Breitmaulnashörnern aus Kenia und Florida. Das Schutzgebiet ist 69 km² groß und die Rhinos sollen hier langfristig auf die Auswilderung in die ugandischen Nationalparks vorbereitet werden, da die einst heimische Population komplett durch Wilderei ausgerottet wurde. Aus diesem Grund werden die 12 Dickhäuter auch rund um die Uhr von Ranger bewacht. Im Sanctuary, das auch vom Augsburger Zoo finanziell unterstützt wird, finden 80 Ranger Arbeit. Der Schutz eines Rhinos wird mit ca. 5000 € im Jahr veranschlagt!

Auf dem Rückweg zum Ranger Headquarter sahen wir dann auch noch Augustu, Bella und Obama. Obamas Vater ist in Kenia geboren, das Muttertier stammt aus den USA. Obama war 2009 das erste in Uganda geborene Nashorn seit 28 Jahren.

Bei den netten Mitarbeiterinnen des Headquarters geben wir noch eine Spende für den Rhino Fund ab. Dafür erhalten wir für den Verein Go-for-Rhino, den wir unterstützen, einen Stein in der Spendenwand. Mit Peace, der fröhlichen Verwaltungsmitarbeiterin, halten wir noch ein ausführliches Schwätzchen und tauschen Email-Adressen aus.

Update via Email am 17.11.2012 von Peace: Will update you on Rhinos soon. I had a baby boy!! and busy with him now. Gratulation! Das ist wunderbar. Nun leben 13 Rhinos in Ziwa!


Picco, Jochen, und Peace flankiert von zwei Mitarbeiterinnen des Ziwa Rhino Funds


Schmetterlinge, Ziwa Rhino Sanctuary


Schmetterlinge, Ziwa Rhino Sanctuary

Als wir gegen 12.00 Uhr zurück auf der Amuka Lodge sind, eröffnet uns Francis, dass es ja nun mittlerweile zu spät für unser Breakfast ist. Ich protestiere noch und fordere zumindest ein „Brunch" ein. Francis lacht sich scheckig über diesen Begriff, den man in Uganda wohl nicht kennt. Auch trotz meiner Erklärung bleibt es beim Lunch, erst um 13:00 Uhr. Mittlerweile ist es drückend heiß, das Mittagsschläfchen im noch heißeren Zelt fällt wegen akuten Schweißausbruchs aus und der Pool ist leider nicht so sauber, als dass ich ihn testen würde.

Am Nachmittag lernen wir dann Angie, Johan und ihre beiden Söhne persönlich kennen. Sie haben den Rhino Fund mit gegründet und vor einiger Zeit die Amuka Farm gekauft, damit auch die beiden Söhne hier in Uganda ihr finanzielles Auskommen haben. Sie sollen die Lodge leiten, die nun Zug um Zug weiter ausgebaut wird.

Spitzmaulnashörner gibt es hier entgegen der Angaben im Reise Know How 2012 Uganda keine! Hier noch der Newsletter des Ziwa Rhino Funds.
Die vier nördlichen Breitmaulnashörner, die wir im Juli in Ol Pejeta/Kenia bewundern konnten, gehören eigentlich nach Uganda! Ihre Vorfahren stammen von hier. Der tschechische Zoo machte auch zunächst dem ugandischen Staat das Angebot, die Tiere aufzunehmen. Doch damals gab es noch keine Möglichkeit der Unterbringung bzw. kein geeignetes Schutzgebiet in Uganda. So wurden die Tiere in das private Game Sanctuary Ol Pejeta/Kenia repatririert. Heute hätte Uganda die Rhinos gerne zurück, aber das ist ein Problem, welches die Politiker lösen müssen. In Kenia hat es jedenfalls nie nördliche Breitmaulnashörner gegeben.

In Ziwa sind über 300 verschiedene Vogelarten heimisch und so soll das Birding ausgeweitete werden. Wie schon vorher erwähnt, fände ich einen Hides und Plattformen für Birder sehr sinnvoll. In Zukunft ist geplant hier weitere Antilopenarten, Zebras und Giraffen wieder anzusiedeln. Büffel können nicht eingeführt werden, da sie für die rhino-trackenden Touristen zu gefährlich wären. Ebenfalls sind Hyänen ausgenommen, da diese Spezies die einzigen natürlichen Feinde der Nashörner darstellen. An Raubtieren gibt es im Moment nur einige Leoparden im Schutzgebiet, die aber sehr selten gesichtet werden.

Angie möchte gerne Kisuaheli lernen und ist auf der Suche nach einer Sprach-CD. Habe versprochen nach unserer Rückkehr auf die Suche zu gehen (und bin bereits fündig geworden. Ein Forumsmitglied wird sie im Dezember mitnehmen und in Ziwa abgegeben. Ganz herzlichen Dank für diesen Botengang)! Wobei ich ja finde, dass in Uganda Kisuaheli nicht häufig gesprochen wird. Mit unserem fröhlichen Jambo und Kwaheri konnten die meisten Einheimischen nicht viel anfangen.

Die Idee eine Vogeltränke mit Futterplatz an der Lodge für die gefiederten Gefährten einzurichten und ev. einen Futterplatz für die Stachelschweine (denn Gemüseabfälle fallen im Lodgebetrieb ja immer an), um den Gästen noch einige Aktivitäten in Ziwa zu bieten, stößt auf großes Interesse.

Angie hat hier in Ziwa übrigens innerhalb kürzester Zeit etwas ganz Bewundernswertes für die Mitarbeiter und ihre Familien aufgebaut. Da die Angestellten - zumeist vom Stamm der Ancholi - weit entfernt nördlich des Murchison Falls NP leben, hat sie schöne Unterkünfte, eine dreizügige Schule am Parkgate und eine Gesundheitsstation aufgebaut, so dass die Familien nun hier alle zusammen leben können. Die Schule werden wir morgen noch besichtigen.

In der Nähe der Lodge sind uns tagsüber größere Herde Ankole-Rinder aufgefallen. Mitte 2009 hat man den benachbahrten Farmern erlaubt Ihr Vieh im Sanctuary grasen zu lassen, da aufgrund der klimatischen Bedingungen - vor allem während der Trockenzeit - nicht ausreichend Grasland für die haustiere zur Verfügung stand.
Aus dieser Übereinkunft (mit strikten Regeln und Vorteilen für beide Parteien) hat sich eine excellente Partnerschaft mit den benachbarten Anwohnern und Communities ergeben. So kann u.a. das Riskio für Buschbrände minimiert werden. Mehr Informationen zum Community-Projekt gibt es hier:

Am Abend hat Johan für uns ein Buschdinner geplant und gegen 20:00 Uhr brechen wir gemeinsam mit Johans Sohn bei Vollmond auf. Erdferkel können wir leider nicht sichten. Es ist wohl zu hell.

Das Buschdinner am Lagerfeuer war eine Sensation. Wir haben sehr, sehr gut gegessen und ausschweifende, informative Gespräche mit Johan geführt. Auch er war erst gestern für einige Tage mit Familie in der Murchison River Lodge und hat sie uns wärmstens empfohlen. Dort soll die Möglichkeit bestehen, ein kleines Boot für die Niltouren exklusiv/privat zu buchen.


Bush Dinner, Amuka Lodge


Picco, Marina, Bush Dinner, Amuka Lodge


Bush Dinner, Amuka Lodge

Dem österreichischen Besitzer der Arra Fishing Lodge im Norden Ugandas, an der Grenze zum Südsudan geht es gesundheitlich zunehmend schlechter. Gut, dass wir diesen Programmpunkt aus unserer Reiseagenda gestrichen haben.

Johan und seine Söhne planen im Semliki NP eine neue Lodge aufzubauen. Das Projekt scheint vielversprechend, da es in diesem Teil Ugandas keine adäquaten Unterkünfte im mittleren bzw. höheren Preissegment gibt und nun eine sehr gute Teerstraße den Semliki NP mit Fort Portal verbindet. Da sind wir doch mal gespannt, wann wir dort zum ersten Mal übernachten können.

Die Lake Albert Lodge soll nach der Scheidung des Besitzerehepaares „den Bach" runter gehen. Zur Zeit hat wohl der Koch das Management übernommen. Die Lake Albert Lodge hatten wir auch mit zwei Nächten im Programm, sie fallen aber nun unser Verlängerung in Ziwa und einer weiteren Nacht im Murchison Falls NP zum Opfer.

Johans absoluter Lieblingspark in Uganda ist der Kidepo NP im Norden an der Grenze zum Südsudan und Kenia. O.k., überredet! Wir werden Ugandas tierreichsten Park in den nächsten Jahren im Januar/Februar (der besten Saison für den Kidepo) einen längeren Besuch abstatten.
Die Anzahl der Sterne einer Unterkunft sagen in Uganda nicht über den Service und die Ausstattung aus, sondern lediglich über den Preis (O-Ton Johan).

Aufgefallen ist uns übrigens, dass der sonst so kummunikative Francis in Anwesenheit seines Bosses sehr ruhig geworden ist...

Gegen 23:00 Uhr fallen wir todmüde in unsere Betten, können aber alle diese Nacht nicht wirklich gut schlafen. Liegt es am Bierkonsum, an den spannenden Geschichten oder aber bei mir an meinen vielen Moskitostichen? Ich habe nämlich heute für die Männer die Prophylaxerolle übernommen.

Fortsetzung folgt.

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 430. Nov. 2012
Dienstag, 02.10.2012 Ziwa Rhino - Kaniyo Pabidi Forest



Ziwa - Kaniyo Pabidi/Budongo, Karte: T4Africa

86 km

Jochens verschlammte Wüstenstiefel sind natürlich bei dieser hohen Luftfeuchtigkeit immer noch nicht trocken, aber er freut sich, dass sie endlich mal Afrika-Patina angesetzt haben!

Francis, die gute Seele der Amuka Lodge hat heute Geburtstag! Wir gratulieren herzlich und singen ein Ständchen. Er hat mit seinem Charme und seiner Kontaktfreude unserer Herz gewonnen. So begrüßte er uns immer (!) mit Vornamen, die er sich sofort bei der Vorstellung am Ankunftstag gemerkt hat. In Uganda wird ein Geburtstag normalerweise nicht besonders begangen. Umso mehr hat er sich über einige kleine Aufmerksamkeiten von uns gefreut.

Gerne hätten wir hier noch eine dritte Nacht verbracht, wenn nicht bereits alles ausgebucht wäre.

Nach gutem Frühstück, Check-out und Verabschiedung besuchten wir die Hakuna Matata Schule (Hakuna Matata Day Care Centre) am Parkeingang. Hier werden Kinder der Angestellten aber auch aus der Nachbarschaft zwischen drei und acht Jahren betreut. Uns ist sofort aufgefallen wie ruhig und sehr diszipliniert sich alle Kinder trotz unseres plötzlichen "Überfalls" verhielten. Süßigkeiten und ein Märchenbuch in englischer Sprache wechselten den Besitzer.


Hakuna Matata Day Care Centre


Hakuna Matata Day Care Centre


Hakuna Matata Day Care Centre


Hakuna Matata Day Care Centre

Auch die Kiddys verabschiedeten uns lieb und um 09:45 Uhr waren wir wieder auf der wunderbar geteerten Straße Richtung Masindi unterwegs.

Teilweise hatten wir den Eindruck, wir fahren durch den Bayerischen Wald. Auch hier sieht alles sehr "aufgeräumt" aus.

Auf der ganzen Strecke zwischen Kampala und Masindi gab es nicht ein Pothole! Diese Straße ist in besserem Zustand wie die meisten deutschen Autobahnen! Mir fällt auf, dass die Häuser links und rechts der Straße alle gemauert sind und einen sehr gepflegten Eindruck machen.


auf der Straße von Nakitoma Richtung Masindi


auf der Straße von Nakitoma Richtung Masindi


auf der Straße von Nakitoma Richtung Masindi


Ankole-Rind zwischen Nakitoma und Masindi


zwischen Ziwa und Masindi


die Landschaft hier begeistert mich!


zwischen Ziwa und Masindi

In Masindi tanken wir gleich an der ersten Shell-Tankstelle und stürzen uns dann ins Getümmel, um in den kleinen Shops (einen großen Supermarkt wie die kenianische Nakumatts gibt es hier nicht) unsere Give-aways für die Kinder aufzufüllen. So konnten wir in der Hakuna Matata School beobachten, wie bereits vierjährige Kinder ihre Stifte mit einer Rasierklinge anspitzten. Bei uns undenkbar! In Masindi konnten wir für wenig Geld Bleistifte, Buntstifte und Anspitzer erstehen.


Masindi Richtung Budongo - der falsche Weg!


Masindi Richtung Budongo - der falsche Weg!


Masindi Richtung Budongo - der falsche Weg!

Am Kichumbanyobo Gate (Southern Gate) des Murchison Falls NP haben wir um 12:15 Uhr unser Permit für zunächst 24 Stunden mit 89.250 UGX pP und einmalig 30.000 UGX für das Fahrzeug (gilt für die komplette Aufenthaltsdauer im Park) entrichtet. Da der Kaniyo Pabidi Forest, wo das Schimpansen Tracking angeboten wird, bereits innerhalb der Nationalparkgrenzen liegt ist die Parkgebühr fällig.

Außerdem habe ich im dortigen Souvenirshop ein paar „dringend benötigte" Dinge erstanden. Einige Postkarten (Briefmarken gab es leider nicht) und zwei Länderflaggen wanderten ins Reisegepäck.


Kichumbanyobo Gate (Southern Gate), Murchison Falls NP

4 km weiter bogen wir dann rechts ab zur Budongo Eco Lodge, die ein Doppel- und ein Einzelcottage für uns frei hatten. Kunststück, da wir die einzigen Übernachtungsgäste waren! So mussten wir auch nicht mit dem von La Leona als unpassend bewerteten Hornbill Chalet vorlieb nehmen. Passend zur Lunchtime verpflegten wir uns auf der Restaurantterrasse erst einmal mit einem sehr guten Mahl. Wir werden umschwärmt von wunderschönen, bunten Schmetterlingen, die hier sehr zahlreich vorkommen.

Dieses weiter nördlich gelegene und isolierte Waldareal des Budongo Forest wird Kaniyo Pabidi genannt. Das Budongo Central Forest Reserve, das aus insgesamt vier Blocks besteht, ist mit 825 km² das größte verbliebene Urwaldgebiet Ugandas. Der Budongo Forest ist seit 1932 ein geschützter Regenwald, der direkt an den Murchison Nationalpark angrenzt. Hier leben mehr als 24 Arten kleinerer Säugetiere, davon 9 verschiedene Primatenarten. Mehr als 465 Arten an Bäumen und Sträuchern beheimaten nicht weniger als 359 Vogel- und 289 Schmetterlingsarten. Außerdem ist es die Heimat von ca. 600 Schimpansen. Hier eine recht gute Karte von Budongo und Murchison Falls NP.

Mit Picco wohnten wir Wand an Wand in den sauberen und gemütlichen Cottages Chimpanzee und Butterfly. Unser Cottage verfügt über ein funktionsfähiges Moskitonetz im großen Schlafraum, ein zweckmäßiges, sauberes Bad, sowie über ein Plumsklo. Hier fühlen wir uns wohl. Eine Brise Insektenvernichtungsspray, mit dem wir uns schon in Entebbe eingedeckt haben, kann hier im Wald aber nicht schaden.


Budongo Eco Lodge


Doppel-Cottage Butterfly/Chimpanzee, Budongo Eco Lodge


Cottage Chimpanzee, Budongo Eco Lodge

Es ist mal wieder drückend schwül und ich beschließe ein kleines Mittagsschläfchen einzulegen.

Die unterschiedlichen Geräusche hier im Wald sind faszinierend und so ganz anders, wie in der Savanne. Die lauten Schreie wurden später, nach Rücksprache mit den Rangern, als Rufe der Schimpansen bestätigt. Na wunderbar, dann sind sie ja nicht weit weg! Nach kurzem Schlummer werde ich durch ein grandioses Tropengewitter geweckt. Es blitzt, donnert und gießt wie aus Kübeln.

Wir buchen für den morgigen Tag das Schimpansen-Tracking. Um 07:30 Uhr wird eine kurze Einweisung in der Rezeption durch unseren Ranger-Guide stattfinden und gegen 08:00 Uhr wird es dann losgehen. Die Gebühr für das Tracking beträgt 55 US$ pP.

Den restlichen Nachmittag und Abend haben wir mit Smalltalk auf der Veranda des Restaurants verbracht. Wir haben es ganz gemütlich angehen lassen.


Budongo Eco Lodge


Budongo Eco Lodge


Budongo Eco Lodge


Budongo Eco Lodge

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 530. Nov. 2012
Mittwoch, 03.10.2012 Kaniyo Pabidi Forest - Bwana Tembo Safari Camp/Murchison Falls NP



Karte Kaniyo Pabidi - Murchison Falls NP Nord, T4Africa

88 km

Nach sehr guter Nacht und ebenso gutem Frühstück erwartet uns Robert, der Ranger-Guide, zur kurzen Einweisung und schon geht es durch ein Desinfektionsbad hinter der Rezeption in den Dschungel.

Robert erklärt uns Fauna und Flora, zeigt uns uralte Mahagoni- und Eisenholzbäume, die hier sehr zahlreich vorkommen, da in diesem Gebiet noch nie abgeholzt wurde. Tote Bäume, die von Würgefeigen komplett umschlungen sind und verschiedene Insektenarten können wir entdecken.

Immer wieder lauscht unser Ranger, ob in der Nähe Rufe der Schimpansen zu hören sind. Und nach einer guten Stunde findet er sie endlich. Hoch oben in den Bäumen werden wir neugierig beobachtet. Auch ein kleines Jungtier tummelt sich in den oberen Etagen des Regenwaldes. Hier treffen wir auch noch auf zwei Touristinnen, die mit einem anderen Führer unterwegs sind.


Robert, Kaniyo Pabidi/Budongo Forest

Etwas später entdecken wir noch eine große Schimpansenfamilie am Waldboden. Alles in allem ist es sehr dunkel und die Fotoausbeute ist äußerst mager.

Was könnte man im Budongo Forest Reserve noch alles entdecken, wenn man mehr Zeit hätte...Da hier äußerst seltene und interessante Vogelarten heimisch sind, möchte ich gerne noch einmal einige Tage im Busingiro Block verbringen, die Royal Mile erkunden und ganz gezielt nach Vögeln Ausschau halten.


Schimpansen-Trekking, Kaniyo Pabidi/Budongo Forest


Schimpansen-Trekking, Kaniyo Pabidi/Budongo Forest


das Foto ist besser! Nur leider sind keine Schimpansen darauf!


Schimpansen-Trekking, Kaniyo Pabidi/Budongo Forest


Schimpansen-Trekking, Kaniyo Pabidi/Budongo Forest

So sind wir gegen 10:15 Uhr wieder an der Lodge und unterhalten uns noch ein wenig mit den beiden deutschen Touristinnen, die aus Hildesheim stammen (!). Sie haben für die GIZ eine zweiwöchige Konferenz in Kampala organisiert und hatten anschließend noch vier Tage Zeit für Sightseeing.

Wir erhalten den Hinweis, dass es von der Budongo Eco Lodge bis zur Paraa Fähre gute 1,5 Stunden Fahrzeit sind. Tja, da wollen wir uns mal auf den Weg machen. Wir begleichen unsere Rechnung (140 US$ für das Doppelzimmer/Vollpension), verabschieden uns und erreichen gegen 12:30 Uhr den Victoria Nil.

Auch hier gibt es ein Gate der Nationalparkbehörde. Ich kaufe uns gleich für drei weitere Tage ein und erwerbe das Permit für die Paraa-Fähre, die uns in den nördlichen Teil des Murchison Falls Nationalparks befördern soll. Die Fährgebühr beträgt für uns drei und das Auto 26.000 UGX und man könnte damit den ganzen Tag die Fähre nutzen.

Es braut sich schon wieder ein Gewitter zusammen, welches wunderschöne Wolkengebilde in den Himmel und die gegenüberliegende Landschaft zaubert. Der Fährbetrieb ist stündlich zwischen 07.00 und 19:00 Uhr. Mittags (13:00 Uhr) soll es offiziell eine Pause geben, aber wir hatten wohl Glück, das recht viele andere Fahrzeuge um diese Zeit ebenfalls übersetzen wollten.


Mäusebussard/Common Buzzard (Buteo buteo), Murchison Falls NP


zwischen Kaniyo Pabidi und Paraa, Murchison Falls NP


zwischen Kaniyo Pabidi und Paraa, Murchison Falls NP


zwischen Kaniyo Pabidi und Paraa, Murchison Falls NP


...auch solche Reisegefährte sieht man noch in Afrika


Südufer des Victoria-Nils bei Paraa, Murchison Falls NP


Kiboko verfolgt uns in Ostafrika!


Victoria-Nil bei Paraa, Murchison Falls NP


Paraa Safari Lodge am Nordufer des Victoria-Nils, MFNP


auf der Paraa-Fähre, Murchison Falls NP

Auf der nördlichen, savannenähnlichen Seite des Nationalparks sichteten wir dann auch die ersten größeren Tiere: Cokes Hartebeest, Elefanten, Oribis und Defassa-Wasserböcke.


Defassa-Wasserbock, Murchison Falls NP


Cokes Hartebeest, Murchison Falls NP


Elefanten, Murchison Falls NP


Elefanten, Murchison Falls NP

Für uns ging es jedoch erst einmal zügig gen Norden, da wir uns ja noch um ein Bett für die nächsten zwei Nächte kümmern mussten. Und so verließen wir den Park gegen 15:00 Uhr schon wieder durch das Tangi Gate. Auf der Teerstraße, die Pakwach mit Karuma verbindet sind wir falsch nach links abgebogen und haben so noch eine kurze Stippvisite in Pakwach eingelegt. Belohnt werden wir aber trotzdem. Bereits außerhalb des Nationalparks können wir in der Savanne direkt vor der Nil-Brücke eine größere Elefantenherde mit Jungtieren beobachten.

Die Beschreibung zur neuen Fort Murchison Lodge war etwas uneindeutig... Also, vom Tangi Gate kommend biegt man rechts ab und fährt noch ca. 2,5 km auf der Teerstraße bevor man links (ausgeschildert ist Bwana Tembo Safari Camp) in eine kleine Murramroad abbiegt. Wir beschlossen uns beide Unterkünfte anzuschauen und dann zu entscheiden, wo wir unsere Häupter betten möchten.


Karte Umgebung Fort Murchison - Bwana Tembo Camp. Quelle: Google Earth


Hinweisschild an der Teerstraße Pakwach - Karuma



Auf der Piste sind dann noch einmal ca. 3 km bis zum Bwana Tembo Camp zurückzulegen, das zwei italienischen Brüdern gehört. Franco, der farbige Rezeptionist begrüßte uns herzlich. Sein Boss Davide ist gerade mit Gästen auf Game Drive im Park und so zeigte uns Franco ein Cottage und ein Zelt.

Beide sind mit eigenem Bad ausgestattet, die Chalets liegen jedoch in der ersten Reihe mit Blick auf den Albert-Nil und die Bäder der Chalets sind kleiner, wie die der Zelte, die wiederum genügend Abstand zu den Nachbarzelten bieten.

Da die Zelte versetzt und höher am Hang aufgebaut sind, haben auch sie einen traumhaften Blick über den Nil, allerdings keine Mositionetz im Zelt. Unterkunft im Zelt kostet 80 US$ pP FB, die Chalets kosten 90 US$ pP FB.

Wir sind ganz angetan, möchten aber trotzdem erst noch die neue Fort Murchison Lodge von Nature Lodges anschauen, die in ca. 1 km nördlicher Entfernung weiter unten am Nil liegt. Auf jeden Fall wären noch zwei Zelte für uns frei.


Bwana Tembo Safari Camp, nördl. des MFNP

Im Fort Murchison zeigt uns der ebenfalls farbige Manager zunächst die grandiose, großzügige Dachterrasse, von der man einen fantastischen Blick auf den Nil hat. Hier kann man wunderbar seinen abendlichen Sundowner genießen (ich würde wohl - ob der Nähe zum Nil – zusätzlich von den Moskitos angezapft werden).

Die im arabischen Stil gemauerten Zimmer sehen sehr ansprechend aus und verfügen über jede Menge kleine Fenster, die mit Moskitogaze versehen sind. So kann man nachts herrlich durchlüften, denn im Moment beträgt die Außentemperatur mal wieder 33° bei über 90% Luftfeuchtigkeit und unser Schweiß läuft in Strömen.

Die Zelte des Forts stehen etwas abseits, sind auch sehr schön ausgestattet, verfügen jedoch über kein Ensuite-Bad. Die Sanitäranlagen muss man sich hier mit den Bewohnern der Campsite teilen, die gleich anschließt. An den Außen- bzw. Gartenanlagen der neuen Lodge wird noch eifrig gearbeitet.

Die Kosten für ein Doppelzimmer betragen 75 US$ pP FB, ein Double-Tent kostet 45 US$ pP FB. Das Preis-Leistungsverhältnis ist wirklich sehr gut! Für Camper ist m. E. Fort Murchison ideal. So kann man seine Einkäufe in Pakwach erledigen nachdem man den Park verlassen hat, bzw. kann auch das Restaurant der Lodge nutzen.

Wir entschieden uns kurzerhand für die Zelte im Bwana Tembo Camp.

Mittlerweile fängt es an zu donnern und die ersten Tropfen fallen. Mit herzlichem Dank verabschiedeten wir uns vom netten Stuff im Fort Murchsion und kehrten zum Bwana Tembo Camp zurück. Franco freute sich sehr über unsere Rückkehr. Während wir einen kühlen Drink im Restaurant genießen, werden unsere Zelte hergerichtet. Ab und zu sollen im Camp Elefanten vorbei (deshalb auch der Name des Camps) schauen. Wir hatten jedoch leider nicht das Vergnügen.

Gegen 20:00 Uhr wurde das italienische 3-Gang-Menü aufgetischt. Jochen guckte sparsam, da die Portionen recht übersichtlich waren. Pasta – aber sehr gut! Der Hauptgang bestand aus Scaloppine mit Gemüse. Nur leider war kein Nachschlag möglich. Das ist eben ein Nachteil, wenn man ohne Reservierung anreist.


Gewitterstimmung über dem Albert-Nil, Fort Murchison


Sonnenuntergangsstimmung, Bwana Tembo Safari Camp

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 601. Dez. 2012
Donnerstag, 04.10.2012 Game Drive/Murchison Falls NP


Karte Game Tracks Murchison Falls NP, T4 Africa

In der Nacht werde ich gegen 02:00 Uhr von einem gewaltigen Tropengewitter geweckt. Es blitzt im Sekundentakt. Wenigstens übertönte das Donnern die laute Partymusik aus Richtung Fluss! Gegen 07.00 Uhr brechen wir mit Lunchboxes bewaffnet zum geplanten ganztägigen Game Drive in den Nationalpark auf.

Wir nehmen zuerst den Queen´s Track und von dort den Albert Track. Belohnt werden wir mit einer grandiosen Landschaft. Vor allem die Uganda Kobs bilden einen schönen Kontrast im grünen Savannengras. Im Hintergrund sehen wir den Lake Albert und die Blue Mountains.


Tangi Gate, Murchison Falls NP


Tangi Gate, Murchison Falls NP


Tangi Gate, Murchison Falls NP


Rothschildgiraffe, MFNP


bis zu den Game Tracks sind es von der Paraa Lodge auch 20 km!


Büffel, Murchsion Falls NP


Murchison Falls NP


Rothschildgiraffe, Murchison Falls NP


Uganda Kobs, Murchison Falls NP


Oribi, Murchison Falls NP


im Hintergrund der Lake Albert und die Blue Montains, Murchison Falls NP


Murchison Falls NP

Bedingt durch die Wilderei im vergangenen Jahrhundert stellen auch wir schnell fest, dass sich die Artenvielfalt nicht mit der kenianischer oder tansanischer Parks vergleichen lässt. Größere Bestände an Antilopen bilden die Uganda Kobs, Oribis, Cokes Hartebeest und Defassa-Wasserböcke. Sitagungas, Riedböcke und Buschböcke haben wir hier nicht sichten können, kommen aber wohl vor. Außerdem sind hier die seltenen Rothschild-Giraffen heimisch, die wir auch schon am Lake Nakuru in Kenia besucht haben. Büffel, Elefanten, Warzenschweine und Hippos sind ebenfalls zahlreich im nördlichen Teil des Parks vertreten. Löwen, Leoparden und Hyänen hielten sich vor uns verborgen. Dafür durften wir aber zum ersten Mal die rötlichen Husarenaffen/Patas Monkeys in Augenschein nehmen. Mehr als 420 verschiedene Vogelarten lassen das Herz eines jeden Birders höher schlagen. Wir waren heute erfolgreich mit Scharlachspinten, Kronenkranichen (dem Nationalvogel Ugandas), Spornkiebitzen, Senegalkiebitzen, Feuerwebern, Sattelstörchen und Kuhreihern.


Elefanten, Queen´s Track, Murchison Falls NP


Cokes Hartebeest, Murchison Falls NP


Defassa Wasserbock, Murchison Falls NP


Scharlachspint/Northern carmine Bee-eater (Merops nubicus), Murchison Falls NP


Queen´s Track, Murchison Falls NP


Abzweig Queen´s Track - Albert Track, Murchison Falls NP


Leberwurst-Baum, Albert Track, Murchison Falls NP


Albert Track, Murchison Falls NP


Uganda Kobs, Albert Track, Murchison Falls NP


Lake Albert, Albert Track, Murchison Falls NP


Cokes Hartesbeest, Albert Track, Murchison Falls NP


Albert Track, Murchison Falls NP


Grauhals-Kronenkraniche / Grey Crowned-Crane (Balearica regulorum), Albert Track, MF NP


Feuerweber/Northern Red Bishop (Euplectes franciscanus), Murchison Falls NP

Im Jahr 2006 bestätigte Uganda das Vorkommen von riesigen kommerziell nutzbaren Erdölreserven rund um den Lake Albert entlang der westlichen Grenze. Seitdem konnten Geologen mindestens zwei Milliarden Barrel nachweisen.

Obwohl nur etwa 25 Prozent der Region erforscht sind, legen einige Berichte nahe, dass es durchaus dreimal so viel sein könnte. Das wäre genug, um Uganda zu einem wichtigen Akteur in der afrikanischen Ölindustrie werden zu lassen.
Quelle und weiterlesen...

Leider haben die Oil-Companies auch den Murchison Falls NP erreicht. Dies war jedoch (noch) der einzige Bohrturm, den wir gesehen haben. Aber das hohe Schwerverkehrsaufkommen ist auffällig.


Ölförderturm beim Pakuba Airfield, Murchison Falls NP


Husarenaffen/Patas Monkeys, Murchison Falls NP

Da unser Fahrer Jochen vernünftiges Essen benötigt, suchen wir gegen Mittag die Paraa Safari Lodge auf. Wir machen es uns im Poolbereich gemütlich. Die dortige Snackkarte ist ausreichend. Auf ein gemeinsames Set-Menue mit Schicki-Micki-Touris haben wir keine Lust! Der ungesüsste Maracuja-Saft und das Essen ist jedenfalls einen Besuch am Pool wert.


Paraa Safari Lodge, Blick auf den Victoria-Nil, Murchison Falls NP


Paraa Safari Lodge, Murchison Falls NP


Siedleragame (Agama agama), Paraa Safari Lodge

Punkt 15:00 Uhr starten wir bei drückender Hitze und wählen diesmal den Victoria Track mit Ziel „Delta Point". Ich hatte mir darunter vorgestellt, dass man ev. sehen kann, wie hier der Victoria-Nil in den Lake Albert fließt. Fehlanzeige! Außer einem Hinweisstein ist nichts Spektakuläres auszumachen.


Rothschildgiraffen, Murchsion Falls NP


Victoria Nile Track, Murchsion Falls NP


Victoria Nile Track, Murchsion Falls NP


anlandiges Hippo auf dem Victoria Nile Track, Murchsion Falls NP


Blue Mountains, Victoria Nile Track, Murchsion Falls NP


Delta Point, Victoria Nile Track, Murchsion Falls NP

Allerdings können wir etwas weiter nördlich riesige Büffelherden und große Gruppen Rothschildgiraffen ausmachen. An der Seeseite tummeln sich die Hippofamilien. Ein ganz wunderbares Fleckchen Erde ist das und wir beschließen hier eine kleine Pause einzulegen und von unserem italienischen Lunchpaket (Maccheroni) zu naschen.

Der Albert Track, parallel zum Seeufer, gewährt immer wieder schöne Ausblicke auf die fantastische Wasserlandschaft.


Lake Albert, Murchsion Falls NP


Lake Albert, Murchsion Falls NP


Büffel, Victoria Nile Track, Murchsion Falls NP


Büffel, Victoria Nile Track, Murchsion Falls NP


Sattelstorch/Saddle-billed Stork (Ephippiorhynchus senegalensis), MF NP


Rothschildgiraffen und Büffel, Murchison Falls NP


Rothschildgiraffen, Murchison Falls NP


Rothschildgiraffen, Murchison Falls NP


Oribis, Victoria Nile Track, Murchison Falls NP


Leberwurstbaum, MFNP


Grauhals-Kronenkranich / Grey Crowned-Crane (Balearica regulorum), Albert Track, MF NP

Wir müssen uns aber nun sputen, da um 19:00 Uhr "abgeschlossen" wird. Von hier sind es noch 38 km bis zum Tangi Gate, Jochen wirft den Turbo ein und die Antilopen flüchten entsetzt mal nach links, mal nach rechts. Punkt 18:50 Uhr checken wir nach kurzem, freundlichen Small Talk am Gate aus.

Zum Dank gab´s in Camp eine erfrischende Dusche und um 20.00 Uhr saßen wir bei immer noch 28° beim Dinner. Jochen schaute wieder etwas sparsam, dabei hätte er heute von der Vorspeise Lasagne Nachschlag erhalten können... Uganda ist definitiv ein Land, in welchem sich Vegetarier wohlfühlen können.
Teil 702. Dez. 2012
Freitag, 05.10.2012 Game Drive und Delta-Boat-Cruise, Murchison Falls NP


Blick vom Bwana Tembo Camp über den Albert-Nil Richtung Pakwach


Graufalke / Grey kestrel (Falco ardosiaceus), MFNP


Pakuba Track, Murchison Falls NP


Pakuba Lodge Ruins, Murchison Falls NP

Wir schauen uns die Ruine der Pakuba Lodge an. Die drei Lodges Paraa, Chobe und Pakuba wurden von Rebellen/Plünderern in den späten achtziger Jahren zerstört. Bis vor wenigen Jahren hat es im nördlichen Teil des Nationalparks immer wieder bewaffnete Überfälle gegeben. Teilweise wurde dieses Gebiet komplett gesperrt. All dies ist aber nun Vergangenheit. Die Paraa Safari Lodge und seit 2010 auch die Chobe Safari Lodge sind wieder aufgebaut. Lediglich die Ruinen der Pakuba Lodge geben sich noch dem Dornröschenschlaf hin. Allerdings entsteht direkt daneben ein neues Camp mit grandiosem Blick auf den Albert-Nil. Die Bauarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Es entstehen viele grasdeckte Chalets, die um ein großes Hauptgebäude gruppiert sind.

Meines Erachtens könnte dies der best place für Übernachtung im Park werden, da er direkt in der Game Track Area liegt und so die weiten Anfahrtswege von den etablierten Lodges vermieden werden können. Lassen wir uns also überraschen, was hier so in den nächsten Jahren im touristischen Bereich passiert.


neue Pakuba Lodge, Murchison Falls NP


neue Pakuba Lodge, Murchison Falls NP

Am weiteren Pakuba Track sichten einen Gaukler, einen Graubürzelsinghabicht und einen Graumantelwürger. Elefanten und Blutschnabelweber werden dann wieder am Albert Track gesichtet. Die Vogelwelt ist eine Pracht!

Auf dem Queen´s Track halten wir am Uferbereich noch einmal an und sagen bei den großen Hippofamilien guten Tag. Die Büffel von gestern sind auch noch da und eine Großfamilie Husarenaffen emigriert von einem Baum zum nächsten.


Gaukler/Bateleur (Terathopius ecaudatus), Pakuba Track, Murchison Falls NP


Graumantelwürger / Grey-backed Fiscal Shrike (Lanius excubitoroides), Pakuba Track, Murchison Falls NP


Graubürzel-Singhabicht/Dark Chanting-Goshawk (Melierax metabates), Pakuba Track, MF NP


Lake Albert, Albert Track, Murchison Falls NP


Silberreiher / Great White Egret (Ardea alba alba), Albert Track, MF NP


Witwenpfeifgans / White-faced Duck (Dendrocygna viduata), Albert Track, MF NP


Feuerweber/Northern Red Bishop (Euplectes franciscanus), Murchison Falls NP


Picco und Jochen am Hippo Pool, Lake Albert, Queen´s Track, MFNP


Hippo Pool, Lake Albert, Queen´s Track, MFNP


Büffel, Queen´s Track, MFNP


Husarenaffen / Patas Monkeys, Queen´s Track, Murchison Falls NP


Husarenaffe / Patas Monkeys, Queen´s Track, Murchison Falls NP


Cokes Hartebeest, Queen´s Track, Murchison Falls NP


Sudanhornrabe/Abyssinian Ground-Hornbill (Bucorvus abyssinicus), Queen´s Track, MF NP

Da unser Auto auch mal wieder dringend Nahrung benötigt, wählen wir den Queen´s Track für die Fahrt Richtung Tankstelle an der Paraa Safari Lodge. Unterwegs sehen wir zwei bewaffnete Ranger (?) in der prallen Mittagssonne, die zu Fuß Richtung Pakuba Airfield ziehen. Wir spenden ihnen eine Flasche Wasser und sehen wenig später ein totes Hartebeest am Wegrand liegen. Die Drahtschlinge, die sich um das rechte Hinterbein zugezogen hat, lässt auf Wilderei schließen. Gestern lag das Tier jedoch noch nicht an diesem Ort. Hoffen wir mal, dass wir nicht Wilderern mit Wasser ausgeholfen haben!

Nun müssen wir uns aber mal wieder sputen, damit wir die 12:00 Uhr-Fähre erreichen. Um an der Paraa-Tankestelle Nachschub zu erhalten, muss man erst oben an der Rezeption der Lodge bezahlen und dann den Tankgutschein an der Filling Station einlösen. Damit es schneller geht, wird Picco schon einmal die Fährgebühren begleichen. Jochen wundert sich noch, warum er vor Betreten der Lodge einer Hochsicherheitskontrolle mit Leibesvisitation unterzogen wird. Sein metallener, runder Taschenaschenbecher stößt auf Verwirrung. Erst nachdem Jochen erklärte, zu welchem Zweck er dient und dass er niemals Zigarettenkippen einfach in die Landschaft werfen würde, erntete er ungläubiges Staunen aber auch ein breites Lächeln.


verendetes Cokes Hartebeest, Queen´s Track, MF NP


Uganda Kob, Murchison Falls NP

Wir haben mit der Tankerei kurz vor 12:00 Uhr dann endlich Glück, Picco hatte keines, denn wir fuhren das Permit für den Park spazieren, welches vorgelegt werden muss, um die Überfahrt lösen zu können. Aber auch das haben wir dann noch zeitnah hinbekommen.

Wieder angekommen auf der südlichen Nationalparkseite haben wir unser Permit (das bis 12:30 Uhr gilt) erst mal nicht verlängert und sind rechts abgebogen Richtung Murchison River/Nile Safari Lodge. Am Bugungu Gate wurden wir bei der Ausfahrt aus dem Park nicht kontrolliert. Rechterhand fahren wir nach 7,7 km ab Paraa Ferry in die Pad zur neuen Murchison River Lodge, die von einem jungen amerikanischen Päarchen erbaut wurde, die sich auf diesem traumhaft schönen Flecken Erde ihre Existenz sichern.


Paraa-Fähre am Victoria-Nil, Murchison Falls NP


auf der Paraa-Fähre am Victoria-Nil, Murchison Falls NP


Murchison River Lodge, Bugungu Wildlife Reserve


Victoria-Nil, Murchison River Lodge, Bugungu Wildlife Reserve

Auch hier haben wir Glück und erhalten drei freie Betten für die nächsten zwei Nächte. Allerdings ist Picco so nett und überlässt uns das River View Tent No. 8 ganz am Ende. Picco erhält für die erste Nacht ein Lazy Tent mir Gemeinschaftssanitäranlagen im zentralen Bereich der Lodge und ab der zweiten Nacht dann das River Tent No. 7.

Wir vertilgen erst einmal in der Boma unsere leckeren Lunchpakete vom Bwana Tembo Camp, gönnen uns einige kühle Drinks, während die Zelte für uns hergerichtet werden.

Bei Cara, der amerikanischen Besitzerin erkundige ich mich nach einer privaten, individuellen Bootstour. Wir buchen ein kleines Boot (eigentlich eine Halbtagestour) bei Wild Frontiers für 250 US$. Nach den Erfahrungen auf den großen Touribooten am Chobe war es mir den Preis wert! Gegen 15.30 Uhr sollen wir direkt am Anleger der Lodge abgeholt werden.

Wir beziehen noch rasch unsere Zelte. Das River View Tent No. 8 ist das letzte in der Reihe der nur drei River View Tents. Es verfügt über ein Moskitonetz, und hinter dem Zelt über ein abgeschirmtes Outdoorbad mit Porta Poti Toilette, die aber jeden Morgen geleert wird. Hier fühlen wir uns wohl.
Für andere Befindlichkeiten gäbe es aber noch die Chalets im zentralen Bereich. Leider aber nicht mit Nilblick!

Punkt 15:30 Uhr erwartet uns Stanley, unser Bootsführer am Steg. Da wir bei Wild Frontiers und nicht bei UWA gebucht haben ersparen wir uns die Nationalparkgebühr von 3 x 35 US$ und hoffen, dass wir nicht kontrolliert werden.


Bootstour Richtung Nildelta, Murchison Falls NP


Goliathreiher / Giant Heron (Ardea goliath), Bootstour Richtung Nildelta, Murchison Falls NP

Man tut der Fahrtwind gut! Es ist nämlich schon wieder brüllheiß! Wir sichten Unmengen von Graufischern, mehrere Goliathreiher, Schreiseeadler, einen jungen Felsenpython, Hippos, aber leider keinen Schuhschnabelstorch. Stanley hat alle ihm bekannten Spots abgefahren. Dafür finde ich die Landschaft mit den fantastischen Spiegelungen der Wolken im Nil einfach grandios.


Bootstour auf dem Victoria Nile, Murchison Falls NP


Goliathreiher / Giant Heron (Ardea goliath), Bootstour Richtung Nildelta, Murchison Falls NP


Colobusaffe, Bootstour Richtung Nildelta, Murchison Falls NP


junger Zentralafrikanischer Felsenpython (Python sebae), Victoria-Nil, MF NP


junger Zentralafrikanischer Felsenpython (Python sebae), Victoria-Nil, MF NP


Graufischer/Pied Kingfisher (Ceryle rudis), Victoria Nile, MF NP


Bootstour auf dem Victoria-Nil Richtung Delta, Murchison Falls NP


Bootstour auf dem Victoria-Nil Richtung Delta, Murchison Falls NP


Purpurreiher / Purple Heron (Ardea purpurea), Bootstour Richtung Nildelta, Murchison Falls NP


Mönchskuckuck / Blue-headed Coucal (Centropus monachus), Victoria-Nil Richtung Delta, Murchison Falls NP


Jochen, Stanley, Picco, Victoria-Nil Richtung Delta, Murchison Falls NP


Bootstour auf dem Victoria-Nil Richtung Delta, Murchison Falls NP


Hippos, Victoria-Nil Richtung Delta, Murchison Falls NP


Lake Albert, MFNP


Bootstour auf dem Victoria-Nil, Murchison Falls NP

Auf dem Rückweg unternehmen wir noch einen kleinen Landgang in der Nähe des Delta Points. Ich glaube, die Männer waren enttäuscht, denn außer vielen verschiedenen Wasservögeln war kein Großwild zu sehen.
Mit Stanley vereinbarten wir, ebenfalls als private Bootstour, die Abholung am nächsten Morgen um 08.00 Uhr. Dann soll´s Richtung Murchison Fälle gehen. Die Tour wird 150 US$ kosten.

In der Lodge wird um 20:00 Uhr das Dinner serviert. Wir dürfen uns auf Beefstew zum Hauptgang freuen. Die Freude währte leider nur kurz, denn das Beef beschränkte sich auf zwei klitzekleine Bröckchen Fleisch im Stew!
Gegen 22:00 Uhr gehen wir mit Hippogegrunze zu Bett und genießen die Geräuschkulisse der afrikanischen Nacht.


Blue Mountains


Nil Safari Lodge

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 803. Dez. 2012
Samstag, 06.10.2012 Bootstour Murchison Falls - Bugungu WR

Nächtens um 02.00 Uhr genehmige ich mir vor dem Zelt eine Galavorstellung des Tropengewitters. Die zuckenden Blitze faszinieren mich! Trotzdem schlüpfe ich noch einmal ins kuschelige Bett, bis dann doch gegen 06:00 Uhr der Wecker Alarm schlägt! Nach dem Frühstück, Stanley ist afrikanisch überpünktlich um 07:45 Uhr zur Stelle, starten wir zur Bootstour den Victoria-Nil hinauf Richtung Murchison Falls.

Ach ja, Stanley eröffnete uns, dass in der gegenüberliegenden Paraa Safari Lodge der Ausnahmezustand herrscht. Willie und Kate sind anlässlich des 50. Unabhängigkeitstages in Uganda und residieren im Queen´s Cottage der Lodge! O.k., schauen wir also keine Tiere, sondern William und Kate. Das erklärt auch Jochens Leibesvisitation am Vortag in der Paraa Lodge...

Stromaufwärts ist es sehr viel wildreicher und die Tiere haben eine geringere Fluchtdistanz. Ergo scheint hier auch mehr Bootstourismus statt zu finden.

Wir sichten viele Wasserböcke, Büffel, große Hippofamilien, einige Krokodile (aber nicht wie gewünscht die 6-Meter-Exemplare) und einen Eli.


Morgenstimmung am Victoria-Nil, Murchison River Lodge


Graufischer/Pied Kingfisher (Ceryle rudis), Bootstour a. d. Victoria-Nil Richtung Murchison Falls


Pavin, Bootstour a. d. Victoria-Nil Richtung Murchison Falls


Schreiseeadler/ African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer), Victoria-Nil, MF NP


Goliathreiher / Giant Heron (Ardea goliath), Victoria-Nil, Murchison Falls NP


Schreiseeadler/ African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer), Victoria-Nil, MF NP


Hippos, Victoria-Nil, Murchison Falls NP


Defassa-Wasserböcke, Victoria-Nil, MF NP

Am Anleger der Paraa Ferry stoppt Stanley, um vermutlich unsere US-Dollars abzugeben. Permit für den Park haben wir übrigens wieder unterschlagen...

Ich nutze die Zeit, um mich mit der im Wüstenschiff-Forum empfohlenen Anti-Tsetse-Sonnenschutz-Allzweckwaffe mit Beta-Carotin (!) einzuschmieren. Ähm, Picco, ich musste das Foto etwas zuschneiden. Du hast mir in den Ausschnitt fotografiert...

Auf der Höhe der Paraa Lodge sehen wir dann ein vollgepacktes Safarifahrzeug mit Eskorte. Das könnten Willie und Kate sein!


Paraa, Anlegestelle


Anti-Tsetse-Sonnenschutz-Allzweckwaffe mit Beta-Carotin, Foto: C. Comolli


Willie und Kate mit Entourage??? Paraa


Queen's Cottage der Paraa Safari Lodge


Hollywood lässt auch grüßen... Paraa


Wasserhyazinthe, Victoria-Nil, Murchison Falls NP

Stanley bringt uns zu einer Bienenfresser-Kolonie und ein Päarchen sitzt artig und ausgiebig Modell für uns. Wunderschöne, farbenprächtige Gesellen sind das. Für mich hat sich die Tour jetzt schon gelohnt! Als Zugabe gibt es noch einen Giant Kingfisher, einige wunderschöne Kuhreiher, einen Graureiher und als Highlight den Malachite Kingfisher. Grandios und sensationell!


Stanley, Victoria-Nil Richtung Murchison Falls


Sattelstorch/Saddle-billed Stork (Ephippiorhynchus senegalensis, Victoria-Nil, MF NP


Wasserhyazinthen, Victoria-Nil, Murchison Falls NP


Graureiher / Grey Heron (Ardea cinerea), Victoria-Nil, Murchison Falls NP


Kuhreiher / Cattle Egret (Bubulcus ibis), Victoria-Nil, MF NP


Seidenreiher / Little Egret (Egretta garzetta), Victoria-Nil, MF NP


Haubenzwergfischer / Malachite Kingfisher (Alcedo cristata), Victoria-Nil, MF NP


Büffel, Victoria-Nil, MF NP


Schreiseeadler/ African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer), Victoria-Nil, MF NP


Rotkehlspint / Red-throated Bee-eater (Merops bulocki), Victoria-Nil, MF NP


Rotkehlspint / Red-throated Bee-eater (Merops bulocki), Victoria-Nil, MF NP

Nun ja, die Fälle: Also ganz ehrlich, nach den Victoria-Fällen letztes Jahr und insgesamt fünf verschiedenen Wasserfällen in Kenia hauen mich die Murchison Falls gerade nicht vom Hocker. Kann es sein, dass ich zu anspruchsvoll werde? Stumpfe ich ab? Oder gibt es einfach spannendere Dinge wie Wasserfälle? Ja, ev. noch Picco, außerhalb des Bootes auf der Suche nach den großen Nil-Krokodilen... Leider lieferte er nicht die gewünschte Show.


Riesenfischer / Giant Kingfisher (Megaceryle maxima), Victoria-Nil, MF NP


Murchison Falls


schaumgekrönter Landgang bei den Murchison Falls, Foto: C. Comolli

Stanley landete in der Nähe der Murchison Falls an und wir gingen ca. 30 Minuten Richtung Top of the Falls. Es würde immer wärmer und schwüler und ich denke wehmütig an Botswana im afrikanischen Winter...
Den Gipfelsturm haben wir deshalb Picco, als Everest erfahrenen Hiker überlassen. Wegen des fehlenden Permits haben auch er und Stanley unterhalb des Rangerpostens kehrt gemacht.


Richtung Top of the Falls, Murchison Falls, Foto: C. Comolli


Richtung Top of the Falls, Murchison Falls


Murchison Falls


Rotkehlspint-Kolonie, Murchison Falls NP

Auf Höhe Paraa entdeckten wir dann endlich Willie und Kate in einem kleinen, gelben Ausflugsboot...

In rasender Fahrt ging es an den Hippos vorbei zurück zur Lodge (wir waren dankbar für den kühlenden Fahrtwind), die wir kurz vor 12:00 Uhr wieder erreichten. Da wir zeitlich den gestrigen, teuren Halbtagestrip nicht richtig ausnutzen konnten, hat Stanley heute eine Stunde dran gehängt. Herzlichen Dank dafür! Die Kosten für ein privates kleines Boot (6 Stunden) betrugen 2011 am Chobe nur ca. 152 €. Das ist hier doch eine ganze Ecke teurer. Möglicherweise würde mehr Konkurrenz die Preise drücken, allerdings muss man sich dieses Naturerlebnis bislang auch nur mit wenigen anderen Touribooten teilen. Lohnenswert sind die privaten Touren auf jeden Fall, denn viele Vögel hätten wir auf dem großen Touri-Dampfer nicht so ausführlich fotografieren können.

Den Nachmittag verbrachten wir relaxend in der Murchison River Lodge...

... bis die Armee/Polizei anrückte, um das Lodgegelände in Augenschein zu nehmen. Wie schon erwähnt, Mitglieder der königlichen Familie sind im Park!


Willie und Kate?


Abendstimmung mit Caipirinha, Murchsion River Lodge


Abendstimmung am Victoria-Nil, Murchison River Lodge


Abendstimmung am Victoria-Nil, Murchison River Lodge

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 904. Dez. 2012
Sonntag, 07.10.2012 Bugungu WR - Toro Babies Home - Fort Portal


Karte Murchison River Lodge - Hoima, T4Africa

371 km

Da für die Durchfahrt Richtung Masindi/Hoima durch den Murchison Falls NP pro Person 35 US$ Permit fällig gewesen wären, haben auch wir uns entschieden die zeitkostende Variante über die Murramroad durch das Bungungu Wildlife Reserve zu nehmen und starten um 06:50 Uhr.

Die Route führt zunächst Richtung Wanseko auf den Lake Albert zu und von dort parallel zum See über Bulisa und Biso. Die Landschaft ist wunderschön und die Piste recht gut befahrbar, was auch dem trockenen Wetter in diesem Oktober zu danken ist. Viel Regen hat es seit Mitte September diesen Jahres nicht gegeben.

Nahezu alles transportieren die Menschen hier auf dem Kopf oder auf Fahrrad und Boda Boda (Moped). Rechts und links winken die Kinder und rufen begeistert: "Mzungu, Mzungu"! Wir winken natürlich ebenso begeistert zurück!


Richtung Wanseko, Bugungu Game Reserve


Richtung Wanseko, Bugungu Game Reserve


Richtung Wanseko, Bugungu Game Reserve


Richtung Wanseko, Bugungu Game Reserve


Wanseko


Wanseko


Schopfadler /Long-crested Eagle (Lophaetus occipitalis), Wanseko, Bugungu GR

Hinter Bukimi windet sich die Piste das Albertine Rift bis auf ca. 1000 Meter ü. NN hinauf. Das Albertine Rift ist der Beginn des Zentralafrikanischen Grabenbruchs bzw. des Western Great Valley und zieht sich durch Uganda, über die DR Kongo, Ruanda, Burundi bevor es sich in Tansania wieder mit dem östlichen Arm des Great Rift Valley vereinigt. Seine Ausdehnung reicht vom nördlichen Ende des Lake Alberts bis zum südlichen Ende des Tanganjikasees. Somit ist Tansania das einzige afrikanische Land, das sowohl vom zentralafrikanischen wie auch vom ostafrikanischen Grabenbruch durchzogen ist.


im Hintergrund das Albertine Rift, zwischen Bulisa und Biso


Albertine Rift, zwischen Bulisa und Biso

Wir freuen uns, dass plötzlich die Straße wieder geteert ist, sind jedoch skeptisch, denn in Afrika reicht der Teer oft nur für die steilsten Stellen. Und natürlich haben wir uns wieder zu früh gefreut. Die Murramroad hat uns recht schnell wieder. In der Höhe stoppen wir und genießen die Ausblicke in das Rift Valley und über den Lake Albert.

Ab Biso vertrauen wir auf unser Nüvi und wählen den direkten Weg über Kigorokya nach Hoima. Möglicherweise war das ein Fehler, denn für die üble 46 km lange Rüttelpiste haben wir gut zwei Stunden gebraucht! Da die Piste von Biso nach Masindi in besserem Zustand sein soll, würden wir beim nächsten Mal diese benutzen, denn von Masindi Richtung Hoima ist die Straße geteert und gutes Vorankommen garantiert.


endlich wieder Teer unter den Reifen..., zwischen Bulisa und Biso


Blick in den Grabenbruch, im Hintergrund der Lake Albert


Blick in den Grabenbruch, im Hintergrund der Lake Albert


zwischen Bulisa und Biso


World Vision engagiert sich in Bulisa


zwischen Biso und Hoima


ein herrliches Fleckchen Erde! zwischen Biso und Hoima


zwischen Biso und Hoima


Kinder beim Trinkwasserholen, zwischen Biso und Hoima

Wir erreichen Hoima gegen 10.30 Uhr. Für die 132 km bis Hoima benötigten wir insgesamt ohne größere Pause 3,5 Stunden! Wir tanken und stocken unsere Geldvorräte mit 3 x 500.000 UGX bei der Barclays Bank auf.

Eine Stunde später verlassen wir Hoima Richtung Fort Portal. Wir müssen uns sputen, denn am Himmel braut sich schon wieder ein Unwetter zusammen. Diese Piste ist sehr lang und verwandelt sich bei Regen in Schmierseife.


Karte Hoima - Fort Portal, T4Africa

Ungefähr 40 km vor dem Abzweig auf die Teerstraße Kampala - Fort Portal fing es dann heftiger an zu regnen. Die Piste wurde immer glitschiger und die Rückenprobleme nahmen zu. An einer Steigungen musste auch Coca Cola aufgeben, die es sonst bis in die entlegensten Winkel dieser Welt schaffen!

Wir konnten uns Gott sei Dank daran vorbei quetschen. In einem der folgenden Dörfer steckte dann ein Matatu mitten auf der Dorfstraße fest und blockierte die Piste. Wir konnten zurück setzen und die Dorfbewohner wiesen uns eine kleine Umfahrung, die es teilweise auch in sich hatte. Die Dorfkinder wollten als Gegenleistung ausschließlich Geld akzeptieren und wurden recht agressiv, als wir ihnen lediglich Lutscher anboten. Sie griffen ins Auto und verletzten Jochen leicht im Gesicht. Geld gab es natürlich keines! Augenscheinlich stecken hier (N0 48 10.5 E30 44 45.5) öfter Wagen fest. Dies war allerdings unsere einzige unangenehme Erfahrung dieser Art in Uganda.


zwischen Hoima und Fort Portal


zwischen Hoima und Fort Portal


hier ist auch Ende für Coca Cola, die ja sonst immer in jeden Winkel der Welt kommen, zwischen Hoima und Fort Portal


steckengebliebenes Matatu, zwischen Hoima und Fort Portal


steckengebliebenes Matatu, zwischen Hoima und Fort Portal


zwischen Kagadi und Fort Portal

Schon in Hoima hatte ich uns bei Kluges Guestfarm telefonisch eingemietet, denn unterwegs hatten wir meistens keine Funkverbindung mit dem Handy. Jochen benötigt mal wieder dringend tierische Nahrung.

Ach, was war es für eine Freude, als wir kurz vor Fort Portal auf die excellente Teerstraße einbiegen konnten, die uns durch sehr gepflegte Teeplantagen führt, immer mit Blick auf die Rwenzori Mountains, die legendären Mondberge.

Gerüchte um ein schneebedecktes Gebirge in der Mitte Afrikas, das den Nil speise, sind seit langer Zeit bekannt. Der griechische Tragödiendichter Aischylos berichtete etwa 500 v. Chr. erstmals, dass „Ägypten von Schnee genährt" werde. Wenig später, etwa 450 v. Chr., beschrieb Herodot die Nilquelle als einen See zwischen zwei Berggipfeln, was nach Ansicht einiger Forscher dem Lac de la Lune entspricht. Der griechische Mathematiker, Geograf und Astronom Ptolemäus brachte im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt die legendären „Mondberge" auf die damaligen Landkarten, in denen er die Quellen des Nils lokalisierte. Bis ins 19. Jahrhundert waren diese Bestandteil der Afrikakarten.

Es ist jedoch nicht bekannt, ob und wie die Menschen der Antike Kenntnis vom Ruwenzorigebirge haben konnten, sodass die Gleichsetzung dieser alten mythischen Gebirge mit dem Ruwenzori umstritten ist. Vielfach wurden auch der Kilimandscharo, der Mount Kenya, die Virungaberge hinter den „Mondbergen" vermutet. Dennoch gibt es einige Parallelen zwischen den Beschreibungen des Ptolemäus und den Gegebenheiten des Ruwenzori, es entspringt auch mindestens einer der Nilzuflüsse im Ruwenzori-Gebirge
Quelle: wikipedia.de


an der Teerstraße vor Fort Portal


Teeplantagen an der Teerstraße vor Fort Portal


auf der Teerstraße vor Fort Portal


auf der Teerstraße vor Fort Portal


Fort Portal


Toro Babies Home, Fort Portal


Toro Babies Home, Fort Portal

Gegen 16:00 Uhr fahren wir in den Hof des Toro Babies Home in Fort Portal. Das Kinderheim liegt direkt linkerhand an der Kyebambe Rd. (GPS N0 38 54.9 E30 16 16.1), der Hauptstraße Richtung Kasese/Queen Elizabeth Nationalpark. Ich hatte mit einem Fomi aus dem Namibia-Forum, dessen Tochter Lena dort ihr soziales Jahr absolvierte abgesprochen, dass wir dort dringend benötigte Sachspenden überbringen werden, denn wir hatten reichlich Freigepäck.

Peace, die Leiterin und Salomon, der Doorkeeper und Security-Man empfingen uns herzlich, waren wir doch schon durch Lena angekündigt.

Weitere Informationen:


Toro Babies Home Fort Portal


Toro Babies Home Fort Portal

Wir übergaben Peace zunächst die Sachspenden.
Eine Internistin vom Verein Partnerschaft-gesunde-Welt e.V. hatte mir ausrangierte Kinderkleidung, Trinkbecker, Zahnpasta und Zahnbürsten für die Kiddies mitgegeben. Ich packte noch Schlafsäcke, Babykosmetik, Waschlappen und einige andere Dinge hinzu. Außerdem musste ich ein Paket von Lena mit Erinnerungsfotos und Geschenken für die Mitarbeiter abgeben.

Jochen und Picco wurden von den Kindern umlagert, während ich mit Peace einen Rundgang durch die „Schlafsäale" machte. Und was ich dort sehen konnte, hat mich tief erschüttert. So stehen bis zu zehn Kinderbetten an den Wänden, in denen teilweise hospitalisierte Kinder liegen und weinen. Es riecht stark nach Urin und als ich eines der Kinder auf den Arm nehme bestätigt sich mein Verdacht. Die Kinder werden in Ermangelung von Personal und vernünftigen Windeln/Gummihosen viel zu selten gewickelt. Man muss sich vorstellen, dass für nun mehr 52 Kinder nur sechs „Mütter" zur Verfügung stehen, die aber gleichzeitig im Babies Home nach waschen, sauber machen und kochen müssen. Der Vergleich zum dagegen luxuriösen SOS-Kinderdorf lässt mich heulen! Das Toro Babies Home verfügt auch über eine gut ausgestattete Küche mit Gasherd. Nur ist das Gas zum Betreiben des Herdes so teuer, dass weiterhin draußen auf Holzkohle traditionell gekocht werden muss.

Bevor wir uns verabschieden, lasse ich Peace noch einen entsprechenden Geldbetrag für Mullwindeln dort. Im Moment werden hauptsächlich durchgeschnittene, alte Frottiertücher zum Windeln benutzt. Peace hat davon inzwischen acht Dutzend Nappies angeschafft.

Und das Weihnachtsfest im Babies Home ist nun auch gesichert. Zusammen mit dem Verein Partnerschaft Gesunde Welt - Klinikverbund Südwest e.V., Sindelfingen haben wir einen Weg gefunden, um kurzfristig Hilfe zu leisten. Ein Forumsmitglied wird im Dezember 2012 einige Tage seines Urlaubs opfern und zusammen mit Peace von unseren Spendengeldern vor Ort gezielt sinnvolle Weihnachtsgeschenke für die Kinder einkaufen. Ganz herzlichen Dank für Dein spontanes Engagement!!!

Wir haben uns nun ja schon einige Hilfsprojekte im südlichen Afrika und auch in Kenia angeschaut, aber hier ist unsere Unterstützung einfach viel notwendiger. Uganda leidet unter den Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und der Rebellenarme LRA (J. Kony). Zudem treten immer wieder Epidemien wie Gelbfieber, Ebola und Marburg-Fieber auf, mit denen das Land zu kämpfen hat. Von der üblichen Korruption nicht zu reden! Deshalb mein Appell an alle Fort-Portal-Reisenden: Wenn Ihr zufällig noch Freigepäck habt, sind folgende Dinge immer von Nöten:

Gummihöschen, Stoffwindeln, Bodies, Waschhandschuhe, Babybad, Kindercreme, Feuchttücher.
Kinderkleidung (auch für größere) wie z.B. T-Shirts, Shorts, Strumpfhosen, Kinderschuhe, Latschen.
Für die kleinen Behinderten ist kaum etwas vorhanden. Spielsachen, die die Sinne fördern, wie kleine Massagebälle oder anderes Lernspielzeug kommen gut an.

Wenn Interesse besteht, wenn der eine oder der andere etwas für die Kinder mitnehmen möchte, möge er sich bei Joachim Fritz (Lenas Vater) jfgjfritz@gmail.com oder bei mir per email melden.

Ansonsten halte ich es für sehr viel sinnvoller, Produkte, die man auch in Uganda erwerben kann, lieber dort mir Bargeld (Spendengeld) zu erwerben und damit die heimische Wirtschaft zu unterstützen!

Nachdem wir Salomon, dem Door-Keeper auch noch einen kleinen Betrag für dringend benötigte neue Gummistiefel in die Hand drückten, verabschiedeten wir uns schweren Herzens.

Hier noch ein Link für Interessierte:
Wenn es mehr Kinder als Erwachsene gibt

Am Ortsausgang folgen wir links den Schildern Richtung Kluges Guestfarm und schieben eine kleine Irrfahrt durch die Plantagen und kleinen Döfer ein. Stefan Kluge ist hier jedoch bekannt wie ein "bunter Hund" und die Einheimischen weisen uns gerne den richtigen Weg.

Eine halbe Stunde später werden wir herzlich von Stefan, in seiner rustikalen Art begrüßt.

Unsere Bungalowzimmer sind sehr sauber, verfügen über eine Terrasse, 24-Stunden Strom und ein schönes Bad mit heißem Wasser. Nun gut, die beige-farbene Innendekoration guckt sich weg! Aber der sehr gepflegte, tropische Garten, das sehr gute Essen und die informativen Gesprächsmöglichkeiten machen die Innendeko mehr als wett.


Kluges Guestfarm bei Fort Portal


Kluges Guestfarm bei Fort Portal


Kluges Guestfarm bei Fort Portal


Kluges Guestfarm bei Fort Portal

Jochen freut sich unbändig auf ein doppeltes Steak. Ich freue mich über köstlichen Avocado-Salat aus dem Farmgarten frisch gepflückt. Und Picco haben wir auch gut satt bekommen, oder?

In den letzten Tagen hat es hier in der Gegend einige kleine Erdbeben gegeben, die andere Gäste beunruhigt haben, teilte uns Stefan mit. Mal schauen, ob wir auch noch in diesen Genuss kommen werden. Todmüde und erledigt von dem anstrengenden und ereignisreichen Tag fallen wir gegen 22.30 Uhr in unsere Betten.

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 1005. Dez. 2012
Montag, 08.10.2012 Fort Portal - Queen Elizabeth NP

114 km

Gewohnt früh sind Jochen und ich gegen 06:00 Uhr wach und staunen nicht schlecht, dass bereits eine Armee von Angestellten ihren Aufgaben nachgeht! Mariam, Stefans Frau verteilt und überwacht die Mitarbeiter, fasst aber auch selbst mit an. Respekt! Der Farmbetrieb und die Guestlodge sind gut organisiert!

Während des guten Frühstücks teilt Picco uns mit, dass er gegen 04.00 Uhr nachts durch ein leichtes Erdbeben geweckt wurde. Wir haben natürlich mal wieder nichts mitbekommen, sondern tief und fest geschlafen!

Eigentlich ist heute unsere Abfahrt Richtung Queen Elizabeth Nationalpark für 11:00 Uhr geplant...

Doch zuvor soll noch der Hilux repariert werden. Die Heckscheibe und die beiden hinteren Scheiben lassen sich nicht mehr schließen bzw. nur noch von Hand mühsam hoch und runter schieben.

Picco, Jochen und Stefan verziehen sich mitsamt dem Hilux in Stefans Werkstatt nahe des Privathauses. Ich pirsche mich mit der Kamera an Fauna und Flora heran und unternehme einen kurzen Spaziergang in den Wald hinunter. Hier gibt es einige Colobusaffen und im wunderschönen Garten mehrere Arten von schillernden Nektarvögeln und bunten Schmetterlingen. Vom gepflegten Rasen an der Lodge aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Rwenzori Mountains. Das zur Farm gehörende Sumpfgebiet mit wiederum anderen heimischen Tierarten habe ich nicht erkundet, da ja die Moskitos so auf mich fliegen.


Kluges Guestfarm, Fort Portal



Olivbauch-Nektarvogel / Olive-bellied Sunbird (Cinnyris chloropygius), Kluges Guestfarm, Fort Portal


Ziernektarvogel / Variable Sunbird (Cinnyris venustus), Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Kluges GF, Fort Portal


Ziernektarvogel / Variable Sunbird (Cinnyris venustus), Kluges GF, Fort Portal


Ziernektarvogel / Variable Sunbird (Cinnyris venustus), Kluges GF, Fort Portal

Als die Männer zur vereinbarten Abfahrtszeit (nach nunmehr gut zwei Stunden) noch nicht wieder an Bord sind, mache ich mich mal auf die Suche. Das Ergebnis meiner Suche seht Ihr unten.


Men at work! Theo Riedke, Jochen, Picco, Stefan Kluge, Kluges Guestfarm

Sie haben sich sogar vermehrt! Stolz berichten sie, dass die „Autoreparatur" bereits in 15 Minuten erledigt war!
Ich warte und warte, und die Männer sind am saufen! Unglaublich!

Die Reproduktion wird mir als Theo Riedke vorgestellt, Manager der Great Lake Region für die Welthungerhilfe, eigentlich wohnhaft in Kampala. Er hat auf Stefans Grund ein Ferienhaus und ist öfter zu Besuch.

Stefan selbst ist übrigens Dipl. Ing. für Tropische Landwirtschaft und kam 1976 als Pflanzungsmanager für Tee, Kaffee und Chinchona (Chinarinde) für eine Braunschweiger Firma nach Ruanda.1982 ging er als General Manager einer bayerischen Investorengruppe nach Lomé/Togo, die dort die mechanisierte Landwirtschaft einführen wollte (Mais, Tieflandreis, Geflügelhaltung).
Von 1989 bis 2011 war er Senior Technical Advisor und Team Leader eines EU Projektes, welches Kleinbauern half den Tee in Westuganda zu rehabilitieren und staatliche Teefabriken zu privatisieren.
Nebenbei hat Stefan von 2003 bis 2009 als Programme Manager im Office des Prime Ministers gearbeitet und war verantwortlich für Karamoja und Norduganda und wohnte auch fünf Jahre in Moroto/Karamoja.


unser blitzeblanker Hilux

Das Auto steht nun blitzeblank bereit. Stefans Mitarbeiter haben es kurzerhand noch in ein Schmuckstück verwandelt. Vielen Dank dafür! Aber die Männer feiern fleißig weiter... Von Stefan werden wir noch zu einem sehr leckeren gemeinsamen Mittagessen eingeladen. So dass wir letztendlich erst gegen 13:00 Uhr wieder auf der Straße sind. Lieber Stefan, vielen Dank für Eure herzliche Gastfreundschaft und die informativen Gespräche. Wir kommen wieder und bringen das nächste Mal mehr Zeit mit!

Für das Doppelzimmer zahlen wir incl. Frühstück 195 US$.
Um zur Teerstraße Richtung Kasese zu gelangen, wählen wir diesmal den von Stefan empfohlenen viel kürzeren Weg, der südlich von Fort Portal abzweigt (GPS: N0 35 11.9 E30 12 30.6).

Der Hilux ist innerhalb kürzester Zeit wieder eingesaut, denn es entlädt sich ein heftiges Gewitter. Doch pünktlich am Äquatordenkmal, hinter Kasese strahlt schon wieder die Sonne und wir können feine Fotos machen. Hier geht´s auch rechts ab zur Demokratischen Republik Kongo. Die Grenze ist lediglich 38 km entfernt.


Richtung Kasese bei Rubona


Richtung Kasese bei Rubona


schnell wech...!


Richtung Kasese bei Kibito


Richtung Kasese bei Kibito


Tropengewitter kurz vor Kasese


im Spülgang durchs Gewitter kurz vor Kasese


Rwenzori Mountains vor Kasese


Rwenzori Mountains vor Kasese


Lake George im Hintergrund


hinter Kasese geht´s in den Kongo


bei Kikorongo


hier geht´s zum Äquator!


am Äquatordenkmal bei Kikoringo


am Äquatordenkmal bei Kikoringo

Die Teerstraße ist immer noch in gutem Zustand, die Frisur hält, die Kandelabereuphorbien nehmen zu, die Moschee in Katanguru wird noch von sich hören lassen, wir überqueren den Kazinga Channel und biegen kurz dahinter rechts ab zur Queen Elizabeth Bush Lodge. Stefan Kluge hat dort für die nächsten drei Nächte Betten (ausdrücklich mit guter Aussicht) organisiert.

Um 15:30 Uhr fahren wir vor und werden herzlich vom Camp-Manager George, Peter und Julia empfangen. Wir gönnen uns erst einmal in der Launge ein Tässchen Kaffee, bevor uns die nebeneinander liegenden Tented Bandas „Fish Eagle" und „Giant Forest Hog" zugewiesen werden. Natürlich ohne guten View!!! Ansonsten passt aber alles wunderbar. Das Camp ist nicht eingezäunt und wir sind schon sehr gespannt, wer nachts so zu Besuch kommt! Morgen erhalten wir Zelte mit besserer Aussicht, denn im Moment ist alles ausgebucht. Die Ugander nutzen das lange Wochenende, um dem Trubel der morgigen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten in Kampala zu entfliehen.


Moschee von Katunguru


Kazinga Channel bei Katunguru


Abfahrt zur QE Bush Lodge


Hammerkopf / Hamerkop (Scopus umbretta), QE Bush Lodge


Queen Elizabeth Bush Lodge, Katunguru, QENP


Queen Elizabeth Bush Lodge


Blick von unserem Zelt, QEBL


Agame, QE Bush Camp

Das Tent selbst verfügt über keinen Strom. Akkus etc. müssen an der Rezeption aufgeladen werden. Dort gibt es auch noch Sanitäranlagen (Wassertoiletten, Waschbecken, Stromanschluss für Rasierer etc.). Das Tent verfügt lediglich über Plumsklo und Outdoor-Dusche. Die Bush Lodge ist zwar auf den offziellen Park-Karten als im Parkgebiet liegend eingezeichnet, aber in der Realität liegt sie außerhalb des Parks. Die Grenzen wurden wohl verschoben..., denn ganz in der Nähe hat sich der Staatspräsident eine große Privatlodge errichten lassen.

Um 17:00 Uhr entscheiden wir doch noch einen kleinen Game Drive in das Kasenyi Gebiet (siehe Park-Map) zu unternehmen und die dort oft anzutreffenden Löwen zu suchen. Hinter Katunguru führt eine kleine Piste zum Gate II (Katunguru Gate) des QENP. Bei der sehr netten Rangerin versuchen wir für drei Tage unser Eintrittsgeld los zu werden. Ihr fehlt der Quittungsblock und nun müssen wir ca. 10 Minuten warten, bis der Ober-Ranger kommt.

Es ist bereits 18:00 Uhr, als wir im Kasenyi-Gebiet an einem Ranger-Posten kontrolliert werden. Außer einem schönen Geierbaum und einigen Kronenkranichen bleiben wir aber erfolglos.

Gegen 19:15 Uhr sitzen wir pünktlich zum leckeren 4-Gang-Dinner in der Bush Lodge. Mit dem Ex-Nationalpark-Ranger und nun Nachtwächter im Bush Camp, Emanuel unterhalten wir uns noch eine Weile, bevor er uns zu den Zelten eskortiert. Hippos, Leoparden, Löwen, Büffel und Elefanten statten dem Camp öfter mal einen Besuch ab. Lt. Stefan Kluge ist Emanuel auch ein guter Guide um Löwen aufzuspüren.

An Schlaf war bis Mitternacht nicht zu denken, da einige Gruppen am Lagerfeuer laut in den Unabhängigkeitstag feierten (grrrr) und ich auch immer den sehr nahen Rufen der Hyänen lauschte.


Colobusaffe, QE Bush Camp


Kazinga Channel, im Hintergrund die Rwenzori Mountains


Kazinga Channel


Richtung Katunguru Gate


Queen Elizabeth NP


Kasenyi-Gebiet im QENP


Grauhals-Kronenkranich / Grey Crowned-Crane (Balearica regulorum), Kasenyi-Gebiet, QENP

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 1106. Dez. 2012
Dienstag, 09.10.2012 Queen Elizabeth Nationalpark

In der Nacht haben wir die Löwen ganz nah brüllen gehört... und heute feiert Uganda seinen 50. Unabhängigkeitstag. Herzlichen Glückwunsch und happy Independence Day!

Um 07:15 Uhr starten wir ausgestattet mit Lunchboxes noch einmal in die Kasenyi- Plains des Nationalparks, um die Verabredung mit den Löwen wahrzunehmen.

Im frühen Morgenlicht sehen die großen Herden Uganda Kobs wie gemalt aus. Der feine Nebel lässt die Sonne durchscheinen und erzeugt eine wunderbare Stimmung.

Wir fahren einige Loops links der Hauptpiste, finden aber leider keine Löwen und so geht´s weiter zum Bunyampoko Salzsee mit typischer Kraterform. Im See wird ganzflächig Salz gewonnen dass größtenteils in den Kongo exportiert wird. Wir beschließen uns die Salinen einmal aus der Nähe anzuschauen und bedauern die schwere Arbeit des einsamen Salzgewinners im heißen Kraterkessel.


Uganda Kobs, Kasenyi Plains, QENP


Uganda Kobs, Kasenyi Plains, QENP


Uganda Kobs, Kasenyi Plains, QENP


Kasenyi Plains, QENP


Kasenyi Plains, QENP


Uganda Kob, Kasenyi Plains, QENP


Uganda Kob, Kasenyi Plains, QENP


Blutschnabelweber / Red-billed Quelea (Quelea quelea) , Kasenyi Plains, QENP


Blutschnabelweber / Red-billed Quelea (Quelea quelea) , Kasenyi Plains, QENP


Salzabbau im Lake Bunyampaka, Kasenyi, QENP


Lake Bunyampaka, Kasenyi Plains, QENP


Salzabbau im Lake Bunyampaka, Kasenyi Plains, QENP


Wasserböcke, Lake Bunyampaka, Kasenyi, QENP


Salzabbau im Lake Bunyampaka, Kasenyi, QENP

Am Kraterrand passieren wir eine kleine Gruppe Wasserböcke. Wir fahren weiter durch das recht schmuddelige Dorf Kasenyi und werfen einen Blick auf den Lake George. Im Grunde müsste man sich sehr viel mehr Zeit nehmen, denn das Gebiet ist sehr vogelreich und hier sollen einige Brutpaare des Schuhschnabelstorchs heimisch sein.


Kasenyi am Lake George


Kasenyi am Lake George


Kasenyi am Lake George


in Kasenyi

Da wir heute noch unseren Bootstrip für den morgigen Tag fest zurren möchten, fahren wir den Kasenyi Track zurück Richtung Mweya Lodge. Unterwegs kreuzt ein Nilwaran die Piste und zwei schöne Weißbrauenkuckucke (Piccos Ab-in-den-Busch-Vogel) verschwinden auch nicht gleich wieder im Busch, sondern lässen sich artig fotografieren.

Wir überqueren die Teerstraße und plaudern kurz mit der netten Rangerin am Katunguru Gate, die uns auf Nachfrage verrät, dass in ca. 2 km nördlicher Richtung am Channel Track Löwen gesichtet wurden. Zwei parkende Safariautos markieren den Ort. Leider liegen die drei Löwen weiter entfernt im dichten Buschwerk. Vorsichtshalber speichere ich die Position aber mal im Nüvi.


Rotnackenlerche/Rufous-naped lark (Mirafra africana), Kasenyi Plains, QENP


Weißbrauenkuckuck / White-browed Coucal (Centropus superciliosus), Kasenyi Plains, QENP


Nilwaran, Kasenyi Plains, QENP


Nilwaran, Kasenyi Plains, QENP


Weißbrauenkuckuck / White-browed Coucal (Centropus superciliosus), Kasenyi Plains, QENP


Löwen im Busch, Channel Track, QENP

Dafür posiert ein Warzenschwein geduldig und vorbildlich kurz bevor wir die riesige Hotelanlage der Mweya Lodge erreichen. Wir schauen uns die Jetty an und reservieren dann an der Rezeption eine Bootstour im kleinen 11-Sitzer-Boot der Mweya Safari Lodge (24 US$ pP) für den morgigen Tag um 11:00 Uhr. Es sind (nur) noch sechs weitere Personen eingebucht. Die Bezahlung erfolgt dann erst Morgen eine Viertelstunde vor Abfahrt.

Da gerade Lunchtime ist, gönnen wir uns im Restaurant ein feines Mahl. Die zahlreichen Webervögel freut´s, denn ich habe doch glatt das Schild übersehen „Do not feed the birds". Sorry, habe ich erst am nächsten Tag entdeckt (schäm). Zum Nachtisch gibt es schillernde Schmucknektarvögel.


Warzenschwein, Channel Track, QENP


Mweya Safari Lodge


Jetty, Mweya Safari Lodge, QENP


Eli mit hübschem Ohrschmuck rechts, Mweya Safari Lodge, QENP


Schwarzkopfweber / Uganda Yellow-collared Weaver (Ploceus melanocephalus dimidiatus), Mweya Safari Lodge, QENP


Kazinga Channel, Mweya Safari Lodge


Mönchsweber / Slender-billed Weaver (Ploceus pelzelni) female, Mweya Lodge, QENP


Schmucknektarvogel / Red-chested Sunbird (Cinnyris erythrocerca), Mweya Safari Lodge, QENP


Schmucknektarvogel / Red-chested Sunbird (Cinnyris erythrocerca), Mweya Safari Lodge, QENP


Jackson-Weber / Golden-backed Waever (Ploceus jacksoni), Mweya Safari Lodge, QENP

Da wir schon einmal hier im westlichen Teil des Parks sind, beschließen wir noch bei Pelican Point hinter Katwe die Selbigen zu treffen. Hinterm Main Gate führt eine staubige Piste nach Westen. Linkerhand zupfen einige Elefanten gemütlich ihr Mittagessen, zwei Fischer halten Siesta und der Lake Edward begeistert uns durch sein opalgrünes Wasser, denn es braucht sich schon wieder mal ein Gewitter zusammen.

Wir passieren Katwe, folgen den Hinweisen zum Pelican Point und landen schließlich auf einer kleinen Farm. Die Bäuerin lässt sich unser Permit zeigen und meint, dass wir gleich rechts abfahren müssen. Ein schmaler Weg würde zum Pelican Point führen. Nun, wir haben ihn nicht gefunden. Auf dem Rückweg werfe ich einen Blick in den Lake Katwe, den größten Salzsee Ugandas, der ebenfalls der Salzgewinnung dient und die Haupteinnahmequelle der Einheimischen bildet. Fast jeder hier hat einen eigenen Salzgarten. Die Salzgewinnung ist eine der ältesten noch intakten Industriezweige in Uganda. Das Katwe Salz wird in Ruanda, Kongo, Sudan und sogar in Tansania verkauft.


Elefant vor Katwe, QENP


am Lake Edward bei Katwe


Lake Edward bei Katwe


Lake Edward bei Katwe


Katwe


Richtung Pelican Point, QENP


Richtung Pelican Point, QENP


Lake Katwe, QENP


Katwe


auch am Nationalfeiertag wird Wäsche gewaschen, Katwe

auch am Nationalfeiertag wird Wäsche gewaschen, Katwe
Die Tour de France wurde anlässlich des 50. Unabhängigkeitstages kurzerhand nach Katwe/Uganda verlegt. Die Durchgasngstraße wurde abgesperrt, das ganze Dorf ist auf den Beinen und feuert die Radrennfahrer begeistert an! Ein sehr authentisches Erlebnis, dass ganz sicher nicht durch Dopingskandale überschattet wird.


Katwe Village


Katwe Village


Katwe Village


Katwe Village

Hinter Katwe fragen wir uns ein weiteres Mal, wie die Ankole-Rinder es schaffen, diese riesigen Hörner auf den Köpfen zu balancieren. Doch lange können wir darüber nicht nachdenken, denn wir geraten in einen Uganda-Road-Block. Eine Mutterkuhherde Elefanten mit Kälbern blockierte die Piste, es wurde ausführlich gesäugt und noch links und rechts in Ruhe am Grün gezupft. Und es wurden immer mehr Tiere, die aus Richtung Lake Edward vor unserem Wagen kreuzten. Als wir merkten, dass die Elefanten zunehmend nervöser reagierten, stieg auch unser Adrenalinspiegel. Ich bat Jochen bitte einige Meter zurück zu setzen und den Sicherheitsabstand zu erhöhen. Doch das funktionierte nun auch nicht mehr, denn hinter uns kreuzte eine andere Elefantenfamilie in entgegengesetzter Richtung die Piste. Oh schiet! Das Deo versagt! Ich habe einen Höllenrespekt vor Elefanten! Irgendwie hat sich der Verkehr dann aufgelöst (aber daran habe ich keine konkrete Erinnerung...) und mein Bedarf an Game Drive war für heute gedeckt.


Ankole-Rinder bei Katwe


erst eins..., bei Katwe


dann zwei, drei, vier...


dann ganz viele...


noch relativ entspannt


am Säugen, und ab diesem Zeitpunkt gibt es keine Fotos mehr von mir!

So beschlossen wir noch den Crater Drive Richtung Baboon Cliff zu fahren. Diese Piste ist zwar lt. Karte als 2x4 Strecke ausgewiesen, aber in der Realität wird man damit wohl nicht sehr weit kommen. Und wie sollte es anders sein, der Himmel verfinsterte sich immer mehr, der Weg zum Crater Gate war noch weit, die Piste wurde immer schlechter und meine Laune sank! Fahrer Jochen hatte ganz schon zu tun auf der felsigen Pad. Noch rasch ein paar Fotos vom Lake Kyemengo und weiter ging´s.


Abzweig zum Katwe Explosion Crater Trail, QENP


Gewitterstimmung, Katwe Explosion Crater Trail


Lake Kyemengo, Katwe Explosion Crater Trail, QENP


aufziehendes Gewitter, Katwe Explosion Crater Trail, QENP

Angekommen am Crater Gate, welches nicht mehr besetzt war (die Schranke ließ sich problemlos öffnen), haben wir erst einmal die Sanitäranlagen aufgesucht. Dankbar für die gute Teerpiste unter dem Wagen fuhren wir zurück Richtung Bush Camp. In Katunguru hatte es wieder eine Polizeikontrolle (wie auch schon am Morgen). Wir hielten ein kleines Schwätzchen und die Officier freuten sich sehr über unsere gut bestückten Lunchboxes (es gab reichlich Hühnerbeine – das teuerste Fleisch in Uganda). Sie grüßten mit "Happy Christmas"! Wir kontern mit Happy Easter und Happy Independance Day! Alles war am lachen.

Im Queen Elizabeth Bush Camp erwartete uns ein sorgfältig dekoriertes Restaurantzelt. Auf jedem Tisch war die ugandische Nationalflagge angebracht. Wir Deutschen haben damit kein Problem und dürfen unbeschwert mitfeiern, sind es doch auch unsere Nationalfarben. Die Schweitzer benötigen da etwas mehr Fantasie.

Wir wechseln noch die Zelte und sind mit "Hippo" und "Leopold" und unverstellten Blick auf den Kazinga Channel nun sehr glücklich. Für eine erfrischende Dusche reichte die Zeit vor dem Dinner auch noch!


Happy Independence Day im Queen Elizabeth Bush Camp!


Abendstimmung Queen Elizabeth Bush Lodge


50. Unabhängigkeitstag Uganda

Das lange Wochenende ist zu Ende und so haben wir das Vergnügen mit nur noch acht anderen Gästen und dem Team des Bush Camps diesen Abend zu feiern, auf den sie wirklich sehr stolz sind!

Zum Desert gab´s die leckere, liebevoll dekorierte Torte. Am Lagerfeuer tauschten wir uns noch eine Weile mit Emauel über die heutigen Tiersichtungen aus, bevor er uns mitsamt Petroleumlampe zum Zelt begleitete. Auch am Zelteigang war bereits eine Lichtquelle platziert, die uns heimleuchten sollte. Aber nicht nur uns! Myriaden von Lake Flies umschwärmten das Licht, krochen uns in Ohren, Nase, Mund. Erst als Emanuel diese Petroleumleuchte zurück auf den Weg stellte, war überhaupt erst daran zu denken, das Zelt zu öffnen. Trotzdem klebten noch hunderte von den lästigen Biestern (sind völlig harmlos) an uns.

Komisch, gestern waren keine Lake Flies hier und oben an Restaurant und Lagerfeuer gab´s auch keine! Wer hat die für uns bestellt?

An Lesen im Bett mit Stirnlampe war nicht zu denken. Die kleinen Fliegen bohren sich doch glatt durch die feinen Maschen des Moskitonetzes. Also, Licht aus, Augen zu!

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 1207. Dez. 2012
Mittwoch, 10.10.2012, Queen Elizabeth Nationalpark

Frühstück hatten wir heute erst gegen 07:30 Uhr und eine Stunde später sind wir Richtung Katunguru Gate zum QENP gestartet. „Unsere" Rangerin freut sich, als wir vorbei kommen. Unterwegs auf dem Channel Track berichtet ein entgegen kommender Safariwagen von einer Löwensichtung in ca. 1 km Entfernung. Nichts wie hin! Und da liegt doch die Löwin „Elsa" wie ein Model nicht weit entfernt von der Piste. Sogar das Licht stimmt!
Dann wurde es der Lady aber zu warm und sie wechselte in den Schatten eines Busches. Der Morgen fängt ja gut an!

Die Männer wollten unbedingt noch den Leopard Loop fahren, ich verstehe gar nicht warum?! Hätten wir uns auch sparen können...
Unterwegs sichten wir nur die üblichen Verdächtigen: Warzenschweine und Büffel!


Morgenstimmung über dem Kazinga Channel, QE Bush Camp


Witwenstelze /African Pied Wagtail (Motacilla aguimp), Queen Elizabeth Bush Camp


Dominikanerwitwe / Pin-tailed Whydah (Vidua macroura), Queen Elizabeth Bush Lodge


Schmucknektarvogel / Red-chested Sunbird (Cinnyris erythrocerca), Queen Elizabeth Bush Lodge


Textor / Black-Headed Weaver (Ploceus cucullatus), Queen Elizabeth Bush Lodge


Tsetse


Channel Track, QENP


Channel Track, QENP


Channel Track, QENP


Büffel, Channel Track, QENP

Gegen 10:30 Uhr treffen wir in der Mweya Lodge ein und bezahlen unseren Bootstrip auf dem Kazinga Channel an der Rezeption. Eine Bande Zebramangusten gehört zum lebenden Inventar der Lodge und lässt sich willig ablichten. Kurz vor 11:00 Uhr fahren wir mit unseren Receipt runter zur Jetty. Mit uns war noch eine norwegische Familie an Bord. Das Boot hatte gute 15 Minuten Verspätung. Wir drei konnten uns jedoch die Plätze auf der linken Seite sichern, denn es wird langsam am linken Ufer der Kazinga Channels vorbei gefahren. Der Motor ist sehr leise, die Tiere tolerieren das kleine Boot sehr gut und unser Bootsführer war flexibel genug, um auch auf Wunsch noch einmal ein Stück zurück zu setzen, damit die Tiere ins rechte Licht gesetzt wurden.


Jetty, Mweya Safari Lodge, QENP


Nilkrokodil, Bootstour auf dem Kazinga-Channel


Hippo, Bootstour auf dem Kazinga-Channel


Goliathreiher / Giant Heron (Ardea goliath), Kazinga-Channel, QENP


Afrikanischer Löffler / African Spoonbill (Platalea alba), Kazinga-Channel, QENP


Graufischer/Pied Kingfisher (Ceryle rudis), Kazinga-Channel, QENP


Haubenzwergfischer / Malachite Kingfisher (Alcedo cristata), Kazinga-Channel, QENP

Die norwegische Großfamilie hat ununterbrochen gequasselt, was schon recht lästig war. Still sitzen konnten sie auch nicht, das Boot wackelte und sie liefen durchs Bild. Der Gipfel war dann, als sie anfingen skandinavische Volkslieder á la Michel von Lönneberga zu singen! Grrrrr!

Nichtsdestotrotz könnten wir eine Menge Tiere aus nächster Nähe sichten: Elefanten, Büffel, Hippos, Krokodile, einen Nilwaran, verschiedenste Wasservögel waren die Ausbeute. Die zweistündige Tour ist absolut empfehlenswert, allerdings würde ich auch hier wieder ein privates Boot mieten.


Büffel, Kazinga-Channel, QENP


anlandiges Hippo, Kazinga-Channel, QENP


Nilwaran, Kazinga-Channel, QENP


Nilwaran, Kazinga-Channel, QENP


Elefanten, Kazinga-Channel, QENP


Elefant, Kazinga-Channel, QENP


anlandige Hippos, Kazinga-Channel, QENP


Hippobaby mit abgeknabbertem Ohr, Kazinga-Channel, QENP


Graufischer/Pied Kingfisher (Ceryle rudis), Kazinga-Channel, QENP


Goliathreiher / Giant Heron (Ardea goliath), Kazinga-Channel, QENP


Silberreiher / Great White Egret (Ardea alba alba), Kazinga-Channel, QENP


Kazinga-Channel, QENP


am Kazinga-Channel, QENP


Fischer am Kazinga-Channel, QENP


Fischer am Kazinga-Channel, QENP


Kazinga-Channel, QENP


Rötelpelikan / Pink-backed Pelicans (Pelecanus rufescens), Kazinga-Channel, QENP


im Vordergrund: Graureiher / Grey Heron (Ardea cinerea), Kazinga-Channel, QENP


Schreiseeadler/ African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer), Kazinga-Channel, QENP


Lake Flies (Zuckmücken) steigen auf


lala lala lala Bootstour auf dem Kazinga-Channel, QENP, Foto: C. Comolli


Fischer am Kazinga-Channel, QENP


Elefanten, Kazinga-Channel, QENP


Mweya Safari Lodge, QENP

Zum Mittagessen kehrten wir wieder im Restaurant der Mweya Lodge ein, dass heute viel besser besucht war wie gestern. Am Nachbartisch lunchte u. a. die aufgetakelte High Society. War schon wieder witzig, wie ein "Kleines Schwarzes", perfekt lackierte Fingernägel und Dreiwettertaft in einer Safarilodge mitten im Nationalpark wirken.
Jochen ist´s egal. Er freut sich auf die Pork Ribs, die er schon gestern in Kanibalenmanier verspeiste!

Wir wurden beim Essen wieder von unserem gefiederten Fanclub umlagert: Webervögel und Graubülbüls. In den blühenden Büschen vor dem Restaurant tummelten sich auch einige von den flinken Nektarvögeln. Gegen 15:30 Uhr nehmen wir den Royal Track zurück Richtung Katunguru Gate. Außer ein paar Wasserböcken und einigen Vögeln sahen wir in der Nachmittagshitze aber keine Tiere.


Jetty, Mweya Safari Lodge, QENP


Mweya Safari Lodge, QENP


Weißkehlspint / White-throated Bee-eater (Merops albicollis), Channel-Track, QENP


Abzweig Royal Cicuit, North Kazinga Plains, QENP


Schopfadler /Long-crested Eagle (Lophaetus occipitalis), Channel-Track, QENP

So ging´s auf der geteerten Main Road zur Kyambura Gorge, in die wir unbedingt noch einen Blick werfen wollten. Hier startet ebenfalls ein Schimpansen-Tracking (morgen um 08:00 und um 14:00 Uhr). Wir werfen lediglich am View Point einen Blick in die eindrucksvolle grüne Hölle, die vom Kyambura River durchflossen wird.


Abfahrt Kyambura Gorge, Chimp Tracking, QENP


Abfahrt Kyambura Gorge, Chimp Tracking, QENP


Kyambura Gorge, QENP


Kyambura Gorge, QENP

Trotz später Stunde nahmen wir noch die Piste durch das Dorf Kichwamba, vorbei an sattgrünen Plantagen zum Chimbwero Krater und einem weiteren Krater, der Flamingos beheimaten soll. Die waren jedoch gerade auf Betriebsausflug. Und so ging´s die gleiche Strecke wieder zurück. Vor einigen Häusern in Kichwamba lagen Kaffeebohnen zum Trocknen auf großen Sieben (Uganda ist nach Äthiopien der zweitgrößte Kaffeeproduzent Afrikas). Jochen amüsierte sich königlich über die mzungu-rufenden Kinder, die teilweise in den Armen von größeren Kindern zum Winken an den Straßenrand geschleppt wurden. Manche von den Dreikäsehochs können kaum laufen.


Kichwamba


Plantagen bei Kichwamba


Plantagen bei Kichwamba


Chibwera, Kyambura Wildlife Reserve

Kurz vor 19:00 Uhr landeten wir wieder im Bush Camp. Heute waren zum Dinner incl. uns nur noch sieben Personen im Restaurantzelt. Wir beglichen unsere Rechnung (160 US$ FB per double/night), ließen uns von Emanuel noch die nächstgelegene Tankstelle erklären (Kichwamba), da Jochen mittags keine Lust hatte in der Mweya Lodge für Diesel-Nachschub zu sorgen. So müssen wir Morgen früh auf dem Weg nach Ishasha erst noch einen Umweg ins nächste Dorf nehmen. Deshalb ist unser Frühstück auf 06:30 Uhr terminiert. Wir genießen noch eine Weile das Lagerfeuer, bevor wie wieder in Begleitung von Emanuel und den Lake Flies (Zuckmücken) unsere Zelte aufsuchen. Heute musste Doom als Allzweckwaffe gegen die Viecher herhalten!

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 1308. Dez. 2012
Donnerstag, 11.10.2012, Kazinga Channel - Ishasha, Queen Elizabeth NP - Kihihi

98 km

In der Nacht wurde ich von lautem Hyänengeheul nahe beim Camp geweckt, während Jochen gegen 05:30 Uhr vier Hippos im „Vorgarten" unserer Zelte sichtete. Drei haben Picco umkreist, eines fand es bei uns amüsanter.
Vom sehr netten Team des Bush Camps haben wir uns schweren Herzens verabschiedet. Bei dieser Unterkunft hat einfach alles gepasst!

Da Männer ja chronisch unpünktlich sind, kamen wir erst gegen 07:15 Uhr los. Tatsächlich fanden wir auch die kleine No-Name-Tanke in Kichwamba, die sogar über genügend Diesel verfügte.

Neugierige Kinder schauten uns Mzungus bei der Befüllung zu.

Auf dem Weg Richtung Ishasha sichteten wir auf der guten Murramroad neben einigen Vögeln lediglich Wasserböcke, Elefanten und Baboons. Nicht mal die sonst allgegenwärtigen Uganda Kobs zeigten sich. Wie viel Platz wäre hier noch für wilde Tiere! Auf dem ersten Teilstück zwischen Bushcamp und Kisenyi lag jedoch eine Menge Elefantendung auf der Straße, die bis Kisenyi in etwa parallel zum Kazinga Channel verläuft. In diesem Gebiet haben wir bei der Bootstour recht viele Tiere sehen können.

Über dem Lake Albert steigen wieder riesige Schwärme von Lake Flies auf.


Kichwamba


in Kichwamba


in Kichwamba


in Kichwamba


in Kichwamba


Kichwamba


Richtung Ishasha zwischen Katunguru und Kisenyi, QENP


Richtung Ishasha zwischen Katunguru und Kisenyi, QENP


Palmgeier / Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis) Juv., vor Kisenyi, QENP


vor Kisenyi, QENP


vor Kisenyi, im Hintergrund der Lake Edward mit Lakeflies, QENP

Die fünf Brücken bis zum Katookye Gate, dem Eingang zum Ishasha Sektor, sind in erstklassigen Zustand. Die Murramroad ist völlig permittfrei zu befahren und sie wird auch reichlich von LKW´s genutzt.

Kurz vor dem Katookye Gate gerieten wir wieder in einen Road Block. Zwei große LKW´s haben sich im Matsch festgefahren und blockierten die Strecke. Ca. 10 weitere LKW´s stauten sich dahinter. Mit Lotsenhilfe der Fahrer konnten wir die Trucks links umfahren und bedankten uns mit eineinhalb Galonen Wasser und einer Schachtel Zigaretten.


Brücke Nr. 1 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Brücke Nr. 2 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Brücke Nr. 3 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


ist halt alles etwas größer in Afrika, auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Dominikanerwitwe / Pin-tailed Whydah (Vidua macroura), auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Brücke Nr. 4 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP


Elefanten, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Elefanten, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP


Brücke Nr. 5 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP

Auf Höhe der Ishasha Wilderness Lodge (ausgeschildert) biegen wir rechts ab zum Katookye Gate und den Game Tracks. Am Gate wird das Permitt sorgfältig kontrolliert. Der Ranger empfiehlt uns auf Nachfrage seinen Kollegen Benjamin als guten Guide, um rasch und effektiv die Baumlöwen zu finden. Also fuhren wir zunächst zum Ishasha River Camp, luden Benjamin ein und gegen 12:30 Uhr starteten wir mit einer Pirschfahrt durch den südlichen Circuit.

Gestern hielten sich die Löwen noch in dem kleinen Picknick-Pavillion in der Nähe des Camps im Schatten auf. Wir hatten jedoch kein Glück. Alle Fig Trees (Feigenbäume) im südlichen Sektor, in denen die Löwen sich sonst auch gerne aufhalten, waren unbewohnt. Sie Karte - die grünen Punkte.

Dafür sahen wir Uganda Kobs, viele Topis und Büffel.


Abfahrt zum Katookye Gate, Ishasha, QENP


Abfahrt zum Katookye Gate, Ishasha, QENP


Katookye Gate, Ishasha, QENP


South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Uganda Kobs, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Palmgeier / Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis), Ishasha, QENP


im Hintergrund der Virunga NP im Kongo, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Fig Tree/Feigenbaum ohne Löwen! Ishasha


Benjamin, Jochen, Picco, Ishasha River Camp, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Ishasha River Camp, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Weißbrauenkuckuck / White-browed Coucal (Centropus superciliosus), South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Gewitterwolken, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP

So beschlossen wir erst einmal zum 16 km entfernten Savannah Resort Hotel in Kihihi zu fahren und einzuchecken. Die Zimmer hatte ich morgens per Handy schon reserviert. Wir entlohnten Benjamin für seine Dienste (50.000 UGX), der gab uns seine Telefon-Nr., denn ihn packte der Ehrgeiz und er wollte versuchen mit uns gegen 17:00 Uhr noch einmal die Baumlöwen zu finden. Mittlerweile verdunkelte sich der Himmel bedrohlich, es fing leicht an zu regnen und einige Pisten hier im südlichen Circuit sind auch ohne erneutes Nass von oben schon in erbärmlichen Zustand (muddy und sumpfig). Um 15:30 Uhr führte uns das Nüvi mit T4Africa an die mit Stacheldraht gesicherte Rückseite des Hotels. Also mussten wir die Murramroad komplett zurück fahren und die nächste Parallelpiste nehmen (ab hier ist das Hotel und das Airfield auch ausgeschildert).

Das Hotel, ein Staatsbetrieb, mit seinem riesigen parkähnlichen Garten hat den Charme der 70ziger Jahre, erinnert ein wenig an DDR-Vorzeige-Hotels, aber die Gartenbandas sind sauber und preiswert, verfügen über 24 Stunden Strom und heißes Wasser. Man berechnet uns 115 US$ für die Banda/Double incl. Frühstück.

Während wir uns noch einen Kaffee gönnten, sprach uns der Guide des Savannah Hotel an. Er hatte auch am Morgen mit seinen Gästen Baumlöwen entdeckt und will gleich wieder raus. Wir könnten uns an ihn dranhängen. Da ich aufgrund des drohenden Unwetters lieber den Garten der Lodge nach interessanten Vögeln absuchen wollte, Jochen erst noch in Ruhe seinen Kaffee trinken wollte vereinbarten die Männer, dass sie in ca. 15 Minuten hinterherkommen. Der Guide würde langsam fahren, so dass er eingeholt werden könnte.

So zogen die Männer Richtung Ishasha und ich erst mal Richtung Dusche. Dann brach ein Tropengewitter vom Feinsten herein. Ich sah zu, dass ich aus der Dusche kam...

Nach ca. einer Stunde hörte es langsam wieder auf zu regnen und ich nutzte die Zeit zum Reiseberichtschreiben und für die Beobachtung eines Senegalliestes.


Richtung Kihihi


Richtung Kihihi


Abzweig Sanannah Resort Hotel/Airfield


Savannah Resort Hotel, Kihihi

Als der Hotel-Guide gegen 18:00 Uhr mit seinen Gästen vom Game Drive wieder kam, berichtete er, dass er Jochen und Picco nicht mehr getroffen hat, sehr wohl aber die Baumlöwen. So zeigte ich der Bedienung Sharon Leonas bebilderten Reisebericht vom August, der uns auf dieser Tour gute Dienste geleistet hat und Sharon freute sich sehr über ihr Foto darin und konnte sich auch gut an Leona erinnern. Die entsprechende Seite wechselte natürlich den Besitzer.


Sharon, Savannah Resort Hotel, Kihihi


Senegalliest / Woodland Kingfisher (Halcyon senegalensis), Savannah Resort


Savannah Resort Hotel, Kihihi

Es wurde später und später und ich malte mir wildeste Szenarien von den im Schlamm feststeckenden Männern aus...

Auf 20:00 Uhr war unser Dinner bestellt und Jochen wollte unbedingt vorher noch duschen. Mein Handy mit der ugandischen Telefonkarte hatte Jochen im Auto, damit sie sich mit Benjamin in Verbindung setzen konnten. Auf die Idee, mir einmal mitzuteilen, wo sie stecken, kommen die Männer nicht!

Also bat ich die Rezeptionistin auf meinem Handy anzurufen. Die Freude war auf beiden Seiten groß: Jochen und Picco haben eine Löwenfamilien mit Jungen gesichtet und sie haben gerade den Rückweg angetreten.

Kurz vor 20:00 Uhr erreichten sie noch pünktlich zum Dinner das Hotel. Die erfolgreiche Sichtung von sieben Löwen inklusive spielender Cubs wurde ausführliches Thema beim Essen. Allerdings hielten sich die Löwen am Boden und nicht in den Bäumen auf. Man kann nicht alles haben!

Dadurch, dass Jochen und Picco den Ranger Benjamin erst wieder zum Ishasha River Camp bringen mussten und das Gelände durch den Regen sehr schwergängig war, auf der Hauptpiste in der Dunkelheit die Menschen und Tiere nur schwer zu erkennen waren, hat sich ihre Rückkehr verzögert.


Löwen, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Löwen, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP


Löwe, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP

Mit dem netten Barkeeper klärte ich noch unsere Route für die morgige Fahrt Richtung Lake Mburo. Er empfahl uns den Weg zurück durch den Park bis zum Kazinga Channel und von dort auf der geteerten Mainroad über Ishaka und Busjeni zum nächsten Etappenziel. Die direkte Strecke über Rukunieri benötigt schon allein bis Rukunieri 2,5 Stunden über kleine, ausgewaschene Serpentinenstraßen und außerdem soll auf der Strecke eine Brücke zerstört sein. Bis Kichwamba am Kazinga Channel benötigt man bei zügiger Fahrt auch nur maximal 1,5 Stunden auf sehr guter Piste.

Völlig erledigt fallen wir heute in unsere Betten.

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 1409. Dez. 2012
Donnerstag, 12.10.2012 Ishasha/Queen Elizabeth NP - Lake Mburo


Karte Ishasha/QENP - Lake Mburo, T4Africa

261 km

Um 08:15 Uhr Piccozeit starten wir auf die permittfreie „weiße Mainroad" durch den Ishasha Sektor wieder Richtung Norden und schauen links und rechts in jeden größeren Baum. Hinterm Katkookye Gate überholte uns grüßend der Guide des Savannah Hotels, der mit seinen Gästen ebenfalls Richtung Kazinga Channel unterwegs ist, während wir im Maramagambo Forest noch einen blauen Riesenturako (immerhin ca. 75 cm groß) im dunklen Baumwipfel beobachteten und gleich anschließend noch einen wunderschönen rot-grünen Narinatrogon.

Wenige Kilometer weiter fuhren wir dann wieder auf den wartenden Guide auf, der links ca. 200 Meter von der Straße entfernt zwei Baumlöwen in einem großen Feigenbaum entdeckt hatte. Eines der Tiere machte sich gerade wieder auf den Weg Richtung Boden. Die verschlafene Kollegin räckelte sich genüsslich mal nach links, mal nach rechts. Das war jetzt richtiges Glück! Ohne den haltenden Tourguide hätten wir die Löwin in dieser Entfernung niemals selbst gesichtet. Wir verweilten noch gut eine halbe Stunde, in der Hoffnung ev. noch ein wenig Aktion zu sehen, bevor wir aus Zeitmangel weiter mussten. Definitiv sind diese Löwen ein ganzes Stück weiter nördlich anzutreffen gewesen, wie von den Rangern beschrieben (siehe grüner Punkt auf der o.a. Karte).


Riesenturako / Great Blue Turaco (Corythaeola cristata), South Maramagambo Forest, QENP


Narinatrogon / Narina Trogon (Apaloderma narina), South Maramagambo Forest, QENP


Baumlöwin, South Maramagambo Forest, QENP


Baumlöwin, South Maramagambo Forest, QENP

Im Wald zwischen Kisenyi und Kichwamba hatten wir dann noch das Vergnügen einen Elefanten auf der Piste anzutreffen, bevor uns dann endgültig die Zivilisation auf der geteerten Mainroad Richtung Mbarara wieder hatte.

Wir fuhren durch grünes, dicht besiedeltes Gebiet, das sich durch intensive Landwirtschaft auszeichnet. Ab Ishaka ging´s durch giftgrüne Teeplantagen, bevor wir Mbarara, ein Zentrum der Rinderhaltung und Milchwirtschaft (sogar mit einer Käserei), erreichten.

Hier tankten wir, haben noch einmal den ATM der Barclays Bank um 2 x 500.000 UGX erleichtert, suchten verzweifelt ein Cafe und Jochen kassierte ein Ticket wegen Falschparkens. Ich nutzte den Handyempfang um in der neuen Rwakobo Rock Lodge am Lake Mburo NP zwei Zimmer für uns zu avisieren und wieder hatten wir Glück! 180 US$ kostet uns zwei das Doppel-Chalet mit Halbpension (Vollpension 200 US$).


Elefant, zwischen Kisenyi und Katunguru


Elefant, zwischen Kisenyi und Katunguru


Kichwamba


zwischen Kichwamba und Ishaka


zwischen Kichwamba und Ishaka


zwischen Kichwamba und Ishaka


zwischen Kichwamba und Ishaka


zwischen Kichwamba und Ishaka


Teeplantagen um Ishaka


Teeplantagen um Ishaka


Teeplantagen um Ishaka


Teepflücker bei Ishaka


auch Ananas wird hier angebaut und auf dem Rad tranportiert, Ishaka


Ishaka


Ishaka

Ca. eine Stunde sind wir noch von Mbarara auf hervorragender Straße unterwegs. Die Landschaft hätte ebenso gut das Ällgau im Süden Deutschlands sein können.

Zwischen Sanga und Kagate geht´s rechts ab zum Nshara Gate des Mburo Nationalparks. Von hier aus sind es noch 8,7 km auf ruppiger Murrampiste bis zur Lodge. Ca. 1,5 km vor dem Nationalparkgate ist der rechte Abzweig zur Lodge nun durch zwei schwarz-weiße Totempfähle gekennzeichnet. Hier empfangen uns auch die ersten Zebras und Impalas.


zwischen Mbarara und Sanga


Sanga


zwischen Mbarara und Sanga


Sanga


zwischen Sanga und Kagate


Abfahrt zum Nshara Gate, Lake Mburo NP


erste Zebras kurz vor dem Lake Mburo NP


erste Zebras kurz vor dem Lake Mburo NP


Abzweig zur Rwakobo Rock, Lodge, Lake Mburo NP

Von Katie werden wir herzlich empfangen und begrüßt. Wir sind die ersten offiziellen Gäste, denn am Unabhängigkeitstag wurde hier Lodgeeröffnung gefeiert. Aus diesem Grund sind auch die Eltern von Katie und Chris, einem jungen südafrikanisch-britischen Päarchen zu Besuch. Weitere Gäste sind nicht eingebucht.

Wir haben mal wieder Glück und erhalten das Chalet „The Rock" mit fantastischem Panoramablick über den Nationalpark und das hügelige Land mit seinen vereinzelten Felsformationen. Auch die Rwakobo Rock Lodge liegt auf einem solchen Felsen. Uns erinnert es ein wenig an Namibia. Das Chalet ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, verfügt über ein großzügiges Bad, private Terrasse, ein Doppel- und ein Einzelbett. Im großen Fig Tree daneben lebt ein Buschbaby. Das Moskitonetz ist leider ein wenig zu kurz geraten, aber hier ist auch kein Malariagebiet. Weiterhin gehören zur Lodge ein zahmes Buschbock-Junges namens Ock und ein Wasserbock-Mädchen namens Angie.


Panoramaview von der Rwakobo Rock Lodge


Rwakobo Rock Lodge


Chalet "The Rock"


Blick von der Rwakobo Rock Lodge


Angie, das Wasserbock-Mädchen


Ock, Rwakobo Rock Lodge

Als wir gegen 16:00 Uhr noch zum Game Drive in den Nationalpark aufbrechen möchten, kommt Katie Ehemann Chris mit seinem Vater Nick vorgefahren und begrüßt uns ebenfalls noch. Wir lassen uns von ihm noch erklären, dass die größten Chancen auf Leoparden am Research Track bestehen und Katie versorgt uns netterweise mit einer Parkkarte. Und das war auch gut so, denn am Gate waren die Karten leider aus und es könnte sehr lange dauern, bis wieder neue geliefert werden, erklärte die sehr nette Rangerin. Ich zahlte die Nationalparkgebühr von 35 US$ pro Person und die Gebühr für das Auto wieder komplett in Ugandashilling.

Der 260 km² große Nationalpark zeichnet sich durch offenes Grasland, Akazienwälder, Sümpfe, Seen und Felsen aus.

Im Park sehen wir zunächst eine große Herde Ankole-Rinder. Den Himahirten, der an den Park grenzenden Farmen, ist es erlaubt, ihr Vieh im Park zu weiden. Am Lake Mburo versucht man die Interessen der ländlichen Bevölkerung und den Naturschutz unter einen Hut zu bekommen. So sind die angrenzenden Gemeinden zu einem Teil an den Tourismuseinnahmen beteiligt.

Anfänglich erhöhte sich die Zahl der Wildtiere nach Einführung der kommerziellen Trophäenjagd in diesem Gebiet, da das Wild nun für die Bevölkerung einen Wert darstellte. Neueste Bestandszählungen lassen aber wieder einen Rückgang der Tierdichte vermuten.

Wir sichten im Park Zebras, Impalas, Topis, Büffel, Meerkatzen, und Elenantilopen. Der Leopard zeigte sich wieder nicht!

Der grüne Lake Mburu Nationalpark ist landschaftlich wunderschön und ich kann jedem nur empfehlen, hier einige Tage zu investieren. Wir haben leider in dieser kurzen Zeit die meisten Tracks und auch das Gebiet um den See nicht erkunden können. Die Tiere zeigen Fahrzeugen gegenüber kaum Scheu und sind gut aus der Nähe zu beobachten.


Impala, Lake Mburo NP


Topis und Impalas, Lake Mburo NP


Impala, Lake Mburo NP


Ankole-Rinder im Lake Mburo NP


Topis, Lake Mburo NP


Wasserbock, Lake Mburo NP


Büffel, Lake Mburo NP


Elenantilopen, Lake Mburo NP


Buschbock, Lake Mburo NP


Buschbaby / Greater Galago, Rwakobo Rock Lodge, Lake Mburo

In rasendem Tempo ging es bei einbrechender Dunkelheit zurück Richtung Gate. Die Distanzen haben wir unterschätzt und das Vorankommen auf den teilweise matschigen und tierreichen Pisten braucht seine Zeit. Zurück bis zur Lodge sind es 24 Kilometer und das Gate erreichten wir erst mit 10 minütiger Verspätung. Die Rangerin hat es aber mit einem Lächeln quittiert. Wir beschließen gleich am folgenden Morgen um 07.00 Uhr noch vor dem Frühstück einen weiteren Game Drive in den Park zu unternehmen.

Das Dinner um 19:30 Uhr nehmen wir zusammen mit der ganzen Familie am großen Tisch ein. Chris erzählt, dass er und Katie früher als Manager der nahen Mahingo Lodge gearbeitet haben, bevor sie sich hier ihr Stück vom Paradies aufgebaut haben. Er war der erste, der die Rückkehr der Löwen in diesen Park beobachtet hat. Ein totes Rind wurde eindeutig als von einem Löwen erlegt identifiziert. Wenig später hat er auch Pfotenabdrücke der Löwen sichten können. In der Bauphase der Lodge hat er die Löwen oft in der Nähe brüllen hören. Ebenso treibt ein Leopard in der Nähe sein Unwesen.

Nick, Chris Vater macht uns auf das Graue Buschbaby aufmerksam und wir können es tatsächlich im Feigenbaum entdecken. Mit allen verfügbaren Lichtquellen bewaffnet, gelingen Jochen sogar einige unscharfe Aufnahmen.
Die sehr informativen Gespräche im Familienkreis der Lodgeinhaber genießen wir, sind dann aber trotzdem gegen 22:00 Uhr im Bett.


Rwakobo Rock Lodge


Chris, Chris, Nick, Rwakobo Rock Lodge

Fortsetzung folgt!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Teil 1510. Dez. 2012
So, wir nähern uns dem Ende...

Freitag, 13.10.2012 Lake Buro - Entebbe


b]Karte Lake Mburo - Entebbe, T4Africa

255 km

In der Nacht entlädt sich wieder ein gewaltiges Tropengewitter. Regen prasselt aufs Dach und laute Musik aus einiger Entfernung vertreibt die Geräusche des afrikanischen Buschs.

Sturm und Regen halten bis zum Morgen an und Jochen und ich entscheiden, den Game Drive sausen zu lassen, denn man würde eh kaum etwas sehen. So fährt Picco dann allein in den Park, d.h. zusammen mit meiner Reisetasche und meiner Kamera, denn Jochen hat mal wieder alles übereifrig schon im Wagen verstaut! Bis Picco gegen 10:00 Uhr zurück war, habe ich gefroren wie ein Schneider (und nicht nur ich)! Die schönen Sunbirds, für die ich das Teleobjektiv gebraucht hätte, sind mittlerweile geflohen oder zu Eis erstarrt vom Himmel gefallen!


Zebra, Rwakobo Rock Lodge


Mackinnonwürger / Mackinnon's Fiscal (Lanius mackinnoni), Rwakobo Rock Lodge


Doppelzahn-Bartvogel / Double-toothed Barbet (Lybius bidentatus), Rwakobo Rock Lodge


Doppelzahn-Bartvogel / Double-toothed Barbet (Lybius bidentatus), Rwakobo Rock Lodge

Nachdem Picco sein spätes Frühstück beendet hat, sind wir gegen 11:30 Uhr nach herzlicher Verabschiedung Richtung Entebbe gestartet. Bis Masaka ist auf der der Teerstraße ein gutes Vorankommen, doch ab dort bis kurz vor Kampala ist ein zeitraubende Baustelle eingerichtet, in der sich keiner der anderen Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält. Vor allem die Fahrer der großen Überlandbusse glauben, sie wären Lewis Hamilton!


abgebrochene Zweige auf der Straße deuten auf ein Hindernis, zwischen Kagate und Masaka


schwerer LKW-Unfall zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


zwischen Kagate und Masaka


Masaka


zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala

Chris gab uns eine Beschreibung für die Umfahrung von Kampala mit. Ca. 5 km vor Kampala geht es rechts ab zum Budo Kings College (großes Schild). Damit sollten wir dem gefürchteten Verkehrschaos der Hauptstadt entkommen.

Unterwegs in der zeitraubenden Baustelle entscheide ich kurzerhand Patrick von Alpha-Car-Rental anzurufen und mit ihm einen Treffpunkt zur Wagenübergabe noch vor Kampala aus zu machen. Und zwar genau an besagtem Schild „Budo Kings College" übernahm Patrick das Steuer und teilte uns auch gleich mit, dass diese Abkürzung Richtung Entebbe wegen Staus nicht befahrbar ist. Also kutschierte er uns noch eine gute Stunde durch Kampala bis wir gegen 17:00 Uhr wieder am Boma-Guesthouse eintrafen. Picco und ich luden das Gepäck aus und checkten ein, während Jochen mit Patrick in der nahegelegenen Tankstelle für einen vollen Tank sorgte. Die Übergabe des Wagens erfolgte völlig unbürokratisch, nachdem Picco erklärte, wie man die ausgehängten hinteren Scheiben wieder funktionsfähig machen kann. Selbstredend erhielt Patrick ein ordentliches Trinkgeld für den nervenschonenden Shuttleservice.


in der Baustelle zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala


zwischen Masaka und Kampala


The Boma, Entebbe


The Boma, Entebbe


Hammerkopf / Hamerkop (Scopus umbretta), The Boma Guesthouse, Entebbe


The Boma Guesthouse, Entebbe


Bindenlärmvogel / Eastern Grey Plantain-eater (Crinifer zonurus), The Boma Guesthouse, Entebbe

Im Boma Hotel ergatterten wir diesmal das wesentlich schönere Zimmer Nr. 14 mit Eingangstür zum Gartenrestaurant. Wir gönnten uns hier ein sehr gutes Abschiedsdinner und gingen früh gegen 20.00 Uhr zu Bett, denn der Weckdienst soll bereits um 01.00 Uhr tätig werden.

Doch bereits um 21:30 Uhr falle ich durch lautes Gerede und Gelächter vor unserem Fenster aus dem Bett. Eine Gruppe Gäste unterhielt sich und die anderen Hotelgäste lautstark. Ich war am Kochen! Gegen Mitternacht gab ich auf, duschte, zog mich an und marschierte mit meinem Glas Nescafe Richtung Rezeption. Bei den Ruhestörern bedankte ich mich ironisch für die schlaflose Nacht und die nette Gartenparty! Beim Rezeptionisten machte ich ebenfalls meinem Ärger Luft. Der verstörte junge Mann entschuldigte sich vielmals: „Oh Mam, I´m so sorry. I told them so often they should be quiet. But it´s the boss from the UN! He´s just arrived with his colleagues from New York!" In diesem Moment kam der UN-Boss auch mit seinem Gefolge um die Ecke und entschuldigte sich ebenfalls: „We´re so sorry! But we still arrived from New York and we´ve jetlag. We´ll finish in 15 Minutes, is it ok for you?" Welch eine Dreistigkeit! Diese egoistischen Amerikaner drehen sich nur um sich selbst! Ich erklärte ihm, dass sich ihr Verhalten gegenüber anderen Hotelgästen als äußerst rücksichtslos empfinde.

Um 01.30 Uhr brachte uns Ibrahim, der Fahrer des Boma Hotels zum Airport. Check-in, Gepäckaufgabe waren sehr schnell erledigt. Der kleine Flughafen ist übersichtlich und unser Rückflug, diesmal ohne Zwischenlandung in Kigali, startete pünktlich.

Service, Bordmenüs und Beinfreiheit waren auch bei diesem Turkish Air Flug vorbildlich. In den sehr komfortablen Sitzen der Boing 707 haben wir uns wohl gefühlt.

In Istanbul hatten wir dann 4 Stunden und 50 Minuten zu überbrücken, bevor wir uns bei Picco für die angenehme Reisebegleitung bedankten und sich unsere Wege trennten. Um 14:50 Uhr rollte unser Zubringerflug nach Hannover Richtung Startbahn. Doch ein Fluggast direkt vor uns erlitt einen Herzinfarkt. Kompetente Ärzte waren sogleich zur Stelle, denn der halbe Flieger war gefüllt mit Teilnehmern eines Medizinkongresses. Bis der Flughafennotarzt, die Ambulanz und die Sanitäter eintrafen, vergingen gut 20 Minuten. Eine weitere halbe Stunde verstrich, bis der Passagagier aus der engen Kabine transportiert werden konnte. Ich möchte im Flieger besser nicht in eine akute gesundheitliche Notsituation geraten! Mit einer Stunde Verspätung sind wir dann in Hannover gelandet.


Istanbul


Istanbul


Marina und Picco, Istanbul Airport

Fazit

Naturraum:
In Uganda treffen die ostafrikanischen Savannen mit den westafrikanischen Urwäldern zusammen. Dieses fruchtbare, üppig grüne Land am westafrikanischen Grabenbruch fasziniert durch seine seltenen, bedrohten Tierarten, seine wunderbaren Wasserlandschaften und sicherlich auch durch die geheimnisvollen Bergnebelwälder, die wir leider nicht gesehen haben.

In den zwei Wochen unseres Aufenthaltes haben wir ebenso vier der Big Five sehen können, wie in drei Wochen Kenia im Juli 2012. Der Leopard fehlt uns in Ostafrika also nach wie vor. Jedoch ist die Säugetierdichte aufgrund der jahrelangen Wilderei in der Vergangenheit nicht annähernd so hoch wie in Tansania und Kenia. Uganda ist aber das absolute Paradies für Birder und Schmetterlingsfreunde! 1061 Vogelarten sind in Uganda heimisch. In Afrika hat nur noch Kenia mit 1132 Arten mehr zu bieten.

Bevölkerung:
Nach Kenia hätte ich ja nicht vermutet, dass es noch eine Steigerung gibt. Aber auch wir sind hier auf unglaublich nette und offene Menschen getroffen, die trotz ihres Schicksals den Kopf hoch tragen und die auf ihr Land unglaublich stolz sind. Die Ugandaer sind sehr kontaktfreudig, hilfsbereit und wir haben viele bereichernde Gespräche geführt. Betteleien u. ä. haben wir nur einmal erlebt. "Fotos nur gegen Geld" hat in Uganda noch keinen Einzug gehalten.

Mischung der Reiseziele:
Es sollte diesmal ein flexibel gestalteter Relaxurlaub werden mit Zeit, um an interessanten Orten länger zu verweilen. Ich denke, dass uns das recht gut gelungen ist. Die Begegnung mit den Menschen, der Besuch kultureller und/oder sozialer Projekte ist ein wichtiger Bestandteil unserer Reisen. Zwei/drei Wochen nur Tiere und Landschaft gucken, macht für mich nicht Afrika aus. Dazu gehören eindeutig die Menschen. Sie machen Afrika aus!

Kosten:
Eine unserer preiswertesten Afrikareisen bislang, da Mietwagen und Flug extrem günstig waren. Die Unterkünfte waren bislang nur in Südafrika preiswerter. Das Essen ist in Uganda sowieso extrem billig! Die Nationalparkgebühren sind für südafrikanische Verhältnisse mit 35 US$ pP/Tag hoch, aber verglichen mit Kenia und Tansania fast Peanuts! Ugandareisen verteuern sich jedoch extrem durch das Gorillapermit, welches in vielen Pauschalreisen enthalten ist!

Straßenzustand/Verkehr:
Die geteerten Straßen auf denen wir uns bewegten, gehörten ebenfalls zu den besten Afrikas (kaum bis keine Potholes). Manche deutsche Autobahn ist dagegen ein hoffnungsloser Sanierungsfall. Die touristischen Hauptstrecken in den Nationalparks waren in gutem Zustand, es gibt aber durchaus selten benutzte Strecken, die (mir) keinen Spaß machen. Aber das hat nichts zu sagen. Ich gehöre da eh zu den vorsichtigen, leicht ängstlichen Beifahrern.
Bei Regen verwandeln sich die Murramroads allerdings rasch in Schmierseife.

Nicht alles, was auf der Karte wie der kürzeste Weg aussieht, ist auch der zeitsparendste Weg. Erkundigt Euch bei den Einheimischen, welche Routen sie benutzen um von A nach B zu kommen. Vor allem kennen sie die aktuelle Lage, die sich hier täglich ändern kann (eingestürzte Brücken, Erdrutsche, Überschwemmungen etc.). Um dem Verkehrschaos (vor allem am Ankunftstag) in Kampala zu umgehen, haben wir die elegante Variante gewählt und den Überbringer unseres Mietwagens gebeten, uns bis vor die Tore Kampalas zu bringen.
Außerhalb Kampalas konnte man eigentlich von Verkehr nicht reden. Lediglich die lange Baustelle zwischen Masaka und Kampala war wegen der überholenden Harakiri-Überlandbusse etwas anstrengend.

Klima im Oktober:
Naja, 34° und 90% Luftfeuchtigkeit sind nicht wirklich mein Lieblingsklima. Freue mich sehr auf den südafrikanischen Winter! Man kann dann einfach tagsüber mehr unternehmen und wird nicht von den Insekten angefallen. Eigentlich sollte der Oktober ja Regenzeit sein. Dafür war es erstaunlich trocken. Vereinzelte Gewitter traten in lokal eng begrenzten Gebieten auf und dauerten in der Regel nur kurze Zeit.

Gesundheit/Hygiene:
Für den Aufenthalt in Uganda ist eine Gelbfieberimpfung empfohlen. Bei direkter Ein- und Ausreise aus/nach Europa aber nicht zwingend vorgeschrieben (Stand 2012). Der Sudan, in dem aktuell wieder eine Gelbfieberepedemie wütet, ist nicht weit entfernt. Malariaphrophlaxe haben wir in Uganda aufgrund der Jahreszeit mit Doxycyclin gemacht. Wurde von uns beiden auch gut vertragen. Expositionsprophylaxe (Autan, Antibrumm-Forte, Nobite, Moskitonetze, langärmelige Kleidung) hat bei mir hinsichtlich Moskitostichen nichts genutzt, bei Jochen zu 100%. Die Biester haben sogar durch den Canvas-Stoff der Safaristühle getroffen!
Tsetsefliegen haben wir nur sehr vereinzelt gesehen. Große Schwärme überhaupt nicht und eine habe ich erschlagen, als sie mich in die Ferse stechen wollte!
Zum Zähneputzen und Trinken haben wir uns mit fünf Galonen Mineralwasser eingedeckt. Das war viel zu viel, da in allen Lodges Wasserflaschen für die Gäste bereitstehen. Mit drei Galonen wären wir auch noch auf der sicheren Seite gewesen. Wir konnten einiges von unserem Vorrat verschenken.
Toiletten in Lodges und Nationalparks verfügen im Durchschnitt nicht über den Standard wie im südlichen Afrika. Für mich aber absolut o.k.

Finanzen:
Wir haben 3600 US$ mitgenommen, die wir zu dritt bis auf 100 US$ auch verprasst haben (u.a. für den Mietwagen). Die Eintrittsgebühren für die Nationalparks haben wir ausschließlich in bar mit UGX gezahlt, ebenso einige Lodges. Tanken funktionierte bei uns auch nur in bar in UGX. Wir haben jedoch an den Geldautomaten der Barclays Bank immer, mehrfach zwischen 400.000 und 500.000 UGX mit VISA erhalten. Nur ist es lästig, seine Tour nach Geldautomaten ausrichten zu müssen. Vom Murchison Falls NP hätten wir nicht mal eben nach Masindi fahren wollen. Selbst für Pakwach hatten wir keine Zeit. Deshalb ist eine größere Menge Bargeld einfach zeitsparender. In welcher Währung auch immer! Ein Tag mehr Aufenthalt in Kampala/Entebbe am Beginn der Tour wäre für solche grundlegenden Dinge wie Einkauf, Geldversorgung etc. sicherlich sinnvoll. 

Navigation/Karten/Reiseführer:
Das Nüvi mit T4Africa hat Lücken. Und der Garmin City Navigator East Africa hätte allenfalls etwas in Kampala genutzt.
Also mit Papierkarten und den entsprechenden Parkmaps ist man gut versorgt. Alle POIs sind gut ausgeschildert.
Die aktualisierte Ausgabe des Reise Know How Uganda vom September 2912 hat mich enttäuscht. Vermutlich ist es aber immer noch der beste deutschsprachige Reiseführer. Absolut empfehlen kann ich jedoch den Bradt Travel Guide Uganda! Für 2013 ist eine neue Ausgabe geplant.

Sonstiges:
Stromausfälle hat es während unserer Anwesenheit im Land keine gegeben. Für Uganda benötigt man Zeit. Wir werden auf jeden Fall noch mehrmals wieder kommen, um alles was nun „liegen geblieben" ist (Kidepo NP, Ruwenzori Mountains, Bwindi NP, Lake Mburo, Lake Victoria, Jinja, Crater Lakes, Fahrt auf dem Albert-Nil bis in den Südsudan, Kibale Forest, Bigodi Wetlands) noch mitzunehmen.

Dank:
Vielen, herzlichen Dank an Axel, den ich bis zur Weißglut mit meinen Fragen über Uganda löchern konnte. Ganz lieben Dank an Leona (auch fürs Ohrleihen), deren sehr informativer Ugandabericht für uns gerade noch zeitnah vor Reisebeginn auf den Bildschirm flatterte und uns in der Auswahl unserer Unterkünfte bestärkt hat. Und herzlichen Dank an alle Fomis für ihre Uganda-Reiseberichte, die immer wieder zur Entscheidungsfindung beitrugen und die Planung so enorm erleichterten.

Mit herzlichen Grüßen
Marina

Zur Diskussion mit allen 75 Beiträgen