vor knapp einer Woche sind wir von unserer fast dreiwöchigen Südafrika-Tour wieder gut und gesund nach Deutschland zurückgekommen.
Viele Tipps haben wir von Euch bekommen, wofür wir uns nochmals ganz herzlich bedanken🙂 und nun versuchen wir, mit einem Reisebericht vielleicht dem einen oder anderen Forumsmitglied ebenfalls gute Tipps rüberzubringen.
Nach fast drei Wochen Afrika hat man zu Haus zwar wieder jede Menge zu erledigen, aber wir wissen, dass es da einige Fomis gibt, die der Dränglerfraktion 😉 angehören. Also lassen wir mal wieder alles liegen und stehen und wollen mal mit dem Bericht beginnen, zuerst aber hier unsere Route:
Flug München - Johannesburg Flug Johannesburg - Durban Übernahme Mietwagen in Durban 3 Nächte St. Lucia 3 Nächte Rhino River Lodge im Zululand Rhino Reserve 2 Nächte Ithala Game Reserve 2 Nächte Buckler´s Africa 3 Nächte im Krüger Park (Lower Sabie, Satara, Olifants) 3 Nächte Balule / Krügerpark 2 Nächte Graskop
Und damit man sich vorstellen kann, in welch kleinem Teil Südafrikas wir uns bewegt haben, hier mal die map dazu.
Wie gesagt, nur ein ganz kleiner Teil von SA wurde von uns bereist und im Nachhinein fragen wir uns, wie es Leute gibt, die in gleicher Zeit ganz Südafrika abgrasen wollen. Wir reisen immer gern nach dem Motto "Weniger = Mehr", und damit haben wir auch dieses Mal Recht behalten. An allen Orten, die wir besucht haben, hätten wir´s gerne auch noch länger ausgehalten.
02.10.2012 Flug Muc-Joburg
Nachdem uns im letzten Jahr die "Air-Berlin" so ein wunderbares Verspätungsei gelegt hat waren wir schon sehr gespannt, wie das alles mit der "South African Airways" klappen wird. Aber siehe da, fast auf die Minute ein pünktlicher Abflug, genügend Beinfreiheit (und ich zumindest bin nicht grad der Kleinste), ordentliches Essen, charmante Stewardessen, so geht´s gut los und mit Schlaftablette und entsprechend Rotwein abgefüllt haben wir die Nacht im Flugzeug überraschend gut überstanden. Unsere Buchung hatten wir ja schon sehr frühzeitig gemacht, und der Preis von 711 Euro pro Person ist gut. Da gibt´s nix zu meckern.
03.10.2012 Joburg - Durban, Fahrt nach St. Lucia
Überpünktlich landet unsere Maschine auf dem O.R. Tambo International-Airport und wir haben genügend Zeit, in aller Ruhe auf unseren Anschlußflug nach Durban zu warten. Auch mit SAA, auch superpünktlicher Abflug, und so landen wir um 12.10 Uhr am King-Shaka-Airport in Durban. Eigentlich hätten wir ruhig eine Stunde früher nach Durban weiterfliegen können, aber auch im Nachhinein war das so schon in Ordnung. Stress und Hektik brauchen wir nicht, lieber am Flughafen noch ein erstes Savanna Dry. Da kommt doch schon Freude auf.
Leihwagen: wir haben unseren Mietwagen von Deutschland aus schon längst gebucht. Über "Auto-Europe", Vermieter Hertz, und zwar eine Kompaktklasse "Honda Jazz" mit Klima, manuelle Schaltung. Der Preis für 19 Miettage inclusive Grenzübertritt Swaziland und inclusive Einwegmiete beträgt günstige 398 Euro. Wir meinen, ein sehr guter Preis. Relaxt geht´s zu am Flughafen in Durban. Von Hektik keine Spur, und die Damen am Counter von der Firma Hertz sind sehr nett.
"Sorry Sir - we don´t have a Honda Jazz, you get an upgrade for a Audi A 4", so flöten uns die Ladies rüber. Aber einen Audi 4, obwohl mit Automatik, nein, den wollen wir eigentlich nicht, und ich schiel schon zu einem fast nagelneuen Kia-Sportage rüber, der uns schon viel besser gefallen würde. Und siehe da, schnell sind wir uns einig, der Aufpreis beträgt pro Tag knapp 6 Euro und schon haben wir für unsere Reise einen ganz tollen "KIA-SPORTAGE", Automaticgetriebe, Klima, einfach ein schönes Auto, und das zu einem sensationell günstigen Preis:
Und schon geht´s los, schließlich müssen wir heute noch nach St. Lucia in den Wetlands, das sind runde 200 Kilometer, auch das braucht bewältigen. Alles aber kein Problem, aber auch erst dann, wenn man sich wieder dran gewöhnt hat, dass man beim Blinken nicht permanent den Schweibenwischer betätigt. Aber man kennt das ja aus Erfahrung, und ist man dann wieder in Deutschland zurück, geht das Prozedere wieder von vorne los.
Und es dauert nicht lange, bald sind wir in St. Lucia, schauen uns dieses Dörfchen ein wenig an und unser Quartier für die nächsten drei Nächte, das "Afrikhaya-Guesthouse", erwartet uns schon. Heute wollen wir nichts mehr oder zumindest nicht viel unternehmen. Wir fahren nochmal ins Dorf rein zur Hauptstraße und begeben uns auf die Suche. Und zwar suchen wir das "Ocean Basket", Welt- und Forumsberühmt für seine legendären Fischplatten.
Und es erwartet uns in der Tat ein hervorragendes Abendessen, und das zu einem wirklich günstigen Preis. Oh Mann, haben wir uns den Bauch vollgeschlagen, aber es war einfach zu gut. An den Pfunden, die wir dort zu viel gegessen haben, tragen wir heute noch schwer.
Ein gelungener Auftakt war das, dieses Ocean Basket. Für uns eine Ehrensache, auch für morgen abend schon den selben Tisch zu reservieren. Es war einfach zu gut!
ÜN: Afrikhaya-Guesthouse, 75 Euro das Zimmer für Zwei incl Frühstück, recht nette Wirtsleute, wir können das Haus jederzeit empfehlen. Alles sehr sauber, das breakfast hervorragend, die Zimmer recht schnuckelig, mit Kingsize-Bed. Klasse!
So, der Anfang ist gemacht, morgen geht´s dann weiter mit Cape Vidal, der Hippo-Croc-Tour und verschiedenen anderen Dingen, die wir so erlebt haben.
Euer bayern schorsch
Teil 227. Okt. 2012
04.10.2012 ein Tag in St. Lucia
Was macht man an einem schönen Tag in Südafrika, St. Lucia am Indischen Ozean?
Damit man sich wieder eine Vorstellung machen kann, von welchem Gebiet hier überhaupt die Rede ist, wieder eine map, wo man ganz unten an der Flußmündung St. Lucia sieht, kurz hinterhalb von St. Lucia ist dann das Bhangazi-Gate, das Tor zum St. Lucia Nationalpark. Der Nationalpark erstreckt sich entlang der Küste bis nach Cape Vidal, das ganz oben im Norden auf der Karte eingezeichnet ist.
Bevor´s aber mit unserer heutigen Tour losgeht bekommen wir im Afrikhaya - Guesthouse ein feines und leckeres Frühstück serviert. Joyce, die Besitzerin der Lodge, kümmert sich sehr herzlich um die Gäste. Ein kleiner, überschaubarer Haufen, bestehend aus 4 jungen Leuten aus Holland und uns zwei Germans. Wir holen uns die letzten Tipps ab und schon geht es los in den "iSimangaliso Wetland Park", dessen eindrucksvollstes geografisches Merkmal der immerhin 360 km² große Lake St. Lucia ist.
Wir lassen für heute das Crocodile-Center links liegen und stehen vor dem Bhangazi-Gate. Eintritt für 2 Personen inklusive car 110 Rand, also rund 10 Euro.
Kaum sind wir im Park, streckt uns die erste Antilope ihren MC Donald Hintern entgegen. Keine schöne Begrüßung! 😄
Mit Allem haben wir gerechnet und spekuliert, und wir wussten aus anderen Reiseberichten, dass dieser Park durchaus tierreich ist. Wenn man aber dann selber die ersten Zebras auf der Straße laufen sieht, dann ist man wie immer "hin und weg". Ich weiß schon, Zebras sind ja nun nicht die Besonderheit, aber wir freuen uns immer wieder, diese friedlichen und netten Tiere zu sehen.
Wir sehen im Park auch Rhinos, allerdings in so großer Entfernung, dass wir mit unserer Mini-Panasonic, die nur ein 10fach Zoom hat, nicht groß "Beute" machen können. Eine kleine Büffelherde und viele Antilopen kreuzen unseren Weg, und bis wir uns verschauen, sind wir am Cape Vidal. Was für eine Landschaft, das Meer ist atemberaubend, der Strand wunderschön zum barfuß laufen. Uns wurde gesagt, man könnte von hier bis nach Mosambik laufen, immer am Strand entlang, oh Mann, muss das schön sein.
Die Landschaft hier im Park ist großartig. Es geht alles sehr relaxt zu, kaum Autos, kaum Touris. Wir fahren auch unsere ersten Loops und fühlen uns rundum glücklich. Endlich wieder Afrika, endlich wieder die Tiere um uns herum, es ist zum Schreien schön. Und dann haben wir natürlich in unserem Auto noch die Kühlbox mit Savanna Dry. Am "Mission Rock Lookout" gibt´s den ersten kleinen Frühschoppen, es ist einfach klasse.
Irgendwann am Nachmittag geht´s zurück nach St. Lucia. Wir machen einen kurzen Zwischenstop im Ski-Boat-Club, ein reizendes Plätzchen mit Blick auf eine Sandbank, auf der sich Rhinos tummeln. Das ist eine schöne Szenerie hier, zwar nichts für Gourmets, aber das Ambiente ist stimmig und der Burger schmeckt ordentlich.
Um 16.00 Uhr geht´s dann los zu einer "Hippo-Croc-Boat-Tour", die uns unsere Wirtin Joyce während des Frühstücks noch buchte. Wenn man auf dem Chobe River in Botswana schon mal eine Bootstour gemacht hat dann weiß man, dass das nicht mehr zu toppen ist. Trotzdem genießen wir diese Fahrt hier, wir sehen viele viele Hippos, Croc´s, Vögel und und und. ....
Preise für die Bootstour: 170 Rand p.P.
Und weil´s uns gestern im Ocean Basket gar so gut getaugt hat, waren wir auch diesen Abend wieder dort. Gute Stimmung, (ah - ihr schon wieder ...) und bestes Essen, auch am zweiten Abend unseres Urlaubs konnten wir uns nicht beklagen. Für uns hat´s wieder supergut gepasst.
Für den nächsten Tag haben wir bei unserer Wirtin noch eine Whale-Watching-Tour gebucht. Zusammen mit den 4 Holländern haben wir ein "eigenes" Boot, mal schauen, ob das Wetter mitmacht.
ÜN: Afrikhaya Guesthouse
Und weil wir eigentlich gar nicht so die superklasse Fotos haben, hier noch eine klitzkleiner Zusammenschnitt über Cape Vidal und den iSimangaliso NP.
Frühes Aufstehen war angesagt, schließlich geht es heute zur Whale-Watching-Tour und wir hatten das Glück, dass unsere Gastwirtin Joyce für uns und die vier Holländer diese Tour noch am Vorabend buchte. So hatten wir das Boot quasi exclusiv für das Guesthouse Afrikhaya.
Start der Tour war morgens um 6.00 Uhr, die Wege in St. Lucia sind aber nicht weit und natürlich waren wir wieder mal viel zu früh am Treffpunkt an der Hauptstraße. Dort wurden wir auf den Shuttle-Trak verfrachtet, der unsere 6-köpfige Gruppe raus an den Strand bringen sollte, wo unser Boot auch schon wartete.
In St. Lucia gibt es keinen Hafen, von wo aus die Boote starten könnten, sondern hier ist es so, dass die Boote an bzw. auf einer Sandbank Ihren Liegeplatz haben. Wenn die Gäste an Bord sind, wird mit einem Traktor und einer langen Eisenstange das Boot ins Wasser geschoben und dann beginnt die Tour. Man könnte auch sagen Tortur, denn der Beginn dieser Whale-Watching-Tour ist wirklich abenteuerlich.
In einem Höllentempo muß der Skipper versuchen, über die Brandungswellen ins offene Meer zu kommen. Zu diesem Zweck werden sämtliche Kameras und Fotoapparate in einer wasserdichten Box gesichert, denn hier an Bord braucht man beide Hände, um sich an den Halterungen festzuklammern. An Filmen oder Fotografieren denkt hier niemand mehr.
Und dann geht dieser Höllenritt los, man braucht vielleicht 10 Minuten, bis man die Brandungswellen geschafft hat, und die 2 x 400 PS-starken Motoren laufen auf volle Kraft voraus. Und wenn man dann dieses Adventure überstanden hat und sämtliche Bandscheiben nicht schon längst rausgesprungen sind, sieht das auf dem offenen Meer dann so aus:
Mit der Qualität des Films kann man nur bedingt zufrieden sein, zu stark war der Wind und vor allen Dingen der enorme Wellengang. Es war schwierig, einigermaßen ordentliche Aufnahmen zu machen.😈
Trotzdem ist es schon ein tolles Erlebnis, diese Ozeanriesen fast hautnah zu erleben. Wenn man sich vorstellt, dass diese Buckelwale im Durchschnitt 13 Meter lang sind und runde 25 Tonnen Gewicht auf die Waage bringen, dann ist das gar nicht zu fassen. Man wird in solchen Augenblicken, wenn man solch ein Tier sieht, ganz ganz ruhig. Da ist man dann sooooo klein, kleiner geht´s gar nicht und man kann die Stimmung und die Gefühle gar nicht in Worten ausdrücken. Man muss so etwas gesehen haben.
Zurück vom offenen Meer brauchen dann natürlich wieder die Brandungswellen bewältigen. Der gleiche Höllenritt wie am Morgen, aber jetzt wissen wir ja schon Bescheid wie das läuft und ein relativ abrupter Stop auf der Sandbank sagt uns, dass wir wieder gut und heil angekommen sind.😃
Kosten für die Waltour: 800 Rand p.P., also rund 72 Euro
Um die Mittagszeit haben wir noch einen Abstecher zum Crocodile-Center gemacht. Eintritt p.P 35 Rand, uns hat das aber nicht so gefallen. Es war schon "nett", aber nicht mehr.
Den Nachmittag verbringen wir dann noch in der town, strawanzen ein wenig durch die City und laufen diesem Schwein über den Weg,
bevor es dann am Abend nochmal zu einer Hippo-Croc-Tour geht, die uns von "Advantage-Tours" als Zugabe zu unserer Waltour geschenkt wurde.
Schade, hätten wir das gewußt, dann hätten wir uns am Tag zuvor die Tour sparen können. Eigentlich hätte unser Gästehaus Afrikhaya das wissen müssen. Trotzdem haben wir uns natürlich über dieses Geschenk gefreut, denn jede Bootstour ist anders und man sieht bei jeder Tour wieder andere Tiere. Von daher war es völlig in Ordnung.
Es gibt ein Sprichwort: "Was der Bayer nicht kennt, frisst er nicht".
Ganz gemäß diesem Motto war es ja klar, dass wir auch heute Abend wieder ins Ocean-Basket zum Dinner gefahren sind. Wir waren dort sehr zufrieden mit der Küche und der freundliche Wirt begüßte uns schon von Weitem. Als er dann noch eine Flasche Wein auf Kosten des Hauses an den Tisch brachte, sagten wir nicht nein und ließen uns die Gambasplatten gut schmecken. 🙂
Und wenn jemand meint, wir hätten mit solchen Mengen irgenwelche Probleme, bitte sehr:
Fazit St. Lucia und GH Afrikhaya:
St. Lucia immer wieder, uns hat es dort ausnehmend gut gefallen. Drei Tage sind in Ordnung, weniger auf keinen Fall, denn sonst wäre das Alles zu stressig. Gerne hätten wir nochmal einen Ausflug nach Cape Vidal gemacht. Dann aber mit der Badekleidung im Rucksack und als Ganztagesausflug. Dort ist es nämlich besonders schön und uns hat dieser Nationalpark extrem gut gefallen.
Guesthouse Afrikhaya:
Da gibt´s nicht zu kritisieren. Die Zimmer waren piccobello sauber, leicht groß genug, und das Frühstück war sehr lecker. Auch schon von außen machte das Gästehaus auf uns einen sehr guten Eindruck.
Allerdings würden wir auch bei einem nächsten Mal wieder versuchen, die "Lodge Afrique" zu buchen. Leider war dieses Haus fully booked, aber wir haben der Lodge einen Besuch abgestattet. Die Managerin, Robin, empfing uns sehr freundlich und entschuldigte sich nochmals 100 mal, dass sie für unsere drei Nächte nicht durchgängig etwas frei hatte. Selbstverständlich durften wir die Zimmer sehen und wir konnten uns selbst überzeugen, dass in St.Lucia diese "Lodge Afrique" für uns eindeutig erste Wahl wäre.
Morgen, ja morgen stehen wir wieder sehr zeitig auf, es geht über den Hluhluwe NP zu unserer nächsten Unterkunft, der "Rhino-River-Lodge" im Zululand Rhino Reserve. Mehr dazu im nächsten Teil.
Viele Grüße der bayern schorsch
Teil 429. Okt. 2012
06.10.2012 Abschied St. Lucia / Hluhluw-NP / Rhino River Lodge
Sehr zeitig stehen wir heute auf, der Handywecker bimmelt um 5.15 Uhr. In Deutschland würden wir´s uns im Bett noch schön gemütlich machen, aber hier in Afrika ist alles ganz anders. Schnell haben wir die Koffer gepackt, bekommen von Joyce noch ein Breakfast-Packet mit auf den Weg und nach einer schnellen Tasse Kaffee sind wir um 5.45 Uhr on the road.
Unser heutiges Ziel ist die "Rhino-River-Lodge" im Zululand Rhino-Reserve, allerdings möchten wir auf dem Weg dorthin auch den Hluhluwe Nationalpark besuchen, der uns ganz hervorragend in unsere Tourplanung reinpasst.
Über die R618 mit einem Tankzwischenstop in Mtubatube haben wir das Nyalazi-Tor bereits nach einer Stunde erreicht und zücken ganz stolz unsere Wildcard, die wir uns für diesen Urlaub zugelegt haben.:)
Apropos Wildcard: wir haben für die Wildcard 2.150 Rand, also knapp 200 Euro bezahlt und dadurch, dass die Card ein Jahr Gültigkeit hat, können wir die Karte nicht nur für diesen, sondern auch für unseren nächsten Urlaub im Frühjahr 2013, nützen. So lässt sich die Anschaffung der Card prima rechnen.
Schon kurz nach Einfahrt in den Park begegnen wir den ersten Rhinos. Der Hluhluwe NP ist ja berühmt für seine Nashörner. Trotz gelegentlicher Wilddieberei gibt es im Park eine große Anzahl der beiden afrikanischen Nashornarten, d.h., ungefähr 1.600 Breitmaulnashörner und 400 Spitzmaulnashörner. Die Breitmaulnashörner (White Rhinos) wiegen im Schnitt runde 2.000 kg, dagegen ist das Spitzmaulnashorn (Black Rhino) mit grad mal 1.000 kg schon fast ein Federgewicht.
Der Hluhluwe-Umfolozi-Park liegt im Herzen von KwaZulu-Natal und ist mit 89.000 Hektar das älteste offizielle Naturschutzgebiet in Afrika. Wir dachten immer, Hluhluwe wird "Schluschluwe" ausgesprochen. Da haben uns die Einheimischen eines Besseren belehrt. "Schuschlui", so wird es ausgesprochen. Na, hoffentlich stimmt das auch.;)
Unser Plan war, heute den Umfolozi-Teil abzufahren, und auf unserem ersten Loop an einem Viewpoint lassen wir uns das Breakfast-Packet gut schmecken. Und schön ist es hier im Park, die Tierwelt tut sein Übriges dazu und landschaftlich ist dieser Park was ganz was Besonderes. Wir genießen diesen Park in vollen Zügen und haben noch dazu das Glück, fast die einzigen Touris zu sein.
Kurz bevor wir vom Umfolozi-Teil in den Hluhluwe-Teil zurückfahren, haben wir, wie kann es anders sein, einen richtig schönen und astreinen Platten. Oh je, das kann ja was werden. Wir waren grad auf dem Weg zum Centenary Centre und weil Räderwechsel nicht zu unserem täglich Brot gehört waren wir so frei, und haben mal ganz vorsichtig im Centre um Hilfe gebeten.
Nach nur 5 Minuten erschienen zwei junge Männer mit einem breiten Grinsen im Gesicht und innerhalb einer viertel Stunde war der Reifen gewechsel. Puh - nochmal gut gegangen. Auf die Frage, was wir den beiden Herren denn schuldig wären kam die Antwort: " Oh no Sir, nothing, really nothing. It´s O.K."
Für uns war das allerdings überhaupt nicht O.K., nichts zu geben, und zum Glück hatten wir ja von zu Hause etliche Kilos an Altkleidern nach Afrika mitgebracht. Ein paar Blusen wechselten den Besitzer und als ich dann noch einen BMW-Pulli rauszog, war´s um die beiden Herren geschehen. Wir haben so viel Freude auf einem Haufen noch nie gesehen. Die Beiden haben sich so sehr gefreut, dass sie gleich auf der Straße getanzt haben. Ja, getanzt, so eine Freude hatten die.
Mit diesem Erlebnis machten wir uns wieder auf den Weg, allerdings erst, nachdem uns versichert wurde, dass wir jetzt ein um 5 Jahre längeres Leben haben und noch beim Wegfahren hörten wir die Jungs begeistert rufen: God bless you, God bless you. 🙂
Ja, sowas regt zum Nachdenken an. Zumindest uns. Grad solche Situationen und Erlebnisse sind nicht ganz unproblematisch und es ist immer eine gewisse Gratwanderung, wie man sich verhält. Und was Falsches will man ja schon gar nicht machen. Aber so, wie das abgelaufen ist, mit dieser Offenheit, mit dieser Freude, mit dieser Hilfsbereitschaft, ja, das ist einer der Gründe, warum uns Afrika so ans Herz gewachsen ist.
Nachmittags sind wir dann noch auf ein Savanna im Hilltop Camp vorbeigefahren und konnten uns überzeugen, dass dieses Camp wirklich wunderschön liegt, mittendrin in einer atemberaubenden Landschaft.
Blick vom Hilltop-Camp
Kurz hinter dem Hilltop-Camp ist uns dieser stattliche Bursche über den Weg gelaufen:
Aber auch sonst hatten wir noch recht schöne Sichtungen:
Schön langsam wird´s aber Zeit, dass wir uns Richtung Ausgang bewegen. Wir haben schon noch einige Kilometer bis zu unserer Unterkunft. Kurz vor dem Exit, dem Memorial-Gate, können wir kaum glauben, was sich uns für ein Spektakel bietet. Links von der Straße eine Herde mit bald 200 Elefanten (wir wussten gar nicht, dass es derart große Elefantenherden gibt) und auf der rechten Seite, keine 100 Meter weiter, eine riesige Büffelherde. Was für ein Glück, wir können es kaum fassen.
Nach all diesen Erlebnissen - und wir waren ja "only day visitor" meinen wir, dass der Hluhluwe ein kleines Paradies ist. Eine unglaubliche Landschaft, dazu die Big 5 zum Greifen nah (bei uns aber wie immer ohne Katzen), da hat sich dieser Abstecher mehr als gelohnt.
Nach kurzer Fahrt sind wir bald in der "Rhino-River-Lodge", unserer Unterkunft für die nächsten drei Nächte.
Ein erster Blick in den Bungalow - da lacht der bayern schorsch - 🙂 😉 🙂 ein Kingsizebed, schön gemütlich, und nach einem sensationell gutem Dinner fallen wir todmüde ins Bett.
Mehr zur Rhino-River-Lodge und das Lodgeleben im nächsten Teil.
Herzliche Grüße, der bayern schorsch
Teil 529. Okt. 2012
Guten Abend nochmal,
Bele: Nachdem Du noch nie ein Rhino in freier Wildbahn gesehen hast, hab ich speziell für Dich ein paar nette Sequenzen
Marina: Du wolltest die Elis sehen - hier hast Du sie.
Franzicke: "die eigene Unsicherheit" - das ist es. Man weiß wirklich oft nicht, wie man sich verhalten muß. Wenn man´s nach dem Gefühl macht, ist es aber immer (oder sagen wir mal meistens) gut.
Am Besten wär´s wenn der Rechner es packt, in 1080 p HD zu schauen. Dann ist die Qualität am Besten.
Musik hab ich diesmal aus "Magix" raus. Da dürfte es keine Probleme geben. Falls doch, schmeiß ich sie wieder runter.
Die Rhino River Lodge liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen St. Lucia und Pongola, nahe der N2. Wir haben aber gestern nicht den direkten Weg genommen, sondern sind über den Hluhluwe-Nationalpark hier hergekommen.
Die Lodge liegt zusammen mit noch ein paar anderen Unterkünften im Zululand Rhino Reserve, einem privaten Game-Reserve mit einer Fläche von 23.000 ha. Die big Five vor der Nase, ein äußerst stimmiges Ambiente, grad mal 5 oder 6 Bungalows, hervorragendes Essen und höchst freundliche Leute, das zeichnet diese Lodge aus. Und das zu einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das, zumindest aus unserer Sicht, unschlagbar war.
Am zweiten und dritten Abend waren noch weitere Gäste hier, nämlich zwei Frauen aus Australien und eine sehr freundliche Dame aus Kapstadt in Begleitung Ihrer kleinen Tochter. Am ersten Abend waren wir neben einer Hochzeitsgesellschaft die einzigen Gäste, und trotzdem wurde alles supertoll für das Dinner hergerichtet:
am ersten Abend war hier unser Platz für´s Dinner
romantische Atmosphäre
hier waren wir am zweiten und dritten Abend zum Dinner
Das Essen speziell an diesem ersten Abend war ganz hervorragend. Es gab Pumpkin-Soup, gerne auch noch einen Nachschlag, Impalagulasch mit Bohnen, Kartoffeln und einer runden Frucht, dessen Name ich leider nicht mehr weiß und zum Dessert ein Himbeer-Baiser. Das war absolut vom Feinsten, ich glaube aber, dass die Hochzeitsgesellschaft das gleiche Essen hatte.
Dadurch, dass wir am ersten Tag (außer der Hochzeitsgesellschaft, die aber erst gegen Mittag aus den Federn kam) die einzigen Gäste waren, haben wir unseren Morning-Drive und Abend-Drive in vollen Zügen genießen können. So "nur zu Zweit mit einem Ranger", das machte doch gleich doppelt Spaß und Jason, der junge Mann, gab sich alle Mühe, uns die Tierwelt Afrikas näher zu bringen.
Es war eine schöne Fahrt mit tollen Sichtungen, und das Erste, was wir an diesem Tag sahen, war diese kleine Giraffe, angeblich erst vor 2 Tagen geboren. Ob´s stimmt, wissen wir natürlich nicht, aber es konnte noch gar nicht richtig laufen und die Hinterbeine der Babygiraffe sind regelrecht weggeknickt.
Babygiraffe, noch im Morgendunst
Zwischendrin ist dann mal eine Kaffeepause angesagt die wir dankend gern angenommen haben,
bevor es dann weiter mit Tiersichtungen geht:
Nach dem Morning-Drive erwartet einen dann ein fürstliches Frühstück, und die Angestellten im Haus sind alle sehr wissbegierig, welche Tiere uns denn über den Weg gelaufen sind.
"Oh - you saw no lions? Don´t worry you will see them in the afternoon!" und da lachen sie und sind lustig, wollen unsere geschossenen Bilder auf der Kamera sehen - es herrscht hier eine sehr angenehme Stimmung. 🙂 🙂 🙂
Dann hat man ein wenig Zeit, den schönen Pool zu genießen
oder auf der Bungalowterrasse zu relaxen, bevor man von den Tieren, die hier in der Anlage rumlaufen, "gestört" wird.
Zum Mittagessen gibt´s dann einen angeblichen "light lunch". Von wegen, die Nachspeise haut nochmal so richtig rein...
.... bevor es dann am Nachmittag pünktlich um 16.00 Uhr zum abendlichen Game-Drive losgeht , wo wir endlich mal einen "echten" Geparden sehen durften. Das war besonders schön.
Was bei keinem Drive fehlt, sind die allgegenwärtigen Rhinos. Wir haben bestimmt bei jedem Drive mindestenst 15 - 20 Rhinos gesehen, die Lodge macht ihrem Namen alle Ehre.:)
Zum Sonnenuntergang gibt´s dann einen feinen Sundowner-Drink, man wird schon am nachmittag gefragt, was die Herrschaften zu trinken wünschen. Auch nicht schlecht, oder. Und der Champagner, den wir für den nächsten Abend geordert haben wird, schon fast dekadent, in Silberkelchen serviert. 😉
So ähnlich ging´s dann auch am nächsten Tag weiter. Die Küche gab ihr Bestes, einmal gab es zum Dinner Lachsaufstrich + Beefsteak + Couscous + Eis + Puddingkuchen, am nächsten Abend zur Vorspeise ein Zulugericht, dann Imapala-Pai und verschiedene Kuchen. Auch der Lunch war vorzüglich, aber wie immer viel zu viel.
Besonders schön war es immer, am Abend am Lagerfeuer zu sitzen. Nur leider machte der vielgepriesene Sternenhimmel gar nicht so recht mit.
Übrigens haben wir hier in diesem Reserve unsere erste Schlange gesehen. Und zwar war das während eines Game-Drives. Plötzlich hält unser Fahrer, beugt sich aus dem Auto und stochert an einer knapp einen Meter langen Schlange herum. Wir waren natürlich ganz fasziniert, allerdings sahen selbst wir mit unserem Afrika-geschulten Auge, dass die Schlange tot war. Da sagt doch die Dame aus Kapstadt, hey Leute, das ist eine Black Mamba.😃 🤩 🤩
Der Fahrer hievte die Schlange dann ins Auto und fragte doch glatt, ob mal irgendjemand die Schlange anfassen wolle. Zu allem Überfluss nahm er dann noch einen Kugelschreiber in die Hand, spreizte der Schlange das Maul und stellte fest: Yes, it is a Black Mamba! Also- uns war da nicht mehr ganz wohl, schließlich könnte ja der große Bruder der toten Mamba irgendwo auf uns lauern, und was dann?
Noch so eine Story am Rande, was die Freundlichkeit der Mitarbeiter anbelangt:
Wir hatten ja einen defekten Reifen, wobei uns beim Wechseln im Hluhluwe die beiden netten Männer behilflich waren. Bei Ankunft in der Rhino River Lodge hat ein Angestellter der Lodge gesehen, dass wir einen defekten Reifen im Kofferraum liegen hatten. Ohne lang zu fragen wurde uns der Reifen "abgenommen", in Mkuze, das ungefähr 20 km entfernt ist, bei einer "richtigen" Reifenwerkstatt gerichtet, und schon am nächsten Tag hatten wir wieder den reparierten Reifen an Bord. Und das für 30 Rand, also nicht mal 3 Euro.
Fazit:
Wir können die Rhino River Lodge nur wärmstens empfehlen. Hier hat alles gestimmt, wir haben uns rundum wohl gefühlt und würden, falls es uns nochmal in diese Gegend verschlägt, gerne wiederkommen. Das Preis-Leistungsverhältnis war hervorragend.
Bezahlt haben wir hier (allerdings schon längst gebucht und auch schon lange im Voraus bezahlt):
Eine Nacht mit Halbpension ohne Aktivitäten 140 Euro für das Zimmer
Zwei Nächte in Vollpension mit jeweils 2 Game-Drives 188 Euro für das Zimmer pro Nacht
Wir meinen, da gibt´s nichts zu meckern!
Teil 731. Okt. 2012
Sodalla, das dauert immer, bis alles fertig ist. 😠
09.10.+10.10.2012 2 Nächte im Ithala Nationalpark
Kurz nach dem Frühstück verabschieden wir uns von der "Rhino River Lodge". Schön war es hier, und auf unserem Weg von der Lodge bis zum Gate, das sind runde 4 km, winken uns noch viele Tiere hinterher.
Unser heutiges Ziel ist der Ithala Nationalpark, nahe der Grenze zu Swasiland. Wir haben uns entschieden, die N2 hoch bis Pongola und von dort die R66 nach Louwsburg, der nächst größeren Stadt zum Ithala, zu fahren. Im Nachhinein konnten wir feststellen, dass es besser gewesen wäre, bereits in Mkuze "querfeldein" zu fahren, aber ohne Landkarte tut man sich immer schwer.
Eigentlich wollt ich das ja gar nicht schreiben, aber die schorschine hat drauf bestanden. Alles haben wir dabei gehabt, jede Menge Altkleider, jede Menge Reiseunterlagen, Reiseführer usw., aber mit das Wichtigste, die map von Reise know how, die lag schön brav zu Hause im Wohnzimmer. Welch ein Malheur. Man muss aber auch sagen, dass man hier nicht unbedingt eine map braucht. Vom Autoverleiher Hertz haben wir einen SA-Atlas bekommen, das hat dann schon gepasst.;)
Die Fahrt haben wir für sehr kurzweilig empfunden. Fremdes Land, fremde Bilder, die wir in uns aufsaugen, riesige "sugar mill´s", also Zuckerrohrfabriken, die sich entlang der Straße reihen. Hier wird in Monokultur Zuckerrohr angebaut, was der Boden hergibt und die Tracks, die das Zuckerrohr in die Fabriken fahren, sind schon fast kleine Monstertracks.
Zuckerrohr, so weit das Auge reicht !
In Pongola, einer Kleinstadt mit rund 12.000 Einwohnern und nur 10 km von der Grenze zu Swasiland entfernt, kaufen wir im Super Spar ein. Wir probieren nämlich im Ithala mal was ganz Neues - "self-catering". Noch nie selfgecatert - da war es wichtig, hier im Forum Tipps einzuholen. (Kathy und Marco aus dem Forum sei Dank !)
Als Lodgehüpfer hat man da schon so seine Bammel, ob man alles hinbekommt, ist doch das Braai hier in Südafrika was ganz was Anderes als zu Hause im Garten die gewohnte Grillerei. Aber ich kann´s vorweg nehmen - alles ist gut gegangen, wir sind nicht verhungert, im Gegenteil, es hat uns sogar einen großen Spaß gemacht.
Von Pongola nach Louwsburg ist es nicht mehr weit, die Landschaft wird immer toller, je höher wir kommen. Manchmal erinnert die Szenerie schon ein wenig an unsere Berge zu Hause, nur das Wetter ist leider gar nichts Besonderes. Nette Ansiedlungen und Bauernhöfe sind entlang der Straße zu sehen ...
und bald sind wir in Louwsburg, die nächste "Stadt" zum Ithala-Park.
Hier schaut´s ein wenig trübe aus, die Sonne fehlt, aber wenn am Straßenrand so ein nettes kleines Fräulein uns sagt, wo die nächste Straße zum Ithala abgeht, dann ist das schon wieder Sonne genug. 🙂
Nach etlichen Kurven und Rauf und Runter haben wir´s dann geschafft:
Das Ithala Game Reserve mit einer Fläche von 30.000 ha ist relativ unbekannt, obwohl es landschaftlich zu den schönsten Orten in ganz Südafrika zählt. Jeder, der schon mal in diesem Park war, wird das bestätigen können. Wie in den anderen Tierschutzgebieten KwaZulu-Natals hat man auch hier beste Bedingungen, auf Breitmaulnashörner, Zebras, Giraffen und viele andere Steppentiere, zu treffen. Manchmal zeigen sich sogar Hyänen, Geparden und Leoparden. Allerdings braucht man dazu mehr Glück als der bayern schorsch.
Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte:
Das "Ntshondwe Camp", laut Reiseführer eines der besten Restcamps in den Wildreservaten Südafrikas. Es gibt hier sogar einen Pool, ein Restaurant und einen kleinen Shop, der allerdings sehr schwach bestückt war. Gut, dass wir in Pongola unseren Einkauf getätigt haben.
Vom Camp bzw. von unserem Chalet Nr. 2 waren wir angenehm überrascht. Wir kennen diese Art von Restcamps von Namibia, und mit Argwohn sind wir an die Sache rangegangen. Aber das "Ntshondwe Camp" entpuppt sich als eine gute Entscheidung. All unsere Bedenken, die wir im Vorfeld hinsichtlich Küche, Sauberkeit, sanitären Einrichtungen usw. hatten, erwiesen sich als unbegründet.
Noch am Nachmittag machten wir hier unseren ersten Game Drive. Im Shop gibt es eine sehr gute map für den Park, in die auch sämtliche Loops eingezeichnet sind. Wir waren sehr zufrieden, gar nicht mal so sehr mit den Tiersichtungen, uns hat es vielmehr die Landschaft angetan. Und es ist so "gemütlich" hier. Da gibt´s ganz wenige Touris, die diesen Park befahren und so können wir uns auch schön Zeit lassen, alles "wirken" zu lassen.
Unseren Sundowner machen wir an der Ngubhu Picnic Site, ein feines Plätzches, so richtig gemütlich. Wir sind die einzigen Gäste hier, lauschen den Stimmen des Parks, lassen uns den Südafrikansichen Merlot gut schmecken...
und wie auf Bestellung kommt noch ein Spaziergänger , der uns beim Sundownern zuschaut.
Und abends haben wir haben gut gegrillt, das kann ich Euch sagen. Was es aber alles gegeben hat, das verraten wir nicht. Schließlich wollen wir niemand neidisch machen.
Am nächsten Morgen sind wir die Ersten, die auf Pirsch sind. Leider hat sich das Wetter nicht gebessert, es ist eigentlich trostlos und die Tiere ziehen den Kopf ein.
Nach zwei Stunden Morgenpirsch kehren wir in unser Chalet zurück, machen uns ein deftiges Frühstück mit Spiegeleier, Speck und allem, was dazugehört und langsam aber sicher wird auch das Wetter wieder besser.
Wir fahren anschließend noch den Onverwacht-Loop, wo uns dieses Rhino bald 20 Minuten vor dem Auto herläuft und das Tempo vorgibt. Übrigens kam dieses Rhino so plötzlich aus dem Busch herausgeschossen, dass wir momentan wirklich sprachlos waren. Wären wir auch nur eine Minute später dran gewesen, hätten wir das Rhino nicht bzw bestenfalls im Rückspiegel gesehen.
Nachmittags wird dann das Wetter wieder schlechter, es läuft uns noch diese kleine Gnuherde über den Weg,
und bald beschließen wir, in unser Chalet zurückzukehren. Es wird wieder gegrillt und nach dem Essen legen wir im offenen Kamin das restliche Brennholz auf. Es ist draußen mittlerweile so richtig ungemütlich geworden.
Hier noch ein kurzes Video vom Ithala Game Reserve. Einfach nur so ein paar Eindrücke. Und Bele - wie gewünscht - diesmal mit etwas mehr Landschaft.
11.10.+12.10.2012 Buckler´s Africa an der Crocodile Brigde
Bevor unsere Reise weitergeht, noch ein kleines Fazit zu Ithala: Leider war das Wetter nichts Besonderes. Eigentlich im Gegenteil, es war windig, manchmal sogar leicht regnerisch und nieselig. Am zweiten Tag haben uns die morgendlichen Nebelschwaden doch sehr an unser Herbstwetter hier in Deutschland erinnert. Trotzdem hat uns Ithala sehr sehr gut gefallen. Wir haben es oft gesagt: wie schön muß es hier wohl sein, wenn man diese grandiose Landschaft im Sonnenlicht erleben darf?
Und das Ntshondwe? Ja, da waren wir sehr angetan. Piccobello sauber, alles da, was man für´s self-catering braucht, die Feuerstelle vor der Tür und vom nächsten Nachbarn ist nichts zu hören. Einfach nur Klasse. Wir haben uns aber auch das Restaurant angeschaut. Das machte, ebenso wie das gesamte Camp, einen wirklich freundlichen Eindruck. Schade, dass wir hier im Ithala nur zwei Nächte waren.
ÜN Ntshondwe: 980 Rand = ca. 90 Euro die Nacht für Chalet Nr. 2
Unsere Reise geht weiter. Mittlerweile gehört es zur Tagesordnung, dass der Wecker um 5.30 Uhr klingelt,😃 es hält uns nichts mehr in den Betten, denn heute haben wir eine längere Strecke vor uns. Schnell eine Tasse Kaffee (die belegten Toast´s für ein späteres Frühstück haben wir schon gestern beim Abendessen geschmiert) und um 6.00 Uhr passieren wir das Gate, wo der freundliche Mensch an der Pforte mal als Erstes "good morning Sir, how are you" und dann "you are the first today" zu uns ins Auto reinplaudert.
Ja, das glaub ich ihm gern, dass wir heut die Ersten sind. Wir sind immer ganz fasziniert von den Menschen hier. Egal wer, jeder möchte einen kleinen small talk abhalten. Wir stimmen da gern mit ein, das macht Spaß.:)
370 km liegen vor uns, die Grenze nach Swasiland ist nicht weit vom Ihala NP. Unser Grenzübergang ist bei Lavumisa, und die Formalitäten an der Grenze sind in geschätzten 15 Minuten erledigt. Wir zahlen unsere "Swaziland Revenue Authority" (Road Toll Receipt) in Höhe von 50 Rand und schon sind wir in Swaziland. Nach den Papieren unseres Autoverleihers für den Grenzübertritt wurde nicht gefragt.
Die Grenzer sind sehr freundlich, allerdings machen wir uns schon Gedanken über die Grenzhäuschen, in denen die Formalitäten erledigt werden. Das sieht so ähnlich aus wie bei uns zu Hause die Asylantenwohnheime. Total runtergekommen und bestimmt nicht einladend. Für uns wieder eine ganz ungewohnte Welt, so viel Trostlosigkeit auf einem Fleck haben wir schon lange nicht mehr gesehen.
Über Swaziland ist bei Wikipedia nachzulesen: Swaziland gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von weniger als einem Euro pro Tag.:(
Jetzt ist für uns klar, dass wir die etlichen Altkleider, die wir von Deutschland aus mitgenommen haben, hier in Swaziland an den Mann bringen werden. Allerdings hatten wir diesbezüglich keinerlei Erfahrung und so steuerten wir mitten in Swaziland eine Primary School an, parkten unser Auto mitten im Schulhof und sofort sahen wir an den Klassenfenstern die ersten neugierigen Gesichter.
Eine Lehrerin nahm sich dann unser an und versprach, die Kleider an die Ärmsten der Armen weiterzugeben. Wir sollen uns da keine Sorgen machen, sie kennt Ihre Kinder. Dass wir dann noch eine Schulführung bekamen, war Ehrensache und auch das war für uns einfach nur höchst interessant. Natürlich wollten die Kid´s wissen, wo wir herkommen, und auch diesmal war´s wie immer das Gleiche:
We are from Germany ... hmmm??? From Munich ... hmmm???
Germany und Munich, damit können die Kid´s nicht unbedingt was anfangen. Erzählst Du dann aber was von der Fußball WM und über Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger, dann herrscht Aufregung in der Klasse. Plötzlich wissen alle, wo wir her sind und die Atmosphäre ist locker. Was der Fußball nicht alles bewegen kann.
Ich kann Jedem nur empfehlen, mal so was Ähnliches wie wir "anzustellen". Wenn man in die strahlenden Augen dieser Kinder schaut (und wir hatten keine Süßigkeiten dabei), dann sind das ganz besondere Momente für uns. Und wir sind uns sicher, dass es das Erste war, was die Kid´s zu Hause ihren Eltern erzählten. Die Story mit den beiden Germans ...
Über Big Bend und Tshaneni fahren wir durch Swaziland , wir haben es nur als Transitstrecke genützt. Bei unserer Routenplanung war es natürlich auch ein Thema, in Swaziland eine oder zwei Zwischenübernachtungen einzulegen, aber zeitlich ging sich das nicht aus.
Am frühen Nachmittag erreichten wir Komatipoort, eine typisch afrikanische Stadt mit viel Trubel und vielen Menschen. Keine 10 km weiter dann die Crocodile Bridge, das südliche Eingangstor in den Krüger Nationalpark.
Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte ist das "Buckler´ s Africa", ein Tipp von unserer Forumsfreundin Hanne. Das Buckler´s liegt einen Katzensprung vom Crocodile-Gate und unmittelbar am Crocodile-River, der die natürliche Begrenzung des Krügerparks darstellt.
Schon allein vom Garten des Buckler´s aus hat man phantastische Blicke über den Crocodile-River bis hinüber zum Krügerpark. Eine tolle Unterkunft und zum Glück wieder mit einem "Kingsizebed" .
Gleich nach dem einquecken, das innerhalb von 10 Minuten erledigt war, starteten wir zu unserer ersten Excursion in den Krüger Park und nach nicht mal einer viertel Stunde erwarten uns die ersten Tiere:
Anscheinend ist es wirklich so, wie wir schon oft gelesen haben: im Süden des Krügerparks konzentriert sich die größte Tierdichte, weshalb hier auch die meisten Besucher anzutreffen sind.
Vieleicht bei der Gelegenheit ein paar Worte zum Krüger-Park:
Der Krüger-Park erstreckt sich über eine Gesamtlänge von sage und schreibe 400 km durch die Provinzen Limpopo und Mpumalanga. Entlang der Grenze zu Mosambik hat der Krüger-Park all das, was man von einem Afrika-Besuch erwartet.
Jede Menge Löwen und Elefanten, Tausende anderer wilder Tiere - und seltene Vögel im Überfluss. Der Park ist auf Selbstfahrer und Selbstversorger ausgerichtet, und mit dem eigenem Fahrzeug eine Pirschfahrt zu unternehmen, und dann eine Herde Elefanten zu entdecken, ist wohl das Höchste aller Gefühle.:)
Die Hauptstraßen im Krügerpark sind geteert, die Nebenstraßen guter Schotter. Leider fahren viele Autofahrer viel zu schnell,😈 wir haben uns deshalb auch fast ausschließlich auf den Nebenstrecken aufgehalten.
Nach unserer Pirschfahrt haben wir bei unseren freundlichen Gastgebern, Cheryl und O.J. noch einen Gin-Tonic zu uns genommen. Sehr nette Leute sind das, wir haben viel über Afrika und die Welt erfahren, die Beiden sind ein weitgereistes Paar.
Und nächstes Jahr wollen sie in Germany das Beer-Festival besuchen. Ah , das Beer-Festival. Bis sich herausstellte, sie meinen das Oktoberfest in München. Klare Sache für uns, dass unser Haus nächstes Jahr zur Wies´n-Zeit zwei Gäste mehr hat. Wenn sie denn tatsächlich kommen sollten.;)
Zum Abendessen sind wir ins von Cheryl empfohlene "Tambarina" nach Komatipoort gefahren. Sehr gute Küche, sehr guter Wein und so lassen wir den ersten Tag am bzw. im Krüger-Park Revue passieren. Schön war´s heute, aber der Wetter darf endlich mal besser werden.
LG, bis zum nächsten Teil, der bayern schorsch
Teil 902. Nov. 2012
12.10.2012, unser zweiter Tag im "Buckler´s Africa"
Schön ist es hier, im Buckler´s, und wir bekommen um 7.30 Uhr ein herzhaftes Frühstück von Cheryl und der netten Praktikantin serviert. Wir essen, obwohl es drinnen wahrscheinlich gemütlicher wäre, im Freien, zu schön ist der Blick über den Crocodile-River hinüber in den Krügerpark.
Wir persönlich finden, dass die Frühstückstime hier etwas zu spät ist. Beim nächsten Mal würden wir eher schon am frühen Morgen die erste Pirsch in den Krüger unternehmen, schließlich sind´s ja wirklich nur ein paar wenige Kilometer, um dann nach Rückkehr von der Pirschfahrt das breakfast um 8.30 Uhr oder 9.00 Uhr einzunehmen. Das wär vielleicht die bessere Variante, aber wir hatten so mieses Wetter, dass es uns nicht unbedingt all zu früh aus den Federn trieb.😄
Im Laufe des frühen vormittags sind wir dann wieder rüber in den Krüger-Park. Man erzählte uns, unmittelbar an der Crocodile-Bridge sollten wir Ausschau halten, hier seien etliche Hyänen unterwegs. Gesehen haben wir nicht eine Hyäne, allerdings nach nicht all zu langer Fahrt eröffnete sich uns dann dieser Blick und wir meinten, unseren Augen nicht trauen zu könen:
Jetzt schaut man sich doch mal dieses Foto an.😈 🤩 😠 Zum Einen regnet es mittlerweile in Strömen. Nun, dazu kann ja niemand was. Aber dann noch als besonderes Zuckerl dieser Autozirkus. Da wird wohl wieder irgendwo im Baum ein Leopard oder ein Löwe liegen.
Das ist das, was uns am Krügerpark nicht gefällt.🙁
Ein Menschenauflauf, sobald sich irgendwo "was rührt". Wir mögen das überhaupt nicht, durch die Fensterscheiben anderer Autos durchzuschauen, um dann vielleicht mit viel Glück den Schwanz von einem Leoparden zu sehen. Da fahren wir lieber weiter bzw. drängeln uns durch diesen Stau irgendwie durch und auf die nächste Abzweigung zu einer Gravel-Pad, dann sind wir wieder unter uns, sprich fast alleine unterwegs.
Manchmal muß man sich wirklich wundern was die Touris bewegt, an einen Autopulk, wo schon 20 Wägen rumstehen, sich noch dazu zu gesellen. Wir verstehen das überhaupt nicht. Klar ist es verlockend, schließlich will man ja auch was sehen, aber so .....?
Wir pirschen weiter, das Wetter wird ein bisschen besser und die Tiersichtungen waren enorm. Hier ein kleines Video über das, worüber wir uns heute noch sehr freuen und vor allem deshalb auch so freuen, weil wir die Tiere (bis auf den Leo, da waren es aber auch nur drei Autos) wirklich für "uns allein" hatten. Es war sehr schön:
Ja ja, da haben wir viel Glück gehabt. Eigentlich war´s schon fast sensationell, was sich da unseren Augen geboten hat. Wir waren mehr als zufrieden und sind trotz des schlechten Wetters vom Krügerpark schon sehr verwöhnt worden. Ich hoffe, Euch gefällt das kleine Video.
Mit diesen schönen Aufnahmen im Gepäck ging´s dann wieder zurück in unsere Buckler´s Lodge, zum Dinner sind wir auch an diesem Abend wieder ins "Tambarina" nach Komatipoort gefahren, denn heute Abend gab´s Gambas satt. Das war extreeeemly good, es war spitzenmäßig.
Die nächsten drei Nächte verbringen wir IM Park, das wird dann der nächste Teil unseres Reiseberichtes.
Vorher aber noch ein Wort zu Buckler´s Africa:
ÜN incl. breakfast: 970 Rand die Nacht für zwei Personen, also knapp unter 90 Euro.
Wir hatten das Chalet Nummer 5, das liegt exakt zwischen den Großfamilienchalets Nummer 4 und 6. Das hätte unter Umständen schon laut werden können, wenn entsprechende Gesellschaft da gewesen wäre. Wir haben aber Glück gehabt, die Leute, die dort gewohnt haben, waren normal.
Man kann im Buckler´s auch "self-catering" machen, die Gastgeber haben alles Nötige da, und die Küche ist mehr als perfekt ausgestattet. Wir wollten das diese zwei Abende nicht, in Komatipoort gibt´s genug gute und günstige Restaurants.
Für uns ist das "Buckler´s Africa" eine hervorragende Alternative zu den Camps im Inneren des Parks. Das Tor zum Krüger ist 5 Minuten entfernt, man ist im Nu im Park. Wobei "Alternative" eigentlich nicht stimmt, denn Buckler´s ist eine ganz andere Liga. Ein Vergleich mit den Restcamps im Krügerpark käme schon fast einer Beleidigung gleich.
Tipp: das "Honeymooner-Chalet"😘 würden wir empfehlen. Hat keine Nummer sondern nennt sich "Main Room", liegt ganz ruhig am Rand der Anlage und ist auch mit allen Utensilien für´s self-catering ausgestattet. Dann gibt´s natürlich noch Kingsize-Bed und Outdoor-Shower, da kann man´s mit Sicherheit aushalten.
Bis zum nächsten Mal herzliche Grüße, der bayern schorsch
Teil 1004. Nov. 2012
Hallo Ihr,
im März ist wohl noch keine Ernte? Denn da würd es uns gut passen. Schließlich düsen wir Mitte März wieder nach Namibia und in den KTP und diesmal geht der Flug ab Frankfurt.
Also wenn´s schon diese Leckereien gibt, wir sind dabei, keine Frage.
Es geht weiter im Reisebericht:
13.Okt. und 14. Okt. und 15.Oktober 2012 Drei Nächte im Krüger Nationalpark
Nach einem herzhaften Frühstück im "Buckler´s Africa" fahren wir in die Stadt. In Komatiepoort gibt´s Alles, was man für drei Tage self-catering im Krüger-Park braucht. Beim Super Spar haben wir günstig eingekauft: Feuerholz, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Butternuts, Eier, Burewurst, Rindersteaks und Kudusteaks. Gleich vis á vis vom Spar gibt´s einen Metzgerladen, wo wir noch Wurst und Schinken einkauften.
Allerdings hätten wir, wenn auch bei einem deutlich höheren Preisniveau, in den Restcamps des Krügerparks diese Dinge auch einkaufen können. So aber hatten wir alles an Bord und wieder einmal kann´s losgehen über die Crocodile-Bridge und rein in den Krügerpark.
Nach ein paar Stunden Pirschfahrt mit den "üblichen Verdächtigen", Gnu,Zebra und die vielen Tausenden von Antilopen können wir schon aus der Ferne das Restcamp "Lower Sabie", das über dem Sabie River thront, sehen.
Natürlich war unser Chalet, BD3U River-view noch nicht ganz fertig, so dass wir noch Zeit hatten, im Rezeptionsbereich e-mail´s mit zu Hause zu checken und ein kleiner Rundgang durch das Hauptgebäude von "Lower Sabie" gibt uns Recht, dass wir uns in diesem Restaurant nicht wohl gefühlt hätten.
Viel zu viel Trubel, viel zu viele Menschen, viel zu viel Dreck und nicht zu letzt viel zu viele Kleinvögel, die von japanischen Touristen begeistert gefüttert wurden. Dagegen machte der Shop auf uns einen gut sortierten Eindruck, da wurden die verschiedensten Waren und Souveniers schon auf eine fast professionelle Art und Weise dargeboten.
Eine Stunde später war es dann soweit. Das BD3U mit der Nummer 12 war fertig und damit unser zu Hause für diese Nacht. Auf den ersten Blick wirkte das Chalet recht ordentlich und wir wussten, dass wir es hier gut aushalten können.;)
Beim Bezug unserer Unterkunft haben unsere Nachbarn auf der rechten Seite mit einem fröhlichen "good afternoon" gegrüßt, das gleiche freundliche "good afternoon" kam 5 Minuten später von der linken Seite. Noch etwas später, als der bayern schorsch dann sein Grillkunst zeigte, war beim ersten Lodern der Flammen doch tatsächlich unser Grill umzingelt.
Die rechten Nachbarn, so stellte sich heraus, waren ein Rentnerehepaar aus Heidenheim, seit 20 Jahren jedes Jahr für mindestens eine Woche im Lower Sabie und die linken Nachbarn waren aus Fürth, auch alte Krüger Fans.
Bei den Story´s allerdings, die unsere Nachbarn so auf Lager hatten, wirkten sich unsere Tiersichtungen als äußerst bescheiden aus und am Ende hatten wir dann nichts dagegen, dass sowohl Heidenheim als auch Fürth den Gang zum Abendessen ins Restaurant antraten. Dass wir dann anschließend genauestens informiert wurden, was im Restaurant an diesem Abend angeboten wurde, verstand sich von selbst.
Am nächsten Tag, very very early, stehen wir als siebtes Auto um Punkt 5.30 Uhr am Gate unseres Restcamps. Schließlich wollen wir mit die Ersten sein, die sich in den Park "stürzen" und außerdem wollen wir uns von dem überzeugen, was uns unsere Nachbarn doch so schmackhaft gemacht haben:
Früh morgens raus, und man sieht Löwen in ganzen Scharen auf der Hauptstraße spazieren gehen. Jawohl, das wollen wir sehen, da wollen wir dabei sein!!!
An der Hauptstraße war nix, und zwar überhaupt nix. 😈 Von wegen Löwen, die sich hier auf dem Laufsteg präsentieren. Außer einem trüben Himmel und dem "Üblichen" sehen wir nicht besonders viel, mal abgesehen von einer Büffelherde mit bestimmt 300 Köpfen, einem Leoparden, den wir aber vor lauter Filmen nicht Fotografiert haben, und ein paar Elefanten.
Ein Adler, wir vermuten mal, dass es ein "Brown Snake Eagle" ist, lässt sich im faden Morgenlicht schlecht fotografieren.
Wir machen kehrt, das mit den Löwen wird heute nichts und machen ganz lecker Frühstück in unserem Chalet. Bei einer Außentemperatur von grad mal 15 Grad wollen wir uns nicht mal ins Freie setzen, es ist im Chalet gemütlicher.
Danach packen wir unsere Sachen zusammen, was wir mittlerweile in rekordverdächtiger Zeit hinbringen. Hier zeigt sich wirklich, "Übung macht den Meister", und bald düsen wir los Richtung Satara, das wird die Unterkunft für heute Nacht.
Kaum, dass wir Lower Sabie verlassen haben, fängt es an, in Strömen zu regnen. Das macht keinen Spaß, es ist einfach nur nervig. Da fährst Du nach Afrika und dann solch ein Wetter. Es ist zum Mäuse melken.:(
Und so ging das den ganzen Tag. Dass es da mit Tiersichtungen schlecht aussah, kann man sich denken. Aber so ist das halt und wegen Schlechtwetter lassen wir uns die Stimmung noch lange nicht vermiesen. 😛
Angekommen im "Satara" Restcamp beziehen wir unseren Bungalow BD2V. Wir haben hier "Bestlage" gebucht, der Blick geht raus in den Busch. Abends wird wieder gegrillt, allerdings hab ich vorher die Grillschale trockenlegen müssen.
Ein bescheidenes Wetter ist das hier, wir hoffen aber unbendingt auf Besserung, wenn es morgen weitergeht zu unserer dritten Nacht im Krügerpark, im "Olifants-Restcamp". Mal schauen ....
Bis dann, LG vom bayern schorsch
Teil 1104. Nov. 2012
Unser dritter Tag im Krüger Park Olifants Restcamp 15.10.2012
Wir hoffen und hoffen und hoffen .... auf besseres Wetter! Und wir hätten es uns wirklich mehr als verdient, grad, wenn man die letzten zwei Tage ohne großes Murren bei schlechtem Wetter durch den Krügerpark gedüst ist. Und siehe da, schon der erste Blick ins Freie - ja, heute scheint es deutlich besser zu werden. Zwar dampft noch alles draußen von den Regenfällen in der Nacht, aber die ersten Sonnenstrahlen spitzeln schon und bahnen sich ihren Weg.:)
Übrigens hatten wir gestern abend noch ein date. Unsere 4 Holländer, die in St. Lucia ebenso wie wir im Afrikhaya übernachteten und mit uns auf der Whale-Watching-Tour waren, haben für Satara schon Ihr Kommen angekündigt. Spät wurde es, wir haben im Restaurant einige Flaschen zu uns genommen, und die Holländer erwiesen sich als trinkfeste Mannschaft.
Aber auch hier müssen wir feststellen: dieses Restaurant im Satara-Camp würde uns nicht gefallen. Viel zu dunkel alles, das macht auf uns keinen gemütlichen Eindruck.:(
Wir halten uns heute Morgen im Camp nicht mehr lange. Eigentlich hat´s uns nicht gefallen. Zu spartanisch ist hier alles, aber dazu beim Fazit zu den Restcamps mehr.
Kaum haben wir das Gate passiert, steht schon der erste Waterbuck, ein kapitaler Bursche, an der Straßenseite.
Gleich 7 km hinter Satara biegen wir von der geteerten Hauptstraße in die Gravelroad ein, "von hinten" pirschen wir uns vor Richtung Olifants. Wir haben schöne Tiersichtungen, hier mal eine Gruppe Zebras
und hier mal eine Giraffe, die, wie wir finden, besonders elegante Beine hat:
Wenig später sichten wir einen Adler, der wunderschön ist und sich von uns in keinster Weise gestört fühlt:
Wenn uns jetzt noch jemand sagen könnte, wie dieser Adler heißt, das wäre fein. In unserer Krüger-Map war er auf alle Fälle nicht verzeichnet.
Der absolute Höhepunkt unserer Morgenpirsch waren aber eindeutig die "Ground Hornbill´s" bei Ihrem Liebesspiel. Wir haben dieses Video ja schon mal hier reingestellt, uns gefällt es aber so gut, also kommt´s hier nochmal:
Im Laufe des Nachmittags trudeln wir in Olifants ein. Schon bald vor einem Jahr haben wir hier reserviert, wir wollten unbedingt die Bungalows mit dem "direkten" river-view haben, und mit dem BD2V River-View Number 1 hatten wir einen wirklich atemberaubenden Blick über den Olifants-River.
Damit man sich überhaupt eine Vorstellung machen kann, wie herrlich das Olifantscamp hier liegt, noch ein kurzes Video. Ich finde, dass man die Dimensionen auf diese Art und Weise recht gut nachvollziehen kann:
Die drei Nächte hier im Inneren des Krüger-Parks würden wir im Nachhinein mit doch sehr gemischten Gefühlen beurteilen. Es gibt ja viele Fomis, die "schwören" auf die Übernachtungen im Park, nur da käme angeblich das wahre Afrika-Feeling rüber.
Das sehen wir nur bedingt so. Schlecht erklärbar, was uns da nicht so gepasst hat, aber vielleicht kann man´s am besten so verständlich machen:
uns gefällt das nicht, wenn man in den Betten dieser Camps das Gefühl hat, man würde mit den Flöhen schlafen. Wir können nicht verstehen, weshalb man es nicht fertigbringt, diese muffeligen und schmuddeligen Wolldecken mit einem Überzug zu versehen. Das kostet bestimmt nicht die Welt und würde einen ganz anderen Eindruck machen. Und ohne Wolldecke wäre es schlichtweg zu kalt gewesen.
Self Catering im Lower Sabie und Satara wäre für uns ein Muss, im Olifants hingegen hat uns das Restaurant sehr gut gefallen. Wir haben uns allerdings drei Mal selbst versorgt und es war in jedem der drei Camps die bessere Wahl.
Die Unterkünfte im Einzelnen:
Lower Sabie BD3U River View 860 Rand pro Bungalow, wir hatten Nr. 12, meinen aber, dass die Nummer 15 - 18 einen schöneren Blick zum Fluss haben. Das Restaurant würde uns gar nicht gefallen, die Bungalows sind so weit in Ordnung.
Satara BD2V 880 Rand pro Bungalow, wir hatten die Nr. 163, da gibt´s keine Besseren oder Schlechteren. Satara hat uns am Wenigsten gefallen. Allein die sanitäre Sache war eine Sache für sich. Das ist nicht jedermanns Ding. Das Restaurant war häßlich, aber Dank unserem Saufgelage mit den Holländern trotzdem nett. Satara würden wir nicht nochmal buchen.
Tipp: es ist uns an der Rezeption gesagt worden, dass es auch neue, renovierte Bungalows gibt. Wir haben auch gesehen, dass überall umgebaut wird. Es wird auch höchste Zeit.
Olifants BD2V River-View Bungalow, 960 Rand, wir hatten die Nr. 1, beim nächsten Mal würden wir die Nummer 10 nehmen, von da ist der Blick noch ein wenig besser. Olifants wäre das einzige Camp von den drei Camps, die wir besucht haben, wo wir nochmals hingehen würden. Zu sehr punktet Olifants mit diesem gigantischen Blick über den River. Das war toll.
Morgen geht´s dann von unseren eher "bescheidenen" Unterkünften in eines unserer Urlaubs-Highlight´s, nämlich in das "Toro-Yaka" Private Game Reserve im Balule Park. Mal schauen, wie das so wird.
LG der bayern schorsch
Teil 1206. Nov. 2012
Hallo und guten Abend, da bin ich wieder.
Ein Highlight auf unserer Reise - drei Nächte auf der "Toro-Yaka-Lodge" im Balule Game Reserve
17. und 18. und 19. Oktober 2012
Sonnenaufgang über dem Olifants-River, es bietet sich dieses Bild morgens um 5.40 Uhr:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen schöneren Ort für einen Sunrise gibt als hier in Afrika. Kurz bevor die Sonne am Horizont hochkommt, färbt sich der Himmel in ein Rot, das so kräftig, so schön und irgendwie so unwirklich ist, dass man diese Stimmung hier, hoch über dem Olifants-River, in keine auch noch so schönen Worte fassen kann. Es ist gewaltig, und wir werden uns grad in solchen Momenten sehr wohl bewusst, was wir für ein Glück haben, so etwas Schönes erleben zu dürfen.:)
Ja, heute wird es wirklich ein schöner Tag. Endlich! Die Schlechtwetterfront ist anscheinend vorübergezogen, und die Sonne strahlt mit uns um die Wette. Wir freuen uns auf den heutigen Tag, schließlich geht es zu unserem Highlight des Urlaubs, in die "Toro-Yaka-Lodge" im Balule Reserve.
Wir machen Frühstück, packen unsere sieben Sachen zusammen und sortieren bei den Lebensmitteln aus, was wir nicht mehr brauchen können. Die Frau, die schon frühmorgens unsere Asche vom Grill wegräumt fragen wir, was und ob sie überhaupt was brauchen kann. Es ist eh nicht viel, was uns übrig geblieben ist.
Und die gute Frau kann alles brauchen. Sie ist wirklich dankbar und freut sich sehr. Die letzten Kartoffeln, ein paar wenige Tomaten, das ist schon alles, was wir noch haben. Als wir Ihr dann noch die restliche Burewurst geben, die wir gestern Abend beim Grillen trotz redlichen Bemühens nicht mehr gepackt haben und Ihre strahlenden Augen sehen, da wissen wir, dass wir das richtig und gut gemacht haben.
Wir verlassen Olifants, fahren aber nochmals die 5 km bis zur Brücke zurück. Hier ist immer was los, wir können noch sehr schöne Filmaufnahmen von Adlern machen, und die Hippos tummeln sich im und am Fluß:
Immer wieder haben wir sehr schöne Tiersichtungen
und dieser stattliche Baobab gefällt uns besonders gut:
Über Letaba geht´s dann Richtung Phalaborwa-Gate, wir verlassen den Krüger Nationalpark und bald nach dem Gate kommen wir nach Phalaborwa "City". Hier machen wir einen Stop, schauen uns den Markt und die Stadt ein bisschen an und uns fällt auf, dass die Menschen hier ganz besonders freundlich sind. Wir haben das Gefühl, dass wir als Touris hier sehr gern gesehen sind und im Supermarkt schauen wir uns ein wenig um.
Bei Anblick des Weihnachtsbaumes wird uns schlagartig bewußt, in 2 Monaten ist Heilig Abend. Wir meinen, ein wenig früh für einen Weihnachtsbaum, aber wir freuen uns einfach, dass auch hier im Supermarkt die Menschen so nett sind. Das Thema Weihnachten schieben wir ganz schnell zur Seite, denn das passt ja hier überhaupt nicht her.
Von Phalaborwa fahren wir die R530 weiter Richtung Mica und von dort geht´s dann auf der R40 Richtung Hoedspruit. Ca. 10 km vor Hoedspruit fahren wir links ab in das Balule-Game-Reserve, dort werden wir die nächsten 3 Nächte unser Quartier beziehen.
"Toro - Yaka", allein dieser Name macht schon Lust auf mehr. Was wird sich wohl dahinter verbergen?
Im Trip-Advisor haben wir die Bewertungen gelesen, alle mit Bestnote, der e-mail Kontakt bei der Reservierung war sehr freundlich. Natürlich hatten wir auch andere Lodgen ins Auge gefasst, am Schluß unserer Recherche blieb dann die Casart- Game-Lodge und die Toro-Yaka-Lodge zur Wahl. Letztendlich haben wir uns nach langem Hin und Her für Toro-Yaka entschieden.
Das mit den privaten Lodges im "Greater Krüger Park" ist ja immer so eine Sache. Da kannst Du alles haben, von preiswert bis zu schweineteuer. Und mit schweineteuer mein ich auch schweineteuer.
Da legt man für eine Nacht mit einem "Rundum Paket" mal locker 1.500 Euro hin, da sind dann die Berühmten und Reichen unter sich. Wir sind weder berühmt noch sind wir reich. Für uns muss das Preis-Leistungs-Verhältnis passen, alles andere zählt nicht. Und das hat im Toro-Yaka sehr gut gepasst.
Eine Lodge mit stilvollem Ambiente, vorzüglichster Küche (Miam-Miam ...), sehr ansprechenden Bungalows mit stylischem Bad, Outdoorshower, Infinity-Pool und wunderschönen, gemütlichen Ecken - und das alles zu einem bezahlbarem Preis.
Dazu noch ein sehr charmantes, junges Besitzer-Ehepaar, Nicole und Steve, unterstützt von Einheimischen, die sich um das Wohl der Gäste kümmern.
Hier mal ein paar Bilder von Toro-Yaka, damit man sich vorstellen kann, wie es hier aussieht:
Noch am Tag unserer Ankunft machen wir abends um 16.00 Uhr einen Game-Drive, der Fahrer J.B. und sein Spurenleser, Victor, leisten ganze Arbeit und sind bemüht, uns die ersten Löwen im Balule zu präsentieren. Aber da haben die Beiden nicht mit dem bayern schorsch und seinem Löwenglück gerechnet.
Löwen - da ist nix mit uns, und so war´s dann auch. Löwen Fehlanzeige, aber der Drive war trotzdem sehr schön.
in bester Position: Victor, unsere Spurenleser
kleine Kapelle, die von einem Lodgebesitzer im Balulereservat in Andenken an seine verstorbene Tochter errichtet wurde
herrlicher Sonnenuntergang während unseres Game-Drives
Morgen erzähle ich mal, wie so ein Lodgeleben aussieht. Eines kann ich schon vorweg nehmen: es ist purer Stress. Und von wegen Urlaub - keine Spur.
Herzliche Grüße der bayern schorsch
Teil 1307. Nov. 2012
Hallo zusammen, es geht weiter in meinem Reisebericht:
"das anstrengende Lodgeleben auf Toro-Yaka, Tagesablauf"
5.00 Uhr Wecken: Das heißt, ein leichtes Klopfen an der Bungalowtür und ein freundliches "good morning", das wir - zumindest versuchen wir es - mit einem ebenso freundlichen "Thank you" erwidern. Morgentoilette, Zähne putzen, kurzer Test im Freien wegen der Temperatur, anziehen.
5.20 Uhr early Tea: In Hauptgebäude steht Kaffee und Tee bereit, dazu ein paar trockene Kekse, man soll ja nicht mit vollem Magen pirschen. Man schaut in die Gesichter der Anderen. Oh je, die schauen genauso unausgeschlafen aus wie wir, aber jeder freut sich auf den Drive.
Bei den Pirschfahrten, die wir hier auf Toro-Yaka gemacht haben, waren wir vier Mal mit 5 Personen + Driver + Guide und zwei Mal mit 6 Personen + Driver + Guide unterwegs. Eine überschaubare Truppe und uns ist aufgefallen, dass jedesmal vorher gefragt wurde, wer wo sitzen möchte. So war das ein harmonisches Miteinander, wir haben das auch schon anders erlebt.
Außer uns Bayern war noch eine ältere Dame aus Kalifornien , ein junges Paar aus London und am letzten Tag noch ein junger Mann aus Hamburg mit an Bord, also eine bunt gemischte Gruppe.
5.30 Uhr Abfahrt: Der morning Game-Drive dauert runde drei Stunden, zwischendrin gibt´s eine kleine Kaffeepause, und alle sind wir aufgefordert, entsprechend Ausschau zu halten. Bei Tiersichtungen bittet J.B., unser Fahrer, um möglichste Ruhe, auch das finden wir gut. Alle Pirschfahrzeuge, die hier im Park unterwegs sind, sind per Funk miteinander verbunden, sicherlich kein Nachteil.
So ein "geführter" Game-Drive unterscheidet sich zum "eigenen" Game-Drive in zwei Punkten ganz enorm. Zum Ersten sind die Augen von Fahrer und Spurenleser ganz einfach besser als unsere Augen. Als J.B. uns auf ein Black Rhino aufmerksam machte, war unsere erste Frage: "wo steht es denn?"
Dazu muß ich sagen, wir hätten das Rhino gar nicht gesehen, es war hinter Büschen so "getarnt", wir wären mit Sicherheit vorbeigefahren. Zum Zweiten ist es natürlich möglich, mit dem Jeep querfeldein und über Nebenstrecken sich den Tieren zu nähern. Auch das ginge mit dem eigenem Auto nie und nimmer. Und so bieten sich dann solche Bilder:
Irgendwann sind diese drei Stunden Game-Drive vorüber, und man freut sich schon auf´s breakfast.
8.30 Uhr Frühstück:
Am gemeinsamen Frühstückstisch, wo auch Steve, der Lodgeinhaber, J.B., der Fahrer und später dann noch Nicole, die Chefin des Hauses Platz nehmen, lässt man den Drive Revue passieren. Victor, unsere Fährtenleser, übernimmt mit noch einer Angestellten den Küchendienst. Uns gefällt das gut, da wird nicht einfach eine Eierspeise nach der anderen gebracht, nein, es wird alles gleichzeitig serviert. Wobei uns das vom Grundsatz her zwar egal wäre, aber irgendwie macht das Eindruck.
Das Frühstück dauert mindestens eine Stunde, schließlich müssen die Erlebnisse gemeinsam verarbeitet werden. 10.00 Uhr: Jetzt wäre Zeit zum relaxen und ausruhen, aber wer hat schon für so was Zeit? Zu einladend wirkt der Pool, man geht eine Runde schwimmen, Handtücher und Liegen sind genügend da, und dann braucht ja zwischendrin noch der Garten inspizieren. Vögel über Vögel, dazwischen mal ein Affe, das ist alles recht schön hier. Massagen werden von Nicole angeboten, sehr gut und zu einem vernünftigen Preis.
12.00 Uhr: Die Gartenbilder sind gemacht, man legt sich auf die Liege am Pool und siehe da, innerhalb 2 Minuten schnappt man dann doch tatsächlich hinüber in das Land der Träume. Man wird plötzlich so müde, die Eindrücke erschlagen einen fast. Ich träum natürlich von Löwen, denn gesehen hab ich hier auf Toro-Yaka noch keinen.
14.00 Uhr: "light-lunch", also "leichtes" Mittagessen, was immer das auch heißen mag. Wir dachten an maximal einen bunten Gartensalat, bekommen haben wir aller-allerfeinste Salatvariationen, dazu ein herrliches dunkles Körnerbrot, einen kleinen Käseteller und zum Nachtisch einen Fruchtsalat. Als i-Tüfelchen einen Chardonnay, ja ja, so lässt sich´s leben.
Dass dieser "light-lunch" täglich in anderen Formen dargeboten wurde, ist selbstverständlich, es war, zumindest in unseren Augen, eine spitzenmäßige Küche, und die bayern schorschine war angesichts dieser netten Darbietungsform ganz platt:
Alternativ zum morgendlichen Game-Drive haben wir auch ein Mal einen Bush-Walk unternommen. Mit dabei waren alle Gäste, Steve und J.B. Auch der Walk dauerte runde drei Stunden, man lernt dabei viel über Fauna und Flora des südlichen Afrikas kennen, der Busch präsentiert sich so auf eine ganz andere Art und Weise.
Ich würde das jedem empfehlen, wenn man schon mal die Gelegenheit dazu hat. Allerdings braucht man ein bisschen Kondition, es ist im Busch sehr heiß gewesen.;)
das ist J.B., unser Game-Drive-Fahrer
Steve, der Lodgebesitzer, ein wahrer Held
Nach dem Mittagessen wird die Zeit knapp, es geht mit einem weiteren Game-Drive in den Busch.
16.00 Uhr, Start zur Nachmittags-Pirsch. Wieder the same procedure, die Plätze sind schnell eingenommen. Allerdings wird mir das mit dem Herrn Victor, unserem Spurenleser, einfach zu dumm. Immerhin machen wir hier einen drive nach dem anderen, und noch immer kein Löwe in Sicht. Also tauscht der bayern schorsch die Position mit Victor, und siehe da, es dauert nicht lange, und dieser wunderschöne Löwe liegt da wie auf dem Präsentierteller:
Später haben Victor und ich wieder die Position gewechselt, und irgendwie hat der Mann ein feines Näschen für Black Rhinos:
Schon beim lunch wurden wir gefragt, was wir abends bei sundowner trinken wollen. Zum Glück haben wir keinen Champagner geordert, sondern "nur" einen Gin-Tonic. Dazu aber später mehr.
Diese wunderschöne Wolkenformation sehen wir während des sundowners:
Den Victor hab ich natürlich getröstet. Er konnte halt einfach nicht verstehen, warum meine Adleraugen besser als seine sind. Er ist wirklich ein Pfunds-Kerl, wir hatten viel Spaß miteinander: 🙂 🤩
Auch der abendliche Game-Drive dauert drei Stunden und wird gerne zum Ende hin als Night-Drive ausgeführt, denn kurz vor 19.00 Uhr wird es stockdunkel und mit Scheinwerfern wird der Busch abgeleuchtet. Eine interessante Sache, gesehen haben wir aber leider nichts.:( Nach Rückkehr in der Lodge bleiben 20 Minuten zum Frischmachen, dann ist time für´s dinner.
20.00 Uhr, Abendessen
Das Tages-Highlight schlechthin!!!
Ganz tolle Atmosphäre, die Tische werden entweder am Swimmingpool in einer Tafel aufgebaut oder in der Boma um ein Lagerfeuer herum. Beide Varianten haben uns gut gefallen, wobei die Sache mit dem Lagerfeuer schon was ganz Besonderes darstellte, das hat man nicht jeden Tag:
Dinner am Lagerfeuer
Dinner am Pool
Das Abendessen war jedes Mal ausgezeichnet. Beef medium, Beilagen, Salate, Käse-Blätterteig, Hähnchen in Weinsauce, Amarula panna cotta mit honeybomb und Bananeneis, Fisch - Mousse, Eis, Kuchen usw. usw., und dann nicht zu vergessen ein toller Braai-Abend, das Essen war allererste Sahne.
Fazit zu Toro-Yaka:
Wir haben pro Nacht für zwei Personen 1.900 Rand incl. Vollpension bezahlt. Allerdings haben wir schon vor fast einem Jahr gebucht und damals auch schon bezahlt. Die Game-Drives wurden noch separat in Rechnung gestellt.
Unserer Meinung nach bietet diese Lodge die Möglichkeit, stilvollstes Ambiente, gekrönt von einer außerordentlich guten Küche, zu einem annehmbaren und bezahlbaren Preis zu bekommen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis würden wir, auch in Nachhinein, als sehr gut bezeichnen.🙂
Die Nebenkosten sind eher im unteren Bereich angesiedelt, es waren bestimmt keine Wucherpreise, was wir für Getränke und Massagen bezahlten. Nicht gut fanden wir, dass wir im Nachhinein festgestellt haben, dass unsere Getränke vom Game-Drive in Rechnung gestellt wurden. Das ist zwar nicht die Welt, kennen wir aber von anderen Häusern so nicht. Man hätte uns zumindest sagen müssen, dass die Getränke verrechnet werden. Wir fanden das keinen guten Stil und passt nicht zum Gesamteindruck dieser Lodge.:(
Die Zimmer sind sehr schön, wir hätten nichts daran aussetzen können. Bequemes Bett, Fliegengitter an den Fenstern, dadurch hatten wir auch in der Nacht eine herrliche Geräuschkulisse.;)
Der Pool war piccobello sauber, Steve hat sich sehr gefreut, als ich ihm sagte, er hätte den saubersten und klarsten Pool unserer Südafrika-Reise. In diesen Pool ist man gern reingegangen.
Tierwelt: Das dürfte wohl das größte Manko im Balule-Game-Reserve sein. Wir hatten vielleicht zu hohe Erwartungen, das kann schon sein. Aber das, was sich hier bot, war schon eine außerordentlich schwache Ausbeute.
Natürlich haben wir Zebras, Giraffen und Antilopen gesehen. Aber gemessen an Ithala, Hluhluwe, Zululand-Rhino-Reserve und sogar den Wetlands in St. Lucia war das hier im Balule schon fast peinlich. Von Elis, Leo´s oder Geparden keine Spur, da waren wir schon enttäuscht. 😈
Trotzdem haben uns die Game-Drives gefallen, denn überhaupt die Natur und das ganze Drum Herum, das ist einfach schön. Für uns sind Antilopen, und zwar auch dann, wenn wir sie schon 100 mal gesehen haben, immer wieder eine Augenweide.
Und als Zugabe haben wir ja auch noch ein paar Löwen gehabt, und die Black Rhinos hatten wir buchstäblich vor der Nase.
Würden wir nochmals hier hergehen?
Wir wissen es nicht, denn wir kennen die anderen privaten accomodations nicht und können daher nicht vergleichen. Die Lodge selber ist toll, die Tiere sind leider sehr wenig. Ein schöner Platz ist dieses "Toro-Yaka" auf alle Fälle.
Sorry - jetzt ist das Alles viel länger geworden als geplant, aber ich habe mich bemüht, Euch unsere Eindrücke gut rüberzubringen.
Die nächste und gleichzeitig letzte Etappe unseres Urlaubs kommt beim nächsten Teil.
Bis dahin herzliche Grüße, der bayern schorsch
Teil 1408. Nov. 2012
Blyde River Canyon - Graskop 19.+20.10.2012
Die Verabschiedung auf der Toro-Yaka Lodge ist sehr herzlich. Das gesamte Team winkt uns zum Abschied, wir haben das Gefühl, dass wir gerngesehene Gäste waren.
Von der Lodge sind es cirka 5 km bis zum Gate, wir machen sozusagen unseren letzten Game-Drive und denken dabei auch an die Rhino River Lodge zurück, am Beginn unseres Urlaubs. Auch dort hatten wir 5 km bis zum Tor, und viele Tiere haben wir bei unserer Ausfahrt aus dem Reserve gesehen. Hier ist alles anders. Nichts, einfach nichts. Wie schade, nicht einmal eine Antilope hat uns auf dem Weg zum Gate begleitet. 🙁
Unser heutiges Etappenziel, der Blyde River Canyon bei Graskop. Wir fahren nach dem Balule-Gate Richtung Hoedspruit und biegen vor der Stadt auf die R527 ab. Dort geht es weiter über den Abel Erasmus Pass, eine schöne Strecke, und wir fahren ganz gemütlich dahin - wir haben ja genügend Zeit. Etwa 40 km vor Graskop, wo wir unsere zwei letzten Nächte in diesem Urlaub verbringen werden, das erste Landschaftshighlight an dieser Strecke, die "Three Rondavels":
Es wird wohl nicht viele Orte in Südafrika geben, die so easy zu bereisen sind und gleichzeitig eine so atemberaubende Landschaft bieten wie hier am Blyde River Canyon. Vom viewpoint der Three Rondavels hat man auch einen herrlichen Blick hinunter in den Canyon.
Uns gefällt es gut hier, man fühlt sich trotz der Betriebsamkeit, die hier herrscht, sehr wohl:
Diese Spots am Blyde River Canyon sind sicherlich nicht jedermanns Sache. Wenn man Pech hat, kommen schon etliche Busgruppen daher, da ist es dann vorbei mit "Beschaulichkeit".
Wir staunen immer nicht schlecht, wenn diese Scharen an Menschen auf einen Schlag ihre Fotoapparate zücken und drauflosknipsen wie die Wilden. Und in welcher Schnelligkeit das alles abläuft. Und in welcher Lautstärke. Unglaublich, man muß sowas gesehen und erlebt haben. Das ist wie eine Invasion und bei solchen Gelegenheiten wissen wir immer ganz genau, dass diese Art des Reisens nie und nimmer unser Ding wäre.
Neben den Busgruppen gibt´s aber auch einheimische Familien, die hierher einen Ausflug machen und die Leute sind außerordentlich nett und freundlich:
Bevor die Busgruppe weiterfährt sind wir schon wieder on the road. Keine 10 km weiter, das nächste Highlight, die "Bourke´s Luck Potholes", am Zusammenfluss vom Treur-River und dem Blyde-River.
Diese sonderbaren Felsformationen sind wirklich sehenswert. Die Wege sind mit kleinen Brücken, die über die Flüsse führen, verbunden, ein feiner Platz zum verweilen:
Dann hat uns die Busgruppe wieder eingeholt, wir verlassen dieses Gelände hier. Wir haben aber auch genug gesehen und wollen jetzt weiter nach Graskop in unsere Unterkunft. Die Berlin-Falls und die Lisbon-Falls lassen wir rechts liegen, das hat morgen auch noch Zeit und bald sind wir in Graskop.
Graskop, ein kleines Städtchen in Bestlage zum Blyde River Canyon, von hier sind die Wege zu den Sehenswürdigkeiten nicht weit. Aber Graskop hat seine Berühmtheit nicht ausschließlich dem Blyde River Canyon zu verdanken sondern auch den über viele Grenzen hinweg bekannten Pfannkuchen. 🤩 Dazu aber morgen mehr.
4 km außerhalb von Graskop ist unsere Bleibe: "Zur alten Mine", ein heißer Tipp von unserer Forumsfreundin Annick, hier schlagen wir unsere Zelte auf und fühlen uns in dieser Blockhütte zu 100% wohl:
Zufahrt zu unserer Unterkunft
unsere Blockhütte am See
Am Abend sind wir in der Stadt und gehen ins "Glasshouse" zum Abendessen. Gute Küche zum vernünftigen Preis, das Restaurant ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum Glück hat uns Rainer, der Besitzer von der "alten Mine" , einen Tisch reserviert.
Apropos Rainer und die "alte Mine": Rainer hat auch ein Frau, die heißt Wally. Die Beiden sind ein junges Paar, haben 4 Hunde und mindestens genauso viele Katzen und betreiben diese Unterkunft nahe Graskop schon seit einigen Jahren.
Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und viel wurde uns erzählt über Land und Leute, die Entstehung dieser accomodation und vor allem, was zwei so junge Menschen bewegt hat, aus Deutschland auszuwandern und sich hier eine Existenz aufzubauen.
Es waren interessante Gespräche, und irgendwann stellten wir dann fest, dass die Beiden hier aus unserer Gegend gebürtig sind, nämlich aus Meitingen. Gar nicht zu glauben, hab ich doch noch in diesem Jahr dort Tennis gespielt und wir sehen wieder einmal, wie klein die Welt doch ist.
Die "Zur alten Mine" Unterkunft hat 5 oder 6 Häuser, wir haben die honeymooner-Blockhütte (wie kann´s auch anders sein) bewohnt und geben diese Unterkunft als absoluten Favorit weiter.
Nicht nur gemütlich, auch in der Küche, die im Blockhaus dabei ist, ist alles da, was man für´s self-catering bräuchte, der Grill steht auf der großen Terrasse, von dort hat man einen herrlichen Blick zum kleinen Badeweiher, der direkt vor der Nase liegt. Bei schönem Wetter könnte man sogar "God´s Window", eine weitere Attraktion hier, sehen.
Kosten für die ÜN: Honeymooner-Blockhaus mit Frühstück (wird im Haupthaus eingenommen) für zwei Personen 51,-- Euro. Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.
Morgen geht´s dann "rund um Graskop", da wird dann auch geklärt, was das mit der Badewanne sein soll.
Bis dann herzlichst, der bayern schorsch
Teil 1509. Nov. 2012
Blyde River Canyon - Graskop Tag 2 am 20.10.2012
Gut haben wir geschlafen Dank dem gemütlichen kingsize-Bett, aber ein Blick aus dem Fenster lässt nichts Gutes erahnen. Bewölkt, dunkel, gewittrig, das schaut nach Regen aus.
Schnell gehen wir die paar Meter runter ins Haupthaus, der Kaffee steht schon bereit. Gemütlich ist es hier drinnen, und wir bekommen ein "fast" deutsches Frühstück serviert. Wally weiß, was die Bayern lieben:
Wir holen uns die letzten Tipps von Rainer, was man heute alles so machen soll, insbesondere im Hinblick auf dieses schlechte Wetter und bald düsen wir los zu den Lisbon-Falls. Rainer hat uns empfohlen, dort nach Holzschnitzereien Ausschau zu halten, schließlich haben wir immer noch keine Mitbringsel für unsere Kid´s zu Hause.
Ja, und dort bei den Fällen haben wir dann auch zugeschlagen. Nach zähesten Verhandlungen gingen drei Holz-Tokos über den Tresen, wunderschöne Souvenirs. Ich handle ja sehr gerne (ob gut weiß ich nicht), aber gerne auf alle Fälle. Die Dinge hier sind eh nicht teuer, trotzdem versucht man, den Bestprice rauszuholen.
Und ich denke mir schon die ganze Zeit, irgendwie sind diese Holzschnitzer hier eigentlich so richtig arme Menschen. Sind auf die Touris angewiesen, jeder handelt blöd herum, besonders die Busgruppen benehmen sich total daneben.😐 Mir ist das Ganze nicht mehr so geheuer. Mir tut der Mann dann wirklich leid, als er mich zum Ende unseres deals noch frägt, ob ich denn nicht ein paar alte Schuhe oder irgendeinen alten Pulli hätte.
Ich bin beschämt, denn mittlerweile - Afrika "erfahren" wie ich bin - kann ich sehr wohl unterscheiden, ob dieser Mann mir gegenüber das im Ernst meint oder ob er mich nur für dumm verkaufen will. Der Mann meint das ernst, und erst jetzt wird mir so richtig bewusst, wie er gekleidet ist.
Bei diesem nasskalten Wetter, das ist wirklich eine Schande, er in armseeligen Pantoffelchen, ich mit meinen Wanderschuhen von Lowa. Meine Wanderschuhe hab ich ihm nicht gegeben, aber ich habe sehr bedauert, dass wir unsere gesamte Altkleidung schon weiterverschenkt haben. Der Holzschnitzer hätte dringend was brauchen können.:(
Es regnet mittlerweile heftig und ich bemühe mich, nicht mehr all zu viel an den Holzschnitzer zu denken. Wir fahren nach Sabie, da soll´s ein Internet-Cafe geben, wo wir mal wieder e-mails mit zu Hause quecken könnten.
Kurz vor Sabie kommt Klein-Sabie, eine Ansiedlung oder auch Vorort von Sabie:
Ein Internet-Cafe finden wir keines, das Wetter ist nach vor gleich bescheiden und wir beschließen, uns etwas Gutes anzutun. Wir fahren zurück nach Graskop und statten "Harrie´s Pancake Shop" einen Besuch ab.
Mittlerweile war es 13.00 Uhr, das Lokal war brechend voll, und wir wurden auf die Warteliste notiert. Zwanzig Minuten, so wurde uns gesagt, wird´s wohl dauern. Damit ist Zeit genug für uns um beim Graskop-Hotel mal kurz reinzuschauen. Superfreundliche Leute an der Rezeption, wir dürfen sofort ein Zimmer sehen und können uns überzeugen, dass unser Reiseführer recht hat, wenn er schreibt:
"Graskop Hotel, überraschend stilvoll, eine der hübschesten Unterkünfte, von außen hässlich, aber im Inneren sehr elegant und stilvoll."
Dem können wir zustimmen, aber das hilft alles nichts, jetzt will ich meine Pfannkuchen.😉
Ein kleiner Tisch ist mittlerweile frei bei Harrie´s und das, was wir dort serviert bekommen, kann sich schon sehen lassen - eine wirkliche Delikatesse:
(der war besonders lecker !!!)
Was jedoch wäre Graskop und der Blyde River Canyon, wenn man nicht auch Pilgrim´s Rest besuchen würde. Grad bei diesem Mistwetter bietet sich das ja regelrecht an. Ich zitiere unseren Reiseführer wie folgt:
"35 km nördlich von Sabie in einem Tal verborgen liegt Pilgrim´s Rest, ein fast zu perfekt restaurierter Bergbauort und eine unwiderstehliche Anlaufstelle für Reisebusse. Die Ansammlung von Wellblechbauten mit roten Dächern, die historische Bank, die Tankstelle mit den Treibstoffpumpen von vor 1920 und das atmosphärische Royal-Hotel mit seinen viktorianischen Antiquitäten lassen diesen Ort zweifellos sehr fotogen erscheinen."
Und da fällt mir doch beim Lesen dieser Zeilen unser Forumsfreund Casimodo mit seiner Esmeralda ein. Die haben doch im Royal-Hotel übernachtet, oder nicht?
Für uns eine klare Sache, wir wollen wissen, wie Casimodo und Esmeralda ihr Haupt betten. Und wir können uns überzeugen, schön und eigenwillig, dieses Royal Hotel, und wir hatten mit dem Portier einen mord´s Spaß, als wir ihm das alles erklärten, wieso uns sein Hotel so interessiert:
Gleich neben dem Hotel ist eine Bar. Sensationelles Ambiente, wir genehmigen uns einen Grappa und dazu ein Bierchen. Man fühlt sich in ganz ganz alte Zeiten versetzt, als Pilgrim´s Rest noch ein Goldgräber- und Bergbauerndorf war
Nach dem Barbesuch schauen wir uns noch das Postamt in Pilgrim´s Rest an. Ein sehr interessante Angelegenheit:
Übrigens hatten wir keinerlei Probleme mit den Autowäschern. Man ist ja vorgewarnt und konnten uns gut "durchmogeln". Allerdings waren auch kaum Autowäscher unterwegs, selbst denen war anscheinend das Wetter zu schlecht.
So war das, an diesem zweiten Tag hier. Viel haben wir gesehen, viel haben wir erlebt. Beim Zurückfahren in unsere Unterkunft fragen wir uns, wie es sein kann, dass uns dieses wirklich schlechte Wetter eigentlich völlig egal war. Zu Hause wären wir wahrscheinlich nach zwei Stunden grantig geworden, hier ist das Alles ganz anders. Die vielen Eindrücke, diese ganz andere Welt, es ist einfach genial.
Zu Hause in unserer honeymooner-Blockhütte heizen wir unseren offenen Kamin an. Rainer hat uns Feuerholz gebracht, und bald macht sich eine wohlige Wärme breit. Eigentlich wollen wir gar nicht weg, aber der Hunger treibt uns dann doch noch in die Stadt, wir gehen ins "God´s Windows Restaurant", wo wir die einzigen Gäste sind. Wir essen allerdings ganz vorzüglich, zahlen einen ganz kleinen Preis und können uns mit der Bedienung, eine Verwandte des Chef´s, hervorragend unterhalten. Sie sitzt bei uns am Tisch, zu tun hat sie eh nichts und wir erfahren wieder viel über Land und Leute.:)
Und morgen, ja morgen geht´s dann zurück nach Johannesburg zum Airport. Aber eben erst morgen. Und dann ist es auch Zeit für ein kleines Fazit.
Bis dann, der bayern schorsch
Teil 1610. Nov. 2012
Rückreise nach Johannesburg, unser letzter Tag in diesem Urlaub 21.10.2012
Bei Wally und Rainer lassen wir uns das Frühstück gut schmecken. Wir haben ja Zeit, unsere Maschine mit der South African Airways startet erst abends um 21.00 Uhr ab Johannesburg.
Wir wären heute gerne noch zu "God´s Windows" gefahren, es soll dort sehr schön sein. Aber auch heute war das Wetter nur unwesentlich besser als gestern, und auch Rainer meinte, wir können uns den Weg dorthin schenken.
Also machten wir uns langsam aber sicher auf die Socken, die Strecke bis nach Johannesburg sind immerhin 368 km. Der Abschied fällt uns nicht so leicht, zu wohl haben wir uns hier gefühlt. Aber man kommt ja vielleicht irgendwann mal wieder, wobei man sich das immer vorsagt, wenn man solch schöne Orte verlässt.
Eigentlich hatten wir ursprünglich vor, über den Long Tom Pass zu fahren. Auch das lassen wir und über die N4 geht es flott voran Richtung Joburg. Nelspruit, Belfast und Witbank sind die Orte, die wir passieren, und bei Witbank biegen wir ab auf die N12 Richtung O.R. Tambo international Airport.
Ein paar Stunden sind wir schon unterwegs, und bei Ogies, das ist ca. 60 oder 70 km von Johannesburg weg , verlassen wir die Autobahn. Wir brauchen dringend eine Buschtoilette, und eine kleine Pause kann nicht schaden.
An der Abfahrt von der Autobahn sehen wir eine große Tafel mit der Aufschrift: "Congress Center" 300 Meter. Ah ja, da könnt´s doch leicht was zum Essen geben, und 300 Meter, das ist ja nun wirklich keine Strecke. Also nichts wie hin, allerdings sind die 300 Meter keine 300 Meter sondern mindestens 3 km, und es zieht sich ganz schön. Den Namen dieser accomodation wissen wir nicht mehr, es ist so eine Art Tagungszentrum mit Übernachtungsmöglichkeiten.
Irgendwie ist uns ein wenig mulmig, wir wissen nicht, was uns erwartet und nehmen uns vor, sofort das Weite zu suchen, sobald die Situation brenzlig wird und der erste Räuber um die Ecke schießt. Schließlich sind wir ja in der Nähe von Joburg, und man hört immer wieder die tollsten Storys.😃 🤩 🤩
Aber ganz im Gegenteil, eine junge Wirtin kommt uns entgegen und bedauert sehr, dass sie uns nichts anbieten kann, sie hat heute eine geschlossene Gesellschaft im Haus. Lediglich an der Bar können wir was trinken, aber zum Essen kann sie leider nichts anbieten. Hm, das ist natürlich schade, denn das Lokal macht einen sehr netten Eindruck.
Wir setzen uns an die Bar, ein kleines Windhoek Lager, das ist doch besser als gar nichts, und zu essen bekommen wir bestimmt am Flughafen auch noch eine Kleinigkeit, bevor der Flieger abhebt.
Da dauert es keine 5 Minuten und die junge Wirtin erklärt uns, der "Chef" der Gesellschaft habe uns beobachtet beim Reingehen - also wenn wir wollen, wir können gerne uns am Braai bedienen, es wäre kein Problem, und es ist auch genügend da. 🙂 Das lassen wir uns nicht zwei Mal sagen, und im Nu wird für uns neben dieser rund 30-köpfigen Gruppe ein kleiner Tisch eingedeckt.
Die Wirtin begleitet uns ans Buffet, erklärt uns die verschiedenen Gerichte, draußen wird gegrillt, und wir sind inmitten einer zünftigen südafrikanischen Partygesellschaft. Lustig ist das, und wir werden studiert, und zwar von unten bis oben. Anscheinend machen wir aber einen guten Eindruck, denn alle lachen uns zu und wir werden richtig "ermuntert", ja kräftig zuzulangen.
Man stelle sich mal so eine Situation hier bei uns in Deutschland vor. Undenkbar!
Hier geht das alles reibungslos und wir haben den Eindruck, dass unser "Auftritt" den Leuten irgendwie gefallen hat. Das Essen war gut, wir schauen, dass wir weiterkommen und die Wirtin bringt die Rechnung:
"Ein Bier, ein Glas Weißwein, 25 Rand , und für das Essen brauchen sie nichts bezahlen, sie sind von der Gesellschaft eingeladen. "
Ja was sagt man denn dazu. Wir sind angesichts solcher Gastfreundschaft einfach nur platt und sprachlos. Man weiß in solchen Situationen ja gar nicht, wie man sich verhalten soll! Und weil wir´s nicht wissen, nehmen wir diese Einladung gerne an. Wir freuen uns sehr darüber und wünschen der Gesellschaft noch einen schönen Tag. Was für ein Erlebnis!
Das war das Tagungszentrum, aber wie gesagt, leider wissen wir den Namen nicht mehr:
Bald sind wir am O.R. Tambo, die Autorückgabe bei Hertz verläuft völlig problemlos. Unser KIA Sportage war für uns ein klasse Auto. Der wirklich superfreundliche Mann von Hertz ist mit uns sogar noch zur Tankstelle am Flughafen gefahren.
Er meinte, bis wir da wieder den Weg hierher in die Tiefgarage des Flughafens finden, fährt es lieber mit uns. Ein toller Service.:)
Pünktlich startet unsere Maschine. Es geht wieder nach Hause.
Fazit:
Wir waren in Namibia, wir waren in Botswana, wir waren zu einer Stippvisite in Simbabwe, und jetzt waren wir knapp drei Wochen in Südafrika. Vergleichen kann man sowieso nicht, zu unterschiedlich sind die Länder, aber alles ist Afrika. Wie grandios waren diese unglaublichen Weiten in Namibia, wie atemberaubend war für uns die Tierwelt in Botswana am Chobe River, und wie vielfältig war dieser Urlaub jetzt in Südafrika.
Dieser Kontinent, der so fern und doch so nah ist, der hat uns regelrecht "verzaubert". Wir könnten morgen schon wieder die Koffer packen, es gäbe noch so viel zu entdecken.
Hier ein ganz kurzes Video, um die Sehnsucht nach Afrika noch zusätzlich anzuheizen: