Wilderei in Afrika

12 Antworten · 3'162 Aufrufe · gestartet 08. Sept. 2012 von Elchontherun
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Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200908. Sept. 2012 · #1
Hallo zusammen,

diesen Artikel

http://www.welt.de/vermischtes/article109102625/Der-harte-Kampf-gegen-die-brutale-Nashorn-Mafia.html

habe ich gerade gelesen und bin total entsetzt......, mir fehlen die Worte!
Die Wilderei ist ja nichts Neues, aber diese Dimension.....? Einfach nur schrecklich!! Das wird wohl nie aufhören, leider.

Ein schönes Wochenende wünscht
Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
3'700 Beiträge · seit 200908. Sept. 2012 · #2
Vielleicht möchte jemand den Verein Go-for-Rhino mit einem Mitgliedsbeitrag von nur 12,00 € im Jahr zu unterstützen. Der Verein ist von einem Fomi gegründet worden und bereits mehrfach wurden Spendengelder nach SA transferiert.

Gruß Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
4'451 Beiträge · seit 200808. Sept. 2012 · #3
Elchontherun schrieb:Hallo zusammen,

diesen Artikel

http://www.welt.de/vermischtes/article109102625/Der-harte-Kampf-gegen-die-brutale-Nashorn-Mafia.html

habe ich gerade gelesen und bin total entsetzt......, mir fehlen die Worte!
Die Wilderei ist ja nichts Neues, aber diese Dimension.....? Einfach nur schrecklich!! Das wird wohl nie aufhören, leider.

Ein schönes Wochenende wünscht
Elch
Hallo Elch,
es ist wirklich schlimm was man da so ließt. 🙁 , Dennoch vielleicht ist doch , wenigstends in Botswana ein wenig Hofnung. 🙂

http://www.huntingreport.com/worldupdate.cfm?articleid=594

Liebe Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
5'538 Beiträge · seit 200809. Sept. 2012 · #4
Liebe Freunde,

ich bin da leider, leider sehr pessimistisch. Die Wilderei wird nicht nur professionell betrieben von Berufsjägern, sondern die Wilderer sind auch ausgerüstet, wie es sich die Staaten im südlichen Afrika nicht leisten können. Die Wilderer haben nicht nur die in dem Artikel geschilderten medizinischen Betäubungsmöglichkeiten, sondern sie haben auch Helikopter, schwere Landtransportausrüstung für den Abtransport und (100.000?) Helfer auf allen Bevölkerungsebenen.

Die "Schützer" sind Idealisten, meist schlecht ausgerüstet und in ständiger Lebensgefahr - nicht nur sie selbst, sondern wie zu lesen war auch deren Familien. Dazu verdienen sie viel zu wenig und sind ständig der Versuchung ausgesetzt, weil sie sehen, was man als Wilderer verdienen kann. All das hält viele Menschen davon ab, sich aktiv für den Kampf gegen die Wilderer einzusetzen.

Hilfe kann es da meines Erachtens nur von den "Abnehmer"-Staaten geben. Solange dort nicht so streng wie bei Drogen kontrolliert wird (weil die Kontrolleure das Pulver ja selbst nehmen), solange sehe ich nur wenig Chancen.

Lieber Elch, danke für den Artikel.

Nachdenkliche Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200909. Sept. 2012 · #5
Hallo Gerd,

ja, genauso wie Du sehe ich es auch! Die Initiative, die Butterblume da anspricht, finde ich ja gut, aber ich denke, da rennt man gegen Windmühlen......,
auch dadurch wird sich leider gar nichts ändern.

Liebe Grüße,
Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
143 Beiträge · seit 200910. Sept. 2012 · #6
Hallo zusammen,

die Jagd nach dem Horn der Nashörner ist medienwirksam und schreckt uns auf; dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass der Fleischhunger in Afrika um einiges größer ist; Wilderei als solches bleibt ein ernst zunehmendes Problem, gerade dann, wenn es sich "nur" um ein Warzenschwein oder ein Steinböckchen handelt, meint Steenbok
5'538 Beiträge · seit 200810. Sept. 2012 · #7
Lieber Steenbock,

da hast Du sehr Recht. Aber das bekommt man nur mit, wenn man hier wohnt und die hiesigen Zeitungen liest. Für eine Zeitung in Deutschland ist das doch keine Nachricht, noch nicht einmal ein Lückenfüller.
Aber dieses Thema ist noch viel vielschichtiger. Denn wenn man sich einmal die Gründe für die Fleischwilderei überlegt (und da muss man eigentlich zurück bis in die "Vorweißenzeit gehen), wenn man sieht, wer da alles immer und immer wieder dabei ist (Polizeibeamte gehören zu den Haupttätern), wie unterschiedlich die Behandlung von Wilderern ist (von mildesten Kautionen bis zu drastischen Strafen), dann ist das einen eigenen Thread wert. Nur - so befürchte ich - wird der wieder so emotionsgeladen sein, dass ich vorsichtshalber schon jetzt sage, dass ich da nicht mitmachen werde.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
649 Beiträge · seit 200710. Sept. 2012 · #8
Hallo,

ich denke, es ist völlig utopisch, die Wildtiere schützen zu wollen, wenn die benachbarte Bevölkerung hungert. Dieser Teil der Fleischwilderei dient dazu die eigenen Kinder zu ernähren - und da würde mich auch keine Aufklärung oder noch so gut ausgerüstete Ranger abhalten können....

Ein ganz anderes Thema sind die Menschen, die aus Prestigegründen Tiere töten oder mit tierischen Körperteilen, die zum Pech der Tiere entgegen der Shcwerkraft wachsen, die Potenz aufbessern müssen. Das macht mich immer wieder fassungslos. Aber: Wenn man etwas über die gesellschaft lernen will, dann muß man nur schauen, wie die Tiere von ihr behandelt werden. Und das ist ein Maßstab, der in den meisten Nationen ein ziemlich mieses ergebnis liefert...

elli
5'538 Beiträge · seit 200810. Sept. 2012 · #9
Hallo Elli,

eigentlich wollte ich dieses Thema in Elchs Thread ja nicht auswalzen, aber auf einen Punkt muss ich eingehen:

Dieser Teil der Fleischwilderei dient dazu die eigenen Kinder zu ernähren - und da würde mich auch keine Aufklärung oder noch so gut ausgerüstete Ranger abhalten können....

Da könnte ich Dir Recht geben. Nur sind die meisten Wilderer hier "Berufswilderer", die das Fleisch nicht selbst verzehren oder es ihren Verwandten oder ihrem Stamm zukommen lassen, sondern die es verkaufen. Und das hat mit Deiner Argumentation wenig zu tun.

Liebe Grüße
Gerd
143 Beiträge · seit 200910. Sept. 2012 · #10
@ Giraffenmog:

sicherlich hast Du da Recht, aber dennoch bleibt Wilderei eben auch Wilderei (also unter Umgehung "fremden" Jagdrechts Wildtieren nachzustellen und sie der Wildbahn dann zu entnehmen) - aus welchen Gründen das dann erfolgt, mag ja mehr oder weniger tolerierbar sein. dennoch halte ich es für verkehrt (und auch für ein falsches Signal) hier mit zweierlei Maß zu messen.

Fakt ist jedoch auch, dass Fleisch nicht täglich auf dem Speiseplan stehen "muss" und auch dort tlw. zu ersetzen ist, denken wir z.B. an Fisch und Milch(-produkte). In anderen Kulturen kommt man auch mit "wenig" Fleisch aus.

Haben jedoch wilde Tiere gar keinen "Wert", werden sie auch nicht geachtet, bzw. entsprechend in notwendiger "Stückzahl" geduldet, bzw. erhalten.

Insgesamt ein leidiges Thema, wo die Emotionen immer schnell "hochkochen", insoweit hat Gerd1942 die "Diskussionsseite" ja bereits angesprochen.
649 Beiträge · seit 200710. Sept. 2012 · #11
Äh... Leute.... Die Überschrift dieses Threads lautet Wilderei in Afrika!
Ich glaube eigentlich nicht, dass Berufswilderer Zimbabwe von Wildtieren leer geräumt haben.

Und: Bitte etwas genauer lesen. Ich rufe nicht dazu auf, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Ich sage lediglich, dass ich 1. die Wilderei aus Hunger verstehen kann und 2. es völlig irrational ist, Wildtiere schützen zu wollen, wenn die Bevölkerung ausserhalb der Zäune hungert.

@steenbock
Deine Argumentation mit "es muß nicht täglich Fleisch auf dem Speiseplan stehen" kommt mir vor wie das Marie-Antoinette zugeschriebene Zitat "Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen". Ich glaube kaum, dass jemand wildert um seine Familie zu ernähren, wenn andere legale Alternativen zur Verfügung stehen. Um Milchprodukte herstellen zu können, müssen erst mal Rinder oder Ziegen da sein. Ich glaube, der Lebensstandard, den Du bei diesen Zeilen im Hinterkopf hattest liegt eine Dimensionen über dem, von dem ich rede...

Und nein: Tiere haben als Lebewesen keinen Wert - sondern nur als Besitz. Ist bei uns gesetzlich ebenfalls nicht anders geregelt. Soll nicht heissen, dass ich das besonders gut finde... Aber wenn selbst Europa es nicht hinbekommt, einem Tier Rechte als lebendes Wesen einzuräumen - wie soll das dann in Afrika möglich werden, wo ein Menschenleben noch deutlich weniger zählt als hier?
143 Beiträge · seit 200910. Sept. 2012 · #12
out of topic:

@ giraffenmog:

ich weiß zwar nicht wo bei Dir "bei uns" ist, aber ich empfehle mal einen Blick in das Bundesjagdgesetz, z.B. § 2 Liste der jagdbaren Tiere...; (ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung)...

ansonsten: Gerd1942 hat recht, das driftet hier bereits völlig ab...
649 Beiträge · seit 200710. Sept. 2012 · #13
Gute Idee - schauen wir doch mal in das Gesetz ... und gehe vielleicht noch ein bisschen tiefer und lassen Juristen die geänderten Gesetztestextes interpretieren. Tiere sind hier in Deutschland nicht besonders weit von Sachen entfernt. Ziatat Wikipedia:
"Neu eingefügt wurde § 90a BGB, der besagt, dass Tiere keine Sachen sind und durch besondere Gesetze geschützt werden. Allerdings sind auf Tiere weiterhin dieselben Vorschriften anzuwenden, die auch für Sachen gelten, soweit im Gesetz nicht etwas anderes bestimmt ist."



Und zur Wertung zitiere ich noch mal Wikipeadia:
"Den Grünen ging das Gesetz nicht weit genug. In der zweiten Lesung bezeichnete Charlotte Garbe den Entwurf als „eine beschämende Karikatur dessen, was die Tierfreunde in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahren gefordert haben“ und sprach von einer „kosmetischen Anpassung des BGB“.

Auf teilweise harsche Kritik stießen einige der Änderungen in der Rechtswissenschaft. So beschrieb Helmut Heinrichs den § 90a BGB als eine „gefühlige Deklamation ohne wirklichen rechtlichen Inhalt“.[11] Othmar Jauernig hebt insbesondere die Inhaltslosigkeit von § 90a Satz 2 BGB hervor und weist darauf hin, dass dessen Banalität von § 903 Satz 2 BGB sogar noch übertroffen würde.[12] Karsten Schmidt befasste sich anlässlich des Gesetzentwurfes karikierend mit der Frage, ob Hunde Plastiktüten seien"

Und noch was: DU mußt nicht mitdriften, wenn Du nicht willst.... Jetzt bin ich mal gespannt, ob der Wunsch nach dem letzten Wort oder der Wunsch nach der Themenbezogenheit dieses Threads die Oberhand gewinnt.
zuletzt bearbeitet 10. Sept. 2012