Potje

19 Antworten · 7'301 Aufrufe · gestartet 20. Okt. 2006 von ambrosius
Antworten
Themenstarter42 Beiträge · seit 200620. Okt. 2006 · #1
Trotz der Eingabe des Begriffs Potje bin ich nicht richtig fündig geworden.
Hat denn schon jemand den Potje auf seiner Reise wirklich benutzt? Dauert die Zubereitung am Abend nicht zu lange?
Wir sind mit 8 Personen unterwegs, da würde sich das eigentlich anbieten.
181 Beiträge · seit 200620. Okt. 2006 · #2
Hallo Ambrosius,

aber immer - auch wenn nicht jeden Abend ein großer Eintopf gekocht wurde. Wir haben den Potje auch für solch profanen Dinge wie Pellkartoffeln benutzt. Ich hoffe doch nicht, dass er dadurch entweiht wurde 😗. Der Potje hat den Vorteil, dass man ihn aufs Feuer stellen kann - der Ruß fällt dort nicht so auf wie auf den Blechdingern;)
Allerdings ist das Saubermachen hinterher immer eine Riesen(!)schweinerei. Vielleicht hat da ja jemand einen Tipp??

LG
Impala
168 Beiträge · seit 200621. Okt. 2006 · #3
Hallo Ambrosius,
du musst unter Potjie suchen, dann solltest du etwas finden.
Wir finden ihn auf jeden Fall unentbehrlich auf unseren Reisen.
Wenn du einen grossen Potjie verwendest, sollten 8 Personen satt werden, je nachdem, was du zubereitest.
Das Reinigen finde ich eigentlich nicht sehr schlimm. Nach dem Essen setze ich den Topf mit Wasser gefüllt wieder auf die Glut, mit dem warmen Wasser und Stahlwolle wird er dann gereinigt und mehrmals mit Wasser ausgespült.
Danach stelle ich ihn wieder zum Trocknen auf die Glut. Auf keinen Fall Spülmittel verwenden, wie bei einer normalen gusseisernen Pfanne.
Ein paar Rezept für den Potjie haben wir auf unserer Homepage.

Buschrezepte

Viele Grüsse
Christian
Fotofeeling - Reisefotografie und mehr
7'272 Beiträge · seit 200621. Okt. 2006 · #4
Hallo Ambrosius

Wir nutzen zwar nicht einen "richtigen" Potjie sondern verwenden einen gusseisernen "Flat Bottom Pot". Diesen aber fast jeden Tag. Ab und zu kaufen wir ein ganzes Fillet (1 - 1.5 kg) und zerschneiden das je nach Grösse in mehrere Teile. Das Mittelstück gibt jeweils einen rosa Braten am Stück. Angebraten bei grosser Hitze im Pot und dann mit Oberhitze (Kohlen auf dem Deckel) fertig gegart.
Der Rest des Fillets wird in grössere Würfel geschnitten oder geschnezelt dann mariniert und in Zip-Säckchen gegeben. Das Hält sich so im Kühlschrank ein paar Tage.
Das Geschnezelte wird schnell angebraten abgeslöscht und mit Pilzen, Zwiebeln etc. zu einem leckeren Gericht mit viel Sause geckocht (Fleich nicht zu lange kochen oder rausnehmen und erst kurz vor Schluss wieder zugeben). Dazu Teigwaren, Smash oder Reis.
Das gewürfelte Fleisch wird scharf angebraten und aus dem Pot genommen. Dannach kommen diverse Gemüse (Butternut-Kürbis, Kartoffel, Karotten, Zwiebel, Knoblauch oder was halt da ist) in den Pot und werden mit Wasser oder Wein gekocht. Ganz zum Schluss kommt das Fleisch wieder dazu und vielleicht noch ein wenig Tomate. Zum würzen verwenden wir gerne Curry, Chutney, Chilis und die von zu Hause mitgebrachte Brühe (wir haben in Namibia noch keine Brühe gefunden die uns schmeckt).
Wichtig bei unseren Zubereitungsarten, ist dass das Fleisch nicht zu lange gekocht wird. Dazu ist ein Fillet einfach zu schade. Die kleinen Stücke werden deshalb nur kurz angebraten und kommen erst am Schluss weder zum Gericht dazu.

Ab und zu machen wir auch mal ein Brot im Pot. Natürlich auch wieder mit viel Oberhitze und wenig Hitze von unten. Wenn es zu viel Unterhitze hat, verbrennt es in der Gusspfanne sehr leicht.

Es ist unser wichtigste Pfanne und wird praktisch jeden Tag verwendet. Immer auf Feuer aus Holz oder Briketts. Wenn es schnell gehen soll nehmen wir Briketts und machen z.B. Spagetti.

Nach dem benutzen einfach Wasser aufkochen, mit einer Drahtbürste ausreiben und mit klarem Wasser ausspülen. Zum Schluss wieder gut einölen.

Hier nochmals das Foto das viel Anklang gefunden hat 🙂
[bild: 53424]
Herzliche Grüsse u ne guete
Chrigu

P.S. Im Februar haben wir das Treffen im Berner Oberland, da kocht Carsten Möhle und auch ich werde mich an einem Pfänchen versuchen. 🤢<br><br>Post geändert von: chrigu, am: 21/10/2006 08:55
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
1'125 Beiträge · seit 200621. Okt. 2006 · #5
Hallo, Ambrosius,
auch wenn andere schon fast Erschöpfendes geantwortet haben: Ich benutze seit Jahren einen Dreifuß- Potjie Pot - aber nur, wenn ich nicht alleine bin, sonst lohnt sich das nicht. Es gibt wunderschöne Kochbücher in SA - nur für PP-Rezepte. Kauf Dir eines, lies alles durch, klappe das Buch zusammen und komponiere aus der Erinnerung ein eigenes Menu zusammen. Wichtig ist nur, dass Du alle Zutaten in Schichten anordnest. Ansonsten geht alles! Und lass Dir Zeit. Zwei, drei Stunden solltest Du Dir nehmen, sonst wird es Murks. Und wenn das Gusseisen mal warm oder heiß ist, brauchst Du auch nur einen kleinen glühenden Ast unter dem Topf (nicht mehr!) - und eben ein wenig Geduld.
Mir läuft, wenn ich das schreibe, das Wasser im Munde zusammen ...
Guten Appetit!
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
140 Beiträge · seit 200631. Okt. 2006 · #6
Nachdem "die potjie" nun geklärt ist, hänge ich hier für die Potjie-Freaks eine Lesefrucht an zu dem, was denn hineingetan werden soll oder kann:

We travelled light on the occasions of the little hunting trips, and, except for some tea and a very little flour and salt, took no food. We lived on what we shot and of course kept ‚hunter’s pot.‘
Hunter’s pot is a perpetual stew; you make one stew, and keep it going as long as necessary, maintaining a full pot by adding to it as fast as you take any out. Scraps of everything go in; any kind of meat – buck, bird, pig, hare – and if you have such luxuries as onions or potatoes, so much the better.. To make the soup strong the big bones are added – the old ones being fished out every day and being replaced by a fresh lot. When allowed to cool it sets like brawn, and a hungry hunter wants nothing better.

„Jock of the bushveld“

Guten Appetit, guten Hunger - stay plucky, folks! Für gut drei Wochen geh ich mal nach ZAR, ehe dort die Saison beginnt.
olle Peter
You have to know where the places are you should be at! That\\\'s what Oom Schalk Lourens taught us ...
1'910 Beiträge · seit 200602. Nov. 2006 · #7
ambrosius schrieb:
Trotz der Eingabe des Begriffs Potje bin ich nicht richtig fündig geworden.
Hat denn schon jemand den Potje auf seiner Reise wirklich benutzt? Dauert die Zubereitung am Abend nicht zu lange?
Wir sind mit 8 Personen unterwegs, da würde sich das eigentlich anbieten.
Hallo, schau mal hier, da bekommst Du einiges an Info.

http://www.camp-oven.de/assets/s2dmain.html?http://www.camp-oven.de/

Klaus
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
413 Beiträge · seit 200602. Nov. 2006 · #8
Habe da mal ne bloede;) , aber vielleicht praktische Frage.
Lasst ihr das potje in Namibia zurueck oder nehmt ihr es mit nach Hause und so ja, wie? Ist ja reichlich schwer!
Gruss Kitty
0
1'036 Beiträge · seit 200602. Nov. 2006 · #9
Hallo Toko

Es lohnt wohl kaum den Pott nach D zu bringen , es sei denn du bist oft " Outdoor "

Abnehmer findest du bei den Eingeborenen genug und du sparts dir das Geld für Übergewicht beim Flug.

Grüsse Georg
HOME mit Afrika Links http://www.dersofaladen.de/home/ www.dersofaladen.de
183 Beiträge · seit 200602. Nov. 2006 · #10
Also wir haben einen Potje mit nach Hause genommen und auch schon ganz tolle Sachen gekochtImHolzkohlengriller am Balkon .Ein Gulasch da drinnem😄 EIN TRAUM .Auch Brot haben wir schon gemacht.
und wenn wir campen gehn ist er auch dabei! Als Handgepäck mitgenommen, war kein Problem
LG
Elisabeth
Namibian-Life- Travel, ihr Partner im südlichen Afrika namibian-life-travel@iway.na Wir helfen gerne bei Anfragen und bearbeiten Routen nach Ihren Wünschen http://www.namibian-life-travel.com
7'272 Beiträge · seit 200602. Nov. 2006 · #11
Georg schrieb:
Es lohnt wohl kaum den Pott nach D zu bringen , es sei denn du bist oft " Outdoor "
Wenn Du ihn hier nicht brauchst, findest Du bestimmt abnehmer 😎 und sonst kannst Du ihn immer noch mit Sand füllen, einige Samen, trockene Früchte, Steine etc. reintun und das Ganze als Dekoelement verwenden.
Wir haben ihn ins normale Gepäck gepackt. Das hat prima geklappt.

Gruss Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
136 Beiträge · seit 200613. Dez. 2006 · #12
Guten Abend Chrigu

Deine Ausführungen von diesem speziellen Kochtopf wecken Essens-Gelüste. Kannst Du uns noch verraten, wo in Windhoek wir so einen Pot kaufen können?

P.S. Unsere Vorbereitungen gehen dem Ende entgegen, das Auto wird anfangs Januar verschifft und anfangs Februar fliegen wir.

Das Forum ist echt spitze und hat mir beim Planen der Reiseroute sehr viele Inputs gegeben. Vielen Dank an Alle.

Gruss Sonja
7'272 Beiträge · seit 200613. Dez. 2006 · #13
Hallo Sonja

Potjes kannst Du in vielen Shoppingcentren (z.B. Wernhill aber auch in kleinen) kaufen. Wir haben unseren aus dem Cymot. Da haben Sie ein grosses Angebot.

Viel Vergnügen mit Eurer Reise und natürlich "a guete".

Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
140 Beiträge · seit 200613. Dez. 2006 · #14
Wir sahen eine gute Auswahl - groß, mittel, klein, schwarz und silbern, mit 3 Beinen und ohne (zur Verwendung auf dem Dreifuß, auf dem auch andere Geräte/Behälter verwendet werden) - im Gustav Voigt Shopping Centre. Da kommt man nahezu automatisch vorbei, wenn man in Windhuk/hoek promeniert.
You have to know where the places are you should be at! That\\\'s what Oom Schalk Lourens taught us ...
1'125 Beiträge · seit 200613. Dez. 2006 · #15
Hallo, Ihr Potjie-Liebhaber!
Ich hab's natürlich etwas besser (unverdient!), weil meine Schwester in SA wohnt: mein Potjie Pot ruht dort und wird jedes Jahr zum Leben erweckt. Aber will man ein Jahr warten? Ein Tipp: Es gibt bei 'manufactum' einen gusseisernen Topf, der genau wie ein PP konstruiert ist - nur eben ohne Dreifuß. Stattdessen eine glattgeschliffene Unterseite, so dass er auf jeden mitteleuropäischen Elektroherd passt. Und das Ergebnis ist wie dort und schmeckt genauso (vom Ambiente mal abgesehen). Man kann so die Monate überbrücken - und eigene Rezepte ausprobieren.
Guten Appetit!
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
1'125 Beiträge · seit 200613. Dez. 2006 · #16
Nachtrag zum Potjie Pot:
Es gibt nicht nur verschiedene Größen, sondern auch verschiedene Ausführungen. Es gibt die rustikale Version aus den vorigen Jahrhunderten (also reines Gusseisen), aber auch innen beschichtete Exemplare. Ich habe mir letzteres in SA gekauft - und bin von manchen mitleidig belächelt worden. Aber wenn man als Camper unterwegs ist, hat man (habe ich) keine Lust, unendlich zu schrubben. Ich empfehle, einen beschichteten PP zu kaufen, man muss halt beim Reinigen etwas vorsichtiger sein.
Noch ein Tipp für Botswana-Fahrer:
Legt als letzte Fleischschicht Zunge von Ecco (das ist die beste Marke von Fleischkonserven in BT) drauf. Himmlisch!!!
Nochmals: Guten Appetit!
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
571 Beiträge · seit 200614. Dez. 2006 · #17
Für ( Leute solltest Du den Potje Nr. 10 kaufen. Ansonsten: Wie anderes GFussgeschirr auch, bitte kein! Spülmittel zum Putzen. Am Besten gar nicht viel putzen, sondern nur die Reste mit Wasser lösen, etwa auskratzen, leicht einölen und fertig.

Zu den Rezepten u.a. von Chrigu noch eine Empfehlung, die wir jetzt mehrfach ausprobiert haben: Coq au vin, der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt, geht wunderbar mit den Hühnerbeinchen, die man dort sehr günstig und im "letzten" Einfachsupermarkt erhält (im Gegensatz zu gutem Rinder- oder Wildfleisch, das nicht immer und überall erhältlich ist).

Übrigens, Potjes gibts inzwischen auf den deutschen Tourimessen wie CMT in Stuttgart zu kaufen. Es ist aber m.W. auch keine afrikanische Erfindung, ähnliche Gußtöpfe gibts wohl überall auf der Welt, traditionell auch in Europa. Wer Potje mag und ein Originalsouvenir nicht mitschleppen möchte, kann eigentlich hier auch nahezu jeden rustikalen Gußtopf ähnlich verwenden.

Auf eine Elektroherdplatte würde ich ihn für längere Zeit nicht stellen, es fehlt der richtige Boden, das Guss wölbt sich mit der Zeit. Und einen beschichteten würde ich nie! nehmen, das ist kein Gussgeschirr - aber da bin ich etwas puritanisch, kann jeder machen, wie er/sie will.

Guten Appetit!

Steinbeisser
136 Beiträge · seit 200614. Dez. 2006 · #18
@ Chrigu, steinbeisser, WolffRuediger

herzlichen Dank für die vielen Tipps.

Gruss Sonja
100 Beiträge · seit 200614. Dez. 2006 · #19
Hallo an alle,

Ihr könnt auch erstmal beim Autovermieter nachfragen, unserer konnte uns einen leihen ( Hubert Hesters). ich denke, er ist bestimmt nicht der Einzige !

Liebe Grüße,

Sandra
Tr&auml;ume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum !
140 Beiträge · seit 200614. Dez. 2006 · #20
Für die Potjie-Freaks, die ja gar nicht so wenige zu sein scheinen, hab ich mal noch drei Bilder in mein Fotoalbum gestellt.

[bild: 56654]<br><br>Post geändert von: peter, am: 14/12/2006 21:09
📎 _bild__56654_.[bild: 56654]
📎 _bild__56654_.[bild: 56654]
📎 _bild__56654_.[bild: 56654]
📎 _bild__56654_.[bild: 56654]
📎 _bild__56654_.[bild: 56654]
You have to know where the places are you should be at! That\\\'s what Oom Schalk Lourens taught us ...