Ebola Ausbruch im Kibaale-Distrikt...

50 Antworten · 21,5k Aufrufe · gestartet 28. Juli 2012 von ochim1103
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79 Beiträge · seit 201028. Juli 2012 · #3
Sorry Achim, hatte zunächst gar nicht bemerkt, dass dein „Posting“ ein „link“ war; dann hätte ich gar nicht suchen brauchen, steht ja schon alles da.

Vielen Dank jedenfalls für den Hinweis und das wieder ins „Gedächtnis rufen“ der potentiellen Gefahr, ist ja nicht der erste Ausbruch.

Uwe
2'779 Beiträge · seit 200728. Juli 2012 · #5
das gibts ja nicht! bis gestern machte ich mir noch Gedanken wegen den M23 Rebellen, und jetzt diese Neugigkeit eines neuen Ebola-Ausbruchs. In drei Wochen bin ich in Kibale...weiss gar nicht was ich grad denken soll...
Gruss Leona
200 Beiträge · seit 201129. Juli 2012 · #6
Hallo,
das finde ich jetz echt krass, vorgestern habe ich in google Ebola und Uganda eingegeben, weil mir der Vorfall aus dem letzten Jahr eingefallen ist und da war ich noch froh, dass kein neuer Fall aufgetreten ist.....
Leona mache Dir keine Sorgen, meistens sind die Ausbrüche lokal begrenzt. Tut mir alle nur einen Gefallen: als ich im Kibale letztes Jahr die Schimpansen besuchte, reichte uns die Rangerin Früchte, die die Affen essen und sagte "you can taste, you can taste" und drei aus unserer Gruppe probierten tatsächlich von den Früchten ! Lasst bloss die Finger von allem was da im Wald rumliegt und besucht keine Höhlen wo Fledermäuse drin sind wegen Marburg Virus. Da hats letztes Jahr auch eine Touristin im QENP hingerafft. Bin mir 100 prozentig sicher, dass man jetzt keine Panik bekommen sollte.
Vielen Dank für die Information, Axel
Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
2'779 Beiträge · seit 200729. Juli 2012 · #7
Hallo
Das Ebola virus soll anscheinend nur durch direkten Kontakt uebertragen werden. Es ist also nicht so wie im Film wo alle wegen einem Ebolakranken der im Flugzeug hustete angesteckt wurden.
Keine Panik, nur Vorsicht! Koerperkontakt und generelles Anfassen von Objekten (Markt) vermeiden.
Danke fuer den Hinweis zum Marburg Fieber.
Liebe Gruesse
Leona
Gruss Leona
Themenstarter105 Beiträge · seit 201229. Juli 2012 · #8
uganda80 schrieb:Hallo,
das finde ich jetz echt krass, vorgestern habe ich in google Ebola und Uganda eingegeben, weil mir der Vorfall aus dem letzten Jahr eingefallen ist und da war ich noch froh, dass kein neuer Fall aufgetreten ist.....
Leona mache Dir keine Sorgen, meistens sind die Ausbrüche lokal begrenzt. Tut mir alle nur einen Gefallen: als ich im Kibale letztes Jahr die Schimpansen besuchte, reichte uns die Rangerin Früchte, die die Affen essen und sagte "you can taste, you can taste" und drei aus unserer Gruppe probierten tatsächlich von den Früchten ! Lasst bloss die Finger von allem was da im Wald rumliegt und besucht keine Höhlen wo Fledermäuse drin sind wegen Marburg Virus. Da hats letztes Jahr auch eine Touristin im QENP hingerafft. Bin mir 100 prozentig sicher, dass man jetzt keine Panik bekommen sollte.
Vielen Dank für die Information, Axel
Moin, moin,
bei der Suche in solch einem Fall immer Jahreszahl davorsetzen, dann hast du viele Ergebisse!

Mein Favorit bei News ist: http://af.reuters.com/news/country/?type=ugandaNews (links oben kann man das Land auswählen)
Achim
Tschüß Achim
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2012
1'920 Beiträge · seit 200829. Juli 2012 · #9
Hier ein Artikel vom 28.7.2012 in Spiegel Online


In Uganda starben im Juli mindestens 13 Menschen am Ebola-Virus, bestätigen örtliche Behörden. Weitere Patienten sind mit dem tödlichen Virus infiziert. Die Verantwortlichen wollen das Virus kontrollieren - eine Behandlung gibt es nicht.


Kampala - Noch am Freitag hatten ugandische Behörden von einem Gerücht gesprochen. Die Forscher seien sich "nicht so sicher", dass es sich bei mindestens 13 im vergangenen Monat im Westen Ugandas gestorbenen Patienten um Opfer des Ebola-Virus handele, sagte Joaquim Saweka, Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO in Kampala. Jetzt herrscht Gewissheit: Die Patienten sind tatsächlich an der Infektion mit dem Virus gestorben, die örtlichen Behörden und die WHO sprachen am Samstag von einem Ebola-Ausbruch.


WHO-Mitarbeiter und Experten der US-Seuchenschutzbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) seien gemeinsam mit ugandischen Regierungsvertretern vor Ort und würden alle Verdachtsfälle und Kontaktpersonen von Patienten untersuchen. Den Ursprung des aktuellen Ausbruchs kennen die Behörden noch nicht, doch 18 von 20 bis jetzt bekannten Patienten seien auf eine Familie zurückzuführen.

Die Klarstellung beendet wochenlange Spekulationen, was die "merkwürdige Krankheit" ausgelöst haben könnte, wegen der viele Menschen in der Region ihre Wohnungen verlassen hatten. Laboruntersuchungen im Uganda Virus Research Institute hätten eindeutig das Ebola-Virus als Ursache des hämorrhagischen Fiebers identifiziert, teilten die ugandische Regierung und die WHO in einer gemeinsamen Erklärung mit. Beim hämorrhagischen Fieber, das von verschiedenen Erregern ausgelöst werden kann, führen innere Blutungen häufig zum Versagen lebenswichtiger Organe. Das Ebola-Virus tötet zwischen 50 und 90 Prozent der infizierten Patienten, je nachdem mit welchem Stamm ein Mensch sich ansteckt. Eine Behandlung für die Infektion gibt es nicht. Bislang gibt es noch keinen Impfstoff, auch wenn Forscher 2011 von erfolgreichen Versuchen an Mäusen berichteten.

Weitere Patienten kämpfen um ihr Leben

Der aktuelle Ausbruch betrifft die Region um Kibaale im Westen Ugandas. Erste Labortests der ugandischen Gesundheitsbehörden hatten keine eindeutige Diagnose für die betroffenen Patienten ergeben. Insgesamt sind bislang 20 Menschen erkrankt, teilten die Gesundheitsfunktionäre mit, sechs oder sieben Patienten kämpfen demnach noch um ihr Leben. Über die genaue Zahl der bestätigten Todesopfer gab es am Samstag unterschiedliche Angaben. Die ugandischen Behörden rufen die Menschen zur Ruhe auf, eine nationale Notfall-Taskforce sei eingerichtet worden, um eine weitere Verbreitung der Infektion zu verhindern.


Die Ebola-Patienten werden derzeit im einzigen Krankenhaus Kibaales behandelt. "Unsere einzige Hoffnung ist, dass Ebola in der Vergangenheit kontrolliert werden konnte, wenn es in anderen Teilen Ugandas ausbrach", sagte ein Vertreter der Gesundheitsbehörde der Region. Die größte Herausforderung sei es, Ärzte und Pflegekräfte dazu zu bringen, sich weiter um ihre Patienten zu kümmern, weil diese dafür ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen müssten.

Bereits im letzten Jahr gab es einen einzelnen Ebola-Fall in Uganda, ein zwölfjähriges Mädchen starb an der Infektion. Von einem Ausbruch der Seuche war Uganda zuletzt 2007 betroffen, damals starben von 121 Infizierten insgesamt 35. Die größte Epidemie in dem ostafrikanischen Land gab es 2000, als von 425 Menschen mehr als die Hälfte starb. Den letzten größeren Ausbruch in Afrika verzeichnete die Demokratische Republik Kongo, von 36 Betroffenen starben dort zwölf. Dort hatten Forscher 1976 das Virus erstmals isolieren können und nach dem Fluss Ebola benannt.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass infizierte Menschenaffen das Virus an den Menschen weitergeben und so die lokalen Ausbrüche der Seuche beginnen. Um sich mit dem Ebola-Virus zu infizieren, muss der Mensch mit einer ansteckenden Körperflüssigkeit in Kontakt kommen. Den besten Schutz vor einer Infektion bietet daher die Isolierung der betroffenen Patienten. Auch der Kontakt mit Verstorbenen muss auf das Notwendigste reduziert werden.

dba/AP/Reuters
1'667 Beiträge · seit 200930. Juli 2012 · #10
Wissenschaftler gehen davon aus, dass infizierte Menschenaffen das Virus an den Menschen weitergeben und so die lokalen Ausbrüche der Seuche beginnen. Um sich mit dem Ebola-Virus zu infizieren, muss der Mensch mit einer ansteckenden Körperflüssigkeit in Kontakt kommen. Den besten Schutz vor einer Infektion bietet daher die Isolierung der betroffenen Patienten. Auch der Kontakt mit Verstorbenen muss auf das Notwendigste reduziert werden.

dba/AP/Reuters

Dann würde ich im Moment auf ein Schimpansentracking im Kibale Forest verzichten.
Man steht eine Stunde bei den Affen, reckt seinen Kopf bis zur Genickstarre gen Himmel, und wir haben mehrmals gedacht....MIST, es fängt an zu regnen...., um dann festzustellen, dass die Schimpansen oben in den Bäumen Pippi machten.
Ich weiss zwar nicht, ob diese Körperflüssigkeit auch als Ansteckungsquelle in Frage kommt, müsste es aber auch nicht ausprobieren.

LG
Birgitt
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zuletzt bearbeitet 30. Juli 2012
2'048 Beiträge · seit 200730. Juli 2012 · #11
Hallo Fomis,
ob das lokal begrenzt bleibt, wird sich zeigen. Unter den bereits verstorbenen soll auch eine Ärztin des öffentlichen Gesundheitsdienstes sein. Und in einem Bericht habe ich gelesen, dass in einem Krankenhaus, in dem die meisten betroffenen verstorben seien mit bekannt werden der Ebolabefunde die meisten Patienten geflohen seien. Wenn die das mitnehmen wird es möglicherweise zu einem Ausbruch in der ganzen Region kommen.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
2'779 Beiträge · seit 200730. Juli 2012 · #14
picco schrieb:Hoi zämä

Soeben ist auch im Radio die Meldung dass es nun auch in Kampala Ebola-Fälle gibt, gesendet worden!!!
Bei dem Fall in Kampala handelt es sich laut Presseberichten um eine Frau welche in Kibale im Kagadi hospital die Virusinfizierten betreut hat, sowie um ihr 4 Monate altes baby, beide seien nach Kampala überführt worden als ihr Gesundheitszustand sich verschlechterte.
12 der ersten Opfer sind alles Mitglieder einer Familie aus dem Dorf Nyanswiga in Nyamarunda, Kibale District.

Laut "Uganda virus Research Institute" handelt es sich bei diesem Ausbruch um das Ebola Virus des Sudan Strain

Heute hat der ugandische Präsident die Bevölkerung aufgerufen Körperkontakt zu vermeiden (Händeschütteln, Küssen, Sex)

Leider ist die vorallem ländliche Bevölkerung sehr abergläubig und es wird befürchtet dass Infizierte nicht in die Spitäler gehen wollen um "evil Spirits" abzuwehren. Dies erschwert natürlich die geplanten und bereits eingetretenen Quarantäne-Massnahmen.

Laut lokalen Zeitungen stieg die Zahl der Opfer bereits auf 19.

VG leona
Gruss Leona
1 Beiträge · seit 201230. Juli 2012 · #15
Hallo,

unser Flug nach Kampala geht in 2 Wochen und wir planen eine Selbstfahrer-rundreise incl. Camping.

Aufgrund der aktuellen Ebola Meldungen wissen wir nicht, ob wir ruhigen Gewissens fahren sollen / können?
Habt ihr Empfehlungen / Tipps?

Danke
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2012
2'779 Beiträge · seit 200730. Juli 2012 · #17
hallo Auwi
zuerst einmal herzlich willkommen im Forum.
Tipps wie man mit Ebola umgeht sind sehrwahrscheinlich nicht alltäglich. auch ich lerne as we go Trotzdem versuch ich es mal: weil dieses Virus nicht über die Luft sondern ausschliesslich über direkten Körperkontakt via Speichel, Schweiss, und Blut übertragen wird kann man die Gefahr meines Erachtens sehr begrenzen. Von einer Fahrt im Matatu (Kleinbus) vollgestopft mit Einheimischen würde ich auf jeden Fall abraten. Grosse Menschenansammlungen würde ich auch vermeiden, zB Märkte. So unfreundlich es auch ist, man sollte Unbekannten nicht die Hand schütteln. Keine Speisen aus Garküchen essen, denn vorallem im Gebiet wo es Affen gibt wird dieses Bushmeat von der Bevölkerung gegessen, und Affen können Virusträger sein. Weil man den genauen Vorgang des Ansteckens von Patient nr. 1 eines neuen Ausbruchs noch nicht kennt, ist etwas höhere Vorsicht geboten. Ich befolge auch Birgits Rat kein Schimpansentracking in Kibale zu machen.

Ihr seid bestimmt vorbereitet für die Reise im Allgemeinen, im Uganda Forum wirst du auch noch viele andere spezifische Lánderinfos und Tipps finden.

Gute Reise!!
VG leona
Gruss Leona
200 Beiträge · seit 201130. Juli 2012 · #18
Hallo Uganda-Freunde,
hallo Auwi,

das Ebola Virus ist schon eine heikle Sache aber jetzt macht Euch doch nicht so sehr Gedanken ! Erstens ist es nicht eine Sache wie eine Grippe die sich rasend schnell ausbreitet. Wie Leona schrieb, Körperkontakt, Küssen, Sex, Pflege der Angehörigen, Beerdigungen all das scheidet ja schon mal aus. Also ich werde Märkte besuchen, und das Schimpansentrekking würde ich mir auch nicht entgehen lassen, dann dürft ihr auch nicht zu den Gorillas. Lest mal die Berichte aus dem Kongo, wieviele ganzer Primatenfamilien durch Ebola ausgelöscht wurden. Nur weil jetzt im Kibale Distrikt Ebola vorkam, heißt es doch nicht, dass ausgerechnet die paar habituierten Schimpansenfamilien im Kibalewald den Ebolaerreger in sich tragen und wenn schon ? Dann bekommt ihr doch auch nicht gleich Ebola sofern ihr Abstand von den Schimpansen haltet und nicht in Kot auf dem Boden greift oder Früchte aus dem Wald esst. Bitte macht Euch nicht so einen Kopf. Behaltet die Sache im Auge aber geniesst den Trip. P.S. Noch ein Nachsatz wo das ganze wohl vorgekommen ist (der Kibale Wald ist ein ganzes Stück weiter runter ....)

http://de.getamap.net/karten/uganda/uganda_%28general%29/_nyansimbi/
http://wuestenschiff.de/phpbb/viewtopic.php?f=38&t=35359&start=90
Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2012
2'779 Beiträge · seit 200731. Juli 2012 · #19
Axel ich verstehe dich und bin ebenfalls der Auffassung man soll jetzt unbedingt nicht Panik machen. Deshalb hat mich auch nicht eine Minute lang der Gedanke an eine Annullation unserer bevorstehenden Ugandareise befallen.

Aber ich finde es schon besser Märkte, wo sich oft Menschen berühren, vorsichtigerweise nicht zu besuchen.
Die Wissenschaftler haben z.B. keine Gewissheit wie sich die verstorbene Holländerin am Marburg Virus infiziert hat, sie geben den Fledermäusen die Schuld, aber wie sie sich infiziert hat ist ihnen ein Rätsel. Der Guide welcher mit ihr in der Höhle war wurde z.B. verschont.

Es besteht ein Unterschied zwischen Gorillatracking und Schimpansentracking. Ersteres habe ich bereits gemacht und weiss dass man keinen Körperkontakt mit den Gorillas hat. Beim Schimpansentracking haben viele Besucher erzählt dass sie von oben mit Affenuirn berieselt wurden. Urin ist ebenfalls eine Körperflüssigkeit mit welcher der Virus übertragen werden könnte. Dieses Beriesltwerden ist eine Situation die ich nicht beeinflussen kann, darum scheint es mir vorsichtiger im Moment auf ein Schimpansentracking zu verzichten. Gerade deshalb weil man annimmt dass sehr viele Affen den Virus beherbergen, jedoch nicht daran erkranken.

Solange Ebola geografisch auf arme und unterentwickelte Regionen beschränkt bleibt, wird wenig Geld für die Forschung und für die Kur investiert werden. Denn wer dort hat schon das Geld um teure Pharmaprodukte zu kaufen? Forschung kostet viel Geld und wird generell dort geleistet wo Profit in Aussicht steht.

VG leona
Gruss Leona
6'369 Beiträge · seit 201131. Juli 2012 · #20
Hoi zämä

Gemäss dem deutschen Ärzteblatt ist diese Ebola-Infektion zum ersten Mal in der Ortschaft Nyanswiga aufgetreten, der Virusherd wird also dort in der Nähe sein...im Google hab ich keine Karte gefunden, weiss irgend jemand von Euch wo das ist?
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)