Reisebericht Südafrika, Botswana, April - Mai 2012

43 Antworten · 18,8k Aufrufe · gestartet 04. Juni 2012 von Bluna
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Themenstarter238 Beiträge · seit 201104. Juni 2012 · #1
...Fotos folgen noch...
Reisebericht Afrika 2012:

Sonntag, 22.04.2012 Gleich geht es nach Südafrika und Botswana

ENDLICH ist es soweit! Wir haben 1 Jahr im voraus geplant, gebucht, gemailt, mehrfach mit Botswana telefoniert, weil Seite 1,2, 4 und 5 aber nicht Seite 3 angekommen ist, die für uns schönsten Campsites versucht zu bekommen, im voraus bezahlt, den Off-Roader bei KEA "klar" gemacht, berechnet, ob die Routenplanung realistisch ist, ein Garmin für die Koordinaten gekauft und und und. Heute, am 22.04. soll es endlich von Frankfurt non stop nach Johannesburg gehen. Zwar gibt es günstigere Flüge, aber wir wollten unbedingt einen Direktflug nach JNB, damit bloß nicht das Gepäck bei einem stop-over verloren geht. Das wäre tragisch, weil unsere Route schon genau geplant und die Sites bezahlt sind. Das Warten auf das Gepäck würde den Verlauf über den Haufen werfen. Wir haben uns bei Lufthansa eingebucht: Direktflug FRA-JNB und Retour von CPT über JNB nach FRA: 805 EUR im Gesindelcontainer, genannt Economy . In der Business-Klasse wären wir 3.500 EUR pro Nase losgeworden. Das ist dann doch etwas viel. Unser Nachtflug LH572, für uns erstmalig ein Flug mit einem A380 (mit dem Namen Johannesburg) soll um 22:15 starten. Wir lassen es gemütlich angehen und fahren schon gg. 15:00 Uhr los, um um 17:00 Uhr dort zu sein. Das Auto parken wir beim "Platzhirsch". Das Parkhaus liegt 8 Minuten vom Flughafen entfernt. Das haben wir auch schon vor einigen Monaten gebucht. Das Auto erhält jetzt einen 4-wöchigen Frühlingsschlaf. Wir hingegen werden mit einem Kastenwagen zum Terminal gefahren. Wir, das ist meine Frau, mein Sandkastenfreund und ich; also das Dreigestirn auf dem Weg nach Südafrika, Botswana und Zimbabwe. Nach dem einchecken -online- lassen wir den Abflug mit einem Bier und Kaffee näher rücken. Im Security-Bereich wird mein Kamera-Rucksack -mal wieder- auf Sprengstoff untersucht mittels Abstrich: "Wissen Sie, das Gerät hat 250.000 EUR gekostet. Das muß auch mal genutzt werden". Ich erinnere mich: Letztes Jahr in Düsseldorf schien der Rucksack auch interessant und wurde auf Sprengstoff getestet. Die Vorfreude steigt und wir haben Glück: Der Flieger hat 180 unbesetzte Plätze. Das nutzen wir aus, um es uns, soweit das in einem Flugzeug geht, gemütlich zu machen. Einen Nachteil hat der A380: Man kann sich am Fensterplatz nicht an der Außenwand anlehnen, weil diese vom Sitz weiter weg steht. Die Beinfreiheit ist aber eigentlich o.k. (wir Jungs sind 1,90 und 1,94 groß) und der Service auch wirklich gut. Die besten Plätze für einen Nachtflug ist die erste Vierer-Reihe: 53D und 53G. Dort kann man die Beine in den Flur ausstrecken. Aber es geht auch so; schließlich gibt es Platz satt. Das Flugzeug scheint auch leiser als seine Vorgänger zu sein. Wir starten und fliegen der Südhalbkugel entgegen. Sclafen können wir diesmal dennoch nicht. Da hat auch das Warsteiner und der Gin-Tonic nicht zu beigetragen. Na denn...es sind ja nur 10:30 Stunden

Montag, 23.04.2012 NEVER TOUCH THE NIGHT

Irgendwann über der algerischen Sahara nicke ich dennoch kurz ein, werden jedoch über dem Kongo geweckt: "Fasten your seat-belts" und einer der Piloten meldet sich. Wir müssen ein Tropengewitter umfliegen. Die Turbulenzen sind im Flugzeug fast nicht merklich. Es wird hell und wir gehen in den Sinkflug. Wir sehen auf dem Monitor die Weltkarte und MAUN. Maun? Es sind noch 900km bis Johannesburg. Maun wollen wir die nächsten Tage erreichen. Die Distanzen sind eben anders als im kleinen Deutschland. Um 08:45 Uhr landen wir wegen des Gewitters mit 30 minütiger Verspätung; schnappen die Koffer und finden auf Anhieb den KEA-Angestellten (wo wir unseren Off-Roader gemietet haben), der uns mit einem Schild abholt. Noch schnell am ATM einige Rand ziehen, auf 2 Ankömmlinge aus München warten und schon geht es zur KEA-Niederlassung, lediglich 10 Minuten entfernt. (Sim-Road). Eigentlich sah mein Plan vor, um 12:00 Uhr unsere erste Station, das San-Bushcamp, 35km hinter Ellisras, anzufahren. Da haben wir uns etwas getäuscht. Die beiden Münchner benötigen noch einige Zeit, um Euros in Rand zu wechseln, die Flieger hatten Verspätung und die Übergabe erfolgt länger als gedacht. ABER: KEA geht gründlich mit uns den Vertrag durch, das Auto wird genauestens gecheckt, vom Wagenheber über Zeltauf- und Abbau, einige Tips und und und. Wirklich klasse. Kosten für 20 Tage: 27.000 Rand inkl. Rundum-Sorglos-Paket. Das kostet alleine schon 300 Rand/Tag. Ausgeschlossen sind Kupplungsschaden und Wasserdurchfahrten. Zu den Querungen mit Wasser komme ich später noch (Khwai Village) Entgegen den Meinungen im Namibia-Forum, man wird beim tanken schlechten Sprits regreßpflichtig gemacht, kann ich nicht zustimmen. Der Angestellte schaut uns erstaunt an. So etwas ist ihm nicht bekannt. Einen Tip gibt er uns noch: "Never touch the night. It's too dangerous". O.k., das haben wir eh nicht vor. Wir verlassen das Gelände mit dem NISSAN-Off-Roader, zwei Dachzelten, ausreichendem Equipment von KEA, einem für mich scheinenden aufbruchsicheren Aufbau mit Seitenklappen und fahren den Supermarkt am Ende der Straße an (Pick 'n Pay) und kaufen erst einmal gründlich ein. 1860 Rand werden wir los. Zwar haben wir einiges im Wagen, aber man darf sich nicht täuschen: Südafrika ist nicht billig. Das "Nobel"-Toilettenpapier 4-lagig z.B. kostet im Paket 60 Rand(!) Hätten wir das nur das Deutschland mitgebracht 😉 Nebenan im Liquid-store holen wir noch einige 6-pack Bier (ein Sixpack: 42 Rand) und starten. Ja, starten erst um 16:00. Geplant war 12:00 Uhr. Ups. Das wird eng bis zum San-Camp. "Never touch the night" sagte uns noch der KEA-Angestellte in Bezug auf Nachtfahrten. Ob das mal hinhaut? Wir fahren über die R21 auf die R1 Rtg. Polokwane. Wir haben schon einiges an Tieren gesichtet, obwohl wir auf der Autobahn sind: Perlhühner, Warzenschweine, Strauße und Impalas. Direkt hinter dem "Toll-Gate", wo wir wiederholt die Autobahn-Straßengebühren bezahlen, biegen wir auf die R33 (später R510)Rtg. Lephalale bzw. Ellisras ab. Wir haben schon den frühen Abend erreicht und die Dämmerung setzt ein....und uns dämmert auch was: "Never touch the night" können wir knicken. Ca. 88km bis Ellisras, dann nochmals 35 km Rtg. Marken über die R518...das kann dauern, wenn man vor allem noch eine unvorhergesehene einspurige Baustelle bei Vaalwater von 50!!!km Länge hat. Wir können nur etwa 2-3 km fahren, werden dann angehalten und müssen den Gegenverkehr abwarten. Delay: max. 30 Minutes steht auf den Schildern. Auf den Teilstücken gibt es davon gefühlte 100 Stück. Die Dunkelheit erwischt uns und es ist noch ordentlich weit. Wir hängen hinter einem LKW, der aber seine 120 km/h macht; rechts und links hohes Gras. Da halte ich lieber nicht mit. Keine Lust, den ersten Tag mit einem road-kill und Unfall zu beginnen. Einige Autos fahren ohne Licht. Irgendwann erreichen wir Ellisras, verfransen uns kurz und fahren nach 15 Minuten Fehlfahrt auf der richtigen Straße Rtg. SAN-Camp Rtg. Marken. Vom D1-Telefon, wenn auch teuer, haben wir schon 3 mal angerufen und bescheid gegeben, daß wir kommen. Leider ist die Verbindung schlecht und die Verbindung brach dauernd ab. Um 21:15 Uhr erreichen wir das Gate, telefonieren noch 4x wg. Geprächsabbrüchen und erhalten den Zahlencode, damit sich das Gatter zum Camp bzw. Privatpark öffnet. Um 21:30 sind wir endlich nach 15 Minuten Fahrt durch die Anlage am Ziel: Fast 40 Stunden quasi am Stück wach und 5 1/2 Stunden davon gefahren. Das schlaucht ein wenig. ABER: Zu unserer Überraschung werden wir vom gesamten Team empfangen und obwohl nicht bestellt, erhalten wir ein vorzügliches!!! Abendessen: Kudu mit Süßkartoffeln und Gemüse nebst einem tollen NAchtisch. Wow! Man hat extra auf uns gewartet, was mir ein wenig unangenehm ist. Das gemietete Zelt bekommen wir nicht: Regen und Baboons haben den Zelten zugesetzt und zu viele Leoparden dort. Leoparden? Dann will ich doch zum Zelt!!! Man gibt Patricia und mir ein Chalet, Micha bekommt die Honey-Moon-Suite. Ochja, schlimm ist die Unterkunft nicht 🙂 Um halb zwölf geht's -natürlich NACH einer Dusche- ins Bett. What a day!
zuletzt bearbeitet 04. Juni 2012
1'409 Beiträge · seit 201004. Juni 2012 · #2
Hallo Bluna,

toll, hört sich doch schon gut an. Freue mich auf die Fortsetzung.
Reisebericht ist abonniert 😏

LG
Fleur
https://www.TickerFactory.com/ Bots Zim 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283181-auf-tuchfuehlung-mit-zimbabwe-die-zim-light-tour.html KTP 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/278551-ktp-ja-wo-sind-denn-alle-hin.html CKGR/KTP 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/236736-schee-waras-ckgr-a-ktp-april-2012.html Nam/Bots 2011 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/195675-wie-alles-begannnambot-april-2011.html
6'152 Beiträge · seit 200604. Juni 2012 · #3
Hallo Bluna,

schön, dass Du uns über Deinen Reiseablauf mit allem drum und dran berichtest.
Vielen Dank.
Bin ja mal gespannt - was noch alles kommt-. Sicher stehe ich auf dem Schlauch
in welchem Park war die erste Übernachtung ?
Vielen Dank -sonnige Grüsse-
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter238 Beiträge · seit 201104. Juni 2012 · #4
Hallo Fleur de Cap, ...gerne. Ich sehe, daß Du es ja auch nicht mehr lange bis Abflug hast. Würde gerne tauschen 🙂

@Hanne: Hier ist die Mailadresse des Camps:
http://www.bushmencamp.co.za/

Das Camp liegt in etwa mittig zwischen Ellisras/Lephalale und Marken.
Bei Interesse Vaalwater umfahren und einen Umweg in Kauf nehmen. Die Baustelle wird noch länger andauern. fahrtzeit MIT Baustelle ab JNB: 5 1/2 Stunden.

Beste Grüße

Sven
5 Beiträge · seit 201204. Juni 2012 · #5
Hallo Bluna,

guter Anfang des Reiseberichts, würde mich über ein paar schöne Fotos freuen und bin auf die Fortsetzung gespannt.

Ich bin seit heute neues aktives Mitglied in diesem Forum. Lese aber schon seit einigen Monaten passiv mit. Mir gefällt ganz besonders die Forumskultur und die sachliche Diskusion der Themen.

Da ich in den nächsten Tagen nach Südafrika aufbreche würde mich der Zustand der R21 und der 1 (Baustellen) interessieren.

Wie funktioniert das Mautsystem (Bezahlung am TolL-Gate) in Südafrika, ich kenne das nur aus Frankreich?

Danke!

Dieter
Viele Grüße aus der Stadt im Land Dieter
Themenstarter238 Beiträge · seit 201104. Juni 2012 · #6
hallo brb56,

erst einmal willkommen im Forum!

Die Autobahnen sind sehr in Ordnung.
Die Maut wird bar bezahlt und wird wie auch in Frankreich gleich gehändelt.
Die zu zahlenden Beträge werden auf Schildern vorher angekündigt.

Was die Baustelle der Strecke Rtg. Vaalwater/Ellisras (R33/R510) betrifft:
Ich würde sie nach Möglichkeit umfahren, da es tatsächlich 50! km sind...und das einspurig. Das kostet richtig Zeit. Du fährst einige Kilometer, wirst gestoppt und wartest den Gegenverkehr ab. Dann wirst Du durchgewunken bis zum nächsten stop usw. usw. Die Abfahrt ist am "Toll Plaza" (ich glaube so heißt das). Der nächstliegende Ort ist Modimolle.

Ich weiß nicht, wie lange das aufhält, aber ich würde über Mokopane fahren. Diese Abfahrt kommt etwas später. Das sind rund 80km mehr.

Beste Grüße

Sven
375 Beiträge · seit 201004. Juni 2012 · #7
Hallo Bluna,
habe grade den Anfang Deines Berichtes gelesen. Bin gespannt, was Du über über das Sanvillage denkst. Wir waren genau eine Woche später dort, auch wir hatten das Bushcamp aus genannten Gründen nicht bekommen. Habt Ihr das geglaubt mit der Zerstörung durch die Baboons? Vielleicht hätte man sich die Unterkunft doch mal zeigen lassen sollen. 😗 Den Curioshop gabs auch nicht mehr und San habe ich auch nicht gesehen. Irgendwie war das alles schon recht komisch, auch wenn die Leute sehr freundlich waren und die Zimmer nett.

LG,
BriZA
3'080 Beiträge · seit 200904. Juni 2012 · #8
Hallo Sven,

das mit dem Sprit bei KEA ist aber so, dann hat derjenige der euch den Wagen übergeben hat es einfach nicht gewusst, KEA hat aber definitiv nach unserem Vorfall die AGBs geändert, es steht jetzt wie in Australien auch drin das du für schlechten Sprit haftest, diese Info kommt übrigens direkt vom Reiseveranstalter und ich habs nachgelesen...

lg sasowewi

PS: Das mit den Fensterplätzen auf dem A380 ging mir übrigens genauso und ich fands auch negativ, na ja, Lufthansa kriegt von mir eh keinen Cent mehr, den Saftladen boykottiere ich konsequent...
Themenstarter238 Beiträge · seit 201104. Juni 2012 · #9
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Dienstag 24.04.2012 DIE ERSTEN DER BIG 5

Heute lassen wir es gemütlich angehen: Gg. 10:00 Uhr wollen wir nach einem guten Frühstück Rtg. botswanische Grenze aufbrechen. (Grobler's bridge) Ziel ist das Khama Rhino Sanctuary. Wir bedanken uns noch einmal für den super-netten Empfang und das späte Essen, und ich lasse ein gutes Trinkgeld für die Köche da. Wir waren schon im Mai 2008 hier und konnten mit den SAN, für die das Gelände gekauft wurde, damit sie ihr ursprüngliches Leben leben können, in Kontakt treten. Ich habe noch Fotos nachmachen lassen. Leider sind sie nicht vor Ort, sondern befinden sich in Namibia(?!) Schade! Also gebe ich dem Besitzer(?) die Bilder mit der Bitte, sie den SAN zu geben. Andre, den wir 2008 als Eigentümer kennenlernten, ist leider nicht da. Die Chalets sind toll aufgemacht und es gibt auch einen Pool. Die frische Wiese lädt regelmäßig Antilopen und Warzenschweine zum grasen bzw. äsen ein. Wir unterhalten uns mit Tony, einem US-Bürger aus Utah: Er ist Lachs-Fischer und hat eine tolle Saison hinter sich. Stolz zeigt er mir ein Foto auf seiner Digi-Cam: Er posiert hinter einem geschossenen Oryx; davor sein Gewehr. "A few thousand US-$ I paid". Soso. Die einen fahren herum, um die Tiere in ihrer Schönheit zu beobachten, die anderen killen sie lieber. Auch eine Art, der Natur näher zu kommen. Angeblich wird der Oryx komplett verwertet. Ich zeige nicht direkt meine Abscheu Tony gegenüber, der einer strengen christlichen Gemeinde angehört, teile ihm aber mit, die Tiere lieber lebend zu sehen. Seine Frau und Tochter sehen das auch so. Wir fahren los und biegen am Ende des Gates rechts ab Rtg. Marken...der Weg über Ellisras zur Grobler's Bridge wäre kürzer gewesen...naja, was soll's, wir haben Zeit. Bei Marken geht eine unscheinbare Asphaltstraße nach Baltimore (R561) links ab. Marken selbst ist ein unscheinbares Fleckchen Dorf. Ein Ortsschild gibt's hier nicht. Die schweren Schlaglöcher auf der R561 lassen nur einen zick-zack-Kurs zu. Wie ich später erfahre, lecken Kühe und Ziegen an den aufgebrochenen Stellen im Teer den Kalk aus, so daß die Schlaglöcher immer tiefer und größer werden. Nach einigen zick-zack-Fahrten erreichen wir eine T-Kreuzung und biegen auf die gut ausgenbaute Teerstraße links Rtg. Grobler's bridge ab. Wir erreichen bald die Grenze, erledigen den Papierkram auf ZA-Seite, ebenso einige Meter weiter auf BOT-Seite, zahlen eine Auto-Gebühr von etwa 230 Pula und fahren weiter, nachdem das Permit (Kopie von KEA) gecheckt wurde, daß das Auto "einreisen" darf. Weiter geht's. Naja, nicht ganz: Kaum 50 Meter gefahren, kommt eine der berüchtigten VET-Controls. SCHON HIER? Die waren doch mehrere km hinter der Grenze. Man hat die VET wohl "verschoben". Ohje! Das gestern gekaufte Fleisch im Kühlschrank. Das wollten wir kurz vor der VET-Control verstecken. "No Tomatoes, Oranges, and raw meat". Die Tomaten sind wir quitt, das Fleisch wird nicht entdeckt (es liegt ganz unten im fridge) und die Äpfel dürfen wir behalten, weil noch original verpackt. Grund: Man möchte die Fruchtfliege und die Maul und Klauenseuche aus BOT fernhalten. Nun denn...ohne unsere Tomaten geht's weiter. (die sollten eigentlich mit Knoblauchzehen versehen in Alufolie in die Grillglut. Die Gurke wird sich auch einsam fühlen. Wir passieren einige nicht besetzte VET-Controls und erreichen nach etwa 100km Serowe und biegen rechts hinter dem Supermarkt, der dortigen Engen-Tankstelle und der FNB-Bank ab Rtg. Orapa. Nach 22km hinter Serowe haben wir schon das Khama Rhino erreicht. Nach kurzem einchecken fahren wir unseren Platz an, holen den Tisch und Stühle raus und starten am Nachmittag einen Game-Drive. Die Wege sind gut beschildert; dennoch tippen wir im GPS unsere Camping-Platz-Koordinaten ein, um ihn leichter auf dem Rückweg zu finden. Auf einer freien Fläche mit Wasserloch entdecken wir eine Staubwolke am Horizont: schnell fahrendes Auto? -Nein-. Ein Zug? -Gibt's hier nicht, obwohl es ein Tankwagen sein könnte, so rund wie er.... ...und da kommen sie: 3 Rhinos. Wow!!! Was für Brecher. Wir beobachten sie noch eine ganze Weile an der Wasserstelle. Tolle Tiere! Wir fahren weiter zwischen Tockos und Impalas und Giraffen, Zebras und vereinzelten Gnus und Warzenschweinen. Wir kommen erst in der Dunkelheit (18:30 Uhr)zurück und grillen erst einmal die nicht gefundene große Boerenworst mit Folienkartoffeln. Ups. Wir haben tatsächlich die zugewiesene Campsite 5 mit 7 verwechselt. Na, das werden wir dann erst einmal morgen früh der Rezeption mitteilen. Heute wird wohl kein Camper meh kommen. Wir bauen die Dachzelte bei leichtem Wind auf. Es wird recht frisch.
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Mittwoch 25.04.2012 GNUKINDER & CO

Es ist früh am Morgen, immer noch frisch und leicht windig, als wir unsere Zelte zusammenbauen. Quel Malheur! Bei einem der Zelte hat sich der Reißverschluß des Überwurfs mit dem Zelt darunter verhakt. Es gibt kein vor und zurück. Super! Selbst der Leatherman hilft nicht weiter. Den Klettverschluß vorne hatte es direkt am Anfang gehimmelt. Zum Glück habe ich von zuhause einen Spanngurt mitgenommen. Vllt. kann jemand am Gateeingang helfen. Zuerst machen wir aber einen Gamedrive, bevor die Tiere zu "inaktiv" werden. Wir fahren die Stelle an, wo wir gestern die Rhinos gesehen haben....es ist jedoch keines da. Dafür entdecken wir aber mehrere Zebras und eine Gnuherde. Eine Gruppe aus Jungtieren ist in unmittelbarer Nähe des Autos. Sie kommen näher. Plötzlich sind wir von den Gnus umringt und der Kühler scheint besonders zu riechen. Einige Tiere schnüffeln ausgiebig daran. Wir können gar nicht mehr so weit zurück-zoomen, um die Tiere ganz aufnehmen zu können. Witzig. Sie sind zum streicheln nah. Ein -scheinbar- gerade erst Neugeborenes tappst etws unbeholfen vor unserem Auto her, kratzt sich mit dem Hinterlauf am Kopf und geht der Kindergarten-Gnu-Truppe nach, die wiederum den alten Tieren. Tssesse-bes, Impalas, Zebras, Warzenschweine...hier ist richtig was los.
2 Giraffen stehen auf einmal auf dem Weg vor uns, bevor sie "Gas" geben und im Gebüsch verschwinden. Nach Schinken mit Ei, Kaffee und Tee (Tee mit frischer Zitrone) fahre ich zum Gate zum reparieren des Reißverschlusses. 2 Ranger geben sich freundlicherweise direkt an die Arbeit, können den Reißverschluß auch nicht lösen bis wir dann das Risiko eingehen, und den "Zieher des Reißverschlusses aufhebeln und ihn dann in Fummelsarbeit wieder korrekt in die Zähne setzen. Und siehe da: Es klappt. Da ich gerade kein Geld dahabe, frage ich nach den Namen. Dafür möchte ich ein gutes Trinkgeld geben, denn das wäre wirklich lästig geworden. Ich gebe noch bescheid, daß wir die Campsite vertauscht haben, was aber kein Problem ist und fahre die 2,5km zurück zum Platz. Micha kommt vom Duschen zurück. Ein älterer Südafrikaner ging erst außen am Waschhaus vorbei, kam ins Waschhaus und öffnete Michas Duschtür. "Oh sorry". Ne is klar! Da die Duschen nach außen oben und unten einen Spalt haben und das Wasser dort rauslief, konnte man es ja nicht wissen Die Abolution selbst ist sauber und echt in Ordnung. ...und warmes Wasser hat sie auch. Wir fahren gg. Mittag nach Serowe, um das Auto vollzutanken und Rand in Pula zu tauschen. Ich möchte 3.500 Rand (etwa 350 EUR) in Pula tauschen. Meine Güte! Die Bank ist rappelvoll. Eine Angestellte kommt aber direkt auf mich zu. "Ich möchte Geld tauschen, so 3.500 Rand". "O.k." Dafür werde ich in der FNB-Bank in einen separaten Raum geführt. Ich komme mir wie ein VIP-Kunde vor. Ein Kassierer nimmt das Geld entgegen und bittet mich wieder aus dem abgeschlossenen Raum zum Schalter zu kommen, wo er mir den Pula-Betrag (um die 3.000) handschriftlich ohne Worte auf einem Zettel zeigt. Ich nicke. Entweder ist die Summe für hiesige Verhältnisse abartig groß und kein Kunde darf was mitbekommen, oder...keine Ahnung. Der Wechsel erfolgt auch ohne übliche Vorlage des Reisepasses. Danach zählt er das Geld und schiebt es mir vorsichtig zu. Nach verlassen der Bank machen wir noch das Auto mit Diesel satt und sind gg. 14:00 Uhr nach etwa 22km wieder am Platz.

Es ist immer noch frisch und es nieselt ganz leicht. Und auf einmal, etwas abseits der Pan, wo sie gestern tranken, treffen wir wieder auf sie: Rhinos! Zunächst für einen größeren Felsen in den Bäumen und Gebüsch gehalten, kommen Sie auf uns zu. Entfernung: max. 100 Meter näher kommend. Was für tolle Tiere und was für ein langes Horn die Mutter mit den beiden -vermutlich- Teenager-Rhinos hat. Wir schauen ihnen noch eine ganze Weile zu und fahren über Umwege zum Zeltplatz zurück. Das große Steak möchte schließlich auf den Grill!
Die Fleece-Jacken brauchen wir auf jeden Fall. Wir haben 12 Grad. Es ist frisch im afrikanischen Winter.
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zuletzt bearbeitet 05. Juni 2012
Themenstarter238 Beiträge · seit 201104. Juni 2012 · #10
Hallo BriZA, nein, die Unterkünfte (Zelt) haben wir uns nicht mehr angeschaut. Die San waren nach Aussage des Besitzers (nicht Andre) in Namibia, was ich sehr schade fand da wir sie im Mai 2008 kennenlernten. Die Zelte hatten was, aber die Chalets waren schon echt tip top.

Beste Grüße

Sven
Themenstarter238 Beiträge · seit 201104. Juni 2012 · #11
Hi Sasowewi, Du, ich habe unseren Vertrag genau durchgelesen (gerade auch wegen diesem Punkt). Sogar der KEA-Agent ging Punkt für Punkt des Vertrages mit uns durch. Ich konnte tatsächlich nichts entdecken.
Man wird jedoch belangt, wenn man den Wagen nicht vollgetankt zurück bringt. Da werden aber nur 2Rand/Liter extra berechnet.

Ich habe allerdings nicht über einen Reiseveranstalter, sondern bei KEA direkt gebucht. Ggf. gibt es da den Unterschied?

Beste Grüße

Sven
zuletzt bearbeitet 04. Juni 2012
1'723 Beiträge · seit 200905. Juni 2012 · #12
hallo ..

wir fahren im januar eure strecke um nach botswana und simbabwe zu fahren.. letztes mal haben wir in marakele halt gemacht, aber das san village hoert sich prima an .. allerdings bin ich im reservierungsteil deren homepage etwas ueberfordert .. gibts da sooooooooooo viele unterkuenfte .. ?? welche genau war eure .. ???
wenn du von groblers bridge sprichst, dann sprichst du von martins drift, oder .. ?? bezueglich grenzuebergang .. ??

viele gruesse
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
1'723 Beiträge · seit 200905. Juni 2012 · #13
ach ja und khama rhino fanden wir letztes mal auch toll .; die campsites find ich super schoen.. hat uns sehr gut gefallen..
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Themenstarter238 Beiträge · seit 201105. Juni 2012 · #14
Afrika 2012 Reisebericht Part III.

Donnerstag 26.04.2012 DAS GIBT'S DOCH GAR NICHT!!!

Heute wird ein Teer-fresser-Tag: Wir wollen nach Maun, unserer nächsten Station. Der Weg nach Maun ist schön, vor allem in Höhe der Magda, Mada, Makadikai, Makgadikgadi-Pans...ich werde es wohl nie auswendig schreiben oder richtig aussprechen können. Landschaftlich fnde ich den Weg zum Ziel toll, einzelne Dörfchen mit Rundhütten, Kühe und Esel, die häufig den Weg kreuzen. Hin und wieder fahren wir an Bushaltestellen vorbei, wo die Leute geduldig auf den Bus warten...naja, nicht ganz. Manche versuchen es per Anhalter. Unser Auto ist aber voll. Neben Patrica hat sich das Handgepäck (Kamerarucksack, Ferngläser, Getränke, Kissen etc.) breitgemacht. Auch der Aufbau hinten ist knüppelvoll. Hatte ich noch gedacht, daß alles an Gepäck ganz easy hinein paßt, wurde ich eines besseren belehrt: Wir haben den Fridge (40 Ltr.) und eine Gasflasche zum Kochen neben 3 Campingstühlen und einem Tisch bereits im Laderaum. Neben den Koffern (diesmal keine Rucksäcke) wird es schon eng. Zum Glück ist der Aufbau gut durchdacht und ausgeklügelt; 2 große Schubfächer unter der Ladefläche geben massig Platz für Getränke, Lebensmittel etc. ...jetzt aber wieder zur Strecke: km abreißen und km abreißen. Ansonsten gibt es auf der Strecke weniger zu berichten bis auf ein paar Tips: Wir wollen es uns nicht nehmen lassen und versuchen statt auf der Umgehungsstraße Orapa zu durchzufahren, da wir die Abzweigung der Umgehung verpassen, was uns aber nicht gelingt. 2 freundliche Polizisten hätten uns zwar am Kontrollpunkt zu Orapa eventuell die Durchfahrt erlaubt, aber die Strecke sei schlecht und wir sollten lieber doch die geteerte Umgehungsstraße nehmen, was wir dann auch tun. Hinter Rakops, ca. 100km vor Maun kommen schwere! Schlaglöcher. 52km vor Maun ist eine Polizeikontrolle, aber KEINE VET-Control. Fahrtzeit Khama/Maun: 6 - 6,5 Stunden bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von insgesamt 100 km/h inkl. kurzer Pausen. Um 15:00 Uhr (wir fuhren um 08:00 Uhr los) erreichen wir das Rest-Camp, nachdem wir Einkäufe getätigt und vollgetankt haben. Seit wir das letzte mal in Maun waren (2009), hat sich viel geändert: Ein neuer großer Supermarkt mit Tankstelle, Ampelkreuzung (im Bau) und neue Teerstraße. Auf Anhieb finde ich mich zuerst nicht mehr zurecht. 2009 war es noch alles sooo anders. Wir werden freundlich empfangen und nisten uns auf der Campsite ein, die wir haben wollten mit Blick auf den Fluß. Ein Hippo ist tatsächlich schon zu hören, leider nicht zu sehen. Und das in diesem Städchen! Wir packen aus, richten uns ein und ich und Patricia denken noch: Das Zelt auf dem anderen Platz kennen wir doch! Ich bin neugierig und gehe näher ran: Ein Handtuch hängt zum trocknen, selbst das kommt mir bekannt vor wegen des Schriftzuges (in deutsch), 2 Metallkisten...EY! Die Kisten kenne ich auch. Was ist los? 2008 und 2009 waren wir mit zwei Fürstfeldbrucklern (FFB), Jochen und Annette unterwegs. (www.africa-wildtours.com). 3 Jahre haben wir sie nicht gesehen! Und heute stehen sie taggleich auf dem Platz neben uns. Sie sind nicht da und mit ihrem Landy unterwegs. Vermutlich holen sie Gäste am Flughafen ab, um den nächsten Trip durch Afrika zu machen (? ) Eine halbe Stunde später kommen die beiden tatsächlich an. Patricia schnappt sich 3 Windhoek-Lager und geht schnell auf die beiden zu. Die Überraschung ist natürlich groß! Wir hocken uns alle direkt zusammen und lauschen den beiden zu, was ihnen bei Ihren jährlichen, fast 8 Monate andauernden langen Aufenthalten in Afrika so alles passiert ist und was sie gesehen haben bis spät in die Nacht. Die beiden lassen in Maun gerade Landy reparieren und sind deswegen auf einem "pit-stop" hier, bevor sie die nächsten Tage neue Gäste abholen, um dann die Wildnis zu erkunden. Mitunter prägen sich 2 Geschichten ein: In Namibia wurde ein Tourist auf dem Fußweg zum bezahlen im -glaube ich- Kaokeveld Namibias von 2 Wüstenelefanten in die Luft gewirbelt und erlag seinen Verletzungen. Trotz direkter Hilfe durch Jochen, der Schreie hörte und die Frau des Mannes völlig apathisch im Auto fand, war nichts mehr zu machen. In Zambia hatten die beiden ein weiteres unschönes Erlebnis: Trotz gehörigem Abstand zu einer Elefantengruppe ging ein Weibchen das Auto an. Jochen setzte den Rückwärtsgang an, konnte aber wegen der Bäume rechts und links nicht wenden und gab "Schub". Er kam jedoch versehentlich beim Manöver auf die Hupe. Die Elefantenkuh versenkte daraufhin einen Stoßzahn im Kühler. Glücklicherweise geschah den beiden nichts; ebensowenig der Elefantenkuh. Das aggressive Verhalten könnte vermutlich daran liegen, daß auf die Tiere durch Wilderei Jagd gemacht wird oder es ist vllt. einfach dumm gelaufen: Zur falschen Zeit am falschen Ort? Achso ... der Autovermieter "Just done it" ist übrigens pleite. Aufpassen! Morgens um 01:00 oder 02:00 Uhr irgendwas gehen wir ins Dachzelt.
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Annette, Patricia, Jochen, Micha (ich mußte knipsen) 😉
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Patricia und ich

Freitag 27.04.2012 DIE WILDNIS RUFT!

Das Frühstück am Morgen beginnen wir 3 mit Jochen und Annette. Ein schöner Morgen! Mehrere Audis mit den mächtigen Schwingen fliegen "rufend" über uns hinweg, der "Go-away"-Vogel stimmt sein Liedchen an. Die Nacht war etwas unruhiger: In der Nähe ist wohl eine Disco und man läutete hier schon am Donnerstag bis morgens früh das Wochenende ein. Wir spülen, packen ein, verabschieden uns von Jochen und Annette und verlassen um 08:00 Uhr das Rest Camp. Heutiges Ziel: 3rd Bridge, vorbei an der Kaziinki-Lodge über eine staubige Gravel-Road zum South Gate. Einige wenige Leute verkaufen zu kleinen Bündeln geschnürtes Mopane-Holz. Zeitweise sind auch einige Rundhütten zu sehen. Ich bremse scharf ab! Ein Chameleon (gelb) kreuzt die staubige Piste. Oh Mann. Ausgerechnet jetzt überholen uns 4 Fahrzeuge. Das Chameleon mitten auf der staubigen Piste. Es hat Glück. Als der Staub sich lichtet, hat das Tier das andere Ende erreicht und verschwindet im gelblichen Gras. Wir fahren weiter. Am Gate werden die Papiere gecheckt; eine VET-Control ist nur für Fahrzeuge in herauskommender Rtg. bestimmt. Na, das fängt ja gut an. An einer größeren Wasserstelle taucht gerade eine Gruppe von etwa 30 Elefanten auf, trinken, die kleinen planschen im Wasser herum, einige duschen sich; die Mutter behält uns jedoch im Auge. Als die Eli's nach 30 Minuten wieder in den Mopane-Bäumen verschwinden, fahren wir weiter um nach einigen Metern wieder auf Elefanten mit Jungtieren unmittelbar am Weg zu treffen. Wir fahren jedoch weiter. Die Geschichte von gestern hat gemahnt, gerade mit Jungtieren. Girafen, Zebras, Impalas, Gnus, noch mal Giraffen, Tsessebees, wieder Elefanten....es ist wirklich mächtig was los auf dem Weg zur 3rd Bridge! Die Strecke läßt sich auch gut befahren; 4x4 ist jedoch von Nöten. Das passieren der 1st und 2nd bridge ist kein Thema. Vor allem die 1st bridge ist seit März mit neuen Mopane-Stämmen erneuert worden. Eine Riesentrappe "steigt" auf einmal auf und verschwindet abseits des Weges im Gebüsch. Wir fahren weiter und auf einmal: GEPARDEN!!! Ein Landrover steht bereits neben dem Weg. 2 erwachsene Tiere mit drei Jungtieren, die etwas weiter entfernt im halbhohen Gras neben einem "See" sitzen. Wir sind jetzt das dritte mal in Afrika, aber das hier ist neu! Die Geparden weichen weiter vom Weg ab bis sie teilweise im höheren Gras am See fast verschwinden. Wir fahren den Weg weiter, achten aber auf sehr! gehörigen Abstand, um die Tiere ggf. bei der Jagd nicht zu stören. 2 Geparden bewegen sich Rtg. 3rd. Bridge. Wir fahren weiter. Impalas! Sie stehen in der Richtungszone der Geparden Rtg. 3rd Bridge. Und da kommen sie auch nach einigen Minuten. Warnrufe! Aber die Geparden gehen schnurstraks weiter, ohne die Tiere zu beachten. Ihnen ist das markieren heute wichtiger. Irgendwann sind sie im Gras nicht mehr zu sehen und wir fahren weiter. An der 3rd Bridge, so erfahren wir, sollen heute Morgen Wildhunde gesichtet worden sein. Na, hier ist ja mal was los! Wir suchen die angegebene Stelle ab, finden sie aber nicht. Kein Wunder. Mit einem Gebiet von 1.500 qkm ist es eh schwer sie zu finden und warum sollten sie auf uns warten? Wir fahren die Strecke wieder zurück und haben Glück: Einer der Geparden ist nur wenige Meter (sitzend) von uns entfernt. Klasse! Nach einer Stunde fahren wir zurück und stellen uns auf unsere Campsite. Was riecht hier so? Einer der Ersatztanks an der Seite hat einen leichten Riß. Der Diesel läuft tröpfchenweise heraus, wenn wir "Hubbelpisten" fahren. Zum Glück ist der minimale Riß weit, weit oben. Den Kühlschrank haben wir hochgefahren. Irgendwie kühlt er nicht richtig. Aber das kann auch daran liegen, daß sich der Aufbau hinten aufgeheizt hat, denken wir noch. Das Duschhaus an der 3rd ist total in Ordnung. 2 Deutsche Reisende, kommend aus dem Raum Leipzig sprechen noch kurz mit uns. ER findet Namibia so toll, weil da alles so unglaublich deutsch ist. Das gefällt ihm so gut. Jetzt wollten sie aber etwas neues kennenlernen, vermissen jedoch die Zäune auf den Campsites. Ja! Die hat Botswana glücklicherweise nicht zu bieten. Wir machen das Feuer an und grillen unser Rumpsteak, Gurke, Tomate mit Knofi, grüner Salat und Kartoffeln. Boah! Der Kühlschrank muß dringend kälter werden. Das sind in etwa 12-14 Grad. Es dämmert und wird langsam aber sicher dunkel: Hyänenrufe. Und noch einmal. Die Rufe kommen näher. Dann: ein tiefer Löwenruf, auch näher kommend. Als es noch geschätzte 300 oder 400 Meter sind, packen wir langsam zusammen, die beiden Kartoffeln verbrennen wir direkt im Feuer, das Geschirr stellen wir in den Kastenaufbau. Alles, was jetzt noch nach Essen riecht oder gar Essen ist, kommt weg. Wir gehen in die Dachzelte. Schon wenige Minuten später bricht Gepolter los: Einige Campsitebesucher schlagen Löffel gegen Töpfe. Hyänen- UND Löwenrufe sind deutlich näher gekommen, scheinbar zu nah. Auch mehrere Hippos melden sich jetzt zu Wort. Wir schauen aus dem Gazeh-Fenster und siehe da: Die Glut verschwindet und taucht wieder auf. Am nächsten Morgen werden wir Hyänen-tracks finden. Es war ihr Schatten. Geil!
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zuletzt bearbeitet 05. Juni 2012
Themenstarter238 Beiträge · seit 201105. Juni 2012 · #15
Hallo Miss Ellie,
ja, Martins Drift ist auch richtig. Ich glaube, daß Grobler ZA und Martin die BOT-Seite ist oder umgekehrt? ...bin mir nicht sicher.

Beste Grüße
Sven
Themenstarter238 Beiträge · seit 201107. Juni 2012 · #16
Reisebericht Afrika 2012 Part IV

Samstag 28.04.2012 GEPARD

Wir stehen recht früh auf und machen uns zu einem Game-Drive auf, bevor wir duschen und weiterfahren. Schon exakt nach 3,06km ab 3rd. Bridge lt. GPS Rtg. South Gate treffen wir wieder auf unsere Geparden: Max. 10 Meter entfernt. Dann verschwinden die drei nach einigen Minuten, allerdings laufend ins Gras und Gebüsch. Eine Jagd? Na, der Morgen wäre ja schon mal gerettet! Wir fahren zurück, frühstücken, duschen und fahren, ohne das Gate der 3rd Bridge zu verlassen Rtg. 4th Bridge, deren Weg innerhalb der Campsites abzweigt und zack! ich fahre mich im Tiefsand fest, weil ich die Kurve etwas großzügig genommen habe. Der 4L im zweiten Gang hilft da auch nicht. Tief haben wir uns nicht eingegraben (die Kupplung soll ja nicht leiden), also Spaten raus und freigraben. Eine blöde Stelle. Hohes Gras rechts und links, die Löwenrufe diese Nacht...wirklich ungünstig. ...schnell freigegraben und weiter. Patricia und Micha haben in der Zwischenzeit das Gras im Auge behalten. Die Strecke ist bis auf einige Eli's im Gegensatz zu den letzten Strecken langweilig: Mopanebäume , Mopane, Mopane bis wir Xaxanaxa, unseren nächsten Punkt gegen Mittag erreichen. Im Gegensatz zum Khama ist es schön warm und sonnig. Die Sonne hat auch ihre Spuren hinterlassen: Mein rechter "Manta-Arm" hat Farbe bekommen, während der linke heller ist. (wir haben ja links-Verkehr) Wir beobachten die Baboons, eine Mutter mit Baby unter'm Bauch am Platz bei einem Bier. Die Tiere springen in die Bäume, suchen nach Eßbarem. Unter anderem essen sie auch pflaumengroße grüne Früchte. Auch wir probieren eine der süßlich schmeckenden Dinger. Wir kennen den Geschmack, können aber nicht analysieren, was genau das sein mag. Xaxanaxa hat sich seit 2009 geändert: Neuere Braai-Grills, die Abolution ist auch erneuert und o.k. . Elefantendung liegt vor den Bäumen, auch noch nicht sooo alt. Wir müssen noch etwas Holz sammeln. Stühle und Tisch lassen wir am Platz und fahren los. Wir werden ja 3 Nächte hier verbringen. Holz finden wir, sehen aber kaum Tiere: ein paar wenige Zebras, einen Waterbuck, wenige andere Tiere, das war es dann fast auch schon.
Wir kommen an unseren Platz XA-1 zurück und grillen. Ein Steak lasse ich in der Mülltonne verschwinden. Der Kühlschrank macht jetzt richtig Ärger und ist wärmer als die Außentemperatur. Na toll! Auf der Nachbar-Campsite stehen 2 Franken, Thomas und Heike. Sie fragen uns nach einem Bier (short on fuel) 🙂 , kühlen es aber in ihrem fridge nebst einigem Zeug von uns nach . Sie werden morgen nach Maun fahren. Sie haben sich mit den Lebensmitteln und Getränken verschätzt. Sie wundern sich, daß Micha zum ersten mal Afrika besucht und dann schon direkt Botswana ohne seine Zäune besucht. Zwar sei der Krüger wie Disney-Land, aber direkt Botswana? Zeitgleich sagt Heike uns, daß sie bei Geräuschen sofort! wegläuft. Na Leute, so erfahren seit Ihr aber auch nicht. Die goldene Regel lautet: "Nur das Essen rennt durch den Busch". Auf die beiden komme ich noch zurück.

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Sonntag 29.04.2012 DIE BEGEGNUNG

Nach einem ausgedehnten Game-Drive kommen wir wieder an XA-1 zurück. Diese Nacht gab es laute Riechgeräusche unmittelbar am Auto. Durch's Gazeh-Fenster konnten wir das Tier ausmachen, weil ein Südafrikaner zu uns rüberleuchtete: Eine Hyäne. Meine Güte! Ein echt großes Tier. Auch das riechen oder schnuppern ist sehr laut. Die Hyäne gibt sich auch keine "Mühe", leise durch die Nacht zu laufen. Ich finde, sie ist recht laut. Überall knackt und raschelt es, wo sie langläuft. Wir sehen sie leider nur kurz und sie verschwindet in die Nacht. Trotzdem: So viel wie 2009 hier im Moremi los war, so wenig sehen wir dieses Jahr. Kein Hippo zu sehen, zwar auch Lechwes und Gnus aber längst nicht in der Zahl, wie wir es hier gewohnt waren. 2009 kämpften 2 Hippos hier am frühen Morgen mit Geräuschen "wie aus Jurassic-Parc".
Nun denn, am frühen Mittag setzen wir uns auf die Stühle, genießen die Stille und die Aussicht, bis ich auf einmal einen Elefanten, nur 20 Meter von uns entfernt, entdecke. Man sollte es nicht glauben, aber diese riesen Tiere sind unglaublich leise. Wir stehen langsam auf und stellen uns an die Motorhaube. Der Elefant kommt jedoch an das Auto heran (Rückseite) so daß wir um das Auto herum gehen und uns dann INS Auto setzen. Der Elefant kommt näher, obwohl es fast nicht mehr näher geht: 1 oder 2 Meter trennt das Auto vom Tier und jetzt kommen die grünen, süßlichen Früchte von gestern zum Tragen: Wir stehen unter einem Amarula-Baum!!! Elefanten lieben Amarulas. O.k. Da müssen wir uns wohl kurz gedulden, bis das Tier genüßlich jede einzelne Amarula mit dem Rüssel aufnimmt und jetzt auch auf Hautkontaktentfernung vom Auto entfernt ist. Eine unschöne Situation. Im Rückspiegel kommt noch ein zweiter Elefant. Toll! Es ist richtig warm im Auto. Zwar sind die Scheiben leicht nach unten gefahren, heiß ist es aber trotzdem. Es ist windstill. Aufgrund der Nähe der Elefanten machen wir keine Geräusche. Diese beiden Elefanten dürftem jedem Xaxanaxa-Besucher bekannt sein. Die beiden Tiere "wohnen" hier. Mittlerweile soll es aber auch einen größeren hier geben, der mit Vorsicht zu genießen sei, sagte Thomas uns gestern abend und zack! Da kommt er als Dritter im Bunde. Unser Auto scheint auch im Weg zu stehen. Denn unter dem Auto liegen Amarulas. Man kann förmlich sehen, wie einer der Elefanten überlegt, wie man dieses weiße Dingsda beiseite schaffen könnte, um an die Früchte zu kommen während die drei Leute im weißen Dingsda überlegen, wie sie mit dem Auto wegkommen. Das Auto steht zum schnellen wegfahren blöd. Hinter uns ein Baum, vor uns der Sumpf. Ohne mehrmaligen hin-und herrangierens kommen wir über den Weg nicht weg. Aber da stehen ja auch eh 2 der 3 Elefanten, die sich jetzt aber langsam trollen....wenn sie könnten. Einige Ranger mit Fahrzeugen und Lodgetouristen an Bord versperren ihnen den Weg. Starten die Fahrzeuge mit aufbrüllenden Motoren, was die Tiere verschreckt, leicht aggressiv macht und wieder zurückkommen....zu uns. Ne, is klar! Die drei Elefanten hängen auf XA-1 fest....wie wir, denen es jetzt mächtig heiß wird. Die Sonne knallt auf's Auto. Immer wieder tauchen Fahrzeuge auf...das scheint kein Ende zu nehmen. Nach erst 1 1/2 Stunden können wir durch Handzeichen einen Ranger auf uns aufmerksam machen, der -ohne Touris- durchs Gebüsch zu uns gefahren kommt. Ich bin dermaßen geladen, daß ich erst einmal mit einem mehr als deutlichen Groll den Ranger frage, ob seine Kollegen "einen an der Klatsche" 😠 hätten und ob es sich um Freizeitranger handeln würde. Denn schließlich konnten alle unser Auto sehen. Mit ein wenig nachdenken dürfte bekannt sein, daß sich in der Nähe von Autos in der Wildnis auch Menschen aufhalten. Darauf wurde aber der Lodgetouristen wegen scheinbar keine Rücksicht genommen. Naja, wir fahren durch das Gebüsch von XA-1 raus und fahren zum Gate am kleinen Xaxanaxa-Flugfeld. Ich bin immer noch auf 180. Wir erhalten Platz XA-4 statt XA-1. Wir haben keine Lust, wiederholt eine Zwangspause im Auto machen zu müssen. Die Dame am Gate fährt mit uns mit um den Platz zu inspizieren. XA-4 wollte ich eh von Anfang an haben, aber das klappte ja, wie schon am Anfang beschrieben, nicht ohne weiteres. Nun denn, wir kommen an, und wer steht auf Platz 4? Klar Ein Elefant! 😣 Patricia und Micha stellen sich ans Waschhaus, während ich die Dame vom Gate zurückfahre und dann Tisch und Stühle holen will...aber auch dort steht ein Elefant. Erst später, als alle drei Eli's verschwinden, können wir die Dachzelte aufbauen und das Abendessen am Lagerfeuer starten.
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zuletzt bearbeitet 07. Juni 2012
8'680 Beiträge · seit 201007. Juni 2012 · #17
Mööönsch Sven, das war ja eine richtig spannende Episode! Da hab ich doch glatt meinen Kaffee kalt werden lassen 😁

Danke - und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung - lG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter238 Beiträge · seit 201107. Juni 2012 · #18
Hallo Bele,

da hab ich nicht gewollt. Dann setze ich mal schnell neuen Kaffee auf. 🙂

LG

Sven
1'409 Beiträge · seit 201007. Juni 2012 · #19
Hallo Sven,

that´s nature 🤩 Mit den Elis haben wir letztes Jahr auch Bekanntschaft gemacht....freue mich auf die Fortsetzung

LG
Fleur
https://www.TickerFactory.com/ Bots Zim 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283181-auf-tuchfuehlung-mit-zimbabwe-die-zim-light-tour.html KTP 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/278551-ktp-ja-wo-sind-denn-alle-hin.html CKGR/KTP 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/236736-schee-waras-ckgr-a-ktp-april-2012.html Nam/Bots 2011 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/195675-wie-alles-begannnambot-april-2011.html
171 Beiträge · seit 201207. Juni 2012 · #20
Puh, da zittert man wirklich mit!😖

Aber super, dass die Lodgetouristen anscheinend auch gerne Menschen in Bedrängnis beobachten! Ich kann deinen Ärger da absolut anchvollziehen...

Die Schnupper- und Riechgeräusche der Hyäne habe ich förmlich hinter mir gehört 😗
Südafrika, Swaziland 2010 Südafrika und Botswana 22.06.-14.07.2012 Südafrika, Swaziland 18.12.14-05.01.2015 Südafrika und Botswana 27.12.- 14.01.16 Südafrika, just Kruger 24.06. 16- 10.07.16 http://www.TickerFactory.com/