An unseren ersten beiden Urlaubstagen noch recht aktiv, nahmen sich die netten Gesellen pünktlich mit Beginn der südafrikanischen Osterferien frei und schienen, ihren bestimmt verdienten Urlaub angetreten zu haben 😉
Trotzdem hatten wir einen wunderschönen Urlaub, bei dem riesige Elefanten in Sekundenschnelle im dichten Grün unsichtbar wurden, sich enorme Büffelherden an Wasserlöchern sammelten, eine Tankanzeige in wenigen Kilometern rapide auf Null ging 🤩 , wunderschöne Unterkünfte und Tiere, die wir im bereits 5. Afrikaurlaub zum ersten Mal sahen. Löwen hatten wir ja in früheren Urlauben schon genügend zu Gesicht bekommen 😄
Unsere Unterkünfte bzw. Aufenthalte für die zweieinhalb Wochen waren so geplant: Pilanesberg NP – Marakele NP – Mapungubwe NP – Krüger NP
Den Krüger-Park kannten wir bereits aus zwei vorherigen Urlauben und entschieden uns bewusst dafür, einmal im April den Park zu besuchen. Bisher waren wir einmal im Juli und einmal im Oktober dort und kannten den Park nur sehr trocken, mit karger Vegetation und kahlen Bäumen. Außerdem konzentrierten wir uns damals mehr auf den südlichen Teil, während wir dieses Mal den Park von Norden nach Süden durchqueren wollten.
Pilanesberg NP, Marakele NP und Mapungubwe NP waren komplettes Neuland, und ich war wirklich sehr positiv überrascht, da ich mir Einiges ganz anders vorgestellt hatte. Soviel als kleine Vorausschau, denn los ging es am…
Mittwoch, 28. März 2012
Bereits am Abend zuvor standen die Taschen fertig gepackt bereit, denn ich musste ja wieder einmal noch arbeiten gehen, während Marco schon frei hatte… Doch die letzten Arbeitsstunden vergingen rasch, die Vorfreude auf Afrika stieg immer mehr. Insbesondere nach dem netten Forumstreffen in Kronau war die Vorfreude eh noch viel größer!!!
Der schlimmste Moment vor dem Urlaub ist eigentlich immer der, wenn die beiden „Hauslöwen“ dastehen und genau wissen, dass sie wieder einige Zeit alleine sind. Aber wir wissen ja, dass sie bestens versorgt werden und sie wissen es sicherlich auch: Denn so viele Leckerlies gibt’s das ganze Jahr über sonst nicht 😛
Am Flughafen konnten wir schnell all unser Gepäck abgeben und genossen noch die Zeit bis zum Abflug. Irgendwie ist es immer wieder schön nach AFRIKA zu fliegen!!!
Der Flug mit SAA war sehr angenehm und bald verschwanden wir ins Reich der Träume. Und über Nacht sieht die Welt ganz anders aus…
Liebe Grüße und wir hoffen, dass ihr viel Spaß beim Lesen unseres Reiseberichts habt!
Kathy & Marco
Teil 207. Mai 2012
Donnerstag, 29. März 2012
Johannesburg – Pilanesberg NP
Unterkunft: Valley View Guest House Kosten: Double Room, ZAR 750,- Strecke: 288 km
AFRIKA wir sind da! Die Passkontrolle ging zügig, das Gepäck kam schnell und auch an der Vermietstation fürs Auto war nicht so viel los. Glück gehabt 🤪 Alles verstaut, machten wir uns auf den Weg und kamen kurz hinter dem Airport gleich in die erste Polizeikontrolle. Glücklicherweise hatten wir unsere internationalen Führerscheine dabei, die wir noch nie in einem Urlaub gebraucht hatten. Irgendwie verstanden wir die „coolen Witze“ des Polizeibeamten nicht wirklich. Mag es daran liegen, dass wir einen Nachtflug hinter uns hatten, oder daran, dass er Deutschland nicht gerade gut fand??? Naja, kurz darauf kam eine total nette Polizistin und die Freude auf Afrika stieg!
Der Weg führte Richtung Rustenburg, wo wir unsere ersten Einkäufe tätigten. Am „vermeintlichen WM-Stadion“ vorbei stellten wir fest, dass das eigentliche WM-Stadion doch woanders stand 😗 Etwas geschockt war ich von den noch immer vorhandenen „WM-Wänden“, die an einer Ausfahrtsstraße standen. Sie sahen mittlerweile sehr verkommen aus. „Welcome to Rustenburg“, naja… Es hatte sicherlich 2010 einen Grund für diese Wände!?
In unserem bereits vorgebuchten B&B in Mogwase machten wir uns etwas frisch und beschlossen, gleich unseren ersten Game Drive zu machen, von dem ich mir im Pilanesberg NP gar nicht so viel versprach.
Gleich nach dem Main Gate sahen wir zuerst natürlich… IMPALAS! Wie toll, wenn man diese wunderschönen Tiere einige Monate nicht gesehen hat! Bestimmt würden sie wieder diejenigen sein, die einem am frühen Morgen als erste begrüßen und als letzte verabschieden 🤪 Am ersten Tag in SA sind natürlich alle Tiersichtungen immer wieder etwas ganz Besonderes: Hornbills, die an die Autoscheibe klopfen, Waterbucks, Hippos, die ersten Rhinos und, und, und… Überall im Park stand noch richtig viel Wasser und es war unbeschreiblich grün!
Doch was war das? Ein kleiner Auflauf von Autos, ich glaube es waren 3 Stück. Es würde doch nicht etwa am ersten Tag im Pilanesberg NP eine Katze sein??? Ne, das konnte ja nicht sein! Und doch!!! Zuerst sahen wir nur eine Löwin und kurz darauf 2 Junge, die an einem Riss fraßen. Die Kamera mit dem großen Objektiv war natürlich noch bestens verpackt im Fotorucksack 😈
Die Zeit bis zum Torschluss drängte. Hui, bereits am ersten Abend wieder „STRESS“, aber 2 Minuten vor Schluss erreichten wir das Gate.
Bei der Suche nach einem Restaurant im netten Örtchen blieb heute nur… ein Drive Inn Schalter 😐 Sonst gab es nichts, zumindest entdeckten wir nichts anderes! Wir nahmen unser Essen mit ins Zimmer, und so schlecht war es gar nicht. Wir waren aber auch so müde, dass wir gleich in unsere gemütlichen Betten fielen.
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 308. Mai 2012
Freitag, 30. März 2012
Pilanesberg NP
Unterkunft: Valley View Guest House Kosten: Double Room, ZAR 750,- Kilometer: 108 km
Heute Morgen war es richtig neblig, doch nach dem leckeren Frühstück fiel es nicht schwer, sofort wieder in den Pilanesberg NP aufzubrechen. Schon auf dem Weg zum Gate klatschten die ersten Regentropfen auf die Scheiben. Ich hatte mir im Vorfeld immer einen Tag im Krüger-Park mit Regen gewünscht, bei dem ich schöne Aufnahmen von Tieren im Regen machen konnte. Allerdings verkrochen sich diese irgendwo und waren nicht zu sehen. Nur Hippos, Waterbucks und Impalas trotzten dem Regen.
Der Regen hielt jedoch nicht lange an und während unserer Fahrt durch den Park wurde es klarer und immer mehr Tiere zeigten sich.
Nach einem kurzen Picknick-Stopp am Kubu Picnic Area verließen wir den Park am Bakubung Gate, um nach Sun City zu fahren. Die Gefühle waren gemischt, aber sehen wollten wir Sun City doch. Eigentlich wollten wir zuerst dort übernachten, waren im Nachhinein aber froh, in unserem B&B gewesen zu sein. Eigentlich passt für Sun City genau ein Wort: KRASS! Mitten in Afrika ein kleines Las Vegas.
Doch nach knapp zwei Stunden zog es uns zurück in den Park 🙂 Wir beschlossen noch einmal zu dem Ort zu fahren, an dem gestern die Löwen waren und es war tatsächlich die richtige Entscheidung! Die jungen Löwen waren sehr munter und zeigten sogar einige Raufeinlagen.
Heute begannen jedoch auch die südafrikanischen Osterferien und scheinbar war es für die Löwen die Vorfreude auf ihre Auszeit...
Auf dem Rückweg fuhren wir am Mankwe Hide vorbei, wo wir Kingfisher beobachten konnten. Langsam zogen dunkle Wolken auf und die näher kommenden Blitze wirkten bedrohlich. Trotzdem kamen wir wieder einmal erst kurz vor Schluss ans Gate, aber während es weiter blitzte, blieb es dennoch trocken.
Das Abendessen hatten wir für heute im B&B vorbestellt und bekamen ein superleckeres Essen! Na, hätten wir das nur mal gestern schon gewusst 😄 Marco bekam ein Steak, ich seeehr leckeren Fisch. MIAM, MIAM!
Währenddessen brach ein heftiges Gewitter los. Weitere Kerzen wurden vorsorglich bereitgestellt falls der Strom ausfallen würde. Der kleine Kater versteckte sich in der letzten Ecke unter einem Tisch. Es schien hier, nach Aussagen der Besitzerin des B&B´s, schon ein sehr heftiges Gewitter zu sein und für unser Zimmer bekamen wir noch eine extra Lampe mit Kerze bereitgestellt. Doch das Gewitter verzog sich langsam wieder und nach dem leckeren südafrikanischen Rotwein und Bier zum Abendessen schliefen wir hundemüde ein.
Nach dem wieder leckeren Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und bezahlten den Rest unserer Rechnung. Wir verabschiedeten uns (nicht wissend, dass wir dieses Jahr noch einmal wieder kommen würden 😉 ), kauften in einer kleinen Butchery noch etwas Fleisch und Boerewors und an einem Straßenstand Gemüse und Obst ein. In Thabazimbi erledigten wir die restlichen Einkäufe für die nächsten Tage und auch ein Besuch im Bottle Shop durfte nicht fehlen 😗 Noch kurz getankt und den Reifendruck überprüft und schon ging es zum Gate des Marakele NP.
Beim Einchecken waren wir ganz gespannt, ob wir wie gewünscht das Lourie Tent bekommen würden. Und tatsächlich, wir bekamen das Tent ganz am Rand!!! Neben vielen weiteren Tieren sahen wir auf dem Weg zum Camp unsere ersten Klippspringer. Leider waren sie doch recht scheu und verzogen sich rasch ins Gebüsch.
Vom Tlopi Camp und unserem Tent waren wir gleich sehr angetan und genossen die wunderschöne Aussicht auf die Berge und den See. Ein Buschbock graste wenige Meter von uns entfernt, direkt neben der Terrasse lagen zwei große Warane und die riesigen Welse platschten im Wasser. Einfach toll!
Am späten Nachmittag brachen wir noch zu einem Game Drive auf. Ziel war der Lenong Viewing Point. Bereits in Kronau berichteten uns Carsten und Kerstin (Casimodo & Esmeralda 68) von der doch abenteuerlichen Strecke dahin, und mir war schon etwas mulmig zumute. Der Lenong Drive ist zwar geteert, aber einige Kilometer haben es wirklich in sich. Die Straße ist teilweise gerade breit genug für ein Auto und ich hoffte immer inständig, dass nicht irgendwo ein anderes Auto entgegen kommen würde, denn ich saß ja auf der linken Seite, direkt am Abgrund 🤩 Immer höher ging es hinauf und eine Leitplanke war natürlich Fehlanzeige! Auf dem höchsten Punkt angekommen entschädigte aber die herrliche Aussicht für die nervenaufreibende Fahrt und mit dem Fernglas konnten wir unzählige Kapgeier beobachten, die majestätisch ihre Kreise zogen.
Der Weg zurück war ebenfalls sehr beeindruckend, zumal ich es etwas mehr genießen konnte, da ich ja jetzt an der Hangseite saß 😛 Autos würden zu dieser späten Zeit sicherlich auch nicht mehr entgegenkommen, somit konnte ich die Aussicht und die Landschaft richtig genießen.
Mit einer Punktlandung kamen wir um 17.59 Uhr wieder im Camp an und beobachteten mit einem Sundowner das rege Treiben am Tlopi Dam. Das erste Grillfeuer wurde angezündet und es gab zum allerersten Mal in diesem Urlaub leckere Boerewors, Salat und ziemlich schwarze (eigentlich verbrannte…) Kartoffeln, uuups… In der Nacht war es recht frisch, so dass sogar Marco eine dicke Decke brauchte, ich fror diese Nacht ziemlich!
Heute Morgen war selbst Frühstück machen angesagt. Da Marco meist immer zuerst aufsteht, holte er vier Brötchen zum Auftauen aus dem Gefrierschrank. Hatte ich im Halbschlaf nicht noch erwähnt, dass er sie im Küchenzelt auftauen lassen soll??? Ne, hatte ich sicherlich geträumt 😕
Originaleintrag von Marco aus unserem „Roadbook“ (so heißt unser Buch, in dem Marco abends immer die Erlebnisse aufschreibt): Ich stellte die Brötchen auf einem Teller in die Sonne. Am Auto unterhielt ich mich kurz mit dem südafrikanischen Nachbarn. Und schon sah ich hilflos mit an, wie ein Vervet Monkey zwei Cheese Rolls vom Teller klaute. Tja, das fünfte Mal im südlichen Afrika und noch immer nicht gelernt, dass man Essen nicht ohne Aufsicht lässt.“
Ne, ich hatte es nicht geträumt 😉 Somit fiel das Frühstück etwas spärlicher aus, macht ja aber auch nichts.
Heute Morgen wollten wir uns die untere Sektion anschauen und die kleinen Loops abfahren. Auf dem Weg dorthin sahen wir auch wieder die hübschen Klippspringer und viele andere Tiere.
Gegen Mittag kehrten wir zu unserem Tent zurück und legten eine kleine Pause ein, bevor am späteren Nachmittag der Game Drive auf der Mbidi Road bevor stand. Die Pad war sehr ausgewaschen und Tiere machten sich an diesem Nachmittag rar, Verlass war aber wie immer auf Impalas 🙂 Dennoch hatten wir von einem Viewpoint einen tollen Blick auf das Camp, sahen hübsche Go-away-birds, einen großen Greifvogel und eine tolle Landschaft!
Zurück im Camp sahen wir an einem der ersten Tents einen Safaribus stehen. Ohje, eine „Hummeldumm-Gruppe“ war unser erster Gedanke. Und es schien sich zu bestätigen 😉 Als ich noch einmal ans Auto ging, erblickte ich den neuen Zeltnachbarn: Ausgestattet mit Safarihose, Safarihemd, kleiner Videokamera auf einem riiieeesigen Stativ und TROPENHELM 🤩 Eigentlich war es kein richtiger Tropenhelm, sondern ein aus Stoff gefertigtes Tropenhelmimitat 🤪 Aber sofort schoss mir Champagners Reisebericht „I did it …“ mit Tropenhelmträger Achim in den Kopf. Das gibt es doch nicht, wirklich ein Mensch mit Tropenhelm!!!
Heute machten wir etwas früher Feuer, genossen unseren Sundowner und legten Rinderfilet, Boerewors, Gemüse und Knoblauchbrot auf den Grill. Und was in Afrika nicht fehlen darf: Dosenbohnen mit ordentlich Knoblauch 😉 Nach dem Abwasch genossen wir noch ein wenig die Stille auf der Terrasse, die manchmal durch die an einem der vorderen Zelte versammelte „Hummeldumm-Gruppe“ unterbrochen wurde, was uns aber nicht weiter störte.
Durch Zufall entdeckte ich heute Abend in den Betten Heizdecken. Warum hatte ich denn letzte Nacht so gefroren??? Im schön vorgewärmten Bett ließ es sich richtig gut einschlafen.
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 611. Mai 2012
Montag, 2. April 2012
Marakele NP – Mapungubwe NP
Unterkunft: Leokwe Camp Kosten: Cottage, ZAR 870,- Kilometer: 460 km
Bereits früh am Morgen belagerten viele Vervet Monkeys das Küchenzelt, hüpften über die Zeltplanen und hofften auf Essen. Doch nicht mit uns, wir hatten gelernt!!! Zum Abschied von Marakele zeigten sich noch einmal alle: der Buschbock, die Warane, der Francolin und die großen Welse.
Zum letzten Mal ging es die holprige Piste hinab zum Big-Five-Gate. Und dieses war… defekt!!! Super, heute hatten wir eine lange Strecke vor uns, sind extra früh aufgestanden und jetzt das. Auf der anderen Seite des Gates sahen wir, dass wohl jemand die komplette Toröffnungsanlage niedergefahren hatte. Auf unserer Seite hing ein Zettel: „Tor defekt“ – den Rest konnten wir nicht entziffern. Na klasse! Anruf per Handy auf der „Notfallnummer“ – keiner ging ran. Somit warteten wir einige Zeit, doch es kam kein Auto, wir standen da, noch immer in der Big-5-Section. Nach einiger Zeit beschlossen wir, dass doch jemand (Marco 😗 )aussteigen musste, um das Tor zu öffnen. Hui, Elektrozaun links, Elektrozaun rechts, aber einem Elektriker mag das ja nichts anhaben…
Eintrag von Marco aus dem Roadbook: Nach einer Weile öffnete ich das Gate mit dem Fuß (Elektrozaun) auf der anderen Seite konnten wir dann den Zettel lesen: „Tor mit Hand öffnen“.
Toll, das hätte man ja auch auf die andere Seite des Gates schreiben können und alle Aufregung wäre umsonst gewesen 😠
Weiter ging es dann zum Main Gate, wo wir noch weitere Tiere und eine Giraffe sahen, die vermutlich einen Dorn verschluckt hatte und immer würgte. Hier in Deutschland kann man einen Tierarzt verständigen, mit seinen Haustierchen dorthin gehen, aber in Afrika??? Sie tat mir richtig leid…
Nachdem wir Marakele verlassen hatten fuhren wir nach Thabazimbi und weiter nach Lephalale. Einige Kilometer vor Lephalale entdeckten wir einen Shop, der Wildfleich verkaufte. Dort deckten wir uns mit tollen Sosaties, Game-Burgern, Boerewors und Billtong ein. In Lephalale kauften wir die restlichen fehlenden Dinge und brauchten mal wieder Bargeld. Am ATM am Pick´n´Pay war eine riesige Schlange, nächster Automat leer, nächster Automat… leer… Es war Monatserster und auch direkt bei der Bank war eine Schlange, die ich in Deutschland nie zuvor an einer Bank gesehen hatte! Ein paar wenige Rand hatten wir noch und beschlossen, nicht eine Stunde in der Schlange anzustehen.
Also fuhren wir weiter Richtung Alldays. Kurz nach Grobler´s Bridge wurde die Straße schlechter, die Schlaglöcher waren so groß, dass man darin hätte verschollen gehen können. Total abgelenkt von den Potholes kam irgendwann der Blick auf die Tankanzeige. Heute Morgen war noch alles okay, der Tank meeehr als halb voll. Mit einem Schlag ging die Anzeige gegen Null, die Tankleuchte sprang an und es waren noch über 50 Kilometer bis zur nächsten Tankstelle. Na, das fehlte heute ja gerade noch. Ich sah mich schon mit unserem ganzen Hab und Gut mitten in Afrika stehen, während Marco irgendwo Benzin besorgte, mit dem wenigen Bargeld, das wir noch hatten. Wir zählten jeden Kilometer, den wir näher an eine Tankstelle kommen würden. Die Nadel der Tankanzeige war schon lange am Anschlag, bis die ersten Anzeichen einer Siedlung kamen. Alldays, juhu und direkt am Ortseingang eine Tankstelle!!! Viel weiter wären wir wohl nicht mehr gekommen und die letzten Kilometer waren Anspannung pur!
Das Auto getankt und am ATM auch noch Geld bekommen, fuhren wir entspannt und glücklich Richtung Mapungubwe weiter.
Am Gate checkten wir ein und fuhren zum Leokwe Camp. Der Weg dahin war komplett anders als die Pads im Marakele NP. Es erinnerte ein wenig an die Kalahari, roter Sand und karge Vegetation.
Dann sahen wir unser Chalet, das einfach nur traumhaft war.
Wir relaxten auf der Terrasse, richteten das Grillfeuer und brutzelten Kudu-Spieße, Eland-Wurst, Gemüse und Knoblauchbrot. Nach dem Abendessen genossen wir die Stille auf der Terrasse, schauten die Sterne und lauschten den Geräuschen. Plötzlich hörten wir etwas näher kommen. Im Schein der Taschenlampe stand eine African Civet. Hatte sie den Duft unseres Grillfleischs in die Nase bekommen?
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 713. Mai 2012
Dienstag, 3. April 2012
Mapungubwe NP
Unterkunft: Leokwe Camp Kosten: Cottage, ZAR 870,- Kilometer: 63 km
Diesen Morgen ließen wir geruhsam angehen, genossen die erste afrikanische Freiluftdusche, frühstückten gemütlich und sahen uns noch das Camp ein wenig an. Schon toll so ein Pool mitten zwischen den Felsen.
Zuerst fuhren wir Richtung Main Gate, da wir uns noch für den Night Drive anmelden wollten. Die kurzen Abstecher zum Limpopo Valley View und zum Nwatinugu Wasserloch ließen wir aber nicht aus. Letzteres hatte zwar zurzeit kein Wasser, dennoch zeigten sich drei ausgewachsene Kudubullen in ihrer ganzen Pracht nahe der Pad.
Vom Main Gate fuhren wir die Rundtour weiter entgegen dem Uhrzeigersinn. Teilweise sah man links und rechts des Weges Spuren, wo Elefanten „gewütet“ haben mussten. Zwei Singhabichte versuchten einen Greifvogel (ein junger Tawny Eagle?) zu attackieren.
Kurz vor der Zebra Pan waren sie dann da: Die ersten Elefanten in diesem Urlaub! Während 3 der riesigen Dickhäuter genüsslich fraßen, machte sich wenige Meter weiter ein stattlicher Elefantenbulle an einem Baobab zu schaffen.
Der Weg zum Confluence Viewpoint war teilweise recht holprig, aber für unseren kleinen Terios kein Problem. Ein kurzer Fußweg führte zu den verschiedenen Viewpoints und die Aussicht war überwältigend. Der Limpopo River führte Wasser, aber der Shashe River, Grenzfluss zwischen Botswana und Zimbabwe, war total ausgetrocknet. Unten im Limpopo-Tal trottete ein großer Elefant gemütlich entlang. Es war schon sehr beeindruckend, von SA aus auf die anderen beiden Länder zu schauen. Hier wollte ich morgen Abend noch einmal zum Sonnenuntergang hin, das war sicher! Vor dem Urlaub hatte ich mir diesen Ort schon aus Casimodos Reisebericht als „Geheimtipp“ herausgeschrieben, danke dafür 🙂
Richtung Treetop Walk sahen wir wieder einige Tiere und am Hide konnten wir unzählige Vögel, ein Krokodil und einen African Fish Eagle beobachten, den wir zuerst nur hörten, der sich dann aber erhob und über den Limpopo flog.
Nun war es an der Zeit wieder ins Camp zurück zu fahren, denn der Night Drive stand ja noch auf unserem Programm. Bisher hatten wir bei Night Drives nicht unbedingt das große Glück mit Tiersichtungen. Dennoch finde ich es immer wieder spannend, in der Dunkelheit durch die „Wildnis“ zu fahren. Im Mapungubwe NP finde ich es außerdem toll, dass man vom Leokwe Camp nach Toreschluss zuerst einmal mit dem eigenen Auto zum Main Gate fahren darf, so dass man schon den ersten „Night Drive“ alleine hat.
Wir brachen um 18:30 Uhr auf und da war es auch schon recht dunkel in dieser Jahreszeit. Um 19:30 Uhr begann dann unsere gebuchte Tour. Eigentlich sollten noch 2 weitere Personen mitkommen, aber sie sind nicht erschienen. Auch nicht schlecht, sozusagen ein „Private Night Drive“. Unser Guide war total nett und glaube ich sehr angetan davon, dass wir nicht unbedingt Löwen sehen wollten. Er erzählte uns, dass die meisten Touristen bei der Frage was sie sehen wollten, immer nur „Löwen“ als Antwort gaben. Wir hatten unsere Löwen ja schon im Pilanesberg NP gesehen und waren sicher, dass wir im Krüger-Park noch unzählige Löwen sehen würden 😉
Und so war der Drive einfach nur gigantisch, denn so viele Tiere hatten wir nachts noch nie gesehen: Die üblichen Verdächtigen wie Scrub Hares, Impalas, Gnus und Zebras durften natürlich nicht fehlen. Schlafende Giraffen, die auf dem Boden lagen, Elandantilopen, die in der Stille der Nacht mit den Hufen klickend umherzogen, ein White Rhino, das an einem Wasserloch seinen Durst stillte (eines von fünf Rhinos in Mapungubwe!) und zwei Black Eagle in ihrem Horst an der Felswand. Dann sahen wir noch Paviane, die tagsüber recht munter, draufgängerisch, ja teilweise schon frech sind, und in der Nacht wie „kleine Hosenscheißer“ auf den winzigsten Felsvorsprüngen Schutz vor Leoparden suchten. In den Felsen, in Bäumen und auf den Berghängen funkelten immer wieder die Augen von Antilopen, African Civets und Genets. Es war wirklich ein wundervoller Night Drive!
Auf dem Rückweg zum Camp, den wir wieder mit unserem eigenen Auto fahren durften, sahen wir noch einmal Zebras und Impalas. Auf unserer Terrasse erzählten wir noch ein wenig von unseren heutigen Erlebnissen und hörten auf einmal Geräusche. Schnell die Taschenlampe geholt und hui, Wasserböcke grasten genüsslich vor unserem Chalet. Da nahezu Vollmond war, konnten wir sie im Mondschein noch eine lange Zeit beobachten. Was für ein Tag!
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 814. Mai 2012
Mittwoch, 4. April 2012
Mapungubwe NP
Unterkunft: Leokwe Camp Kosten: Cottage, ZAR 870,- Kilometer: 54 km
Heute war unser erstes Ziel der Treetop Walk. Hier wollten wir noch etwas mehr Zeit verbringen, da es uns gestern so gut gefallen hatte. Bereits auf dem Weg dahin hatten wir einige nette Sichtungen und am Limpopo River hörten wir wieder den Ruf eines African Fish Eagles.
Nun fuhren wir weiter zur Zebra Pan. An dem Felsen, an dem wir gestern beim Night Drive die Black Eagle sahen, konnten wir zwar deren Horst ausmachen, allerdings war von den Vögeln nichts zu sehen.
Der 4x4-Loop zur Khongoni Plain erinnerte wieder sehr an den KTP 🙂 Elandantilopen streiften in kleineren Gruppen durch die Landschaft oder ruhten sich unter den wenigen Bäumen im Schatten aus.
Auf dem Rückweg fuhren wir am Interpretive Centre vorbei, das wirklich sehr interessant ist. Wir fragten uns jedoch immer wieder, wie dieses Gebäude und das ganze Personal wohl bezahlt werden würden. Wir waren eine der wenigen Gäste (wir sahen keine weiteren…) und genossen in jedem Raum die Aufmerksamkeit eines Angestellten, schade eigentlich für diese tolle Ausstellung…
Zurück im Camp stellten wir fest, dass wir keinerlei Kleingeld mehr hatten, welches wir am nächsten Tag als Trinkgeld nehmen konnten. Kurzerhand lief Marco zum Nachbarchalet um zu fragen, ob sie uns nicht die größeren Scheine wechseln könnten. Nachdem etwas Zeit vergangen war und sich mein Mann wieder „verquatscht“ hatte (ich wollte doch zum Sonnenuntergang an den Confluence Lookout!!!!) stellte sich heraus, dass unsere Nachbarn ausgewanderte Deutsche waren, die nun schon seit vielen Jahren in SA wohnten. Kurzerhand luden sie uns am Abend zu einem Drink ein!
Irgendwie schafften wir es dann doch noch zum Pinnacles Viewpoint und dem schönen Sonnenuntergang am Confluence Lookout. Es war traumhaft schön, wir sahen Rock Dassies auf den Felsen und als die Sonne untergegangen war, kamen unzählige Fledermäuse aus den Felsnischen hervor, ein tolles Schauspiel!
Im Halbdunkeln machten wir uns auf den Rückweg und nahmen die nette Einladung unserer Nachbarn an. Auf deren Terrasse unterhielten wir uns angeregt mit ihnen und ihren südafrikanischen Freunden bei Bier, Wein und selbstgemachter Gnu-Boerewors. So erfuhren wir wieder viel über das Leben in Südafrika.
Als wir wieder zurück in unserem Chalet waren und noch etwas die Stille auf der Terrasse genossen, bekamen wir wieder Besuch von einer African Civet. Hier würden wir es noch länger aushalten. Doch morgen geht es weiter in den Krüger-Park (gell, bayern schorsch?!?!)
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 916. Mai 2012
Donnerstag, 5. April 2012
Mapungubwe NP – Krüger NP
Unterkunft: Punda Maria Rest Camp Kosten: Safari Tent, ZAR 735,- Kilometer: 305 km
Morgens besuchte uns noch einmal ein Steinböckchen und gegen 9 Uhr verließen wir etwas wehmütig das tolle Leokwe Camp. Ach, hier war es wirklich schön 🙂
Obwohl ich mich seeehr auf den Krüger-Park freute, hatte ich auch noch die etwas älteren, muffigen Unterkünfte vor Augen, bzw. in der Nase 😣 die wir 2008 und 2009 erlebten.
In Musina füllten wir noch unsere Vorräte für die nächsten 9 Tage auf und die letzten 10 km vor dem Pafuri Gate waren eine riesige Baustelle. Nach dem kurzen Einchecken waren wir im Park und die ersten Tiere, die uns begrüßten, waren IMPALAS. Kurz darauf folgten auch schon jede Menge Elefanten.
Im Punda Maria Camp angekommen, waren wir froh, ein Tent gebucht zu haben, denn diese liegen etwas abseits. Tent 1&2 waren relativ neu gemacht, wir bekamen allerdings noch ein älteres Tent. Im Nachhinein war es trotzdem schön, insbesondere die riesige Terrasse fand ich toll!
Etwas später fuhren wir noch die ersten Kilometer des Mahonie Loops. Wir sahen Elefanten, Kudus, Impalas, Zebras und eine Büffelherde.
Kurz vor 18 Uhr kamen wir ins Camp zurück und machten das erste Mal Feuer mit Holzkohle, da es sehr, sehr windig war. Währenddessen konnten wir eine Büffelherde hören, die direkt unten am Zaun entlang zog und graste.
Heute Abend gab es Geburtstagsessen: Kudu-Burger, Boerewors und Lamm, dazu Grillbrot und „Ufozucchinies“. Während des Essens sah ich auf einmal etwas huschen. Wir bekamen Besuch von einem zuckersüßen Buschbaby 😘 und beobachteten es eine ganze Weile, denn es hätte wohl sooo gerne etwas von unserem Essen abgestaubt 🤪 Nachdem sich das Bushbaby verzogen hatte, raschelte es wieder ganz leise: Im Schein der Taschenlampe entdeckten wir, zum ersten Mal so nah, zwei Ginsterkatzen. Die größere Ginsterkatze ließ sich direkt auf einem Stein vor dem Tent nieder und putzte sich, während die Kleinere etwas weiter hinten saß. Wir waren so fasziniert, dass wir nicht bemerkten, dass sich das Buschbaby nun wieder von hinten anschlich 😗
Na, wer hat schon zum Geburtstag solch amüsante, tierische Gäste, einen wunderschönen afrikanischen Abendhimmel und wahnsinnig schöne Geräusche in der Wildnis??? Schöner als jede Geburtstagsfeier!!!
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 1017. Mai 2012
Freitag, 6. April 2012
Krüger National Park
Unterkunft: Punda Maria Rest Camp Kosten: Safari Tent, ZAR 735,- Kilometer: 105 km
Diesen Morgen wollten wir einen frühen Game Drive machen, kamen aber erst um 6:20 Uhr los. Trotzdem begegneten uns auf dem Mahonie Loop Elefanten, ein grimmiger Büffel, stattliche Kudu- und Nyala-Bullen und noch einmal eine größere Herde Büffel.
Gegen Ende des Loops entdeckten wir im weichen Sand Leopardenspuren, sie waren sehr deutlich zu erkennen, denn es schienen vor uns höchstens zwei Autos gefahren zu sein. Wir drehten noch einmal um, folgten den Spuren, aber den Leoparden konnten wir im dichten Grün nirgendwo finden. Wir fuhren noch kurz zum Punda Maria Gate, einfach um es einmal gesehen zu haben und auf dem Rückweg zum Camp stolzierten Hornraben im hohen Gras neben der Straße.
Auf der Terrasse frühstückten wir, schrieben Postkarten und genossen das ganze Ambiente. Am frühen Nachmittag liefen wir den Flycatcher Trail im Camp, sahen Buschböcke und konnten so auch die Pflanzen näher betrachten. Riesige Euphorbien standen mitten in der dichten Vegetation.
Danach liefen wir noch zum Hide. Zuerst kamen „Pumbas“, die sich genüsslich im Schlamm suhlten, zwei Marabus nutzten den Rand des Wasserlochs als Landebahn und Nyala-Kühe zogen vorbei.
Am späteren Nachmittag brachen wir noch einmal zu einem Game Drive auf.
Im Licht der untergehenden Sonne erschien eine riesige Silhouette auf der Straße. Es war ein einsamer Elefantenbulle, der gemütlich auf uns zu trottete. Tja, unser Weg zum Camp war versperrt. Aber der Elefant entschied sich nach einer Weile, doch in den Busch abzubiegen. Erleichtert fuhren wir weiter und bestaunten die enormen Fußabdrücke des Elefanten auf der Pad. Die untergehende Sonne blendete immer mehr und wir konnten nicht mehr viel vor uns auf der Straße sehen. Und dann stand kurz darauf ein weiterer riesiger Elefantenbulle direkt neben der Piste. Wir hatten ihn zu spät entdeckt und er wedelte schon mit den Ohren, machte eine schnelle Bewegung auf uns zu. Marco legte sofort den Rückwärtsgang ein. Ein Elefantenbulle hinter uns, einer vor uns… Uns lief wieder mal die Zeit davon, um pünktlich ins Camp zurück zu kommen. Doch auch dieser Elefantenbulle beruhigte sich nach einiger Zeit und wählte einen anderen Weg.
Auf dem restlichen Weg zurück ins Camp hätten wir noch viel mehr Zeit gebrauchen können, denn überall waren Tiere versammelt. Das große Highlight stand aber noch bevor: Wir beschlossen, noch einmal an den Hide zu gehen, und uuups, eine riesige Büffelherde war gerade da! Grob gezählt waren es über 100 Tiere. Was für ein Schauspiel! Anfangs konnten wir sie noch gut beobachten, später funkelten nur noch die Augen der Tiere.
Nach dem Braai besuchte uns wieder die Ginsterkatze, wohl in der Hoffnung, etwas Essbares abzustauben. Sie kam sogar auf die Terrasse gesprungen. Wir blieben aber hart, Wildtiere werden nicht gefüttert, was aber manchmal schwer fällt…
Da heute eine längere Fahrt bevorstand, ließen wir den Morning Drive aus. Nach einem schnellen Frühstück, bei dem wir von den um uns herumturnenden Vervet Monkeys beobachtet wurden, luden wir das Auto.
Auf dem Weg nach Shingwedzi sahen wir immer wieder riesige Elefantenbullen alleine durch das Mopane-Sträucherveld ziehen, ebenso Zebras und die ersten Strauße im Krüger-Park. In Shingwedzi legten wir, naja ich 😗 einen kurzen Toilettenstopp ein und fuhren dann noch einen kleinen Umweg zum Kanniedood Hide.
Richtung Mopani machten sich die Tiere rar, nur hin und wieder tauchten sie aus dem dichten Grün auf. Vögel sahen wir immer wieder einmal.
Gegen 14.30 Uhr erreichten wir Mopani, kauften im Shop noch etwas Wildfleisch und Briefmarken, denn die bekommt man nicht überall. Am Chalet angekommen, mussten wir zuerst einmal lüften... hier war der original "Krüger-Park-Rest-Camp-Fledermaus-Geruch" 😣 Ich hatte es ja noch schlimm in Erinnerung, aber sooo sehr??? Das Chalet war okay, eben mit dem typischen "Krüger-Park-Charme". Nichts Besonderes, eben zweckmäßig.
Um 16.00 Uhr starteten wir noch einmal zu einem Game Drive, zuerst zum Mooiplaas Wasserloch, wo wir Zebras und die ersten Gnus im Park sahen.
Dann folgte der Tsendze Loop, den wir aber nur noch ein kleines Stückchen fahren konnten, denn aus Zeitgründen mussten wir wieder umdrehen. Auf dem Rückweg stoppten wir noch kurz am Confluence Viewpoint und genossen dann einen schönen Sonnenuntergang.
Im Camp liefen wir noch zur Fish Eagle Terrace, von der man einen tollen Blick auf den Pioneer Dam hat. Und dann war es schon wieder an der Zeit das Feuer zu schüren. Wir hatten noch einen riesigen Holzklotz und der brauchte sehr lange, bis er richtig durchgezogen war. Umso leckerer waren dann Blesbok-Steak, Grillkartoffeln und Gemsquash.
Kurze Zeit nachdem wir im Bett lagen, hörten wir ein Rascheln im Reetdach. Bitte keine Fledermäuse 🤩 Da wir jedoch nichts erkennen konnten und irgendwie immer etwas hin und her lief, vermuteten wir, dass es eine kleine Maus war. Vor Müdigkeit schliefen wir aber schnell ein. Etwas später wurden wir noch einmal durch das Brüllen von Löwen geweckt, nächtliche Geräusche in Afrika, grandios…
Heute Morgen starteten wir gegen 6.30 Uhr unseren Morning Game Drive. Irgendwie schafften wir es immer nicht, pünktlich zur Toröffnungszeit fertig zu sein, da musste ich mir noch etwas einfallen lassen 😗
Zuerst fuhren wir die H1-6 hoch und bogen dann in den Tropic of Capricorn Loop ein. Auf einem Baumwipfel saß ein Black-chested Snake Eagle und beobachtete die Umgebung. An einem Wasserloch legten wir unseren „Frühstücks-Keks-Stopp“ ein und beobachteten Zebras, Gnus und Strauße. Gut gestärkt fuhren wir weiter, mussten aber gleich wieder anhalten, da links und rechts der Pad insgesamt 3 Elefanten genüsslich fraßen. Am Abzweig zum Mooiplaas-Wasserloch mussten wir ebenfalls anhalten und dann rückwärts fahren, da ein Elefant die Pad für sich beanspruchte. Am Nshawu 2-Wasserloch beobachteten wir zwei Elefanten, die direkt aus dem Wassertank ihren Durst stillten.
Zurück auf der H1-6 fuhren wir weiter zum Tsendze Loop, den wir heute ganz fahren wollten, auf der Sightings-Tafel von gestern waren dort schließlich mehrere rote Punkte (Löwen) angebracht worden. Dieser Loop ist sehr schnell beschrieben: Landschaft SUUUPER, Tiere (außer zwei Impalas) bei uns Fehlanzeige.
Kurz nach 11 Uhr waren wir wieder zurück im Camp. Auf der Sightings-Tafel waren auch keine Katzen vermerkt. Wir dachten noch, sie haben wegen Ostern frei…
Zum Mittagessen gab es heute ein Highlight 🤩 In unserem Kühlschrank befanden sich noch einige dieser Südafrikanischen „Wiener-Würstchen“. Marco mag diese manchmal gerne, es gibt auch in SA eine Sorte, die schmeckt. Irgendwie greife ich aber im Supermarkt immer zur „Pappwurst-Sorte“. Nachdem ich nun in diesem Urlaub mehrmals erwähnt hatte, dass diese Würstchen nach „Pappe“ schmecken, wollte Marco sie auch nicht mehr. Verfüttern an Tiere war nicht drin, wegwerfen auch nicht, deshalb, Weiterverwertung 😗 So machte ich kurzerhand aus der „Pappwurst“ einen „Pappwurst-Wurst-Salat“ mit frischen Zwiebeln, Knoblauch, Senf und etwas Käse… und siehe da… das Mittagessen war gerettet 😉
Nach einem kurzen Aufenthalt auf der Fish Eagle Terrace starteten wir unseren Afternoon Game Drive. Zuerst hielten wir am Hide des Tsendze River. Hier tummelten sich Hippos, am Ufer lag ein Krokodil und an der gegenüberliegenden Seite zupften Giraffen Blätter von den Bäumen.
Dann fuhren wir weiter zum Hide am Pioneer Dam, in dessen Nähe wir eine größere Gruppe Wasserböcke sahen. Vom Hide aus beobachteten wir einen African Fish Eagle, der mehrmals seinen Ruf erklingen ließ. Auf der H1-6 fuhren wir die beiden River Loops, dann bogen wir auf die S49. Am Mooiplaas-Wasserloch war dann ein kleiner Autoauflauf. Anscheinend hatte sich dort ein Löwe ins dichte Gras gelegt… Wir konnten aber nichts erahnen 🙁
Zurück in Mopani bereitete ich das Abendessen zu, Marco schrieb das Roadbook. Währenddessen bedienten sich zwei Gottesanbeterinnen im „Restaurant Außenleuchte“. Als uns das ganze „Gevieche“ zu viel wurde, schalteten wir die Außenleuchten aus, und zack, hatte ich die große Gottesanbeterin auf meinem Bein sitzen. Nach einem „Wischer“ mit der Hand saß die arme dann den ganzen Abend etwas benommen auf dem Boden, machte sich aber schlussendlich doch auf und davon.
Kurz nachdem wir uns hingelegt hatten, bemerkte ich, dass etwas von der Decke getropft war. Und kurz darauf sahen wir eine Fledermaus 😈 im Chalet ihre Kreise ziehen. Oh, nein, was würde das für eine Nacht geben?
Die ganze Nacht zog die Federmaus über unseren Köpfen ihre Kreise, so konnten wir nicht einmal mehr richtig das Brüllen der Löwen in der Ferne genießen. Ich lag ziemlich die ganze Nacht wach und spürte immer wieder den leichten Luftzug über meinem Gesicht. Irgendwann am frühen Morgen war der Spuk dann vorüber. Fledermaus weg und Taschen packen!!! Heute ging es nach Olifants und meine Vorfreude war schon groß. Hier hatten wir das letzte Mal ein tolles Löwenerlebnis: Etwa 1 Stunde streiften damals zwei junge Löwen um unser Auto herum. Damals war das Camp eine kleine Baustelle, aber das würde ja dieses Mal anders sein.
Da die S136 nur für Gäste des Boulders Camp war mussten wir drehen und beschlossen, noch einmal den Tsendze Loop zu fahren, denn hier wurden immer wieder Löwen gesichtet. Die Landschaft und die Ausblicke waren wieder wunderschön, aber es war mittlerweile so heiß, dass wir nur noch eine Herde Büffel entdecken konnten, die sich unter den Bäumen im Schatten zur Ruhe gelegt hatte.
Bis zum Letaba Camp, an dem wir eine kleine Rast einlegten, sahen wir noch einige Tiere, wie Zebras, Gnus, wie immer Impalas und einige Hornraben.
Wir beschlossen am Engelhard Dam entlang zu fahren und auch hier war der Krüger-Park wieder richtig grün. Die S44 bot immer wieder tolle Ausblicke auf den Letaba.
Im Olifants Camp bekamen wir Chalet Nr.11 mit traumhaftem Blick auf den Olifants River.
Leider stellte Marco nach dem Ausladen des Autos fest, dass bei einem Vorderrad Luft fehlte. Somit musste zuerst an der Tankstelle der Schaden behoben werden, bevor wir zu unserem nächsten Game Drive aufbrechen konnten. Glücklicherweise war es nur eine Schraube im Reifen und der nette Mann an der Tankstelle konnte ihn flicken.
Am N´wamanzi Viewpoint sahen wir Hippos und eine große Gruppe Elefanten. Danach fuhren wir nochmals die S93, wo wir 6 Weißrückengeier auf einem Baum sitzen sahen.
Wieder kurz vor Schluss erreichten wir das Gate, kauften noch eine Telefonkarte, um endlich daheim anzurufen und machten, wie jeden Abend, Braai! Heute Abend war es richtig schwül. Es erinnerte fast schon an Hongkong oder Singapur und es kamen "Invasionen" von Insekten. Trotz allem genossen wir das Rauschen des Olifants und die Geräusche der Hippos in der Ferne. Dank der Klimaanlage, die wir nur in dieser einzigen Nacht benötigten, konnten wir doch recht gut und vor allem fledermausfrei schlafen.
Heute sollte es wieder auf Morning Game Drive gehen. Da ich ja wirklich einmal pünktlich mit Toreöffnung los wollte, stellte ich am Abend zuvor einfach den Wecker früher, natürlich ohne Bescheid zu sagen 😗 Nichtsahnend stand Marco mit dem Weckerklingeln auf, und pünktlich um 6 Uhr waren wir startbereit 😄 Marco war ganz erstaunt, dass er heute Morgen so schnell fertig war 😉 Naja, kleine Tricks sind wohl erlaubt 😉
Wir fuhren den Loop S44/S93 und so eine Tour bei Sonnenaufgang ist schon etwas Besonderes. Von den Viewpoints hatten wir tolle Aussichten auf den Olifants River und auf der noch fast unbefahrenen Pad sahen wir wahnsinnig viele Hippospuren, die man aufgrund ihrer Form richtig gut zuordnen kann. Die Katzenspuren konnten wir leider nicht eindeutig bestimmen. In einiger Entfernung lief eine Tüpfelhyäne über die Pad und als wir wenige Sekunden später an dieser Stelle waren, konnten wir sie in dem hohen Gras und den dichten Büschen nicht mehr entdecken. Glücklicherweise saßen wenigstens die 9 Weißrückengeier ganz oben auf den beiden abgestorbenen Bäumen.
Auf der Terrasse im Olifants Camp frühstückten wir noch kurz, doch es blies ein so starker Wind, dass wir aufpassen mussten, dass nicht alles davon flog. Während des Zusammenpackens flogen Marabus, Störche und ein African Fish Eagle direkt über das Chalet und den Olifants River.
Aufgrund der Unwetter zu Jahresbeginn war die H1-5 noch gesperrt, so mussten wir die Umleitungsstrecke S92/S91 fahren. Wieder einmal verpassten wir eine Leopardensichtung um gerade einmal eine Minute. Der Fahrer einer „Hummeldumm-Tour“ machte uns darauf aufmerksam. Aber in dieser Jahreszeit war es scheinbar wirklich so, dass man die Tiere zum größten Teil nur auf der Pad erblickte, denn kaum waren sie ins dichte Grün verschwunden, waren sie quasi unsichtbar. Selbst mehrere Elefanten verschwanden teilweise in Sekundenschnelle im Busch, so dass sie nicht mehr zu sehen waren.
Kurz darauf sahen wir zum ersten Mal die Ausmaße der Flut am Olifants River. Die Dammbrücke zum Balule Camp war fast komplett zerstört.
Auf der H1-4 ging es dann weiter Richtung Satara. Auf der großen Brücke über den Olifants sahen wir auch wieder die Spuren der Flut. Um die Pfeiler waren auf der gesamten Höhe Pflanzen und Treibholz gewickelt, die Leitplanken waren total verbogen und sogar teilweise abgerissen.
In Satara legten wir einen kleinen Stopp ein und gingen noch zum Wasserloch, das wir ja täglich auf der SANParks-Seite beobachten 🙂 Leider hat man keinen so guten Blick darauf wie z.B. in Nossob.
Richtung Orpen bogen wir noch zum Girivana-Wasserloch ab. Dort trauten wir unseren Augen nicht, denn eine riesige Büffelherde zog zum Wasserloch und versperrte die Straße. Es müssen Hunderte Büffel gewesen sein, denn wir standen eine dreiviertel Stunde, bis auch der letzte Büffel den Weg zum Wasserloch gefunden hatte und die Pad frei war.
Auf der anderen Seite des Wasserlochs entdeckten wir noch ein Krokodil und leider auch ein kleines, totes Kalb, das im Wasserloch lag. Scheinbar war es in der Menge der Tiere zu Tode gedrückt worden. Natur hin oder her… ich finde das schon immer wieder aufs Neue traurig 🙁
Für unser gebuchtes Tamboti Tented Camp mussten wir in Orpen einchecken. Orpen machte auf mich einen netten Eindruck, klein, überschaubar und gemütlich, wobei ich natürlich die Unterkünfte nicht beurteilen kann. Dann fuhren wir ins Tamboti Tented Camp, das auch teilweise noch wegen den Fluten gesperrt war. Unser Tent befand sich direkt am zur Zeit wasserlosen Timbavati River, war nett eingerichtet, hatte eine große Terrasse, von der man allerdings nicht so viel Aussicht hatte. Der Grillplatz war nicht ganz optimal neben dem Autostellplatz gelegen, was ich etwas ungemütlich fand. Irgendwie konnten wir uns gar nicht vorstellen, dass der Timbavati River so viel Wasser geführt haben soll, dass ein Teil der Tents beschädigt worden war, Wahnsinn.
Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren wir noch einmal los, kauften in Orpen Brennholz, sahen Kudus und die ersten Schabrackenschakale. Im Vergleich zum KTP waren sie richtig klein. Neben Greifvögeln und Weißrückengeiern sahen wir auch eine lustige Warzenschwein-Familie.
Während wir unser Grillfeuer machten, hörten wir auf der anderen Seite des Timbavati Rivers Geräusche. Mit der Taschenlampe erkannten wir, dass ein Büffel mit lautem Krachen durch den Busch stapfte. Das Grillen zog sich heute sehr in Länge, da das neue Brennholz wieder nur über große Brocken verfügte. Wir hatten schon ein ganz schlechtes Gewissen wegen den Nachbarn… Trotzdem war das Essen dann sehr lecker und eine Ginsterkatze besuchte uns wieder. Wenig Glück mit großen Katzen, dafür umso mehr mit kleinen Katzen am Abend 🤪
Heute Morgen wollten wir wieder einmal etwas ausschlafen und stellten den Wecker erst um 8.oo Uhr. Doch mit dem Aufgang der Sonne und dem Vogelzwitschern waren wir hellwach… So ist es eben in Afrika… ausschlafen ist zuhause angesagt! Trotzdem gingen wir den Morgen gemütlich an, richteten Frühstück auf der Terrasse und fuhren etwas später zum Game Drive fort. Bereits auf der Fahrt zur Main Road sahen wir Impalas, Paviane, Gnus und zwei Schabrackenschakale. Am Orpen-Wasserloch waren leider keine Tiere auszumachen.
Erster Stopp war an der Rabelais Hut. Das kleine Museum zeigt die Lebensbedingungen der früheren Wildhüter und war einer der frühen Eingänge zum Krüger-Park.
Da die S140 Richtung Talamati übelstes Wellblech war, drehten wir um und fuhren den Rabelais Loop weiter. Dort entdeckten wir ein Nashorn mit Jungem. Zurück auf der Main Road hielten wir an einem Viewpoint auf den Timbavati River an.
Auf der Weiterfahrt landete wenig später direkt auf der Pad ein Bateleur, der jedoch, bevor wir ihn fotografieren konnten abhob und direkt über unser Auto flog.
Wir beschlossen, noch einmal am Girivana-Wasserloch vorbei zu schauen. Als wir ankamen, hoben gerade drei große Weißrückengeier ab, das Krokodil befand sich auch heute an der Stelle von gestern und das tote Büffelkalb lag noch immer mitten im Wasserloch. Beim Weiterfahren sahen wir kurz darauf die riesige Büffelherde, die sich noch immer in der Nähe des Wasserlochs aufhielt.
Heute waren am Satara-Wasserloch Giraffen, die ihren Durst stillten. Also gibt es hier doch Tiere, die man daheim über die WebCam sieht 😛 Bei der Betrachtung der Sightings-Tafel zweifelten wir langsam an uns selbst… Löwe am Rabelais Loop… Wir kamen doch gerade daher?!?! Und wir hatten bisher kein Löwenglück im Krüger 🙁 Naja, Löwen haben auch mal frei… aber soooo lange???
Da an der Tafel weitere Löwensichtungen an der S100 verzeichnet waren, beschlossen wir, diese Pad auch noch zu fahren, und so wurde aus dem geplanten Drive am Morgen eine Ganztagestour 🤪
Zu Beginn sahen wir eine große Gruppe Wasserböcke und Marco übersah ein riesiges Loch am Rande der Pad… natürlich fuhren wir mit genau dem Reifen in den „Krater“, der geflickt worden war… Aussteigen im Krüger ist ja verboten, aber darf man Reifen kontrollieren??? Ich wagte mich kurz aus dem Auto, war mir aber nicht sicher, ob der Reifen noch okay war. Zumindest war er nicht komplett platt… So fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter und hielten an einer Stelle, an der Marco kurz aussteigen konnte und nochmals alle Reifen überprüfte, glücklicherweise schien alles okay zu sein.
Auf der Weiterfahrt sahen wir einen Adler mit Beute auf einem Baum sitzen und beobachteten ihn einige Zeit.
Elis überquerten die Pad vor uns und da wir uns nicht vorwerfen wollten, nicht ALLES für eine Löwensichtung im KNP getan zu haben, fuhren wir die S100 noch bis zum Ende und drehten erst dort wieder um. Keine Katze, nichts dergleichen, aber glücklicherweise freuen wir uns ja über alle Tiere!
Auf dem Rückweg hielten wir nochmals bei dem Adler an, der noch immer auf seinem Ast saß. Etwa 15 m weiter stand noch ein Auto. Zuerst dachten wir, dass diese Leute ebenfalls den Greifvogel beobachten, doch sie blickten in eine andere Richtung. Irgendwann erblickten wir einen Löwenkopf, der im hohen Gras kaum auszumachen war. Yippiieeee, unser erster (und einziger 😣 ) Löwe im Krüger-Park. Eigentlich war es eine Löwin, die uns dann sogar den Gefallen tat aufzustehen und den Platz zu wechseln. Dort verharrte sie eine Weile und schaute ab und zu über den Baumstamm drüber. Aber das war es dann auch schon 😗
Da die Zeit immer weiter voranschritt und wir noch einen langen Rückweg vor uns hatten, machten wir uns wieder auf Richtung Tamboti. Doch keine zwei Minuten später standen wieder mehrere Autos, denn ein Bateleur saß mustergültig in einem etwas entfernten Baum.
Auf der Weiterfahrt entdeckten wir noch Wasserböcke, Hippos und Rhinos. Kurz danach sahen wir im Licht der untergehenden Sonne mehrere Giraffen und eine große Tüpfelhyäne streifte am rechten Straßenrand entlang, bevor sie einige Meter weiter in die Büsche abbog.
Heute war wirklich ein grandioser Gamedrive. Der Elefant vor den Akazien hätte gut als Model für eine „südafrikanische Likörwerbung“ herhalten können und die Nashornmutter mit ihrem Jungen gab ebenfalls ein tolles Motiv ab.
Zurück im Camp machten wir gleich das Grillfeuer an und nach dem leckeren Braai bewunderten wir noch die unzähligen Sterne, die heute noch heller strahlten, da der Mond noch nicht aufgegangen war.
Nachdem wir alles zusammengepackt hatten, brachen wir kurz vor neun Uhr auf nach Biyamiti. Am Nsemani-Wasserloch stoppten wir kurz, denn hier war richtig viel los: Hippos, Marabus, Sattelstörche, Wasserböcke usw.
In Satara legten wir noch einen kurzen Tankstopp ein, denn in Skukuza schien es kein Unleaded zu geben, wir hatten ja dazugelernt 😗
Unterwegs hielten wir noch an den Wasserlöchern Kumana und Mazithi, um das Treiben dort zu beobachten.
Kurz vor Skukuza folgten wir der Umleitung auf die H12, denn die H1-2 war aufgrund der Flutschäden noch gesperrt. Die Brücke über den Sabie sah auch wirklich übel aus. Fast das gesamte Geländer war verbogen bzw. abgerissen. Außerdem blockierte eine Horde frecher Paviane den Verkehr. Entlang der Straße konnte man an den Bäumen und Sträuchern anhand von Treibgut sehen, wie hoch der Wasserstand war.
In Skukuza hielten wir kurz an um ein paar Einkäufe zu tätigen und zu telefonieren. Hier merkte ich wieder, dass mir die kleinen Camps doch viel besser gefallen 🤪 Skukuza wäre mir persönlich irgendwie zu groß und touristisch.
Im Auto legten wir dann die erstandene CD mit Tierstimmen ein. Sie war so faszinierend, dass wir nur rein zufällig bemerkten, dass wir den Abzweig auf die H3 verpasst hatten 🤨 Glücklicherweise hielt sich der Umweg in Grenzen, denn wir hatten ja noch eine lange Wegstrecke vor uns.
Nun wieder auf dem richtigen Weg, zwang uns ein großer Elefant zu einer kleinen Pause. Bei der Weiterfahrt sahen wir noch Geier und legten in Afsaal einen kleinen Picknickstopp ein. Dann konnten wir endlich auf die H2-2 nach Biyamiti abbiegen. Wir mussten soweit nach Süden fahren, da die Flut die beiden Querungen am Biyamiti zerstört hatte. Doch am Abzweig auf die S114 gab es die nächste Konfussion… die Straße war gesperrt!!! Laut Infotafel in Skukuza war dies jedoch die einzige Zufahrt zum Camp 🤩 So fuhren wir kurzerhand um die auf dem Boden liegenden Äste herum 😗 Bei Biyamiti Weir sahen wir wieder das ganze Ausmaß der Zerstörung durch die Flut, aber auch viele Elefanten.
Die Pad zum Camp war richtig toll, weit weg von den geteerten Straßen im Krüger und den vielen Autos in der Umgebung von Skukuza. Ein großer Elefant, der plötzlich auftauchte, sorgte für eine Vollbremsung, doch er hatte eindeutig Vorfahrt! Im fast trockenen Flussbett sahen wir noch eine größere Elefantengruppe und nach 18 km erreichten wir tatsächlich das Camp.
Der nette Ranger begrüßte uns sehr freundlich und fragte uns, ob wir denn alles gut gefunden hätten und nicht irgendwo verloren gegangen wären??? Scheinbar sorgte das „Straßenchaos“, doch manchmal für etwas Verwirrung 🤩 Wir unterhielten uns noch ein wenig und er erzählte uns, dass die Gäste in Biyamiti während der Flut 3 Tage lang festgesessen hatten und nicht weg kamen.
Danach fuhren wir zu unserem Chalet und waren gleich total begeistert. Von der Terrasse konnte man auf das Flussbett sehen, in dem an manchen Stellen noch jede Menge Wasser stand. Wir luden kurz das Auto aus und liefen runter zum Zaun. Im Flussbett zog eine Herde Elefanten und in einem der großen Wasserlöcher tummelten sich zwei Hippos.
Nach dem kleinen Spaziergang entlang des Campzauns richteten wir das Braai-Feuer, liefen immer einmal wieder mit der Taschenlampe zum Zaun und genossen den Abend in diesem tollen Camp.
Bereits am frühen Morgen hatten wir Besuch von einem Vervet Monkey 🤩 Bis wir nach draußen kamen, war bereits der Deckel des Mülleimers runtergeworfen und die Türen in der Außenküche standen offen, da diese keine Riegel oder Schlösser hatten. Glücklicherweise hatten wir die restlichen essbaren Dinge im Kühlschrank verstaut und der vermeintliche Dieb konnte nichts entwenden 😉
Unser erster Gamedrive führte uns zur Crocodile River Road und dem Gardenia Hide. Dort waren jedoch lediglich Vervet Monkeys unterwegs.
Bei der Weiterfahrt auf der S25 kreuzten 6 Elefanten die Straße und verschwanden in Sekunden unsichtbar in den Büschen. Soviel zum Thema "Löwen, Leos und andere scheue Tiere in der momentanen Vegetation finden" 🤪 Riesige Elefanten verschwanden einfach so, da war es doch kein Wunder, manch andere Tiere nicht entdeckt zu haben! Dafür sahen wir einen hübschen African Fish Eagle, der sich gerade auf einem Baum niederließ, Impalas mit Madenhackern und Pumbas. Auf dem Weg zum Berg-en-Dal-Camp graste eine Büffelherde.
Im Camp tankten wir wieder einmal, denn irgendwo stehen bleiben geht ja gar nicht 😗 und fuhren noch den Matjulu Loop. Und hier gab es unser erstes Chamäleon in freier "Wildbahn" 🙂
Auf dem Rückweg zum Camp sahen wir, an der Querung des Mlambane, Hamerkops. Und das auch zum ersten Mal!
Obwohl die Strecke zum Camp wunderschön war, zog sich diese an diesem Nachmittag sehr. Im Camp gab es ein kleines Picknick und am "Zaun" war richtig was los: Im Flussbett waren einige Elefanten unterwegs, zwei Rhinos grasten und die beiden Hippos meldeten sich wieder.
Trotzdem fuhren wir um 17 Uhr noch mal los zum Gamedrive. Gleich zu Beginn sahen wir drei Rhinos, Helmeted Guineafowls blockierten die Pad und auf dem Rückweg entstanden noch die letzten Sonnenuntergangsbilder.
Heute war "Abschieds-Braai" angesagt und es gab einen leckeren Oryx-Spieß. Nach dem Abwasch ging es dann ans Kofferpacken, denn morgen würde es zum Flughafen gehen…
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 1804. Juni 2012
Samstag, 14. April 2012
Rückflug
Kilometer: 114 km
Heute klingelte der Wecker wieder sehr früh. Während ich mich im Bad fertig machte, lief Marco noch einmal runter zum Zaun und traf einen Südafrikaner, der ihm erzählte, dass sich in direkter Nähe des Camps eine Leopardin mit zwei Jungen aufhielt. Leider konnten sie sie nicht entdecken. Er erklärte Marco aber noch einen Platz auf der Pad, von wo man sie eventuell sehen könnte. Scheinbar schien sie dort immer ihre Jungen in einem Felsen zu verstecken, wenn sie unterwegs war.
Nachdem alles zusammengepackt und im Auto verstaut war, brachen wir auf. Zuerst fuhren wir kurz in die andere Richtung, um vielleicht doch noch die Leopardin an "ihrem" Felsen zu erspähen, leider ohne Erfolg.
Deshalb drehten wir wieder und fuhren die Crocodile River Road zum Malelane Gate. Viele Tiere "verabschiedeten" sich noch von uns: Eine große Elefantenherde links und rechts der Straße, ein Nashorn mit Jungem, Wasserböcke, Büffel, Weißrückengeier, Tokos, Frankoline, Duiker, und selbstverständlich die hübschen IMPALAS!
Am Gate mussten wir noch einmal ins Office, da ein Papier fehlte. Dieses hatten wir aber am Pafuri Gate nie bekommen, was mich vor 9 Tagen noch etwas gewundert hatte. War aber letztendlich kein Problem und wir verließen, doch etwas wehmütig, den Park. Auf der Brücke über den Crocodile River hielten wir noch kurz an.
Dort beobachteten wir die Hippos und Gänse im Fluss, frühstückten unser letztes Braai-Brot von gestern Abend und „genossen“ zum letzten Mal für diesen Urlaub den typischen Fledermausgeruch 😣 Ob dieser von der Lodge außerhalb des Parks kommt???
Dann ging es über die N4 Richtung Airport. Die Straße führt durch eine wunderschöne Landschaft und ist teilweise eine richtige Panoramastraße.
Wir tankten noch kurz das Auto, mittlerweile wissen wir ja, wo hier die Tankstelle ist, denn am Airport selbst gibt es keine. Dann war es auch schon an der Zeit, um die Reisetaschen am Schalter abzugeben.
Die Zeit verging rasch und wir saßen im Flugzeug. Ich hatte natürlich mit dem Sitzplatz das Glückslos gezogen 😠 Direkt UNTER dem Flügel, für mich ein Alptraum 🤩 Da mir beim Fliegen eh immer leicht übel wird, war dies natürlich Spitzenklasse, denn ich hatte lediglich Sicht auf die Triebwerke und sonst nichts. Weder nach vorne, noch nach hinten, nur nach unten konnte ich schauen… Den Horizont konnte ich nicht ausmachen, und dann wackelte das Ding auch noch, glücklicherweise hatte ich meine Tabletten schon vor dem kurzen Flug nach Johannesburg geschluckt!
In Johannesburg liefen wir noch zum Viewing Deck, das doch sehr mitgenommen aussieht und wir deshalb auch nicht lange blieben. Aber irgendwie musste ich mich ja wach halten, was mir wegen den Tabletten immer sehr schwer fällt. So lotste mich Marco von einer Ecke des Flughafens in die nächste, noch durch ein paar Shops und irgendwie vergingen auch die 5 Stunden Aufenthalt. Ich hätte mich irgendwo in eine Ecke legen können, um einfach nur zu schlafen…
Glücklicherweise bemerkte ich, dass sich das Gate recht kurzfristig geändert hatte, so mussten wir nicht, wie viele andere, nochmals durch das halbe Flughafengebäude wetzen. Viele hatten dies aber wahrscheinlich nicht gesehen und so verschob sich der Abflug um knapp eine Stunde, die wir schon sitzend im Flieger verbrachten 😗 Vor dem Essen wackelte es noch etwas heftiger, doch dann wurde es ruhig und selbst die beiden Kinder vor uns (meine größte Befürchtung…) gaben Ruhe. Pünktlich, kurz nach 6 Uhr, landeten wir in Frankfurt.
Wieder war ein Urlaub vorbei und morgen hieß es auf die Arbeit gehen, denn schließlich muss man ja auch den nächsten Urlaub im Südlichen Afrika verdienen 😉
Liebe Grüße
Kathy & Marco
Teil 1907. Juni 2012
Hallo zusammen,
und hier ist noch das Fazit unserer Reise:
SAA oder Lufthansa???
Da wir bei der Zeitwahl sehr begrenzt sind und keinen Spielraum für Hin- und Rückflug haben, kommt für uns bei 2 Wochen nur ein Direktflug in Frage. Deshalb besteht bei uns immer die Auswahl zwischen SAA und LH. Wir sind beides schon mehrfach geflogen und wählen eben aus, was am günstigsten ist. Finde es immer wieder faszinierend, dass ein LH-Flug mit SAA-Nummer weniger kosten kann als LH direkt gebucht. Genauso aber auch umgekehrt. Würde beide Airlines immer wieder fliegen, SAA hat bei zwei Leuten den Vorteil, dass man niemanden neben sich sitzen hat, während der A380 eben 3-4-3-Bestuhlung hat. Dennoch ist es auch ein Erlebnis mit dem „Riesenvogel“ zu fliegen, deshalb haben wir uns 2013 auch dafür entschieden, da gleicher Preis.
Pilanesberg???
Hatte ich mir sehr überlaufen vorgestellt. Da wir vor Ostern und unter der Woche dort waren, war gar nicht viel los. Wunderschöne Landschaft, wir hatten tolle Tiersichtungen, ich war wirklich positiv überrascht! Das B&B Valley View Guest House in Mogwase ( www.valleyviewguesthouse.co.za ) ist sehr empfehlenswert! Einfache, aber saubere Zimmer, nette, aufmerksame Vermieterin und Personal, leckeres Abendessen & Frühstück und nur wenige Kilometer ans Gate! Haben wir für den nächsten Urlaub wieder gebucht.
Marakele???
Das Camp am Dam hat eine wunderschöne Lage, wir hatten das Glück das Louri Tent am Rand zu bekommen. Tipp: Email an SANParks schreiben, bei uns hat es geklappt. Denke aber, dass die anderen Tents auch genauso toll sind. Die Pads sind teilweise sehr ausgewaschen, ich würde immer ein Auto mit etwas mehr Bodenfreiheit bevorzugen, auch wenn manche Südafrikaner mit ihrem BMW dahin fahren 🤨 Die Fahrt zum Lenong Viewing Point ist etwas abenteuerlich, da die Straße zwar geteert ist, aber recht schmal. Jedoch wird man mit einer grandiosen Aussicht belohnt! Uns kam glücklicherweise kein Auto entgegen 😗 Die Möglichkeit für Game Drives ist leider etwas begrenzt, da es vom Tlopi Tented Camp nur wenige Rundwege gibt, man hat immer die gleiche Anfahrt. 2 Nächte fand ich daher okay, da wir am ersten Tag auch recht früh ankamen.
Mapungubwe???
Zur Zeit wahrscheinlich noch „etwas“ unbekannter, bzw. etwas „abseits“ gelegen und deshalb ein super Preis-Leistungsverhältnis. Das Leokwe-Camp war eine der schönsten Unterkünfte, da sehr neu, groß und supergut ausgestattet. Mit dem roten Sand erinnert der Park etwas an den KTP, obwohl die Vegetation anders ist, und uns erinnerte es auch ein wenig an Australien, wegen den roten Felsen. Game Drives sind leider auch nur auf der „einen großen Runde“ möglich, aber es gibt die tolle Abwechslung des Tree Top Walks und des Confluence Viewpoints, wo man sehr viel Zeit verbringen kann. Unbedingt bei Sonnenuntergang besuchen! Insgesamt waren die Pads besser als im Marakele NP. Der Night Drive war der beste den wir je hatten, da wir sooo viele Tiere gesehen haben, aber das ist wohl Glück 😛 Schön war auch einmal das Erlebnis, nach Sonnenuntergang noch durch den Park fahren zu dürfen, da der Night Drive am Main Gate losgeht. War schon manchmal unheimlich...
Krüger-Park???
Insgesamt verbrachten wir 9 Nächte im Park und waren zum 3. Mal dort. Dieses Mal lag der Schwerpunkt eher auf dem Norden des Parks. Insgesamt würde ich immer die kleineren Camps bevorzugen.
Da wir die ersten beiden Male, als wir jeweils nur 4 bzw. 5 Nächte im Park verbrachten, sehr viele Löwen und Cheetas gesehen hatten, und das nicht nur liegend und schlafend, war ich davon ausgegangen, bei neun Tagen im Krüger-Park sooo viele Katzen zu sehen. Dem war nicht so 🙁 Es war aber auch nicht weiter schlimm, denn wie schon öfter erwähnt, andere Tiere sind mindestens genauso faszinierend.
Was ich besonders schön fand war die grüne Vegetation, die den Park einfach ganz anders erscheinen lässt als in der Trockenzeit.
Insgesamt waren 9 Nächte im Park eine lange Zeit, da es nicht das „wirkliche Afrika“ ist, das man erlebt, wenn man durchs Land und die Orte fährt, in einfache Supermärkte geht, über Märkte schlendert und einfach am „normalen Leben“ teilnimmt. Krüger-Park ist das „Touristen-Afrika“, was wir aber auch sehr genießen können.
Insgesamt war es eine Reise mit vielen neuen und ein paar bekannten Orten und da „nach dem Urlaub auch vor dem Urlaub ist“, geht es in 3 Wochen und 2 Tagen wieder mit SAA nach Johannesburg, von dort nach Botswana und Namibia und die letzte Nacht Pilanesberg! Vielleicht kann ich mich ja danach wieder zu einem Reisebericht aufrappeln…
Gaaanz lieben Dank noch einmal für eure vielen positiven Rückmeldungen und an all die treuen Leser!!!!!
Liebe Grüße und die nächsten Wochen LESE ich nur noch Reiseberichte 🤪