Feuer

177 Antworten · 27,8k Aufrufe · gestartet 05. Sept. 2006 von Christine
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Themenstarter38 Beiträge · seit 200605. Sept. 2006 · #1
Hallo
Habt Ihr das schon in der AZ gelesen??! Ist das nicht ganz schrecklich???
Christine
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Allgemeine Zeitung Windhoek, Namibia 05. September 2006


Großbrand in Etoscha
Kein Benzin, wenige Fahrzeuge, nicht gesäuberte Brandstreifen und Personalmangel
von Dirk Heinrich
Einem durch Blitzschlag entfachten Veldfeuer im Etoscha-Nationalpark sind bisher mindestens 200 000 Hektar Weide zum Opfer gefallen. Die Löscharbeiten sind durch fehlendes Personal, mangelnden Treibstoff für die wenigen Fahrzeuge und Brandstreifen, die nicht in Ordnung gehalten werden, erschwert worden.
Etoscha-Nationalpark/Windhoek - Im westlichen Teil des Etoscha-Nationalparks von der Wasserstelle Bitterwasser bis an die Westgrenze ist südlich der Schotterstraße zwischen Okaukuejo und Otjovasando die gesamte Fläche abgebrannt. Die Flammen wüteten auch nördlich von Otjovasando bis zur Wasserstelle Dolomitpunt und auf dem abgegrenzten südwestlichsten Teil Karos. Etwa 90 Prozent des 37000 ha großen Karosblocks sind nur noch schwarze Erde. Über 200000 Hektar Weide fielen dem Veldfeuer zum Opfer. Von Karos aus hatten es die Flammen, durch starken Wind angetrieben, geschafft über die Schotterstraße zwischen Kamanjab und Ruacana in den südlichen Teil von Hobatere zu gelangen. ,,Gestern morgen gegen 4 Uhr haben wir das Feuer löschen können. Zwischen 6000 und 7000 ha des 32000 ha großen Naturschutzgebietes um die Hobatere Lodge sind abgebrannt", sagte Steve Braine. Westlich von Hobatere seien etwa 30000 ha durch ein weiteres Veldfeuer zerstört worden. Etwa acht Kilometer nordwestlich würde immer noch ein Feuer im kommunalen Gebiet wüten, sagte Braine. Zwei weitere Feuer auf Hobatere die durch Blitzschlag entzündet wurden seien jedoch gelöscht worden.
,,In der Nacht von Donnertag auf Freitag haben Blitze das trockene Gras auf Karos und östlich von Otjovasando und auf Hobatere in Brand gesetzt", sagte der für den westlichen Teil des Etoscha-Nationalpark zuständige Naturschutzbeamte Bonnie Simataa gestern Mittag auf der Landebahn bei Otjovasando. Mit vier Angestellten habe er versucht das Feuer auf Karos zu löschen, da ,,die restlichen Angestellten des Ministeriums für Umwelt und Tourismus in Kamanjab waren, da es Ende des Monats gewesen sei und die Beamten ihre Gehälter erhalten hatten". Anschließend fehlte es an Treibstoff, da dem Ministerium kein Benzin mehr verkauft werde, wenn die Beamten keine Benzinkarten oder die Tankstelle keine e-fuel-Zapfsäulen haben. ,,Uns stand auch kein Straßenhobel zur Verfügung, da sämtliche Maschinen des Ministeriums kaputt sind und keine der Brandstreifen nach der Regenzeit gesäubert wurden", sagte Simataa. Der Direktor der Naturschutzbehörde, Ben Beytell, der mit der AZ nach Otjovasando geflogen war, sagte, dass die Brandstreifen wegen fehlender Gelder nicht in Ordnung gehalten werden konnten. Allem Anschein nach sind auch Tiere in den Flammen umgekommen und verletzt worden. Beytell musste seinen Beamten Munition bringen, da im Etoscha-Nationalpark keine Patronen mehr vorhanden waren, um die Tiere von ihrem Leiden zu erlösen. Die Farmer an der Südgrenze des Parks hätten die Parkangestellten unterstützt, um zu verhindern, dass das Feuer auf die Farmen gelangt, sagte Simataa.
449 Beiträge · seit 200605. Sept. 2006 · #2
Es ist ein Desaster ohne Ende und der Mangel zieht sich von den Unterkünften/Restaurants bis zu banalen Dingen wie Notfallmanagement im Brandfall. Was tun, wenn es in einem der Restaurants im Park brennt oder in einer Unterkunft ? Nicht auszudenken. Das neue Management hat eine Mammutaufgabe zu bewältigen ....... Sie sind nicht zu beneiden ! 🙁
Gruss A/T AUCH DIE LAENGSTE REISE BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT...(chinesisches Sprichwort) Namibia-die Perle Afrikas
127 Beiträge · seit 200605. Sept. 2006 · #3
Wir fliegen am 23.09. und werden ab dem 03.10. in Etosha sein. Ich hoffe mal das wir nicht mit Problemen rechnen müssen....

Kennt jemand den neuesten Stand der Dinge?

Gruß
3'491 Beiträge · seit 200605. Sept. 2006 · #4
Hallo Dina,
lass Dich nicht verrückt machen - das Feuer hat ( zum Glück) in Gegenden gewütet, wo wir als normale Touristen überhaupt nicht hinkommen. Natürlich ist das schlimm - und schlimmer noch die massiven Management-Mängel. Und dass man aus Fehlern nicht klug wird: vor einigen Jahren hat sich aus einem harmlosen Küchenfeuer ein Schadfeuer entwickelt, das das gesamte Okaukuejo-Restaurant eingeäschert hat. Deshalb können wir ja dort heute einen Neubau "bewundern". Manche Dinge gehen in Afrika eben ihren sehr eigenen Weg und es fällt uns unheimlich schwer, dies zu begreifen oder gar damit abzufinden.
Gruß Joli
108 Beiträge · seit 200605. Sept. 2006 · #5
solche feuer durch blitzschlag ausgelöst sind natürlich und durchaus auch nützlich für die savanne. vor 50zig jahren hätte sicherlich kein schwein darüber aufgeregt noch darüber berichtet. natürlich reisst so ein schaden auch tiefer löcher in die portokasse der betroffenen lodges und farmer, die region hobatere scheint es ja wohl ziemlich stark getroffen zu haben. das man dann mit dem feuer nicht zurecht kommt und solche böcke schiesst ( schlecht ausgeholzte und gepflügte feuerschneissen, spritmangel etc. ) steht auf einem ganz anderen blatt papier und sollte der parkleitung eine lehre sein. ob´s hilft??
http://www.geonews.net
58 Beiträge · seit 200611. Sept. 2006 · #6
Buschfeuer sind tatsächlich völlig normal und helfen der Natur sogar sich zu regenerieren: Die Asche düngt den kargen Boden, und da meistens nur das Gras abbrennt, während die Bäume nur etwas abgeflammt werden, aber sonst keinen weiteren Schaden nehmen, kann man oft schon nach kurzer Zeit wieder grünes Gras wachsen sehen.
Wir waren unlängst im CKGR in Botswana. Dort sind riiiesige Flächen abgebrannt. Aber trotz Trockenzeit wuchsen überall bereits kleine saftig-grüne Grasbüschel!
Aus touristischer Sicht sind diese Feuer natürlich nicht so toll, denn eine schwarz verkohlte Landschaft ist nicht wirklich entzückend...

Osso
Gast12. Sept. 2006 · #7
moin,

vor Jahren brannte im Savuti NP die Marsch. Als ich etwas später wieder durchkam, war alles wieder grün! Allerdings konnte man kaum die Wege verlassen, weil zuviel schwarze Flugasche aufgewirbelt wurde.

Gruss Gernot
16,9k Beiträge · seit 201224. Aug. 2021 · #9
Weiterhin große Veldbrände im Umkreis von Windhoek https://www.az.com.na/nachrichten/weiterhin-grosse-veldbrnde-im-umkreis-von-windhoek-2021-08-24/

Noch immer wüten im Umkreis von Windhoek zahlreiche Veldbrände. Momentan brennt es vor allem auf dem Farmgelände Ongos, Daan Viljoen und Monte Cristo Valley. ....Bis ins Zentrum von Windhoek waren die Rauchwolken zu sehen, teils regnete es Asche.


LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201227. Aug. 2021 · #10
Namibia beklagt Brandopfer und Schäden: Landesweite Veldbrände reißen nicht ab - Politiker warnt vor starkem Wind
https://www.az.com.na/nachrichten/namibia-beklagt-brandopfer-und-schden-2021-08-27/

Seit Tagen wüten auf zahlreichen Farmen im Umkreis von Windhoek erneut Veldbrände, vor allem entlang des Otjiseva-Riviers; auch der Daan-Viljoen-Wildpark, Gammams und Ombuindja sind betroffen. Bei Outjo stehen ebenfalls Farmen weiterhin in Brand. Zwei Personen fielen dem teilwiese riesigen Flammenmeer zum Opfer und zahlreiche Feuerwehrleute und Freiwillige erlitten Verbrennungen und Verletzungen. ...


LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201208. Sept. 2021 · #13
Veldbrände nicht unbedingt schlimmer https://www.az.com.na/nachrichten/veldbrnde-nicht-unbedingt-schlimmer2021-09-08/

....Allerdings unterscheiden sich Buschbrände oft drastisch von Jahr zu Jahr. Es gab außergewöhnliche Jahre, in denen größere Flächen als normal brannten, wie 2011 und 2012, als rund 70 000 km2 in kommunalen Gebieten verschlungen wurden. Laut Le Roux gibt es jedoch überwältigende Beweise dafür, dass Feuer nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der Ökologie ist, sondern auch als Mechanismus zur Aufrechterhaltung der Natur unerlässlich ist....

LG
Logi
33,1k Beiträge · seit 200609. Sept. 2021 · #14
Hier das Statement vom Minister zu den Feuern. Bereits mehr als 580.000 Hektar abgebrannt.

Viele Grüße
Christian
📎 MEFTMinisterStatementonveldfire2021(1).pdf
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
33,1k Beiträge · seit 200617. Sept. 2021 · #15
370.000 Hektar (Stand heute Morgen) in Etosha abgebrannt. Derzeit brennt der ganze südöstliche Teil.
Quelle: AFIS
AFIS-Map-Viewer.png
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1'933 Beiträge · seit 200917. Sept. 2021 · #16
Boah, 370000 Hektar abgebrannt, das ist aber sehr viel... die armen Tiere. 😐
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
51 Beiträge · seit 201717. Sept. 2021 · #17
ist denn aktuell jemand im etosha unterwegs?
brennt es auch in der nähe der camps?
sind die wege befahrbar? wie verhalten sich die tiere?

liebe grüße
marion
2016 NAM 4 Wochen Lodgehopping 2018 NAM/BOT 4 Wochen Bushcamper 2020 NAM/KTP 4 Wochen Bushcamper 2021 NAM 4 Wochen Bushcamper 2023 ZA/BOT/NAM 7 Wochen Bushcamper 2025 ZA/KTPNAM 8 Wochen Bushcamper
7'255 Beiträge · seit 200617. Sept. 2021 · #18
Das sieht sehr ähnlich aus wie vor einem Jahr. Wir sind damals durch die Etosha gefahren.
https://bilder.tracks4africa.de/bilder/feuer-in-der-etosha/

Wir waren dieses Jahr wieder in den gleichen Gebieten unterwegs. Da war alles richtig grün. Dass es ein halbes Jahr vorher so gebrannt hat, hat man so gut wie nicht gesehen. Ich war damals auch sehr erstaunt, wie relaxed die grossen Tiere mit dem Feuer umgehen. Die Antilopen haben vielleicht hundert Meter neben den Flammen gemütlich gefressen. Am meisten geflüchtet sind die Heuschrecken. Die wurden häufig auch Opfer von den Flammen. Darüber haben sich dann die Vögel sehr gefreut.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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10 Beiträge · seit 202117. Sept. 2021 · #19
Wir waren die letzten 5 Tage im Etosha NP unterwegs. Um Halali herum ist viel verbrannt. Abends haben wir von Halali aus den Feuerschein/ Leuchten vom Camp aus gesehen. Der Brandgeruch und Dunst lag schon in der Luft.
Die Wege waren bisher alle befahrbar. Die Tiere trotzdem zahlreich und recht entspannt. Große Herden Steppenwild waren unterwegs. Bei Goas einen Morgen 2 Geparden und einen Morgen 2 stattliche Löwen. Ich kann schlecht einschätzen, ob sich die Lage weiterhin verschärft.
Gestern sahen wir auf dem Weg von Halali nach Goas noch zahlreiche Schwelbrände und in Entfernung Rauchsäulen.
LG Claudia
33,1k Beiträge · seit 200617. Sept. 2021 · #20
Nur mal als allgemeine Info, dass es vielerorts noch deutlich schlimmer als in Namibia bzgl. Feuer aussieht (und ich spreche da nicht von ein paar Hektar in Kalifornien oder am Mittelmeer; da ist es eben medienwirksamer, da auch Menschenleben bedroht sind.)...
Quelle: FIRMS
Fire-Map-NASA-LANCE-FIRMS.png
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zuletzt bearbeitet 17. Sept. 2021