Herzlich willkommen zu unserem Reisebericht „Go visit Tanzania!“, der – ihr werdet es wahrscheinlich schon erraten haben - von unserer Tansania Reise Mitte Januar bis Anfang Februar diesen Jahres handelt.
Insgesamt waren wir mit An- und Abreise 16 Tage unterwegs und haben die klassische Nordroute „abgegrast“. Dieses Mal sind wir nicht selber gefahren (das war uns für das erste Mal Ostafrika dann doch zu heikel), sondern haben uns fahren lassen. Neben uns beide – Christian und Steffi – begleitet ihr dieses Mal also auch Godfrey und Komba auf die Reise mit.
Nichtsdestotrotz: In unserem Land Rover ist noch genug Platz, ihr könnt also gerne zusteigen! 🙂
Warum gerade Tansania? Nun eigentlich haben wir das Reiseziel einem lustigen Gästebucheintrag im Okaukuejo-Camp im Etosha Nationalpark im Januar 2011 zu verdanken. Dort ließ sich damals eine Amerikanerin lang und breit darüber aus, dass es im Etosha ja gar keine Tiere zu sehen gäbe (was wir nun wirklich nicht bestätigen konnten!) Ihre Ausführungen beendete die Dame mit einem riesengroßem Aufruf: „Go visit Tanzania!“ Unsere Neugier war geweckt! 😄
Doch schnell stellten wir fest, dass so eine Tansania-Reise – auch oder vielleicht gerade, wenn man sich entschließt nicht selbst zu fahren – eine Wissenschaft für sich ist. Die meisten Anbieter kombinieren nämlich 3-8 Tage Safari mit Baden am Meer. Nun finde ich das Meer zwar toll, mein Göttergatte weigert sich aber standhaft mit etwas schwimmen zu gehen, was lebt und kein Mensch ist. 😗 Hinzu kommt, dass es uns am Strand immer fürchterlich schnell langweilig wird …
Einen Anbieter zu finden, der zwei Wochen Safari – noch dazu, wie wir sie uns vorstellten, d.h. mit eher weniger kulturtouristischen Elementen - und das auch noch zu einem bezahlbaren Preis anbietet war deshalb gar nicht mal so einfach. Aber wir sind letzten Endes fündig geworden! 🙂
Unsere Route sah dann letzten Endes folgendermaßen aus: Tag 0: Abflug Tag 1: Ankunft – Arusha Tag 2: Arusha – Lake Manyara NP Tag 3: Lake Manyara NP – Karatu Tag 4: Karatu – Ngorongoro Krater Tag 5: Ngorongoro Krater – Serengeti (Ndutu) Tag 6: Serengeti (Ndutu) Tag 7: Serengeti (Seronera) Tag 8: Serengeti – Lake Eyasi Tag 9: Lake Eyasi („Spaziergang“ mit den Hazabe-Buschmännern) Tag 10: Lake Eyasi – Tarangire NP Tag 11: Tarangire NP Tag 12: Tarangire NP – Arusha Tag 13: Arusha NP Tag 14: Arusha (Besuch eines Dorfes in der Nähe von Arusha) Tag 15: Arusha - zuhause
Achja, falls es in diesem Reisebericht öfter mal „Gnuuöt!“ bitte nicht wundern – nach drei Tagen Serengeti während der Migration und der entsprechenden Geräuschkulisse fängt jeder irgendwann an, ein bisschen Gnu zu sein. 😉
In diesem Sinne… bitte einsteigen, bald geht es los!
Alle Nachzügler und Neuzugänge können zur besseren Lesbarkeit oben rechts in der Titelleiste auf die Sonne klicken und landen dann bei den gesammelten Reiseberichtsteilen ohne Kommentare!
Teil 207. März 2012
Hallo zusammen,
wie versprochen - los geht's!
Tag 1
Kurz vor sieben geht mit Blick auf den Kilimanjaro und die umliegende Gebirgskette die Sonne auf. Nach gut acht Stunden Nachtflug sind wir fast am Ziel – keine Stunde später landen wir am Kilimanjaro Airport in Tansania.
Hurra, wir sind im Urlaub! 😄
Bzw. wir sind fast im Urlaub - noch haben wir ja das Einreiseprozedere vor uns. Der Flughafen Kilimanjaro Airport besticht durch eine gewisse Übersichtlichkeit und 70er Jahre Bausündencharm 😄. Das wichtigste hier: Bloss nicht den Flughafen fotografieren, dass wird in Tansania scheinbar nicht gerne gesehen . Nun gut, hatten wir auch nicht vor, so hübsch ist er wirklich nicht 😗.
Im Flughafen teilen sich die Ankommenden in zwei Schlangen: Die, die bereits ein Visum haben und die, die sich dieses noch holen müssen. Wir haben unsere bereits in Deutschland beantragt und können uns daher gleich bei den Einreiseschaltern anstellen – und sind tatsächlich die Ersten 🤩 . Die Dame hinter dem Schalter begrüßt uns sehr freundlich und arbeitet uns richtig schnell ab 🙄 . Und das Gepäck ist tatsächlich auch schon da 🤩 ! Wir sind verblüfft – so schnell sind wir noch nie im Urlaub durch das Einreiseprozedere gekommen – und das in Afrika 🙂 ! Da fängt der Urlaub ja schon super an!
In der kleinen Empfangshalle werden wir auch schon empfangen. Neben Godfrey unserem Guide wird uns auch noch unser Fahrer Komba auf die Reise begleiten. Warum wir gleich zwei Guides abbekommen haben, ist uns nach wie vor ein gewisses Rätsel, scheint aber manchmal zu passieren, wenn gerade einer übrig ist und die örtliche Agentur einem etwas Gutes tun will (oder vielleicht auch nur einen Guide beschäftigen will ;)).
An diesem ersten Tag fahren die beiden uns nur nach Arusha ins Hotel. EIn Programm hatten wir für diesen ersten Tag nicht vorgebucht, weil wir uns nicht sicher waren wg. Verspätung etc. Dies wollten wir ggf. vor Ort noch angehen. Allerdings war diesmal der Vorurlaubsstress zuhause derart übel, sodass wir in Kombination mit dem NAchtflug ziemlich gerädert ankamen. Insofern unsere Entscheidung den Tag ruhig anzugehen und uns nur ein bisschen vom Nachtflug zu erholen und die Seele baumeln zu lassen. 🙂
Auf der Fahrt vom Flughafen nach Arusha haben wir auch gleich einen guten Ausblick auf den Kilimanjaro. Unsere beiden Guides sind recht begeistert – so klar ist die Sicht wohl nicht allzu oft. Und eines merken wir bereits auf der dreiviertelstündigen Fahrt zum Hotel ganz klar: Hier staubt's! Und wie! Man liest ja immer davon, aber in echt vor Ort, steht man dann doch mit einer gewissen Faszination vor diesem unglaublich feinem Staub, der hier überall ist und durch alle Ritzen kriecht. Der Staub sollte dann auch für die nächsten 14 Tage unser treuer Begleiter werden 😉, mal mehr mal weniger, aber da war er eigentlich immer.
Unser Hotel für die erste Nacht, das African Tulip liegt direkt in Arusha in einer kleinen Seitenstraße.
Es ist eine kleine Anlage, aber sehr gepflegt, mit sehr schönen Zimmern und sehr engagiertem Personal. Der Manager ist ein Inder, der sich zuallererst entschuldigt, dass unsere Zimmer noch nicht bezugsfrei sind. Huh? 🙄 Es ist erst kurz nach 9.30 Uhr morgens – mit bezugsfertigen Zimmern hatten wir echt noch nicht gerechnet. Dem Manager scheint das aber sehr peinlich zu sein – er entschuldigt sich gefühlte 1000x und bugsiert uns in die Bar, wo wir Getränke aufs Haus bekommen 😁 . Keine 15 Minuten später ist dann auch unser Zimmer bezugsfertig. Das ging doch nun wirklich einmal schnell. Wir verabschieden uns von Godfrey und Komba und verabreden uns für den nächsten um neun Uhr zum Start unserer Tour.
Dann holen wir ein bisschen Schlaf nach und genießen den Rest des Tages im kleinen Garten der Anlage bei Vogelgezwitscher und lecker indischem Essen.
Achja, Gnus haben wir an diesem ersten Tag gesehen – die hingen nämlich über unserem Bett 😄 !
Fazit: African Tulip - Arusha Als erste der letzte Übernachtung ist das kleine aber feine Hotel wirklich perfekt. Es liegt einigermassen ruhig, ist sehr gepflegt, der Manager liest einem wahrscheinlich auch wirklich jeden Wunsch von den Lippen ab 😉 und das Essen ist auch sehr schmackhaft.
Teil 307. März 2012
und wie versprochen, hier auch noch der zweite Tag!
Allerdings reichlich "Gnuuööh"-los 🙁 - dafür hab ich als Entschädigung für euch aber ein paar "Törööös" zu bieten! 😉
Ich hoffe außerdem, ihr habt nichts gegen Fotos - davon kommen in den nächsten Beiträgen nämlich jetzt einige 😗 !
Tag 2
Nach einer erholsamen Nacht blicken wir am nächsten Morgen froh und munter unserer ersten Safari entgegen. Das Frühstück ist gut und reichhaltig und es gibt ANANAS – echte, frische Ananas 🤩 . Ehrlich gesagt: Ich könnte mich in frischen Ananas baden, so gut sind sie 😊 ! Kein Vergleich zu den Ananas zuhause.
Nachdem Frühstück packen wir unser Sachen und marschieren zur Lobby, wo wir schon erwartet werden. Heute soll es in den Lake Manyara Park gehen. Godfrey fragt uns, welche Tiere wir uns heute wünschen! Uih - wir dürfen Wünsche äußern 😁 - dann wünschen wir uns doch mal einen Elefanten. 😄
Zuvor geht’s aber noch zum Wasserkaufen und Geldwechseln. Die damit verbundene Tour durch Arusha ist sehr interessant. Neben dem leicht chaotischen Verkehr beeindrucken uns am meisten die sehr langgezogenen, direkt an den Straßen liegenden Gärtnereien. Die ein oder andere dort strauch- oder baumartig groß gewachsene Pflanze, steht bei uns in klein auf der Fensterbank. Dass die Pflanzen in ihren Heimatgefilden größer werden, war uns ja bewusst, es dann aber tatsächlich zu sehen, ist ein Augenöffner. Aus diesem Grund rufen wir während der Stadtfahrt mindestens zwanzigmal überrascht. „Uh, so groß werden die eigentlich!“ aus. Unsere Guides finden das ziemlich witzig: Da kommen die deutschen Touris und flippen bereits bei den Pflanzen in den Gärtnereien voll aus! 😄
Und überhaupt scheint sich das Geschäftsleben hier hauptsächlich entlang der Hauptstraßen abzuspielen, was für uns jede Menge erste Eindrücke vom Land bedeutet. Den Verkehr an sich finden wir zwar etwas kreativ chaotisch mit einer gehörigen Portion „Survival oft he Fittest!“, aber noch so, dass man sich wahrscheinlich schnell daran gewöhnen kann.
Nachdem wir fertig sind, geht es los Richtung Lake Manyara Nationalpark. In Mto Wa Mbu einem kleinen quirligen Städtchen vor den Toren des Nationalparks gibt es noch schnell ein kleines Mittagspicknick. Und unsere erste am Strauch gereifte Banane. Was für ein Genuss! Wenn ich neben den Tieren das Beste unserer Reise benennen müsste, dann wäre es ganz klar das frische Obst. Es ist unglaublich wie toll auf unserer Reise die Ananas, Bananen, Mango und auch Avocado geschmeckt haben. 🙂
Bei unserem kurzen Picknick fliegen dann auch schon die ersten Marabus über unseren Köpfen hinweg. Hurra – wir sehen Tiere (wir freuen uns ja grundsätzlich mal über alles – nicht nur über Pflanzen). 😉
Dann geht es ab in den Nationalpark.
Der Lake Manyara Nationalpark ist ein recht kleiner Nationalpark mit nur etwa 330 Quadratkilometern. Davon umfasst aber der Lake Manyara je nach Ausdehnung rund 230 Quadratkilometer. Dadurch, dass hier das ganze Jahr über Wasser vorhanden ist, soll es hier viele Tiere geben. Schauen wir mal!
Der Park begrüßt uns grün – richtig grün! Man fährt nämlich direkt durch den dort wachsenden Grundwasserregenwald. Passend zum Dschungel laufen uns auch sofort Affen über den Weg. Paviane belagern die Straße, so ganz ohne Scheu vor den neugierigen Touris.
Ich muss zugeben, mit Affen und Pavianen im Speziellen konnte ich bisher nicht wirklich viel anfangen – aber unser Besuch im Lake Manyara NP hat das geändert. Irgendwie sind sie doch ziemlich faszinierende Tiere, wenn man ihnen mal etwas länger zusieht.
Dann fahren wir aus dem Wald heraus in Richtung See, wo sich auf den freien Flächen Zebras und Büffel tummeln. Leider alle sehr weit weg von der Straße, sodass wir durch die hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme nur Zebrapunkte flimmern sehen. Ein Stückchen weiter sehen wir verflimmert einen Elefanten aus dem Wald kommen.
Einer? Nein eine ganze Herde von ca. 40 Tieren versammelt sich auf einer Lichtung und marschiert umgeben von einer Staubwolke dann in aller Seelenruhe in unsere Richtung. 🤩
Wir sind baff. 🙄 Die Herde wandert wirklich genau aus uns zu. 20 Meter vor unserem Auto kommt die Truppe zu einem abrupten Stopp – die Leitkuh muss sich ihren Bauch an einem Termitenhügel reiben. Hinter ihr stoppt alles! So ein bisschen stellt sich Dschungelbuchatmosphäre ein, den zwanzig Elefanten, die abrupt abbremsen, sehen einfach nur zum Quietschen komisch aus! 🙂
....
Teil 407. März 2012
Tag 2 - Fortsetzung
Nachdem sich die Dame den Bauch fertig geschrubbt hat, stampft die Herde völlig unbeeindruckt an uns vorbei zum Tümpel auf der anderen Seite der Straße.
Während sich die Großen so gar nicht um uns kümmern, finden die kleinen Elefanten die Autos teils doch sehr interessant uns starten äußert putzig anzusehende Scheinangriffe auf unser Auto.
Und zum Schluss wird dann auch noch ein ganz kleiner Babyelefant von seiner Mutter an uns vorbeigeschoben. Wir sind begeistert. 😄
Irgendwann verschwinden die Elefanten dann wieder im Gestrüpp und wir pirschen mit einem verzückt-grenzdebilen Grinsen im Gesicht weiter durch den Park. Wir sehen Giraffen, Zebras, Paviane, Meerkatzen, einen Wasserbock von hinten und an den Hippo-Pools auch ein paar Flusspferde.
Dann treffen wir noch auf eine kleine Impalaherde, die uns aber nicht so toll findet was eine Impaladame auch recht deutlich zum Ausdruck bringt. 😎
Um kurz nach sechs verlassen wir den Park und machen uns auf zu unserer Unterkunft, der Kirurumu Tented Lodge- Die Anfahrt ist reichlich abenteuerlich und schon fast ein Highlight für sich selbst. 🙂 Die Lodge liegt am Rande des Grabenbruchs mit einem eigentlich fantastischen Blick ins Tal und auf den Lake Manyara. Heute Abend ist es aber sehr schwül und diesig und als wir ankommen auch schon dämmrig, sodass wir die Aussicht nicht wirklich zu sehen bekommen. Aber vielleicht morgen.
Nachdem wir uns kurz in unseren sehr schönen, geräumigen Zelten frisch gemacht haben, geht es ab zum Essen. Das Essen hier ist gut, wenn auch etwas zu ambitioniert – was es eigentlich gar nicht nötig hätte. Gut gesättigt fallen wir schon recht bald müde von unserem ersten Safaritag ins Bett – mal sehen, was der nächste Tag so bringt….:)
Teil 508. März 2012
Einen wunderschönen Abend liebe Mitreisende,
ich muss feststellen, dass es in unserem Wagen mittlerweile richtig schön kuschlig geworden ist, bei sovielen Zugestiegenen 😉 . Schön, dass ihr uns alle auf unsere Reise zurückbegleitet. Damit ihr nicht warten müsst gibt es heute auch schon den dritten Tag. Heute geht es noch einmal in den Lake Manyara Nationalpark und im Anschluss in das eine gute Fahrstunde entfernte kleine Städtchen Karatu, nicht weit weg vom Ngorongoro-Krater.
Also, alles auf die Plätze - es geht weiter 🙂 !
Tag 3
In der Nacht zieht ein Gewitter auf. Dementsprechend fällt mein schöner Plan am Morgen bei phänomenaler Aussicht einen atemberaubenden Sonnenaufgang zu fotografieren auch flach 😐 . Zwar hat es am frühen Morgen bereits aufgehört zu regnen, die Wolken hängen aber nach wie vor schwer am Himmel. Trotzdem: So einsam alleine auf der Terrasse vor seinem Zelt zu sitzen und einfach in die Natur hinein zu lauschen und zu warten bis es hell ist, ist irgendwie schon Luxus pur. 🙂
Danach gibt es ein schnelles Frühstück (Ananas, *yamyam* 😛 ) und auf geht es wieder in den Lake Manyara Park. Berühmt ist der Park im Übrigen hauptsächlich für zwei Sachen:
1. Für die Flamingos, die zeitweise in Scharren dort anzutreffen sind. Für alle die nun scharrenweise Flamingo-Fotos erwarten – ich muss euch leider enttäuschen 😕 . Überall dort, wo man uns auf unserer Reise Flamingos im Überfluss in Aussicht stellte, trafen wir völlig flamingofreie Zonen an. Im Lake Manyara sahen wir auch großer Entfernung gerade eine handvoll. Mit den Flamingos hatten wir also eher Pech!
2. Für die Löwen, die dort gerne auch Bäume klettern sollen, um ein bisschen Ausschau zu halten und um den Mücken zu entkommen (die hier scheinbar bevorzugt tiefer als zwei Meter fliegen – bitte fragt mich nicht wieso – unsere zwei Guides haben uns im Brustton tiefster Überzeugung versichert, dass dem wirklich so sei). Mittlerweile sind die Baumlöwen nur noch selten anzutreffen, da sich das im Lake Manyara ansässige Rudel wohl irgendwann teilte und man davon ausgeht, dass es zum Großteil in die Serengeti abgewandert ist, denn angeblich tauchten dort in dem Moment Baumlöwen auf, als sie auch dem Lake Manyara NP verschwanden.
Bevor wir losfahren, dürfen wir uns wieder etwas wünschen 😄 ! Ehrlich gesagt, wünschen wir uns heute hauptsächlich, dass die Sonne heute ein bisschen hinter den Wolken versteckt bleibt, denn das schwül-heiße Klima hier ist schon etwas gewöhnungsbedürftig 😕 . Ohne Sonne ist es jedenfalls wesentlich besser auszuhalten. Tiere sollen wir uns aber auch noch wünschen, meinen Godfrey und Komba. Hhmm, dann wünsche ich mir ein Warzenschwein 😎 ! Die beiden schauen uns etwas entgeistert an – ein Warzenschwein 🙄 ? Als ich ausführe, dass ich Warzenschweine unglaublich niedlich finde, werfen die beiden Herren meinem Göttergatten einen verstört-ungläubigen Blick zu. Scheinbar gibt es hier wenig Urlauber, die ihre Begeisterung für Warzenschweine kund tun (völlig unverständlicherweise, wie ich finde 😛 ). Sie sind erst beruhigt als sich Christian noch ein paar Elefanten wünscht. Das scheint ein anständiger Tierwunsch zu sein 🙂 ! Kurz vor acht sind wir wieder am Parktor angelangt. Und sehen gleich wieder: Affen! 🙂 Diademmeerkatzen, Paviane und Grüne Meerkatzen sind zu sehen.
Hier eine Diademmeerkatze, die ich wirklich unglaublich hübsch finde:
Die Paviane sind alle noch recht verschlafen, von den Touris in ihren Autos lassen sie sich aber auch heute nicht stören. Und mit jeder Minute mit der ich den Pavianen zusehe, werden sie mir symapthischer. 🙂
Elefanten gibt es auch heute wieder – touristenfreundlich präsentieren sie sich neben und auf der Straße.
Wir fahren ein bisschen die Loops des gestrigen Tages ab und sehen die üblichen Verdächtigen: Impala, einen Wasserbock von hinten (von vorne mögen uns die Herrschaften scheinbar nicht 😉 ), Giraffen und eine Buschbockdame, die aber schnell wieder im Dickicht verschwindet. Das Wetter tut uns übrigens den Gefallen und bleibt wolkig und damit deutlich erträglicher von den Temperaturen her als gestern. 🙂
Irgendwann kommt uns ein anderes Safarifahrzeug entgegen. Wir stoppen und die Guides unterhalten sich aufgeregt. Und dann geht’s los! Im Park sind 50 Stundenkilometer Fahrgeschwindigkeit erlaubt. Angeraten werden eher 25 bis 30. Und wie wir feststellen, hat das auch seinen Grund – denn als unser Fahrer nun plötzlich mit gut 40-50 Stundenkilometern durch den Busch und Urwald „brettert“, werden wir ganz schön durchgeschüttelt. Nicht zu vergessen die Elefanten, die heute bevorzugt mitten auf den Straßen lagern. Mit mehr als 30 Stundenkilometern braucht man hier im Park tatsächlich nicht um eine nicht einsehbare Kurve fahren (es tut auch tatsächlich niemand, egal wie eilig es gerade ist...), denn dass dahinter ein Elefant mitten auf der Straße steht, ist hier nicht unwahrscheinlich. 🤩
Warum wir es plötzlich so eilig haben, wollen die beiden nicht verraten – Fakt ist, dass wir in den hinteren Teil des Parks müssen. Die Fahrt dorthin ein Erlebnis für sich: Nicht nur weil wir fleißig durchgerüttelt werden, sondern auch, weil die Vegetation im hinteren Parkteil unserem Empfinden nach noch einmal schöner als im vorderen Teil ist – aber auch weil hier außer uns kaum einer unterwegs ist. Nach gut einer dreiviertel Stunde fangen unsere beiden Guides sehr angestrengt an, die Umgebung zu beobachten und endlich werden wir auch eingeweiht: Hier wurden heute Morgen zwei Baumlöwen gesichtet. 🤩 Na das wäre doch mal was – mit Baumlöwen hatten wir ja eigentlich nicht gerechnet.
...
Teil 608. März 2012
Tag 3 - Fortsetzung
Also angestrengt Ausschau gehalten. Aber zu sehen ist ... nichts! 😕 Wir pirschen uns langsam durch den Urwald. Wie man in diesem Gestrüpp aber Löwen sehen soll, ist uns ein Rätsel. 🤨 Die Tiere könnten 10 Meter neben der Straße liegen und wir würden sie nicht sehen. 😐
Und dann urplötzlich als wir um die Ecke biegen und sich eine kleine T-Kreuzung vor uns auftut, liegt doch tatsächlich eine Löwin seelenruhig auf der Straße. Wie toll! 🤩 Die Dame liegt zwar nicht auf einem Baum und findet uns zudem doof und verschwindet sofort im Gestrüpp – aber hey: Ein Löwe! 😄 Wir grinsen wie Honigkuchenpferde –sehr zum Amüsement unserer Guides und merken gar nicht dass die beiden das Fahrzeug langsam einen kleinen Hügel hinunterrollen lassen.
Und dann haben wir sie doch noch: Unsere Baumlöwen!
Direkt neben der Straße schlafen zwei Löwinnen im Baum. Oder vielleicht sollte man eher sagen: Hängen zwei Löwinnen im Baum ab!
So nah diese Großkatzen zu sehen, das hatten wir uns nicht wirklich erwartet. Aus der Nähe bemerkt man erst, wie riesig die Tiere doch sind und wie enorm groß die Pranken. Die Tiere sind vielleicht zwei, drei Meter von uns entfernt – wenn sie wollten könnten sie wohl mit einem kleinen Sprung bei uns auf dem Autodach landen – und wir sind hier völlig allein mit den beiden! 🙂
Mit den beiden? Nicht ganz, denn plötzlich erscheinen auf der Straße auch noch eine weitere Löwin und zwei Halbstarke.
Alle drei sind tatsächlich so nett und klettern ebenfalls in den Baum. Nr. 3 ist mit ihrer Baumposition aber nicht wirklich zufrieden – das könnte u.a. daran liegen, dass die zwei Halbwüchsigen ständig über und auf ihr rumklettern 😄 . Sie verzieht sich daher recht schnell wieder. Wir schauen derweil den beiden Halbstarken zu, wie sie übereinander stolpernd versuchen, ganz hoch in den Baum zu kommen.
Irgendwann ist es geschafft und die beiden machen es sich weit oben bequem. Wir sind innerlich nur noch am verzückt Seufzen 🙂. Nach einer guten dreiviertel Stunde ganz alleine mit *unseren* Löwen reißen wir uns los. Wir müssen den Park um kurz nach zwölf verlassen und haben ja noch eine weite Strecke bis zum Tor vor uns.
Auf der Fahrt zurück sehen wir abermals die üblichen Verdächtigen dieses Parks: Impala, Giraffen, Elefanten neben der Straße und auf der Straße und auch ein Dik-Dik spitzt einmal aus dem Gebüsch hervor.
Selbst eine Warzenschweinfamilie sehen wir tatsächlich noch 🙂 – allerdings nur von hinten, von vorne mögen sie sich uns nicht zeigen. Um kurz nach halb eins kommen wir am Tor an mit etwas Verspätung. Unsere Ausrede mit den Baumlöwen sorgt aber dafür, dass die Ranger am Tor beide Augen zudrücken. Danach geht es zum lecker Mittagessen in die Lodge zurück, bevor wir am Nachmittag in Richtung Karatu aufbrechen.
Unsere Unterkunft für die Nacht ist die Kudu Lodge in Karatu. Es ist eine etwas größere Unterkunft mit etwa 40 Zimmern und einer fantastischen Gartenanlage. Den verbliebenen Nachmittag spazieren wir etwas durch den Garten und schauen den Vögeln zu, bevor wir abends mit unseren beiden Guides gemeinsam essen. Das Essen hier ist etwas einfacher gehalten, eher in Richtung Hausmannskost, aber richtig gut. Wir essen uns an diesem Abend hauptsächlich an den Lammrippchen satt 🙂 .
Morgen geht es dann in den Ngorongoro Krater… - irgendwelche Tierwünsche? 😉
Kleines Fazit zum Lake Manyara Nationalpark: Ein kleiner, aber wirklich feiner Park, mit angeblich einer der höchsten Elefantendichte in ganz Afrika. Inwieweit das stimmt, können wir nicht beurteilen, aber gesehen haben wir an den zwei halben Tagen jedenfalls jede Menge Elefanten. Die Löwen waren natürlich die Krönung, aber auch sonst haben wir in diesem Park viele Tiere gesehen und würden hierher auf jeden Fall noch einmal kommen. Den Park einfach so auf der Durchfahrt mitzunehmen, wie dies wohl viele Touren machen, sodass man effektiv nur 2-3 Stunden in ihm verbringt, ist eigentlich zu schade. Nicht nur, weil man den Eintritt immer für 24 Stunden bezahlt, sondern auch weil der Park unserer Meinung nach, ohne dass Langeweile aufkommt genug für 1-2 Tage zu bieten hat.
Die Kirurumu Tented Lodge als Unterkunft fanden wir auch sehr nett. Die Anfahrt zur Lodge ist allerdings ziemlich abenteuerlich und braucht einfach Zeit. Bis man von der Lodge im Park ist, vergehen somit schon etwa 25 bis 30 Minuten – für alle, die ganz früh schon im Park sein wollen, ist die Lodge also eher nichts, denn im Dunkeln will man die Anfahrtsstrecke, glaube ich, nicht fahren 🙄 . Die Zimmer/ Zelte dort waren sehr schön, sauber und geräumig und das Essen gut, wenn auch etwas unnötig verschnörkselt. Und die Aussicht trotz des eher schlechten Wetters, welches wir hatten, sehr beeindruckend. Vielleicht müssen wir noch einmal bei gutem Wetter kommen… 😉
Liebe Grüße Steffi
Teil 710. März 2012
Alle einsteigen - weiter geht's 🙂 !
Tag 4
Heute können wir mal etwas länger schlafen, erst gegen neun wollen wir in Richtung Krater starten. Das hat einen Grund: Der Aufenthalt im Krater ist aufgrund seines Status als Weltnaturerbe auf sechs Stunden beschränkt. Konkret ist es wohl so, dass das bei der Ausfahrt aus dem Krater niemand so wirklich kontrolliert – Hauptsache man ist um 18.00 Uhr draußen - aber wir wollen es ja auch nicht ausreizen. Und Ausschlafen ist ja auch einmal schön! 🙂
Bevor man zum Kraterrand hoch darf, muss man jedoch erst einmal sich anmelden und Eintritt zahlen. Das Gate bzw. die Straße dahinter dient zudem auch als Zufahrt zur Serengeti.
Das Prozedere hierbei ist vor allem eins: zeitaufwendig! 😐 Gut eine halbe Stunde müssen wir warten, bis alle Formulare ausgefüllt, überprüft und die Gebühren für die nächsten Tage abgebucht und quittiert sind. Und wir haben noch Glück – bei unserer Ausfahrt wenige Tage später werden wir sehen, was richtiger Andrang hier ist. Insofern waren wir mit einer halben Stunde wohl noch gut dabei. 😉
Wenig später geht es dann über Serpentinen hoch zum Kraterrand. Die Fahrt dorthin ist toll – der Kraterrand auf unserer Seite ist mit Regenwald bewaldet – wahre Baumgiganten stehen neben der Straße. Leider darf man hier nicht anhalten und Fotos machen – der Verkehr ist nämlich ziemlich abenteuerlich. Und da die schmale, kurvenreiche Strecke auch LKWs fahren dürfen, wird es oftmals recht eng. 🙄 Wir begnügen uns deshalb damit staunenden Auges im Auto zu sitzen und die Szenerie auf uns wirken zu lassen (und bloß nicht zulange über den mörderischen Verkehr hier nachdenken…:S )
Oben angekommen geht’s erst einmal zum Aussichtspunkt. Obwohl es heute ziemlich staubig ist und die Sicht nicht sehr klar ist, der erste Blick in den Krater ist einfach ein Erlebnis. Wenn man sich anstrengt, kann man unten tatsächlich schon die ersten Tiere als ganz kleine Punkte herumlaufen sehen. 🙂
Hier ein Foto vom Aussichtspunkt am nächsten Tag (da war's wesentlich klarer 🙂 )
Auch ist es hier merklich kühler und weniger schwül – wie angenehm. 🙂 Angenehm scheinbar aber nur für uns – unsere beiden Guides stiefeln plötzlich mit Mütze und dicker Jacke durch die Gegend und erklären uns, dass es hier viel zu kalt wäre. Huh? 🤨 Wir reden von vielleicht 25 Grad, die es hier hat – und unsere beiden Guides bibbern tatsächlich vor sich hin. Wirklich lustig, wie unterschiedlich Temperaturempfinden sein kann. 🙂
Um Zugang zum Krater zu bekommen, muss man den Kraterrand sozusagen umvierteln – der zentrale Zugang liegt auf der Westseite des Kraters, die zentrale Ausgang hingegen auf der Ostseite. Bevor es hinab geht, genießen wir aber noch einmal die Aussicht.
Und dann geht es auch schon hinunter….
Teil 810. März 2012
Liebe Mitreisende,
bevor wir in den Krater fahren, erlaube ich mir an dieser Stelle einen kleinen Exkurs und auch Vorgriff auf die kommenden Tage einzuschieben.
Bevor in den nächsten Tagen die Tierüberflutung einsetzt, möchte ich kurz innehalten und mich einem Tier widmen, was im Serengeti-Ökosystem nicht wegzudenken ist, es aber irgendwie schafft bei einer Reise in die Serengeti doch oft nur eine Statistenrolle abzubekommen.
Ihr erratet es vielleicht schon – ich spreche vom Gnu. 🙂
Nun kann man sich fragen, warum das so ist:
- Zum einen sind sicherlich die Touristen an sich schuld. In Tansania herrscht doch eine rechte Katzenfixierung. Man kann stundenlang alleine durch den Busch fahren, aber dort wo es Großkatzen gibt, findet man Wagenkolonnen vor. Das andere Getier wird da oftmals nur als nette Dreingabe gesehen, das einem auf der Suche nach Löwen, Geparden und Leoparden über den Weg läuft. Es gibt viele Reisende, denen es nie in den Sinn kommt, für Zebras und Antilopen ihre Fahrt zu unterbrechen – wir wurden wirklich unzählige Male gefragt, ob wir hier wirklich stehen, um Antilope X oder Y anzusehen oder ob da nicht noch eine Katze ich Gebüsch verborgen liegt.
- Zum anderen ist es einfach so, dass es so verdammt viele von diesen Viehchern gibt. 🤩 Bevor wir nach Tansania gefahren sind, hatte ich den Anspruch, jedes Tier, dem wir begegnen würden, für sich zu würdigen. Vergesst es! Das ist unmöglich! Das geht weder mit Gnus, noch mit Zebras, irgendwelchen anderen Antilopen und selbst bei den Elefanten tat ich mich schon schwer. 😐 Insofern dann vielleicht auch wieder die gerade angesprochene Katzenfixierung – die sind nämlich einfach nicht in diesen Massen zu sehen.
Nichtsdestotrotz sollte sich jeder einmal ein paar Minütchen Zeit nehmen und bei einer Herde Gnus stehen bleiben – es lohnt sich wirklich! 🙂 Und auch wenn Gnus zugegebenermaßen nicht zu den Hellsten gehören, der Entertainmentfaktor der Kerlchen ist phänomenal.
Warum wir also das Gnu schätzen sollten: 😄
1. Kein anderes Tier kann so toll verpeilt in der Gegend herumstehen und vor sich hin „Gnuuuohn“.
das geht alleine…
oder auch in der Gruppe …
2. Gnus sind gesellig. Und man hat bei Ihnen auch oft das Gefühl, dass sie sich untereinander wirklich mögen.
Dadurch dass man zumeist auf mehrere Gnus auf einmal trifft, ist die Wahrscheinlichkeit auch recht groß, dass man neben verpeilt dreinblickenden Gnus auch Gnus dabei hat, die gerade irgendetwas Lustiges anstellen. 😎
3. Problemlösung auf Gnuuöisch ist manchmal schlichtweg zum Brüllen komisch! 😄 Als wir zum Bespiel eines Nachmittags im Ndutu-Gebiet unterwegs waren, blieben wir bei einer Herde Gnus stehen. Alle Gnus liefen in eine Richtung und hatten scheinbar ein Ziel. Im Boden schien an einer Stelle allerdings eine kleine Mulde zu sein – kein großes Problem – die Gnus stolzierten einfach mit einem großen Schritt darüber hinweg. Bis ein Revoluzzer-Gnu entschloss über die Mulde hinwegzuspringen. Was dann folgte, war besser wie Kino: Sämtliche anderen Gnus in der Reihe sprangen ebenfalls über die Mulde.
Sie liefen also bis vor die Mulde, bremsten abrupt ab und machten dann einen meist nicht wirklich eleganten Satz darüber. Und so ging das eins nach dem anderen…
Ich glaube wir durften insgesamt rund 80 Gnus dabei zusehen, wie sie über dieses Ding hopsten, anstatt einfach darüber zuschreiten oder außen herumzulaufen (was durchaus auch möglich gewesen wäre). 😄
4. Egal was Gnus gerade anstellen, sie haben dabei immer einen unvergleichlich „gnuuuohigen“-Gesichtsausdruck.
5. und zu guter Letzt: Gnus sind unglaublich kommunikativ. Wir sind durch Zebraherden gefahren und haben kaum einen Laut vernommen – bei Gnus passiert einem das nicht! Es ist ein ständiges „Gnuuöh!“ „Nöööh“ „Gnöööh“ „Brrrr“ um einen herum, wenn man entlang einer Herde von Gnus fährt. Die Geräuschkulisse einer Herde Gnus ist sicherlich einer der einprägsamsten Eindrücke, die ich aus Tansania mitgenommen habe. 🙂
Daher, liebe Gnus, an dieser Stelle einmal ein herzliches Danke an euch: Ohne euch wäre unsere Reise nicht das geworden, was sie geworden ist. Und auch wenn es oft nicht möglich war, euch einzeln wertzuschätzen, zusammen seid ihr einfach der Hammer!
Teil 911. März 2012
Hallo zusammen,
gleich geht's weiter 🙂 !
@Ina: Tolles Video (ich bewundere ja immer Leute, die filmen - das ist etwas was ich wirklich nicht zustande bringe 😐 ). Ich werde mir erlauben an Tag fünf nocheinmal auf dieses Video zu verweisen - zu diesem Ort habe ich nämlich auch noch etwas zu sagen und dein Video passt perfekt dazu 😁.
So und jetzt bitte alle Platz nehmen, wir fahren hinunter zum Kraterrand.
Tag 4 - Fortsetzung
Um in den Krater zu gelangen, muss man eine schmale Serpentinenstraße hinunter. Während wir uns mit dem Wagen an der Kraterwand hinunterschlängeln, tut sich vor unseren Augen ein wunderschönes Schauspiel auf: Da steht hier eine kleine Herde Zebras, dahinter liegt eine Gruppe Büffel im Gras, dazwischen springen Thompson- und Grantgazellen umher, ein paar Gnus gnuuoen vor sich hin und über allem Schwärme von Schwarzstörchen. 🙂 Und – man mag es kaum glauben – der See ist rosafarben vor Flamingos! 🤩 Ja, wir haben sie doch noch gefunden!
Den Ngorongoro-Krater in Worte zu fassen ist schwierig, wenn nicht unmöglich. Der Tierreichtum in Arten und Anzahl ist einfach unglaublich beeindruckend. Dazu die ganzen Vögel, die durch die Lüfte schwirren und man möchte sofort unterschreiben, dass man sich so und genau so das Tierparadies schlechthin vorgestellt hat. Naja fast … den es gibt nicht nur eine Vielzahl von Tieren, es gibt auch eine Menge Verkehr im Krater. 😕 Richtig, richtig viel Verkehr! Und es staubt unglaublich! 😐
Wir entscheiden uns daher fürs Erste die stark frequentierten Hauptstraßen zu meiden. Durch den von den Autos aufgewirbelten Staub halten sich die Tiere sowieso immer etwas von den Straßen entfernt und wenn wir die Wahl haben zwischen Zebra 15 Meter entfernt und Zebra 30cm entfernt, nehmen wir doch glatt das Letztere (wirklich interessant aber ist, dass auf diese Idee wirklich wenige Leute kommen und die meisten Autos tatsächlich kolonnenartig einmal um den Krater ziehen. Und so ist es tatsächlich auch im Krater möglich Flecken zu finden wo man völlig alleine mit den Tieren ist. Hier ein paar Eindrücke von Zebras, Thommys und Büffeln...
Was uns im Krater geboten wird, ist schwer zu beschreiben: Da können wir aus einiger Entfernung vier Hyänen beobachten, wie sie (erfolgreich!) Flamingos jagen (Fotos gibt es leider keine, weil verflimmert 😕 ), andernorts springen Grant- und Thompsongazellen vergnügt über die Straße. An einem kleinen Teich können wir sogar beobachten wie drei Adler in Formation zuerst über unser Auto hinweg schießen und dann Jagd auf einen Schwarm Schwarzstörche machen. Dieses Exemplar hier wäre vor lauter Panik fast in unseren Wagen geflogen und landete dann ganz perplex hinter uns (was gar keine schlechte Taktik war, denn hier haben die Adler nicht nach Beute gesucht 😄 ).
Und hey, sogar Nashörner konnten wie gleich zwei Mal zwei Stück sehen – zwar weit, weit weg, aber mit dem Fernglas waren sie definitiv als solche zu erkennen. 😄
Um kurz nach zwei begeben wir uns für ein spätes Mittagspicknick zum Picknickplatz. Wir sind absichtlich so spät dran um den Menschenmassen ein wenig zu umgehen. Klappt auch ganz gut 🙂 – außer uns sind nur drei weitere Wägen hier. Und jede Menge Milane, die sich darauf spezialisiert haben, den Touris das Mittagessen zu mopsen. Was folgt ist großes Entertainment, vor allem als Christian das Ganze einmal testet und mit Sandwich einmal ums Auto läuft und sich sofort zwei Milane aus der Luft auf ihn herabstürzen. 🤩 Der Rest der Mahlzeit nimmt der Göttergatte dann zusammen mit uns anderen dreien brav im Auto ein und beobachtet das Treiben am Himmel aus gesicherter Position.
Ohne Essen ließen einen die lieben Tierchen aber brav in Frieden, sodass wir auch noch die Hippos im Wasser und die Stare auf den Bäumen begutachten und uns die Füße ein wenig vertreten konnten.
Ohne Essen in der Hand sind die Milane sogar zu einem kleinen Fotoshooting bereit 😁 :
...
Teil 1011. März 2012
...
Tag 4 - Fortsetzung (der Fortsetzung 😉 )
Nach unserem Picknick machen wir uns wieder auf Tour durch den Krater. Obwohl es erst 15 Uhr ist hat sich der Krater schon ziemlich gelehrt. Nicht von Tieren, sondern von Menschen in Fahrzeugen. Das ist insofern toll, als weniger Autos, weniger Staub bedeutet und plötzlich sind auch die Straßen voller Tiere 😄 . Wir beschließen also so lange wie nur möglich im Krater zu bleiben – auch wenn uns unsere Guides warnen, dass je später wir zu unserer heutigen Unterkunft der Ngorongoro Sopa Lodge kommen, desto weiter unten am Hang wir ein Zimmer bekämen (bekamen wir dann auch 😎 ).
Von 15 bis 18 Uhr sehen wir so mindestens dreimal so viele Tiere wie in den ersten vier Stunden im Krater. Es lohnt sich also wirklich hier die Randzeiten auszunutzen.
Als wir schon in Richtung Ausfahrt (oder eher Hochfahrt) unterwegs sind, läuft uns tatsächlich noch dieses Kerlchen über den Weg und bequemt sich direkt vor unserem Wagen über die Straße. 🤩
Wie schöööönn… Zwischendrin düngt der Liebe fleißig die Gegend – ein markierendes Nashorn hat tatsächlich sehr viel mit einer Sprinkleranlage gemeinsam als ich dachte! 😄
Ach ja, und ganz zum Schluss sehen wir auch noch diese hübsche Dame:
Ein Löwe, das ist doch der perfekte Abschluss für einen tollen Tag 🙂 . Um kurz vor sechs Uhr verlassen wir zusammen mit den letzten fünf anderen Wagen den Krater. Zwischenzeitlich hat es ziemlich zugezogen und es tröpfelt ein wenig, was für eine dramatische Sonnenuntergangsstimmung sorgt.
An der Lodge angekommen sind wir tatsächlich eine der Letzten Ankommenden und landen tatsächlich zimmertechnisch weit, weit unten am Hang. Ist aber nicht weiter schlimm, Bewegung ist ja auch mal gut 🙂 . Merklich kühler ist es hier jedoch. Die Fleecejacke können wir heute Abend tatsächlich mal gebrauchen. Die Sopa Lodge am Kraterrand ist zwar eine recht große Anlage aber gepflegt und für eine Nacht absolut okay. Die Aussicht vom Hauptgebäude aus ist bombastisch, die Zimmer geräumig und hübsch, der Service gut und das Essen wirklich lecker. Buschfeeling kommt hier mit den vielen Leuten freilich nicht auf, aber dafür haben wir ja die nächsten Tage. 😄
Also, ab ins Bett – morgen fahren wir in die Serenegti und besuchen ganz viel Gnus! 😉
LG Steffi
Teil 1112. März 2012
Hallo zusammen,
weite geht es mit der ersten Hälfte von
Tag 5
Der neue Tag grüßt uns mit einer morgendlichen atemberaubenden Aussicht in den Krater. Wir frühstücken schnell am sehr umfangreichen Frühstücksbuffet (mit einer hervorragenden Auswahl an frischen Früchten – yamyam 😄 ) und hüschen um kurz vor halb acht bepackt mit unseren Lunchboxen in den Wagen. Das heutige Ziel: Das Serengeti Savannah Camp im Ndutu Gebiet.
Zuerst aber noch ein paar kleine Impressionen von der Ngorongoro Sopa Lodge:
Um auf den „Highway“ in die Serengeti zu kommen, müssen wir den Kraterrand wieder halb umrunden. Wir sind auf der östlichen Seite, die Zufahrt zur Serengeti ist auf der westlichen Seite. D.h. gute 40 Minuten lustige Fahrt auf der Kraterrundstraße, die auch am frühen Morgen bereits wieder mit abenteuerlichem Verkehr aufwartet 🤩 (und ein paar Büffeln auf der Straße, die den Abenteuerfaktor dieser Straße scheinbar noch etwas in die Höhe treiben wollen 😗 …).
Wenn man von der Fahrweise hier allerdings mal abgehärtet ist, macht es riesig viel Spaß – und die Landschaft ist einfach nur bombastisch schön 🙂. Irgendwann geht es dann rechts wieder den Krater hinunter, in Stückchen weiter links in Richtung Serengeti. Wie biegen heute links ab.
Auf der Strecke in die Serengeti gibt es eigentlich drei bemerkenswerte Sachen:
1. Die Oldovai-Schlucht: Dies ist einer der Orte in Ostafrika, die den Titel „Wiege der Menscheit“ für sich beanspruchen, da man in der Schlucht Knochen Überreste von ersten humanioden Lebewesen bzw. vom Zwischenstadium Affe – Mensch gefunden hat. Neben einem Blick in die Schlucht, kann man auch ein kleines Museum besuchen, Souvenirs kaufen und einem kleinen Vortrag lauschen. Das Ganze ist nett, aber vom Informationsgehalt steht in den meisten Reiseführern tatsächlich mehr. Und es ist für unser Empfinden etwas überteuert was die Eintrittsgelder angeht 😕 . Richtig interessant finden wir jedoch die alten Fotos von den ersten Ausgrabungen in der Schlucht.
Hier der Blick in die Schlucht:
2. Die Massai entlang der Straße. Wir haben im Wagen die lustige Situation, dass Godfrey so gar nicht gut auf die Massai zu sprechen ist (wir können während der ganzen Reise aber nicht herausfinden, ob es daran liegt, dass er sie schlichtweg nicht mag, oder weil die an den Haupttouristenrouten lebenden Massai sich den Tourismus unglaublich zu Nutzen gemacht haben), wohingegen Komba die Massai entlang der Straße zwar auch nicht sooo gerne mag, aber auf traditionelle Massai-Medizin Stein und Bein schwört (woraufhin Godfrey immer mit den Augen rollt 😄 ). Das Ganze verpacken die beiden aber derart vorsichtige, neutrale Aussagen, dass wir irgendwann nur noch amüsiert hinten im Wagen sitzen 😄 . Wir sind selbst keine wirklichen Fans vom sogenannten Kulturtourismus, einfach weil wir uns dabei irgendwie nicht wohl fühlen, eher wie Eindringlinge 😕 (auch wenn einem die Leute eigentlich nie diesen Eindruck vermitteln, es mag schlichtweg an uns selbst liegen 😐 ). Brauche ich zu erwähnen, dass wir keine der Massai Siedlungen entlang des Weges besucht haben 😉 ? Zwar lassen sich unsere Guides – wie so oft – auch hier die kritischen Informationen ein bisschen aus der Nase ziehen, aber wenn Godfrey nach viel Winden zugibt, dass in den Massai-Siedlungen entlang der Straße zu 85% Prozent Schauspiel für die Touristen gibt und kaum Authentizität, dann heißt das übersetzt wohl so viel wie 150% Schauspiel und null Authenzität. Das schönste und für uns einprägsamste Bild in diesem Zusammenhang ist eine Gruppe von etwa 15 jungen Massaihirten, die wir auf einem kleinen Hügel fernab sitzen sehen und die hinab auf eines der Massai-Touristen-Dörfer schauen und sich beim „Touri-Fernsehen“ scheinbar köstlich amüsieren. 😄
3. Die Straße an sich … d.h. Straße? 🙄 Also eigentlich ist die „Straße“ als einziger Zustand zu bezeichnen 😵 . Wie man die Hauptverkehrsstraße zu dem touristischen Highlight im Land derart verkommen lassen kann, ist uns ein Rätsel 🤨 . Wir sind uns unklar, ob dies Kalkulation ist, Nicht-Können oder einfach nur Desinteresse. Die Straße ist je nach Zustand einmal einspurig, dann wieder dreispurig (wobei dir mittlere, gute Spur den Abenteuerlustigen vorbehalten ist, denn wenn hier Gegenverkehr von der anderen Richtung kommt, darf man gut 1 – 1,5 Meter hohe Geröllhaufen überfahren, um auf die andere Spur ausweichen zu können 🤩 ). Als wir die Straße entlang fahren, müssen wir unweigerlich an die Diskussion um die Straße durch die Serengeti denken, die neu gebaut werden sollte, – wie man so ein Projekt nur andenken kann, während man gleichzeitig diese Straße hier so verkommen lässt, ist uns nicht begreiflich 🤨 . Denn hier fahren auch nicht wenige LKWs (und das sieht dann meist richtig gefährlich aus! 😕 )und das Verkehrsaufkommen ist für den schlechten Zustand der Piste einfach zu hoch!
Irgendwann kommt man unweigerlich zu dem Punkt, an dem man den Straßenzustand einfach ignoriert und den Blick hinaus in die Ferne schweifen lässt. Und der ist toll 🙂 … Bereits hier versammeln sich viele Gnus, Zebras und Antilopen.
Dann biegen unsere Guides plötzlich links in einen schmalen Weg hinein und wir sind mitten drin im Tierparadies 🙂 . Wobei dies erst der Vorgeschmack sein soll.
Ach, fast vergessen: Was haben wir uns heute eigentlich gewünscht? Auf unserer Wunschliste stehen heute fotogene Geier und ich möchte gerne auch Elenantilopen sehen. Das mit den Geiern scheint keine große Herausforderung zu sein, das mit den Elenatilopen umso mehr. Letztere sind recht scheu hier und haben eine sehr große Fluchtdistanz. Nach den Gründen gefragt, windet sich Godfrey etwas, meint dann aber letztendlich dass das daran liegt, dass die Elands sowohl in den umliegenden Game Reserves als auch von den Einheimischen gerne gejagt werden. Überhaupt: Wilderei ist ein Thema über das man hier nicht gerne spricht, das aber definitiv weit verbreitet ist. Nur: Die meisten Touristen wollen davon gar nichts hören, also wird es auch nicht erwähnt. Auf die Frage: „Habt ihr ein Problem mit Wilderei?“ folgt die Standardantwort „Wilderei ist bei uns verboten!“. Erst nachdem wir nachbohren, erzählen uns die beiden von den vielen Problemen, die es im Land mit Wilderei gibt...
Geier aber sind leicht 🙂 . Denn wir finden ein erst kürzlich verendetes Zebra, das als Mittagsmahl für eine Gruppe Geier dient. Was für ein Staub! Was für ein Lärm! Was für eine Szenerie! 🤩 Fasziniert beobachten wir das Schauspiel – und stellen fest: So ein Geier ist ein ganz schöner Brocken 🙄 .
...
Teil 1212. März 2012
...
Dann sehen wir noch eine Hyäne unter einem Busch Siesta machen. So freundlich wie es für eine Hyäne geht, lächelt sie in die Kamera 🙂 ! Hab ich erwähnt, dass ich Hyänen mag 😛 ?
Unter einer großen Schirmakazie machen wir Mittagspause und vertilgen unsere Lunchpakete (bzw. eher deren Inhalt 😉 ).
Und wie es an Tag 5 weitergeht, das erfahrt ihr morgen! 🙂
Bis dann!
LG Steffi
Teil 1313. März 2012
Hi,
weiter geht's mit der Fortsetzung von
Tag 5
Nach unserem Mittagspicknick pirschen wir uns weiter in Richtung Ndutu-See. Was uns auffällt: Während im Ngorongoro-Krater noch alle Zebras hochschwanger umherliefen und nur einige wenige Thompson-Gazelllen ihre Jungen schon zur Welt gebracht hatten, so sind hier die Zebrafohlen schon auf der Welt. Und auch viele kleine Grant- und Thompsongazellen sind zu sehen. 🙂
Ein besonderes Highlight liegt auch gleich neben unserem Weg:
Wir wollen das Baby-Thommy und seine Mutter aber nicht weiter stören und fahren nach einem schnellen Foto gleich wieder weiter.
Auch Elenantilopen sehen wir tatsächlich noch (yuhuhhh! 😄 ), sogar eine ganze Herde von gut 30 Stück. Aber sie sind wirklich so scheu, dass sie sofort Reißaus vor uns nehmen 😕 . Ziel für die nächsten Tage: Ein Dokumentationsfoto von einem Eland schießen, damit wir beweisen können, dass wir auch tatsächlich eins gesehen haben 😎 .
Entlang des Weges nehmen sehen wir immer wieder kleinere und größere Verbünde von Gnus und Zebras stehen.
Ab und zu gesellt sich auch ein Elefant dazu. Die Landschaft finden wir hier richtig zauberhaft und wunderschön grün.
Dann fahren wir am Lake Masek vorbei. Der Lake Masek, so erzählen uns unsere Guides, ist eines der bevorzugten Jagdgebiete der Löwen hier, weil die Gnus über kurz oder lang hierher zum Trinken kommen müssen. Das glaubt man auch sofort: Entlang des Ufers bis hinauf zum Schilf liegt ein Knochen neben dem anderen 🙄 – einen wahren Gnufriedhof haben sich die Löwen hier erjagt.
Welche Szenen sich hier teilweise abspielen müssen – wir können es nur erraten (oder in diesem Zusammenhang Inas Video auf S. 6 dieses Berichts ansehen, dann bekommt man einen kleinen Eindruck! 🙂 ) – die Löwen scheinen heute Urlaub zu machen 😎 . Weit und breit ist keiner zu sehen und die Gnus und Zebras können am Ufer unbehelligt ihres Weges ziehen!
Auch Vögel gibt es hier in rauer Menge: Große, kleine, bunte – überall zwitschert und flattert es. Sogar ein paar Flamingos geben sich die Ehre.
...
Teil 1413. März 2012
... Tag 5 Fortsetzung der Fortsetzung 😉
Über dieses Exemplar hier freuen sich unsere beiden Guides besonders – und wir versagen total 😐 . Denn obwohl uns mehrfach gesagt wird, dass das ein junger XXX ist, vergessen wir leider, was genau der junge ist 😊 . Insofern präsentiere ich hier heute einen jungen Irgendwas mit Federn 😛 und hoffe, dass mir vielleicht irgendjemand hier bei der Namensfindung helfen kann (bitte, bitte 🙂 ):
Zwischenzeitlich fangen Godfrey und Komba ein wenig zu Murren an – sie sind ganz und gar nicht mit unserer Löwenausbeute bisher zufrieden 🙄 . Dass wir heute noch keinen Löwen gesehen haben, finden wir eigentlich nicht schlimm – wir hatten ja gestern und vorgestern schon welche 🙂 . Aber unseren beiden Guides gefällt das gar nicht. Sie werden uns schon noch einen Auftreiben, versprechen sie.
Und tatsächlich: Gut eine halbe Stunde später liegt diese nette hochschwangere Dame direkt neben der Straße 🙂 .
Merke: In der Serengeti nicht nach Löwen im Gestrüpp suchen – die liegen hier auf der Straße rum 😄 . Madame ist mit ihrer Gesamtsituation merklich unzufrieden, die perfekte Liegeposition scheint mit so einem dicken Bauch schwer auffindbar 😗 . Da geteiltes Leid bekanntlich halbes Leid ist, gesellt sich noch eine zweite Löwin dazu. Doch noch Löwen gefunden, wir freuen uns! 🙂
Fast schöner als die Löwen ist allerdings eine Familie Löffelhunde, die uns über den Weg läuft. Das sind niedliche Tiere 🤩 -da möchte man ja fast aussteigen und alle mal durchknuddeln 😉 . Ich oute mich hiermit als bekennender Löffelhundfan!
Auf dem Weg zu unserem Camp begegnen wir noch vielen weiteren Gnus, Zebras, Giraffen, Kuh-Antilopen und und und. Die Tierdichte und die Tiervielfalt sind hier wirklich sehr beeindruckend.
...
Teil 1513. März 2012
...
Tag 5 - Fortsetzung der Fortsetzung der Fortsetzung (oder so 😛 )
Das Ende unserer heutigen Reise ist das Serengeti Savannah Camp, welches wir um kurz nach sechs Uhr erreichen – ein temporäres Zeltcamp mit 8 – 12 Zelten. Die Zelte sind sehr geräumig, haben ein großes Bett mit guten Matratzen und im hinteren Bereich eine Campingdusche und ein chemisches Klo.
Alles sehr hübsch und das Duschen ist ein echtes Highlight, da das Duschwasser hinter dem Zelt auf Wunsch von einem Angestellten erhitzt wird und man so lustige Unterhaltungen mit diesem führen kann/ muss /sollte, während man unter der Dusche steht 😄 .
Neben den Zelten für die Gäste gibt es auch zwei größere Zelte, in denen das Essen serviert wird und einen Lagerfeuerplatz. Alles sehr gepflegt mit unglaublich zuvorkommendem Personal: Wir fühlen uns hier sofort pudelwohl 🙂 und genießen bei einem super leckerem Essen (man muss sich tatsächlich wundern, was der Koch in seiner Buschküche zaubert 🤩 ) und später am Lagerfeuer mit einigen anderen Gästen bei viel Buschromantik die nächtliche Geräuschkulisse. Irgendwann fallen wir dann wie zwei Steine ins Bett.
Der morgige Tag steht ganz dem Ndutu Gebiet zur Verfügung – wir sind gespannt, was er uns bringen wird. 🙂
LG Steffi
Teil 1614. März 2012
Tag 6 - der Anfang 😉
Um halb sechs ist die Nacht vorbei, wir wollen ja schließlich den Sonnenaufgang in der Serengeti mitnehmen. Nach einer kurzen Katzenwäsche und ein bisschen Übereinandergestolpere im Zelt (für koordinierte Bewegungen ist es dann doch noch zu früh 😉 ), sitzen wir um sechs abfahrtsbereit mit Frühstücks- und Lunchpaketen bewaffnet im Wagen.
Godfrey und Komba sind heute Morgen mal wieder für den Wintereinbruch gerüstet mit Wollmütze und dicker Jacke 😎 – wobei wir zugeben müssen, dass es in der Nacht schon überraschend kühl geworden ist. Was für uns angenehm ist, ist für die beiden Afrikaner frostig kalt und sie verstehen auch gar nicht wieso wir nicht frieren... 😄
Der Pirschtag beginnt mit den Bodyguards des Camps, die uns gestern Abend bereits aufgefallen sind. Ein Dikdik-Pärchen siedelt scheinbar in unmittelbarer Nähe zum Camp und hüpft uns in aller Frühe bereits über den Weg (zuhause habe ich tatsächlich festgestellt, dass ich von den beiden nie kein einziges Foto gemacht habe… 🙁 ).
Langsam wird es heller. Viele Schleierwolken hängen am Himmel und geben ein wunderschönes Farbspiel kurz vor Sonnenaufgang ab.
Und Gnus und Grantgazellen stellen sich wunderbar dekorativ in diese lila und rosa gefärbte Welt….
Es ist aber nicht so, als wären schon alle hier wach – Langschläfer gibt es auch in der Serengeti 😄 :
Dann geht die Sonne auf…
Wir pirschen in dieser schönen Morgenstimmung ein bisschen durch den Busch und sehen die üblichen Verdächtigen: Gnus (was sonst 😉 ), Zebras, Grant- und Thompsongazellen. Plötzlich fliegt ein riesiger Schwarm Weißstörche über die Steppe. Was für eine Szene! 🤩 Wir sind baff – die Störche wollen gar nicht mehr aufhören.
Und dann besuchen wir diese nette Truppe hier: Ich darf vorstellen – unser Camplöwenrudel, welches seine „Zelte“ nur etwa einen Kilometer von unserem Camp aufgestellt hat 🙂 . Hier ist man auch schon wach … naja, zumindest ein bisschen… 😉
Hat irgendjemand mal behauptet Katzen wären reinliche Tiere? 😎 Diese Löwen scheinen im Geiste Elefanten zu sein 😄 und finden Schlammbaden richtig schön (hält scheinbar auch bei Löwen die Fliegen fern 🙂 )
Mehr von Tag 6 gibt's dann morgen...
LG Steffi
Teil 1716. März 2012
Hallo zusammen,
sorry wegen der Zwangspause gestern, aber ohne Bilder ist der Reisebericht ja auch doof! Mittlerweile funktioniert's aber wieder und daher: Weiter geht's (und diesmal wirklich 😄 )!
Tag 6 - Fortsetzung 1
…
Unsere Camp-Löwentruppe besteht aus 6 Weibchen und einem halbstarkem Männchen. Ein ausgewachsener männlicher Löwe aber fehlt. Godfrey meint, dass er vielleicht mit den Löwen am Lake Masek Urlaub macht 😄 … naja, das würden wir ihm sogar gönnen 😎 . Und vielleicht läuft uns ja an anderer Stelle noch ein Löwenpascha über den Weg.
Vorsichtig wünschen wir uns mal einen für den restlichen Tag! (Mein eigentlicher Wunsch „mehr Löffelhunde!“ war ja bereits vor Sonnenaufgang erfüllt worden 🙂 )
Nach ausgiebiger Betrachtung unserer Schlammlöwen begeben wir uns weiter auf Pirsch. Auf einer Ebene parken wir unseren Wagen für eine Weile und betrachten das Treiben um uns herum. Wir sehen, Gnu, Gnu, Gnu, Zebra, Zebra, Gnu, Zebra, Gnu, Grantgazelle, Gnu, Gnu, Gnu, Gnu, Zebra, Gnu, Gnu, Impala, Gnu, Gnu, Gnu, usw 😄 . Auf jeden Fall viel davon. Auch ein Steinböckchen springt uns über den Weg, verschwindet dann aber gleich wieder im Gebüsch.
Neben den vielen Antilopen treffen wir auch auf ein paar Hyänen...
…und auf Gnus, Zebras, Gnus… 😉
… irgendwann sind dann auch die Löffelhunde aufgewacht… 😎 .
Gegen elf verabschieden wir uns von den Herden, Godfrey und Komba meinen, sie müssten uns etwas zeigen. Tatsächlich fahren wir zurück zu unseren Schlammlöwen – zwischenzeitlich etwas abgetrocknet und gesäubert 😄 , um ein Mitglied reicher, aber sowas von müde. Aber: Der Pascha ist aus dem Urlaub zurückgekommen! 🤩
Wer schon immer wissen wollte, wie nah man den Tieren hier kommt …
Vom Touristenandrang lässt sich aber keine der Großkatzen stören, die brauchen ihren Schönheitsschlaf inkl. Pfotenauflegen 😄 …
...
Teil 1816. März 2012
Tag 6 - Fortsetzung 2 🙂
Also verabschieden wir uns nach einer Weile wieder und lassen die acht weiter vor sich hin dösen. Wir sehen ein paar Vögel, ein paar weitere Gnugemenge mit Zebratupfen 😛 , picknicken mit Aussicht auf eine paar hundert Gnus und fühlen und genießen einfach. 🙂
Nach dem leckerem Lunch geht es dann wieder los auf. Und auf was treffen wir?
Ganz neu in Mode, frisch aus der Serengeti – die neue Löwengesichtstarnung! 🤩
Jetzt sag noch einer, schlafende Löwen böten keine Unterhaltung und Abwechslung - die gibt's links gerollt, rechts gerollt, auf den Rücken gerollt, mit Nasentarnung etc. 😎 !
Weil ich es ganz veranschaulichend finde, hier mal ein Foto, was die Staubentwicklung vor Ort ein bisschen vor Augen führt: Et voilà: Staub mit Gnus 😛
Dann nimmt Komba einen Funkspruch an und drückt plötzlich auf die Tube. Über Stock und Stein geht es auf rudimentären Wegen kreuz und quer durch den Busch. Da muss es wohl etwas Interessantes geben – was wollen uns unsere beiden Guides aber nicht verraten! Wir sollen raten. Okay … ein Löwen kann es eher nicht sein, die hatten wir heute schon ein paar Mal … dann kann es doch nur 😎 … ein Tiger sein 😉 ! Merke: Nie deinen Guide veralbern, es könnte in einer Fast-Vollbremsung mitten im Busch enden! 😉 Die beiden schauen uns an, als wären wir vom Himmel gefallen 🙄 , dann meint Godfrey ganz, ganz vorsichtig „Tiger gibt’s hier nicht! Tut mir echt leid!“. 😄
Nachdem sich der Wagen samt seinen Insassen von darauf folgendem Gelächter erholt hat, wird weitergefahren - wir haben ja schließlich ein Ziel. Um weiteren gewollten oder ungewollten Tier-Kontinente-Verwechslungen vorwegzugreifen, verrät uns Godfrey, dass wir auf der Suche nach etwas Gepunktetem sind. Uih – da haben wir schon fast wieder eine Vermutung … 🙂
Wohin uns die beiden fahren, ist uns völlig schleierhaft – längst haben wir schon die Orientierung in diesem Akazienwald verloren. Wie man hier alleine mit einer kurzen Funkangabe ein Tier finden soll – wir wissen es nicht 🤨 . Wirklich viel Hoffnung machen wir uns ehrlich gesagt aufgrund der Unübersichtlichkeit hier auch nicht …
Und dann plötzlich sehen wir es: Unter einem Busch liegt eine Gepardin. Und sie ist nicht allein ...
Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt gelyncht werde – wie es weiter geht, erfahrt ihr später am Abend! 😗
LG Steffi
Teil 1916. März 2012
Huhu,
@ Bele: Ja, also das mit dem Frisör... er schien recht gut nachgefragt zu sein im Ndutu-Gebiet - allerdings wollte uns niemand verraten, wie wir einen Termin bei ihm bekommen können. Scheint ein Geheimtipp für exklusives Klientel zu sein 😄. Wobei die Frisuren, die wir sehen konnten uns auch alle ein wenig zu 80er-Jähre mässig gewesen sind 😛 .
hier nun die Fortsetzung der Fortsetzung der Fortsetzung (oder so 😉 )
Tag 6 - Fortsetzung der gepunkteten Art 😎
...
Vor uns liegt Mama Gepard mit insgesamt vier Jungen. Und was sind die süß! 🤩
Liebe Löffelhunde, es tut mir wirklich leid, aber hiermit seid ihr auf der Niedlichkeitsskala auf Platz 2 verwiesen worden. 😄
Die vier kleinen Geparde sind wirklich herzallerliebst, sie gemeinsam aufs Bild zu bekommen, ist allerdings genauso unmöglich, wie einen Sack Flöhe zu hüten 🙄 .
Heute Nachmittag steht auf dem Gepardenprogramm aber zuerst einmal Katzenwäsche 😎 :
Zuerst kommt die Mama dran …
… dann auch die Babys …(es folgt mein absolutes Lieblingsbild dieser Reise 🙂 )
Dann ist ein bisschen Sportprogramm auf der Mama angesagt 😄 …
Und zum Schluss wird die Milchbar eröffnet! 😄
Fast eine halbe Stunde stehen wir da und schauen den fünfen zu. Mit uns haben nur drei andere Autos den Weg zu den Geparden gefunden und wir alle sind total verzaubert von so viel Niedlichkeit auf einen Haufen.
Irgendwann ruft die Gepardenmama aber zum Abmarsch und die fünf verlassen uns. Wenn vier Gepardenbabys ihrer Mama hinterhopsen ist das fast schon wieder zum Brüllen komisch. Die Kleinen erinnern mich dabei eher an einen Hasen, als an einen zukünftigen grazilen Jäger der Savanne 😄 .
Schön in diesem Zusammenhang ist auch, dass kein Wagen der kleinen Familie hinterherfährt, sondern die fünf in Ruhe weiterziehen können 😁 .
Mit einem fetten Grinsegesicht (Marke Honigkuchenpferd 😄 ) machen wir uns wieder auf die Pirsch nach ungepunkteten Lebewesen... und werden auch fündig…
Mehr davon aber im nächsten Teil, den ich aber wahrscheinlich erst am Sonntag einstellen werde können.
Nur so viel sei verraten: Wir haben tatsächlich noch einen anderen Kunden des mysteriösen Serengeti-Frisörs gefunden 🤩 (allerdings ungepunkteter Art 😉 ).
LG Steffi
Teil 2018. März 2012
Hallo zusammen,
auch wenn mir mein Kalender sagt, dass immer noch Sonntag ist, wenn ich eure Nachrichten hier so lese, fühl ich mich schon fast zu spät dran 😊 . Ihr seid ja echt lieb 🙂 *dankööö* und ich werde mich weiter anstrengen, möglichst jeden Tag einen neuen Teil einzustellen ... nur jeden Tag geht's halt leider nicht...
Aber jetzt gibt's endlich den Abschluss von Tag 6 - insofern, liebe Bele, Tasse bereit halten, wir fahren weiter 😄 .
Tag 6 - Fortsetzung, die x-te 😉
…
Nachdem wir die kleine Gepardenfamilie verlassen haben, pirschen wir vergnügt weiter. Und damit nicht keine Missverständnisse aufkommen: Wir haben an diesem Tag nicht nur Großkatzen gesehen, da gab es auch viele andere Tiere, die wir gesehen haben:
Viele Giraffen zum Beispiel…
Und auch Impalas…
Bei den Impalas können wir etwas sehr Seltsames feststellen. In Tansania gibt es entweder Herden die nur aus männlichen Tieren bestehen, oder Herden mit weiblichen Tieren und einen männlichem Pascha. Gemischtgeschlechtliche Herden gibt’s da nicht. Als wir im Januar 2011 im Etosha NP waren, liefen uns hingegen nur gemischte Herden über den Weg 🙄 … Kennt sich da jemand aus mit Impalas? Haben sich die Impalas in Namibia nur wegen der Regenzeit zusammengeschlossen oder weil gerade die Jungen geboren waren? Oder sind die Impalas in Namibia einfach moderner im Lebensstil? 😎
Unsere beiden Guides meinten, dass in Tansania die Herden normalerweise das ganze Jahr über getrennt bleiben - nur der Pascha einer Weibchenherde wird alle paar Monate ausgetauscht, weil er sich zu sehr aufarbeitet 🙄 . In diesem Zusammenhang empfehlen wir jedem einmal 10 Minuten an einer Weibchen-Pascha-Impala-Herde stehenzubleiben und zu beobachten, wie sich der arme Pascha einen abläuft um seine Damen beieinander zu halten, Fluchtversuche zu vereiteln und andere Männchen zu vertreiben… 🤩
Nach ein paar weiteren Giraffen und ein paar Gnus und Zebras liegt dann – ich muss schon fast sagen „mal wieder“ 😊 – das hier mitten auf der Straße…
Madame ist aber nicht sehr erbaut darüber, dass wir kommen und ihren Schönheitsschlaf stören, aufstehen will sie aber auch nicht 😎 . Also müssen wir tatsächlich einen Bogen um den Löwen fahren 😄 . Straßenblockade durch müde Löwin – wer hätte das gedacht!
Das Dikdik findet’s auch ein wenig seltsam (wobei auch Dikdiks hier teilweise eine sehr niedrige Fluchtdistanz gegenüber Autos haben)… aber auf der Straße liegen sie dann doch noch nicht rum…
Überhaupt: Löwen pflatschen sich ja wirklich überall hin wo es Ihnen gerade einfällt. Bei unserem Besuch im Ndutu-Gebiet war das bevorzugt im Dreck 🤨 . Nehmen wir mal dieses Exemplar hier 🙂 :
Der Gute liegt zusammen mit einem Weibchen mitten im Nirgendwo im Dreck und sonnt sich. Sehr amüsant ist, dass die beiden gut zehn Meter auseinander liegen und sich nicht ansehen. 😄 Vielleicht Ehekrieg?
Meister Löwe ist ebenfalls gar nicht beglückt darüber, dass er von Touris entdeckt worden ist (sie schaut gar nicht erst in unsere Richtung..) – stört ja den wohlverdienten Löwenschlaf 😣 . Vielleicht sollte man ihm einmal verraten, dass es sich an weniger offensichtlichen Stellen geruhsamer schläft, als direkt am Ufer der Lake Masek, wo so ziemlich alle Autos fahren, wenn sie hier von A nach B wollen. 😉
Mit zerknautschtem Gesicht macht der Löwe eine kurze Bestandsaufnahme …
Aha, fünf Autos beieinander … na dann, machen wir doch mal ein kurzes Touri-Entertainmentprogramm…