Namibia in 18 Tagen für Neulinge

19 Antworten · 9'813 Aufrufe · gestartet 18. Aug. 2006 von Dagut
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Themenstarter349 Beiträge · seit 200618. Aug. 2006 · #1
Wollte hier mal einen Reisebericht abliefern, insbesondere für diejenigen, die vielleicht demnächst auch zum ersten Mal in Namibia unterwegs sein werden und aus meinen Erfahrungen vielleicht Nutzen ziehen können (erfahrene Namibia-Reisende können ja querlesen).
Wir waren vom 16.07. – 02.08.2006 zu dritt in Namibia unterwegs. Es war unsere erste Namibia-Reise.
Erstmal die Basics:
Alle Unterkünfte waren im Voraus fest gebucht. Würde ich beim nächsten Namibia-Urlaub anders machen, aber fürs erste Mal wars o.k. Da wir immer Lodges/Gästefarmen gebucht hatten und uns dabei auch einige „Highlights“ gönnen wollten, wurde es ein relativ teurer Urlaub. Buchung über Internet völlig problemlos, die meisten Anfragen wurden prompt und in deutscher Sprache beantwortet. Ausnahme: Etosha. Da staatlich organisiert fehlt der Wettbewerbsgedanke und somit jegliches Engagement. Meine Anfrage wurde nie beantwortet, deshalb habe ich über Thomas Cook gebucht. Zur Qualität der Unterkünfte siehe unten.
Auto: Hilux (4x4) über Zimba Adventures gemietet – sehr netter Kontakt, das Auto stammte dann tatsächlich von AfricanCar, wo wir eine sehr ausführliche Erklärung zum Auto, den Gefahren auf der Pad etc. erhielten. Im Preis inklusive waren: zweiter Fahrer, 2 Reserveräder, Luftdruckmesser, Luftpumpe, auf Wunsch Reservekanister (Doppeltank reichte aber völlig). Transfer vom und zum Flughafen problemlos. Das Auto war recht neu, den Vierradantrieb haben wir nur ein Mal wirklich gebraucht für Grashoek (s.u.), in mehreren Situationen habe ich mich damit aber einfach sicherer gefühlt.
Die Straßen fand ich überraschend gut ausgebaut und beschildert, nur auf Nebenstraßen oder auf der Zufahrt zu manchen Lodges war es manchmal recht holprig (Riviere, Felsen, Sand), mit einem normalen PKW hätte es evtl. Probleme gegeben. Auf vielen Gravelroads kann man getrost mit 100 Sachen unterwegs sein, vor Kurven oder bei selten tiefem Wellblech muss man allerdings mit dem Tempo runter. Wir haben unterwegs Leute getroffen, die stolz erzählt haben, wie schnell sie unterwegs waren (auch die meisten Namibier sind schneller unterwegs), haben uns aber nicht anstecken lassen von der Temposchinderei und für jeden Neuling würde ich gleiches empfehlen.
Zur Sicherheit: Wir wurden viel gewarnt, haben uns aber selten wirklich unsicher gefühlt und kein einziges negatives Erlebnis gehabt. Man sollte die Warnungen im Hinterkopf behalten, sich aber nicht aus Angst „verstecken“. Ich habe an mir selbst festgestellt, wie viele Vorurteile in mir stecken bzgl. der Schwarzen: Man fühlt sich schon generell unsicher, sobald man nur schwarze Gesichter um einen herum sieht, wenn man aber offen auf diese Gesichter zugeht, stellt man fest, dass hinter den allermeisten Gesichtern nette Menschen stecken. Ich war auch in Windhoek mit umgehängtem Fotoapparat (Tourist!!!) unterwegs – kein Problem. Es ist in WDH auch sehr viel Sicherheitspersonal zu sehen (wie viel Sicherheit sie einem im Notfall geben, ist allerdings eine andere Frage).
Das Essen ist überall überwältigend gut – sit back and enjoy.
Nun zu unserer Route und den Lodges:
WDH – 2 Nächte auf Düsternbrook: Kann ich zur Einstimmung gut empfehlen, wir haben hier gleich zu Anfang viel Wild gesehen (Oryx, Gnu, Kudu, Giraffen, etc.), als Afrika-Neulinge waren wir erstmal ziemlich erschrocken, als wir auf einer Wanderung Nashorn-Spuren entdeckten und uns ein einsamer, kapitaler Gnu-Bulle anschnaubte. Schöner Game-Drive. Die Ge- und Leoparden-Tour fand ich gut, um diese Tiere wenigstens mal zu sehen. Ansonsten braucht man wohl sehr viel Glück… Die Tiere leben in Gehegen, wie artgerecht das nun ist…? Frühmorgens in eisiger Kälte zum Mountain-Drive, auf dem man die angeblich seltenen Hartmann-Berg-Zebras sehen können soll, allerdings kein einziges zu Gesicht bekommen. Weiter auf der C26 über den Gamsberg Pass zur
Rooiklip-Gästefarm: leider nur eine Nacht. Zuerst einmal werden wir stürmisch begrüßt von einem Hartmann-Bergzebra namens Rosalie, das gar nicht verstehen kann, dass wir ein bisschen Angst vor ihm haben und nicht mit ihm schmusen wollen. Von uns als äußerst angenehm empfundene Atmosphäre auf der Farm, die noch im Aufbau ist, aber sehr schöne Gästezimmer, Swimming-pool und eine atemberaubende Sicht aus der Lapa hat. Bei Hannelore Neuffer und Frans van Biljon haben wir uns sehr, sehr wohl gefühlt. Sie hatten ein „typisch afrikanisches Problem“ – ihre fünf schwarzen Arbeiter haben von einem Tag zum andern beschlossen, nicht mehr arbeiten zu wollen, ein weiterer hatte sich noch Geld geliehen, um zur Beerdigung seines Vaters reisen zu können und wollte am Dienstag zurück sein – leider sagte er nicht, welchen Dienstag er meinte… Weil keine Arbeiter da waren, halfen wir mit, die Ziegen und Schafe einzutreiben und die kleinen Schafe mit Milch zu füttern, war ein schönes Erlebnis. Sehr schöne Campsite unter einem überhängenden Felsen, die wir das nächste Mal nutzen werden.
Kuiseb-Canon: Für Hermann-Korn-Leser sowieso ein Muß, für andere empfehlenswert, klasse Landschaft!
Swakopmund: zwei Nächte in Meikes Guesthouse: Die Unterkunft kann ich empfehlen, ansonsten ist Swakop nicht mein Ding: Sandstrand und deutsche Häuser sehe ich auch an der Ostsee… Sehr gut gegessen in Erich´s Restaurant und im Grapevine (Empfehlungen von Meike). Schöne Robben- und Delphin-Tour in Walvis Bay, beinahe hätten wir auch noch Wale gesehen. Am Ende gabs Sekt und die besten Austern, die ich bisher gegessen habe… Cape Cross ließen wir leichten Herzens aus (Robben hatten wir genug gesehen), aber auch (schon schwereren Herzens) den Brandberg – für den sollte man wohl mindestens einen ganzen Tag einplanen. Über C34 und C35, dann D2612 (sehr schöne Landschaft!) nach
Twyvelfontein: Wir logierten zwei Nächte in der Mowani Mountain Lodge, ganz und gar nicht billig, aber so ein Service und so eine Landschaft kriegt man nicht alle Tage… - super!!! Auch die Wüstenelefanten bekamen wir hautnah zu Gesicht – unvergesslich. Ein Tag Ausspannen in Sandsteinformationen, in denen man als Foto-Fan locker drei Filme verschießen kann – als Highlight einer Namibia-Tour würde ich immer wieder so viel Geld ausgeben. Die Engravings sollte man sich meiner Meinung nach nicht entgehen lassen, Orgelpfeifen und Vinger Klip hielten wir dagegen für entbehrungsfähig und starteten gleichen Tags zu Etosha durch.
Halali: im Standard-Bungalow ließ es sich eine Nacht aushalten, am Wasserloch sahen wir eine 20-köpfige Elefantenherde, Nashorn
Okaukuejo: eine Nacht im Luxus-Bungalow nah am Wasserloch: sehr schön. Am Wasserloch tagsüber sehr viel los (Zebras, Springböcke, Giraffen), abends ein Löwenpärchen, Elefanten, Nashorn.
Namutoni: zwei Nächte im Standard-Bungalow. Der zuerst zugeteilte Bungalow hatte einen angebrannten Vorhang, Schrank mit fehlender Tür, abplatzender Verputz – es war zwar relativ sauber, machte aber einen verwahrlosten Eindruck – nach unserem Protest bekamen wir einen anderen Bungalow zugeteilt, der etwas besser war. Am Wasserloch waren tagsüber mehrere Giraffen und zwei Elefanten, abends war da total „tote Hose“ – außer lärmenden Vögeln rein gar nichts.
Unbedingt empfehlenswert finde ich den Dik-Dik-Drive, das auf dem Weg liegende Wasserloch Klein-Namutoni ist ebenfalls sehr schön.
Beim nächsten Etosha-Besuch decke ich mich aber vorher mit Grill-Fleisch und Rotwein ein, denn das Angebot in den Tourist-Shops war äußerst dürftig und das Essen im Restaurant von Halali auch nicht die Krone.
Nach Etosha besuchten wir die Ombili-Stiftung, liegt auf der D3004. Man sollte sich allerdings vorher anmelden und nicht so unangemeldet reinplatzen wie wir. Bekamen trotzdem eine „halbstündige“ Führung, die dann fast zwei Stunden dauerte. Es war sehr interessant, vor allem weil ich mich schon vor unserer Reise insbesondere für die San interessiert hatte. Man kann viel darüber lesen, die Wirklichkeit macht noch einmal einen anderen Eindruck. Es gibt in Ombili einen Kindergarten, eine Schule und ein Internat, und für die Eltern der Schüler gibt es Platz, auf dem sie leben können. Die Bedingungen sind einfach, es gibt klare Regeln (z.B. kein Alkohol, es werden nicht nur einfach Almosen gegeben, sondern für alles muss bezahlt werden, allerdings hat jeder dort die Möglichkeit, Geld zu verdienen, etc.). Die Kinder haben dort die Möglichkeit, eine Schulbildung zu erhalten, was ich für sehr unterstützungswürdig halte. Wir werden versuchen, beim nächsten Namibia-Urlaub Kleidung für die Kinder oder Ähnliches mitzubringen. Wer einmal gesehen hat, wie die Kinder dort leben (die Reihe von abgenudelten, kleinen Handtüchern im Duschraum, die abgenutzten Zahnbürsten, die einfachen Betten), wird vermutlich ähnlich denken.
Über den Hoba-Meteoriten und Grootfontein (sehenswertes Museum) zu
Roys Camp (zwei Nächte): traumhafte Bungalows, sehr angenehme Atmosphäre. Von dort aus zur historic living village Grashoek auf der C44. Machten einen bushman-walk mit, was sehr interessant und schön war. Obwohl man den Eindruck haben kann, dass die Buschmänner dort eine folkloristische Show abliefern, hat es auf uns sehr (positiv) beeindruckend gewirkt. Wir wollten aber auch keine „wedding ceremony“ oder Ähnliches sehen. Wir hatten das gute Gefühl, dass die San stolz sind auf das, was sie ihren Besuchern präsentieren können und das ist angesichts ihrer aktuellen sozialen und kulturellen Lage schon sehr sehr viel. Sie haben hier die Möglichkeit, sich selbst zu organisieren und durch das – ich sage mal – Kultivieren ihrer Kultur ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Während des bushman-walks bekamen wir gezeigt, welche Beeren und Wurzeln sie essen, welche Pflanzen eine medizinische Wirkung haben, wie sie Fallen stellen, wie sie jagen, auf welchen Pflanzen die Käferlarven leben, aus denen sie ihr Pfeilgift herstellen usw. Mir persönlich lag viel daran, mit den „Ureinwohnern“ Namibias in Kontakt zu kommen, und auch wenn wir hier nur ein Abbild einer vergangenen oder vergehenden Kultur zu Gesicht bekamen, hat dies doch sehr zu einem „urtümlichen“ Afrika-Eindruck verholfen.
Waterberg (zwei Nächte): Unterkunft in der Waterberg Plateau Lodge, ebenfalls traumhafte Bungalows mit w e i t e m Blick über die Ebene. Derzeit muss man zum Essen noch ca. 3 km zur Wilderness Lodge fahren, Lapa ist aber im Bau. Die Auffahrt zur Plateau Lodge ist auch für Nicht-4x4-Fahrzeuge zu schaffen, auch wenn es beim ersten Mal nicht so aussieht! Habe schon Gegenteiliges gehört über den Waterberg, aber für mich war es einer der Höhepunkte. Die Landschaft auf dem Plateau ist wirklich einzigartig, die Gastgeber sind sehr nett, sehr schöne Atmosphäre. Schöne geführte Wanderung im Preis inbegriffen.
Für die letzten zwei Nächte quartierten wir uns auf der Eningu – The Clayhouse Lodge ein. Wie der Name schon sagt, bestehen die Bungalows aus Lehmbauten, sind sehr schön eingerichtet und verfügen sogar über eine Heizung (wenn diese auch nicht gerade deutschen Effektivitätsansprüchen genügt). Die Besitzer haben vor einigen Monaten gewechselt und die neue Leiterin versucht dort ein anscheinend völlig neues Konzept: die Mitarbeiter bekommen eine Gewinnbeteiligung. Wie sie erzählte, habe man ihr von solch einem Wagnis überall heftigst abgeraten, sie mache jedoch nur positive Erfahrungen damit. Wir können bestätigen, dass der Service durch die Angestellten nicht nur gut, sondern teilweise auch persönlich war, was wir sonst von den schwarzen Angestellten nur hie und da erlebten. Auf dem Gelände gibt es ausgeschilderte Wanderwege, die landschaftlich eher eintönig sind, aber mit recht interessanten Informationstafeln versehen sind, was die Lodge auch für eine Akklimatisierung am Beginn einer Reise sehr interessant macht. Für Erstreisende also gut zu empfehlen, weil die Lodge auch nah am Flughafen liegt.

Fazit: das nächste Urlaubsziel steht schon fest: NAMIBIA!

Daniel

PS: Mein Foto-Album wird nach und nach mit Fotos aufgestockt! http://www.namibia-forum.ch/index.php?option=com_gallery2&Itemid=27&g2_itemId=24085
www.daniel-gutmann.de
466 Beiträge · seit 200618. Aug. 2006 · #2
Hi,

gut geschildert und nicht nur für Neulinge sehr informativ. Ausgezeichnet! Wird soger joli loben 🤩
Freude kam ganz besonders bei Deiner Erkenntnis: "wenn man aber offen auf diese Gesichter zugeht, stellt man fest, dass hinter den allermeisten Gesichtern nette Menschen stecken". Geht man dem anderen mit einem Lächeln und offenem Herzen entgegen, wird er Dir ebenso begegnen. Ausnahmen bestätigen die Regel...

VG
Jürgen
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3'491 Beiträge · seit 200618. Aug. 2006 · #3
Hallo Daniel,
wie Jürgen schon völlig richtig anmerkte - ich MUSS Deinen Bericht loben😂 Quatsch - ich bin ja hier nicht der "Oberzensor"; es ist schön, dass es Euch gefallen hat - und das spricht eigentlich aus jeder Deiner Zeilen. Als Vielfachbesucher vergisst man schnell, wie es einem beim ersten Mal ergangen ist und was man damals gefühlt hat; Dein Bericht ist sehr gut geeignet, einen daran wieder zu erinnern. Hab herzlichen Dank für Deine Zeilen.
Gruß Joli
8 Beiträge · seit 200619. Aug. 2006 · #4
hallo Daniel
Vielen Dank für diesen intressanten Bericht
Beim Lesen deines Reiseberichts kamen wieder viele Erinnerungen hoch. Wir waren letztes Jahr das 1. Mal in Namibia unterwegs halb Camping und halb Lodges. Vor allem bei der Begegnung mit den Schwarzen erging es mir am Anfang wie dir. Ich werde dieses Jahr sicher offener auf sie zugehen und nicht meher so mistrauisch sein.
Im September werden wir das 2. Mal în Namibia und Botswana unterwegs sein, diesmal mit Dachzelt. Unter anderem werden wir in Grashoek campieren. Für die Erwachsenen werden wir ein Gastgeschenk dabeihaben.
Mehl, Zucker und Tabak. Für die Kinder Süssigkeiten und? Gehen diese zur Schule?
Liebe Grüsse
Elisabeth
2'772 Beiträge · seit 200619. Aug. 2006 · #5
Hallo Daniel,

kurz und präzise gehalten. Finde ich super - nicht nur um sich vor Reiseantritt zu informieren, sondern auch für Leute die schon mal da waren und an Eindrücken anderer Reisenden interssiert sind! Klasse!

LG

Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
35 Beiträge · seit 200621. Aug. 2006 · #6
Hallo Daniel,

wie`s aussieht habt ihr es ja recht ruhig angehen lassen und Euch Zeit gelassen Land, Natur und Tierwelt zu genießen. Wir planen ja auch im September das erste Mal Namibia zu bereisen, allerdings mit Dachzelten. Mich freut zu hören dass Ihr bei Zimba Adventures gut bedient worden seit, was den Hilux angeht. Wir haben auch da gebucht, aber auch schon gesehen, dass AfricanCar die Autos stellt. Da ich aber hier im Forum bei Dir den ersten Verweis auf Zimba Adventures gefunden habe, hatte ich schon so erste Bedenken bekommen, ob das so gut war, obwohl ich auch sagen muss, der bisherige Kontakt per e-mail war sehr angenehm & ich habe immer sehr schnell eine Antwort erhalten. Jetzt bin ich auf alle Fälle beruhigt.
Viele Grüße
Jörg
Themenstarter349 Beiträge · seit 200621. Aug. 2006 · #7
@eler

Hallo Elisabeth!

Ob die Kinder in Grashoek auf die Schule gehen, weiß ich leider nicht.
Mein Eindruck war, dass es den Leuten dort relativ gut geht und ich glaube, ihr braucht dort keine Gastgeschenke mitzubringen. Es wäre vermutlich sogar kontraproduktiv, denn die San sind dabei, zu lernen, dass sie sich selbst versorgen können und nicht auf Almosen angewiesen sind. Man kann ihnen vermutlich am besten helfen, wenn man (gegen Geld) ihr Angebot annimmt, ihre Kultur kennenzulernen und ihnen zum Abschluss noch etwas Schmuck abkauft, oder vielleicht einen Bogen mit Köcher und Pfeilen. Sie haben dort einen Stand eingerichtet, an dem sie die Sachen anbieten.
Evtl. noch einen Tipp: Wenn ihr die Buschleute und speziell die Kinder unterstützen wollt, fahrt bei der Ombili-Stiftung vorbei und bringt Kleidung oder Handtücher mit.
Ich wünsche Euch (neidvoll) viel Spaß in Namibia!

Daniel
www.daniel-gutmann.de
931 Beiträge · seit 200621. Aug. 2006 · #8
Hallo Elisabeth,

ich möchte mich Daniel anschließen:

Bitte nehmt von Gastgeschenken jedweder Art Abstand. Für die Führung bzw. das Programm bei Grashoek zahlt ihr euren Obulus und wenn ihr wollt könnt ihr noch Souvenirs kaufen. Beides kommt direkt der Community zu Gute. Und ihr habt dort ein sehr korrektes Preis-Leistungs-Verhältnis...

Gastgeschenke ohne Gegenleistung führen nur in kürzester Zeit dazu das gebettelt wird. Wer schon mal einen Stein in der Scheibe hatte weil er nicht 'gezahlt' hat wird seine Vorgänger auf den Tourismuspfaden verfluchen 😉
Übrigens: Zucker wird direkt zu Alkohol verarbeitet und Süßigkeiten für die Kinder haben neben der Bettelei noch den Nachteil das die lieben Kleinen früher oder später zum nicht vorhandenen Zahnarzt müssen.

Die Kinder in Grashoek gehen dort zur Schule, allerdings nur die ersten 4 Klassen. Die nächste weiterführende Schule ist leider so weit entfernt das es an den Transportmöglichkeiten und auch am Schulgeld scheitert. Schaut euch die Schule und das Dorf mal an. Wenn ihr fragt wird man euch gern rumführen.

Ihr werdet den Besuch bei Grashoek nicht bereuen!

Ulli
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147 Beiträge · seit 200631. Aug. 2006 · #9
Halo Daniel,
Wir haben die letzten 2 Nächte auf Düsternbrook gebucht, auch weil es nicht weit vom Flughafen ist. Aber ist es tatsächlich so dass dort die Geparden und Leoparden in Gehegen leben? Das wäre, gemessen an unseren Erlebnissen in der Massai Mara in Kenya eine Entäuschung.
Gruß
Helmut
2'772 Beiträge · seit 200631. Aug. 2006 · #10
Ja, Helmut, das stimmt. Aber um in Namibia in freier Wildbahn Geparde und Loes zu sehen musst Du schon Glück haben. Trotzdem hat es uns auf Düsternbrook gefallen.

Gruß

Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
147 Beiträge · seit 200601. Sept. 2006 · #11
Leoparden und Geparden auf Düsternbrook nur in Gehegen??

Dann kann ich allen von Euch die sich für Tiere interessieren wirklich nur die Massai Mara in Kenya empfehlen. (vielleicht noch Tansania aber da war ich noch nicht) Aber in Kenya leben die Tiere noch in freier Wildbahn und werden nicht gefüttert. Sie müssen noch jagen um zu überleben!!
Gruß
Helmut
Themenstarter349 Beiträge · seit 200601. Sept. 2006 · #12
Düsternbrook ist eine wunderschöne Farm und wir haben den Aufenthalt dort sehr genossen. Die Leos und Geparden in den Gehegen habe ich mit etwas gemischten Gefühlen betrachtet. Nicht, dass ich den Eindruck hatte, es gehe ihnen dort schlecht, aber sie werden wohl so gut wie jeden Tag mit Fleischbrocken an die Autos gelockt und eben regelrecht "vorgeführt". Selbst jagen können sie in den Gehegen wohl nicht. Andererseits habe ich gehört, dass man sich dort auch um kranke/verletzte Tiere kümmert. Wer also in Namibia ist und solche Tiere gerne sehen möchte, dem kann ich Düsternbrook schon empfehlen, aber vielleicht gibt es in Namibia ja auch noch andere Adressen, wo die Tiere ähnlich wie in Kenya gehalten werden. Im Forum wird sich bestimmt bald einer melden, der was weiß...

Gruß
Daniel
www.daniel-gutmann.de
147 Beiträge · seit 200601. Sept. 2006 · #13
Wie groß sind denn die Gehege?
Gruß
Helmut
3'491 Beiträge · seit 200601. Sept. 2006 · #14
Hallo Helmut,
irgendwo verstehe ich Deine Bedenken, zumal es auch in Namibia Farmen/Lodges gibt, in denen die Katzen wirklich wie in einem Zoo gehalten werden ( z.B. Gariganus ). Und um das zu sehen, fährt man nicht nach Namibia. Aber Gehegehaltung kann auch ganz anders aussehen - da gibt es Großgehege von 10.000 ha und mehr ( z.B. auf Okonjima ), in denen nicht mehr auswilderbare Geparde und Leoparde in einer annähernd natürlichen Umgebung gehalten werden. Die müssen dann auch gefüttert werden und bei dieser Gelegenheit kann man den Katzen sehr nahe kommen. Trotz anfänglicher Vorbehalte fand ich diese Begegnungen emotional sehr aufregend. Und wenn ich mir vorstelle, dass die Alternative für diese Tiere vermutlich der Abschuss gewesen wäre, dann kann ich auch meine Vorbehalte zurückstellen.
Gruß Joli
147 Beiträge · seit 200601. Sept. 2006 · #15
Hallo Joli,
Was Okonjima und die Philosophie der Africat foundation angeht gebe ich Dir natürlich recht. Ist ne gut Sache. Aber Tiere in kleinen Gehegen zu halten nur damit Touristen ihre Fotos machen können tut weh. Wie groß ist eigentlich das Gehege auf Düsternbrook? Wir fahren auch nicht in erster Linie um Tiere zu beobachten nach Namibia. Da muss man, wie ich an anderer Stelle schon sagte, nach Kenya. Namibia bietet ja viel mehr als nur Tiere und darauf freuen wir uns.
Gruß
Helmut<br><br>Post geändert von: GSHelmut, am: 01/09/2006 13:07
Themenstarter349 Beiträge · seit 200601. Sept. 2006 · #16
Kann ich nicht genau sagen, wie groß die sind. Ganz ganz grob geschätzt etwa 623,73m (;) ) im Quadrat so ungefähr, das Gepardengehege kam mir etwas größer vor.
www.daniel-gutmann.de
2'772 Beiträge · seit 200601. Sept. 2006 · #17
Hallo Helmut,

ich glaube Dir gerne, dass die Massai Mara das ideale Gebiet für Loeparden und Geparden ist. Wir sprechen hier ja von Namibia und da gibt es auch frei lebende Tiere bd. Arten, aber sie sind halt nur mit viel Glück (und Zeit) zu sehen.
Du darfst Dir die Gehege nicht als eine Art Käfig vorstellen. Sie sind groß und urwüchsig. Z.Zt. hat Herr Vraaz nur eine Leopardin und 2 Geparden.
Warst Du schon mal auf seiner Homepage?

http://www.duesternbrook.net/de

Wenn Du ihm eine E-Mail schickst und ihn um genaue Auskunft bittest, wird er sie Dir mit Sicherheit geben. Da erfährst Du auch, was der Grund ist, diese Tiere hier und so zu halten.
Ich finde Herrn Vraatz´ Engagement hier in Frage zu stellen ohne sich vernünftig zu informieren etwas unfair.

LG

Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
147 Beiträge · seit 200601. Sept. 2006 · #18
Hallo Pascaslinah,
Ich wollte Herrn Vraaz nicht zu nahe treten und schon gar nicht wollte ich ihn wegen nicht artgerechter Tierhaltung verurteilen. Mein Kommentar war ganz allgemeiner Art. Ich bin einfach gegen Gehege jeglicher Art egal wo sie sind. Das ging eigentlich schon daraus hervor das ich gefragt habe wie groß die Gehege auf Duesternbrook sind. Ich bin dabei mich zu informieren!! Um aber Deine Frage zu beantworten ob ich schon mal auf deren Homepage war: Ja, war ich. Und da steht unter anderem:
Die Hauptattraktion der Gästefarm Düsternbrook nähe Windhoek ist ein einmaliges afrikanisches Erlebnis in Namibia: Beobachtung von Leoparden und Geparden in natürlicher Umgebung. Nimm es mir bitte nicht übel, aber da drängt sich doch die Frage auf was unter'Natürlicher Umgebung' gemeint ist.
Gruß
Helmut

PS Die Massai Mara ist nicht in erster Linie für Leoparden und Geparden bekannt, es ind die 'Big Five'. Leoparden sind dort aber nicht sehr häufig.<br><br>Post geändert von: GSHelmut, am: 01/09/2006 21:50
2'772 Beiträge · seit 200602. Sept. 2006 · #19
Hallo Helmut,

die Gehege sind ein unveränderter Teil der natürlichen Umgebung Düsternbrooks, sprich dichtes Gebüsch mit Bäumen und hohem Gras. Eben so, wie diese Tiere auch in freier Wildbahn leben, nur nicht so groß. Der Leopard kam aus dem Gestrüpp, wo man ihn in nur 5 m Entfernung nicht sehen konnte.
Aber wenn Du Tiere in Gehegen nicht magst - was ich durchaus verstehen kann - würde ich in Deiner Stelle solche Orte meiden. Die Enttäuschung wäre vielleicht zu groß für Dich. Sicher, Wildtiere, die in freier Umgebung leben, sind viel wachsamer, als Tiere, die in Gehegen regelmäßig gefüttert werden. Deshalb gehe ich nicht gerne in einen Zoo. Ich sage dann immer: die Tiere gucken so traurig!

Gute Nacht und LG

Pascalinah<br><br>Post geändert von: Pascalinah, am: 01/09/2006 23:04
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23 Beiträge · seit 200612. Sept. 2006 · #20
Ich muss pacalinah zustimmen!! Ich selbst gehe auch nicht gerne in zoos das macht mich immer so traurig aber als ich die drei Jahre in Namibia war habe ich die Tiere natürlich hautnah miterlebt. Ich musste manchmal auch miterleben wie eines erschossen wurde da es uns angriff aber das kennt ihr bestimmt auch selber von euren reisen. Gut ich habe vielleicht drei jahre am stück dort gelebt und habe die sachen natürlich anders erlebt wie ihr aber dennoch ist es immer schade zu sehen wenn ein tier traurig ist .-)
Lieben Gruß
Timo

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