und schon wieder...

39 Antworten · 11,5k Aufrufe · gestartet 17. Aug. 2006 von Naukluft
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Themenstarter1'910 Beiträge · seit 200617. Aug. 2006 · #1
Hallo zusammen...
auch wenn ich dieses Thema wieder aufgreife, welches mit harmlosen Argumenten wie "Zur falschen Zeit am falschen Ort" abgetan wird, es ist die Realität!!!
Die letzten 4 Abschnitte dieses Berichts zeigen es ganz deutlich und genau das ists !
http://www.az.com.na/index.php?page=news/news.php&identifier=1079864086&id=16462&PHPSESSID=2fdf2e355413ecf2ee9e773d2ebf1882

jetzt kann wieder diskutiert werden, oder weiter ignoriert...

Wir Namibia Freunde, ALLE, sollten und müssen der Regierung jedesmal schreiben wenn einer da war, diesen Oberen ständig auf den Füssen stehen. Wir müssen ! Das sich etwas ändert!

Noch ein Beispiel, etwas zu ändern...
Meine und 2er anderer Gäste von Rooiklip faxten zig mal an die Nam- Telekom wegen der ständig defekten Lines, haben auf die möglichen Gefahren fürs Land und der zahlenden Gäste bei nichtfunktionierender Telfonen hingewiesen.... hat zwar n halbes Jahr gedauert, NUN funktionierts, wenn nicht irgendwelche Individuen das Kupferkabel klauen... damit sind wir wieder auf dem Punkt.


Und morgen früh bin ich WDH, machts gut 🤩

allerbester Gruss, Klaus<br><br>Post geändert von: Naukluft, am: 17/08/2006 09:59
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
2'772 Beiträge · seit 200617. Aug. 2006 · #2
Naukluft schrieb:
Und morgen früh bin ich WDH, machts gut 🤩

allerbester Gruss, Klaus
Hallo Klaus,

puuh, wirklich deprimierend, dieser Artikel... dennoch eine gute Reise und pass gut auf Dich auf!

LG

Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
413 Beiträge · seit 200617. Aug. 2006 · #3
Hallo,
weiss jemand was da auf Ozombanda vorgefallen ist? Ich war vor 2 Jahren dort und es war so schoen!

Trotz allem, Dir Naukluft einen schoenen Urlaub,. Mein Neid haelt sich in Grenzen. Muss nur noch bis zum 27.9.06 warten!

Gruss Toko
0
67 Beiträge · seit 200617. Aug. 2006 · #4
Hallo Klaus,
kann dir nur 100% zustimmen. Nach der Devise "steter Tropfen höhlt den Stein" muß man immer wieder auf Unstimmigkeiten, Vergehen usw. hinweisen. Auch wir haben im südl. Afrika einige Meldungen gemacht. Wir hoffen nur, das diese zum Erfolg geführt haben.
Dir wünschen wir eine wunderschöne Reise, viele interessante Abenteuer und Erlebnisse - und komme gesund wieder - denn wir warten auf deine Beiträge. ...und die Sehnsucht fährt mit.
Alles Gute aus Wien sendet
Helga 😘
3'766 Beiträge · seit 200617. Aug. 2006 · #5
Hallo Naukluft,

ja Verbrechen sind Realität, überall auf der Welt und auch Afrika ist davor nicht Geschützt.
Sicher es nützt nichts dies zu verharmlosen, ein Verbrechen Bleibt ein Verbrechen auch in Afrika.

In Afrika kommt erschwerend hinzu das die soziale Schere weit geöffnet ist, mangelnde Schulbildung, Arbeitslosigkeit, Hunger, Verwahrlosung von grossen Bevölkerungsteilen.

Zudem auch korrupte Regierungen und unterbezahlte Polizisten die ohne irgendwelchen „Zustupf“ kaum über die Runden kommen. Dies ist keine Entschuldigung aber ist halt ein Stück der Wahrheit. Aus Sicht der meisten Afrikaner sind die Weissen Siedler nun mal Landräuber aus der Kolonialzeit die Ihnen „ihr“ Land geraubt haben, in Afrika herrscht ein anderes Verständnis für Besitz auch wenn eine Farm offiziell gekauft wurde ist dies nicht wie bei uns sakro sankt.

Ohne Aussicht auf eine Zukunft mit Jobs und genügend Nahrung wird sich dieses Problem in Naher Zukunft weiter verschärfen, fragt mich nicht nach einer Lösung, zu vielschichtig sind die Probleme des jungen unabhängigen Afrika. Ein Teil der sozialen Ungerechtigkeit kommt sicher aus dem alten Europa mit ihrer „GEIZ IST GEIL“ Mentalität, die den Menschen in der 3. Welt kaum noch einen Verdienst auf ihren Produkten lassen so das die meisten zu „Working Poor“ Gruppe gehören, will heissen arbeiten zu Hungerlöhnen die nicht mal die einfachsten Dinge des Alltags finanzieren geschweige denn genügen Nahrung und Medizin!

Ohne diese Taten in Schutz zu nehmen will ich darauf hinweisen das viele der Problem die zu Gewaltexzessen, Raub. Totoschlag Vergewaltigung und Krankheiten ihren Ursprung in der Kolonialisierung haben und die mangelnde Unterstützung bei Themen wie der Landreform nach der Unabhängikeit dieser zumeist sehr jungen Staaten.

Auch der Übereifer der Hilfsorganisationen die blindlings Projekte Finanzieren ohne den wirklichen Bedarf und deren sinnvolle Umsetzung zu prüfen, immer mit dem Vorsatz gutes tun zu wollen, laufen halt leider sehr oft die Gelder in die Falschen Kanäle oder in absolut Unnütze Projekte die weder Nachhaltig sind oder den afrikanischen Bedürfnissen entsprechen.

Ich möchte nicht alles verdammen, aber gelegentlich sollten wir Europäer darüber Nachdenken wie wir unser (Konsum) verhalten ändern könnten das in der 3 Welt Bedingungen entstehen können das niemand aus Hunger stehlen muss von den „Reichen“ die fast ausnahmslos Weiss sind. Wenn ich Bananen von der Organisation Havelar kaufe kosten die mich vielleicht 50Cents mehr pro Kilo, aber diese 50 Cent sind für die Kleinbauern in Afrika oder anderswo in der 3.Welt von existenzieller Bedeutung!

Mein Fazit.

Gewalt ist Scheisse, sorgen wir aber dafür das wenigsten keine Gewalt aus Armut entstehen kann, eine gewaltfreie Welt ist eine Illusion, aber wir sollten dies Illusion trotzdem nicht aus den Augen Verlieren

Gruss Euer VirusAfricanum

PS Fast vergessen, eigentlich wollte ich dir Naukluft schöne Ferien wünschen, in diesem Sinne grüss Afrika von mir und geniess die Zeit dort Unten :)<br><br>Post geändert von: VirusAfricanum, am: 17/08/2006 10:45
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
349 Beiträge · seit 200617. Aug. 2006 · #7
Ich stimme VirusAfricanum da völlig zu. Die Zusammenhänge der Bedingungen in Afrika mit unserer Lebensweise in der "1. Welt" sind allerdings noch viel weitreichender. Das ist allerdings ein seeehr weitreichendes Thema (nur mal so als kleines Beispiel: http://www.we-feed-the-world.at/film.htm).

Eine weitere Anmerkung zum Thema: Ich habe bei meinen (bisher wenigen) Kontakten zu Südwestern den Eindruck gehabt, dass man den Schwarzen auch nicht viel zutraut. Oft war zu hören, dass z.B. Lodges, selbst wenn sie in Besitz von Schwarzen sind, nur deshalb "funktionieren", weil sie von Weißen gemanagt werden.
Die neue Besitzerin von Eningu-The Clayhouse Lodge erzählte mir, dass man sie fast ausgelacht habe, als sie plante, die schwarzen Angestellten am Gewinn der Lodge zu beteiligen. Keiner habe daran geglaubt, dass dies Sinn machen würde (außer ihr selbst natürlich), und noch niemand habe so etwas bisher gemacht. Und sie sagt, ihre Erfahrungen seien bestens. Ich meinte, auch als Gast dort zu spüren, dass eine andere Atmosphäre herrscht, die Angestellten offener und freundlicher mit einem umgehen, engagierter sind.

Ich bin erst am Anfang, mich mit Namibia und Afrika auseinanderzusetzen, aber mir fiel in Namibia auf, dass unter den Weißen dort oft eine ausgeprägte Resignation gegenüber der Veränderungsfähigkeit der Schwarzen vorherrscht. Das mag auf langjährigen Erfahrungen beruhen, die ich nicht habe, deshalb kann ich es schlecht kritisieren. Ich will es auch nicht kritisieren, sondern nur feststellen, denn vielleicht hat es auch was mit dem Thema zu tun.

-> Um Gottes Willen will ich nicht den Gedanken nahelegen: Die Weißen sind selbst schuld, wenn sie beklaut werden. Verstehen heißt nicht exkulpieren.

Daniel
www.daniel-gutmann.de
3'766 Beiträge · seit 200617. Aug. 2006 · #8
Hallo Dagut,

ich möchte dir beipflichten und betonen das die Probleme in der 3. Welt und insbesondere Afrikas sehr vielschichtig sind, ich glaube nicht das auch wenn ich ein ganzes Leben in Afrika verbringen könnte ich nur annähernd die Komplexität dieses Kontinents begreifen könnte.

Ich gehe mal davon aus das es genau so lange dauern wird bis die "schwarze" einheimische Bevölkerung mit den "neuen" Freiheiten umgehen kann wie sie underdrückt wurde. Das Ganze in Schwarz/Weiss Gut/Böse oder Arm/Reich einzuteilen wäre genau so falsch wie alles denn "alten" Zeiten anzulasten.

Primär sehe ich aber ein grosses Hindernis (mich eingeschlossen) das wir afrikanische Probleme mit unseren europäischen Gedanken und Wertevorstellungen lösen wollen, also aus Sicht der Schwarzen Einheimischen eine neue Art der Bevormundung. Hier braucht es das Umdenken von beiden Seiten. Es wird ein langer Weg werden um ans Ziel zu kommen, dessen Ende noch nicht zu erkennen ist.
Wir können auch nicht erwarten das Afrika innert einer Genertion das schafft wofür Europa zig Generationen brauchte und wenn wir ehrlich sind ist Europa noch immer nicht am Ziel, wir alle kennen Korrupte Staaten, Armut und soziale ungerechtigkeiten auch in unserem Europa.

Ich denke es wird vorallem auch eine lange Zeit brauchen um eine Basis des Vertrauen zu schaffen, auch sollten wir "Erfolge" in Afrika wie in deinem Beispiel erwähnt als solche anerkennen und auch mal etwas geduldiger sein wenn's halt nicht so funktioniert nach unseren Massstäben.

Auch kleine Erfolge können der Beginn von etwas grossen sein, nur und das sollte man sich bewusst sein ist in Afrika alles etwas schwierieger, frei dem Motto. die Europärer haben die Uhren und in Afrika haben sie die Zeit, gut Ding will eben Weile haben und in Afrika (so glaube ich) kann das Generationen dauern, Gruss VA<br><br>Post geändert von: VirusAfricanum, am: 17/08/2006 13:09
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Themenstarter1'910 Beiträge · seit 200617. Aug. 2006 · #9
Vielen, vielen Dank Euch allen, werd wieder Bilder machen wo ich nur kann...

was den Bericht betrifft weiss ich wohl um die soziale Situation und wenn es in D so weitergeht stehen wir hier auch vor solch einem Problem...wenn auch anders!
Was den"Landdiebstahl" betrifft, na klar uns werden ja immer noch die Greueltaten des NS Systems vorgehalten, da sollen wir auch überall hin zahlen, was die ehem. Ministerin W-Zeuel da an Zahlungen an die Hereros versprochen hat und jetzt vom Nam.-Präsid. von Betrug und Bestechung deswegen die Rede ist... Wievielen Generationen soll das noch anhängen.

@Reisebiene , nein und ja, denn die beiden Berichte in der AZ betreffen ein und das selbe, dass was mich so kratzt, sind die 4 letzten Abschnitte meines links...

Mein Anliegen an Euch, faxt umgehend alles was stört, im Bayrischen, Furte oder auf Malle oder sonstwo würdet Ihr dass nicht hinnehmen und auf die "Barrikaden" gehen.
Namibia will Touristen, dann soll und muss auch was in dieser Richtung passieren!

So, das hierzu und nun bin ich weg...

allerbeste Grüsse an alle, Klaus<br><br>Post geändert von: Naukluft, am: 17/08/2006 16:15
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
16 Beiträge · seit 200618. Aug. 2006 · #10
Bildung, Bildung, Bildung... das wird das einzige sein, was hilft und was man eigentlich noch unterstützen darf.

Die Landfrage darf nicht zum wichtigsten Punkt in Namibia werden. Denn durch die Verteilung des Landes wird die Wirtschaft nicht besser, im Gegenteil. Kaum mehr Farmen werden gewinnbringend arbeiten. Die Menschen müssen sich Wissen aneignen und Industrie und Dienstleistungen erbringen. Wenn jeder hier in Deutschland Land haben wollte, bekommt jeder vielleicht grad mal ein bis zwei Quadratmeter. Aber für uns ist Landbesitz nicht das Wichtigste im Leben. Und genau das müssen die Einwohner Namibias begreifen.

So, dass ist meine bescheidene Meinung zu dem Thema.
Gast18. Aug. 2006 · #11
Moin zusammen,

im Zusammenhang mit der Landfrage möchte ich einmal von der Geschichte („Landraub“) und ihrer Korrektur („Landreform“) weggehen und nur einige Konsequenzen betrachten, die die Vorgehensweisen der Regierungen Namibias und Südafrikas bei der Landumverteuilung auslösen.

Zunächst einmal ist es unabdingbar, darauf hinzuweisen, dass nur ein geringer Teil der Fläche beider Länder landwirtschaftlich nutzbar ist. In einem großen Teil dieser landwirtschaftlich nutzbaren Fläche ist intensive Landwirtschaft nur unter Einsatz einer Menge Kapitals und unter Nutzung von künstlichen Düngemitteln und einer ausgefeilten Bewässerungstechnik möglich. Das Management derartiger Betriebe, die sich vielleicht auch noch auf dem internationalen Markt behaupten müssen, würde auch hier jeden Nebenerwerbslandwirt überfordern.

Wenn man nun, wie das die Regierungen in Südafrika und Namibia tun, einzelne Familien oder ganze Communities ohne intensive Ausbildung und Betreuung auf das Land setzt, dann ist die Katastrophe vorprogrammiert. In Südafrika gibt es eine Vielzahl von Beispielen, bei denen brummende Betriebe innerhalb kurzer Zeit in Grund und Boden gewirtschaftet wurden. Insbesondere in der Provinz Limpopo hat die Provinzregierung bereits damit gedroht, Farmen wieder zurückzunehmen. Ungeachtet dessen wird jedoch landesweit die Enteignung kommerzieller Farmer vorangetrieben.

Die Konsequenzen einer solchen Vorgehensweise bleiben lange verborgen. Jede Farm, die nicht mehr mit Profit betrieben wird zahlt irgendwann keine Steuern mehr, erarbeitet keine Devisen für das Land, fragt keine landwirtschaftlichen Ausrüstungsgegenstände, keinen Dünger, keine Kredite nach, bietet keine Arbeitsplätze mehr. Investitionen in allen betroffenen Wirtschaftsbereichen werden allmählich ausbleiben. Hierdurch werden nicht nur die unmittelbar Betroffenen (alter und neuer Eigentümer) beeinträchtigt, sondern eine Vielzahl anderer Menschen.

Kommt dann noch die Missachtung privaten Eigentums und Rechtswillkür hinzu, wird nach und nach die gesamte Wirtschaft zerstört. Die Menschen sind auf den informellen Sektor zurück geworfen, und die dann vorherrschende Subsistenzlandwirtschaft ist nicht mehr in der Lage, das Land zu ernähren. Diesen Dominoeffekt kann man sehr schön an der Geschichte Zimbabwes in den letzten acht Jahren beobachten.

Ein Wiederaufbau der so zerstörten Wirtschaft wäre nur durch einen immensen Kraftakt möglich, da vor dem letzten Wegstück in aller Regel die Substanz verzehrt wird – der DDR–Effekt. Wenn man nun noch die bereits absehbaren Effekte des Klimawandels hinzu zählt, ist die Vision, dass die Welt in nicht allzu ferner Zukunft auch Südafrika und Namibia wird füttern müssen, nicht völlig realitätsfern.

Gruß, Michael
1'457 Beiträge · seit 200618. Aug. 2006 · #12
Lieber Michael,
leider habe ich jetzt keine Zeit um richtig tief in das Problem einzudringen, aber nur vorneweg: So einfach ist das alles nicht:

Selbst die Weltbank - und das will was heißen - macht Entwicklung und Fortschritt nicht mehr von Höhe des BSP ahängig. Warum muss das Land denn international konkurrenzfähig und auf Exportwirtschaft orientiert bewirtschaftet werden ? Warum Viehzucht ? Sicher ein Großteil der traditionalen Struktur in RSA und Nachbarn ist schon lälnger kaputt.
Aber deshalb eine völlige Europäisierung und eine kapitalistsche Ausrichtung der Menschen zu werarten . nur weil die bisherigen Besatzer und auch die jetzigen Farmer dies für die richtige Strategie hielten.

einen schönen und nachdenklichen Abend wünscht Konno
Gast19. Aug. 2006 · #13
Moin Konno,

mein Beitrag war -natürlich- kritisch gegenüber der Handlungsweise der Regierungen beider Staaten. Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist für mich der Egoismus 😉

Genauso wenig, wie ich meine umweltschädliche Heizung gegen ein umweltverträgliches Modell dann austausche, wenn ich kein Geld dafür habe -ich würde ja frieren!-, sollten Regierungen, die sich ihren armen Wählern verbunden fühlen, den finanziellen Ast absägen, auf dem sie sitzen!

Nur noch einmal zur Klarstellung: Mein Interesse ist es hier nicht, eine globalpolitische Diskussion anzuzetteln!

Egal, wie man dazu steht: Es ist eine Tatsache, dass sich jeder Staat dieser Erde in einem ständigen Wettbewerb mit den anderen befindet. Ebenfalls ist es eine Tatsache, dass die Staaten des afrikanischen Kontinents im Welthandel, außer in der Rolle als Rohstofflieferant, eine marginale Rolle spielen. Sie brauchen aber -wie jeder andere Staat- Geld, um ihre Aufgaben zu erfüllen, ihre Ziele zu erreichen.

Einschub zum Rohstofflieferanten: Genau so, wie in früheren Jahrhunderten beim Sklavenhandel, gehören auch bei der heutigen „Ausbeutung“ des Kontinents immer zwei dazu: Wir, die wir ausbeuten und jene einheimischen Eliten, die die Ausbeutung zu ihrer eigenen Bereicherung benutzen.

Zimbabwe und Südafrika hatten von allen Staaten -Botswana ausgenommen- die besten materiellen Startbedingungen. Ironischerweise ist das gerade der Tatsache geschuldet, dass sie unter den letzten waren, die „one man, one vote“ erreichten. Sie sind die nämlich die Staaten mit dem höchsten Anteil Siedler europäischer Abstammung, Menschen, die sich als dem „weißen Stamm“ Afrikas zugehörig fühlen.

Eine, dem Ziel der bestmöglichen Ausnutzung dieser Startbedingung und der Abschöpfung des Wissens der -wie auch immer sie dahin gekommen sein mögen- weißen Wirtschaftselite dienende, Strategie würde der Erreichung der regierungsseitig vorgegebenen Ziele dienen. Stattdessen...

Und hier breche ich den Exkurs ab, da es jetzt in den Brennpunkt der politischen Bewertungen ginge.

Auch Dir einen nachdenklichen Abend.

Gruß, Michael<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 18/08/2006 22:55
1'036 Beiträge · seit 200619. Aug. 2006 · #14
@ Konno

Dein Beitrag

<< nur weil die bisherigen Besatzer und auch die jetzigen Farmer dies für die richtige Strategie hielten. >>

Ich denke du lehnst dich hier ein wenig zu weit aus dem Fenster.

Besatzer ist ja wohl nicht angebracht.

Wann und wo beginnt das mit Besatzer ???

1) Einer Farmer der erts jetzt eien Farm erworben hat ?
2) Oder Farm erworben vor 10, 20, 30, oder mehr Jahren
3) Oder siehst du Zimbabwe als das Vorbild.

Wenn ja solltest du dort deine Urlaube verbringen

Grüsse ein etwas erstaunter Georg
HOME mit Afrika Links http://www.dersofaladen.de/home/ www.dersofaladen.de
Gast19. Aug. 2006 · #15
Ich kann hier Georg voll zustimmen. Die Weißen sind keine Besatzer, weder in Namibia noch in SA. Sie sind Bewohner der jeweiligen Länder. Und ohne diese funktioniert es nun einmal nicht! Dies kann man in anderen Ländern in Afrika sehen.

Mir kam schon immer der Herr Konno auf dem Photo mit der Fahne und der Mütze auf dem Kopf "spanisch" vor!

Gruß,
Kaisi
1'457 Beiträge · seit 200619. Aug. 2006 · #16
hallo,

mit "Besatzer" meinte ich Kolonisten, ich hätte es deshalb vielleicht auch so schreiben sollen. Dennoch glaube ich, ist es auch so deutlich, weil ich geschrieben habe die BISHERIGEN Besatzer und die JETZIGEN Farmer.

Und ja, ich mache keinen Hehl daraus, das ich der Meinung bin, dass es gut ist, wenn sich Namibia langsam um die Landfrage kümmert. Mehr sage ich jetzt aber nicht. Zimbabwe lassen wir da mal aussen vor.

mfg konno
Gast20. Aug. 2006 · #17
Moin Konno,

Du freust Dich also, dass sich die namibische Regierung der Landfrage annimmt. Der Wortsinn, den Du hier hinein legst, bedeutet eher: Landproblem. Was ist denn das nun für ein Problem, welches das Land in Namibia heutzutage darstellt?

Es könnte zunächst die Qualität des Landes als solches sein. Diesen Punkt schließe ich einmal aus, obwohl dies im Zuge der zunehmenden Erderwärmung mittelfristig anders werden wird.

Als nächstes könnte in Frage kommen, dass das Land nicht Gewinn bringend genutzt wird. Nun, dies kann man den Medienberichten zufolge wohl ausschließlich auf das Land beziehen, welches die Regierung bereits auf die verschiedenen Arten erworben hat. BTW, was produziert Ongombo West denn zurzeit und wie viele Arbeitsplätze werden dort angeboten?

Bleibt wohl nur die dritte Erklärungsmöglichkeit: Die falschen Leute besitzen das Land! Dies zu ändern, hat eine Regierung nun mehrere Möglichkeiten. Zunächst kann sie das tun, was in einer kapitalistischen Wirtschaft üblich ist, sie kann es kaufen. Dumm an diesem Ansatz ist nur, dass stark nachgefragte Dinge sehr schnell teurer werden. Klappt also nicht, jedenfalls nicht auf die Schnelle.

Da hat die Regierung aber noch ein Problem an der Backe: Sie hat nämlich bei ihrem Regierungsantritt vor jetzt immerhin schon 16 (!) Jahren schnelle Veränderung versprochen. Sie hätte nun die Option, auf den erfolgreichsten Ansatz der Weltgeschichte, den kommunistischen😄, zu setzen und das Land einfach enteignen. Geht aber auch nicht wirklich, da dann die Mittel der gutgläubigen europäischen Do-Gooders nicht mehr fließen würden. Da müssten die Fat Cats zur eigenen Bereicherung noch mehr auf die öffentlichen Mittel zugreifen.

Also bleibt es zunächst bei der pragmatischen Vorgehensweise: Nach und nach werden die gesetzlichen Grundlagen geschaffen, die die Enteignung leichter machen. Hierbei wird jedoch vermieden klare Kriterien zu nennen, die es der Zielgruppe ermöglichte, längerfristig zu planen. Darüber hinaus werden Squatter-Camps geduldet, wohl wissend, was deren Bewohner auf den angrenzenden kommerziellen Farmen tun werden. Zur Erhöhung der Unsicherheit der jetzigen Landbesitzer werden die Vergehen und Verbrechen von der Polizei nicht verfolgt. Zum Glück hat man die ja seit der Unabhängigkeit verrotten lassen.

Tja Konno, und Zimbabwe kann ich auch nicht außen vorlassen, weil es dort -wenn auch im Zeitraffer- nach der im wesentlichen gleichen Methode vor sich ging; wie übrigens zurzeit auch in Südafrika. Darüber hinaus bestehen aus ihrer gemeinsamen Geschichte heraus enge Verbindungen zwischen SWAPO, ANC und ZANU-PF. Ebenfalls arbeiten alle drei Regierungen unverdrossen eng zusammen.

Eine kleine, nicht ganz ernst gemeinte Provokation zum Schluss: Was hast Du eigentlich gegen die schwarze Bevölkerung Namibias, dass Du ihr das gleiche Schicksal bereiten möchtest, wie u.a. den Bevölkerungen von Kenia, Sambia, Kongo u.v.m.? Ich schlage vor, dass Du Dich ein wenig intensiver mit der Geschichte der schwarzafrikanischen Staaten auseinander setzt und dabei einmal der Frage nachgehst, warum alle diese Staaten -Ausnahme Botswana- spätestens 25 Jahre nach ihrer Unabhängigkeit von den einheimischen Eliten in Grund und Boden gewirtschaftet worden waren.

Schönen Sonntag noch, Michael
Gast31. Aug. 2006 · #18
Moin zusammen,

vorstehend fragte ich nach Ongombo.
BTW, was produziert Ongombo West denn zurzeit und wie viele Arbeitsplätze werden dort angeboten?
Dazu aus dem Namibian von heute:

"Thursday, August 31, 2006 - Web posted at 8:10:08 GMT

Ongombo settlers in limbo

BRIGITTE WEIDLICH
WORKERS resettled on a farm expropriated by Government last year have neither the funds nor the implements to start farming.




The farm Ongombo West, which is situated 40 kilometres east of Windhoek, belonged to Hilde Wiese and was the first farm in Namibia to be expropriated by the Ministry of Lands and Resettlement last September.

One of the former employees at Ongombo West, Elias Hoebeb, received a letter on June 13 2006 from the Ministry informing him and his family that they were allocated Unit A on the farm, with a size of 1 391 hectares.

"We were very happy about that, because it means that my relatives and I can stay on the farm; we are about 40 people," Hoebeb told this newspaper at the farm on Tuesday.

"The big problem is that we have no farming implements, no money to buy diesel for the water pump and also no transport."

According to Hoebeb, they even struggle to putfood on the table each day.

"The plants in the vegetable garden have died because there is no water.

We have a few goats and we are slaughtering some so that we can eat," Hoebeb told The Namibian.

A few elderly relatives are also living in the former workers' quarters and their pension money helps the group to eke out a living.

The farmstead is deserted and all the flowers in the garden have died.

A supervisor of the Ministry of Lands is living in the empty house and he sees to it that nothing gets stolen.

On enquiry, the Ministry of Lands and Resettlement said it helped all newly resettled people, but had to work in concert with other ministries.

"The needs of the people at Ongombo West who received their confirmation letter for resettlement must be assessed first," said Crispin Matungela, the public liaison officer in the Ministry of Lands.

"Extension officers come from the Agriculture Ministry and the co-ordination might take a bit of time, but they will receive assistance," Matungela told The Namibian this week.

The Wiese family left the farm in compliance with the compulsory sale agreement last November and Government paid N$3,7 million as compensation.

The farm was expropriated after a dispute arose between the owners and some of the workers.

Six farmworkers were dismissed in a dispute after an employee, Cornelia Rooinasie, said she killed a goose "by accident".

The owners demanded that she pay compensation.

Then Heinz Wiese, the husband of owner Hilde, shot and killed a goat belonging to an employee, saying it was in a restricted area of the farm where the farmworkers were not allowed to graze their livestock.

The worker demanded compensation from him for the goat.

The whole labour dispute snowballed and became political."
Gast13. Sept. 2006 · #19
Moin zusammen,

hier eine Betrachtung zur Situation in Südafrika mit dem Schwerpunkt auf den Folgen der geplanten Landreform für die Lebensmittelerzeugung für Südafrika und den Rest des Kontinents:

http://www.timesonline.co.uk/article/0,,1052-2352011.html

Gruß, Michael
Gast13. Sept. 2006 · #20
Ich habe es schon in einem früheren Posting gesagt. Ohne Weiße ist das südl. Afrika verloren. Dann funkioniert nichts mehr.
Was die schwarze Regierung da plant, ist der pure Wahnsinn. Da bekommen wir Zustände wie im Kongo. Da kann ich wirklich ausrasten. Die Schwarzen Machthaber haben nichts verstanden. Erst bereichern sie sich an dem von Weißen erwirtschfteten Geld und dann hat der seine Schuldigkeit getan, und muß weg.
Und eines darf man nicht vergessen: Das Stammesdenken der Schwarzen ist ist das größte Problem in Afrika. Wenn mir ein Herero sagt, daß zu viele Braune da sind (Ovambos), dann ist ein Konflikt eigentlich vorprogrammiert. Wenn hier einige meinen, das ist bedingt durch die koloniale Vergangenheit, liegt vollkommen falsch. Was wir jetzt haben ist ist ein wirklicher Rassismus. Die Mehrheit (in SA die Zulu und in Nam die Ovambos) bestimmen über die Minderheit. Das ist die Realität. Hier sollten wir endlich aufwachen und uns der Wirklichkeit stellen und nicht nur die armen Schwarzen sehen.

Mit Zeit zum Nachdenken,

P.S. Ich bin zwar nicht gläubig, doch Gott schütze die Weißen in Südafrika!

Kaisi<br><br>Post geändert von: Kaisi, am: 13/09/2006 19:25