Burschi4'140 Beiträge · seit 200921. Juli 2013 · #261Hallo Gerd,
bei mir taucht im Moment dein letzter Beitrag nicht auf, obwohl du als Letztschreiber angezeigt wirst. Hatte das selbst vor einigen Tagen und chrigu hats gelöst, indem er einen neuen Beitrag angehängt hat.
Ich probiers mal.
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
Burschi4'140 Beiträge · seit 200921. Juli 2013 · #262Hat nicht geklappt!!!!!!?????????????
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Burschi4'140 Beiträge · seit 200921. Juli 2013 · #263Jetzt ist er da!!!!! 😄
Rätsel des Forums! 😉
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Gerd19425'538 Beiträge · seit 200821. Juli 2013 · #264Hallo Elisabeth,
danke für Deinen sehr guten Beitrag.
..... und es tut weh, wenn man so manch abfällige Bemerkung liest. Namibia ist nun mal anders, was Besonderes, was Liebenswertes! Bitte versucht es einmal zu verstehen und auch zu akzeptieren.
Das ist absolut richtig, was Du da sagst. Auch mir tut es weh, wenn über dieses wunderbare Land abfällig gesprochen wird. Ich glaube, dass viele dieser Äußrungen nicht abfällig gemeint sind, sondern dass sie die Folge einer großen Enttäuschung sind. Denn wenn Du genau liest, wirst Du feststellen, dass die meisten negativen Äußerungen von Fomis kommen, die schon mehrmals da waren, die von dem Land mal total begeistert waren (und es am liebsten noch wären).
Warum dann diese Kritik?
Wie Du schon selbst sagst, hat sich in diesem Land in den letzten 15 Jahren sehr, sehr viel verändert und leider nicht alles zum Guten. Du hast eine große Aufzählung gemacht, warum und weswegen was teurer ist und ich stimme Dir in jedem einzelnen Punkt zu. Ich denke, dass wissen auch die meisten Fomis und dass auch die das grundsätzlich von (fast) allen akzeptiert wird. Aber ich kann und will auch nicht akzeptieren, dass ich bei vielen Beherbungsbetrieben (Lodgen, Gasthäusern, Farmen und sogar bei Campingplätzen das Gefühl habe, dass ich abgezockt werde. Denn in vielen dieser Betriebe stimmen Preis und Leistung einfach nicht mehr. Mancher Lodgebesitzer lässt sich die schöne Umgebung teuer bezahlen. Anders kann es nicht sein, denn häufig rechtfertigen weder die Zimmer, noch die Essensqualität, noch der Service den gefragten Preis.
Hinzu kommt, dass durch die Pannenserie bei Air Namibia, die vielen Schikanen, die einigen früher bei der Einreise mit der Aufenthaltsdauer erfahren haben oder auch durch die negative Art, die man bei den NWR-Betrieben immer wieder erleben muss, und nicht zuletzt durch die vielen Berichte über die "Sicherheit in Namibia" ein grundsätzlich schlechter Eindruck entstanden ist, der das allgemeine Bild trübt und die tolle Natur überlagert. Das ist zwar schade, aber es ist so, weil das Negative offensichtlich bei uns viel leichter haftet als die positiven Erlebnisse.
Aber wie können wir dazu beitragen, dass sich etwas ändert?
In erster Linie dadurch, dass wir unsere Kritik an den Zuständen immer und sofort dort anbringen, wo wir das Negative erlebt haben. Das wird nach meinen Beobachtungen viel zu selten getan und deshalb glaubt manche Anbieter, dass alles in Ordnung ist.
Wenn der Anbieter "übermächtig" ist wie z. B. Air Namibia oder NWR oder der Grenzbeamte, dann wären zum Beispiel einmal darüber nachzudenken, ob einer von den gewerblichen Fomis eine Unterschriftenaktion veranlasst, die dann an den Vorstand der Air Namibia oder NWR oder das MET geschickt wird. Selbst wenn viele abwinken, dass das doch nichts bringt, sollte es einmal gemacht werden. Denn wie sagte schon mein Chef zu mir? NIX PROBIERT - NIX ERREICHT.
Außerdem brauchen wir viel mehr Leute, die von ihren positiven Erfahrungen berichten. Denn wie bei den Bewertungs-Portalen ist es doch so, dass die meisten Leute, die etwas Positives zu sagen hätten, lieber still schweigen. Dadurch wird aber das Bild viel stärker geprägt von einer Minderheit, die sich berechtigt über ihre negativen Erlebnisse hier äußert, die dann aber schnell als allgemein gültig empfunden werden.
Und dann wäre da noch als letzter Punkt meine Bitte an alle Fomis, sich auch bei berechtigter Kritik sachlich zu bleiben und sich nicht von seinen Emotionen treiben zu lassen. Dieser Satz - geschrieben in dem Thread Sicherheit in Namibia - sollte eigentlich immer und überall gelten:
Namibia hat es verdient, genauso sachlich und fair behandelt zu werden, wie wir es für unser eigenes Land auch in Anspruch nehmen.
Liebe Grüße
Gerd
Burschi4'140 Beiträge · seit 200921. Juli 2013 · #265Danke Gerd,
für den Beitrag, den ich in jedem Wort unterschreiben kann. Es ist so, wie du schreibst, dass wir, die wir schon viele Jahre nach Namibia reisen diese Probleme eben sehen und dabei leider ein ungutes Gefühl haben. Wir haben Namibia eben auch schon anders erlebt und sind traurig über die Veränderungen.
Gruß:
Burschi
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Joerg3'175 Beiträge · seit 200621. Juli 2013 · #266Gerd1942 schrieb:
Aber wie können wir dazu beitragen, dass sich etwas ändert?
In erster Linie dadurch, dass wir unsere Kritik an den Zuständen immer und sofort dort anbringen, wo wir das Negative erlebt haben. Das wird nach meinen Beobachtungen viel zu selten getan und deshalb glaubt manche Anbieter, dass alles in Ordnung ist.
Lieber Gerd, da hast du wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich sage das auch alllen Leuten so oft es geht
Wenn der Anbieter "übermächtig" ist wie z. B. Air Namibia oder NWR oder der Grenzbeamte, dann wären zum Beispiel einmal darüber nachzudenken, ob einer von den gewerblichen Fomis eine Unterschriftenaktion veranlasst, die dann an den Vorstand der Air Namibia oder NWR oder das MET geschickt wird. Selbst wenn viele abwinken, dass das doch nichts bringt, sollte es einmal gemacht werden. Denn wie sagte schon mein Chef zu mir? NIX PROBIERT - NIX ERREICHT.
Noch ein Nagel getroffen. Da ich leider ein Computerdummy bin , braeuchte ich jemanden der mir hilft so was "hier oder wo auch immer aufzusetzen. Wenn dann genuegend unterschrieben haben wuerde ich das schon NWR und Air Namibia an den zustaendigen Stelllen unter die Nase halten. Vielleicht findet sich ja jemand
Außerdem brauchen wir viel mehr Leute, die von ihren positiven Erfahrungen berichten. Denn wie bei den Bewertungs-Portalen ist es doch so, dass die meisten Leute, die etwas Positives zu sagen hätten, lieber still schweigen. Dadurch wird aber das Bild viel stärker geprägt von einer Minderheit, die sich berechtigt über ihre negativen Erlebnisse hier äußert, die dann aber schnell als allgemein gültig empfunden werden.
Auch dieses ist sehr sehr wichtig
Und dann wäre da noch als letzter Punkt meine Bitte an alle Fomis, sich auch bei berechtigter Kritik sachlich zu bleiben und sich nicht von seinen Emotionen treiben zu lassen. Dieser Satz - geschrieben in dem Thread Sicherheit in Namibia - sollte eigentlich immer und überall gelten:
Faellt halt manchmal nicht so leicht 😉
Namibia hat es verdient, genauso sachlich und fair behandelt zu werden, wie wir es für unser eigenes Land auch in Anspruch nehmen.
Liebe Grüße
Gerd
Liebe Gruesse von TsaobisGruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200821. Juli 2013 · #267Lieber Joerg.
Vielleicht findet sich ja jemand
wie lange wirst Du auf Tsaobis sein? Arbeitest Du da jetzt mit Ralph? Wenn ja, dann können wir das mal zusammen machen. Ich hatte ohnehin die Absicht. Ende Oktober oder Anfang November mal dahin zu kommen und da können wir das ausklamüsern. Allerdings fände ich es sehr viel besser, wenn sich vorher schon jemand findet, der mit Joerg die Aktion anleiert und im Forum die Unterschriften sammelt.
Liebe Grüße
Gerd
Joerg3'175 Beiträge · seit 200621. Juli 2013 · #268Lieber Gerd!
Danke fuer Deine schnelle Antwort.
Fuer wie lange ich hier bin steht noch nicht fest.
Ralf ist nicht mehr hier und ich mach das jetzt hier
Freue mich wenn Du kommst hoffentlich kannst du einige Zeit mitbringen
Ich habe auch ein Special ausgearbeitet, darf man das hier posten oder nur auf Anfrage verschicken???
liebe Gruesse
Joerg
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200721. Juli 2013 · #269Hallo,
wieso sollte ein gewerbliches Fomi eine Unterschriftenaktion Richtung Air Namibia / NWR anleiern?
Ich schlage Swakop1952 vor, der kennt sich mit Anschreiben aus und ist in dem Land groß geworden.
Viele Grüße,
Volker
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201221. Juli 2013 · #270Volker schrieb:Hallo,
wieso sollte ein gewerbliches Fomi eine Unterschriftenaktion Richtung Air Namibia / NWR anleiern?
Ich schlage Swakop1952 vor, der kennt sich mit Anschreiben aus und ist in dem Land groß geworden.
Viele Grüße,
Volker
Ach, Volker, versuchst Du zu stänkern? Bitte suche Dir einen Anderen aus.
Eine Antwort erübrigt sich jedenfalls.
Hajo
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200721. Juli 2013 · #271Swakop1952 schrieb:Volker schrieb:Hallo,
wieso sollte ein gewerbliches Fomi eine Unterschriftenaktion Richtung Air Namibia / NWR anleiern?
Ich schlage Swakop1952 vor, der kennt sich mit Anschreiben aus und ist in dem Land groß geworden.
Viele Grüße,
Volker
Ach, Volker, versuchst Du zu stänkern? Bitte suche Dir einen Anderen aus.
Eine Antwort erübrigt sich jedenfalls.
Hajo
Nein, ich denke tatsächlich, dass Du nicht der Verkehrteste bist. Ok, Du siehst Dich also nicht in dieser Funktion?
GUGuido.ThemenstarterGast21. Juli 2013 · #272Hallo,
Windhuk schrieb:Ich versuche meine Liebe zu diesem Land rüber zu bringen und es tut weh, wenn man so manch abfällige Bemerkung liest. Namibia ist nun mal anders, was Besonderes, was Liebenswertes!
Wirklich abfällige Bemerkungen lese ich hier eigentlich kaum. Kritik und eben auch negative Kritik zu üben, ist das gute Recht von Kunden und potentiellen Kunden. Zu sagen "Namibia ist doch so toll, ich habe das Land so lieb und Kritik tut weh" ist als persönliche Einschätzung natürlich völlig OK, hilft Namibia aber auch nicht und bringt den Tourismus in Namibia 0,0 voran. Selbst wenn man annehmen würde, dass die teilweise hohen Lodge-Preise aufgrund teurer Einkaufslogistik etc. voll gerechtfertigt sind, dann hat Namibia eben trotzdem ein Problem, wenn die potentiellen Kunden das aus ihrer subjektiven Sicht ganz anders beurteilen.
Im Tourismus-Geschäft werden weltweit jedes Jahr mehr als 1.000 Milliarden USD verteilt. Eine unglaubliche Summe. Und ein unglaublich harter weltweiter Wettbewerb um dieses Geld. Entweder ist Namibia da wettbewerbsfähig oder Namibia wird leiden. Südafrika hat im letzten Jahr z.B. 13 Prozent mehr Touristen aus Deutschland empfangen. Die endgültige Ankunftsstatistik für Namibia 2012 liegt meines Wissens noch nicht vor. Wenn Namibia da nicht auch mindestens 13% aus Deutschland zugelegt hat , dann muss Namibia sich eben mal kritisch fragen, warum das so ist. Dann hilft es doch nicht, es wie NTB und Co. immer auf die Euro-/Schuldenkrise zu schieben oder noch mal zu betonen, wie schön Namibia aber doch ist.
Das sich einige hier über das warum und wieso und über die Probleme im Tourismus in Namibia Gedanken machen, ist meines Erachtens eher positiv zu sehen. Die könnten sich auch einfach schulterzuckend anderen Ländern zu wenden, in denen sie das Gesamtpaket stimmiger findet. Im Übrigem gibt es hier im Forum glaube ich immer noch weitaus mehr positive als negative Threads zu Namibia - allein schon durch die vielen begeisterten Rückkehrer mit ihren Reiseberichten.
Beste Grüße
Guido
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200822. Juli 2013 · #273Guten Morgen, Joerg,
das Einfachste ist, Du schickst es mir als pm.
Danke und liebe Grüße und bis bald
Gerd
Joerg3'175 Beiträge · seit 200622. Juli 2013 · #274Hallo Gerd!
koenntest du mir bitte deine mail addresse senden, da ich leider nicht sehe wie man einen Anhang per pn verschicken sollte
Gruss Joerg
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
Bwana Tucke-Tucke349 Beiträge · seit 201319. Aug. 2013 · #275Feine Zahlen, fein gemahlen:
Mit knapp 1.000 deutschsprachigen Gaesten im Jahr bilden wir einiges an Namibia Tourismusgeschehen ab und beobachten nicht nur Momentaufnahmen.
Hierzu ein paar Anmerkungen in diesem thematisch passenden Thread.
- das Air Namibia Chaos der einzigen Direktfluglinie fuer das erste Halbjahr hat dem Land einiges an Touristen gekostet. Einbuchungsagenturen / Reiseveranstalter waren fast den gesamten Januar mit Umbuchungen der bereits gebuchten Touren beschaeftigt und konnten kaum Neuanfragen bearbeiten.
Viele Anfragende haben daher ihren Reisewunsch auf 2014 verlegt, bis etwas mehr Klarheit ueber die Air Namibia Fluege herrscht. Fuer 2014 sehen wir eine Bestandsgarantie, ab 2015 rechnen wir wieder mit massvien Problemen, weil dann das Subventionsgeld bereits wieder aufgebraucht ist.
7 ( westliche ) Touristen schaffen einen Dauerarbeitsplatz. Man kann also sehr schnell durchrechnen, was Air Namibia da an Arbeitsplaetzen vernichtet hat.
- ja die Subventionen fuer Air Namibia durch 46.000 Steuerzahler in einem Land mit ganz anderen Entwicklungsprioritaeten sind skandaloes. Guido hat in verschieden Threads dort sehr gute Berechnungen ausgefuehrt.
- Namibia Tourism Board: Wir haben einen NTB, der nahezu disfunktional ist. ( Das gilt nicht fuer die Deutschlandabteilung, die macht mit denen ihnen zur Verfuegung stehenden Ressourcen einen hervorragenden Job ). Kaum einer der Angestellten hat Erfahrung im Tourismus. Hier hat man eine Organisation von Tourismus-Analphabeten geschaffen, der auf die Dauer fuer Namibia richtig schaedlich ist. Das naechste Projekt, Lizensierung von Reiseleitern wird so stark in die Hose gehen, dass der gefuehrte Reisetakt bald ziemlich aus Namibia verschwinden wird. Es ist halt einfacher 40 Flachnasen als Kontrolleure einzustellen, als hochqualifizierte, sprachkundige Reiseleiter auszubilden. Von den von amerikanischen Entwicklungshilfegeldern totalgesponsorten letzten 85 Reiseleiterversuchen haben 40 die erste Pruefung geschafft.
Der NTB hat dabei versagt weltweit fuer neue Namibia-Entdecker zu sorgen. Es kommen im Verhaeltnis fast die gleichen Touristengruppen wie seit 20 Jahren. Kaum einer auf der Welt kennt Namibia.
Wenn der NTB international Auftritt, merkt man ihnen die Unfaehigkeit an und nimmt Namibia nicht als Tourismus-Destination ernst. "Wuerden sie diesen Leuten Geld ueberweisen?" Der Skandinavische Markt wird regelrecht verbrannt, indem man unprofessionelle black empowerment Tourismusamateuere dorthin als Vertreter schickt.
Fuer Namibia ist es ueberlebenswichtig vom manchmal hysterischen deutschen Markt wegzugehen und neue Touristengruppen zu ueberzeugen.
Ja, Chinesische Touristen kommen viel im Mai und Juni. Der Ansatz ist also gut und richtig.
Konzentration auf deutschsprachige Gaeste. Ein Teil der "Deutschtuemmler" der letzten Jahre kommt aus rein biologischen Gruenden nicht mehr und fehlt damit bei den Ankuenften. Namibia ist fuer die meisten Touristen Sossusvlei, Etosha und Himba. Deutsche Gebaeude und Reiterdenkmal eine nette Randerscheinung, die man mit 2 Photos mitnimmt, aber nicht die Buchungsentscheidung bestimmt.
So wichtig sollten wir uns nicht nehmen. Was wichtig fuer Namibia ist, sind die deutschen Sprachkenntisse und das wirtschafltich-organisatorische deutsche Rueckrat, damit Reisen nach europaeischem Reiserecht ueberhaupt durchfuehrbar sind. Also Sekundaertugenden statt Gebaude.
und nicht zu unterschaetzen: Namibia konnte im Tourismus die letzten 20 Jahre so stark wachsen, da die Tourismusmacher zu 70% immer noch Weisse sind, die nicht an Aids weggestorben sind. Das heisst, Namibia hat im Vergleich zum Tourismus im sonstigen suedlichen Afrika stabile Ansprechpartner seit Jahren.
Namibia hatte halt keinen 2. Weltkrieg, der staedteplanerisch ganz neue Moeglichkeiten eroeffnete. Und auch das Rokkoko war hier nicht sonderlich ausgepraegt. Man traegt als Herero eher "traditionell" victorianisch und nicht auguste-victorianisch.
Zur suedafrikanischen Besetzungszeit wurden weitaus mehr deutsche Kolonialgebauede abgerissen und Farmen enteignet, als im unabhaengigen Namibia. Die Halbwertzeit der "guten deutschen Wertarbeit" mit den vorhandene Baustoffen war 60 Jahre.
Das Restaurant am Waterberg, Fort Namutoni, Fort Sesfontein und die alte Feste in Windhoek sind komplett neu aufgebaut worden nach den alten Plaenen, also erhalten, funtkionsfaehig aber nicht mehr Original. Die Dritten Zaehne der Kolonialzeit.
- Saisonzeiten: Wir haben es in diesem Jahr wieder mit einer extrem verkuerzten Saison zu tun. 80 % der Buchungen vom deutschsprachigen Markt sind von Mitte Juli bis erste Novemberwoche. Das heisst, Namibitourismus findet in diesem Jahr in 3 1/2 Monaten statt. Wer Anfang des Jahres erst mit Buchungen angefangen hat, konnte in diesem Zeitraum zumeist nur noch etwas in der 2. Reihe finden, wenn er denn ueberhaupt noch ein Leihfahrzeug irgendwo gefunden hat.
Wir versuchen mit Nebensaison-Angeboten, z.B fuer Photographen die Saison zu entzerren. Viele Autoverleiher haben Nebensaisonzeiten mit klasse Preisen.
Das Deutsche Stau-Gen ist aber so ausgepraegt, dass wieder alle zur gleichen Zeit am Wasserloch in Etosha stehen wollen.
Das wird im August naechsten Jahres noch einmal dramatischer, da dann ganz Deutschland gleichzeitig im August Ferien hat.
Wir werden in diesem Jahr ca. 10% mehr Gaeste haben und fahren seit Monaten oberhalb der Auslastungsgrenze.
- der deutschsprachige Namibia - Tourismus veraendert sich.
Der Trend ist seit Jahren hin zur Selbstfahrern, weil man es grundsaetzlich kann, wenn auch viele Touristen mit dieser Art des Reisens ueberfordert sind. Wir erleben hier in den letzten drei Jahren Dramen von Gaesten, die nicht einmal einen Reifen wechseln koennen. Dieses Forum hat diesen Trend massgeblich mitgepraegt, man sollte nur nicht vorbehaltslos jedem die Selbstfahrerrei empfehlen.
das heisst, den Autoverleihern in Namibia geht es so gut wie noch nie, wenn sie auch mit der Saisonalitaet zu kaempfen haben.
Der Trend im gefuehrten Bereich ist Kleinstgruppe 4-6 Personen. Ist gut, denn er schafft tendenziell mehr Arbeitsplaetze fuer Tourguides und man kann andere Unterkuenfte nutzen.
( Fuer mich ist immer noch ein Raetsel, wieso so viele Selbstfahrer, auch hier im Forum, die guten Busrundreiseunterkuenfte von Gondwana oder aehnliche nutzen, in denen man abends mit 100 Gaesten im Speiseraum sitzt. ).
Die Nebensaisonbusrundreisen von Berge und Meer, Tschibo, Aldi... finden seit 2 Jahren nicht mehr statt. Sie sind zu Suedafrikareisen in kleinerem Massstab gewechselt. Diese massiven Ankunftzahlen ( Einkaufspreis fuer Bett + Fruehstueck 25 Euro ) sind in den aktuellen Statistiken natuerlich draussen und bilden damit tatsaechlich eher die oekonomische Situation in Deutschland ab.
Die deuschsprachigen Touristen werden juenger, daher auch ein Trend zu Campingtouren, bei denen weniger vorgebucht wird.
Das durchschnittliche Budget von ca. 3.500 Euro pro Person fuer eine Reise hat sich in den letzten 8 Jahren praktisch nicht veraendert.
Bei den Schweizer Ankuenften gibt es keine Einbrueche,
die osterreichischen Ankuenfte leiden noch unter dem Wegfall Air Berlin Direktfluege ab Muenchen.
- Dreiviertel der Anfragenden in diesem Jahr bei uns waren Namibia - Ersttaeter, so viele wie noch nie. Die Wiederholer haben sich dieses Jahr aus diversen Gruenden stark zurueckgehalten, sind aber fuer 2014 bereits in der Buchung, um kostbare Ressourcen rechtzeitig zu sichern.
- Mit Einfuehrung der staatlichen bed levy wird nicht mehr jede Buchung hochgemeldet. Steuervermeidung, die sinkende Tourismusbuchungzahlen vortaeuscht.
- Botswana hat in der Tat wiederum starke Verluste an Touristen. Hier ist tatsaechllich eine Automatismus von 10% jaehrlicher Preiserhoehung zu sehen, wahrlich koste es was es wolle in Verbindung mit einer deutlichen gesunkenen Dienstleistungsmentalitaet.
- die praktische Fast - Unbuchbarkeit der Nationalparkcampinglaetze laesst viele frustriert zurueck.
Da Windhoek aber - ueberwiegend wegen besserer und guenstigerer Fahrzeuge - das Haupteingangstor fuer den deutschsprachigen Tourismus nach Botswana und Sambia ist, macht sich der weitere Abschwung des Botswana - Tourismus auch in den Air Namibia Zahlen fest.
Der Botswana Abschwung in Qualitaet des Personals auf allen Ebenen vor Ort und Preisentwicklung macht uns mehr Sorgen, als die Situation in Namibia.
-Wechselkurs: Die ausliegenden Kataloge und die meisten Websitetarife mit Euro - Auszeichnung reflektieren einen Wechselkurs von 1:10 fuer das Jahr 2013. Dadurch war Namibia in der Wahrnehmung und in einigen Bereichen tatsaechlich teurer. Seit Juni haben wir ploetzlich einen 20%igen besseren Wechselkurs, was Namibia und Suedafrika wieder sehr guenstig macht. Dieses wird auch durch massive Last Minute Buchungen reflektiert. Air Namibia hat beispielsweise im Juli 800 Flugtickets mit Buchung und Abflug im Juli verkauft. Unsere Ressourcenbegrenzung ist aber Fahrzeuge, Etosha, Sesriem, Twyfelfontein.
Der November wird dieses Jahr dafuer herausragend.
Ausblicke 2014 fuer den deutschsprachigen Markt:
Der hervorragende Wechselkurs wird Namibia wieder vergleichsweise guenstiger machen.
2014 wird ein Wiederholerjahr.
Produkte wie Oma-Enkel Safaris, malariafrei, entschleunigt werden intensiv gebucht.
Bei den gefuerten Reisen werden gemischt Lodge-Campingreisen deutlich beliebter.
Namibia-Tourismus wird internationaler.
Namibia ist nahezu moslemfreie Zone, was es weiterhin zu einem beliebten Reiseziel und Filmkulisse machen wird. ( Mad Max 4... )
Im ganzen Bereich Sondertourismus ist noch unglaublich viel Luft. Rollstuhlfahrerreisen, Photographenreisen, Mountain Biking,.....
Der Namibia Tourismus wird also tendenziell weiter wachsen, trotz NTB und NWR und Air Namibia.
Mit sonnigen Gruessen aus Windhoek
Carsten Moehle
magic-vibes582 Beiträge · seit 201019. Aug. 2013 · #276Wow Carsten,
jetzt ziehe ich aber meinen Hut!
Danke und schöne Grüße!
Volker
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Steinböckchen89 Beiträge · seit 200919. Aug. 2013 · #277Vielen Dank Carsten,
ein super Bericht, den werde ich nochmal lesen müssen, sooo viele Infos ....und sehr gut geschrieben.
Gruß
Karsten
GUGuido.ThemenstarterGast19. Aug. 2013 · #278Hallo Carsten,
auch von mir vielen Dank für die ausführliche Einschätzung. Wir rotieren hier ansonsten ja vor allem im Kosmos der Nachfrageseite. Es ist umso interessanter, auch mal eine ausführliche Einschätzung der Anbieterseite zu hören.
Der Botswana Abschwung in Qualitaet des Personals auf allen Ebenen vor Ort und Preisentwicklung macht uns mehr Sorgen, als die Situation in Namibia.
Da spielen meines Erachtens auch wieder die Flugverbindungen eine große Rolle. Johannesburg bietet traditionell eine viel bessere Fluganbindung und durch den Ausstieg von Air Berlin und die Querelen bei Air Namibia ist das Flugangebot nach Namibia noch mal schlechter geworden. Fast immer gibt es Flüge nach Johannesburg 200-300 EUR billiger als nach Windhoek.
In der Vergangenheit sind Selbstfahrer nach Botswana, Zambia und Zimbabwe häufig von Windhoek aus gestartet und haben Namibia durch Mietwagenanmietung, Zwischenübernachtungen usw. viel Tourismusumsatz gebracht, obwohl Namibia nicht das eigentliche Reiseziel war. Die Anreise zu vielen typischen Touri-Zielen in den 3 Ländern ist ab Johannesburg aber ähnlich weit wie ab Windhoek. Wenn es nach Johannesburg bessere und vor allem billigere Flüge gibt, stellt sich eben die Frage, warum nicht besser ab Johannesburg starten?
Ich kann für nächstes Jahr Mai jetzt schon wieder Flüge nach Johannesburg für 545 EUR pro Nase buchen. Air Namibia ruft für Flüge nach Windhoek im Mai derzeit 960 EUR auf. SAA bietet WDH im Mai derzeit ab 797 EUR. Wir reisen zu dritt. Ein Flug nach Namibia mit AN kostet uns in der Summealso 1.250 EUR mehr, mit SAA sind es 750 EUR + eine ca. 5 Stunden längere An- und Abreise. Ich liebe nach wie vor das Kaokoveld und bei in Summe 300-500 EUR Differenz würde ich gar nicht überlegen. Bei den genannten Größenordnungen überlege ich zumindest mal vorsichtig, ob ich mir die jährliche Dosis Afrika nicht auch mit einer netten Runde durch Botswana und Zimbabwe ab Johannesburg verabreichen kann. Die Differenz kann ich dann für andere Reisen einsetzen oder mir mal sowas wie eine Luxury Suite auf Leshiba gönnen - mit einem in Namibia wohl nicht zu findenden Preis-/Leistungsverhältnis.
Für Botswana bin ich für die nächsten Jahre ein bisschen hoffnungsvoll, weil durch das Jagdverbot mit den riesigen Konzessionsgebieten südlich des Chobe und rund um das Okavango-Delta nun irgendwas passieren muss. Und das kann ja eigentlich nur "normaler" Tourismus statt Jagdtourismus sein? Hast Du da schon irgendwelche Informationen?
In Zimbabwe dürfte die Wiederwahl von Mugabe für Tourismusanbieter in Namibia nicht unbedingt schädlich sein. Bei der Fluganbindung nach Europa hat Zimbabwe Namibia in den letzten Jahren schon überholt. Wenn sich da auch noch mal 10 Autovermieter in Harare ansiedeln würde, dürfte sich das bei Anbietern in Namibia negativ bemerkbar machen. Die angekündigte Wirtschaftspolitik für die nächsten Jahre dürfte aber ein Investitionshemmnis ersten Ranges sein, so dass das nun für die nächsten Jahre wohl nicht so wahrscheinlich ist.
Beste Grüße
Guido
JUKoehler415 Beiträge · seit 201019. Aug. 2013 · #279Carsten,
ganz herzlichen Dank für diese sehr interessante Abhandlung eines wahren Insiders!
Gruß
Jens-Uwe
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200627. Nov. 2013 · #280Hallo zusammen,
die Hospitality Association of Namibia (HAN) hat kürzlich Zahlen zu Übernachtungen in Namibia von Januar bis einschl. September 2013 herausgegeben. Diese basieren auf Informationen, die die Mitglieder der HAN übermittelt haben.
Die Auslastungsrate nach Betten lag landesweit mit 36,94 % (3. Quartal 46,33 %, 1. Quartal 28,77 %) so hoch wie seit mindestens 2008 nicht mehr. In den letzten Jahren bewegte sich diese bei 28-32 %. Je nach Unterkunftsart (Hotel, Lodge etc.) lag diese zwischen 8,19 % bei Selbstversorger-Unterkünften (Q1) und 68,31 % bei Tented Lodges (Q3). Grob gesagt nehmen Urlauber etwa 2/3 und Geschäftsleute etwa 1/4 der Unterkünfte ein. Der Rest ist im Rahmen von Konferenzen.
Es ist also insgesamt ein durchaus positiver Trend gegenüber den Vorjahren zu sehen.
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!