Tomcat1'155 Beiträge · seit 200613. Juli 2013 · #221
spannend auch zu beobachten wie sich die Besucherzahlen entwickeln, wenn der momentan überaus positive Wechselkurs wieder schlechter wird. Dann kann eine Namibia Reise schnell nochmals 30% teurer werden. Bedenklich eigentlich, dass jetzt schon eine Trendwende eingesetzt zu haben scheint....
Windhuk183 Beiträge · seit 200613. Juli 2013 · #222
Lieber Guido, Du vergisst, das wir 1 Quartal 2011 unter Wasser waren und es bis Mitte Mai nur geregnet hat. Hatten sogar an die AZ eine Anfrage, warum es denn soviel regnet, wenn er Urlaub machen will!!!!
LG Elisabeth
Namibian-Life- Travel,
ihr Partner im südlichen Afrika
namibian-life-travel@iway.na
Wir helfen gerne bei Anfragen und bearbeiten Routen nach Ihren Wünschen
http://www.namibian-life-travel.com
FOfototour132 Beiträge · seit 200714. Juli 2013 · #223
wir waren mehrere Male in Namibia und hatten eine erneute Reise im kommenden Jahr vor, doch jetzt ist für uns "Schluss mit lustig". Die Preiserhöhungen auf den Lodges sind nicht mehr nachvollziehbar, dies betrifft sowohl die Übernachtungspreise wie auch die Verpflegungs- und Servicekosten (Gamedrives etc). Ein Ausweichen auf Campingurlaub zur Reduktion der Gesamtbelastung kommt für uns nicht in Frage, also stirbt Namibia als Urlaubsland für uns. So sehr wir alle das Land und seine landschaftlichen Gegebenheiten lieben, so sehr ärgern wir uns über seit Jahren mit hässlicher Permanenz zu sehende Preiserhöhungen, die bedauerlicherweise aber nicht im Ansatz in bessere Leistungen münden - eher das Gegenteil ist oft der Fall. Zudem wird die Sicherheitslage im Land zusehends schlechter, Übergriffe auf Touristen zählen inzwischen schon fast zum Alltag und bekanntermassen findet man als Betroffener selbst bei der Polizei kaum ein offenes Ohr, geschweige denn eine helfende Hand. Da selbst bei gutmütigster Betrachtung keine Reduktion der Arbeitslosenzahlen zu erwarten ist, die zur Verminderung der Armutsquote beitragen könnte, gehen wir eher von einer weiteren Zunahme der prosperierenden Selbstbedienungsmentalität aus. Das Land hat in den letzten 5 Jahren (gesehen aus unserem Blickwinkel) in vielfältigster Hinsicht (hier sei auch AirNamibia erwähnt, die sich selbst mehr als Massentransporteur, denn als Dienstleister sehen)) seinen Reiz verloren, das Preis-/Leistungsverhältnis ist aus den Fugen geraten und neben grassierender Abzocke tritt als weiteres Negativkriterium die sich häufende Kriminalität. Das alles letztendlich führte in den letzten Wochen und Monaten dazu, daß wir uns gedanklich immer mehr von Namibia entfernt haben und zukünftig auf andere Ziele in Afrika ausweichen werden. Nambia war gestern - heute und morgen ganz sicher nicht mehr. Schade, aber logisch und konsequent aufgrund der aktuellen Situation.
Bernd1'182 Beiträge · seit 200614. Juli 2013 · #224
Hallo Fototour,
Du hast mir aus der Seele gesprochen. Ganz ähnlich empfinden wir das auch. Wir haben gerade ganz bewusst für 2014 nur SA mit KTP, aber ohne Namibia gebucht. Zwar wird auch SA nach unserer Meinung immer weniger angenehm, aber das Preis-/Leistungsverhältnis ist noch erträglich.
Gruß, Bernd
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Burschi4'140 Beiträge · seit 200914. Juli 2013 · #225
Hallo, leider muss ich Fototour in einigen Punkten Recht geben. Auch ich werde im kommenden Jahr Namibia nach 15 Jahren Besuchen zum ersten Mal nicht mehr bereisen und auf ein anderes afrikanisches Land ausweichen. Wenn sich nichts Wesentliches ändert, werde ich auch in Zukunft Namibia nur noch als Stippvisite bei Freunden aufsuchen, denn die vielen netten Kontakte, die ich inzwischen geknüpft habe, möchte ich nicht aufgeben. Aber auch gerade meine Freunde teilen die Bedenken, die hier schon mehrfach im Forum geäußert wurden. Während sie mir vor 15 Jahren zum Beispiel bei einem Besuch auf ihrer Farm noch lächelnd gesagt haben, dass man doch ein abgestelltes Auto hier nicht absperren müsse, haben sie doch heute auch erhebliche Bedenken Opfer nächtlicher Überfälle, die sich bei ihren Bekannten und Nachbarn schon gehäuft haben, zu werden. Auch die Kinder, die beide studiert haben, werden Namibia möglicherweise verlassen, da sie sich in den Berufen als Weiße diskriminiert fühlen und schlechtere Bedingungen als Schwarze haben. Das ist eine sehr traurige Entwicklung. Ich selbst unterstütze seit 10 Jahren verschiedene Sozialprojekte im Land, musste zwar auch hier schon Rückschläge einstecken, habe aber noch nicht aufgegeben. Aber in Namibia muss von offizieller Seite endlich mal ein Hebel umgelegt werden. Das betrifft die Polizei, die aktiver und zuverlässiger werden muss genauso wie die Unternehmen und das Personal im Servicebereich. Sollte man aber vor einem drohenden Absturz im Tourismusbereich auf die Idee kommen, als Rettungsanker, angeführt durch Fernsehsendungen wie der Auftritt der botoxgehirngespritzten Ladies in einer Fernsehschow, sich einem "Ballermanntourismus" zu öffnen, dann gute Nacht Namibia! Noch hoffe ich, dass dieser kelch vorüber geht. Aber die Verantwortlichen müssen das endlich begreifen. Burschi
für mich sieht es so aus: Ich kann nicht begründen warum, aber Südafrika hat mich emotional nie so angefixt wie Namibia, obwohl es in Südafrika zweifellos auch schöne Landschaften und eine reiche Tierwelt gibt. Ich liebe einfach Weite, Leere, Ursprünglichkeit, Landschaft, ... und so zieht es mich immer wieder in Damaraland und Kaokoveld in Namibia, wo es auch noch eine fast unendliche Zahl an Trockenflussrivieren zu entdecken gibt. Da wir dort nicht nur aber eben auch in Gegenden unterwegs sind, in denen es zum Teil gar keine Unterkünfte oder zum Teil nur extrem teure Unterkünfte gibt, ist Camping unvermeidbar. Und das obwohl wir keine klassischen Camper sind und z.B. noch nie in Europa campen waren.
Die Campingübernachtungen kombinieren wir mit einigen ausgewählten festen Übernachtungen, bei denen für uns das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Sowas wie das Desert Camp in Sesriem, Etambura Camp bei Orupembe oder das Windhoek Game Camp. Meistens etwas in der Preisklasse 100-150 EUR - in seltenen Fällen auch mal 200 EUR. Insgesamt bekommen wir so immer noch Namibiareisen mit einem akzeptablem Preis-/Leistungsverhältnis zusammen. Wir reisen mit kleinem Kind und Lodges für 300-500 EUR die Nacht sind für uns total uninteressant. Ein inkludiertes und sich über 2-3 Stunden hinziehendes 4-Gänge-Menü am Abend ist mit kleinem Kind nicht ganz so attraktiv; ebenso der inkludierte Game-Drive. Wir machen da lieber unser eigenes Ding und wenn ich letztlich nur die reine Übernachtung brauche, will ich nicht 300-500 EUR dafür zahlen. Für uns sind deshalb hübsch gemachte und schön gelegene Self-Catering-Unterkünfte im Preisbereich von 80-150 EUR am interessantesten.
Ganz bemerkenswert finde ich, dass offenbar der Dachzelt-Camping-Tourismus in Namibia kräftig wächst, obwohl da kaum Werbung für gemacht wird. Für Reiseveranstalter und auch für Namibia als Land ist das Segment nicht so lukrativ/interessant und deshalb wird das verständlicherweise kaum beworben. Namibia kann auch nicht wirklich Interesse daran haben, sich zum reinen Camping-Paradies zu entwickeln.
Was Tourismuseinnahmen in Namibia anbetrifft, läuft sicherlich vieles falsch. Die Preise für Unterkünfte steigen und steigen - nicht überall aber vielerorts - und werden zunehmend unattraktiv. Das muss nicht repräsentativ sein, aber eine (Un)Logik , die wir von Anbietern teilweise gehört haben, ging so: Ich brauche Summe X pro Jahr zur Kostendeckung, z.B. 1.000.000 NAD. Wenn 500 Gäste pro Jahr kommen, dann müssen pro Gast also mindestens 2.000 NAD berechnet werden. Wenn nun im nächsten Jahr nur noch 400 Gäste kommen, dann teilt man den Deckungsbetrag auf die wenigeren Gäste auf und verlangt eben mindestens 2.500 NAD. Im Folgejahr kommen aufgrund des höheren Preises dann noch weniger und man erhöht wieder den Preis und kommt in eine sich selbst verstärkende Spirale, die zwangsweise in den Untergang führt. Darauf zu hoffen, dass die Gästezahlen trotzdem irgendwann wieder anziehen, ist keine realistische Strategie. Durch den veränderten Wechselkurs sind viele Preise nun erst einmal wieder deutlich gesunken, aber es ist zu befürchten, dass eben dieser Wechselkurs auch die Begründung für neue kräftige Preissteigerungen sein wird.
An anderer Stelle lässt Namibia jede Menge Geld liegen. Die Eintrittspreise für die Nationalparks wurden seit 7-8 Jahren nicht erhöht und die Einnahmen dürften sich inflationsbereinigt mittlerweile fast halbiert haben. Für Damaraland, Kaokoveld usw. zahlt man nicht einen Cent Eintritt. Das ist ja irgendwo auch schön und man will als Tourist nicht überall geschröpft werden. Aber ich fände es absolut angemessen, da wie z.B. für das Permit in der Palmwag Concession einen kleinen Obulus zu zahlen. Wenn das Geld dem Naturschutz zugute kommt und daraus z.B. Locals entschädigt werden, denen Löwen eine Kuh weggebissen haben, dann fände ich das völlig akzeptabel.
In Namibia kommt aus meiner Sicht erschwerend hinzu, dass die enorm wichtigen staatlichen Player im Tourismus keinen guten Job machen. Einige deutsche Reiseveranstalter scheinen mit der Arbeit des Namibia Tourism Board zwar zufrieden zu sein, aber aus meiner Sicht machen die einen schlechten Job. Über Air Namibia und wie sehr die zuletzt dem Tourismus in Namibia geschadet haben, will ich mich gar nicht neu auslassen. NWR ist vom Management her und insbesondere im Vergleich zu SANParks in Südafrika eine Katastrophe. Zum Beispiel ist die neu gestartete Rabattkarte "Nam Leisure Card" für Touristen aus Europa komplett unattraktiv - die Konditionen sind geradezu eine Frechheit. Wenn man für so einen Mist Ressourcen verschwendet, dann muss man sich nicht wundern, wenn es im Tourismusgeschäft nicht wie gewünscht läuft. Dazu muss es auch gar nicht absolut gesehen schlechter werden. Wenn man selbst seit Jahren auf der Stelle tritt, während andere sich nach vorn entwickeln, dann fällt man im Wettbewerb eben auch zurück.
auch wir haben im letzten Jahr Namibia als sogenannte "Dachzelttouristen" bereist!
Ich finde deine Aussage, dass mit diesen Leuten nicht viel Geld zu verdienen ist sehr doppeldeutig! Nicht jeder kann es sich leisten in Lodge oder ähnlichen zu übernachten! Wir waren mit 3 Erwachsenen und einem Kind unterwegs. Bei Übernachtungspreisen von 100 bis ... EUR hätten wir uns nie unseren Traum von Afrika erfüllen können. Wir hätten sicherlich auch gern mal in einer schönen Lodge übernachtet, aber bei 4 Personen und 3 1/2 Wochn unbezahlbar!! Da geht es sicherlich nicht nur uns so. Aber nimmt uns unser kleineres Budget das Recht auf einen Urlaub in Namibia? Sind wir als Reisende weniger Wert weil wir keine Lodge Besucher sind? Wir haben während unserer Reise auf vielen Farmen und Campingplätzen übernachtet. Gespräche mit den Eigentümern waren eigentlich so immer gegeben. Wir konnten uns auch über das Preis-Leistungsverhältnis der meisten Einrichtungen nicht beschweren. Wir haben aber auch gehört, dass viele Farmbesitzer große Probleme haben. Man muss natürlich immer zwei Seiten sehen! Wir hatten eine schöne Zeit und zum Glück als Selbstfahrer weder mit dem Auto Probleme noch mit der Kriminalität! Manchmal war einem zwar etwas komisch, vor Supermärkten oder wenn wir zu Fuß in der Stadt unterwegs waren, aber eine brenzlige Situation haben wir nicht erlebt!!! Es war eine anstrengende aber fantastische Reise! Wir haben viel gesehen, viele netten Menschen kennengelernt und Sachen erlebt 🤩 und irgendwann kommen wir sicher wieder.
Ich habe einen Traum, dass Air Namibia eine attraktive, serviceorientierte und preiswerte Airline wird, dass es gute Lodges überall im Land gibt, die weniger als 300 N$ p.P./N kosten dass die wichtigsten Verkehrsstrassen so ausgebaut sind, dass das Wort " Todesstrecke" als Unwort gewertet werden kann dass sich alle Touristen wohlfühlen können, ohne Angst um Hab, Gut und Leben dass Touristen und Namibianer gemeinsam für den Umweltschutz aktiv eintreten
Ich habe einen Traum- und wer macht mit bei der Verwirklichung?
schneeflocke schrieb:Ich finde deine Aussage, dass mit diesen Leuten nicht viel Geld zu verdienen ist sehr doppeldeutig! [...] Aber nimmt uns unser kleineres Budget das Recht auf einen Urlaub in Namibia? Sind wir als Reisende weniger Wert weil wir keine Lodge Besucher sind?
Ich habe mein eigenes Posting nun noch 2 mal gelesen und konnte da keine doppeldeutigen Aussagen in Bezug auf Camper finden. Ebenfalls konnte ich keine Passage finde, in dem ich jemand das Recht auf einen Namibia-Urlaub abspreche. Das Namibia mit Campern im Schnitt weniger Einnahmen generiert als mit Lodge-Touristen, ist ein nüchterner Fakt. Wenn Du mit dieser Feststellung ein Problem hast, kann ich Dir leider nicht helfen.
Falls es beruhigt: Auch wenn der Camping-Tourismus weniger Einnahmen generiert, so kann er auch ein paar Vorteile für Einige in Namibia haben. Für Locals/Communities ist es eine viel niedrigere Hürde, eine Campsite aufzumachen, als eine Lodge zu bauen. Entsprechend kann Camping-Tourismus für viele die einzige/erste Option sein, um überhaupt am Tourismus zu partizipieren. Funktioniert natürlich nur, wenn der geneigte Camping-Tourist solche Campsites auch ansteuert und nicht nur Campsites von NWR, Lodges und Farmen nutzt.
Beste Grüße
Guido
Bernd1'182 Beiträge · seit 200617. Juli 2013 · #230
Hallo Schneeflocke,
Dein Beitrag hat mich nachdenklich gemacht. Ich habe mich gefragt, wie man auf derartige Schlüsse kommen kann.
Ich habe in Guidos Posting auch nichts ´doppeldeutiges` gefunden. Was meinst Du damit? Das würde mich interessieren.
Und wie kommst Du darauf, dass ein kleineres Budget das Recht auf einen Urlaub in Namibia nimmt und dass Camper Reisende weniger Wert sind. Also mit Verlaub, Schneeflocke, wie kommst Du auf solche Ideen? Dass Lodge-Hoppers mehr Geld bringen als Camper, ist eine objektive Tatsache, das hat doch nichts zu tun mit irgendeiner Wertschätzung. Hast Du damit Probleme? Da kann ich nur sagen: ´Kopf hoch!`
Im übrigen sind ja auch Camper für Land und Leute sehr nützlich, wie Guido im letzten Absatz seines Posting sehr richig geschrieben hat.
Gruß, Bernd
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Topobär5'479 Beiträge · seit 200917. Juli 2013 · #231
lambadaman schrieb:Ich habe einen Traum, dass Air Namibia eine attraktive, serviceorientierte und preiswerte Airline wird, dass es gute Lodges überall im Land gibt, die weniger als 300 N$ p.P./N kosten dass die wichtigsten Verkehrsstrassen so ausgebaut sind, dass das Wort " Todesstrecke" als Unwort gewertet werden kann dass sich alle Touristen wohlfühlen können, ohne Angst um Hab, Gut und Leben dass Touristen und Namibianer gemeinsam für den Umweltschutz aktiv eintreten
Ich habe einen Traum- und wer macht mit bei der Verwirklichung?
Gruss Lambadaman
Nenn mir ein Land auf der Welt, wo alle diese Wünsche war geworden sind. Ich bin viel gereist, habe aber noch keines gefunden.
lambadaman schrieb:Ich habe einen Traum, dass Air Namibia eine attraktive, serviceorientierte und preiswerte Airline wird, dass es gute Lodges überall im Land gibt, die weniger als 300 N$ p.P./N kosten dass die wichtigsten Verkehrsstrassen so ausgebaut sind, dass das Wort " Todesstrecke" als Unwort gewertet werden kann dass sich alle Touristen wohlfühlen können, ohne Angst um Hab, Gut und Leben dass Touristen und Namibianer gemeinsam für den Umweltschutz aktiv eintreten
Air Namibia? Wäre fein. Ist in der Größe aber nicht so richtig lebensfähig. Umsetzung wird deshalb schwierig. Lodges für 300 N$/ppn wären extremst billig. Ein bisschen mehr darf es generell schon sein und ansonsten ist wichtiger als das nominale Preisschild, für den jeweiligen Preis eine adäquate Gegenleistung zu bekommen. Bei den Straßen bin ich nicht so sicher, ob der Straßenzustand oder die Fahrweise der Leute das größere Problem ist? Bis auf einzelne Punkte ist Namibia in Sachen Umweltschutz eigentlich schon ziemlich gut. Im Tourism Competitiveness Index des WEF ist Namibia in puncto "Quality of the natural environment" nicht ohne Grund auf Platz 13 von 140 Ländern und auch vor den Nachbarländern Südafrika und Botswana. In puncto " Degree of customer orientation" liegt Namibia da übrigens auf einem miserablen Platz 127 von 140 und Südafrika ist viel weiter vorn.
Generell könnte man mal eine ketzerische Frage stellen: Südafrika bekommt pro Jahr ca. 10 mal so viele Touristen wie Namibia ab. Warum eigentlich? Ist Südafrika 10 mal so groß wie Namibia? Nein. Hat Südafrika 10 mal so viele Sehenswürdigkeiten wie Namibia? Nein. Hat Südafrika deutlich lockere Visaregelungen und Namibia schließt darüber viele aus? Nein. Steht Südafrika in Sachen politische (In)Stabilität, Kriminalität und Terrorismus besser da als Namibia (Faktoren die Touristen massiv abschrecken)? Nein.
Grübelgrübel. Viele bauen Ihre Reisen um die Angebote des jeweiligen staatlichen "Monopolisten" herum. Ist SANParks da NWR um 5-10 Jahre voraus? Ja. Hat Südafrika eine bessere staatliche Airline? Ja. Hat Südafrika generell eine viel bessere Fluganbindung an den Rest der Welt? Ja. Hat Südafrika ein besseres Tourismus-Marketing? Ja. Welche Aspekte machen noch einen Unterschied?
Das Südafrika mehr Touristen als Namibia abbekommt, ist aus verschiedenen Gründen plausibel und herleitbar. Das das Verhältnis bei ca. 10:1 liegt, ist aber keine physikalische Gesetzmäßigkeit und eigentlich recht erstaunlich.
Und noch 2 Zahlen: Allein die Deutschen gaben letztes Jahr 85 Milliarden US-Dollar für Reisen/Tourismus aus. Das gesamte Bruttoinlandsprodukt von Namibia liegt bei gerade mal 12 Milliarden US-Dollar. Da wird klar, was für ein großes Potential im Tourismus liegt. Nur gibt es eben einen knüppelharten weltweiten Wettbewerb um das Abschöpfen dieses Potentials.
Ich kann dir (hyptothetisch) und mit der Ausnahme einiger weniger Plätze eine ganze Rundreise durch Namibia ausarbeiten, wo du pro Übernachtung mit Frühstück 350 - 450 N$ pro Person zahlst. Ob das die Plätze sind, wo du gern hinmöchtest weiß ich nicht und ob der Service dort dann 100% ist, weiß ich auch nicht. Weniger als 300 N$ allerdings ist ein seltsamer Ansatz. Wie kommst du drauf?
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201217. Juli 2013 · #234
Info-Namibia schrieb:Hi Lamdamann,
Ich kann dir (hyptothetisch) und mit der Ausnahme einiger weniger Plätze eine ganze Rundreise durch Namibia ausarbeiten, wo du pro Übernachtung mit Frühstück 350 - 450 N$ pro Person zahlst. Ob das die Plätze sind, wo du gern hinmöchtest weiß ich nicht und ob der Service dort dann 100% ist, weiß ich auch nicht. Weniger als 300 N$ allerdings ist ein seltsamer Ansatz. Wie kommst du drauf?
Liebste Grüße, Sebastian
Als Besucher eines Landes erwartet man ein vernünftiges Preis- und Leistungsvehältnis. Zumindest bezogen auf seinen Wohnort.
Namibias Touristenindustrie könnte viel besser florieren, wenn dieses Verhältnis stimmen würde, das leider von so vielen Autovermietern Hand in Hand mit vielen Beherbergungsstätten kaputt gemacht wird. Dazu muß man aber auch eingestehen, daß Fahrzeuge in NAM z.T. erheblich teurer sind als in Europa.
Wenn ich als Vielreisender in Europa (ausgenommen Schweiz) über das Jahr einen Zimmerdurchnitt von 40 Euro inkl. Frühstück für einen 3-Sterne Komfort bezahle, dann muß ich mich fragen, mit welcher Rechtfertigung manche Unterkünfte in NAM solch horrende Preise ansetzen (niedrigere Investitionskosten, niedrigere Löhne, meistens keine Heizkosten u.s.w.).
Also kann für mich in diesem Fall das Preis- und Leistungsverhältnis nicht stimmen. Oder ich gehe gleich davon aus, daß ich aufgrund der weiten Anreise und teurem Mietwagen auch gleich einen Exklusiv-Aufschlag auf das Zimmer bezahlen muß.
Ich habe bewußt den 3-Sterne-Komfort gewählt, denn in dieser Kategorie sind die meisten angebotenen Zimmer in NAM (Zimmer mit Dusche und WC), Ausstattungskategorie "Ibis".
Mich wundert es überhaupt nicht, daß viele Besucher sich immer mehr dem Camping zuwenden, obwohl sie lieber in einem komfortablen Bett schlafen würden. Aber auch hier ist irgendwann die Fahnenstange erreicht. Das sind dann jene, die nicht mehr kommen.
Übrigens, Sebastian, was meinst Du denn mit "Service". Das ist ein ganz schön dehnbarer und mißbrauchter Begriff....! Ich brauche nur ein ruhiges sauberes Zimmer mit sauberer Bettwäsche und sauberen Badezimmer, und brauche keine Kofferträger und auch keine Schuheputzer. Wenn ich essen gehen will, zahle ich dafür, und wenn nicht, dann lasse ich das.
carl1'287 Beiträge · seit 200817. Juli 2013 · #235
Swakop1952 schrieb: Wenn ich als Vielreisender in Europa (ausgenommen Schweiz) über das Jahr einen Zimmerdurchnitt von 40 Euro inkl. Frühstück für einen 3-Sterne Komfort bezahle, dann muß ich mich fragen, mit welcher Rechtfertigung manche Unterkünfte in NAM solch horrende Preise ansetzen (niedrigere Investitionskosten, niedrigere Löhne, meistens keine Heizkosten u.s.w.).
Also kann für mich in diesem Fall das Preis- und Leistungsverhältnis nicht stimmen.
Hallo,
ohne jetzt eine genaue Kosten/Profit Rechnung einer Lodge in Namibia zu kennen, finde ich den Vergleich mit einem europäischen 3 Sterne Hotel nicht gerecht. Die Tatsache, dass viele Lodges relativ wenig Zimmer haben (Ausnahmen bestätigen die Regel) und die Versorgung (Lebensmittel, Getränke) häufig nur mittels langer Einkaufsfahrten zu realisieren ist sollte beim Vergleich Berücksichtigung finden. Auch müssen die europäischen Hotels sicher keine Unterkunft für die Angestellten stellen. Gerade privat geführte Lodges (keine Ketten), die nur 8-10 Zimmer anbieten, dürften, nach meiner Einschätzung, auch in Namibia nicht wirtschaftlich zu führen sein, wenn das Zimmer unter 100 Euro pro Tag angeboten würde. Ich denke die teilweise exklusive Lage. die Einsamkeit und die Abgeschiedenheit, die wir ja alle in Namibia suchen, hat eben auch Ihren Preis. Es ist meiner Meinung nach nicht nur ein "Zimmer mit Bett". Ich persönlich fände es schlimm, wenn es bald überall 3 Sterne IBIS Hotels in Namibia gäbe, die dann 40 Euro pro Nacht kosteten.
Natürlich gibt es in Namibia Lodges/Hotels, die einen zu hohen Preis aufrufen, aber hier ist es wie überall auf der Welt ein Frage von Angebot und Nachfrage. Solange die teuren Preise bezahlt werden, werden diese angeboten. Hier bietet sich dann doch noch ein Vergleich mit Europa an, die 40 Euro Zimmer kosten zu Messezeiten (z.B. Hannover oder München) dann bestimmt das fünffache ohne auch nur einen Deut besser zu sein.
Gruß Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
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"I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
freddykr191 Beiträge · seit 201317. Juli 2013 · #236
Guido. schrieb:Welche Aspekte machen noch einen Unterschied?
Für mich persönlich hat SA v.a. im Bereich Online-Services die Nase vorn. Ich kann nahezu alles direkt online von zu Hause buchen, ohne großartig Mails hin und her schicken zu müssen; Kreditkartendaten einmal eingegeben und fertig, ohne noch ein Fax hinterher senden zu müssen. Hier merkt man einfach, dass Namibia nicht den gleichen technologischen Stand wie Südafrika hat.
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201217. Juli 2013 · #237
Hallo Carl,
ich habe mich bezogen auf Einzelzimmer, nicht als Doppelzimmer, obwohl das heute oft der gleiche Preis ist.
Außerdem habe ich das Thema Essen und Getränke bewußt außen vor gelassen. Auch da bleibt in den meisten Fällen trotz Transport immer noch genug übrig.
Wenn Du von 1.000 NAM $ für ein Zimmer redest im 3-Sterne-Standard, dann muß ich dort nicht hin gehen. Wenn Du Schweizer bist, dann seid Ihr es ja gewohnt, solche Preise zu zahlen. Aber auch in der Schweiz haben viele Hotels preislich abgesattelt, wohl auch weil selbst die Schweizer nicht mehr bereit sind, solche Traumpreise zu zahlen.
Schau doch mal die B&B Preise in Swakopmund an. Die meisten sind ein Aberwitz. Genauso die Preise für Ferienwohnungen. Wenn sie vernünftige Preise hätten, würden die Besucher auch außerhalb der Saison kommen, und sie könnten trotzdem mehr verdienen. Aber zu viele Wirte haben die Praxis: Nimm heute was Du kannst, morgen nach mir kommt die Sintflut. Lieber wenig arbeiten und viel Geld, als mehr arbeiten und ein bischen mehr Geld ist die Devise.
Sorry, auch ich kann Gestehungskosten ausrechnen. Und ich weiß, daß die Belegungen überall viel besser wären bei angemesseneren Preisen. Die Besucher können sich das viele Geld nicht aus den Rippen schneiden. Wenn Du es Dir leisten kannst, OK. Aber es gibt massenweise Menschen denen das eben zu weh tut und wo es außerhalb derer finanziellen Möglichkeiten liegt. Auch diese Menschen mit kleinerem Geldbeutel wären zum Nutzen des Landes.
da sich ja doch einige für das Thema interessieren: Hier kann man die Namibia-Touristen-Umfrage 2012-2013 herunterladen und sich mit Zahlenreihen bis der Arzt kommt auseinander setzen. http://www.namibiatourism.com.na/research-center/
Man kann da u.a. sehen, wie groß der Anteil der Touristen aus Deutschland ist, die mit einem Mietwagen unterwegs sind (in Relation zu geführten Rundreisen mehr als ich dachte), Campsites nutzen, ihre Reise komplett selbst buchen usw. Einige Zahlen erscheinen mir etwas fragwürdig, aber es wurden 6.500 Touris befragt, darunter 712 aus Deutschland. Das ist doch eine Basis. Wichtigste Informationsquelle für die Touris ist erwartungsgemäß das Internet, wo Namibia trotz der obszön teuren NTB-Website (8 Millionen N$!) meines Erachtens nicht besonders gut aufgestellt ist.
Beste Grüße
Guido
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201317. Juli 2013 · #239
Swakop1952 schrieb: Aber es gibt massenweise Menschen denen das eben zu weh tut und wo es außerhalb derer finanziellen Möglichkeiten liegt. Auch diese Menschen mit kleinerem Geldbeutel wären zum Nutzen des Landes.
Diese Aussage ist per se richtig, aber Namibia ist kein Land für Massentourismus. Sollte es das wider Erwarten trotzdem werden, komme ich dort nicht mehr hin! Die meisten von uns schätzen es doch gerade, dass nicht an jeder Ecke 100 Reisebusse stehen!
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
FOfototour132 Beiträge · seit 200717. Juli 2013 · #240
Massentourismus (übrigens ein nur schwer eindeutig definierbarer Begriff) mittels überhöhter Preise vermeiden zu wollen, ist eine Sackgasse, wenn dann -wie im vorliegenden Fall- den Exclusivtouristen für viel Geld wenig Leistung geboten wird. Viel Leistung für viel Geld wäre ja noch in Ordnung und dann würde sich auch ein entspr. Klientel finden, Namibia übt sich aber derzeit in Abzocke - und das harmoniert weder mit den Ansprüchen der Vielzahler, noch mit den Möglichkeiten des Otto Normalverbrauchers.