Swakopmund Strahlenbelastung durch Uranmine?

13 Antworten · 5'602 Aufrufe · gestartet 28. Sept. 2011 von Sylvie1947
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Themenstarter1 Beiträge · seit 201128. Sept. 2011 · #1
Guten Tag!
Wir (Rentner) haben letzten Winter mehrere Monate auf Fuerteventura verbracht. Letzte Woche haben wir mit einem anderen Ehepaar, die schon in Namibia waren und uns auf dieses Forum hinwiesen, als Tipp 3 Monate Swakopmund mit Mietwohnung für den deutschen Winter erhalten. Jetzt haben wir von anderen gehört, dass dort hohe Krebsraten sein sollen. Und bei 3 Monaten gerät man dann schon ins Grübeln.
Ist da was dran? Gibt es dort wirklich höhere Krebsraten? Gibt es wissenschaftlich bewiesene Daten dazu? Stimmt es, dass in Swakopmund und Walfisch Bucht die höchsten Krebsraten in Namibia sind?
Mit freundlichen Grüssen
387 Beiträge · seit 200928. Sept. 2011 · #2
Hallo Sylvie!
Diese Gedanken machen wir uns auch. Zu Krebs kann ich dir aber leider nichts sagen. Ich sehe nur, das es in Swakopmund sehr viele, sehr "alte" Menschen gibt, die noch fantastisch aussehen und fit sind. Speziell meine Nachbarn in Swakopmund - echt toll - bin immer wieder begeistert.

Tatsache ist auch das ich mich in den knapp 3 Monaten in denen ich in Swakopmund bin immer sehr gut erhole. Meine Rheumawerte sind danach immer bestens und mein behandelnder Rheumatologe ist immer recht begeistert darüber.
Ich bin seit 2007 immer Dezember, Januar in Swakopmund und fühle mich danach wie neugeboren. Die Tatsache, das es dort nicht so heiß ist und man Nachts mit offenem Fenster bei frischer, salzhaltiger Atlantikluft bestens schlafen kann lässt mich bereits jetzt auf meinen nächsten Aufenthalt freuen. Gutes Essen und trinken sorgen für den Rest.
Schau es dir einfach mal an. Muss ja nicht gleich für 3 Monate sein.

Herzliche Grüße von Swakop-Moni
Es wird viel gefragt um es dann doch selbst wieder mal besser zu wissen...
5'538 Beiträge · seit 200828. Sept. 2011 · #3
Hallo Sylvie,

mich würde einmal interessieren, woher Eure Freunde diese Weisheit haben. Ich lebe hier seit mehr als 10 Jahren für jeweils 6 oder mehr Monate im Jahr und habe davon noch nichts gehört und nichts gespürt. Wie Moni schon sagt, sind die meisten Rentner (ich bin auch einer), die ich kenne, rüstig und aktiv. Ja, es hat in meinem Bekanntenkreis mal einen Krebsfall gegeben. Aber ob der mit dem Uranbergbau etwas zu hatte hatte, das wissen nur die Götter. Der Uranbergbau ist von Swakopmund ganz schön weit weg. Die nächste Mine - Rössing - ca. 40 km und die anderen sind noch erheblich weiter entfernt. Bitte, lasse uns wissen, wenn Eure Freunde konkrete Hinweise - Zeitungsartikel etc - haben. Das wäre für uns hier alle interessant.

Liebe Grüße von der sonnigen und warmen Atlantikküste
Gerd
1'247 Beiträge · seit 200928. Sept. 2011 · #4
Gerd1942 schrieb:mich würde einmal interessieren, woher Eure Freunde diese Weisheit haben.
Ich habe den Verdacht, von hier: http://umwelt.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872,8232914,00.html

Was mich an diesem Post leicht irritiert: Weshalb sprechen deutsche Rentner, die offenbar noch nie in Namibia gewesen sind, von "Walfisch Bucht" und nicht von Walvis Bay? Diesen Ausdruck hört man doch sonst nur bei deutschsprachigen Namibiern? Oder sehe ich das falsch?

Gruss
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
1'287 Beiträge · seit 200828. Sept. 2011 · #5
Hallo,

Krebsstatistiken sind auch so eine Sache. Wenn man sich diese hier anschaut, sollte man unbedingt nach Namibia ziehen. Das Risiko in Deutschland ist ungleich höher. (Namibia 84,55 von 100.000 vs. Deutschland 330.73 von 100.000)
ABER in Deutschland ist die Lebenserwartung eine der höchsten der Welt und es ist nun mal Fakt, dass man im Alter mit höhere Wahrscheinlichkeit Krebs bekommt, ergo ist ein Land in dem die Menschen älter werden automatisch in der Statistik weiter unten zu finden ist. Hinzu kommt die bessere medizinische Versorgung, die dazu führt, dass auch mehr diagnostiziert wird.
Einzig der Fakt, dass Namibia in dieser Statistik eher ganz weit vorn ist, scheint ein Indiz zu sein, dass Uranabbau nicht überproportional Krebs zu verursachen scheint.


Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2011
191 Beiträge · seit 200928. Sept. 2011 · #6
Hallo, zum ZDF-Bericht gibt´s auch ein Video, ich hoffe der Link funktioniert: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1312286/Strahlendes-Namibia#/beitrag/video/1312286/Strahlendes-Namibia
Interessant finde ich die Reaktion von Frau Schneider zum Thema Erkrankungen.
Mir stellt sich die Frage, was bei Ostwind in Sakopmund an Stäuben von den offenliegenden Absetzbecken und Halden ankommt. 40km sind ja nun nicht eine übermäßig große Distanz bei einem Gelände, das zur Küste abfällt.

Beste Grüße
Gerd
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zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2011
1'250 Beiträge · seit 200928. Sept. 2011 · #7
Hallo zusammen,

ein interessantes Thema, wie ich finde.

Vielen Dank an eggitom und Gobobos für die in diesem Zusammenhang nützlichen Hinweise, besonders auf das Video.
Natürlich bin ich kein Fachmann, aber eigentlich kann sich doch jeder Laie ausrechnen, was mit dem Uranstaub passiert, der aus Rössing freigesetzt wird.

Freunde von uns in Walfischbucht sind seit langem mit Krebs belastet und lassen sich in Kapstadt behandeln. Dort hat man ihnen schon vor ein paar Jahren gesagt, dass die Krebsrate in Swakopmund und Walfischbucht bezogen auf Gesamt-Namibia relativ hoch ist.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Bekannten von Sylvie ähnliche Informationen haben und ihre Bedenken im Gespräch eben so entstanden sind.

Trotz allem finde ich Swakopmund eine schöne Alternative zu Fuerteventura zum Überwintern, aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden.

Viele Grüße vom Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
5'538 Beiträge · seit 200828. Sept. 2011 · #8
Hallo Zusammen,

ich bedanke mich auch für die wertvollen Infos, obwohl ich leider den Beitrag von meinem Namensvetter nicht zu Ende hören konnte. Da gibt es bei den hiesigen Übertragungsgeschwindigkeiten immer wieder Aussetzer und Lücken, so dass ich nach 10 Minuten erst 1,5 Minuten des Beitrages gehört hatte.

Natürlich ist es richtig, dass überall, wo Uran abgebaut, weiterverarbeiter oder verwendet wird, gesundheitliche Schäden auftreten. Und natürlich trifft es fast immer die dort arbeitenden und/oder die in näherem Umkreis wohnenden Menschen. Ich kann aber leider nicht bestätigen, dass dieser nähere Umkreis sich bis Swakopmund oder Walvis Bay erstreckt. Denn sooo häufig haben wir den Ostwind hier nicht. Wenn er an vielleicht 10 bis 15 % der Tage weht, dann ist das sehr hoch. Ich denke nicht - auch wenn ich es nicht beurteilen kann - dass dies so gravierende Auswirkungen haben sollte.

Es ist schade, dass es keine Statistiken über die Krebshäufigkeit in diesen beiden Städten gibt. Das würde mir bei der Diskussion sehr helfen. Denn ich habe einfach Probleme damit, mich hier auf mein/Dein/unser/Euer Bauchgefühl zu verlassen.

Liebe Grüße von der Atlantikküste
Gerd
454 Beiträge · seit 200629. Sept. 2011 · #9
freunde von mir hatten sich ein messgeraet gekauft und mit diesem in swakop und revier gemessen, nirgendwo war auch nur ein annaehernd erhoehter wert zu messen, aber ich denke panik mache ist schnell erreicht....
983 Beiträge · seit 201129. Sept. 2011 · #10
shanti schrieb:freunde von mir hatten sich ein messgeraet gekauft und mit diesem in swakop und revier gemessen, nirgendwo war auch nur ein annaehernd erhoehter wert zu messen
Dass mit einem - so vermute ich in diesem Fall - handelsüblichen Geigerzähler (der die aktuelle Strahlung, zumindest einen Teil der Strahlung misst) keine erhöhte Strahlung gemessen wurde, ist gut. Somit kein Problem für Touristen wie mich, die dort nur einige Tage/Wochen bleiben. Für die Leute, die dort dauerhaft leben, ist aber nur eine Langzeit-Messung relevant. Diese ist jedoch relativ aufwändig. In Deutschland werden mit Langzeit-Messungen z. B. einige Gebäude (in einigen Gegenden Deutschlands) auf erhöhte radioaktive Radon-Konzentrationen gemessen. Ob jemand je privat oder im öffentlichen Auftrag in Swakop Langzeit-Messungen radioaktiver Strahlung welcher Art auch immer durchgeführt hat, weiss ich nicht.

Beim Surfen bin ich heute auf die Seite der Krebsgesellschaft Namibias gestossen: www.can.org.na

Falls es überhaupt seriöse Krebsstatistiken gibt, müssten die dieser Organisation bekannt sein. Leider findet sich auf der Website nichts dazu.

Beste Grüße
Ralf
Beste Grüße rhh64
5'538 Beiträge · seit 200829. Sept. 2011 · #11
Hallo Zusammen,

Beim Surfen bin ich heute auf die Seite der Krebsgesellschaft Namibias gestossen: www.can.org.na

Da mir das Thema natürlich keine Ruhe lässt, habe ich auch die verschiedensten Websides aufgesucht, die irgendwie im Zusammenhang mit Krebs in Namibia stehen. Ich habe leider keine einzige Seite gefunden, die eine Aussage über die Krebshäufigkeit in den verschiedenen Regionen macht.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
17 Beiträge · seit 201129. Sept. 2011 · #12
Hallo zusammen,
der Wunsch nach aussagekräftigen Daten über die Häufigkeitsverteilung von Krebserkrankungen in Namibia ist absolut nachvollziehbar.
Allerdings: selbst Deutschland hat sich lange Zeit schwer getan mit der Entwicklung eines bundesweiten Krebsregisters - erst 2009 wurde dies per Gesetz beschlossen (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&p=&id=65002)und dessen Sinnhaftigkeit gleich wieder in Frage gestellt (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&p=&id=65730).

Bei der Beurteilung von Krebserkrankungen kommt zudem erschwerend hinzu, dass diese in der Regel NICHT monokausal verursacht sind, d.h. es gibt fast immer eine Reihe von (exogenen und personenbezogenen) Faktoren, die die Entstehung eines Tumors beeinflussen (einer der wichtigsten personenbezogenen Faktoren ist übrigens das Lebensalter). Daher wären viele Detailinformationen für den Vergleich verschiedener Bevölkerungsgruppen erforderlich, um eine statistisch zuverlässige Aussage zur Korrelation des Faktors Standort (Swakopmund und Umgebung) mit einer möglichen Folge (z.B. überproportionale Krebshäufigkeit) treffen zu können.

Genauer wäre auf jeden Fall eine qualifizierte Langzeitmessung der Belastung durch den Uranabbau - sowohl, was die Staub- als auch die Radioaktivitäts-Belastung betrifft. Das ist was für Spezialisten, denn eine solche Messung müsste meiner Einschätzung nach an verschiedenen Stellen über einen definierten, längeren Zeitraum mit der für diese Fragestellung geeigneten Messmethode durchgeführt werden. Erst solche Daten sind evtl. geeignet abzuschätzen, ob und wenn ja welche Belastungen für Arbeiter, Bewohner, Besucher oder Langzeittouristen bestehen.
Ob solche Messdaten existieren, weiss ich nicht, sinnvoll und wünschenswert wären sie wohl.
Viele Grüße!
Bush-Baby (Ärztin)
zuletzt bearbeitet 29. Sept. 2011
1'159 Beiträge · seit 200730. Sept. 2011 · #14
Elchontherun schrieb:Dort hat man ihnen schon vor ein paar Jahren gesagt, dass die Krebsrate in Swakopmund und Walfischbucht bezogen auf Gesamt-Namibia relativ hoch ist.
Hallo,

wie kommt man denn zu so einer Aussage?
Hier an der Küste leben doch auch, bezogen auf Gesamt-Namibia, relativ viele, wohlhabende ältere Leute. Wenn ich nun nur schaue wie viele Fälle von Krebs hier auftreten mag es stimmen, dass es mehr sind als in Maltahöhe aber was sagt das aus?

Sonnige Grüße!
Oshivambo Enda nawa Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)