Namibia im Uhrzeigersinn (September 2011)

40 Antworten · 12,9k Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2011 von jkone
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6'152 Beiträge · seit 200609. Okt. 2011 · #21
Hallo Jennifer,

danke für den netten kurzweiligen Reisebericht.
Man merkt direkt die Begeisterung - denke es war nicht die letzte Namibia-
Reise 😉
Sonnige Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2011
67 Beiträge · seit 200909. Okt. 2011 · #22
Hallo Jennifer,
danke für Deine Info in unserem Reisebericht "Erste Selbstfahrertour". Ja, wir waren
Nachbarn in der Mittagspause in Okaukuejo. Schade, dass der Riss am Homob Wasserloch schon
weg war, wie Du schreibst, hattet ihr aber trotzdem Leoparden gesehen, wenn auch "nur"
mit dem Fernglas.
Bin gespannt auf Deinen Bericht über Etosha.
Auch wir waren zwei Nächte in der Sossus Dune Lodge ( dort bin ich in meinem Bericht noch nicht angekommen ). Auch unser Motiv war, zum Sonnenaufgang und zum Sonnenuntergang im Vlei
zu sein, was richtig gut klappte. Wir sind mit unserem Hilux selbst gefahren und waren
zum Sonnenaufgang allein im Vlei,den See gibt es immer noch.
Die Dune Lodge ist preisintensiv, aber auch wir wollten den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang genießen, außerdem ist das Permit inklusive. Armselig war dagegen das
Frühstückspaket, aber wir waren ja nicht zum Essen dort.

Viele Grüße aus Erfurt nach München
Günter
Reisebericht Kalahari 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/291069-kalahari-expedition-2016.html https://www.cewe-community.com/de/galerie/book/32434#pageflip/page/1
Themenstarter38 Beiträge · seit 201112. Okt. 2011 · #23
07.09. + 08.09.2011: Swakopmund

Nach den vielen Anmerkungen im Forum, dass drei Nächte in Swakopmund, als zwei volle Tage auf gar keinen Fall zu viel sind, haben wir diesen Rat beherzigt und uns für drei Nächte in Meike´s Guesthouse einquartiert. War auf jeden Fall eine gute Entscheidung, Meike hat für mich auch vorab schon alle Ausflüge gebucht.

Swakopmund kam mir ein bisschen wie ein englisches Strandbad vor, das sich im September allerdings im Nebensaison-Schlaf befindet. Vielleicht täuscht dieser Eindruck, aber auf den Straßen war vor allem abends gar nix los, lag aber wahrscheinlich auch am Wetter, denn abends wurde es meistens neblig. Es gibt ein paar nette Häuschen und durch die Souvenirgeschäfte kann man auch mal kurz bummeln, aber
wir sind auch nicht wegen der Städte nach Namibia gekommen.

Zum Abendessen waren wir zweimal bei Erich´s und einmal bei De Kelder. Bei Erich´s war das Essen immer sehr lecker, bei De Kelder ist das Steak total in die Hose gegangen, der Fisch war lecker, aber die Atmosphäre hat uns dort nicht so gut gefallen. Bei Erich´s war es immer voll, aber es war völlig ausreichend, am späten Nachmittag
wegen eines Tisches für abends anzurufen.

Wir haben die Tage in Swakopmund auch genutzt, einige Sachen zu waschen bzw. wir haben unsere Schmutzwäsche bei Meike abgegeben und am nächsten Tag war alles schön zusammengelegt wieder von der Wäscherei zurück.

Das wirklich tolle an Swakopmund waren aber die Ausflüge, die wir dort unternommen haben. Am ersten Tag hatten wir eine Kombination aus Bootsfahrt in der Lagune und Fahrt nach Sandwich Harbour gebucht. Diese Kombination ist praktisch mit allen Bootstour-Anbietern (wir hatten bei Laramon gebucht, da da ohne Aufpreis ein Shuttle-Service von Swakopmund nach Walvis Bay mit drin ist und wir so unsere Autos einfach in der Pension stehen lassen konnten) möglich. Man verbringt dann den Vormittag auf dem Boot und wird dann gegen Mittag bei Pelican Point abgesetzt und von dem Tour-Anbieter Sandwich Harbour 4x4 (angeblich gibt es außer diesem Anbieter fast keinen anderen mehr
und alle Bootstouren arbeiten mit ihm zusammen, wurde uns zumindest gesagt) abgeholt.
Auf der Bootstour haben wir Roben, Pinguine, Pelikane, Möwen und Delphine gesehen. Die eine Robbe kam so schnell an Bord gehüpft zum Füttern, da waren wir noch kaum losgefahren. Witzig, wie trocken das Fell unter der obersten nassen Schicht ist. Die Pelikane waren manchmal etwas langsam beim Fisch abholen und schwups ist der Fisch
im Bauch einer Möwe gelandet. Es sieht so aus, als ob die Möwen mehr Spaß daran hätten, den Pelikanen den Fisch abzujagen als sich selber einen abzuholen. Wem kalt war auf dem Schiff, musste nicht lange frieren, denn es wurde gleich der Sherry ausgepackt und spätestens nach dem zweiten Glas war dann jedem warm. Die Delphine sind lange in der Bugwelle des Katamarans mitgeschwommen und immer mal wieder vor uns aus dem Wasser gehüpft. Insgesamt waren so 15 Leute an Bord, aber das Boot war groß genug, so dass es sich gut verteilt hat und jeder einen guten Platz zum Schauen finden konnte.



Mittags wurden wir am Pelican Point abgesetzt und es ging Richtung Sandwich Harbour. Unterwegs haben wir Flamingos, Kormorane und Schakale gesehen und ziemlich weit draußen im Meer Wale, die wir eigentlich nur deshalb entdeckt haben, weil einer gerade eine Fontäne ausgestoßen hat. Zunächst sind wir wild durch die Dünen gefahren und
haben anschließend Mittagspause gemacht, da das Meer noch nicht weit genug abgelaufen war, um bis Sandwich Harbour zu kommen. So ein Essen in den Dünen mit weißen Tischdecken hat schon was. Es gab Austern, Fisch, Calamari, Nudelsalat usw. Von uns hatte bisher noch keiner Austern probiert. Ich wollte dafür nie was bezahlen, da ich mir das als ziemlich glibberige Angelegenheit vorgestellt habe. Aber da gab´s ja welche umsonst, also haben wir uns getraut. Sie waren bei weitem nicht so schlabberig, wie ich mir das vorgestellt hatt, aber schmecken tun die Dinger eigentlich nur nach dem, was man vorher draufgeträufelt hat (Zitrone, Pfeffer, Tabasco usw.). Auch jetzt kann ich mir noch nicht erklären, was Leute dazu bewegt, dafür viel Geld auszugeben, aber das ist natürlich Geschmackssache. Und da in unserer Gruppe (insgesamt 13 Leute auf 2 Landrover verteilt) auch welche dabei waren, die ganz wild auf die Austern waren, sind alle auf ihre Kosten gekommen.

Nachmittags ging es dann nach Sandwich Harbour. Die Lagune verändert sich ja ständig und im Moment sieht es so aus, als ob die Lagune langsam von den meerwärts wandernden Dünen überrollt wird. Von den Dünen runter sieht es sehr interessant aus und dieser Anblick, dass die Dünen direkt bis ans Meer reichen ist toll. Bei Sandwich Harbour
haben wir auch ganz viel von dem dunkelroten-lilanen Sand gesehen. Die Farbe kommt von den zermahlenen Granaten (ich mein den Edelstein). Der Fahrweg nach Sandwich Harbour führt direkt am Meer entlang und die Spur ist nicht besonders breit. Ab und zu sind die
Wellen schon mal über´s Auto gespritzt. Ob das so gut ist!? Wir hatten unseren Spaß, aber selber fahren hätte ich das auf gar keinen Fall gewollt, nicht mal mit dem entsprechenden Auto. Gegen Spätnachmittag waren wir dann ziemlich müde von der frischen
Meerluft wieder in Swakopmund.




Am nächsten Tag haben wir vormittags die Living-Desert-Tour mit Chris gemacht. Er war an dem Tag mit zwei Fahrzeugen unterwegs, aber wir hatten das Glück, bei ihm im Auto zu sitzen. Wir fanden ihn wahnsinnig unterhaltsam und witzig und wie er einem den Lebensraum Wüste sehr genau, aber mit ganz einfachen Erklärungen (Wind und Regen, Müsli, Gasthäuser usw.) nahebringt, das ist schon beeindruckend. Neben allem Spaß merkt man ganz deutlich, dass ihm dieser Lebensraum und der Schutz der Lebewesen darin wirklich ein Anliegen ist. Auf der Tour hat er auch alle Tiere gefunden, die immer
wieder aufgezählt werden: Palmato-Gecko, Skink, Dancing White Lady, Eidechse, Sidewinder Schlange und Chamäleon. Man fährt so rum und achtet nach einiger Zeit auch selbst darauf, ob irgendwo eine Spur im Sand beginnt oder endet, aber meist ohne was zu sehen und plötzlich springt Chris aus dem Auto und läuft los, winkt und ruft: ich wusste, dass der Stein gestern noch nicht da war, ich hab das Chamäleon gefunden! Faszinierend. Der halbe Tag war wirklich super und hat uns wahnsinnigen Spaß gemacht.



Nachmittags hatte mein Mann noch seinen Rundflug über Kuiseb Canyon, Sossusvlei und an der Küste wieder zurück. Die Landschaft mal von oben zu sehen, durch die wir mehrere Tage gefahren sind, ist schon beeindruckend und es hat ihm auch richtig gut gefallen. Zum Schluss wurde es allerdings sehr unruhig und bei einigen Luftlöchern war er dann nicht mehr so entspannt... abends war er noch ein bisschen weiß um die Nase.




Die zwei Tage in Swakopmund waren leider sehr schnell rum und es hat auch viel Spaß gemacht, Meike bei ihren Schilderungen vom Farmleben (sie und ihr Mann haben unter anderem ja mal Ababis bewirtschaftet) zuzuhören, aber am nächsten Tag ging es dann für uns weiter Richtung Twyfelfontein.

Die Ratschläge aus dem Forum, in Swakopmund mindestens drei Übernachtungen einzuplanen, sind auf gar keinen Fall übertrieben, wir hätten auch leicht noch einen Tag mehr füllen können.

lg Jennifer
zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2011
298 Beiträge · seit 201012. Okt. 2011 · #24
Hallo Jennifer,
prima, dass du uns mit auf eure Reise nimmst. 😁
Wir waren auch drei Nächte in Swakopmund und haben die auch gebraucht. Bin gespannt auf deine Erzählungen vom Aabadi Mountain Camp, denn dort waren wir auch...
LG Kiwi
Reisebericht: Afrika- Ein Traum wird wahr !!!http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/175448-afrika-ein-traum-wird-wahr--1212-01012011.html Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was berichten.... Matthias Claudius
730 Beiträge · seit 200612. Okt. 2011 · #25
Hallo Jennifer,

auch schon mir Danke für Deinen schönen, interessant geschriebenen Bericht. Die Living Desert Tour mit Chris hat uns auch sehr gut gefallen.

Viel Grüße
Ina
Unsere Website - Reisen ins südliche Afrika: www.inado.de => SCHWERPUNKT KGALAGADI
22 Beiträge · seit 200712. Okt. 2011 · #26
jkone schrieb:
....den Gaub und den Kuiseb-Pass war stellenweise sehr schlecht und nach Solitaire gab es eine große Baustelle mit vielen Kieshaufen. Für mich als Bauingenieur war der Straßenbau in Namibia sowieso ein ganz besonderes Highlight 😉 . Aber genau wie zu Hause sieht es von außen auf Baustellen immer so aus, als ob nur einer arbeiten würde und alle anderen nur zuschauen.
...hey super noch ein Bauingenieur mit Faible für Namibia. Schön! Ich habe auch immer meine helle Freude beim Beobachten afrikanischer Straßenbaustellen (auch aller anderen)😄 😄

lg tine
154 Beiträge · seit 201012. Okt. 2011 · #27
ihr habt wirklich wunderschöne Fotos! Den Eindruck von Swakopmund kann ich nur bestätigen 🙂
Themenstarter38 Beiträge · seit 201118. Okt. 2011 · #28
09.09.2011: Fahrt Richtung Twyfelfontein
Nach tollen Ausflügen um Swakopmund herum und ohne selber Auto zu fahren, ging´s heute wieder los. Meine Eltern sind über Uis die kürzeste Strecke zum Aabadi Mountain
Camp gefahren, wir haben die längere Strecke über Cape Cross - D2303 und D2342 (einmal um den Messum Crater rum und am Brandbergmassiv entlang) und dann über Uis - D2612 - Aabadi Mountain Camp gefahren.

In Swakopmund haben wir uns für die nächsten Tage noch mit Fleisch versorgt. Zu den Game-Spießen wollte ich dann auch noch Rindersteaks - so zwei Stück für einmal Grillen für zwei Personen halt - hab ich dann der Verkäuferin in der Metzgerei auch gesagt. Darauf verschwindet sie hinten in der Küche und kommt mit bereits eingeschweißten Steaks wieder zurück. Ich hab mich ja schon ein bisschen über die Größe des Pakets gewundert... waren dann ja auch nur zwei Steaks mit ca. 1,8 kg Gewicht! Wir haben dann einmal zu viert und einmal zu zweit davon grillen können ... waren aber sehr
lecker, für die Marinade muss ich meinen Mann loben.

Nach Cape Cross war´s noch ein bisschen neblig und wir haben nur einmal kurz bei einem Wrack (angolanischer Fischkutter?) gehalten. Ich dachte, wir sind vor den Steinverkäufern sicher, da gerade ein Bus mit einer Reisegruppe da war, aber uns haben sie natürlich auch entdeckt. Nachdem ich keinen Stein kaufen wollte, wurden wir von
einem Verkäufer gefragt, ob wir nicht ein bisschen was zu essen hätten. Ich weiß ja immer nicht so genau, wie man sich da verhält, aber er sah irgendwie sehr hungrig aus, also haben wir unsere Kekse und Bananen abgegeben. Ich habe noch nie jemanden so schnell eine Kekspackung essen sehen! Bis ich die Bananen hinter dem Rücksitz
vorgekramt hatte, war schon die halbe Packung weg. So etwas macht mich immer etwas nachdenklich, denn die Vorstellung, dass man nicht genug zu essen bekommt, ist in Deutschland halt schon sehr fremd.

Cape Cross fanden wir nicht besonders toll, schon ein beeindruckender Gestank und viele Robben, aber wenn man nicht eh dran vorbeifährt, lohnt sich der Umweg nicht. Am lustigsten war der Kassierer: ich hatte nur 100 N$ und zwei Erwachsene + Auto müssen 90 N$ bezahlen. Er hatte aber nur 20 N$ Wechselgeld und da sagt er plötzlich grinsend:
"Oh, lucky day for you, you only have to pay 80 N$!" Ob der immer alle seine Einnahmen genau verbucht?

Kaum sind wir von der Küste über die D-Straßen Richtung Brandberg abgebogen, kam die Sonne raus. Die D2303 war super zu fahren, sah wie frisch gegradet aus. Am Straßenrand gab´s immer mal wieder große Welwitschias zu sehen und eine Herde Springböcke und außer uns kein Auto. Bei der Strecke hatte ich mir eigentlich am meisten Sorgen
wegen einer Reifenpanne oder so gemacht, aber zum Glück ist nix passiert. Die D2342 war dann in deutlich schlechterem Zustand und wir wurden ganz schön durchgeschüttelt, aber das Panorama mit dem hohen Brandberg war sehr schön.

Auf der Fahrt bis zum Aabadi Mountain Camp haben wir noch einen Waran gesehen, der böse gezischt hat, als ich ihn unbedingt fotografieren wollte, aber ansonsten war die Strecke recht ereignislos. Man hat aber gemerkt, dass sich die Landschaft und auch die "Orte" im Vergleich zum Süden verändern. Es gab viel mehr Straßenstände, an denen Souvenirs verkauft wurden, mehr kleine Hütten in Straßennähe und mehr Kinder, die plötzlich von irgendwoher aufgetaucht sind.

Wir sind dann relativ spät nachmittags im Camp angekommen. Dort wird grade neu gebaut (Gemeinschaftsgebäude!?) und außer uns waren kaum Leute da. Die Landschaft um das Camp herum ist schön und die Stellplätze auch, aber ich finde die sanitären Einrichtungen
(Freiluftdusche und Toilette mit Holzzaun drum herum) und auch die fest installierten Zelte machen einen etwas vernachlässigten Eindruck. Ich finde es nicht schlimm, wenn etwas einfach ist, aber dort hat alles so ein bisschen einen vernachlässigten Eindruck
gemacht oder jemand ohne Liebe zum Detail hat die Sachen gebaut. Dafür fand ich dann den Preis für die Übernachtung in den fest installierten Zelten (1200 N$ das Doppelzimmer) sehr teuer. Da stimmt meiner Meinung nach das Preis-Leistungsverhältnis gar nicht. Vom Camp selber werden auch keine Ausflüge angeboten (zumindest nicht als wir da waren), aber sie arrangieren, dass man bei den Fahrten der Twyfelfontein Country Lodge mitfahren kann. Meine Eltern haben dort die Nachmittagsfahrt mitgemacht und wir waren schon fast ein bisschen neidisch (wehe wenn die da Wüstenelefanten sehen und wir nicht) und haben schon überlegt, ob wir eine Pirschfahrt morgen früh unterbringen, aber meine Eltern waren mehr als enttäuscht von der Fahrt. Klar, es gibt nie eine Garantie für Tiere, aber dass sie stundenlang überhaupt kein Tier sehen, und dann zum Schluss ein mit einem Sender ausgestatteter einzelner Elefant gesucht wird, damit die Leute überhaupt was sehen, das fanden sie nicht so toll.

Unser Fazit zum Aabadi Mountain: Tolle Lage, aus dem Camp könnte man sicher mehr machen, aber im Moment stimmt das Preis-Leistungsverhältnis nicht.


zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2011
842 Beiträge · seit 201018. Okt. 2011 · #29
Hallo Jennifer,

schade, dass Deine Eltern kein Glück bei der Elefantensuche hatten !

Wir haben die Tour am 13.09. mit Siggi von der Twyfelfontein Country Lodge aus gemacht. Der Guide erzählte uns gleich zu beginn, dass er die Elis am Tag zuvor nicht gefunden hätte.

Wir fuhren auch erst recht lange durch das Rivier des Aba Huab. Ein Bierchen zwischendurch. Der Dung alt. Immerhin Fußspuren - auch alt! Dann kamen wir an diesem Dort im Nirgendwo vorbei ! Der Dung wurde frischer - den Fußspuren sah man das ALter nicht an ! Und dann: 24 Wüstenelefanten !!! 2 Gruppen mit 11 bzw. 13 Tieren! Bei der kleineren Gruppe war auch ein Jungtier von 7 Wochen dabei ! Und alle unerwegs zu diesem Dorf im Niregndwo um dort am Brunnen zu trinken ! Ein fantastisches Erlebnis !!! Eines der Highlights unserer Reise !

OK - konnte ja keiner ahnen, dass wir am mnächsten Abend in Okaukuejo 33 Elefanten sehen würden ... 🙂

Ich liebe Elis - spätestens jetzt !!!!

Also Ihr müsst nochmal hin ! Dann habt Ihr bzw. Deine Eltern vielleicht auch Glück !

Sorry, wollte Euch nicht neidisch machen ...

LG & bitte bald weiterschreiben !!!

Antje - die schon wieder eine Reise nach Namibia planen könnte !
Themenstarter38 Beiträge · seit 201119. Okt. 2011 · #30
@antje: Herzlichen Glückwunsch zu eurer Elefantensichtung! Wie gesagt, Tiersichtungen sind halt außer im Zoo zum Glück nicht planbar.
In Etosha hatten wir dann auch Elefanten en masse von winzig bis ganz groß, so dass sich die Enttäuschung meiner Eltern wegen der Wüstenelefanten dann in Grenzen gehalten hat 🙂.
lg Jennifer
Themenstarter38 Beiträge · seit 201120. Okt. 2011 · #31
10.09.2011: Twyfelfontein - Kamanjab (Filmhaus)
Am nächsten Morgen sind wir zu den Felsgravuren nach Twyfelfontein gefahren. Um zu den bekannten Felsgravuren zu kommen, muss man ja mit einem Führer gehen. Ich hatte den Eindruck, manche Führer sind etwas gelangweilt, weil sie das Gleiche jeden Tag mehrmals erzählen müssen, auf jeden Fall hat die Tour deutlich kürzer gedauert als angegeben (ich glaube gerade einmal 45 Minuten, wir haben das durch unsere Fotografiererei eh schon in die Länge gezogen) und da man sich vorher für eine Route entscheiden musste (Dancing Kudu oder Lion Man), hat man nicht einmal alle Gravuren anschauen können. Das fand ich etwas schade, aber na ja. Unser Fazit zu Twyfelfontein ist, dass man es sich schon mal anschauen kann, aber ein zweites Mal würden wir nicht herkommen.

Danach sind wir weiter Richtung Kamanjab gefahren. An der Straße standen immer wieder Schilder mit "Petrified Forest". Es gibt in der Gegend halt fast überall versteinertes Holz, nicht nur im offiziellen Nationalmonument. Wir haben dann einfach mal einen Abzweig ausprobiert, denn der offizielle Wald hat bestimmt genug Besucher, da können wir unser Eintrittsgeld auch an andere verteilen. Nach einem kurzen Feldweg ist man dann auch zu einem Parkplatz gekommen: die einzelnen Parkbuchten waren sauber mit Steinen abgeteilt, wir wurden auch vom Besitzer des Areals eingewiesen, obwohl außer uns niemand da war, und freundlich von ihm und seinem Hund begrüßt.
Nach dem Eintragen in die Besucherliste (vor uns war 3 Wochen lang überhaupt niemand da!) und dem Bezahlen wurden wir von unserem Guide zu verschiedenen versteinerten Holzstämmen und ein paar Welwitschias geführt. Es ist echt verblüffend, wenn man glaubt Holz anzufassen, dann aber Stein fühlt. Während der Besichtigung ist noch die schwangere Schwester unseres Guides aufgetaucht. Wir haben uns nett unterhalten und sie haben uns ihre Probleme mit der Trockenheit und ihrer Landwirtschaft erzählt. Ich gehe mal davon aus, dass sie uns da nicht angeschwindelt haben, aber wie man eine Familie von 5 Ziegen, 1 Esel und den Einnahmen aus dem versteinerten Wald ernährt, ist mir nicht klar geworden. Bekommen die Damara auch staatliche Hilfen in FOrm von Geld oder Nahrungsmittelzuschüssen? Wieder zurück am Parkplatz haben sie uns dann auch gefragt, ob wir nicht ein bisschen was zu essen und vielleicht 1 T-shirt hätten (die Kleider und Schuhe von unserem Guide hingen auch nur noch am prichwörtlich seidenen Faden). Ich kann da sowieso nie nein sagen, also haben wir unsere restlichen Bananen und Äpfel und Milch an die beiden verteilt. Die Schwangere haben wir dann auch noch bis zu ihrem Haus mit zurückgenommen.

Gegen Nachmittag haben wir dann "unser" Filmhaus bei Kamanjab erreicht. Eine sehr uriges Haus. Direkt an die runden Granitfelsen gebaut, liegt es mitten auf dem Farmgelände und ringsrum hat es noch vier Himbadörfer. Ich weiß nicht, ob ich alles richtig verstanden habe, aber anscheinend ist der Farmer mit einer Himba verheiratet und deshalb haben sich Himbas auf seinem Farmgelände angesiedelt und die Farmer unterstützen Himbakinder oder Waisen, die dann in Kamanjab auf die Schule gehen können. Hoffe, ich erzähl grad keinen Blödsinn. Für meine Mutter und mich hatte ich im Vorfeld schon die Besichtigung eines Himbadorfes angemeldet und wir wurden auch gleich von einem Himba abgeholt, der Englisch konnte und als Dolmetscher geholfen hat, aber selber nicht mehr traditionell lebt. Er meinte nur, nach Jahren in der Schule kann man sich ein traditionelles Leben nicht mehr vorstellen. Er meinte auch, dass in den Dörfern auf dem Farmgelände eigentlich nur noch die Frauen und Kinder "traditionell" leben, die Männer meistens neben der Viehzucht Jobs haben und auch nicht mehr "Tracht" tragen. War dann in dem Dorf, das wir besucht haben auch so. Der einzige Mann, der grade da war, hat in Surfershorts und Flip Flops das Stroh auf einem Dach usgebessert. Ich fand den Besuch interessant, unser Guide hat viel erzählt und die Frauen (die meisten waren deutlich jünger als ich) waren sehr interessiert zu erfahren, ob wir verheiratet sind, warum unsere Männer nicht dabei sind, ob ich schon Kinder habe, warum noch nicht, wann ich das denn mal machen will mit 30 usw. Faszinierend fand ich, dass die Frauen einem beim Sprechen immer angeschaut haben und nicht mit dem Dolmetscher gesprochen habe, so als ob man verstehen würde, was sie sagen. Hab dann auch so geantwortet, immer schön mit den Frauen geredet und gestikuliert und gehofft, dass der Dolmetscher das dann nach und nach auch mal übersetzt. Vor dem Besuch hatte ich Bedenken wegen Fotos, aber als sich dann die erste Frau ihre Halskette zurechtgerückt hat und mir gesagt hat, dass ich ein Foto machen soll, damit sie sich anschauen kann, wie sie aussieht, war das gar nicht mehr so schlimm. Eigentlich wollten alle Fotos von sich, damit sie sich wie in einem Spiegel mal anschauen können. Die Fotos sind aber noch bei meinen Eltern, da ich zum Besuch nur die kleine Kamera mitgenommen hatte, muss ich irgendwann mal nachreichen.
Am besten waren noch zwei Mädchen, die sich die ganze Zeit einen Stein ans Ohr gehalten haben und "Hello, hello" gesagt haben. Als sie mir dann den Stein ans Ohr gehalten haben, hab ich geshen, dass sie sich Monitor und Tastatur von einem Handy draufgemalt hatten. Die beiden haben sich kaputtgelacht, als wir dann auch gewählt und telefoniert haben.
Eine der Frauen ist dann auch bis zum Filmhaus mit zurückgegangen, denn sie wollte unbedingt sehen, ob mein Mann da auch wirklich ist, also musste er mal winken, dann war sie zufrieden.

Nach dem Besuch im Himbadorf mussten wir erstmal das Haus inspizieren. Alles ist komplett offen gebaut, es gibt zwei separate Schlafzimmer und ein Zimmer, wo man noch einen Vorhang vorziehen kann, um den Bereich vom Wohnzimmer abzutrennen. Die Küche ist voll ausgestattet und Grillstelle ist natürlich auch vorhanden. Wer nicht gerne im Freien schläft, sollte hier auch nicht übernachten, denn die Räume sind auch nach
oben mehr oder weniger offen, rein- und rausfliegen kann alles. Neben der halbzahmen Wildkatze hatten wir in unserem Schlafzimmer Fledermäuse.
Nachts hat man immer gehört, wie sie losgeflogen sind, über unserem Bett ihre Kreise gedreht haben und dann zum Fressen in einer Ecke des Raumes wieder gelandet sind.
Zum Glück haben sie nicht direkt über dem Bett verdaut. Wir fanden´s super, auch abends die Beleuchtung mit Petroleumlampen, die der "Hausmeister" anzündet (Strom gibt´s nicht) und die ganzen Holzstege, die auf die Felsen und zu angebauten Terrassen führen, aber man darf nicht zu genau hinschauen, was abends alles ins Zimmer kommen könnte. Mücken hatten wir allerdings keine einzige! Vielleicht haben die Fledermäuse alle gefressen!?
Nächstes Mal würden wir hier wahrscheinlich zwei Nächte bleiben, ist einfach mal was ganz anderes.




So, morgen geht´s dann nach Etosha!
zuletzt bearbeitet 20. Okt. 2011
Themenstarter38 Beiträge · seit 201127. Okt. 2011 · #32
11.09. - 15.09.2011: Etosha Nationalpark

Da ich mit der Sichtung der Tierbilder noch nicht ganz fertig bin, hier zunächst einmal kurz unsere Eindrücke und einige Infos zu den Camps usw. Für die Bilder werde ich mich dann am für mich langen Wochenende hoffentlich entscheiden können.

Wir hatten insgesamt 4 Übernachtungen in Etosha: 2 x Okaukuejo, 1 x Halali und 1 x Namutoni. Die Campingplätze und Toilettenhäuschen waren soweit alle ganz in Ordnung, natürlich nicht vergleichbar mit den Campingplätzen z.B. in den Tirasbergen, aber zweckmäßig. Okaukuejo wirkt am staubigsten und am wenigsten grün und der Platz war zu unserer Reisezeit am vollsten. Halali war etwas grüner und hat uns persönlich besser gefallen, er war auch kaum besucht. Namutoni hat zwar Rasen (halte ich persönlich für Wasserverschwendung), aber die Duschen und Küchen wirken sehr vernachlässigt. Ansonsten kann man im Fort abends ganz nett sitzen. In Okaukuejo haben wir unseren Campingplatz mit einem anderen Pärchen geteilt, die wir schon vorher immer wieder getroffen haben und denen wir das angeboten haben, da Okaukuejo ausgebucht war und sie nichts reserviert hatten. War von der Verwaltung her überhaupt kein Problem und die Plätze sind groß genug für zwei Camper mit Dachzelt.
Zu den Restaurants können wir nicht viel sagen, da wir uns selbst versorgt haben (die Shops in den Camps haben eine überschaubare Auswahl, aber das Nötigste bekommt man, falls mal was ausgeht), aber die Sandwiches mittags waren okay, die Büffets sahen lecker aus und den Leuten, mit denen wir gesprochen haben, hat es auch geschmeckt.

Die Bungalwos von meinen Eltern waren auch gut, nur in Namutoni waren unzählige Mücken im Zimmer und ausgerechnet da gab es keine Moskitonetze für´s Bett.

Ich hatte im Februar alles für September gebucht und von NWR alles innerhalb von zwei Wochen bestätigt bekommen (da hatte ich wohl Glück, wenn ich so die Nachrichten hier im Forum lese) und vor Ort hat alles problemlos geklappt. Sogar wenn meine Eltern und wir getrennt angekommen sind, aber nur einer den Voucher dabeihatte gab es beim Einchecken keine Probleme. In Namutoni wurden wir sogar mit den Worten begrüßt: Your parents have already checked in, everything´s okay. Enjoy your stay.
Überhaupt waren die Angestellten an der Rezeption oder auch in den Restaurants weder langsamer als anderswo noch unfreundlich.
Vielleicht bin ich da aus München aber auch nicht verwöhnt, denn langsamere und unfreundlichere Bedienungen als da in manchen tollen Cafés oder Bars habe ich sowieso noch nicht erlebt.

Bei den Wasserlöchern hatten wir sowohl in Okaukuejo als auch in Halali sehr viel Glück: u.a. Elefanten, Nashörner, Löwen. In Namutoni war das Wasserloch total verwaist, aber trotzdem würde ich dort wieder übernachten, denn so kann man auch den Ostteil, wo wir sehr viel gesehen haben, in Ruhe erkunden.

Uns kamen die vier Übernachtungen noch fast zu kurz vor, da Tiere suchen und beobachten einfach wahnsinnig viel Spaß macht und man bei mehr Zeit einfach auch mal in Ruhe an einem Wasserloch stehenbleiben kann, ohne den Druck zu haben, abends den Park verlassen zu müssen oder jeden Tag die langen Strecken zwischen den Camps schaffen zu müssen. Übernachtungen außerhalb des Nationalparks wären für uns maximal eine zusätzliche Option, aber keine Alternative zu den Übernachtungen im Park. Ich würde nächstes Mal sicher noch ein zwei Übernachtungen mehr einplanen. Und wenn man den Westteil auch noch mitmachen will, dann noch länger!

Für die Tiere gibt es ja keine Garantien, aber nach den Tagen in Etosha wäre unser Tip, sich über Mittag (11:00 bis 13:00 Uhr) an ein Wasserloch zu stellen und zu warten. Egal, wo wir standen, mittags kamen immer Elefanten! Im westlichen Teil waren es mehr kleine Gruppen mit Männchen, je weiter man nach Osten gekommen ist, wurden es mehr und mehr Herden mit Babys und Halbstarken.

Erstaunt waren wir über das viele Wasser, das noch im Ostteil der Pfanne stand. Ich hätte gedacht, dass es da im September auch schon trocken ist.

So, dann hoffe ich mal, dass ich unsere Eindrücke aus Etosha am Wochenende noch mit ein paar Bildern untermalen kann.

lg Jennifer
354 Beiträge · seit 201027. Okt. 2011 · #33
Hallo Jennifer,

100% Übereinstimmung mit Deiner Aussage zum Personal in Etosha. Kann hier ebenfalls nur Positives berichten. Das Negative ging eigentlich nur von den (über-) anspruchsvollen Gästen aus. Im Mai hatten wir an den Wasserlöchern in den Camps keine Sichtungen und die Besucher sind an die Rezeptionen gerannt und "verlangten" die Tierwelt am Wasserloch. " Ich habe doch hier extra gebucht. Warum sind keine Tiere am Wasserloch?" etc. Ist echt kein Spass, war so.

Btw: off topic. Auch Deine Aussage zu der städtischen münchner Gastfreundlichkeit und "Schnelligkeit" in Lokalitäten kann ich zu 100% unterschreiben.

Gruß Serengeti
zuletzt bearbeitet 27. Okt. 2011
4'451 Beiträge · seit 200827. Okt. 2011 · #34
sowie es im Wald ruft schalts hinaus . 😄

ich kann mich auch in keins der Weise beschweren über Okaukuejo und Halali, Namutomi kennen wir nicht.

Liebe Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 27. Okt. 2011
6'152 Beiträge · seit 200627. Okt. 2011 · #35
Hallo Jennifer,

interssanter Reisebericht. Genau den gleichen Eindruck wie Ihr hatten wir
von Aabadi Mountain schon 2010. Sehr lieblos, zu teuer - wir hatten ein Zelt.
Auch über die Lage so gleich am Anfang der Strasse war ich sehr überrascht-
man sah immer die Staubwolken der vorbeifahrenden Fahrzeuge-.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter38 Beiträge · seit 201101. Nov. 2011 · #36
Etosha war auf jeden Fall eines unserer Highlights! Es macht einfach so viel Spaß, nach Tieren zu suchen und sie dann zu beobachten. Ein Fernglas kann ich jedem nur empfehlen. Es ist außerdem echt spannend zu beobachten, wie sich der Besuch am Wasserloch über den Tag hinweg verändert. Bei noch mehr Zeit, hätten wir uns am liebsten mal einen Tag an ein Wasserloch gestellt und einfach abgewartet. Denn auch wenn es zwischenzeitlich mal so aussah, als ob sich überhaupt nichts tun würde, kam plötzlich ein Löwe oder eine Gruppe Elefanten usw. Das mit den Wasserlöchern funktioniert wahrscheinlich eher in der Trockenzeit.

Besonders stolz sind wir auf unsere beiden Leoparden, denn die haben wir ganz alleine entdeckt. Für Fotos waren sie ziemlich weit weg, aber mit dem Fernglas konnten wir sie lange beobachten. Der erste lag auch noch ziemlich lange unter einem umgefallenen Baum am Wasserloch Rietfontein, aber durch den Löwen, der fast gleichzeitig aufgetaucht ist und sich über Stunden ca. 20 m vor unserem Auto aufgehalten hat, hat sich der Leopard nicht mehr näher ans Wasserloch getraut und ist dann irgendwann in den Büschen verschwunden.

Hier nun die kleine Auswahl, man möge mir die vielen Elefantenfotos verzeihen...

















zuletzt bearbeitet 01. Nov. 2011
Themenstarter38 Beiträge · seit 201111. Nov. 2011 · #37
15.09.2011: Fahrt von Etosha zu Roy´s Camp

Nach einer letzten morgendlichen Pirschfahrt in Etosha mussten wir heute leider weiter. Wir sind bis ca. 55 km hinter Grootfontein gefahren, haben uns in Roy´s Camp einquartiert und den Nachmittag faulenzend am Pool verbracht. Roy´s Campist ganz urig gemacht (Stühle mit Lehnen aus Kuduhörnern uns alles recht rustikal) und auch die Häuschen mit den Zimmern wirken zwar ein bisschen improvisiert, sind aber lustig gemacht und vom Komfort her auch völlig in Ordnung.
Der Campinplatz ist Standard, ohne besondere Aussicht oder landschaftliches Highlight. Meine Eltern fanden das Abendessen im Restaurant sehr lecker und abends haben wir uns dann bei einem Gin Tonic noch mit dem Besitzer des Camps unterhalten. War witzig, wie man innerhalb kürzester Zeit vom Kreuz des Südens über seine Zeit bei der Armee zu der Frage gekommen sind, ob wohl 2012 die Welt untergeht, da ja neben dem Ende des Maya-Kalenders auch noch zwei andere Ereignisse zusammenkommen (hab ich schon wieder vergessen, ich bin kein Weltuntergangsgläubiger), die als Anzeichen für den Weltuntergang gelten.

Auf dem Weg zu Roy´s Camp haben wir in Grootfontein nochmal Geld abgehoben und das war einer der zwei Orte (der andere war Okakarara), an denen wir uns nicht so wirklich wohl gefühlt haben, nachdem wir gesehen haben, wie aus dem Kiofferraum eines Fahrzeugs, in dem jemand saß, ein Rucksack geklaut wurde. Der Besitzer ist dem Dieb
hinterher und ist überraschenderweise mit dem Rucksack wiedergekommen. Nachdem um unsere Autos auch gleich Leute rumgeschlichen sind, haben wir beschlossen, dass in jedem Auto einer sitzen bleibt und die beiden anderen Geld holen gehen. Um die Bankautomaten herrschte zwar auch ein Gewusel, aber wir hatten keine Probleme und bis heute gab es auch keine komischen Abbuchungen auf unseren Konten.
Vielleicht hat der Eindruck getäuscht, aber in Grootfontein wollten wir nicht länger als nötig bleiben.


16.09.2011: Besuch eines San-Dorfes und Fahrt zur Weaver´s Rock Guestfarm bei Otjiwarongo

Am nächsten Morgen sind wir relativ früh los, weil wir das San Dorf bei Grashoek besuchen wollten. Der sehr militärisch wirkende Posten am Veterinärzaun hat zwar streng geschaut, uns aber gleich passieren lassen. Die Zufahrtsstraße zum Dorf geht gleich hinter dem Veterinärzaun nach links ab und ist durch das aufgestellte
Hinweisschild nicht zu verpassen. Und dann kamen sie - die einzigen 6 km im gesamten Urlaub, auf denen mein Mann endlich mal den Allrad zuschalten musste und durch den Sand schwimmen konnte. Hat Spaß gemacht und war auch überhaupt kein Problem.
Von Roy´s Camp aus haben wir eine gute Stunde bis zum Dorf gebraucht. Dort wurden wir von unserem Guide Mathias begrüßt und nachdem er sich umgezogen hatte (wenn man bei dem Lendenschurz noch von Kleidung sprechen kann), ist er bei uns im Auto mit zum traditionellen "Show-Dorf" gefahren. Man konnte aus verschiedenen Programmen wählen und wir waren alleine in einer Gruppe. Wir haben uns für den Bush-Walk und Feuer-Annmachen entschieden. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir gerne noch mitgemacht beim Bogenherstellen usw. Der Walk war interessant, ein älterer San hat uns gezeigt, wie eine Fledermausfalle funktioniert, welches Harz man als Kaugummi nehmen kann, wo sich in den Bäumen Wasser sammelt usw. Mathias hat dann für uns übersetzt. Beim Dorf gibt es auch einen Campingplatz, den wir aber nicht nutzen konnten, da meine Eltern ja immer eine feste Unterkunft in der Nähe brauchten und die gibt es da ja leider nicht.



Die Fahrt nach Otjiwarongo hat sich dann etwas gezogen und war nicht besonders interessant, aber auf der Apshaltstraße problemlos zu fahren. Nachmittags sind wir auf der Weaver´s Rock Guest Farm angekommen. Auf dem Campinglatz waren wir ganz alleine und konnten uns den Platz mit der schönsten Aussicht anschauen. Die Farm liegt auf einem Hügel und man hat einen tollen Ausblick in die Ebene und auf den Sonnenuntergang. Die Farm können wir auf jeden Fall empfehlen. Heute war unsere letzte Nacht im Dachzelt und wir haben das letzte Mal selber gekocht.


zuletzt bearbeitet 11. Nov. 2011
Themenstarter38 Beiträge · seit 201111. Nov. 2011 · #38
17.09.2011: Wanderung auf´s Waterbergplateau + Fahrt nach Windhoek

Am Morgen sind wir Richtung Waterberg aufgebrochen. Wir wollten auf´s Plateau wandern. Der Weg startet vom ehemaligen Bernabe de la Bat Restcamp. Etwas happig fanden wir die Eintrittspreise für Tagesbesucher, die innerhalb eines Jahres von 40 $ pro Person und 10 $ pro Auto auf das Doppelte gesteigert wurden. Hoffentlich geht das nicht so weiter, denn so viel zu zahlen, nur um eine Wanderung auf das Plateau zu machen, die insgesamt ca. 2 h dauert, lohnt sich fast nicht. Denn die anderen angegebenen Rundwege werden z.T. gar nicht mehr gepflegt. Die Wanderung war aber sehr schön und der Ausblick von oben in die Ebene sehr schön. Uns ist auf dem Rückweg eine Schulklasse entgegengekommen, die zum Teil in Sandälchen und Ballerinas hoch sind, das würde ich eher nicht empfehlen, aber ansonsten ist die Wanderung für Personen, die in Deutschland ab und zu auch mal eine Wanderung machen, überhaupt kein Problem. Das Dünenbesteigen im Sossusvlei ist deutlich anstrengender.



Nach der Wanderung mussten mein Mann und ich unseren Dieseltank auffüllen. Dummerweise hat die Tankstelle im Camp aber nur Benzin,was unser Reiseführer nicht erwähnt hat. Da es diesmal wirklich knapp war, haben wir uns entschlossen auf Nummer sicher zu gehen und die nächstgelegene Tankstelle in Okakarara anzusteuern und nicht bis Otjiwarongo zu fahren. Diese Entscheidung hat zum seltsamsten Erlebnis auf der ganzen Reise geführt. Kurz vor der Stadt war ein Stop-Schild aufgebaut und rechts am Straßenrand saß im Schatten ein "Polizist" in einer grünen Ärztekluft. Wir haben natürlich brav gehalten, er kam gemütlich angeschlendert, hat den Führerschein kontrolliert und uns mit auf den Weg gegeben, in Okakarara unbedingt auf der apshaltierten Hauptstraße zu bleiben, die erste Tankstelle anzusteuern,im Auto sitzen zu bleiben und dann möglichst schnell wieder aus der Stadt rauszufahren. Wir haben uns etwas gewundert, wollten ja aber eh nur tanken. Das hat geklappt, aber ungewöhnlich fanden wir, dass die Zapfhähne mit Schlössern an den Zapfsäulen festgemacht sind, da scheinen wohl öfter mal welche umsonst tanken zu wollen!? Na ja, das war ja noch nicht so komisch, aber auf dem Rückweg war aus der Polizeisperre plötzlich eine Veterinärkontrolle geworden, der Typ in Arztkluft kam wieder angeschlendert, hat sich mit uns unterhalten und irgendwann gesagt: so,was habt ihr aus Deutschland für mich dabei, damit ihr weiterfahren könnt.
Da waren wir doch etwas baff und wussten nicht so recht, was wir ihm geben sollen, um da jetzt keinen Ärgerzu bekommen. Wahrscheinlich hätten wir einfach Gas geben sollen, denn eine offizielle Kontrolle war das sicher nicht. Aber in dem Moment reagiert man einfach nicht so schnell. Am Schluss haben wir ihm so ein kleines Taschenmesser geschenkt, dass wir mal als Werbegeschenk bekommen hatten. Im Nachhinein können wir da zwar drüber lachen, aber in dem Moment war es merkwürdig.

Nachmittags sind wir in Windhoek angekommen, haben unser Gepäck in der Casa Picolo ausgeladen und sind zu Hubert Hester gefahren, um unser Auto abzugeben. Er hat nur gefragt, ob wir Probleme hatten und hat uns dann gebeten, selber wieder mit dem Auto zur Pension zurückzufahren, da gerade kein Fahrer da war, um uns zurückzufahren. Also sind wir wieder zurück und ein Fahrer hat dann gegen Abend den Wagen abgeholt.

Abends sind wir zu Luigi and the Fish zum Abendessen gegangen. Das Essen war sehr lecker.

18.09.2011: Letzter Tag in Windhoek
Wir haben gemütlich ausgeschlafen und sind dann nochmal ein bisschen durch Windhoek gebummelt, um unsere Souvenirs einzukaufen. Auf den Straßenflohmärkten haben wir fleissig gehandelt und auch im Namibia Craft Centre noch eingekauft. Eine Giraffe habe ich mich einfach nicht getraut, da hatte ich zu viel Angst, dass ich die im Flieger abgeben muss, aber es wäre problemlos gegangen.

Abends haben wir einen Tisch in der Heinitzburg reserviert, um zum Abschluss nochmal so richtig fein zu essen. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt! Wir haben zuerst einen Sundowner auf der Terrasse genommen und den letzten Sonnenuntergang in Namibia genossen. Nach drei Gängen + Gruß aus der Küche waren wir nach dem Essen satt und es hat super geschmeckt.

19.09.2011: Rückflug

Am nächsten Morgen wurden wir von einem Fahrer von Hr. Hester abgeholt und zum Flughafen gebracht. Unser Flug ging ja schon um 8 Uhr.
Nach einem ereignislosen Flug in der eng bestuhlten Air Berlin Maschine sind wir abends in München gelandet.

Ein fantastischer Urlaub in Namibia war zu Ende 🙁, aber wir kommen sicher nochmal wieder, die Tiere, die Landschaft, einfach traumhaft!!! Beim Bilder anschauen und Schreiben des Reiseberichts haben wir schon wieder Fernweh bekommen...


Ich hoffe, Euch hat der Reisebericht gefallen und für den einen oder anderen waren hilfreiche Infos dabei.

Grüße,
Jennifer
zuletzt bearbeitet 11. Nov. 2011
5'479 Beiträge · seit 200915. Nov. 2011 · #39
In Roy's Camp:
jkone schrieb:Stühle mit Lehnen aus Kuduhörnern
Das hört sich aber unbequem an.B)


Vielen Dank für Deinen schönen Reisebericht.

Auf die in Afrika immer wieder zu hörende Frage, was man den aus Deutschland als Geschenk mitgebracht hätte, antworte ich immer, dass es in Deutschland Tradition ist, dass die Gäste beschenkt werden. Rüber gebracht mit einem freundlichen Lächeln hat sich das Thema dann immer erledigt.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 15. Nov. 2011
1'242 Beiträge · seit 200915. Nov. 2011 · #40
Liebe Jennifer,

Wunderschöner Bericht und klasse Fotos 😁 Am besten gefallen mir die Landschafts-Bilder in den Tirasbergen und im Sossusvlei. TOLL.

Ihr habt vielleicht keine Leopardenfotos schiessen können; auf die tollen Löwenbilder könnt ihr jedoch stolz sein 😁 😁 😁 .

Deine vielen Elefantenbilder sind dir verziehen. Sie sind super 🙂 .

Vielen vielen Dank dass du uns mit auf die Reise genommen hast.

Liebe Grüsse aus Luxembourg
Lil
Namibia das 1. Mal http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/163129-namibia-das-1-mal-reisebericht.html Endlich Hippos - SA 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/280235-endlich-hippos-sa-2013.html ZIM - BOT 2014 Träume werden wahr http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283689-zim-bot-2014-traeume-werden-wahr.html