Honeymoon in Namibia!

38 Antworten · 15,0k Aufrufe · gestartet 15. Aug. 2011 von flux
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Themenstarter82 Beiträge · seit 201115. Aug. 2011 · #1
Ersttäter Juli/August 2011 (4120Km)

Zu Beginn des Reiseberichts, eine kurze Vorstellung zu uns als Person.
Ich und meine Frau (26/27 Jahre alt) verbrachten vom 22.07–07.08 2011 die Hochzeitsreise in Namibia.
Wie auch alle anderen haben auch wir unsere Vorlieben und unsere Art zu reisen. Schön dass es auch Unterschiede gibt, sonst wären ja alle am selben Ort 😉

Den Flug, Auto, sowie Reiseroute und Unterkünfte haben wir selber gebucht.
Dies war auch überhaupt kein Problem. Man kann sich die Kosten eines Reisebüros sparen und die Reisevorbereitung macht umso mehr Spass. Zudem befasst man sich automatisch intensiver mit dem Land. Wir haben jede Nacht wo anders verbracht. Da wir keine Faulenzerferien, sondern Abenteuer und möglichst viel vom Land, in kurzer Zeit, erleben wollten, war dies auch gut so. Einfach nicht zu grosse Distanzen dazwischen, so war es optimal und es reichte an jedem Tag für eine kurze Wanderung/Game Drive. Bei einer Zweitreise, und die wird es sicher geben, werden wir sicher länger das Land bereisen und bei Bedarf eine zweite Nacht, bei spezieller Unterkunft/Ort, anhängen.
Die Unterkünfte haben wir bis auf wenige alle vorgebucht. Dies war sehr angenehm und wir hatten unsere, mehr oder weniger, feste Route. Vorbuchen um diese Zeit ist jedoch absolut unnötig! Nicht einmal im Etosha, auch dort hatte es in allen Camps noch Platz (nur Camping). Nur Sesriem Camp war restlos ausgebucht.
Informationen bekamen und holten wir uns viele von diesem Forum. Darum fühlen wir uns ein wenig verpflichtet, ein kurzes Feedback und einen Reisebericht hier hinein zu stellen.

Kurz Zusammengefasst, wie wir es erlebten!

Namibia ist ein einfach zu bereisendes Land. Wer das Abenteuer, das weite Nichts, die Ruhe, sowie die Tierwelt mag, ist hier genau richtig. Das Essen ist im allgemeinen Spitze, wobei der Vegetarier wohl etwas zu kurz kommen würde. Die Einheimischen sind sehr Hilfsbereit und freundlich.
Wir wollen auch alle Namibia-Reisende dazu ermutigen die Reise als Selbstfahrer zu bewältigen. All die Gruppenreisenden und Overlander...das ist doch schade fürs Geld! Wir denken, man kann das Land nie so erleben, wie es ist!

Wir finden auch, dass man nicht beim Auto sparen sollte, wenn man Namibia bereist. 4x4 ist auf der Standartroute, die wir gefahren sind, absolut unnötig. Aber die Bodenfreiheit und eine gute Federung sind das A und O. Auch für die Tiersichtung im Etosha ist eine hohe Bodenfreiheit von Vorteil. Ohne diese kann man ohnehin nicht an jedes Wasserloch. Wir waren sehr froh, hatten wir ein robustes Auto mit guter Federung. Wir hörten von anderen Touristen die mit normalen PWs unterwegs waren, nichts gutes.

Die Strassen sind im Allgemeinen aber in sehr gutem Zustand. Die Teerpads sind meist sogar besser als unsere der Schweiz und locker mit 120Km/h zu bewältigen. Die Gravelroads (Schotterstrassen) sind auch meistens Prima und mit einem gut gefederten Auto ohne weiteres ziemlich schnell befahrbar. Die Beschilderung ist extrem gut und auf ein Navi kann absolut verzichtet werden. Wir haben uns gefragt wo das Abenteuer bleibt als wir Touristen im Etosha, auf ihr Navi schauend, gesehen haben.

Wir haben einen Toyota Hilux 4x4 DoubleCap mit Dachzelt bei «Africa4x4Rentals» gemietet. Das Unternehmen ist absolut zu empfehlen! Die Preise sind super, das Auto hatte gerade mal 9897Km und alle Reifen (inkl. 2 Reservereifen) waren neu. Einige Kratzer, kaputer Reifen, Sprünge in der Frontscheibe, defekte Heckklappe...all dies war bei der Abgabe kein Thema. Alle Leute sind sehr freundlich und wir würden wieder dort unser Auto mieten. Das Dachzelt habe ich mir etwas komplizierter Vorgestellt. Abdeckung abnehmen, Leiter einstecken und einmal ziehen...é voilâ! schafft man sogar in angetrunkenem Zustand unter 2 Minuten. Das Abbauen funktioniert gleich, nur umgekehrt und dauert vielleicht 2–3 Minute länger 😉

Reisebericht folgt...
zuletzt bearbeitet 15. Aug. 2011
6'152 Beiträge · seit 200615. Aug. 2011 · #2
Hallo flux,

nachträglich herzlichen Glückwunsch . Da habt Euch was Besonderes gegönnt mit
einer Hochzeitsreise nach Namibia.
Freu mich auf den angekündigten Reisebericht.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
186 Beiträge · seit 201015. Aug. 2011 · #3
Hallo flux,

auch von mir die herzlichsten Glückwünsche zur Hochzeit.Ich hoffe Ihr könnt,
so wie mein Mann und ich, Euren 30. Hochzeitstag noch in Namibia feiern.😄
Bin schon gespannt auf den Reisebericht da es auch bei uns bald wieder losgeht. 😎 😎
Liebe Grüße
Maria
Themenstarter82 Beiträge · seit 201115. Aug. 2011 · #4
@Hanne
Vielen Dank! Ich gebe mir alle Mühe! Die vielen Fotos zu sortieren gibt jedoch unglaublich viel Arbeit! Aber bald bin ich soweit...

@Maria
Auch dir vielen Dank für die Glückwünsche! Ob wir in 30 Jahren wider in Namibia sein werden, steht noch in den Sternen. Sicher ist jedoch, dass wir Namibia wieder besuchen werden. Und dies sobald wie möglich! Denn unsere wenige Tage dort waren mehr ein kurzer Schnupperkurs 😉
Themenstarter82 Beiträge · seit 201115. Aug. 2011 · #5
Und los gehts...

Alien vs. Junkfood

22.07 Zürich–Johannesburg–Richtung Windhoek

Nach monatelanger Vorbereitung und Vorfreude, ist es endlich soweit! Mit dem überfüllten Zug nach Kloten und ab ins Flugzeug. Mit Swiss über Johannesburg und von dort weiter mit South African Airways. Beides übrigens sehr empfehlenswerte Airlines. Ich kann es kaum glauben und geniesse den Luxus endlich einmal einen eigenen Bildschirm im Vordersitz zu haben. Ich schaue mir den Alien-Hollywoodstreifen «Battle Los Angeles» an. Den Film kann man wirklich nur wegen den Spezialeffekten schauen, die Story einer einzigen Simpsonsfolge hat mehr Inhalt.

Angekommen in Johannesburg müssen wir zuerst neu einchecken für den Anschlussflug nach Windhoek. Die Schlange am Schalter ist lang und das warten kommt uns vor wie eine halbe Ewigkeit. Doch dann, endlich sind wir an der Reihe und erhalten zu unserem Erstaunen sogar einen Fensterplatz.
Wir schlendern aus Langeweile durch den Flughafen und durchkämmen sämtliche Shops, bis wir finden wonach wir suchen. BILTONG!!!
2'462 Beiträge · seit 200615. Aug. 2011 · #6
Auch von mir herzlichen Glückwunsch zum "Sich-trauen" 😉 und vielen Dank, dass wir Eure Reise miterleben dürfen! Hoffentlich gehts bald weiter, wir müssen noch so viel Zeit bis April 2011 überbrücken!

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter82 Beiträge · seit 201115. Aug. 2011 · #7
jetzt wo es mit dem Bilderhochladen klappt, kanns ja weitergehen...;)

Die Zeit spielt verrückt

Samstag 23.07 Windhoek, Tamboti Guesthouse (BB) 18Km

Nach kurzem Flug landen wir endlich in Windhoek. Der Flughafen ist klein, wirklich klein. Das Rollfeld ist leer, nur eine verlassene Air Namibia-Maschine steht nebenan. Passkontrolle, Einreiseformular, Gepäckausgabe, Geldwechsel, alles läuft wie geplant.
Auch unser Abholdienst vom Autoverleih steht schon bereit. Wir fahren, gemeinsam mit zwei Deutschen die heute noch nach Swakopmund fahren wollen, in die Hauptstadt. Freundlich werden wir dort empfangen. Unser Auto ein Toyota Hilux mit Campingzubehör wird uns gründlich erklärt und ab gehts in den Linksverkehr.
Da wir erst um 14.30 Uhr landeten fahren wir erst um 18.00 Uhr voller Anspannung und Ungewissen, in der Dämmerung, durch die Strassen, auf der Suche nach einem geöffneten Supermarkt. Hier ein wichtiger Tipp:
Unbedingt Strassenkarte von Windhoek im Vorfeld besorgen, in der Stadt ist reinstes Chaos.
Dazu kommt, dass man sich bei der ersten Fahrt noch an den Linksverkehr gewöhnen muss.

Wir kaufen für 1000N$ Proviant und eine Fliesen-Decke und fahren zu unserer ersten Unterkunft. Mittlerweile war es dunkel wie mitten in der Nacht.
Kurz geduscht gehts ab zu Joe's Beerhouse. Im chaotisch, afrikanischen Stil eingerichtet, essen wir unser erstes Game-Filet. Nach dem Chunkfood im Flugzeug ein richtiger Gaumenschmaus.
Wir waren mehr als froh darüber und empfehlen es Allen weiter, mindestens die erste Nacht und Abendessen zu reservieren. Es ist einfach um einiges entspannter nach der langen Reise.

Wir übernachteten im zentral gelegenen Tamboti Guesthouse. Die Unterkunft hat Charme und die deutschen Besitzer sind sehr freundlich. Alles ist im afrikanischen Stil eingerichtet und liegt in ruhiger Lage. Üppiges Frühstück mit dem letzten guten Kaffee in Namibia.
Abendessen haben wir im Joe's Beerhouse reserviert. Obwohl Samstag war hatte es genügend Platz. Es ist riesig! Absolut passend für Ankommende und das Essen sowie die Bedienung war super. Unbedingt besuchen.


Wie ihr euch vorstellen könnt, konnten wir leider in keinem der schönen Poolanlagen baden...:(
499 Beiträge · seit 200615. Aug. 2011 · #8
Hey,

gratuliere auch noch zur African Wedding 😉
Viele Grüsse und weiterschreiben!
Tobias
1'182 Beiträge · seit 200615. Aug. 2011 · #9
[« Einige Kratzer, kaputer Reifen, Sprünge in der Frontscheibe, defekte Heckklappe...all dies war bei der Abgabe kein Thema. quote]

...hoffentlich wird das nicht wieder ein Tbema, wenn die nächste Abrechnung der Kreditkarte kommt ...1

Gruß,
Bernd
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Themenstarter82 Beiträge · seit 201115. Aug. 2011 · #10
@Bernd: Zum Glück haben die nicht meine Kreditkartendetails 😛
zuletzt bearbeitet 15. Aug. 2011
405 Beiträge · seit 201115. Aug. 2011 · #11
Hallo flux,
auch von mir ganz herzliche Glückwünsche zu eurem Start in ein gemeinsames Leben 🙂 .Ich wünsche euch eine lange gemeinsame, glückliche Zeit.
Eine Reise nach Namibia ist doch schon mal ein hervorragender Anfang 🤪 . Bin schon auf Deinen weiteren Bericht gespannt. Wir haben die Reise noch vor uns ( als Selbstfahrer mit Lodges und campen mit 6 Personen ).Wird bestimmt lustig.
Lieben Gruß,

Purzel
zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung.Wir verprassen das Erbe unserer Kinder...;-) Reisebericht Namibia 2013 "Nur" eine Einsteiger-Tour
33,1k Beiträge · seit 200616. Aug. 2011 · #12
Hallo flux,

Danke für den Bericht. Besonders lustig finde ich diesen Hinweis: "Unbedingt Strassenkarte von Windhoek im Vorfeld besorgen, in der Stadt ist reinstes Chaos." Es gibt kaum eine afrikanische Stadt die so unaufgeregt und verkehrstechnisch gutorganisiert ist wie Windhoek. Was ist denn hier Chaos - doch nicht etwa die paar Taxis und Minibusse?

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter82 Beiträge · seit 201116. Aug. 2011 · #13
@christian
neee....die Orientierung! Ich denke wenn man ein paar Tage in der Stadt ist kennt man sich schnell aus. Ist ja nicht gerade riesig. Aber wir hatten am ersten Tag keinerlei Orientierung und das Fahrverhalten ist schon etwas anders als in der Schweiz;)

Für dich war das wohl kaum gemeint, du kennst wohl jeden Springbock beim Namen!
Darum verstehe ich dass du dies nicht nachvollziehen kannst.
Themenstarter82 Beiträge · seit 201116. Aug. 2011 · #14
Das letzte Einhorn
Sonntag 24.07 Windhoek–Sesriem, Sesriem Camp (Camping) 338Km

Heute wollen wir früh auf, die Zeitverschiebung nicht einberechnet, leider eine Stunde zu früh. Nach dem leckeren Frühstücksbuffet verlassen wir Windhoek und fahren die Schnurgerade Teerstrasse, Richtung Rehoboth. Die ersten Paviane machen sich aufmerksam und suchen am Strassenrand nach Essbarem. Bei Rehoboth biegen wir auf die Gravelroad nach Sesriem ab. Die Landschaft ist sehr Abwechslungsreich und die Strasse kurvig. Kleine Bäche können bereits durchfahren werden und bereiten uns riesen Spass😄
Am Spreetshoogte Pass angelangt, geniessen wir die unentliche Aussicht in die Weite.
Die über 20% Steigung bereiteten uns im Vorfeld etwas bedenken, doch die steilsten Stellen waren alle gepflastert, der Rest jedoch mit teils grossen Steinen versehen.
Unten angekommen kraxeln wir zum erstgesehenen Köcherbaum den Hügel hinauf. Es könnte ja der letztgesehene sein. Erst hier begegnet uns das erste Auto auf der Schotterstrasse. Unglaublich wie frei man sich hier fühlt.
Bei Solitaire geniessen wir den wirklich sehr köstlichen Apfelkuchen in Begleitung von Ground Squirrels und hunderten von Vögeln. Nach dem Apfelkuchen sehen wir unterwegs unsere ersten Springböcke, gleich darauf einen Oryx, der «letzte Einhorn-Oryx». Diesem fehlte jedenfalls das linke Horn (Foto leider nicht vorhanden). Die Strassen haben wir uns schlechter vorgestellt und so kommen wir schon kurz nach Mittag auf dem Zeltplatz bei Sesriem an. Wir kaufen die Permits und bezahlen den Zeltplatz und fahren weiter zu dem wirklich lohnenswerten Sesriem-Canyon.

Als wir zurück an unserem Stellplatz ankommen steht der Wagen eines Südafrikaner direkt in unserer Campsite. Die Besitzer kommen auch erst nach Sonnenuntergang und unserem Barbecue und fahren den Wagen ohne ein einziges «Sorry» oder schlechtem Gewissen weg. Ich musste mich ziemlich zusammenreissen, dass ich dem einen nicht gleich an die Gurgel ging. Ärgerlich, aber was solls...ich konnte mich dann ziemlich schnell wieder beruhigen. Schliesslich sind wir in den Flitterwochen und haben einen wunderschönen ersten unabhängigen Tag erlebt.
Doch die Nacht war schlimm. Wir haben gewusst, dass es in der Nacht richtig kalt wird. Doch dass es dermassen kalt wird, haben wir uns doch nicht erhofft!
Brrrrrr.....


B1, Richtung Rehoboth


C24


D1275




Spreetshoogte Pass






C19




Sesriem Canyon


lautstarke Monstergrille


Bei der Campsite



Strasse von Rehoboth–Sesriem (Spreetshoogte Pass):
Die C24 und D1261 in sehr gutem Zustand. Die D1275 (Spreetshoogte Pass) ist sehr schön und von sehr gut bis steinig, im allgemeinen aber absolut in Ordnung. C19 in sehr gutem Zustand.

Die Sesriem Campsites sind bestens gelegen. Campsites etwas nahe beieinander, haben aber Strom + Wasser und die sanitären Anlagen waren ganz in Ordnung.
Themenstarter82 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #15
Weiter als das Auge reicht
Montag 25.07 Sesriem–Sossusvlei–Blutkuppe, Blutkuppe Restcamp (Camping) 396Km

Wir nutzen das Privileg unseres Zeltplatzes und fahren früher um Punkt 5:45 Uhr in den Park.
Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Km/h trotzen alle und überholen uns nacheinander. hmm...als uns dann sogar ein Overlander extrem aufrückt, wagen wir es auch etwas schneller. Schliesslich wollen wir bei Sonnenaufgang bei den Dünen sein.
Noch vor Sonnenaufgang bei der Düne 45 angekommen, machen wir kurz 1–2 Fotos und fahren so schnell wie möglich weiter. Die Düne ist überfüllt mit Leuten und weitere kamen. Das wollen wir uns definitiv nicht antun. Die Düne selber ist nicht einmal ein Foto wert, weil der ganze Kamm mit Personen überfüllt ist. Beim 4x2 Parkplatz als zweites Auto angekommen, reduzieren wir den Luftdruck. Erstmals mit 4x4 durch tiefen Sand. Mit dem Schweiss im Nacken und einem breiten Grinsen haben wir es ohne Probleme geschafft. Also wandern wir durch die, erstaundlich bewachsene rote Wüste ins Deadvlei. Das Deadvlei war der absolute Höhenpunkt. Die Farbkontraste sind unglaublich. Die Fotos wirken malerisch. Ein Nebental vom Deadvlei hat, wie auch das Sossusvlei, einen See. Unglaublich! Die Wüste lohnt sich auf alle Fälle. Ein sehr eindrücklicher Ort. Auch viele Tiere begegneten uns auf dem Weg in die Wüste. Wie Oryx, Springbock, Strauss und Schackal. Obwohl wir eine weitere Nacht auf dem Campingplatz gebucht haben, nutzen wir diese nicht. Die Wüste war unglaublich schön. Doch nach ein paar hundert Fotos einem leckeren Frühstück und ein bisschen hin und her, wollen wir bereits am Mittag weiterziehen. Ein kurzer Blick auf die Karte genügt und wir beschliessen bereits heute zur Blutkuppe zu fahren. Beim Camp kurz geduscht, abgemeldet, Permits besorgt und um 12 Uhr gings mit Apfelkuchen- und Tankstopp in Solitaire auf der unglaublich schönen Strasse, Richtung Blutkuppe. Die Strasse ist teils ziemlich holprig und hat fiese Rillen. Doch die Landschaft verändert sich stetig und man kommt beinahe nicht mehr aus dem staunen. Riesige Grasflächen ohne ein einziges Häusschen soweit das Auge reicht...einfach unbeschreiblich! Doch in der Ebene verborgen der Gaub Canyon. Niedliche Klipschliefer und kreischende Paviane machen sich aufmerksam. Wohl eine der schönsten Streckenabschnitte überhaupt. Das freundliche Handheben bei entgegenkommenden Campern ist schon fast Pflicht und finden wir sympathisch, so dass wir für den Rest unserer Reise praktisch jedes Auto grüssen…
Da wir doch etwas spät abgefahren sind, kommen wir pünktlich zum Sonnenuntergang an der Blutkuppe an. Wir nehmen uns die erstbeste Camsite auf süd-östlicher Seite da wir unbedingt den Sonnenaufgang erleben wollen. Wie immer beim Campen, verbringen wir den Abend am gemütlichen Feuer. Das Holz hatte einen ganz bestimmten Geruch den wir immer noch in unserer Nase tragen;)


4x4 ins Sossusvlei








Deadvlei


…und noch mal, weils dort so schön ist!


Ein Tal neben dem Deadvlei


Sossusvlei

Wer mit 4x4 unterwegs ist, sollte unbedingt den 4x4-Weg zum Sossusvlei selber fahren. Wir hatten auch keinerlei Erfahrung mit 4x4, aber dies war ein riesen Spass. Der erste Teil der Strecke war ziemlich Tiefsandig und man muss mit gleichmässigem Tempo in einer Spur bleiben, dann gibt es kein Problem. Beim Hinfahren ist man Konzentriert und Vorsichtig. Beim Rückweg geniesst man es nur noch…😄 unglaublicher Fahrspass! Auch wenn man stecken bleiben würde, wäre dies halb so schlimm. Es hat genügend andere Fahrzeuge die einem aus dem Sand ziehen würden.


C14






Gaub Canyon




Gaub Pass


Kuiseb


Kuiseb Pass


Permit Road






Blutkuppe

Strassen von Sesriem–Blutkuppe:
C14 in gut bis sehr holprigem Zustand. Trotzdem die wohl schönste Strecke die wir gefahren sind.
mit dem Gaub Pass/Kuiseb Pass unvergesslich! Die Permitstrasse (C14 zu C28) besonders zweiter Teil etwas holprig bei ausgetrockneten Bachdurchfahrten aber unglaublich schön.
Blutkuppenzufahrt hingegen in sehr gutem Zustand.

Die Blutkuppe ist in absolut herrlicher Lage, mit weiter Aussicht. Das Restcamp ist völlig verlassen und wie wohl jeder der hier Campt waren wir alleine. Kein Wasser + Strom + Toilette.
Wer das Wildcampen sucht, ist hier genau richtig.
Das Permit für die Blutkuppe und anschliessenden Welvitschia-Drive besorgten wir beim Sesriem Camp.
1'247 Beiträge · seit 200917. Aug. 2011 · #16
flux schrieb:Auch wenn man stecken bleiben würde, wäre dies halb so schlimm. Es hat genügend andere Fahrzeuge die einem aus dem Sand ziehen würden.
Hallo flux

ist vielleicht besser, hast du die Erfahrung nicht gemacht. Bei uns blieb ein junges deutsches Paar stecken und wurde erst am anderen Morgen rausgezogen 🤨

Aber dein Bericht macht Spass und die Fotos zeigen Ecken, die ich 2009 auch gesehen habe, aus ganz anderem Blickwinkel!

Gruss aus dem Kanton Bern
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
6'152 Beiträge · seit 200617. Aug. 2011 · #17
Hi flux,

beim Lesen Deines Reíseberichtes reist man einfach nochmals mit - schöne Fotos.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter82 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #18
Hängender Smog über toter Landschaft
Dienstag 26.07 Blutkuppe–Walvis Bay–Cape Cross–Swakopmund, The Stilz (BB) 497Km

Die Nacht war schon wieder saumässig kalt und deswegen wird meine Nase für die nächsten 3 Tage verstopft sein. Egal, wir krabbeln bei Sonnenaufgang noch etwas an der Blutkuppe herum und bewundern die skurrilen Gesteinsformationen. Danach fahren wir den ersten Teil des Welwitschia-Drives mit anschliessender Mondlandschaft. Bei den Lockout-Points hat man einen gewaltigen Blick auf die kahle, felsige, dunkle Hügellandschaft, die in der weiten flachen Wüstengegend verborgen ist. Absolut zu empfehlen. Da wir schon einen Tag früher auf der Strecke waren als geplant, reizte uns nach der Wüste die Küste. Leider haben wir uns im Vorfeld überhaupt nicht damit beschäftigt. Und so fahren wir vor Swakopmund in Richtung Walvis Bay. Die Stadt finden wir hässlich und alles andere als Sehenswert. Stinkender Smog hängt über ihr und wir fahren ohne Halt die B2, der Küste nach, zurück nach Swakopmund. Für eine Teerstrasse eine sehr schöne Strecke. Über die Unterkünfte in Swakopmund haben wir und im Vorfeld auch nicht informiert, jedoch wissen wir, wollen wir nicht wieder Campen. Gleich am Stadtrand buchen wir bei The Stilz ein Bungalow. Die nette Dame reserviert uns gleich noch einen Tisch im The Tug für das Abendessen. Anschliessend fahren wir die wirklich ziemlich öde Strecke zum Cape Cross. Schliesslich wollen wir noch die Robben sehen. Diese türmen sich auf einem riesigen stinkenden Haufen. Trotzdem finden wir die Reise hat sich auf alle Fälle gelohnt. Solch einen Anblick hat man sonst nur in einem Tierfilm und es ist lustig und interessant die Tiere zu beobachten. Obwohl die meisten Leute angeekelt nach wenigen Minuten wieder weiterfahren, verweilen wir fast eine Stunde. Mit Halt bei einem Schiffswrack gehts zurück nach Swakopmund. Unsere Wäsche im Lavabo kurz gewaschen, gehts frisch geduscht ins The Tug.
Das wird das einzige Abendessen bleiben, ohne Fleisch. Obwohl der Fisch aus Südafrika stammt ist er sehr lecker und die Bedienung sehr freundlich.


Welwitschia Mirabilis


Moonlandscape


Bei Walvis Bay


B2


Küste


C34


Cape Cross






Schiffswrack nähe Henties Bay

Strasse von Blutkuppe–Walvis Bay–Cape Cross:
C28 sowie Welwitschia-Drive und Moonlandscape in sehr gutem Zustand. Zudem lohnt sich der kleine Umweg über die Mondlandschaft. Die Schnellstrasse vor Swakopmund nach Walvis Bay (C?) hat heftige Schlaglöcher, da nimmt man lieber die B2, ist besser und schöner.
Auch der Zustand der C34 ist sehr gut, wobei es aber ca. 5Km vor dem Cape Cross eine heftige Strassenbeschädigung hat.

Das The Stilz ist in der Meeresmündung des Swakop, sehr schön gelegen. Die grosszügigen Bungalows sind auf Stelzen gebaut und mit sehr viel Liebe eingerichtet. Die Betten waren sogar mit einer Bettheizung ausgestattet. In unserem Fall (nach zwei frierenden Nächten) ein willkommenes Extra. Das Personal war äusserst freundlich und engagiert. Wir würden The Stilz auf jeden Fall wieder besuchen.



Themenstarter82 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #19
Der Nebel, der mit dem Berg ringt
Mittwoch 27.07 Swakopmund–Spitzkoppe, Spitzkoppe Community Camp (Camping) 165Km

Heutiges Reiseziel ist Spitzkoppe und wir haben eine kurze Reise vor uns. Darum gehts in Swakopmund auf Shoppingtour. Obwohl wir weniger die Städtereisenden sind, ist der kleine Ort wirklich niedlich und mit den vielen Angeboten von hier aus, ist man hier gut aufgehoben.
Wenn wir gewusst hätten, dass wir nicht vor dem Mittag abfahren werden, hätte uns die Living Desert Tour angemacht. Doch wir waren uns einig genug früh an der Spitzkoppe zu sein.
Leider konnten wir dies nicht einhalten und schlenderten den ganzen Morgen durch Swakopmund.

An der Spitzkoppe angelangt suchen wir uns, von der Schönheit des Berges überwältigt, eine gemütliche Campsite. Die Strasse rund um den Berg ist in üblem Zustand und als wir eine schöne Campsite finden, ist der rechte Hinterreifen platt. Wir pumpen diesen wieder auf und wandern einen Teil der steinigen Spitzkoppe hinauf. Der doch noch ziemlich anstrengende Aufstieg hat sich gelohnt, die Aussicht ist unglaublich. Schon beim Abstieg tauchen die ersten Wolken auf und es bleibt die ganze Nacht bedeckt. Am gemütlichen Feuer essen wir unser Game-Fleisch mit Bratkartoffeln und extrem gemeiner scharfer Saucé. Die Kälte setzt wieder an und wir legen uns heisse Glut unter die Campingstühle. Unglaublich wie effektiv so etwas sein kann. Nur hat man es danach schwer in den kalten Schlafsack zu liegen.

















Strasse Spitzkoppe:
Rund um die Spitzkoppe, fast nur mit genügend Bodenfreiheit möglich.

Für alle Camper ist die Spitzkoppe perfekt. Sehr schöne Campsites, jede sehr individuell und ohne Wasser + Strom. Toiletten gibt es vereinzelt, wobei es sich um ein windgeschütztes, stinkendes Loch handelt. Schade ist fast die Hälfte der Spitzkoppe nur mit einem Guide erkundbar.
Wir würden die Spitzkoppe jedenfalls wieder besuchen und dort Campen.

Themenstarter82 Beiträge · seit 201117. Aug. 2011 · #20
Streichelzoo par excellence
Donnerstag 28.07 Spitzkoppe–Omaruru, Omaruru Game Lodge (DBB) 155Km

Kurz vor 6 Uhr stehen wir auf. Der Reifen ist wieder platt und nach dem Kaffee wird erstmals das Rad ausgewechselt. Den modernen hydraulischen Wagenheber lange studiert und angestarrt, verräume ich diesen wieder als ich einen einfachen herkömmlichen Heber im Auto finde. Mit diesem ist die Sache auch schnell getätigt und wir verlassen zeitig die Spitzkoppe. Immer mehr öffnet sich der Himmel wieder und somit steigt auch die Temperatur an.
Um nach Omaruru zu gelangen fahren wir auf Nebenstrassen durch das schöne Erongo-Gebirge. Unterwegs treffen wir die ersten Kudus an.

Obwohl wir die Fahrt sehr gemütlich nehmen und etliche Stopps machen kommen wir schon am Mittag in Omaruru an. An der Tankstelle wird uns vollgetankt und der freundliche Tankwart gleicht unseren Reifendruck um ca. 0.01 Bar aus und füllt uns etwa 1dl Kühlwasser nach 😉
Da hat er sich ein gutes Trinkgeld verdient!
Die Bungalows der Omaruru Game Lodge sind halbkreisförmig an ein beleuchtetes Wasserloch angelegt. Wir machen noch einen kurzen Game-Drive auf dem Gelände und sehen Hippos, erste Giraffen, Zebras, Gnus und jegliche Antilopenarten wie Kuhantilopen die unsere einzigen bleiben werden. Am Abend kommen die Tiere ans Wasserloch und werden angefüttert. Zwei Rhinos kommen dabei zum anfassen nah, ein riesen Erlebnis. Nur irgendwie nicht wirklich natürlich.
Das Zimmer ist leider sehr klein und renovationsbedürftig, trotzdem geniessen wir die Zeit und das gute Essen. In der Nacht werden erste Sternenfotoversuche gemacht…:)


Morgentraining…:S


Fahrt durchs Erongo

















Strassen von Spitzkoppe bis Omaruru (Durch Erongo):
D3716 / D1930 / D1927 / D2306 in sehr gutem Zustand. D2315 durch das Erongo hat viele Bachdurchfahrten, Bodenfreiheit von Vorteil. Sehr schöne Strecke.
Die Zufahrt zur Lodge, die D2329, ist auch in ziemlich gutem Zustand.


D1930


D2306


D2315

Die Omaruru Game Lodge ist sehr schön. Vom Bungalow/Restaurant hat man Sicht auf das Wasserloch, bei dem immer was los ist. Auf dem schönen Gelände werden viele verschiedene Tiere gehalten. Nashorn und Eland sogar zum anfassen. Sehr geeignet für Familien mit Kinder.
Es werden zwei unterschiedliche Game-Drives um 9.00/15.00 Uhr angeboten. Dabei wird man über die Tiere gründlich informiert. Das Personal ist auch sehr freundlich.