Reisebericht

A coldfront is coming... Namibia im Winter 2011

von Beate2 · begonnen 16. Juli 2011 · 55 Teile

Teil 2121. Aug. 2011
19. Juni 2011

Nach einer guten Nacht starten wir gegen 6.30 wieder zu unserem Morgenspaziergang. Das Thermometer zeigt 4°. Im Flussbett ist es noch recht kühl, die Nasen laufen und die Tiere halten sich bedeckt. Wir sind allein mit Jan und den Hunden unterwegs, geniessen wieder die Stille und die Natur, bekommen aber auch wieder viele Erklärungen. Irgendwann hören wir den Alarmschrei eines Go-away-Birds und dicht vor uns fliegt ein African Hawk Eagle vorbei - zum Nest. Dort sitzt das Weibchen und erwartet ihn bereits. Jan ist völlig aus dem Häuschen: 🤪 Endlich weiss er, wo das neue Nest ist! Das alte haben wir in den letzten Tagen mehrmals gesehen und Jan sagte immer „wenn ich nur wüsste, wo die jetzt sind...“ Die location wird wieder sorgfältig im Buch notiert.

Pünktlich zum Frühstück sind wir zurück. Die Gruppe ist heute klein, denn die Schnupfennasen bleiben alle im Bett. Das tut der Auswahl aber keinen Abbruch - wie zuvor ist es wieder köstlich und umfangreich. Dies ist unsere letzte Mahlzeit hier und wir mögen uns gar nicht trennen.

Wir wissen schon die ganze Zeit über, dass die Huab Lodge zu unseren Lieblingsunterkünften dieses Urlaubs zählen wird. Rückblickend ist sie DIE Lieblingslodge! 🙂 🙂 Hier stimmt für uns einfach Alles, es ist ein rundes Ganzes hier. Und wenn ich die Kosten vergleiche, dann ist die Huab Lodge mit den Aktivitäten, Verpflegung und Getränken günstiger als z.B. Erongo Wilderness und Camp Kipwe. Aber nach unseren Erfahrungen sind sie nicht zu vergleichen! Ihr werdet lesen, warum... 😵

Um 9.55 sind wir dann fertig zur Abfahrt, das Thermometer zeigt 19° und wir werden vor unserer Tür von einem Red-eyed Bulbul mit lautem Gezwitscher verabschiedet. Der Abschied von den Mitarbeitern und anderen Gästen ist ausgesprochen herzlich.

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Bis zur C35 brauchen wir wieder 45 Minuten, dann geht es nach Khorixas. Die C35 ist glatt und gut zu fahren, die C 39 geht anfangs auch. In Khorixas machen wir die üblichen Stopps zum Tanken und Mini-Einkauf. Es ist Sonntag und im Ort ist außer an der Tankstelle und im Supermarkt nichts los.
Ab dem Abzweig der D2628 wird die C39 allerdings unangenehm: Viele Löcher, sehr viel gravel und teilweise große Steine liegen auf der pad. Die Reviere sind steil, eng, tief und unten drin oft voll mit losem Geröll. Normale PKW müssen hier aufpassen, nicht aufzusetzen. Wir gucken mit langem Hals erst mal über die Kuppen, bevor wir uns hinunter stürzen... 🤩 Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es noch vor Kurzem hier ausgesehen haben mag...😐
Mittlerweile haben wir 28°, das Fahren ist anstrengend und macht Magenschmerzen. 🙁 Aber die Landschaft ist sehr schön.

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Den offiziellen Petrified Forest lassen wir rechts liegen und halten ca. 52km westlich von Khorixas auf der Blooukrans Farm, um uns dort den „Tsubes Petrified Forest“ anzusehen. Die Farm liegt in einer Senke auf der linken Seite und die weiße Toreinfahrt ist gut zu erkennen. Zum „state of the art“ office fährt man ein Stück von der Straße weg.

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Für 40 NAM$ pro Person bringt uns unser Führer Ben von dort einen steinigen Weg bergauf zu den Versteinerungen. Hier sind feste Schuhe sehr zu empfehlen! Leider ist Ben des Englischen kaum mächtig und so bleiben unsere Fragen unbeantwortet. Einen kleinen Zettel mit Erklärungen gibt er uns immerhin als wir wieder beim Auto ankommen. Aber auch ohne viele Worte sind wir von den Versteinerungen beeindruckt.
Teilweise sind sie von Felsen umschlossen und nur bei genauem Hinsehen erkennbar.

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Meist liegen sie aber wie hingestreut herum

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Die Strukturen faszinieren uns: Die Stücke sehen aus wie Holz, fühlen sich aber wie Stein an und sind auch so schwer.

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Neben vielen kleinen Stücken gibt es auch noch einige lange Baumstämme.

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Und auch einige Welwitschias wachsen hier.

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Wer viele Erklärungen bekommen möchte ist hier vielleicht nicht so gut aufgehoben. Für uns ist es so OK. Und wir sind alleine hier, das ist ja auch was!

Die pad bleibt heftig und die Landschaft weiterhin sehr schön

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Wir kommen danach noch an etlichen Schildern "Petrified Forest" vorbei, haben aber keine Ahnung, was es dort zu sehen gibt.

Die D2612 bildet dann den Höhepunkt des Tages: Ganz übles Wellblech mit viel losem Sand und Steinen obenauf. 😠 Wir schleichen mit 40-50 km h dahin und fluchen. Um die Landschaft zu geniessen halten wir zwischendurch an, denn bei dem Geholper geht das sonst gar nicht. Leider ist es sehr diesig und die Fotos sind nicht so toll. Aber die unterschiedlichen Felsformationen dicht nebeneinander, die weite Ebene und das hohe Gras sehen sehr schön aus.

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Um 14.40 erreichen wir nach 181 km unser heutiges Ziel: Camp Kipwe
Die Häuser der Lodge schmiegen sich an einen Granithügel und verschmelzen fast damit.

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Teil 2223. Aug. 2011
19. Juni 2011 Fortsetzung

Wir werden freundlich empfangen, unser Gepäck wird uns abgenommen und in der Lounge bekommen wir feuchte Tücher und einen Drink gereicht. Andrew, der Manager, zeigt uns die Lounge, das Restaurant und die Küche.

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Wir erledigen die Formalitäten und Andrew erklärt uns die Aktivitäten, die möglich sind. Ich bin etwas verwirrt, denn das hört sich alles ganz anders an, als geplant und gebucht. 🤨 Ich sage ihm erst einmal, dass wir das später genauer besprechen möchten.
Dabei leistet uns Alex, ein African Wild Cat Kater, Gesellschaft. Was für ein Hübscher, den könnten wir glatt mitnehmen! Er wurde als junges Tier auf dem Lodgegelände gefunden und groß gezogen. So ist er zwar an Menschen gewöhnt - das Wilde ist ihm aber geblieben. Was er uns mit einigen schnellen Pfotenhieben zeigt. 😣 Leider habe ich in dem Moment nicht an ein Foto gedacht und zu den späteren Terminen kam er nicht mehr...

Unser Zimmer Nr 6 liegt ganz am Ende der Anlage, mit einem wunderbaren Blick in die Ebene.

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Die Igluform ist ungewöhnlich, und es ist innen recht geräumig, schlicht aber nett eingerichtet.

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Allerdings würde ein Eimer Farbe nicht schaden. 😐 Zuerst dachte ich, es wären Wasserflecken nach den heftigen Regenfällen der letzten Monate. Aber auf viel älteren Bildern sehen die Zimmer auch schon so aus. Das macht dann doch einen ungepflegten Eindruck.
Teil 2323. Aug. 2011
19. Juni 2011 Fortsetzung-2

Das offene Bad zwischen den Granitkugeln gefällt uns gut. Warmwasser macht 3 mal täglich der donkey geyser.

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Wir packen nur die wichtigsten Sachen aus und setzen uns dann erst einmal zu Kaffee und leckerem Kuchen in die Lounge. Die Angestellten sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und strahlen um die Wette. 🙂 Mit Andrew klären wir nun unsere Aktivitäten: In der ausliegenden Camp Information ist von dem in unserem D,B&B-Preis eingeschlossenen "guided walk" keine Rede. Und bei unserem All Inclusive Paket für den nächsten Tag ist nur 1 Aktivität mit drin, der Besuch von Twyfelfontein. Wir haben aber den Drive zu den Wüstenelefanten und Twyfelfontein auch gebucht und bezahlt. 😵 Davon weiss Andrew nichts und kann es sich nicht erklären, denn das wäre nicht üblich... Das muss er mit dem office absprechen. Ich bitte doch sehr darum, denn solch ein Chaos mag ich nicht! Freundlicherweise will er unsere Wäsche ins Mowani Camp schicken, denn auf Kipwe gibt es keinen Wäscheservice.

Wir ordern unseren Sundowner, nehmen noch eine schnelle, erfrischende Dusche und gehen dann schon auf den Berg hinauf. Wow - was für eine Stille, was für eine Aussicht!

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Ein herrlicher Platz und wir sind ganz alleine dort! 😁 Unsere Getränke werden gebracht, dazu ein großes Tablett mit Snacks: Samoosas, Springrolls und Dips... Köstlich! Aber das kann nicht nur für uns sein, dann schaffen wir das Dinner nicht mehr...
Und schon kommen die anderen Gäste: 5 junge Asiaten mit ihrer guide. Und vorbei ist es mit der Ruhe. 🙁
In typisch asiatischer Manier muss Jeder mit Jedem auf allen Kameras verewigt werden. 😗 Das Ganze passiert natürlich unter lautem Gejohle und Gekreisch. 😠 Die anschließenden Gespräche werden ebenfalls in voller Lautstärke geführt: Über ein Mädchen auf der Party bei X in Shanghai... Dieses total hässliche Mädchen... Aber ihre schicke Handtasche von Y - so eine brauche ich auch... 🤢
Himmel, Hilfe!!! 🤩 Die kriegen von der Stimmung und der Natur nichts mit. Wir versuchen, die Truppe aus zu blenden, das ist aber leichter gehofft als getan. Dazu bräuchten wir noch diverse Brandy Coke... 😗 Dennoch - der Sonnenuntergang ist gigantisch! 🙂 Und wir verschwinden mit der Sonne, es reicht...

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Unser Tisch für das Dinner ist auf der Veranda gedeckt. Es ist windgeschützt und die Felsen geben noch eine angenehme Wärme ab. Heute gibt es Gemüsesuppe, Rinderfilet in Rotweinsauce, Kartoffelgratin und Gemüse. Klingt gut! Leider ist das Essen komplett versalzen und ungenießbar. 🤢 Die Sauce hat auch noch den unangenehmen Beigeschmack von Geschmacksverstärkern. 🙁 Das monieren auch die Asiaten und dies ist der einzige Moment, in dem sie mir sympathisch sind. Wir informieren Jeffrey, unseren waiter, und Andrew und bitten um eine minimale Gabe an Salz für die nächsten Essen. Alle entschuldigen sich und wollen es an den Koch Henri weiter geben. In diesem Urlaub ist es uns mehrmals aufgefallen, dass das Essen recht salzig zubereitet wird. Als Dessert wird Ananas aus der Dose mit Honig-Orangen-Sauce serviert. Auch nicht der Hit... 😵

Sehr gut gefällt uns der aufmerksame Service. Die Mitarbeiter haben Spass an ihrer Arbeit, sie lachen und schwatzen mit uns und sind gut ausgebildet. 🙂
Unpassend für eine Lodge dieser Klasse finden wir aber die Tischdecken und Servietten, die alle an den Säumen auseinander fallen. Ebenso die Bettwäsche, die zwar gewaschen, aber so fleckig ist, dass ich da doch drei mal hingegucke. Hier gibt es eindeutig Verbesserungspotential. 🙁

Bald nach dem Essen fallen wir in die Betten und schlafen schnell ein.
Teil 2428. Aug. 2011
20. Juni 2011

Die Betten im Camp Kipwe sind gut und lang, wir schlafen tief und fest. In unserem Zimmer hält sich die Wärme des Tages sehr lange. Das merken wir, als wir hinaus ins Bad gehen. Die Dusche ist klasse, ein breiter Strahl prasselt auf mich hinab.

Um 6.30 sind wir beim Frühstück. Das Buffet bietet eine gute Auswahl und es schmeckt uns. Andrew teilt uns mit, dass alle Aktivitäten, wie gebucht, bestätigt wurden und um 7.30 geht es los auf der Suche nach den Wüstenelefanten. Mit uns fahren 2 Paare von der Mowani Lodge, meine asiatischen Freunde machen ihr eigenes Ding 😉
Unser driver Stewart ist ein echter Scherzkeks. Typ Roberto Blanco in jungen Jahren - was für ein strahlendes Lachen! 😄 Wir werden viel Spass heute mit ihm haben. 😄 😄
Das Morgenlicht ist weich und warm. Die Jacken ziehen wir bald aus.

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Es geht über Stock und Stein querfeldein und wir werden ordentlich durchgeschüttelt. In der Ebene sehen wir einige Tiere: Oryx, Strauße, 2 Steenbok.

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Ebenso Yellow-billed Hornbill, Rock Kestrel, Lilac-breasted Roller, Purple Roller. Stewart erklärt uns Büsche und Bäume.

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Nur von den Elefanten sehen wir lediglich ihre Spuren. Das war heue Nacht ein ziemlicher Verkehr im weichen Sand. Wir fahren hier hin, gucken und Stewart beratschlagt über Funk - nein, hier nicht, vielleicht dort. 😕 Also wenden, und den nächsten Spuren folgen... Das geht etliche Male hin und her. Manche Büsche und Spuren erkenne ich mittlerweile wieder. 😐 Nach knapp 2 Stunden sehen wir sie dann endlich: Weit weg und hoch auf einem Hügel frühstückt eine Gruppe von 9 Elefanten. 😁 😁

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Wir halten am Fuß des Hügels und haben trotz der Entfernung eine gute Sicht auf die Gruppe. Die Sonne steht günstig für uns, nur mit den Fotos ist es grenzwertig.

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45 Minuten verbringen wir hier mit 2-3 Wagen. Die Elefanten machen sich genüsslich über Bäume und Büsche her und bewegen sich kaum von der Stelle. Für uns gibt es zwischendrin Kaffee, Tee, Cooldrinks und Muffins.

Auf dem Rückweg quakt es plötzlich laut im Gras. Es sind 3 „Frogs on Wings“. Die Rüppel‘s Korhaan machen ihrem Namen alle Ehre! Sie hören sich wirklich wie Frösche an und rennen aufgeregt neben uns hin und her.

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An einem dam ist die Luft von Vogelgezwitscher erfüllt. Hier sitzen Tausende Red-billed Quelea im Reet und in den Bäumen. Wenn man in die Hände klatscht fliegen sie in großen Wolken und mit viel Gezwitscher auf, um sich wenige Meter weiter wieder nieder zu lassen.

Gegen 11.30 sind wir wieder in der Lodge und ich setze mich mit meinem Tagebuch und der Kamera in die Lounge. Bei einer Tasse Tee beobachte ich das Treiben am Wasserspiel. Hier ist Hochbetrieb! Glossy Starling, Red-eyed Bulbul, Bokmakierie, Pale-winged Starling, Tauben, Weber, Red-headed Finch, Red-billed Quelea und andere baden und trinken

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Eidechsen und Agamen sonnen sich

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Mit meinem Tagebuch komme ich nicht weit...
Teil 2528. Aug. 2011
20. Juni 2011 Fortsetzung

Beim Lunch sind wir heute die einzigen Gäste. Es gibt gemischten Salat mit wahlweise geräucherter Hähnchenbrust oder geräuchertem Kudu, dazu ein Honig-Senf-Dressing. Und als Desert Eis. Hmmm, alles ist sehr lecker und Henri bekommt ein großes Lob! 😁 Jeffrey ist wieder unser waiter und strahlt über das ganze Gesicht, dass es uns schmeckt. Sein Kommentar: „I will take care for every piece of your dinner!“ 🙂 Gerne! 😁
Mein Schatz horcht noch einmal kurz ins Kopfkissen, ich mache es mir mit einem Kaffee wieder in der Lounge gemütlich. Leckeren Kuchen gibt es auch schon wieder... Die Angestellten haben Zeit und wir unterhalten uns über alles Mögliche. Sie sind sehr interessiert daran, woher wir kommen, was wir uns Alles in Namibia ansehen wollen und erzählen von ihren Plänen. Es ist schön, auf so offene und lebendige Mitarbeiter zu treffen.

Um 14.30 geht es schon wieder los nach Twyfelfontein. Stewart ist wieder unser guide und mit und fährt ein weiteres Paar von der Mowani Lodge. Es ist sehr warm jetzt, der Fahrtwind trifft als heiße Luft auf uns. Anfangs sind wir die einzigen Besucher bei Twyfelfontein, später kommen noch 3 kleine Gruppen dazu. Es ist angenehm leer und entspannt. Stewart erklärt uns auf dem „Lion Man Walk“ die Geschichte der Quelle und der Gravuren.

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Mittlerweile läuft bei der Kraxelei den Berg hinauf der Schweiss in Bächen. Die Hitze steht, es geht kein Luftzug. Im Sommer muss es hier heftig sein! Dafür haben wir jetzt am Nachmittag wunderschönes Licht. Die Gravuren sind sehr interessant und Stewart kann gut erklären. Alle anderen Gruppen, die nach uns ankamen sind schon wieder weg, als wir uns auf den Rückweg machen. Wozu die Eile? 😐

Wir fahren noch zu den Organ Pipes

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Und zum Burnt Mountain

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Na, das muss man heute aber auch dazu sagen, dass dieser Berg im grünen Kleid der Burnt Mountain ist. Aber auch ganz in Rot würde er mich nicht vom Hocker reissen...

Dann geht es im heißen Fahrtwind zurück zur Lodge. Meine Haare stehen zu Berge und fühlen sich wie Stroh an. Ich muss wohl vor dem Dinner noch mal an meinem Hairstyling arbeiten... 😗 Unterwegs sehen wir nochmals Oryx, Springböcke, Dassie Rats, Lilac-breasted Roller und einen Brown Snake Eagle.

Pünktlich zum sundowner sind wir zurück und wir erklimmen gleich den Hügel. Heute Abend sind alle Gäste hier versammelt. Die Asiaten sind, wie schon bekannt, laut. 😣 Mich beschleicht einmal mehr der Verdacht, dass viele Menschen Stille um sich herum nicht mehr kennen und auch nicht ertragen können. Warum sonst müssen sie immer und überall so laut sein?! 😠 Und das Handy funktioniert auch heute nicht, da können sie noch so viel auf den Knöpfen herum drücken und es in alle Himmelsrichtungen halten... 😗

Unser Brandy-Coke kommt gut jetzt. Dazu gibt es wieder leckere Snacks. 🙂 Allerdings mit völlig versalzenem Dip... 😮

Der Sonnenuntergang selbst ist wieder wunderschön.

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In unserem Freiluftbad ist es noch mollig warm und die Dusche tut gut nach der Hitze und dem Staub. Bis zum Dinner packen wir die Koffer und schreiben Tagebuch. Es ist auch noch Zeit für einen Schwatz mit 2 neuen Gästen. Zum Dinner gibt es heute Thunfisch-Gemüse-Salat, Oryx-Gulasch mit Pasta und Gemüse und Ingwer-Käsekuchen. Alles ist sehr lecker, das Fleisch zart und auch das Salz ist gut dosiert. Alle bekommen wieder ein großes Lob und strahlen um die Wette. 🙂 Na, es geht doch! 😘

In unserem Zimmer ist es noch sehr warm, da brauchen wir heute wohl mal keinen Schlafanzug. Die Bettschwere senkt sich schon wieder früh über uns und wir fallen geschafft ins Bett.
Teil 2609. Sept. 2011
Ihr Lieben,
das schlechte Wetter macht's möglich: Ich komme wieder dazu, den Reisebericht fortzusetzen 🙂
Viel Spass weiterhin
Beate


21. Juni 2011
Die Nacht war sehr warm und mir tut das Knie weh. Das habe ich gestern bei der Kletterei wohl überanstrengt. Ich hoffe, dass Gelenkschmiere innen und aussen schnelle Besserung bringen wird. In unserem Außenbad empfängt uns ein kalter Wind und die Dusche macht heute Morgen nicht ganz so viel Spass. 😵 Alles, was nicht vom Wasserstrahl getroffen wird, wird Schock gefroren! 😵 😵 Dabei fällt mir ein, dass ich gestern bei mehreren Gelgenheiten den Satz „a coldfront is coming...“ gehört habe. Die ist nun wohl hier angekommen! 🤩
Um 8.00 frühstücken wir wieder lecker und ausgiebig. Um 9.00 starten wir bei 16°.

Auch wenn es bei einigen Dingen auf Camp Kipwe Verbesserungspotential gibt - es ist eine unserer schönsten Lodges in diesem Urlaub. Insbesondere die Lage und die Landschaft gefallen uns sehr. Und bei der Personalführung können etliche andere Lodges sich hier einiges abgucken.

Auf der D2612 fahren wir weiter über Wellblech in Richtung C35. Im Morgendunst leuchtet das Gras, die hinteren Bergketten sind manchmal nur zu ahnen. Die Gegend um Camp Kipwe ist für uns die bisher schönste Landschaft.

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An der Abzweigung in die D2628 tritt mein Schatz heftig auf die Bremse: Tiefsand! So weit das Auge reicht... 🤨 Da wir nicht wissen, was uns auf der Strecke noch erwarten wird und weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist, beschließen wir weiter auf der D2612 zu fahren und über die C35 nach Khorixas. Das ist eine gute Entscheidung, denn die D2612 wird jetzt sehr viel besser und auf der C35 können wir mit 90 km/h fahren. 🙂 Ich bin froh, dass wir die D2628 neulich nicht von Norden kommend genommen haben, denn dann hätten wir den Tiefsand am Ende gehabt!

Auf der pad ist wie üblich nichts los, wir sehen kaum Tiere. Nur diese Puffotter kreuzt den Weg.

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Auch in dieser Gegend muss es in letzter Zeit Nachtfrost gegeben haben: Die Mopanebäume sind wieder braun. In Khorixas machen wir nur kurz Boxenstop, tanken und kaufen Obst. Auch unter der Woche ist hier wenig mehr Betrieb als am Sonntag. Auf der C39 geht es weiter bis zur östlichen Abfahrt der D2743. Diese pad ist wieder mit viel losem Schotter bedeckt, teilweise mit großen Steinen, insbesondere in den Revieren. Nicht schön, aber machbar.

Dann tauchen vor uns die imposanten Ugab Terrassen auf. Die Ugab Lodge oben auf dem Rand der Terrassen ist toll gelegen. Leider ist es wieder diesig und die Sonne steht für Fotos ungünstig. Und dann kommt er: Der Vingerklip

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Was für eine einmalige Felsformation! Wir biegen kurz von der pad ab zur Vingerklip

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und fahren dann weiter zu unserer Unterkunft für heute, der Vingerklip Lodge. Nach 188km kommen wir um 12.35 bei 28° an. Die Lodge wird von einer riesigen Felsnase überragt.

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Na, hier gefällt es uns auf Anhieb! Die Lodge ist gut in die Natur integriert: Die einzelnen Gebäude liegen weit verteilt an den Hang gebaut und sind meist nur teilweise sichtbar. Verbunden sind sie mit einem gepflasterten Weg - was für eine Wohltat, mal keinen Sand in den Schlappen zu haben! Unterwegs gibt es viele schöne Aussichtspunkte und Sitzecken.

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Unser Zimmer 2B liegt ganz am Ende der Anlage und hat einen tollen Blick auf die südlichen Felsformationen. Auf dem Bild das linke Haus, rechtes Zimmer. Es ist nett eingerichtet, leider etwas eng, aber für eine Nacht OK. Dafür sind die Terrasse und der Sonnenschirm groß und die Aussicht entschädigt!

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Teil 2709. Sept. 2011
21. Juni 2011 Fortsetzung

Wir richten uns schnell ein und setzten uns dann für einen Snack auf unsere Terrasse. Was für eine Stille! Zwei Pale-winged Starling rücken uns auf die Pelle und möchten partizipieren. In den Büschen direkt neben uns turnen einige Rosy-faced Lovebirds. Endlich sind sie mal nah genug für gescheite Fotos! 🙂 🙂

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Nach einer Siesta und Kaffee mit leckerem Kuchen in der Lounge sehen wir uns noch einmal genauer um. Die Sitzecken sind mit vielen hübschen Gegenständen dekoriert. Büsche und Blumen locken Insekten und Vögel an. Die beiden pools sind im Sommer sicher Gold wert!

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Mein Schatz erklimmt die Stufen auf die Felsnase über der Lodge. Mein Knie sagt leider Nein dazu, 🙁 also mache ich es mir unten an verschiedenen Plätzen gemütlich.
Oben muss es klasse sein, mit einem genialem Blick über die Landschaft. Das Zimmer „Heavens Gate“ auf dem Felsen ist sehr schön gelegen und ausgestattet - er hat mal durch die Fenster gelinst, da es nicht bewohnt war. Und auch das Restaurant da oben muss abends ein Traum sein. Wir werden unten essen... 🙁

Den Sundowner nehmen wir auf unserer Terrasse, denn die beiden 10er Busladungen sind uns zu laut. Aber bei uns können wir einen stillen und wunderschönen Sonnenuntergang genießen

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In der Dämmerung ist nur das Vogelgezwitscher zu hören und es herrscht völlige Windstille.

Dinner wird von 19.00 - 21.00 serviert. Als wir um 19.20 ankommen sind die beiden Busgruppen schon mit ihrem Hauptgang fertig. Haben die heute noch was vor? 😐 Freundlicherweise wurde für uns ein Tisch in der anderen Restauranthälfte gedeckt, so hält sich die Lautstärke in Grenzen. Und beim Hauptgang haben wir das Restaurant schon für uns! Es gibt Buffet: Gemischte Gemüsesuppe, 2 Salate, Hähnchen vom Grill, Oryxfilet mit Sauce, Reis, Nudeln, Kartoffeln, verschiedene Gemüse, Käse, Cräcker und Eierkuchen. Es schmeckt sehr gut, das Fleisch ist zart, auch die Sauce ist OK. Ein gutes Abendessen soweit. Bald nach dem Essen gehen wir auf unser Zimmer uns schreiben Tagebuch.
Teil 2813. Sept. 2011
22. Juni 2011

Die Nacht war schrecklich, denn die Suppe und die Sauce fuhren ständig Fahrstuhl. Immer wieder schmeckte ich Salz und Geschmacksverstärker. Ihhh, bah! 🤢 Ich hatte schlechte Laune 😠 und beschloss, in diesem Urlaub keine undefinierbaren Saucen mehr zu essen und mich von Geschmacksverstärkern möglichst fern zu halten. Die standen noch nie oben auf meiner Hitliste, aber ich bin nicht allergisch dagegen und habe bisher auch nie so heftig darauf reagiert.
Um 8.10 sind wir beim Frühstück wieder die Letzten. Das Buffet sieht ziemlich abgegessen aus, es klaffen etliche, bekleckerte Lücken: Müsli gibt es nicht, nur Cornflakes. Joghurt fehlt ebenfalls, der Obstsalat kommt aus der Dose. 😵 Na, ja, das hatten wir schon erheblich besser... Entsprechend schnell sind wir fertig und fahren bereits um kurz vor 9.00 bei 16° los.

Fazit zur Vingerklip Lodge: Eine sehr schöne, gepflegte Anlage mit guten Zimmern. 🙂 Kulinarisch leider ein Flop. 🙁

Unser heutiges Ziel ist die Erongo Wilderness Lodge. Freundlicherweise macht uns die Managerin der Vingerklip Lodge darauf aufmerksam, dass es am Abzweig D2752 - D 2351 kein Hinweisschild gibt. Das ist gut so, denn da hätten wir sonst ziemlich dumm geguckt... Die pad ist glatt und sehr gut zu fahren. Das Schild an der D2417 fehlt auch....
Nur eine breite und sehr sandige Flussdurchfahrt ist etwas schwieriger. Im Fall der Fälle wäre aber direkt daneben eine Farm. Die D2344 ist ziemliches Wellblech, die C36 ist wieder gut zu fahren.

Heute komme ich meinem Diplom als Farmtoröffnerin ein großes Stück näher. 😗 Auf der D2351 gilt es 13 Farmtore zu öffnen und zu schliessen. Irgendwann schaffe ich es auch, mir das Tor nicht mehr in die Hacken zu rammen. Und ich erkenne die unterschiedlichsten Schließmechanismen. Neuer Verschluss - neue Farm!
An Tieren sehen wir heute etliche Rinder und Ziegen, Mangusten, Goshawk, Roller, Korhaan und Hornbill. White-tailed Shrike stürzen sich als Kamikaze-Flieger immer wieder direkt vor das Auto.
Die Fahrt geht heute durch den namibischen Schilderwald:

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In Omaruru stehen wieder Boxenstop und tanken an. Bei SPAR gibt es ein Leckerchen: Das Eis „Heaven Hazelnut“ - oh, wie gut! 🙂
Teil 2913. Sept. 2011
22. Juni 2011 Fortsetzung

Die wenigen Kilometer auf der D2315 sind schnell gefahren und so kommen wir um 12.30 nach 170km bei 28° an unserem Ziel, der Erongo WIlderness Lodge, an. Unser Auto bleibt unten auf dem Parkplatz stehen und wir lassen uns die steile Zufahrt hinauf schaukeln.

Die Lodge liegt wunderschön zwischen den Granitfelsen. Die großen, mit Reet gedeckten Zelte sind mit hölzernen Boardwalks verbunden. Klasse!

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Der Manager Robert begrüßt uns und erklärt uns die Lodge. Als die Sprache auf das Essen kommt, erwähne ich Geschmacksverstärker, Fertigsaucen etc. Robert guckt mich groß an, davon hat er offensichtlich noch nie etwas gehört... „No, we don‘t use that...“ Na, mal sehen...

Dann führt er uns zu unserem Zelt Nr. 9. Es ist schön groß und schlicht, aber ausreichend möbliert.

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Das Bad hinter dem Zelt ist halb offen und in die Felsen integriert, sehr schön angelegt und mit viel Augenmerk für nette Kleinigkeiten ausgestattet.

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Robert zeigt uns, wie die Lampen eingeschaltet werden - und scheitert bei der Lampe über dem Badspiegel. Die leuchtet nur solange, wie er auf den Schalter drückt. Lässt er los, geht sie aus. 😵 Das probiert er einige Male, dann kratzt er sich am Kopf. Ich denke: Jetzt sagt er bestimmt „we have to make a plan...“?! Nein, weit gefehlt! Robert zeigt auf die einige Meter entfernt hängende Deckenlampe und verkündet: „Ah, that one should fit...“ 😮 😵 🙁 Wir stehen da mit offenen Mündern und gucken uns an. Solch ein Kommentar vom Management, wenn etwas nicht funktioniert (ohne Entschuldigung oder Reparaturversuch) ist doch eine außergewöhnliche Leistung. 🤢 Mein Schatz hatte vorher schon überlegt, ob er das Rasieren im Urlaub nicht einstellen sollte. Vielleicht ist der Zeitpunkt jetzt ja gekommen? 😗 Wir sind jedenfalls so perplex, dass wir nicht angemessen reagieren und Robert ungeschoren davon kommt. 😠

Bis zur Teatime um 15.00 machen wir eine Pause. Dann gehen wir hinauf zum halb offenen Lounge - Restaurant.

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Es gibt Kaffee, Tee, Saft, Schokoladenkuchen und Käse-Schinken-Blätterteig Röllchen. Lecker und frisch! 🙂
Mit Kules, unserem guide für die nächsten Tage, besprechen wir unsere Aktivitäten.
Heute starten wir um 16.30 zu einem Sundownerwalk auf einen Felsen in der Nähe der Lodge. Mein Knie beschwert sich immer noch über die Steigungen, es geht aber. Mit von der Partie sind 3 weitere Gäste (2 kennen wir schon von der Fahrt nach Twyfelfontein) sowie ein weiterer Mitarbeiter der Lodge. Von oben haben wir eine schöne Aussicht über die Umgebung. Leider ist es wieder sehr diesig. Aber die Stimmung ist gut, es gibt cooldrinks und Knabbereien und die untergehende Sonne verfärbt die Felsen und das Gras sehr schön.

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Kaum ist die Sonne weg wird der Wind empfindlich kalt und wir beeilen uns, wieder hinunter in die Lodge zu kommen.
Wir genießen eine gute und heiße Dusche und gehen schon kurz nach 18.00 zum Essen.
Beim Aperitif am Kaminfeuer unterhalten wir uns gut mit einem Gast aus Südafrika. Robert kommt und fragt, ob Alles in Ordnung sei. Nein, an unserem Zelt können wir die Reißverschlüsse nicht richtig schliessen. 🙁 Es ist so viel Spannung auf dem Zelt, dass irgendetwas reissen würde, wenn wir das versuchen würden. Robert sagt „oh“ und macht ein nachdenkliches Gesicht... 😵

Dann lassen wir es uns schmecken: Pfannkuchen mit Thunfisch, gemischter Salat, Oryxsteak mit Pfeffersauce oder Hähnchenbrust mit Erdnusssauce, Möhren, Brokkoli und Reis. Als Dessert gibt es Apfelstrudel mit Vanillesauce.
Oryxsteak scheint gerade Hochsaison zu haben - das gibt es fast jeden zweiten Abend. Aber es ist zart und lecker heute. Und kein Geschmacksverstärker am Essen! Dies ist das bisher feinste Essen auf der Reise. 😁
Dazu ein sehr freundlicher und aufmerksamer Service und eine gute Weinauswahl. Geht‘s uns gut! 😁

Plötzlich rennen Robert und einige andere hinaus. Das sieht nach Alarm aus! Kurz darauf kommt Robert zurück - und um seinen Arm windet sich eine Schlange! 🤩 Er zeigt sie uns und erklärt es handele sich um eine Angola File Snake, die völlig harmlos sei. Sie ist offensichtlich auf der Suche nach einem warmen Plätzchen, denn sie versucht ständig bei Robert in den Kragen oder die Ärmel zu schlüpfen. Nach anfänglicher Skepsis trauen wir uns, sie anzufassen: Warm und auf der Unterseite ganz weich. Auf der Oberseite ist sie ganz rau und die Schuppen haben kleine erhabene Spitzen an den Enden, wie Widerhaken. Sie ist ca. 1m lang, der Bauch ist cremeweiß, oben ist sie grau bis blass purpur. Sie windet sich um meine Hände und Arme und ich kann sie mir genau ansehen. Ein tolles Erlebnis! 🙂 🙂 Ich habe ja riesigen Respekt vor Schlangen und versuche, genügend Abstand zu ihnen zu halten. Wenn sie aber harmlos sind, dann traue ich mich auch, sie anzufassen. Denn sie fassen sich gut an, das hätte ich mir früher nie vorstellen können!

Im Restaurant wird es kühl, durch die glaslosen Fensteröffnungen kriecht die Kälte herein und die 2 Holzscheite im Kamin verbreiten nicht allzu viel Wärme. Also gehen wir früh in unser Zelt, erledigen Post und schreiben Tagebuch. Die Reißverschlüsse lassen sich nicht weiter schließen als zuvor. Da hat sich niemand dran versucht. 😠 Drinnen wird es kalt.
Draußen schreien die Rock Dassies. Was für ein grausamer Ton! Es klingt, als ob ein Kind gequält wird. Scheinbar haben die Tiere bestimmte Zeiten, an denen sie schreien: 2 Stunden schreien, 3 Stunden Ruhe, 3 Stunden schreien... Im Bett finden wir jeder eine Wärmflasche, ich nehme noch unsere beiden Wärmflaschen mit dazu und wickele mich in alle vorhandenen Decken. Na, dann Gute Nacht! 😕
Teil 3015. Sept. 2011
23. Juni 2011

Nein, es wird keine gute Nacht! Das Bett ist bretthart und es ist a...kalt im Zelt. Ein eiskalter Wind kommt durch die offenen Reißverschlüsse und „umschmeichelt“ unsere Köpfe. Aus der Nase läuft das Wasser - ich brauche etliche Taschentücher und hoffe, dass ich mich jetzt nicht auch noch wieder erkältet habe.
Wie war das: „A coldfront is coming...“ 😐
Um 5.40 klingelt der Wecker, es ist noch dunkel und kalt draußen. Das Aufstehen fällt verdammt schwer. Duschen ist heute Morgen unvorstellbar, ein paar Wassertropfen auf die Augen und Zähne putzen muss reichen. Um 6.00 treffen wir uns für unseren 3 Stunden Morning Walk am Restaurant. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich da wirklich Lust drauf habe... Aber heißer Kaffee und Rusks helfen mir, etwas wacher zu werden, und dann marschieren wir beide mit Kules los.

Es wird ein sehr schöner und informativer Gang über das Gelände. 🙂 Kules erklärt uns die Lodge und die Farm, Fauna und Flora: Welche Pflanzen sind giftig, welche Pflanzen werden zu medizinischen Zwecken genutzt, welche Pflanzen haben eine bestimmte Bedeutung etc. Er ist ein sehr guter guide, begeistert und kenntnisreich. 🙂

Wir treffen auf Dassies, die sich in der Morgensonne auf den Felsen wärmen

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Und wir sehen ganz viele Vögel: Pearl-spotted Owlet, Lovebirds, White-tailed Shrike, Melba Finch, Bulbul, Swallow-tailed Bee-eater, Rock Bunting, Red-billed Frankolin, Yellow-billed, Red-billed und Monteiro-Hornbill, Grey Lourie, Glossy Starling etc.

Zwischendurch erzählt Kules viel von sich. Es ist schön zu merken, wie stolz er ist, dass er die Schule und die Ausbildung geschafft hat. Er ist glücklich, dass er einen Job hat, der ihm Spass macht und mit dem er seine kleine Familie ernähren kann. Und wir glauben, dass er einige von seinen Zukunftsträumen verwirklichen kann!

Um 9.30 sind wir zurück zum Frühstück. Das ist sehr gut. 🙂 Wir wählen Pfannkuchen mit Obst, Joghurt und Honig. Es gibt Müsli, Joghurt, viel frisches Obst, Wurst, Käse, Marmelade, verschiedene Brotsorten, Muffins. Und starken Kaffee. Das kommt jetzt gut! Vor den Fenstern geben ganz viele Vögel ein Konzert dazu.

Wir bringen dann schnell unsere Ankle-Bags, die wir für den Walk geliehen hatten, zu Robert zurück. Die Dinger waren Gold wert bei dem hohen Gras und all den Grannen! In Swakopmund wollen wir versuchen, uns welche zu kaufen.
Robert fragt, wie wir geschlafen haben. Na, wie wohl?! 😠 Die Reißverschlüsse... „Oh...“ 🤨

Dann holen wir bis 12.00 erst mal Schlaf nach. Jetzt mögen wir auch duschen. Danach gehen wir mit Büchern und Kameras auf die Terrasse über dem pool und schreiben Tagebuch.

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Um 15.00 ist wieder Teatime. Heute mit Vanillacake und Meatballs mit Chutney. Lecker! 🙂
Es sind 2 neue Gäste angekommen: Schotten, die in Südafrika leben - bei uns im Ort, 3 Straßen weiter! Diese Welt ist doch ein Dorf! 🤪
Um 15.30 starten wir alle zum Sundowner Drive. Nach dem Regen der letzten Monate ist der Weg ein einziges Schlagloch und es steht auch noch viel Wasser. Kules erzählt, sie hätten den Drive für 3 Monate nicht machen können und würden erst seit einigen Tagen wieder fahren. Das glaube ich sofort!
Die Strecke führt uns erst durch die Ebene und dann hinauf in die Felsen. Unterwegs sehen wir hoch oben an einer Felswand einen Black Eagle auf seinem Horst. Ein winziger Punkt in einem riesigen Nest. Das Größenverhältnis ist in etwa ein Hausbewohner in einem Mehrfamilienhaus. Wir vermuten, dass ein Jungtier im Nest sitzt.
Ein Damara Dik-Dik steht am Wegrand und streckt die Nase. Ein herrliches Bild! Leider nicht digital.

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Von ganz weit oben auf den Felsen wird unsere Fahrt aufmerksam von 3 Klippspringern verfolgt.

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Dann erklimmen wir die Felsen hinauf zu Paulas Cave. Ganz hinten in der Höhle wohnt Familie Barn Owl mit 5 Jungen, die uns mit großen Augen bestaunen. Sie sind schwer auszumachen - graue Bälle vor grauem Stein. Und ich will ihnen für Fotos nicht zu nahe auf‘s Gefieder rücken.

Die Felsmalereien am Eingang der Höhle sind wunderschön. Ganz fein, zum Teil sehr blass, zum Teil in kräftigem Rot.

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Vor der Höhle nehmen wir unseren Sundowner, Brandy-Coke, und genießen die Stille und die Aussicht.

Die Rückfahrt ist ziemlich ätzend. War die Strecke bisher schon schlecht - jetzt wird sie ganz schlecht. Kules schaukelt uns im Schritttempo durch die Pfützen und tiefen Löcher. Es wird kalt und der Wind frischt auf. Wir haben keinerlei Orientierung mehr in der stockdunklen Nacht und hoffen bei jeder Kurve, dass die Lodge doch endlich kommen möge...

Vor dem Dinner ziehen wir uns noch schnell wärmer an - lange Unterhosen, Kaschmirpullover, Wollsocken...

Im Restaurant ist es kalt. Die 2 Holzscheite im Kamin wärmen sich gegenseitig, viel mehr ist nicht drin. 😗
Wir halten uns nicht lange auf und ordern unser Essen. Heute gibt es: Salmon Roses with Cottage Cheese, Toast. Mixed Salad. Ostrichfillet with Blue-Cheese-Sauce oder Lamb Curry. Als Dessert Amarula-Chocolade-Mousse.

Der Toast zur Vorspeise ist zu Beton erstarrt, der Rest dazu geschmacksneutral. 😵 Der Salat ist OK. Dann entschieden wir uns beide für das Lamm Curry. Was da im Dunkeln vor uns auf dem Teller liegt kommt uns doch komisch vor. Es ragen mehrere lange Dinger heraus, es sieht nicht nach Curry aus, es riecht nicht nach Curry...??? 😕
Die Berührung der Stöckchen mit dem Messer bringt mich einen Schritt weiter: Das sind Knochen! Knochen im Curry? 🤩 Der Geschmackstest offenbart: Kein Curry - Geschmacksverstärker pur! Genau das, was ich nicht möchte und was es hier angeblich nicht gibt!!! 😠 Ich bin stinksauer und Widerwillen gegen das Essen macht sich breit. 🤢

Die Bearbeitung des Knochenberges erweist sich als schwierig, da das Zeug verdammt zäh ist. Schließlich dämmert es uns: Es gibt Lammrippchen in Fertigmarinade. Wie zum Teufel kann man Lammrippchen servieren, die nur aus Knochen, Haut und Sehnen bestehen??? 😠 😠 😠 Würde ich das unseren Freunden zu Hause servieren - ich bräuchte mir nie wieder Gedanken um ein Dinner zu machen! Hinzu kommen etliche feine Knochensplitter auf die wir beissen. 😣 Ich stochere auf meinem Teller herum und esse nur das Gemüse. Mein Schatz schließt sich meinem Ärger an, es ist ungenießbar. 🤢
Robert kommt und fragt, ob es schmeckt. Nein, denn das ist das, was ihr angeblich nicht benutzt und es ist kein Curry. „Oh...“ 🤨

Ob ich statt dessen das Ostrichfillet möchte? Danke, mir ist der Appetit vergangen. 🙁 🙁 Gleich darauf bekomme ich mit, dass das Ostrichfillet am Nebentisch zurückgeht. Es ist weder mit dem Messer noch mit den Zähnen zu zerkleinern. 😮 Was für ein Desaster! 😣 Ich bin froh, dass ich das Filet als „Wiedergutmachung“ ausgeschlagen habe, denn ich weiss nicht, was passiert wäre, wenn ich auch noch ein zähes Filet auf dem Teller gehabt hätte. 😗

Dann kommt das Dessert - und wir staunen erneut. Das ist keine Amarula-Chocolade-Mousse. 🙁 Das ist ein kleines Teighörnchen mit Sahne gefüllt. 😵 Ich gehe los und will auf dem Menü nachsehen, ob wir da etwas falsch abgespeichert haben. Das Menü finde ich nicht mehr, dafür begegne ich Robert. „Is everything OK?“ „No, we are missing the Amarula-Chocolade-Mousse“. „No, no Amarula-Chocolade-Mousse today...“ Immerhin, wir schmecken einen Hauch Amarula in der Sahne. 😐 Robert geht in die Küche um die Irritation aufzuklären und kommt mit einer ganz simplen Erklärung zurück: „They printed the wrong menu. We had the Curry and Amarula-Chocolade-Mousse two days ago“. 🤩 🤩 Robert, herzlichen Glückwunsch, du hast deinen Laden voll im Griff! 😠 🤢 😣 🙁

Unsere Blicke sprechen Bände, der Nebentisch schließt sich uns an und Robert verschwindet ganz schnell. Also dies ist definitiv nicht die vollmundig versprochene Top-Küche. Dies ist eine Katastrophe! 🤢 🤢 🤢

Das Feuer im Kamin ist fast erloschen und wir verlassen diesen gastlichen Ort schleunigst. An unserem Zelt lassen sich die Reißverschlüsse nach wie vor nicht schließen. 😠 Am Eingang weht es unten eiskalt herein. Wir ziehen an, was wir haben, füllen alle Wärmflaschen und kriechen in die Betten. Uns graut vor der Nacht, denn heute ist es noch kälter als gestern. 😵


24. Juni 2011

Die vorige Nacht war schon a...kalt - diese ist drei mal a...kalt. 😣
Ich nehme zum Stirnband noch die Mütze und versuche, mich möglichst wenig umzudrehen, damit sich keine Luftlöcher bilden können. Außerdem muss ich das eiskalte Bettzeug an der neuen Position erst mal mühselig anwärmen. Und damit bin ich hellwach. Das Wasser läuft in Bächen aus der Nase. Meine Stimmung ist unter dem Gefrierpunkt angelangt, ich will nach Hause!!! 🤢 Ich bin es leid, in zugigen und ungeheizten Unterkünften zu frieren und überlege ernsthaft, ob ich den Urlaub wirklich wie geplant zu Ende bringen will. Der Kältepol Namibias steht uns ja angeblich mit Aus noch bevor. 🤩 🤩 Na, klasse! 🤩 🤩

Beim Aufstehen um 6.45 sind wir Eisblöcke. Die Katzenwäsche geht heute noch schneller, die Koffer packen wir im Rekordtempo zum warm werden.
Auf dem boardwalk erwartet uns eine Überraschung: Die Holzplanken und das Geländer sind mit einer dicken Eisschicht überzogen. 😮 Wir tappen vorsichtig über den spiegelglatten Weg. Jetzt bloss nicht noch ausrutschen und die Knochen brechen!

Um 7.30 hat es im Restaurant Außentemperaturen. Im Kamin brennt kein Feuer. Der Kaffee ist kalt, bevor er in der Tasse ist. Zähneklappernd stehen wir herum und warten auf das Frühstück. Wir sagen jedem wie kalt es ist. Die Schotten schließen sich uns an. Das finden die Angestellten scheinbar etwas merkwürdig. Sie fragen uns, ob es denn in Deutschland nicht kalt wäre. Doch, aber da schlafen wir dann nicht im offenen Zelt... „Oh...“ 🤨

Vor dem Restaurant fressen ganz viele Lovebirds, Bunting, Tauben und eine dicke Dassie Rat die Samen, die für sie dort ausgestreut wurden.

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Zum Frühstück bestelle ich 2 gekochte Eier. Als ich die XXS-Ausgabe aus ihrem Eierbecher kippe um sie auf zu schlagen, stelle ich fest, dass der große Teller, auf dem die beiden Eierbecher stehen, ganz heiß ist. Das ist mit Abstand das wärmste Teil weit und breit und ich überlege, ob ich mir den Teller nicht unter das Hemd stecken soll. 😗 😗 Meinen gekochten Eiern hilft er eh nicht... Dazu gibt es Erkältungstropfen. 😵
Wir frühstücken ganz schnell, es ist zu kalt und ungemütlich. Robert hält sich beim Auschecken sehr bedeckt. Wir wollen einfach nur weg hier. 🤢

Fazit zur Erongo Lodge: Eine schöne Anlage für schönes Wetter. Im Winter nie wieder!
Einige Mitarbeiter sind pfiffig und engagiert. Aber das Management ist eine totale Fehlbesetzung. Das Wort „Entschuldigung“ kommt in Roberts Wortschatz offensichtlich nicht vor. Seine Gleichgültigkeit empfinden wir lähmend. Daher werden wir unter diesem Management nie wieder hierher kommen! Die Diskrepanz zwischen den beiden Abendessen ist enorm. So extrem haben wir es noch nie irgendwo erlebt. Wer hat am zweiten Abend wohl an den Töpfen gestanden?
Das Preis-Leistungs-Verhältnis würde hier für uns auch ohne die Katastrophen nicht stimmen. So empfinden wir es als Abzocke. 😠

Im Nachhinein ärgere ich mich, dass wir Robert nicht heftiger auf die Zehen getreten sind oder am Ende zumindest einen Teil der noch ausstehenden Summe abgezogen haben. 🙁

Um 8.40 sitzen wir bei 4° endlich in unserem Auto und werfen sofort die Sitzheizung an. Fleecejacken und Stirnband mag ich noch nicht ablegen, ich habe Halsschmerzen und die Nase läuft.
Teil 3119. Sept. 2011
24. Juni 2011 Fortsetzung 1.Teil

Ganz langsam tauen wir auf, ich nippe regelmäßig an meinen Erkältungstropfen und niese noch regelmäßiger. Mist!
Die D2315 ist gut zu fahren, einige riviere führen noch Wasser, machen aber keine Schwierigkeiten.

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Einen Elefanten sehen wir leider nur auf diesem Schild

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Die Morgensonne wirft ein schönes warmes Licht auf die Landschaft und wir bewundern einmal mehr die Felsformationen und das üppige Gras.

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Wir biegen auf die D1935 ab - auch sie ist wunderbar glatt. Nach einiger Zeit taucht in der Ferne schon die Spitzkoppe auf.

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Weiter geht es auf der D1927 und D1930. Auch diese beiden sind ein Fahrvergnügen.
1 Warthog kreuzt die pad, wir sehen Rinder, Ziegen und einige Esel

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Und endlich Erdmännchen! 🙂 Auf einer kleinen Lichtung im hohen Gras sonnt sich eines, während der Kumpel Wache hält. Und schwups, schon sind sie weg... 🙁

Leider ist es wieder etwas diesig in der Ferne, aber die Spitzkoppe ist auch so beeindruckend.

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Teil 3219. Sept. 2011
24. Juni 2011 Fortsetzung 2.Teil

Über die D3716 fahren wir näher heran an die Spitzkoppe und können nun erkennen, dass es bis oben Flecken grüner Vegetation gibt. Das ist hier sicher nicht immer so...

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Mittlerweile ist es 11.30 und wir haben 21°. Aber es weht ein eiskalter Wind hier. Ich mag nicht aussteigen und herumlaufen. Hals und Kopf tun weh und ich tauche tief in unsere Reiseapotheke ein. 😵

Wir haben lange nicht mehr so viele Autos auf einem Haufen gesehen wie hier: Es ist Freitag und in Südafrika haben die Schulferien begonnen.

Da wir noch genügend Zeit haben entschließen wir uns, auf der D1918 über Henties Bay nach Swakopmund zu fahren. Wieder rollen wir auf glatter pad dahin. Anfangs steht das Gras noch hoch und dicht.

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Mit der Zeit wird es spärlicher und spärlicher und das Land wird immer flacher.

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Einige Kilometer vor Henties Bay ist die Ebene dann mit Flecken von gelben, lila und roten Blüten gesprenkelt.

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Insgesamt finden wir es aber recht eintönig hier. Bei Henties Bay biegen wir dann auf die C34 nach Swakopmund ab. Hier sind es nur noch 14° - der Ozean ist nah. Wlotzkas Baken wirkt mit den bunten Häusern ziemlich surreal.

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Jetzt wird der Straßenbelag grausam: Spurrillen und darin dich an dicht Schlaglöcher. Das Ganze ist dann noch mit einer Schicht Schmierseife aus Sand und Salz überzogen. 😮 Oh, Mann! 😮 Zum Glück ist das Ende nicht weit und um 14.15 kommen wir bei 15° nach 307km in Swakopmund an.
Unsere Unterkunft für die nächsten 3 Nächte ist das "Central Guesthouse". Es ist wirklich zentral gelegen, dabei ruhig und abseits der Hauptstraße. Wir werden sehr freundlich empfangen, herum geführt und beziehen unser Zimmer Nr.6. Es ist klein, aber nett eingerichtet - und warm, mit Fenstern, die schliessen! 🙂 Wir richten uns ein, packen aus, was wir in den nächsten Tagen brauchen werden, und geben 2 Säcke Wäsche in Auftrag. Danach müssen wir erst mal ausgiebig die gute und heiße Dusche nutzen. 😁

Hunger macht sich breit und wir gehen zu Fuss in die Stadt. Das Zentrum ist ja gleich um die Ecke. Wir bummeln ein bisschen herum, amüsieren uns über all die deutschen Namen und steuern dann das viel gerühmte Café Anton an. Der Kuchen ist OK, aber nicht Welt bewegend. Die Atmosphäre hier in der Stadt ist schon besonders: Deutschland im Ausland. So deutlich ist es uns bisher noch nicht aufgefallen.

Und dann wundern wir uns über die Dekoration im Café: Überall hängt Karnevalsdeko herum. 😕 Da wir keine eingefleischten Jecken sind müssen erst mal überlegen, wann denn in Deutschland eigentlich Karneval ist. Ende Juni ganz bestimmt nicht! 😵 Hängt das alles noch vom letzten Mal? Na ja, andere Länder andere Sitten...

Wir machen noch einen kurzen Gang ans Meer

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und beeilen uns, noch rechtzeitig vor Toresschluss in die Kristall-Galerie zu kommen. Die Ausstellung der teilweise riesigen Kristalle und namibischen Spezialitäten gefällt uns gut. Auch der Schmuck, der dort gefertigt wird, ist schön und wirkungsvoll. Hier gibt es auch mal moderne, schlichte und pfiffige Stücke. Da gefällt mir schon einiges. 😗

In der Sonne ist es noch angenehm warm, aber der Wind weht kalt. Gut, dass ich mein Stirnband dabei habe. Um 17.00 schließen die Geschäfte und die Stadt ist schlagartig wie ausgestorben. Wir gehen zurück ins Guesthouse und ich versorge mich mit warmen Klamotten, Kräutertee und der Palette Erkältungsmittel. Wir bringen unsere Tagebücher auf den neuesten Stand und gehen um 19.00 los zum Dinner in die „Kupferpfanne“. Das ist ja eine skurrile Mischung dort: Voll mit alten Bildern und Möbeln, Mineralien, Löwenfett als Seife und anderen Besonderheiten der vergangenen Jahrzehnte. Neben 2 Gruppen, die in extra Räumen essen, sind wir zunächst die einzigen Gäste und stören so niemanden bei unserer Erkundung des Restaurants.
Die Speisekarte gefällt uns ausnehmend gut und die Wahl fällt schwer. Wir entscheiden uns für Jägerschnitzel und Seezunge. Beides ist eine gute Wahl: Zart, saftig, gut abgeschmeckt und große Portionen. Und wir essen die besten Pommes, die wir je im südlichen Afrika bekommen haben! 🤩 Wir sind begeistert!!! 😁 😁 Ein Tequila als Verdauer danach ist auch noch fein.

Bald danach fallen wir wegen der letzten schlechten Nächte ins Bett und schlafen richtig gut und ungestört.
Teil 3320. Sept. 2011
25. Juni 2011

Kurz vor 7.00 stehen wir gut ausgeschlafen auf. Der Tag beginnt mit einer heißen Dusche und einem super Frühstücksbuffet: Müsli, frischer Obstsalat, Joghurt, Wurst, Käse, Marmelade, Brötchen, mehrere Brotsorten und guter Kaffee - herrlich! 🙂 Alles ist sehr lecker und liebevoll angerichtet. Die Sonne scheint ins Frühstückszimmer, der Tisch ist mit Blumen und Kerze dekoriert und wir lassen uns Zeit. Um 9.00 brechen wir auf zum Stadtbummel. Die Hauptstraße empfängt uns mit gähnender Leere.

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Aber schon bald wird es lebhafter. Wir stöbern durch Buchläden, gucken nach Souvenirs und lassen uns einfach treiben. Überall entdecken wir schmucke Architektur mit deutschen Wurzeln.

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Um 11.11 geht es dann los: Es ist Karneval in Swakopmund! 🤩 🤩 Helau! Alaaf! Mit Kamellen, Umzugswagen, Konfetti und allem PiPaPo. 🤩 🤩

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Das diesjährige Motto lautet „Schön war die Zeit“.

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Einige Wagen sind ganz witzig zum Thema dekoriert. Bei einigen Wagen leuchtet uns die Verbindung nicht ganz ein. Und einige halten mehr von der Gegenwart.

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Egal, offensichtlich ist es eines der Highlights in der Stadt. Die Swakopmunder sind völlig aus dem Häuschen. 🤪 Viele haben sich verkleidet oder geschminkt. 🤪 Es werden Bonbons in die Menge geworfen. Und jeder kennt fast jeden... 😄
Manche sind aber auch über die Straßensperren verärgert und versuchen noch sich in letzter Sekunde durch zu mogeln. 😐 Da haben sie aber nicht mit der Vehemenz der Schaulustigen gerechnet: Nichts da, ihr müsst jetzt warten! 😎

Wir lassen den Zug an uns vorbei ziehen und gehen dann weiter, die Stadt erkunden. Ups - drei Ecken weiter begegnen wir dem ersten Wagen noch einmal. Das Zentrum ist wohl nicht so groß... 🤨 Wir laufen weiter durch die Stadt, ohne besonderes Ziel - und treffen den Karnevalszug noch ein drittes Mal. 🤨 Nun ist es aber gut!
Teil 3420. Sept. 2011
25. Juni 2011 Fortsetzung

Wir machen Pause, setzen uns in die Sonne, trinken etwas und gucken den Souvenirverkäufern neben dem alten Bezirksgericht zu.

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Unser Weg führt uns dann noch zum alten Bahnhof, dem jetzigen Swakopmund Hotel. Schick schaut es aus! Wir dürfen hinein gehen und uns in der Halle und im Garten umsehen. Ganz schön edel hier.

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Es ist ja eine ungewöhnliche Mischung hier in Swakopmund: Deutschland mit mediterranem Einschlag in Afrika. Für ein paar Tage ist es ganz nett, aber auf Dauer wäre die Stadt nichts für uns.

Zum Lunch gibt es ein leckeres Fischbrötchen auf die Faust und danach folgt ein kurzer Verdauungsschlaf.
Später fahren wir noch nach Walvis Bay. Die Straße verläuft schnurgerade zwischen den Dünen und dem Meer. Die Dünen leuchten in der Sonne, das Meer glitzert und in der Ferne fahren etliche Schiffe vorbei.
Die Wohn- und Feriensiedlungen, die zwischen die Straße und das Meer gequetscht wurden, muten schon ein wenig merkwürdig an. Sand, Wind und Feuchtigkeit rund um die Uhr. Nichts für uns!
In Walvis Bay begegnen wir keiner Menschenseele: Es ist Samstagnachmittag und die Stadt ist wie ausgestorben. 😵 Wir fahren zum Jachthafen, der haut uns aber nicht vom Hocker. Daneben sind einige Kitesurfer auf dem Wasser. Ihnen sehen wir interessiert eine Weile zu, denn einer von ihnen ist richtig gut. Ansonsten begegnen wir nur Möwen. 🙁 Die Häuser an der Promenade sind zum Teil sehr edel. Ein Stück weiter stehen sie schon mitten in der Düne: Der Sand reicht bis über die Hälfte der Grundstücksmauer hinauf, direkt dahinter gibt es nur noch Sand. Das ist schon gewöhnungsbedürftig, dass die Orte nahtlos in Dünen und Sand übergehen. Wir fahren noch ein Stück weiter bis zur Saline. Es ist Ebbe und Vögel sind nicht zu sehen. Da wir leider schon spät dran sind kehren wir am Abzweig zum Sandwich Harbour wieder um und wollen uns in der Stadt Kaffee & Kuchen gönnen. Das erweist sich an einem Samstagnachmittag als nicht so leicht. Die gähnende Leere lässt uns das Weite suchen und wir fahren zurück nach Swakopmund.

Dort machen wir einen Stop an der Tiger Reef Bar.

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Aber auch hier werden wir nicht wirklich fündig. Die Wind geschützten Plätze sind alle besetzt und im Wind ist es uns zu kalt. An einem warmen Sommertag ist dies sicher ein feines Plätzchen!
Unseren Cappucino nehmen wir dann im Café neben dem Museum

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und zum Sonnenuntergang sind wir an der Jetty. Leider ist es heute diesig, aber das Farbspiel ist dennoch sehr schön.

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Die Luftfeuchtigkeit ist enorm, alles klebt und auf unserem Auto ist eine dicke Schicht aus Sand und Salz fest gebacken. Zurück auf unserem Zimmer gibt es den abendlichen Kräutertee und einen Medikamentencocktail. Mit Fotos sichten, Tagebuch schreiben und Wäsche sortieren verbringen wir die Zeit bis zum Dinner. Zu Fuß gehen wir zum „Tug“. Das Restaurant ist zur Hälfte besetzt und der Service rotiert schon ziemlich. Kaum halten wir die Speisekarte in Händen, will man auch schon unsere Bestellung aufnehmen. Wir sind noch nicht mal mit der ersten Seite durch... Dann kommt niemand mehr... Auch Handzeichen werden geflissentlich übersehen. Schließlich können wir doch bestellen. Ich nehme gebratenen Kabeljau mit Chips. Eine große Portion Fisch, saftig und lecker. Die Chips sind allerdings viel zu schlapp und fettig. Neben denen von gestern fallen sie deutlich ab. Mein Schatz entscheidet sich für Kabeljau mit Cajun Spices und Chips. Der Fisch ist sehr gut gewürzt, aber leider knochentrocken. Die Chips sind auch zu weich. Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen. Schade, auch beim Tug scheint mittlerweile die Qualität sehr von der Tagesform abzuhängen. 🙁 Die übliche Frage (auch wenn sie oft als lästige Routine erscheint), ob denn alles OK sei, wurde gar nicht erst gestellt. Und unsere Überlegung, das Essen zurück zu geben, hätte sicher zu einer langen Wartezeit geführt, denn der Laden war mittlerweile rappelvoll.
Die Auswahl der Weine, die hier im Glas ausgeschenkt werden, finde ich aber ausgesprochen gut und mein Villiera Sauvignon Blanc passt gut zum Fisch. 🙂
Ich möchte danach noch einen Verdauer, die Bedienung weiss aber nicht, was es gibt. Beim Barkeeper bestelle ich mir dann einen Tequila. Als der nach 10 Minuten noch nicht vor mir steht, verlangen wir die Rechnung. Weitere 10 Minuten später kommt die Rechnung und kurz danach der keuchende Barkeeper. Er fragt, ob ich den Tequila nicht mehr möchte. Er wäre extra „unten“ gewesen... Wo, „unten“? 😵 Ich gucke ihn etwas irritiert an, denn ich weiss nicht, wo er tief getaucht ist. Ich mag aber nun nicht mehr. Was den guten Mann offensichtlich ärgerlich stimmt, denn seine Blicke sprechen Bände... 😠 Sorry, aber ich bin auch ärgerlich, und ich kann den Blicken standhalten. 😠

Swakopmund bei Nacht ist wie ein dunkles Loch. Von den wenigen Straßenlaternen sind viele ausgefallen. Der Nebel hängt tief, es ist feucht und relativ warm. Feuchte Luft und Salz haben alles mit einem Schmierfilm überzogen. Da wir im Dunkeln kaum die schrägen Fußwege und Löcher im Belag erkennen können tappen wir vorsichtig zurück zum Guesthouse. Wir kuscheln uns früh in die Betten und schlafen wieder einmal sehr gut.
Teil 3530. Sept. 2011
26. Juni 2011

Um kurz vor 7.00 stehen wir ausgeschlafen auf. Auf uns wartet wieder ein leckeres Frühstück. Um 8.00 holt uns Johannes zur „Little 5 Tour“ ab. Wir sammeln noch 2 weitere Mitfahrer ein und treffen uns dann mit Tommy. In seinem Wagen sind 2 südafrikanische Familien mit von der Partie, 4 Erwachsene und 7 Kinder. Ostwind kommt auf und Tommy befürchtet, dass der uns die Tour versanden könnte... Aber wir haben Glück, in den Dünen ist es windstiller als an der Küste.

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Es ist faszinierend, Tommy zu beobachten: Wie sein Auge von etwas Notiz nimmt, er aus dem Auto springt, los rennt und etliche Meter entfernt ein Tier aus dem Sand ausbuddelt. Seine Begeisterung ist greifbar und er erklärt uns das Ökosystem Wüste sehr anschaulich und interessant.
Auf unseren Stopps sehen wir 2 Chamäleons

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eine Eidechse, eine Blindschleiche, den kleinsten Käfer, eine Springspinne und eine Sidewinder Snake. Die Sidewinder Snake habe ich mir viel größer vorgestellt. Ihr bei ihrer Grabetechnik zuzusehen ist beeindruckend.

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Einen Palmato Gecko sehen wir leider nicht. Tommy berichtet, dass auch er dieses Tier kaum noch sieht.
Und sein Humor ist ansteckend! Die Tour gefällt uns und wir haben viel Spass. Auch wenn die Südafrikaner etwas anstrengend sind. 😵 Tommy erklärt gerade die wenigen Pflanzen, da haben die Kinder nichts anderes zu tun, als mit den Füssen die Blätter von den Stängeln zu kicken... Tommy sucht eine Sidewinder Snake in den Büschen - und die Kinder springen in eben diese Büsche hinein, barfuss natürlich... Hat Tommy eine Eidechse auf der Hand, dann müssen wir die Hälse recken, wenn wir auch etwas sehen möchten. Vor uns sind mindestens 5 Kinderköpfe, dahinter 2 Mütter und 2 Väter, die die kids in jeder Lage fotografieren müssen. Das Ganze unter viel Gekreisch „No, I don‘t touch the lizzard!“ und ständigen Ermahnungen „Don‘t do this, get away from that...!“ 😵 Irgendwann halten wir uns etwas zurück und bilden eine zweite Gruppe mit Johannes und unseren beiden Mitfahrern. Wir unterhalten uns angeregt und Johannes beantwortet uns viele Fragen.

Mich faszinieren die Farben und Formen der Dünen, sanft und matt erscheinen sie in der prallen Sonne.

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Manchmal erinnert mich die Wellenform des Sandes an nassen Küstensand.

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Vom Auto aus sehen wir noch 2 Eidechsen, die kämpfend über den Sand flitzen, einen Schlangenadler, einen Falken und einen Kapfuchs.

Zum Abschluss der Tour halten wir auf einer Düne mit Meerblick und genießen mit unserem x-ten cooldrink die Aussicht. Hier erfahren wir, dass die Südafrikaner 4 Game Lodges am Krüger Park besitzen. Wir wundern uns einmal mehr, wie unbedarft und unachtsam die Kinder mit der Natur umgehen. 😣

Gegen 14.00 sind wir zurück in unserer Unterkunft und fahren gleich los, Kaffee & Kuchen rufen. Am Vormittag haben wir schon gefragt, wo wir denn am Sonntagnachmittag fündig werden könnten. Schwere Frage - denn Sonntags ist in Swakopmund diesbezüglich tote Hose. Das finden wir doch sehr ungewöhnlich für einen Küstenort. Das "Strand Café" neben dem Museum hat offen - Kuchen, Cappucino und Eis hauen uns aber nicht vom Hocker.

Danach sehen wir uns das Museum an. Dies ist interessant und gut gemacht, mit Informationen zur Geschichte Namibias und Swakopmunds. Um 17.00 werden wir hinaus geklingelt, nicht ohne ein Kompliment für die Ausstellung auszusprechen.
Wir sputen uns um rechtzeitig zum Sonnenuntergang an der Jetty zu sein. Heute versinkt ein Feuerball im Meer und die Stimmung ist kitschig schön...

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Es ist viel kälter und feuchter als gestern und wir beeilen uns, zum Auto zu kommen. Im Guesthouse können wir den Wagen mit dem Gartenschlauch notdürftig von der Schicht Salz und Sand befreien. Auf unserem Zimmer sichten wir schnell die Fotos des Tages, schreiben Tagebuch und fahren dann zum Essen noch einmal in die "Kupferpfanne". Heute haben wir nicht reserviert und bekommen gerade noch einen Tisch, der Laden brummt! Mein Schatz bekommt nun endlich das Eisbein, auf das er sich schon den ganzen Urlaub freut. Es ist riesig, knusprig, saftig und lecker. Er ist zufrieden, pappsatt und lässt sich den Rest in ein doggy-bag packen. 🙂 Ich entscheide mich für Kudumedaillons mit Walnusskruste. Auch dies ist eine sehr gute Wahl, inclusive der Sauce! 🙂 Zum Abschluss bestelle ich mir wieder einen Tequila. Die freundliche Bedienung lacht - sie erinnert sich offensichtlich 😉 - und kurz darauf steht das Glas vor mir. 😁 Dies ist wieder ein sehr gutes Essen mit aufmerksamem Service.

Zurück auf dem Zimmer steht Koffer packen auf dem Programm und kurz nach 21.00 liegen wir schon wieder in den Betten.
Teil 3603. Okt. 2011
27. Juni 2011

Noch einmal schlafen wir gut und wachen um 6.30 auf. Unser heutiges Ziel ist Solitaire über den Welwitschia Drive und so stehen wir auf um nicht zu spät auf pad zu sein.
Duschen fällt heute zur Abwechslung mal wieder aus. Nein, es ist nicht zu kalt - es gibt kein Wasser! 😵 Für die Katzenwäsche reicht es.
Das Frühstück ist wieder sehr gut und wir erfahren, dass es in der Stadt einen Wasserrohrbruch gibt. Ab 8.30 soll das Wasser wieder fliessen. Da wir der afrikanischen Zeitplanung nur bedingt trauen, verabschieden wir uns so, wie wir sind. Das Central Guesthouse hat uns sehr gut gefallen. Gute und ruhige Lage, sehr liebevoller Service, ein super Frühstück. Wir kommen gerne wieder! 🙂

Um kurz vor 9.00 sind wir startklar, draußen sind es 12°. Zuerst gibt es noch einige Kleinigkeiten zu erledigen: In der Touri-Info will ich mich nach dem Straßenzustand erkundigen. Die freundliche Mitarbeiterin fragt mich erstaunt, ob ich mit meiner permit keine Straßenkarte bekommen hätte... Nein, die haben wir in Windhoek nicht bekommen... Aha, Windhoek... 😐 Auf meinen Karten finden wir aber alle Strecken, die wir heute fahren wollen und bekommen die Auskunft, dass die pads alle frei sind.
Bei P&P hole ich noch schnell ein paar Kleinigkeiten, um unsere Eisbeinreste zum Lunch zu ergänzen und das Wichtigste: Papiertaschentücher. In den letzten 3 Wochen haben wir den Vorrat für den gesamten Urlaub verbraucht: 18 Packungen der schnäuzfesten deutschen Marke. Das entspricht in etwa unserem normalen Verbrauch in einigen Monaten. Im Regal liegt noch ein letztes Paket Kleenex, 3-lagig - das muss mit. Unserem Auto habe ich gestern Abend eine Wäsche versprochen. Die fällt wegen des Rohrbruchs auch aus, aber immerhin bekommen sie an der Tankstelle die Scheiben noch frei.

Die C28 ist gut zu fahren, es weht ein kräftiger Wind und leider ist es diesig.
Am Welwitschia Drive fehlen die Hinweisnummern auf einige beacons. Wir raten also, wo wir was unterwegs sehen... Beeindruckt sind wir von der Moon Landscape, sie macht ihrem Namen wirklich alle Ehre. Die Strecke von Swakopmund aus finden wir ja recht eintönig. Hier ist es wirklich unwirtlich - aber wunderschön dabei! Wir fahren über einen Hügel und meinen, auf einem anderen Planeten zu sein. An den beacons 4 und 6 bieten sich tolle Aussichten. Hier treffen wir auf die einzigen beiden anderen Wagen auf dem gesamten Welwitschia Drive.

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Schließlich gibt es wieder etwas mehr Vegetation

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Interessant sind auch die Dolerit Brocken, die die Hänge herab gerutscht sind.

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Das Flussbett des Swakop ist eine grüne Oase. Viele Blumen blühen und die Bäume sind saftig grün. In der Durchfahrt stehen noch 3 Pfützen. Es ist 11.30 und wir haben 21°.

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Auf der anderen Seite des Flusses erwarten uns wieder ganz andere Farben.

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Die Welwitschias schulden ihr Aussehen wirklich ihrem Alter - sie sehen ja recht zerfranst aus. Mein Schatz fragt, warum ich die nun unbedingt sehen will... Tja, Schönheiten sind sie nicht, aber etwas Besonderes. Die Riesen Welwitschia hat wirklich eine beachtliche Größe erreicht.

Auf der pad kollidieren wir dann mit einer Schlange, vermutlich einer Sand Snake. Sie ist so schnell und wieder einmal gut getarnt, dass der Zusammenstoss nicht zu vermeiden war. Das tut uns leid. 🙁

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Der Welwitschia Drive ist sehr gut zu fahren, wir liegen im Zeitplan und machen uns auf den Weg zurück zur C28. Diese fahren wir zügig für ca. 57 km bis zum Abzweig der permit road in Richtung Hotsas / Ganab. Hier machen wir eine Pause und verspeisen unseren Lunch. Das Gras steht so hoch, dass es fast bis an das Verkehrsschild heran reicht.

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Teil 3703. Okt. 2011
27. Juni 2011 Fortsetzung

Die permit road ist weiterhin gut zu fahren. Die Rivier-Durchfahrten sind recht sandig, aber machbar. Plötzlich rennt ein Erdhörnchen quer über die pad und vor das Auto. Kurz vor dem Seitenstreifen überlegt es sich anders und rennt wieder zurück auf die pad. In der Mitte bleibt es stehen. Gerade in diesem Moment kommt aus der anderen Richtung ein Tourbus. Der kleine Kerl ist nun völlig irritiert ob des immensen Verkehrs hier und braucht einige Zeit um sich für eine Richtung zu entscheiden. 🤨

Der Fahrer des Busses fragt uns, wie die pad denn sei... Das klingt so, als ob der vor uns liegende Abschnitt nicht so klasse ist...

Die Landschaft um uns gefällt uns ausnehmend gut mit den Bergen, Bäumen, Büschen und dem hohen Gras soweit das Auge reicht.

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Unterwegs sehen wir Springböcke, Strauße, Oryx, Erdhörnchen, viele White-tailed Shrike, Sandgrouse und 2 Falken.

Kurz vor Ganab steht dann ein Schild „No Quad, no Moto Cross!“

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Ich entdecke dann ein Chamäleon, dass über die pad wackelt. Zum Glück sind wir weit genug weg, hier besteht keine Gefahr.

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Mittlerweile haben wir 29°.
Die C14 ist dann der Albtraum des Tages - übelstes Wellblech, Schlaglöcher, viele große lose Steine... 😠 Wir brauchen ewig und sind genervt, denn die pad braucht so viel Aufmerksamkeit, dass für die Schönheit der Landschaft nicht mehr viel Raum bleibt. 🙁
Zwischen sanften Hügeln gibt es harte Einschnitte, hier ist es überall mit einem grünen Schimmer überzogen.

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Die Landschaften heute finde ich ausgesprochen reizvoll: Der Wechsel zwischen sanft und schroff, die Farben, die Weite und die riesigen Grasflächen.

Noch einmal kreuzt eine Schlange blitzschnell die pad. Auch sie ist weit genug weg.
Im Kuiseb fliesst noch etwas Wasser. Wir sind aber nicht mehr recht aufnahmefähig. Das Gerumpel auf der pad wird jetzt so arg, dass unser USB-Stick ständig den Kontakt verliert und wieder eingestöpselt werden muss... 😠 Zu Wellblech, Schlaglöchern und Steinen kommen jetzt noch Spurrillen hinzu. Eine grausame Mischung! 🤢 Erst ca. 20 km vor Solitaire wird die pad besser - sprich erträglich...

Jetzt ändert sich die Landschaft noch einmal: Der rote Sand der Namib kommt bereits deutlich durch.

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Um 16.15 kaufen wir endlich beim Bäcker in Solitaire den lang ersehnten Apfelkuchen. Es gibt noch 4 Stücke... Der Kuchen ist lecker und kommt jetzt genau richtig und der Kaffee ist nach der Fahrt eine Wohltat! 😁

Um 16.45 kommen wir nach 330 km in unserer Unterkunft, der „Solitaire Guest Farm“ an. Endlich!
Die Farm ist sehr schön vor den Bergen gelegen und vor dem Haus steht nur 1 Auto. Wir hoffen auf einen entspannten Rest des Tages. Nach einem kurzen Rundgang durch das Restaurant und die Bar werden wir zu unserem Zimmer Nr 2 gebracht. Gut, dass wir hier nur 1 Nacht bleiben wollen! 😮 Es ist stockfinster drinnen. Die 2 kleinen Fenster lassen kaum Licht herein. Dazu dunkelbraune Fussbodenfliesen und kakaobraune Wände. Ich fühle mich in die Höhlenatmosphäre früherer Wohngemeinschaften zurück versetzt. 😗 Auch die 3 Funzeln erhellen den Raum nicht wirklich. Wer hier außer uns noch wohnt bleibt ein Geheimnis. Die Koffer bleiben zu, wir packen nur das Nötigste aus. Und es müffelt, hier wurde länger nicht richtig gelüftet. Die Abflüsse im Bad tragen ihren Teil zum Wohlfühlen bei. 😣 Da hilft nur viel spülen und eine dreifache Dosis Raumspray... In der Dusche ist es stockfinster, die Deckenlampe ist weit weg.
Tagebuch schreiben ist hier kaum möglich.

In der Zwischenzeit herrscht draußen ein ziemlicher Betrieb, es scheint doch voll zu sein hier.
Um 18.30 gehen wir an die Bar und treffen dort Kirsten. Wir hatten unterwegs eine mail von ihr bekommen, mit der Frage, ob es denn bei unserer Buchung bliebe... Ja, sicher - warum nicht? Wir wussten nicht, was unklar war. Als ich nun die vielen Menschen um uns herum sehe, ahne ich dass die Lodge mehr als voll sein muss...
Uns ist es zu trubelig. Ich zähle mindestens 50 Leute um uns herum, die sich offensichtlich alle irgendwie kennen und bester - sprich: lauter - Stimmung sind. 🤨 Dazu kids, die uns mit ihren Leuchtschwertern meucheln wollen...:S Der Kontrast nach der Stille des Tages ist heftig.

Walter erklärt uns dann, dass sie heute Nachmittag 4 Geparden in ein 500 ha großes Areal entlassen haben. Ein Problemtier soll dort bleiben, die anderen 3 sollen in 3-4 Monaten ausgewildert werden. Dafür sind heute extra ein Fernsehteam mit allem Drum und Dran, Leute von einem Nature Fund etc. angereist. Daher also der ganze Auftrieb! Das ist ja soweit eine gute Sache, wir fühlen uns aber etwas fehl am Platz. Sicherlich wäre es für uns anders, wenn wir die Umsiedlung auch miterlebt hätten.

Im Restaurant setzt sich die ausgelassene Stimmung fort. In einer Ecke stehen 2 kleine Tische, dort sitzen wir und 3 weitere Gäste. Die Rolläden sind zum Schutz gegen die Kälte herunter gelassen, sie helfen aber nicht wirklich. Jeder versucht sich im vorbeigehen an 2 großen Gasheizern ein wenig zu wärmen. Kleine Öllampen auf unseren Tischen und einige Deckenfunzeln bemühen sich, das Ganze zu erhellen. Um zu sehen, was wir mit dem Essen auf den Tellern machen, wären Stirnlampen allerdings sehr hilfreich. 😐

Das Buffet ist umfangreich. Allerdings kann man auch hier kaum erkennen, was in den Töpfen ist. Es gibt einfach nicht genug Licht. Die Qualität des Essens ist mittelmäßig, einiges ist wieder einmal versalzen. 🙁

Wir nehmen uns noch ein Bier mit und sind um 19.30 schon wieder auf unserem Zimmer. Hier ist es zumindest wärmer. Mein Tagebuch schreibe ich mit der Taschenlampe in der Hand zu Ende. Unser Zimmer ist der Gipfel an Ungemütlichkeit, es ist einfach lieblos. 🙁
Teil 3814. Okt. 2011
28. Juni 2011

Um 06.45 wachen wir auf. Die Nacht war angenehm warm im Zimmer. Wir sind schnell fertig, beladen das Auto und gehen frühstücken. Draußen ist es a...kalt. Im offenen Restaurant ist es nicht besser. Die Heizstrahler schlafen noch...
Das Buffet ist umfangreich, in der Dunkelheit aber wieder kaum zu erkennen. Wir sind auch jetzt schnell fertig, da es einfach keinen Spass macht Zähne klappernd in der dunklen Ecke zu sitzen. 😵
Wir müssen noch die Rechnung bezahlen und gehen in die Rezeption. Diese ist genau so wenig einladend wie der Rest: Es ist schmuddelig und durcheinander. Kirsten fragt, ob unser Zimmer in Ordnung gewesen sei. Ich bin ehrlich und sage „Nein, wir finden es dunkel und ungemütlich“. Daraufhin zuckt sie lediglich die Achseln und wendet sich unserer Abrechnung zu... Danke der Nachfrage, gut dass wir darüber gesprochen haben! 😠
Nun funktioniert das Kartenlesegerät nicht. Die Verbindung bricht immer wieder ab. Wir stehen uns sicher 10 Minuten lang die Beine in den Bauch. Es gibt zwar 2 Sofas in der Rezeption - auf denen schnarchen aber 2 der großen Hunde im Tiefschlaf. Für Gäste ist da leider kein Platz mehr. 😗
Nach einer gefühlten Ewigkeit entschliessen wir uns, unsere letzten $ zusammen zu kratzen und bar zu zahlen. In der Hoffnung, dass der Automat in Solitaire Nachschub liefern wird.

Fazit: Dies ist die bisher schlechteste Unterkunft unserer Reise und daran wird sich auch nichts ändern. 🙁

Der Geldautomat in Solitaire ist gnädig: Er gibt uns was wir brauchen in einer bunten Mischung aus NAM Dollar und ZAR Noten. Egal, Hauptsache wir haben wieder Geld.
Um 08.45 sind wir dann endlich bei 12° auf dem Weg zum Sossusvlei. Die C19 ist gut zu fahren. Das weiche Licht der Morgensonne versöhnt uns mit dem Tag, die Landschaft sieht einmal mehr wunderschön aus.

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Bei der „Namib Desert Lodge“ machen wir einen Stopp für die Wanderung zu den "Versteinerten Dünen der Namib".

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Auf dem Weg werden wir von vielen Springböcken neugierig gemustert.

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Der Blick auf die Namib Desert Lodge gefällt uns: Direkt hinter der Lodge steigen die leuchtend roten Dünen an.

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Wir werden freundlich begrüßt, durch die Anlage geführt und zum Ausgangspunkt des Wanderweges gebracht. Auch das, was wir von der Lodge sehen, sieht gut aus. Mit 75 Zimmern ist sie aber auch groß. Die Zimmer am Rande der Anlage, mit Blick auf die Dünen, sind sehr schön gelegen. Das hätte für unsere vorige Nacht eine Alternative sein können...

Der Wanderweg beginnt direkt hinter der Lodge und ist gut ausgeschildert. Allerdings steht jetzt das Gras so hoch, dass wir bei manchen Schildern die Hälse recken müssen um sie zu entdecken. Der Weg zieht sich am Fuss der Dünen entlang, dadurch ist er ohne Kletterei begehbar. Die Dünen selbst dürfen nicht betreten werden.

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Wir lassen uns 1 Stunde Zeit für unseren Gang und begegnen nur 4 weiteren Besuchern. Somit können wir die Stille und die Landschaft genießen. 😁
Auf dem Rückweg fragen wir an der Rezeption, ob wir für den Gang etwas bezahlen müssen. Nein, der Wanderweg kann kostenlos genutzt werden. Gut, dann gibt es eine Spende in die Tipp-Box. Der junge Angestellte freut sich offensichtlich, dass er mit uns schwatzen kann: Er fragt uns nach unserem Eindruck zum Wanderweg und erzählt, dass es heute Morgen nur 0,3° gewesen seien, dass die Lodge im Sommerregen fast geflutet worden sei (es habe hier 11mal so viel wie üblich geregnet) und dass seit 1994 neulich erstmals wieder Schnee auf den Naukluftbergen gelegen habe. Wir bedanken uns nochmals und machen uns wieder auf den Weg zum Sossusvlei.

An der Abzweigung zur C27 gibt es eine Verkehrskontrolle. „Good morning, we check the roadworthiness of the vehicles and the fitness of the drivers...“ „OK...“ Während ich die Wagenpapiere zusammen suche blicke ich verstohlen in die Runde auf der Suche nach der weissen Linie, auf der mein Schatz Gleichgewichtsübungen machen soll... 😗 Jetzt nicht lachen! 😄 😄
Die Personalien und das Kennzeichen werden notiert. Woher kommen Sie, wohin fahren Sie? Dann werden wir daran erinnert, dass die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h beträgt und dass wir uns daran halten mögen... „We wish you a good and save journey, good bye!“ Das ging sehr schnell und ausgesprochen freundlich über die Bühne. 🙂 Am Straßenrand stehen 2 namibische Wagen. Deren Fahrer hatten anscheinend nicht so viel Glück, denn sie sehen uns ziemlich missmutig hinterher. 😐
Teil 3914. Okt. 2011
28. Juni 2011 Fortsetzung

Auch die C27 ist gut zu fahren und um 12.30 erreichen wir nach ca. 100 km die „Sossus Dune Lodge“. Das Thermometer zeigt angenehme 22°. Wir parken unseren Wagen unten, laden unser Gepäck um und werden zur Lodge hoch gefahren. Zur freundlichen Begrüßung gibt es einen leckeren Saft und die übliche Einführung in die Lodge. Das Zentrum bilden die Lounge und das Restaurant. Beide sind riesig, eigentlich überdimensioniert. Hier müssen wir uns überall sehr vorsichtig bewegen, denn die Holzfussböden werden gerade frisch lasiert. Und die Mitarbeiter meinen es gut - zu gut! Überall steht die Lasur in Pfützen, es ist glatt wie auf einer Eisbahn! 🤩

Zu beiden Seiten liegen, aufgereiht an langen boardwalks, die Bungalows.

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Dann werden wir zu unserem Dünen-Bungalow Nr. 20 gebracht. Bad und Zimmer sind hell und groß, die Wände sind aus Stoffbespannung. Große Fensterflächen geben den Blick in die Dünen frei. Zwei bequeme Lounger verlocken zum Faulenzen.

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Direkt vor unserem Bungalow tummeln sich etliche Springböcke. Sehr schön! 🙂 🙂
Wir machen schnell ein paar Fotos, packen aus und gehen dann zum Lunch ins Restaurant. Zur Auswahl stehen Sandwich oder Beef-Kebab, beides mit Chips und gemischtem Salat. Als Dessert gibt es Obstsalat. Wir entscheiden uns für das Beef-Kebab und sind sehr zufrieden. Es ist gut und lecker.
Danach geht es auf ins Vlei.

Wir können uns nicht satt sehen, die Farben und Formen sind einfach unbeschreiblich! 🤪 🙂 🤩
Dünen in Sand, Ocker, Orange, Rot, Lila und Braun.

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In der Ebene davor und bis auf den Kamm wachsen ganz viele Gräser, die ihnen etwas Mystisches verleihen.

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Manchmal sieht es aus wie ein Aquarell, manchmal wie Nebel. Dem vielen Regen der letzten Monate sei Dank für dieses Schauspiel!

Wir besteigen ein Stück weit die Düne 45, geben aber bald auf, da es sehr anstrengend ist.

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Die Farben ändern sich ständig - wir sind einfach begeistert! 😁

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Der 2x4 Parkplatz ist für heute die Endstation. Von hier aus wollen wir noch einen Gang ins Hidden Vlei machen. Wir finden den Weg aber nicht, da wir weder Markierungen noch Hinweisschilder entdecken können. Mist! Und außer uns ist keine Menschenseele hier. Da jetzt auch ein unangenehm kalter Westwind weht verschieben wir dies auf morgen. Gegen 17.00 fahren wir immer noch staunend zurück.

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Es wird schnell dunkel und im letzten Licht erreichen wir die Lodge. Leider gibt es keinen shuttle vom Parkplatz nach oben, so dass wir im Dunklen den Weg hoch stolpern. Das ist suboptimal.

Wir genießen eine sehr gute Dusche und ziehen uns schon mal wieder warm an. Die Bungalows sehen zwar schön aus, lassen im Winter die Kälte aber auch ungehindert hinein.

Im Restaurant sind heute Abend nur 4 Tische gedeckt. Die Atmosphäre hier ist unpersönlich. Der Raum ist riesig und außer den 6 Esstischen, dem Kaffeetisch und dem Frühstücksbuffet gibt es nur 2 Stehlampen. Hier würde etwas mehr Dekoration sehr helfen. Wir rücken unseren Tisch noch etwas näher an den einzigen Heizstrahler heran.
Heute Abend gibt es Avocadosalat, Butternutsoup und Springbockfilet mit Gemüse und Reis. Das Dessert ist eine Lemon Meringue. Salat und Suppe sind lecker. Das Filet ist leider zäh und sehnig. Die Sauce habe ich mir zum Glück extra bestellt - ich schmecke eindeutig Geschmacksverstärker. Die werden aber angeblich in der Küche nicht benutzt...

Einen Nachteil hat dies Restaurant im Winter: Die Küche liegt außerhalb des Restaurants, vielleicht 20 Meter entfernt. Das Personal muss also das warme Essen durch die Kälte des Abends tragen - ohne Wärmehauben auf den Tellern. Damit kommt das Essen lauwarm bei den Gästen an. 😵 Und da das Personal es weder mit vollen noch mit leeren Händen schafft die Türen hinter sich zu schließen zieht es wie Hechtsuppe... 😠 Hier besteht eindeutig Verbesserungsbedarf!

Im Zimmer schreiben wir noch Tagebuch und dann geht es schnell mit unseren Wärmflaschen in die Betten.
Teil 4019. Okt. 2011
29. Juni 2011

Um 5.30 klingelt der Wecker. Unter den Bettdecken war es mollig warm, den Kopf musste ich wieder mit dem Stirnband schützen. Abwechselnd wurde ich von den heulenden Schakalen und meiner laufenden Nase geweckt. Also raus aus den Federn und auf ins Abenteuer. Heute ist wieder Katzenwäsche dran. Wir holen uns unser Frühstückspaket im Restaurant ab und fahren um 6.10 bei 7° los. Unterwegs sind es dann um 6.25 nur noch 0°. Brrrrr!

Die Dünen sehen schon wieder ganz anders aus, das blasslila Licht ist wunderschön. Zum Sonnenaufgang erreichen wir die Düne 45. Hier steppt der Bär - was für Menschenmassen!

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Wir fahren weiter bis zum ersten Parkplatz, hier ist es mit 1° kaum wärmer...
Und hier haben wir die zweifelhafte Ehre, die Toiletten zu benutzen. Wenn es hier bei diesen Temperaturen schon kaum ohne Gasmaske zu ertragen ist - wie stinkt es dann im Hochsommer?!

Mein Schatz hat beschlossen, dass unser SUV die Strecke zum 4x4 parking schafft. Ich bin da ja skeptisch und versuche, es ihm auszureden: Das ist Tiefsand... Ach, das geht! Na gut, du fährst... Gesagt, getan. Nach wenigen hundert Metern ist aber Schluss für uns - wir stecken fest. 😵 Noch ohne Kontakt zwischen Bodenblech und Sand, aber das kann jetzt schnell kommen. Großes Fluchen setzt ein und es kommt die Erkenntnis auf: Da brauchen wir wohl Hilfe... Jaaaaa, du läufst zurück, ich warte hier. Während einige andere Wagen an mir vorbei schlittern kühlt meine Stimmung merklich ab. Wäre dies nicht eine gut frequentierte Strecke und wären die Jungs vom Shuttle nicht da - ich hätte sehr viel vehementer widersprochen. Aber so: Manche Dinge muss Mann wohl „erfahren“ - oder auch nicht... 😗
Die Jungs vom shuttle feixen natürlich und haben auch einige Mühe, unseren Wagen zu drehen und wieder in eine fahrbare Spur zu ziehen. Diese Erfahrung kostet uns hauptsächlich Zeit und das ärgert mich am Meisten. Für den Service wollen die Fahrer kein Geld von uns haben, wenn wir mit ihrem shuttle jetzt ins Vlei fahren. Klar, geht ja nicht anders! So berappen wir also jeder 100NAM$ für den shuttle und geben ihnen ein gutes Trinkgeld obendrauf.

Schnell noch Jacken, Kameras, Hüte und Wasserflaschen greifen und los geht‘s! Die Fahrt ins Vlei ist ein ziemlicher Ritt - durch ganz tiefen Sand, heftige Löcher und eine unübersehbare Auswahl an Spuren holpern wir die letzten 5km. Meinem Schatz dämmert: Das hätten wir nicht geschafft!
Das Übelste an dieser Fahrt aber sind 5 junge Deutsche, die ununterbrochen labern. Laut und unsensibel bekommen sie von der Landschaft überhaupt nichts mit. Wir würden sie gerne schon unterwegs ausladen... 😠 Dagegen waren ja unsere Asiaten im Camp Kipwe harmlos!

Um 8.00 kommen wir endlich im Sossusvlei an. Es steht noch Wasser im Vlei, das Licht ist wunderschön und es ist immer noch kalt. Die 5 quasseln weiter, so dass wir erst einmal Distanz schaffen müssen. Wo ist der Knopf zum Abschalten?! Leider hört man sie in der Stille überall...

Wir besteigen dann die Düne und staunen über Farben und Formen.

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Nach einiger Zeit tut mein Knie wieder weh, so dass ich umkehre. 2 der Quasselstrippen geben auch auf, die anderen begleiten meinen Schatz - deutlich hörbar - bis hoch hinauf...

Unten angekommen suche ich mir ein stilles Eckchen und fotografiere die Blumen.

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Mittlerweile füllt es sich hier und als dann auch noch 3 Jeeps voll beladen mit jugendlichen Sandboardern ankommen reicht es uns. Der Lärm ist jetzt nicht mehr auszuhalten. 🤢

Wir müssen nur einige Minuten auf unseren shuttle warten und starten um 9.45 zum Dead Vlei. Im letzten Moment steigen die 5 Nervensägen noch zu. Himmel, Hilfe!!!!! Nichts gegen Gespräche - aber bei „Wo sind wir eigentlich? Wie heisst das hier? Hier gibt‘s ja nur Sand... Kreisch, halt mich fest, mach ein Foto... “ ist irgendwann Schluss mit lustig! 😮 Am Parkplatz zum Dead Vlei angekommen entschliessen sich 3 der 5 zu ihrem Auto weiter zu fahren: „Ach nee, nicht noch ne Düne, ich mag nicht mehr!“ Gott sei Dank, denn ich mag schon lange nicht mehr! 😐

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