Und schon wieder ein neuer Bericht? Ja, da müsste ihr jetzt durch 😉 Diesmal (noch) nicht auf unserer Homepage sondern zuerst hier im Forum. Und schon gehts los mit unserer fünften Reise durch das südliche Afrika.
Sonntag, 01.05.11/Montag, 02.05.11 301 km Camping: Zelda
Lange währte die Vorfreude, aber nun war endlich der langersehnte Abreisetag ins südliche Afrika da. Wir freuten uns auf drei erholsame Wochen in Botswana. Wir flogen wie immer direkt von München nach Windhoek. Am check-in Schalter stellte uns die Dame so seltsame Fragen wie nach einem Visum oder unserer Rückflugbestätigung. Beim zweiten Koffer, der um einiges schwerer war (Dank Ralfs Silberkarte durften wir 10kg mehr Gepäck mitnehmen) schüttelte sie schon den Kopf, übersah dabei jedoch die Kundenkarte. Wir waren jedenfalls einigermaßen irritiert, vielleicht sollte die Gute mal zur Nachschulung.
Kurz vor dem Einsteigen sahen wir eine Gruppe junger Leute von denen einer kaum mehr in der Lage war alleine zu gehen. Er hatte dem Alkohol mehr zugesprochen als ihm gut tat. Hoffentlich ist der nicht bei uns in der Maschine, dachten wir noch so. Er war es aber doch und die Stewardessen schon in Alarmbereitschaft. Eine erzählte uns später, das sie nicht verpflichtet wären solche Passagiere mitzunehmen. Er durfte dann aber mit, weil die Gefahr den Flugslot zu verpassen wegen der dann nötigen Gepäckausladung zu groß war. Spätester Start ist 22:00 Uhr und wir flogen planmäßig um 20:45 Uhr ab. Es ist sehr schade, das sich Vorurteile gegenüber bestimmten Nationalitäten, in diesem Fall Russen, bestätigt haben. In das Bild passte es dann leider auch dass laut der Stewardess die Business Class, in der mehrheitlich Russen saßen, bereits nach dem ersten Getränkedurchgang keinen Alkohol mehr hatte (die Economy hilft ja gerne aus 😎 ) Übrigens, der Flug verlief ereignislos und wir landeten bei aufgehender Sonne gegen 5:45 Uhr auf dem Hosea Kutako Airport in Windhoek. Für die Einreiseformalitäten erwischten wir natürlich die gefühlt langsamste Schlange, aber das Gepäck lässt ja auch immer noch etwas auf sich warten, da hatte es keine Eile. Zwei freundliche Mitarbeiter von Asco Car Hire warteten schon auf uns. Wir hatten unter anderem noch zwei polnische Familien dabei und die ließen uns und den Rest erstmal warten, weil die Herren sich noch ein Bier gekauft hatten. Die Fahrt nach Windhoek macht uns wieder richtig bewusst daß wir wieder in Afrika angekommen sind. Endlich. In der Vermietstation dauerte es etwas bis alle Kunden bedient wurden. Wir hatten für diesen Urlaub einen Discoverer gemietet und der machte auf uns einen ganz guten Eindruck. Viel Platz (die Toilette haben wir ausbauen lassen), Reifen in Ordnung und die Campingausrüstung mehr als komplett.
Nach der Einweisung ging es wie üblich erst zum Einkaufen. Im Spar-Supermarkt der Maerua Mall bleiben fast keine Wünsche offen. Einzig wurde heute kein Alkohol verkauft, da gestern Feiertag war und heute auch noch frei war. Aber da müssen wir eben in Maun unsere Vorräte aufstocken.
Dann konnten wir endlich auf die Straße und fuhren auf der B6 Richtung Gobabis. Das Ziel für heute war die Farm Zelda nahe der botswanischen Grenze. Unterwegs hatte die Polizei ein Auge auf uns geworfen und wir wurden gelasert. Wir mussten anhalten und der Polizist vergewisserte sich erst mal ob wir schneller als 100 km/h fahren dürfen. Wir durften und so hob er lächelnd beide Daumen und wir waren entlassen 😉 Auf Zelda wurden wir nett empfangen und zu unserem Campingplatz geleitet.
Wir gingen schnell unter die Dusche, da um 17:00 Uhr die zwei Geparden und der Leo gefüttert werden sollten. Nicht nur die bekamen etwas ab sondern auch Pete das halbzahme Stachelschwein. In netter Art und Weise erfuhren wir einiges über die Farm und hörten so manchen Witz über Südafrikaner.
Vor dem Essen saßen wir noch mit netter Gesellschaft an der Bar. Viele Gäste waren nicht da und so genossen wir Gameschnitzel und Beilagen in ruhiger Atmosphäre. Bald fühlten wir uns hundemüde und verschwanden in unseren Camper.
So, das war der erste Tag. Anmerkungen zu unseren osteuropäischen Nachbarn wird es jetzt keine mehr geben 😗
Morgen gehts dann mit viel Pula und einem leckeren Kuchen weiter...
Teil 229. Juni 2011
Dienstag, 03.05.11 520 km Hotel: Maun Lodge
Heute Nacht gab es ein Gewitter und in der Früh setzte heftiger Regen ein. Es schüttete sprichwörtlich wie aus Kübeln. Da hatten wir ja schon mal eine Menge "Pula" 🙂 Namibia hatte in der diesjährigen Regenzeit so viel Wasser abbekommen, fast zuviel mancherorten und es schien als wollte es einfach nicht aufhören. Langsam verwandelte sich der Platz in eine Seenlandschaft. Gut das wir im Auto frühstücken konnten, Vorteil Discoverer.
Zugang zum Waschhaus
Was uns aber an diesem Fahrzeug ganz furchtbar nervte, war die knarzende Tür. Die war unendlich laut und weckte den ganzen Campingplatz. Ralf machte sich gleich mal ans Werk und behob das Problem indem er kurzerhand eines der Scharniere abschraubte. Endlich Ruhe beim Öffnen und Schließen der Eingangstür 🙂 Unterdessen hatte es aufgehört zu regnen und wir machten uns langsam startklar. Heute wollten wir nach Maun und da waren an die 500 km zurückzulegen. Wir hielten noch ein Pläuschchen mit den netten Damen von gestern, bezahlten unsere Rechnung und fuhren dann Richtung Grenze. Vor dem Übertritt tankten wir noch mal auf und erledigten dann alle notwendigen Formalitäten bei den überaus gut gelaunten namibischen und botswanischen Grenzbeamten. Je weiter wir Richtung Ghanzi kamen, desto schöner wurde auch das Wetter. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, nichts anderes wollen wir in den nächsten 3 Wochen haben. In Ghanzi legten wir eine Pause ein, hoben am ATM Pulas ab und kauften eine Kleinigkeit zu essen. Im Buschmann-Laden sahen wir uns auch um, aber hierher werden wir nächste Woche noch mal kommen.
Dann erreichten wir die Veterinärkontrolle am Kuke Fence und die Jungs und Mädels waren ganz begierig mal einen Blick in unser rollendes Zuhause zu werfen. Fleisch hatten wir keines dabei und die Würste die wir eingekauft hatten wurden akzeptiert. Etwas Zeit für eine Unterhaltung war auch noch. Am späten Nachmittag kamen wir in der Maun Lodge an. Hier hatten wir ein Häuschen für die Nacht gebucht, da uns die Campingplätze nicht so zugesagt hatten.
Wir ließen uns Kaffee und Kuchen (äußerst lecker) schmecken bevor wir uns etwas frisch machten. Zu Abend gönnten wir uns ein Steak, dazu gab es ein Fläschchen Wein.
Und weil das heute nur ein Fahrtag war, gibts später auch noch den nächsten Tag, an dem es dann auch in den Sand geht
Teil 329. Juni 2011
Mittwoch, 04.05.11 220 km Nxai Pan South Camp
Kurz vor Sonnenaufgang wurden wir vom zunehmenden Verkehrslärm und Hundegebell wach. Wir waren nicht die ersten am Frühstücksbuffet obwohl nicht viele Gäste übernachtet hatten.
Fazit Maun Lodge: Das Häuschen hat uns für eine Zwischenübernachtung sehr gut gefallen und wir können es durchaus empfehlen. Nicht sehr gross aber zweckmäßig. Essen im Restaurant war ok, aber nichts was man wirklich herausstellen muss.
Nach dem Auschecken fuhren wir zum Supermarkt um die letzten Einkäufe zu tätigen. Der Bottlestore machte erst um 10:00 auf also weiter zum Metzger. Bei "Ron's", dort hatten wir vor zwei Jahren unsere ganzen Fleischvorräte eingekauft, gab es diesmal überhaupt kein Wildfleisch. Da waren wir schon etwas enttäuscht 🙁 Dann eben zum nächsten Laden. Da hätten wir bis Mittag warten müssen, das ging gar nicht. Aber die Dame schickte uns weiter zu Mr. Veg um es dort zu versuchen. Dort gab es wenigstens Kudu und der Vorrat für die nächsten Tage war gesichert. Dann noch auftanken, ach ja der Bier und Weinbedarf wurde mittlerweile auch gedeckt. Was wir jedoch nicht hatten war Holz. Im Supermarkt gab es nichts und auch an der Tankstelle nicht. In ganz Maun kein Holz? Evtl. an den Ausfallstraßen war der Tipp des Tankwarts. Aber auch hier war letztendlich nichts zu bekommen. Na dann musste es ohne gehen 😐
Für heute Nacht hatten wir einen Platz im Nxai Pan Ntl. Park gebucht. Auf dem Weg dorthin gab es eine weitere Veterinär-Kontrolle zu überstehen. Wir waren uns nicht sicher ob wir aus Maun kommend Fleisch mitnehmen durften. Wir durften nicht und alles was vom Huftier kommt wird konfisziert. Ralf zeigte dem Kontrolleur eines unserer Päckchen Fleisch und das fiel natürlich ebenso unter das Verbot. Wir versuchten mit allen Mitteln das Fleisch zu behalten, aber Gesetz ist Gesetz. Wir waren uns nicht sicher, ob der Kontrolleur den Rest von unserem Fleisch gesehen hatte oder ob er einfach seinen großzügigen Tag hatte, denn wir hatten ja noch reichlich. Der Rest des Fleisches blieb auf jeden Fall unbeanstandet bzw. ungesehen 😗 Wieder was gelernt. Endlich am Parkeingang angekommen wurden wir von zwei freundlichen Damen empfangen, die unsere Permits kontrollierten.
Zum Ziel waren es dann noch ca. 37 sandige Kilometer zu fahren. Und dies war dann auch die erste sandige Piste. Mit unserem Discoverer hatten wir erst ein bisschen Bedenken, da er ja auch etwas schwerer war als z.B. ein normaler Hilux. Aber alles kein Problem. Es macht sogar richtig Spaß 😁
Wir hatten die Site No. 1, etwas im Busch gelegen aber recht groß. Wir aßen eine Kleinigkeit und unser Auto wurde derweil von zwei Tokos inspiziert, die sich vor allem für die Scheiben interessierten.
Zum Waschhaus führte ein kleiner Pfad und davor waren kleine Betondreiecke mit extra Spitze obendrauf eingelassen um unliebsamen Elefantenbesuch zu verhindern. Die hatten es wohl schon ab und an auf die Wasserleitungen abgesehen.
Am späten Nachmittag unternahmen wir einen Ausflug in die Pfanne, die mit kurzem grünen Gras bewachsen war, so das Tiersichtungen gut möglich sind. Es gab viele Giraffen und Zebras, Schakale und Geier.
Später trafen wir dann auf einige Elefanten, die am Wasserloch badeten.
Die Sonne ging langsam unter, wir mussten zurück zu unserem Platz, der übrigens insgesamt 6 Stellplätze hatte. Hier trafen wir auf "Fleur" und wenn Afrikabegeisterte aufeinander treffen gibt es immer etwas zu erzählen. Dann wurde es Zeit für die erste Campingmahlzeit und die Wahl fiel, da das Fleisch noch gefroren war, auf Käsegriller mit Salat. Ein Schluck Wein dazu durfte natürlich auch nicht fehlen. Endlich waren wir richtig angekommen - in Afrika 🙂
Morgen gibts dann die erste Katze und faszinierende Riesen
Gruß
Martina und Ralf
Teil 430. Juni 2011
Donnerstag, 05.05.11 159 km Makgadikgadi
Eine ruhige Nacht lag hinter uns und es war schön wieder in der Natur zu sein. Wir wollten nicht allzu spät aufbrechen also frühstückten wir etwas schneller. Aber es war dann doch schon 7:45 Uhr als wir endlich loskamen. Wir fuhren noch mal an der Pfanne entlang und trafen gleich auf 18 Giraffen, ein wunderschönes Bild im Morgenlicht.
Dann tauchte längere Zeit nichts mehr besonderes auf, bis wir auf ein Safarifahrzeug trafen. Nahebei lief eine Löwin entlang. Große Freude unsererseits gleich am ersten Tag auf eine große Katze zu treffen. Sie ließ sich nicht beirren und setzte ihren Weg fort. Das machten wir auch, denn wir wollten noch zu den Baines Baobabs.
Die großen Bäume, mindestens 7 an der Zahl liegen an einer Pfanne und um dort hinzukommen, mussten wir einige noch nicht ganz trockene Gebiete umfahren. Die Bäume sind schon weithin sichtbar, sodass es kein Problem darstellte hinzufinden. Wir scheuchten eine Oryxherde auf und trafen auf ein Straußenpaar mit einer beachtlichen Kinderschar.
Kein Laut außer Vogelgezwitscher war zu hören, die weiße Pfanne strahlte im Sonnenschein und keine Menschenseele war zu sehen. Der Ort strahlte irgendwie etwas besonderes aus, fanden wir.
Mittlerweile war es Mittag geworden und wir machten uns auf den Rückweg. Das Gerüttel auf dem schlechten Hauptweg empfand ich deutlich schlimmer als gestern und so war ich froh als wir das Tor wieder erreicht hatten 🙂 Wir hatten nur 10 km Teerstraße zurückzulegen und schon waren wir im nächsten Nationalpark, dem Makgadikgadi. Auch hier wurden wir freundlich begrüßt, diesmal gleich von drei Ladies. Wir waren ja noch immer holzlos und auf unsere bescheidene Frage danach bekamen wir zur Antwort das wir dann eines sammeln müssten. Der Nachsatz mit einem Lächeln und Augenzwinkern war dann: Aber das ist verboten! Aber das wussten wir ja. Die Zufahrt in den Park erstreckte sich ebenso langweilig durch Gras- und Buschland wie bei der Nxai Pan. Als wir die Nähe des Botetiflusses erreichten wurden die Bäume wieder größer und man konnte erkennen das hier die Elefanten am Werk waren. Wir trafen hier auch wieder auf "Fleur". Im Camp fragten wir ob wir uns noch für den Campingplatz registrieren müssen, auf dem wir uns schon längst häuslich eingerichtet hatten. Wir durften dem Ranger gleich in sein Büro folgen und Papierkram ausfüllen. Wenn wir es nicht gemacht hätten, wäre es glaub ich auch egal gewesen. Aber so kam der Ranger wenigstens zu einer Zigarette die er von Ralf "schnorrte". Wir fuhren noch etwas durch die Gegend und suchten einen Weg zum Fluss. Dieser führt seit 2009 wieder beständig Wasser nachdem er in den 80er Jahren komplett versiegte. Wir trafen gleich auf zwei Elefanten die im Gebüsch standen. Einen Weg zum Fluss zu finden war nicht so einfach, denn es gab oft nur wenig Sicht. Aber wir fanden schließlich einen akzeptablen Ausblick.Ralf hörte ein Schnauben im Wasser und tatsächlich schwamm da ein Nilpferd.
Etwas entfernt standen Elis an der gegenüberliegenden Uferseite und da wollten wir versuchen näher ranzukommen. Wir nahmen einen Abzweig und da stand ein einsamer Elefantenbulle.
Er ließ sich von uns nicht vertreiben und scheuert sich genüsslich am Baum. Wir wollten kein Risiko eingehen um an ihm vorbeizukommen und fuhren zurück zum Campingplatz. Es wurde Zeit für eine Dusche und für die Vorbereitungen unseres Abendessens, nämlich Kudu und Gemüse. Wir hatten dann doch unterwegs etwas Holz gesammelt, so ohne Lagerfeuer geht es halt nicht 😗 Außer uns und "Fleur" gab es keine anderen Gäste, aber ganz ruhig war es auch nicht denn man hörte Musik aus dem Camp.
Teil 501. Juli 2011
@Sanne Danke 😊 Und schon gehts weiter...
Freitag, 06.05.11 111km Makgadikgadi
Heute früh ließen wir es gemütlich angehen, da wir ja noch eine Nacht hier hatten. Nach dem Frühstück verabschiedete sich Fleur von uns und wünschte eine gute Reise.
Unser Platz in Khumaga
Wir wollten noch etwas den Park erkunden und fuhren bis Njuca Hills, wo noch zwei weitere Campingplätze lagen. Eine schnurgerade, sandige Piste ging irgendwann über in festeren Untergrund und führte durch ein einziges Grasmeer.
Viel war nicht zu entdecken, außer einigen kleinen Böcken und Kudus. Wir beschlossen, einen ruhigen Nachmittag auf unserem Platz zu verbringen. Der verlief erst einmal nicht so ruhig, weil aus einem 5l Wasserkanister einiges ausgelaufen war und im Innenraum eine schöne Sauerei hinterlassen hatte. Gott sei Dank nur Wasser. Also war erst putzen angesagt. Nach getaner Arbeit gönnten wir uns ein paar Spiegeleier.
Ich lag anschließend in der Hängematte und Ralf bearbeitete zwei Makalaninüsse so lange ohne Erfolg bis er sich ordentlich in den Finger geschnitten hatte. Die Wunde wurde anschließend dank des umfangreichen Erste Hilfe Sets auch gleich fachmännisch versorgt.
Die Geier kreisten schon über Ralf
Am späten Nachmittag brachen wir noch mal zu einem kurzen Gamedrive auf. Exakt an derselben Stelle wo uns gestern ein Eli den Weg versperrt hatte, standen heute gleich zwei. Eigentlich wollten wir hier einen Blick auf den Boteti werden, aber das ließen wir dann doch lieber sein. Wir suchten uns eine andere Aussicht und konnten noch mal Elefanten beobachten. (Bevor jemand sucht...sie sind nicht auf den Bildern 🙂 )
Wir fuhren zurück zum Platz wo sich seit heute neben zwei Campern auch noch eine geführte Mini-Reisegruppe mit zwei älteren Damen eingefunden hatte. Mit einer Dusche wurde es heute nichts 🙁 Bei mir kam nur kaltes Wasser und bei Ralf versagte sie jeglichen Dienst. Es geht auch mal ohne. Wir grillten unser Fleisch, welches sehr gut gelang und dazu gab es kleine Kürbisse (Ralf liebt sie 🙂 ). Heute gab es keine Musik zu hören dafür so etwas wie eine Ansprache. Für Abwechslung war gesorgt.
Unser Fazit: Makgadikgadi hat uns gut gefallen auch wenn es etwas schwer war an den Boteti zu kommen. Die Wege führten teilweise ins Wasser und die Böschungen sind auch nicht ganz ohne. Tierbeobachtungen waren so etwas schwer. Wir würden das nächste mal auf jeden Fall 2 Nächte in der Nxai Pan bleiben und nur eine Nacht im Makadikgadi. Die Nxai Pan kommt unserer Vorstellung von Weite, gepaart mit Tierbeobachtungen, doch etwas näher.
Am Montag gehts dann mit Kuchen, Kerzen und einer Bootsfahrt weiter in die Central Kalahari
Schönes Wochenende an alle
Teil 604. Juli 2011
Samstag, 07.05.11 221km CKGR Deception Valley
In unserem Discoverer fühlten wir uns sehr wohl, es ist richtig gemütlich. Pünktlich zum Sonnenaufgang wurden wir wach. Ralf hatte heute Geburtstag und zum Frühstück gab es Kuchen dekoriert mit ein paar Kerzen.
Die Meerkatzen hatten sich heute zum Campingplatz vorgewagt und waren an allem interessiert, was nicht niet- und nagelfest war. Wir waren nur kurz beim Geschirrspülen und schon waren sie an der Mülltüte dran.
Bevor wir aufbrachen, starteten wir noch mal eine Holzsammelaktion. Nicht das wir in der Kalahari ohne Feuer dasitzen. Die nächsten drei Nächte hatten wir im Central Kalahari Game Reserve gebucht. Wir waren schon vor zwei Jahren dort, aber irgendwie hatte es uns nicht so gut gefallen – deshalb gab es eine zweite Chance. Wir verließen Makgadikgadi und trugen uns am Gate im "Outgoing Register" wieder aus und bemühten uns die Angestellte nicht in ihrem Büroschlaf zu stören. Wir konnten mit einer kleinen Fähre über den Boteti setzen, sie war seit Anfang April in Betrieb. Für die Überfahrt zahlten wir 100 Pula, aber allemal besser als die langweiligen Kilometer wieder zurückzufahren.
An Bord war der Steuermann, zwei Helfer und ein Mädel, die das Geld kassierte. Der "Kapitän" war sehr an unserem Mobil interessiert und wir hielten ein nettes Schwätzchen mit ihm. Der nächste Zwischenstopp erfolgte in Rakops um unser Gefährt aufzutanken. Benzin gibt es hier nicht immer aber wir hatten Glück und Feuerholz konnten wir auch erstehen.
Tankstelle in Rakops
Die Straße in das CKGR bog kurz vor dem Ort rechts ab und nach 40 km relativ gut zu befahrener Piste erreichten wir das Matswere Gate. Wir zeigten unsere Buchung vor und trugen uns in ein Buch ein. Eine Karte gab es nicht (brauchten wir ja auch nicht) und bekamen dafür eine schöne Fotozeitschrift geschenkt. Wir "tankten" unseren Discoverer noch mit Wasser auf und dann ging es los.
Es war noch eine gute Stunde zu fahren bis wir unseren Platz DEC05 nahe dem Deception Valley erreicht hatten.
Die üblichen "Verdächtigen"
Hier gab es sechs Plätze im Busch, die aber jeweils nicht vom anderen einsehbar waren und großen Abstand voneinander hatten. Wir hatten einen guten Platz erwischt, weil die Bäume nicht so dicht beieinander standen und es etwas lichter war.
Nach einem kleinen Mittagessen probierten wir die Buschdusche aus. Unser Gefährt war ja so nobel und besaß einen Boiler. Wir befüllten den vorhanden Eimer mit dem warmen Wasser und schon konnte es losgehen, das tat richtig gut.
Am späten Nachmittag fuhren wir noch einmal los um zu sehen, was die Kalahari im zweiten Anlauf so zu bieten hatte. Vor zwei Jahren waren wir mangels Tiersichtung etwas enttäuscht. Wir fuhren durch die Sunday Pan und weiter zur Leopard Pan. Es gab unheimlich viele Oryx-Antilopen und Springböcke zu sehen und bei untergehender Sonne gaben sie schöne Fotomotive ab.
Die Sonne war bald weg und wir mussten uns langsam beeilen um zu unserem Platz zurückzukommen. In der Dunkelheit wollten wir hier nicht so gerne unterwegs sein. Wir düsten zurück und plötzlich sahen wir linker Hand einen prächtigen Löwen im Gras. Mensch hatten wir ein Glück. Wir folgten im Rückwärtsgang um noch ein paar Bilder von ihm zu bekommen.
Zurück auf unserem Platz zündeten wir ein Feuer an und genossen Ralfs Geburtstagsabendessen und stießen mit einem Glas Wein an. Ab und zu hörten wir einen Löwen brüllen – vielleicht war das ja "unser" Löwe.
Und morgen passiert dann das "erste mal"...
Teil 705. Juli 2011
@Fleur Man kommt so langsam in das Alter wo man seinen Geburtstag gerne auch mal vergessen möchte 😛 Deshalb eher Stillschweigen 😎 Ihr habt schon gebucht? Wow. Die Entscheidung werdet ihr sicherlich nicht bereuen. Und so viel kann ich schon mal verraten, ein paar Löwen kommen im KTP noch 😉
Sonntag, 08.05.11 114km CKGR Deception Valley
Heute morgen war der Plan ohne Frühstück wirklich früh zu einem Morningdrive aufzubrechen. Aber Pläne sind dazu da um geändert zu werden. Ich hörte Ralf einen unflätigen Ausdruck rufen und dann "wir haben einen Platten" – na toll!! War das der Preis für den Löwen von gestern Abend? Der erste Platten den wir jemals hatten. Aber wenigstens waren wir auf einigermaßen festem Untergrund und nicht in der absoluten Pampa. Ralf machte sich an die Arbeit um den Ersatzreifen zu montieren, hatte einige Schwierigkeiten mit dem Wagenheber, aber letztendlich war der neue Reifen drauf.
Anmerkung Ralf: Wie man auf den Fotos sieht, stand der Wagenheber direkt auf dem Untergrund und hat sich durch das Gewicht des Wagens dann doch etwas eingegraben. Zusätzlich gab es an der Achse keine Aufnahme für den Wagenheber, so daß die Sache ziemlich wacklig war. Ich sah das Unglück kommen und habe den kaputten Reifen wieder aufgesteckt nachdem ich ihn schon demontiert hatte. Gerade noch rechtzeitig bevor der Wagenheber nachgab und der Wagen herunterkrachte 🙄 Letztendlich musste der Rahmen herhalten an dem ich den Wagen aufgebockt habe und das Unterlegholz, welches im Wagen war, hat dann auch das Einsinken verhindert. Ein Betriebshandbuch dass vielleicht eine bessere Beschreibung für einen Reifenwechsel enthalten hätte war leider nicht vorhanden 🙁 Der kleine Aufkleber am Wagenheber war nicht gerade aufschlussreich. Wieder eine Erfahrung reicher und mein "erstes mal" 😛
Übermorgen sind wir in Ghanzi, dort können wir eine Werkstatt aufsuchen um den Reifen flicken zu lassen. Die geplante Ausfahrt verschob sich um einiges nach hinten, weil wir dann doch erst einmal gefrühstückt hatten. Wir fuhren über die Deception Pan zum Letiahau Wasserloch. Wir sahen wieder Oryx und Springbock im Übermaß, viele davon mit Jungtieren. Auch Gnus, Kuhantilopen und Strauße.
Am frühen Nachmittag waren wir wieder zurück auf unserem Platz. Nach einer Stärkung heizten wir noch mal den Boiler an für eine Dusche. Heute waren wir hier ganz allein, gestern war auf dem Nachbarsplatz noch jemand gestanden. Auch Fahrzeuge sind nicht viele unterwegs gewesen, insgesamt trafen wir heute auf drei Autos.
Lesepause
Abends genossen wir einen ganz tollen Sonnenuntergang im Deception Valley. Putzige Löffelhunde und Schakale waren bei beginnender Dämmerung aktiv, aber die insgeheim erhofften Katzen ließen sich nicht blicken.
Zu Abend grillten wir Kudu, sehr lecker. Beim letzten Toilettengang lag plötzlich eine tote Maus auf dem Klodeckel, igitt. Wie die da wohl hinkam?
Morgen suchen wir dann die Motopi Campsite...
Teil 806. Juli 2011
Montag, 09.05.11 171 km CKGR Motopi Pan
Wir holten heute morgen unseren frühen Gamedrive nach ohne aber was wirklich etwas Besonderes zu sehen. Es war sehr bewölkt und es kam ein starker Wind auf, hoffentlich keine schlechten Boten für eine Wetteränderung. Bis dato war es tagsüber angenehm warm und abends bzw. nachts nicht zu kalt. Heute wollten wir zur Motopi Pan, der letzten Übernachtungsstation im CKGR. Vor zwei Jahren hatten wir die drei Campingplätze vergeblich gesucht, aber jetzt hatten wir ja immerhin eine Buchung dafür. Nachdem alles zusammengepackt war, konnte es gegen 9.00 Uhr losgehen. Nach einigen Kilometern Fahrt erreichten wir das Passarge Valley. Ein weites, langes Tal galt es zu durchqueren. Auch hier fanden wir die üblichen Verdächtigen, aber auch zwei Giraffen, viele Riesentrappen und Sekretäre konnten wir ausmachen.
Pause am Passarge Valley Camp#2
Als wir das Tal hinter uns gelassen hatten, begann eine öde kurvige Fahrt durch die immer gleich mit hohem Gras und Büschen bewachsene Landschaft.
Gegen 14.00 Uhr erreichten wir die Motopi Pan mit dem Wasserloch. Hier tummelten sich eine Menge Tiere auf der grasigen Ebene. So grün hatten wir die Pfanne nicht in Erinnerung. Unser Campingplatz konnte dann auch nicht mehr weit sein, dachten wir. Der Abzweig zu den Stellplätzen war bald erreicht. Nach dem auf dem Hinweisschild Platz 02, 01, 03 (wir hatten die 01) vermerkt war, nahmen wir an, daß das die Reihenfolge der Plätze sein sollte. No. 2 war bald erreicht, aber wo blieb die 01? Kurvenreich wand sich die Piste eine gefühlte Ewigkeit durch den Busch. Bis nach 7 km unser Platz erreicht war. Zu No. 3 führte allerdings kein Weg, die Piste war hier zu Ende. Das ist interessant. Unser Stellplatz lag auf einer Anhöhe mit schönem Ausblick in das nächste Tal. Allerdings pfiff uns hier auch ganz schön der Wind um die Ohren. Toilettenhäuschen und Dusche schienen uns noch relativ neu zu sein. Nach der üblichen Siesta mit Imbiss, etwas Lesen und Tagebuchschreiben fuhren wir noch mal zum Wasserloch. Ein paar Oryx und eine vorsichtige Kudufamilie ließen sich blicken, sonst war alles sehr ruhig und wir waren das einzige Fahrzeug.
Dann rumpelten wir wieder zurück und trafen die Vorbereitungen für unser Abendessen. Mittlerweile hatte sich der Wind gelegt und die Stimmung war einzigartig, wenn man bedenkt das sich wohl im Umkreis von ca. 40 km nicht eine Menschenseele befand. Das fanden wohl auch die Löwen und ließen ab und zu ein Brüllen hören.
Und da morgen ein reiner Fahrtag ist, kommt der auch gleich noch
Teil 906. Juli 2011
Dienstag, 10.05.11 455 km Kang Kalahari Rest
Das Brüllen der Löwen und andere Geräusche weckten uns heute Morgen. Weit weg waren sie bestimmt nicht.
Motopi Camp #1
Wir hatten einen langen Tag vor uns, denn die Strecke zum Tagesziel Kalahari Rest Farm betrug ca. 450 km. Daher war Abfahrt schon um kurz nach 07.30 Uhr. Nach ein paar Kilometern auf der kurvigen Campingplatzzufahrt stoppten wir abrupt: Eine Löwenmutter mit zwei Jungtieren lief auf dem Weg vor uns. Die Kleinen verschwanden fiepend im hohen Gras und die Mama hinterher. Leider war Ralfs Fotoapparat noch nicht schussbereit, von den Minis gelang uns leider kein Foto. Aber so etwas niedliches, wir hätten sie am liebsten mitgenommen. Anmerkung Ralf: Das kommt davon wenn man im manuellen Modus fotografiert und die Einstellung vom Abend noch drin hat 😠 Dann wird das ganze etwas überbelichtet. Aber wenigstens die Mama von hinten 🙂
Nach diesem schönen Erlebnis sahen wir noch einen Honigdachs vor uns flüchten. Der Morgen begann wirklich gut für uns. Bald erreichten wir den Zaun, der die Grenze des CKGR bildet und hier kamen wir auf ganz passabler Strecke gut voran. An einigen Stellen war der Zaun allerdings niedergedrückt. Am Tsau Gate erzählte uns die Angestellte, dass 6 Elefanten in den letzten Tagen beobachtet wurden. Mit diesen Tieren hätten wir hier allerdings niemals gerechnet,und hätten an eine Fata Morgana geglaubt, aber sie wandern wohl in Richtung Chobe NP.
Nachdem wir noch Wasser aufgefüllt hatten, waren knapp 40 Km zurückzulegen bis wir endlich wieder Teer unter den Rädern hatten. Teilweise war die Piste bis zur A3 sehr gut zu befahren, teils aber auch tiefsandig.
Wir kamen nach Ghanzi und hier ließen wir zuerst den Reifen flicken. Eine Schraube war der Übeltäter. Wo auch immer diese Schraube mitten in der Kalahari herkommt 🤨 "Unglaubliche" 2,60 Euro kostete das Flicken – das ist nicht wirklich viel.
Im Spar und Choppies Supermarkt füllten wir die Vorräte auf, im Craft Shop erstanden wir noch ein paar Mitbringsel und natürlich suchten wir auch noch den Bottle Store auf, denn ohne Bier und Wein abends am Lagerfeuer zu sitzen, wäre undenkbar 😗 Zu guter letzt tankten wir noch unser Gefährt auf und um etwa 13.00 Uhr verließen wir den Ort um weitere langweilige Kilometer auf der gut ausgebauten A3 zurückzulegen. Aber auch das war irgendwann geschafft und wir bezogen einen Stellplatz auf der Kalahari Rest Farm.
Wir konnten die nahe Straße hören, es war bei weitem nicht so idyllisch wie sonst. Aber es war nur eine Durchgangsstation auf dem weiteren Weg in den Kgalagadi Transfrontier Park. Wir meldeten uns zum Abendessen an, heute wollten wir mal bedient werden. Wir schafften es gerade noch unter die Dusche zu springen, bevor eine große Gruppe Südafrikaner auftauchte, bestimmt an die 15 Fahrzeuge. Bevor wir Abendessen gingen, unterhielten wir uns noch mit den Campnachbarn – es war ein deutsches Paar, das jedoch schon längere Zeit in Kapstadt lebte. Wir hatten nicht realisiert, das die Holzhütte auf unserem Platz ein funktionstüchtiges Bad mit Dusche war, sehr praktisch. An der Bar nahmen wir einen Drink bevor wir ein Dinner allein zu zweit hatten. Wir ließen uns ein sehr gutes Steak schmecken und da die Angestellten immer wieder mal aus der Küche schauten um zu sehen ob wir schon fertig waren,sie wollten wohl in den Feierabend, machten wir uns dann auch bald wieder auf in unser mobiles Zuhause.
Fazit zur Central Kalahari: Das CKGR hat uns auf jeden Fall wieder versöhnt. Nach einem für uns entäuschenden Aufenthalt vor zwei Jahren (da waren wir einfach zu hektisch unterwegs), hatten wir uns diesmal etwas mehr Zeit genommen und sind auch etwas entspannter ohne grosse Erwartung in das CKGR gefahren. Wir haben die Stille und Einsamkeit geniessen können ohne darauf aus zu sein die nächste spektakuläre "Sichtung" zu verzeichnen. Es kommt wie es kommt. Wir kommen sicherlich mal wieder, denn wir haben ja nur einen sehr kleinen Ausschnitt des CKGR gesehen
Und morgen gehts dann weiter über die nächste sandige Piste in den KTP
Teil 1007. Juli 2011
Mittwoch, 11.05.11 310 km KTP Mabuasehube Section Khiding Pan
Es war richtig frisch heute morgen und bei nur 9°C frühstückten wir etwas schneller. Wir nahmen noch Feuerholz mit, welches noch schnell von einem Angestellten für uns hergerichtet wurde. Wir waren das erste Auto das vom Platz fuhr, das schaffen wir eigentlich nur selten bis nie. In Kang tankten wir noch einmal auf, man weiß ja nie und sollte jede Gelegenheit dazu nutzen. Die Straße nach Hukuntsi soll nicht in gutem Zustand sein, hörten wir gestern. Aber wie sich herausstellte, wird bereits eine neue breite Straße gebaut. Von den Chinesen, wie eine große Tafel ankündigte. Die Arbeiter, die wir sahen war aber allesamt schwarz, aber auf den Fahrzeugen prangten teilweise chinesische Schriftzeichen.
Die ersten Kilometer legten wir auf der neuen Straße zurück, es waren nur 50 km/h erlaubt, aber keiner hielt sich dran. Auf der alten Straße waren die schlimmen Schlaglöcher repariert, so das auch hier ein gutes Vorankommen möglich war. 11 km südlich von Hukuntsi in Lokgwabe war die Teerstraße zu Ende und kurz vor einem "Kreisverkehr" bog eine Piste ab, die uns zu unserem Ziel der Mabuasehube Section des Kgalagadi Parks bringen sollte. Zuerst ging es noch auf geschotterter Piste dahin, die aber dann in eine abwechselnd tiefsandige Waschbrettpiste überging. Ralf hatte zunehmend Spaß mit dem Discoverer so durch den Sand zu pflügen 😕
Anmerkung Ralf: Also ich weiß nicht obs am Discoverer liegt oder daß man sich mittlerweile an die Sandpisten gewöhnt hat, aber mit dem Fahrzeug macht das Sandfahren wirklich einen Heidenspaß. Und da er auch keinen Ersatzreifen am Unterboden hat, ist die Gefahr dass man am "Mittelstreifen" von tief ausgefahrenen Fahrspuren hängen bleibt sehr gering.
So fuhren wir ca. 120 km dahin ohne eine Menschenseele zu treffen und erreichten am frühen Nachmittag das Gate. Wir schrieben uns in das obligatorische Buch ein und nahmen danach die letzten km im Park zu unserem Campingplatz No. 2 an der Khiding Pan in Angriff.
Der Platz war ausgestattet mit zwei Buschtoiletten, Feuerstelle und Schattendach. Ein Dusche, die aber keinen Eimer hatte, musste mit dem Nachbarplatz, der von einem Einzelreisenden belegt war, geteilt werden. Es war wunderbar ruhig hier und es gefiel uns gleich auf Anhieb. Wir waren nahe der Pfanne und hatten von unserem Platz einen guten Ausblick, obwohl der Blick von der Nachbarsite weil erhöht gelegen, noch etwas besser war.
Wir ruhten uns etwas aus nach der doch immerhin 7-stündigen Fahrt hierher. Gegen Abend umrundeten wir die Pfanne, es waren Springböcke, Oryx, Kudus und vereinzelte Gnus zu sehen. Erst als die Sonne weg war, tauchten auch Löffelhunde und Schakale auf. Zu meiner besonderen Freude entdeckten wir eine braune Hyäne 🙂 Im Gegensatz zur getüpfelten Verwandtschaft hat sie spitze Ohren und ein längeres Fell. Wir konnten sie lange beobachten und schließlich lief sie über die Pfanne und verschwand aus unserem Blickfeld. Wieder ein Tier auf der "imaginären" Liste abgehakt.
Unser Stellplatz von der anderen Seite der Pan gesehen
Die Lichtverhälnisse waren mittlerweile mehr als "bescheiden" 🙁
Wir kochten zum Abendessen Rührei und Würstchen und saßen entspannt am Feuer. Der Mond schien sehr hell, so dass man gut die Umgebung beobachten konnte. Wir bekamen aber keinen unerwünschten Besuch nur ab und an hörten wir die Schreie der Schakale. So schön kann Camping sein 🙂
Teil 1108. Juli 2011
@Fleur Eine gute Wahl. Habt ihr noch andere Plätze gebucht? Uns haben noch die Plätze an der Mabuasehube Pan sehr gut gefallen.
Donnerstag, 12.05.11 70 km KTP Khiding Pan
Um 6.00 Uhr ging der Wecker, wir wollten es mal wieder mit einem Morningdrive versuchen. Einmal um die Pfanne herum, aber wie so oft, hatten wir morgens nicht so viel Glück 🙁 Zurück am Platz frühstückten wir und waren um jeden Sonnenstrahl froh, denn es war sehr kühl. Unser einzelner Nachbar auf Campsite No.1 war schon weit vor uns bei Dunkelheit aufgebrochen und so genossen wir einen ruhigen Morgen. Anschließend brachen wir zur Mabuasehube Pan auf. Dort hielten wir an einem freien Campingplatz und genossen die schöne Aussicht.
Kapborstenhörnchen und Fuchsmangusten gaben nette Fotomotive ab. Überhaupt fanden wir die Plätze rund um die Pan sehr schön erhöht gelegen und immer mit einer tollen Aussicht.
Weiter ging es noch zur Lesholoago Pan, aber auch dort war nichts spektakuläres zu sehen. Nachmittags waren wir faul und lagen in der Hängematte, der Wind war allerdings so frisch, das es mich im Schatten fröstelte. Heute testeten wir den Duschvorhang, den wir ja auch noch dabei hatten. Am Auto war eine Vorrichtung angebracht, wo einfach nur ein paar Halter eingesteckt werden. Kleiner Nachteil wenn der Wind weht, dann klebt das kalte Ding immer an den Beinen. Aber auch dieses Problem wurde durch die Befestigung des Vorhangs am Boden mittels Naturheringen (Holzstücke) gelöst 😉
Nachmittags entdeckte Ralf in den Bauten der Erdhörnchen direkt vor der Toilette eine Schlange. Was einen wieder mal bewusst macht daß man besser aufpasst wo man hintritt. Dafür liessen sich Erdmännchen blicken, die für ein schönes Foto posierten, ganz putzige Gesellen.
Ständige Bewohner der Toilette waren Dickfinger Geckos. Ganz nette Gesellen, wenn auch vielleicht nicht die Hübschesten.
Bevor die Sonne unterging fuhren wir noch bis zur Malatso Pan, die lt. Reiseführer berühmt für ihre braunen Hyänen war. Leider konnten wir keine entdecken. Wir liessen den Tag ausklingen mit einem Gin-Tonic und einem schönen Feuer. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Gurkensalat.
Und gleich gehts mit dem nächsten Tag weiter...an dem wir leider die Mabuasehube Section wieder verlassen
Teil 1208. Juli 2011
Freitag, 13.05.11 225 km KTP Nossob
So langsam verlor sich jegliches Gefühl für Zeit und den Wochentag, das Freitag der 13. war realisierten wir nicht, und eine schöne "Urlaubsroutine" stellte sich ein. So könnte es noch ewig weitergehen. Heute verliessen wir unseren ruhigen Platz und fuhren weiter in den westlichen Teil des Kgalagadi Transfrontier Parks (KTP). Es stand uns eine reichlich lange Strecke bevor. Es waren 170 Km zu fahren, auf Teer wäre das kein Problem, aber hier auf den Pisten mit unterschiedlichstem Zustand war das schon was anderes.
Ein letztes Bild unseres Platzes
Bosobogolo Pan
Wir fuhren über die Bosobogolo Pan und dann begannen ca. 50 Km allerübelste Waschbrettpiste die uns ordentlich durchschüttelte 🤢
Danach wurde es sandiger und die Strecke empfanden wir als nicht mehr so schlimm. Zahlreiche Dünenkämme mussten überwunden werden, immer in der Hoffnung das gerade jetzt niemand entgegen kommt. Wir hatten Glück, denn es begegneten uns doch immerhin 6 Autos.
Anmerkung Ralf: Bei den Dünenüberquerungen kann man sich immer zwischen Pest und Cholera entscheiden. Langsam hochfahren und ggf. steckenbleiben, dafür aber evtl. bei Gegenverkehr schneller stoppen oder mit Schwung über die Dünenkämme und nicht steckenbleiben und über den Rest nicht weiter nachdenken. Wir haben uns für die schwungvolle Variante entschieden 😈 Die entgegenkommenden Autos, allesamt Südafrikaner, haben immer schön Platz gemacht bzw. wir sind zur Häfte raus aus der Spur und sie die andere Hälfte. Aus der Spur zu kommen war sowohl für die Südafrikaner als auch für uns nicht immer leicht, da dabei ja der tiefsandige Mittelstreifen, auch wenn er nicht so aussieht, überwunden werden musste. Mit Low Gear wars aber letztendlich kein Problem.
Am frühen Nachmittag erreichten wir das Camp Nossob. Der Park ersteckt sich über Botswana und Südafrika. In BOTS sind die Camps nicht eingezäunt aber in ZA schon. Wir befanden uns heute in Südafrika, deshalb mit Tor und Zaun. Wir checkten ein und durften den Platz dann frei wählen. Riesige Auswahl gab es nicht mehr, da wir mit Strom gebucht hatten, aber wir fanden schon noch ein nettes Plätzchen.
Hier war halt alles etwas enger aber dafür gab es richtig heiße Duschen. Hier trafen wir auch wieder auf das südafrikanische/deutsche Paar. Sie hatten keine Reservierung und lt. Rezeption war der Platz ausgebucht. Da sie aber innerhalb der Parköffnungszeiten (18.00 Uhr) nirgendwo mehr hinkommen würden, standen sie vor einem Problem. Schlussendlich mussten wir mit unserer Reservierungs-Nummer einspringen, damit sich die beiden einen Platz aussuchen konnten. Das war ja der Witz, denn trotz ausgebucht waren einige Gäste nicht erschienen und deshalb noch mehr als genug Plätze frei. Aber anders hätte es der Rezeptionist nicht einbuchen können. Etwas unflexibel dieses System, fanden wir. Zu abend hatten wir heute eine typische Burenwurst auf dem Grill, wir fanden sie sehr lecker. Ein einsetzendes Gewitter vertrieb uns gegen 20.30 Uhr in unseren Camper 🙁
Fazit zu Mabuasehube: Auch wenn wir nicht so viele Tiersichtungen hatten so ist die Mabuasehube Section doch ein Plätzchen in das wir jederzeit wieder zurückkehren würden (am liebsten gleich morgen) 🙂 Schöne Plätze, tolle Aussicht und vor allen Dingen Ruhe. Das nächste mal würden wir aber auf jeden Fall versuchen zusätzlich einen der Plätze an der Mabuasehube Pan zu bekommen. Am Besten No.1, der liegt leicht erhöht und bietet eine einmalige Aussicht. Daß diese Plätze schnell ausgebucht sind verwundert einen nicht.
Am Montag gehts dann weiter nach Gharagab wo unsere Erwartungen bzgl. Löwen mehr als übertroffen wurde 🙂
Teil 1311. Juli 2011
@Barbara Gern geschehen 😉 Vorfreude ist ja die schönste Freude 🙂
Samstag, 14.05.11 172 km KTP Gharagab
Blöderweise hatten wir gestern unser Holz im Regen vergessen. Das war jetzt natürlich alles nass, auch unsere Stühle waren etwas in Mitleidenschaft gezogen. Frühstück gab es daher draussen im Stehen. Für heute hatten wir eine Reservierung im Gharagab Wilderness Camp und von Nossob aus waren ca. 170 km zurückzulegen. Auf dem Weg dahin trafen wir auf viele Altbekannte, aber wir konnten auch eine Herde Elandantilopen entdecken. Sie waren sehr scheu und flüchteten sofort.
Hans-Schwabe Grab
Tsamma Melonen
Eland
Wir fuhren bis nach Unions End. Hier war die Grenze nach Namibia erreicht, aber es gab keinen Übergang.
Kurz vorher zweigt eine Allradpiste nach Gharagab ab. Wellige 32 km waren es noch bis zum Camp, das aus 4 Selbstversorger-Chalets und einem Wildhüter (Oliver) bestand.
Gemsbok Cucumber
Die Häuschen waren so ausgerichtet, das man das Wasserloch gut im Blick hatte. Zwei waren schon belegt und wir bekamen das dritte. Es gab eine kleine gut ausgestattete Küchenzeile, Kühlschrank und Gaskocher. Im hinteren Teil stand auf jeder Seite ein Bett und dahinter Bad und Dusche. Alles ganz zweckmässig und sauber eingerichtet. Kurze Zeit später erreichten die letzten Gäste das Camp und aus dem (deutschen) Stimmengewirr auf der Terrasse war zu entnehmen, dass es etwas besonderes zu sehen gab. Wir wurden sogleich hinübergewunken und wir konnten einen Löwen, zwei Löwinnen und drei Jungtiere im Gras beobachten. Was für ein Anblick und vor allem, sie waren nicht sehr weit entfernt. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir bei Karin und Hansi auf der Terrasse. Immer wieder stand eine Löwin auf und besuchten auch mal das Wasserloch. Die Kleinen waren im Laufe der Zeit so mutig geworden, das sie sich ganz nahe an die Terrasse heranwagten. Ein wunderhübsches Bild wie sie da so im Gras sassen und sich vorsichtig herantasteten. Dann rief die Mama und alle ausser dem Chef gingen zum Wasserloch. Hier wurde nach Herzenslust gespielt und rumgetollt. Wir konnten uns gar nicht sattsehen. Nach einem kurzen heftigen Löwengebrüll kehrt dann erst mal Ruhe ein.
Die Dunkelheit hatte eingesetzt und wir kochten ein schnelles Abendessen. Es gab lecker Linseneintopf mit Würstchen, so etwas schmeckt uns nur draussen. Den restlichen Abend verbrachten wir auf ein Bier bei unseren Nachbarn. Gesprächsstoff gab es grad genug. Ab und zu liessen die Löwen noch etwas von sich hören. Dann wurde es Zeit ins Bett zu gehen. Heute war es richtig kalt, gut das es noch eine zweite Decke gab.
Der Tag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Er hat unsere Erwartung weit übertroffen 🙂
Teil 1412. Juli 2011
@Hanne In wirklichkeit ist es noch viel schöner 😉 Auf den KTP könnt ihr euch wirklich freuen. Wir sind richtige Fans geworden. @Hansi Schön dass ihr mitlest. Der Tag mit euch in Gharagab bleibt uns unvergesslich und bei dem Erlebnis hält das auch noch laaaaaange an. Aber irgendwann muss man die Erlebnisse wieder auffrischen. Was bleibt einem da anderes übrig als wieder hinzufahren 😛 @Sanne Unvergesslich schön. Von der Unterkunft hatten wir relativ wenig da wir nur Löwen "gucken" waren. Und wenn man so nette Campnachbarn wir Hansi und Karin hat die einen auf den Logenplatz einladen ist es umso besser. Die Kleinen waren nur 2-3 Meter vom Häuschen weg.
Leider verlassen wir Gharagab nun wieder
Sonntag, 15.05.11 147 km KTP Nossob
Die Nacht war ruhig geblieben, von den Löwen war nichts mehr zu hören. Wir kochten Kaffee und frühstückten draussen mit Blick auf ein verwaistes Wasserloch. Wir genossen noch etwas die Aussicht und die Ruhe bevor es auch schon wieder hiess alle Siebensachen zusammpacken und im Auto verstauen.
Wir hielten noch einen letzten Plausch mit den Karin und Hansi, tranken noch einen Abschiedskaffee und fuhren dann aber endgültig los. Der Rückweg bis zum Hauptweg war lange nicht so wellig, dafür mussten mehrere Dünen überwunden werden. Alles kein Problem, aber der letzte Dünenkamm hatte es dann doch in sich, aber Dank Ralfs Fahrkunst, und wohl auch dem Discoverer, kamen wir auch hier locker drüber.
Wir fuhren wieder bis nach Nossob, wo wir noch eine Nacht verbringen wollten. Schwierig gestaltete sich die Entscheidung welche Campsite es denn nun sein sollte, aber letztendlich wurden wir fündig.
Im kleinen Laden frischten wir etwas unsere Vorräte auf, das nötigste wie Brot usw. war vorhanden. Danach gab es eine heiße Dusche, bevor wir noch mal rausfuhren. Gesehen haben wir leider nichts besonderes.
Leider hatten wir keinen Schlauch. Aber so geht das Auffüllen von Wasser auch
Der starke Wind von heute nachmittag hatte sich gelegt, so saß es sich doch gleich angenehmer im Kerzenschein. Wir besuchten kurz den Tierbeobachtungsstand, aber es war nur ein Schakal unterwegs der genüsslich irgendwelche Insekten knirschend verspeiste.
Und gleich gehts weiter nach Rooiputs...
Teil 1512. Juli 2011
Montag, 16.05.2011 206 km KTP Rooiputs
Wir standen bei Sonnenaufgang auf um ab 7.00 Uhr bei der Toröffnung gleich zu einer Morgenfahrt aufzubrechen. Wir waren ganz froh uns im Auto aufwärmen zu können da die Nacht sehr kühl war. Wir fuhren bis zum Kwang Wasserloch, aber wir konnten nichts nennenswertes entdecken und so fuhren wir zurück nach Nossob um zu frühstücken.
Für die nächsten vier Nächte haben wir Rooiputs gebucht. Dieses Camp liegt wieder auf der botswanischen Seite und ist daher nicht eingezäunt. Es waren auch heute wieder über 170 km zurückzulegen und manchmal ist das wenig spaßig wenn die Pisten übelstes Waschbrett sind. Unterwegs sahen wir eine Puffotter auf der Straße, viel hat nicht gefehlt und Ralf hätte sie überfahren. Sie hatte es nicht sehr eilig, so konnten wir sie gerade noch ablichten bevor sie im Busch verschwand.
Leider nur von hinten
Pause in Dikbaardskolk
Bitte nicht füttern
Kuhantilope
Bevor wir das letzte Stück nach Rooiputs unter die Räder nahmen machten wir nochmal Pause in Melkvlei.Der Rastplatz sollte sich in den nächsten Tagen noch zu unserem Frühstücksplatz entwickeln.
Kurz nachdem wir wieder auf der Piste waren, sahen wir ein Auto stehen. Die Insassen machten uns auf einen Geparden aufmerksam. In der Tat stand etwas erhöht auf einer Düne ein Gepard. Er oder sie befand sich auf der Jagd auf die nahen Springböcke. Aber nach kurzem Spurt gab er auf und verschwand aus unserem Blickfeld. Das war unser erster Gepard in freier Wildbahn. Es ist schon erstaunlich. Wir haben schon viele Geparden auf Farmen aus nächster Nähe gesehen und den ein oder anderen auch gestreichelt. Aber um ihn in freier Wildbahn zu sehen mussten wir fünf mal nach Afrika fahren. Aber wir machens ja gerne 🙂
Das gleiche Paar von eben machte uns auf zwei Löwen die nahebei unter einem Baum schliefen aufmerksam. Nicht zu fassen, aber von der Straße wirklich kaum zu entdecken. Die beiden jungen Männchen dösten dahin, bis sich einer auf den Rücken drehte und ihm dabei die Sonne ins Gesicht schien. Das hielt er nicht lange aus und stand auf. So konnten wir ihn gerade ablichten, bevor er wieder in Gras sank. Nun waren sie kaum noch zu sehen.
Gut gestimmt fuhren wir weiter und erreichten Rooiputs am frühen Nachmittag.
Die (Haupt-)Strasse war immer noch gesperrt
Campsite Nr. 2 war unser Platz.
Kurz darauf trafen auf dem Nebenplatz mit dem wir uns Dusche und WC teilen mussten, ca. 5 Autos mit lauter älteren Herrschaften ein. Vorbei ist die schöne Geruhsamkeit, dachten wir. Als dann auch noch zusätzlich zwei Fahrzeuge mit Hänger auf dem gleichen Platz eintrafen, sank meine Laune auf den Nullpunkt 🙁 Warum müssen Südafrikaner immer im Rudel reisen? Die erste Gruppe hatte schon ihre Zelte aufgebaut, als wir merkten, dass die später Eingetroffenen wohl die Besitzer der Campsite waren und die älteren Damen und Herren auf die Nr. 3 gehörten. Diese aber war schon besetzt, der Besetzer war aber abwesend. Nach kurzer Beratschlagung wurden die bereits aufgebauten Zelte zur besetzten Site getragen - es war wie der Auszug aus Jerusalem, sehr lustig anzuschauen. Wir fühlten uns gut unterhalten 😗
Wir waren zufrieden und hatten wieder unsere Ruhe, denn die Besitzer der Trailer waren nahezu lautlos und unsichtbar. Wir brachen dann noch zu einer kurzen Fahrt auf und verpassten so das Eintreffen des Besetzers von Nr. 3. Aber am späteren Abend sahen wir ihn dann mit Sack und Pack auf den letzten freien Platz umziehen. Der Frieden war wieder hergestellt. Es ist aber unter den Reisenden, vor allem aus Südafrika, gang und gäbe sich auf nicht gebuchte Plätze zu stellen. Gott sei Dank sind wir bis dato davor verschont geblieben. Zu Abend gab es die übrigen Nudeln von gestern und ein schönes Lagerfeuer. Dieses war auch dringend notwendig um uns etwas vor der Kälte zu bewahren.
Und morgen schauen wir dann in das Auob-Tal...
Teil 1613. Juli 2011
@Tanja Ich glaube da hatten wir wirklich richtig viel Glück in Gharagab. Am nächsten Tag sind die Löwen kurz durch das Camp und waren dann weg.
Dienstag, 17.05.11 116 km KTP Rooiputs
Vor der Kälte mit mehreren Lagen Klamotten geschützt, haben wir doch glatt verschlafen und sind erst um 7.15 Uhr aufgewacht 🤨 Wir haben erst gefrühstückt und waren froh um jeden wärmenden Sonnenstrahl. Es geht um diese Jahreszeit sicher auch noch kälter, aber uns reicht das vollkommen. Heute fuhren wir nach Two Rivers um unsere Grenzformalitäten zu erledigen. Bis dato sind wir in Botswana vor ca. 2 Wochen eingereist und momentan bewegen wir uns im KTP sozusagen im Niemandsland. Nichtsdestotrotz benötigten wir noch einen Ausreisestempel von Botswana. In Two Rivers befindet sich ein großes Gebäude in dem die Grenzbeamten von Südafrika und Botswana sitzen. Uns wurde gleich am Eingang freundlich der Weg zum richtigen Schalter gewiesen und bekamen den nötigen Stempel. Sicherheitshalber hatten wir auf der südafrikanischen Seite auch noch mal nachgefragt, aber hier gab es nichts zu erledigen.
Unterkünfte in Twee Rivieren
Wir fuhren rüber nach Twee Revieren auf der südafrikanischen Seite und kauften im kleinen Laden noch einige Kleinigkeiten für die letzten Tage ein. Bei einem Kaffee bedachten wir auch die Lieben zu Hause mit einer Postkarte.
Wir fuhren nun in das Auob-Tal bis zum Rastplatz Auchterlonie, legten ein kurze Pause ein und schauten uns noch das Museum an. Besondere Tiersichtungen gab es leider keine.
Museum Auchterlonie
Danach ging es weiter und wir bogen auf die Verbindungsstraße zwischen Auob- und Nossobtal ein. Plötzlich waren wir einer ganz anderen Landschaft, viel grünes Gras und dazwischen leuchtende Dünenkämme.
Wir erreichten den Abzweig bei Kji Kji und bogen in die nur für Rooiputs-Bewohner zu befahrene Piste ein. Nach einigen Kilometern sahen wir entfernt etwas unförmiges braunes am Pistenrand liegen. Das "Etwas" entpuppte sich als Löwe 😛 Erst mal angehalten und einige Sicherheitsfotos geschossen, falls er weglaufen sollte.
Aber unser herannahendes Fahrzeug interessierte ihn keineswegs. Im Gegenteil, er legte sich gemütlich auf die Seite. Wahrscheinlich wären wir noch Stunden später hier so gestanden. Ralf ließ das Auto wieder an und fuhr vorsichtig auf ihn zu, da stand er doch auf und legte sich ins Gras.
Uns würdigte er keines Blickes mehr. Wir fuhren auf unseren Platz und heizten gleich mal den Boiler für eine Dusche an. Tolle Sache, solange es noch warm ist.
Zum wirklich schönen Sonnenuntergang genehmigten wir uns einen Gin Tonic aus den zu Neige gehenden Vorräten 😐
Dann zündeten wir die Kohle an, heute gab es Grillwurst. Plötzlich tauchte noch ein Auto auf. Es war ein deutsches Paar, dessen Campsite von Südafrikanern besetzt war und nun um "Asyl" bat. Wir hatten kein Problem damit dass sie sich noch bei uns mit auf den Platz stellten. Die Beiden waren die Nacht nach uns in Gharagab und erzählten uns dass die Löwen kurz vor Ihrer Ankunft die Gegend verlassen hatten. Da hatten wir echt richtig viel Glück 😛
Der nächste Tag beginnt wieder mit einer Katze und endet mit Lichtspielen in der Nacht 😉
Teil 1714. Juli 2011
@Andrea Einfach die Winterausrüstung (Handschuhe,Wintermütze, Skiunterwäsche) einpacken dann klappt es auch im Mai 😉 @Fleur da sind wir uns ziemlich sicher daß ihr ähnliches erleben werdet
Mittwoch, 18.05.11 212 km KTP Rooiputs
Camper sind Frühaufsteher, so klingelte der Wecker auch mal wieder um 6.00 Uhr. Noch bevor die Sonne aufgegangen war, waren wir schon abfahrbereit. Zähne waren geputzt, Frühstück sollte es später geben. Wir wollten bis nach Melkvlei fahren, dort ist auch ein Rastplatz wo wir dann Kaffee trinken können. Wir fuhren so dahin, bis mein Adlerauge einen Leoparden im Gras entdeckte. Er lief einen Hang hinauf, schade das er so schnell entschwand.
Kurz darauf erreichten wir unseren Rastplatz, den wir lange fast allein für uns hatten. Wir kochten Kaffee und genossen die wärmende Sonne 🙂
Auch die kleinen wollen mal fotografiert werden
Wir fuhren weiter Richtung Nossob um dann bei Dikbaardskolk in Richtung Auob Tal abzubiegen. Kurz nach dem Abzweig konnten wir im Gras einen wunderschönen Löwen mit ganz dunkler Mähne ausmachen. Er lief eine Düne hinauf und legte sich hin. Wenn wir nur Augenblicke später dran gewesen wären, wir hätten ihn nicht mehr sehen können. Ein bisschen Glück braucht man eben auch.
Für ein kleines Mittagessen hielten wir am Rastplatz Kamqua an. Ein Südafrikaner war an unserem Gefährt interessiert, der Discoverer weckt immer wieder das Interesse anderer Reisender. Dabei berichtete er auch von seinen Tiersichtungen auf dem Weg hierher, er kam aus der Richtung in die wir wollten. Hyäne, Löwen und Geparden. Wir fuhren gleich los, in der Hoffnung auch etwas entdecken zu können. Mein gutes Auge von heute entdeckte dann auch einen Geparden, der durchs Gras streifte. Aber bald entschwand er unseren Blicken. Heute konnten wir uns hinsichtlich Tiersichtungen nicht beschweren. Wir fuhren über die Verbindungsstrasse Auchterlonie-Kij Kij wieder zurück zum Campingplatz. Hier war es märchenhaft ruhig, denn es waren alle Gäste abgereist. Im Laufe des Nachmittags kamen nur zwei Fahrzeuge die zwei Plätze besetzten. Wir saßen da mit Bier und Savanna, ich vervollständigte unser Tagebuch und Ralf las in einem dicken Schmöker. Die Sonne ging wieder in den schönsten Farben unter und es wurde Zeit für das Abendessen. Langsam gehen die Vorräte zur Neige und so gab es heute Ravioli aus der Dose. Ralf versuchte den Sternenhimmel zu fotografieren, aber der Mond schien so hell, dass nicht so viele Sterne zu sehen waren 🙁 Dafür konnten wir jetzt schon öfter Sternschnuppen beobachten. Wir machten noch Bilder von uns am Lagerfeuer und experimentieren mit der Taschenlampe in die Luft geschriebene Zahlen.
Gut das auf dem Nachbarplatz niemand war, die hätten sicher gedacht, da sind ein paar Verrückte am Werk 😛
Morgen gibts dann "Steine" auf der Düne und leider den letzten Tag in Rooiputs 🙁
Teil 1815. Juli 2011
Donnerstag, 19.05.11 54 km KTP Rooiputs
Heute Morgen wollten wir noch einmal nach Melkvlei fahren und unser Glück versuchen. Dementsprechend früh waren wir wieder dran. Im Auto mussten wir erst mal unsere ausgekühlten Glieder aufwärmen. Wir fuhren also im Schleichtempo auf dem Bypass Richtung Kij-Kij als Ralf plötzlich "Leopard" rief. Und tatsächlich saß ein wunderschönes Tier ganz nahe auf einem Ast. Leider blieb er nicht sitzen sondern suchte unter dem Geäst nach etwas. Er lief zum nächsten Baum und untersuchte den. Wir nahmen mit etwas Abstand die Verfolgung auf. Es gelangen wirklich gute Bilder von dem schönen Tier.
Wir hatten ihn eine ganze Weile allein für uns, bis er dann in den Hügeln verschwand. Der Tag fing gut an. Wir fuhren dann weiter nach Melkvlei.
Die Schakale waren noch müde
Weiß jemand was das für ein Vogel im Vordergrund ist?
Hier kamen wir mit einem netten Südafrikaner ins Gespräch und tauschten Reiseerlebnisse aus. Wir wollten heute mal nicht weit umherfahren und traten den Rückweg zum Campingplatz an. Auf dem Bypass Richtung Rooiputs trafen wir auf ein südafrikanisches Paar, das schon 4 Wochen im KTP war, und das einen Leopard beobachtete. Vielleicht war es "unserer" von heute Morgen. Sie erzählten uns noch von einer Gepardensichtung etwas entfernt in den Dünen. Mit erhöhter Aufmerksamkeit setzten wir unseren Weg fort. Ich sah auf einer Düne im roten Sand einen "Stein" der wie ein Gepardenkopf aussah. Wir hielten an um mal genauer zu gucken. Zuerst dachten wir wirklich es wäre nichts, aber als sich unsere Augen an die Umgebung gewöhnt hatten, konnten wir drei Geparden auf der Düne sehen.
Einer davon hatte ein Sendhalsband um. Die trägen Kameraden bewegten sich nur selten, waren aber immer aufmerksam. Wir standen bestimmt eine gute Stunde da und beobachteten sie. Aber es war Mittagsruhe angesagt und nichts tat sich. Wir fuhren zu unserem Platz zurück und verbrachten einen ruhigen Nachmittag.
Nochmal unser Platz im Ganzen
Abends verbrannten wir unser letztes Holz in einem schönen großen Feuer. Es gab zu Abend noch mal eine gegrillte Burenwurst und den restlichen Wein.
Der Mond ging heute deutlich später auf, so dass wir einen wunderschönen Sternenhimmel beobachten konnten.
Leider ein bisschen zu lang belichtet 🙁
Anmerkung: Die Südafrikaner von heute Morgen, die bereits 4 Wochen im KTP waren, standen heute auf dem Nachbarplatz. Interessant war, daß an jeder Ecke ihres Platzes eine Lampe stand und sie alle 5 Minuten die Gegend ableuchteten. Da wird man ja selbst ganz nervös 😉 Das permanente Ableuchten der Umgebung haben wir uns mittlerweile abgewöhnt. Da wird ja die ganze Lagerfeuerstimmung zerstört 😗 Was uns noch aufgefallen ist: In den ganzen Tagen die wir auf Rooiputs waren haben wir nie jemanden Abends bzw. im Dunkeln auf die Toilette gehen sehen. Und wir waren immer die letzten die ins Bett gingen. Entweder die Leute haben eine ausgesprochen grosse Blase oder sie benutzen das Buschklo. Der Gang zu Toilette gehört bei uns schon zum Ritual bevor wir uns zurückziehen (und da wird auch vorher die Gegend abgeleuchtet 😄 )
Naja, so hat halt jeder seine Gewohnheiten 😎
Der Urlaub neigt sich jetzt unweigerlich dem Ende zu. Am Montag gehts weiter. Schönes Wochenende
Teil 1918. Juli 2011
Freitag, 20.05.11
KTP Mata-Mata
Leider mussten wir Rooiputs heute verlassen, es hat uns hier sehr gut gefallen. Um 7.15 Uhr war alles zusammengepackt und es konnte wieder weitergehen. Bei Kji Kji sah ich einen Löwen unterm Baum liegen und kurze Zeit später gesellte sich ein zweiter zu ihm. Es waren junge männliche Tiere, bestimmt die beiden die wir vor einigen Tagen auf dem Hinweg nach Rooiputs schon unter einem anderen Baum haben liegen sehen. Die Nacht muss sehr anstrengend gewesen sein, denn beiden sanken sofort seitlich zu Boden und nur ab und zu bewegte sich mal ein Ohr.
Wir ließen die faulen Gesellen weiterschlafen und fuhren bis Auchterlonie auf den Rastplatz um zu frühstücken. Hier sah sich eine Schulklasse von "Pick'n Pay Kids in the Park" gesponsert das Museum an.
Ein deutschsprechender Südafrikaner wollte mal einen Blick in unseren Discoverer werfen, der Wagen scheint Interesse bei den Leuten zu wecken. Für uns ging es dann weiter nach Mata-Mata, wo wir unsere letzte Nacht im KTP verbringen wollten. Auf furchtbaren Waschbrettpisten ging es dahin und wir erreichten das Camp um die Mittagszeit. Unterwegs sahen wir Löffelhunde die mal nicht gleich flüchteten und eine Giraffe. Letztere gibt es wohl nur nahe Mata-Mata. Wir suchten uns einen Stellplatz, aßen eine Kleinigkeit und sahen etwas dem Campingtreiben der Südafrikaner zu.
Unser Gefährt bekam noch etwas Benzin, leider funktionierte schon seit einigen Tagen der Subtank nicht mehr, es ließ sich kein Benzin mehr umpumpen. Gegen Abend fuhren wir noch mal raus, sahen aber nichts aufregendes mehr.
Tarnung ist alles
Als es dunkel wurde wurden die Eulen aktiv und ließen sich auf einem Baum nahe unseres Platzes nieder. Mit etwas Taschenlampenbeleuchtung gelangen auch ganz gute Fotos.
Heute Abend war es sehr kalt und wir verschwanden bald in unserem Camper um noch etwas zu lesen.
Und morgen müssen wir dann endgültig den KTP verlassen...
Teil 2019. Juli 2011
@lilytrotter Ach ihr wart das 😄
So, heute ist Endspurt... Die Reise geht zu Ende
Samstag, 21.05.11 325 km Kalahari Anib Lodge
Die Sonne war noch nicht aufgegangen und wir waren schon wach. Keine 4 °C erreichte Ralfs Temperaturmesser heute morgen, da genossen wir unseren heißen Kaffee gleich doppelt. Wir hatten es nicht so eilig und machten noch mal eine kurze Fahrt in den Park, denn wenn wir nach Namibia ausreisen, gewinnen wir ja wieder eine Stunde. Der Grenzübertritt gestaltete sich problemlos und wir waren wieder in NAM. Kurz nach der Grenze befindet sich ein kleiner Farmstall mit Produkten aus eigener Herstellung und einer guten Fleischauswahl. Wir nahmen noch ein paar Kekse mit und machten uns dann auf der Staubstraße auf den Weg zur Kalahari Anib Lodge.
Wir fuhren durch das Auobtal, ab und zu tauchte mal eine Farm auf, es gab kaum Verkehr und wenn mal ein Auto kam war es weithin sichtbar wg. der Staubfahne.
Wir erreichten die Lodge kurz nach Mittag und wurden sehr nett empfangen. Wir bekamen Campsite No. 3. Es gab noch eine Kleinigkeit zu Mittag und wir saßen auf der Terrasse. Da konnten wir auch die Ankunft einer TUI-Reisegruppe beobachten. Die Zimmerverteilung war wie beim Militär: "Meier.....ja…..Zimmer 8, Mittagessen? Ausfahrt gebucht oder nicht?", dann kam der nächste dran. War nett zu beobachten. Wir verzogen uns auf unseren Platz um das Auto auszuräumen und die Koffer zu packen.
Nachdem diese lästige Aufgabe erledigt war, richteten wir uns auch etwas her und gingen noch an die Bar. Dabei entdeckten wir, dass wir nicht auf Site 3 standen sondern auf 2 – upps, so was ist uns ja noch nie passiert. Das mussten wir gleich an der Rezeption berichtigen. Die Herrschaften für den letzten Platz waren Gott sei Dank noch nicht eingetroffen. Natürlich nahmen wir auch am Abendessen teil, das wie schon vor 3 Jahren in 4 Sprachen angekündigt wurde – in Englisch, Deutsch, Nama und Herero. Wir ließen uns Süßkartoffelsuppe und anschließend ein Oryxgulasch mit Reis und Gemüse schmecken. Wir waren so müde, das wir unseren Wein nicht mehr schafften. Waren der Springbock (Minzlikör mit Amarula) und ein Bier zusammen zum Sundowner daran schuld? Jedenfalls fielen wir schnurstracks in unser Bett.
Fazit KTP: Wir waren das erste mal im KTP und hatten durch die vielen Reiseberichte natürlich auf viel Katzen gehofft. Wir wurden nicht enttäuscht 🙂 Die botswanischen Camps sind preislich (noch) voll und ganz in Ordnung. Ob sich die gewünschte Ruhe und das Gefühl der Einsamkeit einstellt hängt wohl viel von den Nachbarn ab. Die sanitären Einrichtungen sind Botswana Standard. Sauber und zweckmäßig. Wasser ist eigentlich auf Rooiputs vorhanden, allerdings versiegte der Wasserhahn bereits am ersten Tag unseres Aufenthalts 🙁 Also immer genug Wasser dabei haben oder mal zwischendurch nach Twee Revieren fahren und auftanken. Die südafrikanischen Camps können natürlich nicht das Flair eines "wilden" Camps haben. Sie sind aber günstig, sauber, zweckmäßig und für eine zivilisierte Dusche zwischendurch bestens geeignet. Einzig das Camp in Twee Revieren machte für uns den Eindruck einer Feriensiedlung am Mittelmeer. Aber gut, für eine Nacht wird es wohl auch ok sein. Gharagab hat uns supergut gefallen. Die Häuschen sind groß genug, sauber und auch hier stellt sich so etwas wie das Gefühl der Weite und Einsamkeit ein. Wir würden das nächste mal auch gerne die anderen Wildernesscamps ausprobieren. Für uns eine tolle Alternative zum Camping, wenn auch nicht ganz so günstig 😉 Im Park konnte man sowohl mit Pula als auch mit Rand bezahlen. Bei der Bezahlung mit Pula war immer ein gewisser Wiederstand zu bemerken gepaart mit dem Hinweis daß der Wechselkurs nicht so toll wäre und man doch besser in Rand zahlen sollte. 10 Rand kosteten in etwa 11 Pula, wobei nicht ganz klar war wie der Kurs zustande kommt. Wir hatten da den Eindruck daß das manchmal "zufällig" festgelegt wurde. Rand konnten wir problemlos mit einer VISA Card in Twee Revieren holen. Was uns noch auffiel war, daß man sehr leicht mit den, meist südafrikanischen, "Mitreisenden" ins Gespräch kommt. Das liegt wohl daran daß jeder gerne über seine Tiersichtungen berichtet.
Bzgl. Tiersichtungen kann man sicherlich keinen allgemeingültigen Tipp geben. Sonst müssten wir jetzt sagen dass das Auob Tal "katzenfrei" ist und man sich den Aufenthalt dort sparen kann. Hat bei uns gestimmt, bei vielen anderen aber sicherlich nicht. Es kommt wie es kommt. Nur Rooiputs, das müsste für uns immer sein 🙂 Den KTP haben wir in unser Herz geschlossen und ist für die nächsten Jahre sicherlich wieder eingeplant.
Sonntag, 22.05.11 279 km Ondekaremba
Das war die letzte Nacht in unserem Discoverer, schade. Wir machten uns reisefertig und fuhren zum Frühstück in die Lodge. Allzu eilig hatten wir es nicht und genossen noch etwas die Sonntagssonne und streichelten den Hund des Hauses.
Blick über Windhoek
Kurz vor Windhoek passierten wir das Heldendenkmal. Wir bogen ab und wollten mal schauen, aber es musste Eintritt gezahlt werden und wir verzichteten. Also fuhren wir zu unserem Vermieter Asco um das Auto abzugeben. Es war nichts zu beanstanden außer unserem geflickten Reifen, denn der Vermieter verleiht seine Fahrzeuge immer mit unbeschädigten Reifen. Wir mussten rund 150,- Euro für den geflickten Reifen zahlen, der bei unserer Abfahrt noch 9mm Profil hatte. Wenn er nagelneu gewesen wäre, hätten wir über 200,- zahlen müssen. So ganz einverstanden waren wir damit nicht, aber wir konnten daran nichts ändern. Nachdem Asco auch kein Transfer nach Ondekaremba durchführt, ließen wir uns ein Taxi rufen. In schneller Fahrt erreichten wir die Farm. Das Auto des Taxifahrers tat uns schon ein bisschen leid denn die letzten Km zu Farm sind schon etwas uneben und er setzte auch einmal auf. Ebenso mussten wir durchs wasserführende Flussbett fahren, das sahen wir auch zum ersten Mal.
Genau wie im letzten Jahr bekamen wir wieder das Luxus-Chalet (obwohl wir es nicht gebucht hatten. Aber beklagen will man sich ja auch nicht)
Hier trafen wir wieder auf Karin und Hansi und es wurden gleich bei Kaffee und Kuchen die letzten Erlebnisse ausgetauscht. Vor dem Abendessen saßen wir noch in netter Runde mit einigen anderen Gästen am Feuer bevor es dann das letzte Urlaubsabendessen gab. Wie immer mussten wir morgen früh raus, also saßen wir nicht allzu lang.
Montag, 23.05.11 viele km nach Hause
Der Wecker klingelte zu unchristlicher Zeit um 3:45 Uhr, Frühstück gab es um 4.15 Uhr – das ist echt früh. Mit zwei Autos ging es dann zum Flughafen. Die Air Berlin Maschine hatte ca. 2 Stunden Verspätung, d.h. unser Abflug verschob sich von 06:50 auf 08:30 Uhr. Na da hätten wir nicht so früh aufstehen müssen.
Aber auch diese Zeit ging rum und wir nahmen wieder auf unseren XL Sitzen platz. Der Flug verlief sehr ruhig und wir landeten sicher wieder in München wo wir von den Schwiegereltern in Empfang genommen wurden.
Etosha Pfanne voller Wasser
Anflug auf unsere bayrische Heimat
Ende
Noch ein paar Fakten: Gefahrene Kilometer: 4555 Verbrauch Diesel: 14,92 l/100km
Die gefahrenen km waren für uns relativ viel obwohl es uns nicht so vorkam. Aber die Fahrt nach Maun und das Ganze wieder zurück nach Windhoek macht sich dann doch bemerkbar.
Anmerkung zu ASCO: Grundsätzlich war das Fahrzeug in einem guten technischen Zustand (Tachostand 64000 km). Auch wird alles gründlich auf dem Übergabeprotokoll vermerkt wenn man denn auch auf diverse Kratzer hinweist. Also genau schauen bei der Übergabe. Es werden sowohl die Profiltiefe als auch die Reifenmarke auf dem Protokoll vermerkt. Dadurch fiel dann auch auf dass wir den Ersatzreifen montiert hatten (wir haten den geflickten Reifen nicht wieder montieren lassen). Die Philosophie dass Kunden nicht mit geflickten Reifen auf Reise geschickt werden ist generell sehr löblich. Nur wenn wir den geflickten Reifen wieder montiert hätten wäre das keinem Menschen aufgefallen. Der Argumentation wollte bei ASCO aber niemand folgen und so mussten wir den Reifen bezahlen. Dazu gibt es eine Tabelle mit der Reifengrösse und dem Restprofil nach dem sich der zu zahlende Betrag ergibt.
Übergabe: + gründliche Einweisung + Extrawünsche wurden erfüllt z.B. die Toilette zu entfernen + Zustand des Fahrzeugs wurde gründlich protokolliert + Ausstattung des Fahrzeugs (Ersatzsicherungen, Abschleppseil, Druckluftpumpe, Geschirr, Besteck, Bettzeu etc.) + diverse Karten und Infomaterial wurden ausgehändigt + Fahrzeug wurde vollgetankt + sehr freundliches Personal - keine Kopie des Protokolls erhalten - kein Betriebshandbuch im Fahrzeug (haben wir aber erst bemerkt als wir es benötigten)
Abgabe + keine kleinliche Kontrolle des Fahrzeugs +- Fahrzeug wurde wieder vollgetankt (und es gingen tatsächlich noch 5 Liter rein; der Preis pro Liter war der Gleiche wie an der Tankstelle) - kein Transport nach Ondekaremba obwohl ja ein Transport zum Flughafen möglich war(wussten wir aber auch schon vorher); der Dame war es aber eigentlich zu viel ein Taxi zu rufen und hat sie dann erst nach mehrmaliger Aufforderung gemacht
Einziger Defekt war der Subtank, dessen Inhalt sich nicht mehr in den Haupttank pumpen liess ( Sicherung und Kabel waren i.O. soweit wir das kontrollieren konnten). Wenn das schon in der Central Kalahari passiert wäre hätten wir wohl anrufen müssen (SAT Telefon hatten wir dabei). Auch hier hätte evtl. ein Betriebshandbuch geholfen. Wäre sicherlich lustig gewesen mit 80 Liter Diesel im Tank wegen Treibstoffmangel liegen zu bleiben 🤩
Warum der Discoverer nicht mehr angeboten wird? Wir würden vermuten dass der Wartungsaufwand und diverse Reparaturen doch etwas intensiver sind als bei Fahrzeugen mit Dachzelt. Die Kabine und speziell die verwendeten Materialien der Inneneinrichtung machen ja nicht gerade den Eindruck als wenn es für einen "harten" Geländeeinsatz und Dauergebrauch durch Mieter konzipiert wurde. Hier hat ASCO bereits mit eigenen, zusätzlichen Massnahmen Abhilfe geschaffen. So sind z.B. alle Schrauben für die Schranktüren ausgetauscht worden und diverses Klebeband und Silikon am Aufstelldach verschloss die Löcher die durch Schrauben im Mechanismus des Aufstelldachs in die Zelplane gedrückt wurden. Da wir aber insgesamt zufrieden waren,und der Komfort unschlagbar ist, würden wir auf jeden Fall wieder einen Discoverer mieten 🙂
Damit ist unsere Reise zu Ende und wir danken allen Mitfahrern und Mitlesern für die Aufmerksamkeit 🙂 Nächstes Jahr wird es wohl eher gemütlicher werden mit einer Lodgetour auf der klassischen Namibiarunde. Aber da haben wir dann auch ein paar Neulinge dabei und zeigen ihnen die Schönheit des Landes. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die nächste Reise.
Die Zeit bis dahin vertreiben wir uns mit dem Lesen eurer Reiseberichte. Also, immer fleißig schreiben 🙂