Von Grob- zur Feinplanung

7 Antworten · 2'858 Aufrufe · gestartet 19. Juni 2011 von Memmser
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Themenstarter6 Beiträge · seit 201019. Juni 2011 · #1
Hallo,
interessiert lese ich andere Reiseplanungen und -berichte. Da kann man unglaublich viel mitnehmen. Leider bin ich noch nicht für 'meine' Reiseplanung fündig geworden, und wundere mich.

Mein Schatz und ich haben bisher auf allen Reisen (Aussi, USA, SüdAm) nur Flug und Camper gebucht und dann nur grob die Strecken geplant. Wenn es uns wo gefiel, blieben wir ein paar Tage, sonst halt nächsten Tag weiter. Mit dem Camper (4x4) war das bisher auch nie ein Problem - Stellplätze auf Campgrounds gab es immer, halt mal auch einen nicht so tollen, okay.
Nun sind wir zum erstenmal in Afrika, haben einen Discoverer4x gebucht und wollen 4 Wochen von Anfang Oktober (wir übernehmen den Camper Freitags morgens) bis Anfang November bleiben.
Alle bisher gefundenen Reiseplanungen gehen zuerst von WDH in den Süden und dann zum Schluss über den Etosha wieder nach WDH.

Wir wollen es gerne andersherum machen. Nach dem die Regenzeit nicht mehr fern ist, wollen wir so vorgehen:
1. von WDH über Übernachtung in Okonjima zum Anderson Gate
2. ein paar Tage (max 3) im Etosha. Ich habe irgendwo gelesen, dass bald auch der westliche Teil öffentlich gemacht werden soll - stimmt das?
3. Wir wollen bereits in WDH prüfen, wie die aktuelle Situation und Wettervorhersage für Okavango und Chobe sind und uns dann im Etosha entscheiden, ob wir rüber nach Botswana fahren (ich weiß, dass das eine enorme Strecke ist).
Wichtig für uns:
  • Wir wollen keine Malariaprophylaxe nehmen (Repellent und gute Kleidung muss ausreichen) und die Regenzeit darf daher noch nicht eingesetzt haben.
  • Die Berichte über Campsites im Chobe sind sehr unterschiedlich (Tier'überfälle', Diebstahl, ...) - kann man da überhaupt beruhigt campen?
4a. Falls Okavango i.O. ist, dann wollen wir Etosha im Osten verlassen -> Botswana -> und dann wieder zurück nach Grootfontain.
5a. Über Palmwag zur Skeleton Coast. Diese dann Richtung Süden fahren. Swakopmund, Naukluft, Sesriem.
6a. nicht weiter in den Süden runter (dürfte auch zeitlich eng werden, weil wir zwischen 4a und 6a etliche Stopps einlegen werden) und dann über Rehoboth zurück nach WDH.


Alternativ:
4b. Falls Okavango nicht i.O. ist, dann wollen wir den Etosha im Norden oder Westen (falls möglich) verlassen und weiter nach Sesfontain (vielleicht auch zu den Ruacana-Falls)
5b. Wie 5a und 6a. dann noch Köcherbaumwald.
6b. Keetmanshoop -> WDH.


Spricht etwas Wichtiges gegen die Reiseplanung über Norden dann Süden?
Wir finden es generell gut, immer die Höhepunkte an den Anfang der Reise zu legen und optionale Ziele zum Ende hin. Denn nichts ist ärgerlicher, als dass der Rückflug im Nacken sitzt und man ohne alles gewünschte gesehen hat abreisen muss.
Daher - und auch weil die Regenzeit im Oktober im Etosha noch nicht relevant sein sollte - wollen wir zuerst den Etosha in Ruhe geniessen und erst dann die nächsten Zielen anpeilen.

Ist die Alternative 1 (Botswana) in 4 Wochen machbar oder bedeutet das nur Stress?

Ist die Situation mit Campsites wirklich auch im Oktober schon so angespannt, dass man alles vorbuchen sollte?
Ich weiß schon, die Suche nach einem Platz (weil der gewünschte ausgebucht ist) kann zeit-und nervenaufreibend sein. Aber das ist mir bisher nur 1x passiert.


Vielen, vielen Dank für jeder Antwort im voraus.
Memmser
33,1k Beiträge · seit 200619. Juni 2011 · #2
Hallo Memmser
Alle bisher gefundenen Reiseplanungen gehen zuerst von WDH in den Süden und dann zum Schluss über den Etosha wieder nach WDH.
Der Grund ist meistens, dass man so eine Spannungskurve aufbaut, denn für den Großteil der Reisenden ist Etosha das Highlight.
Nach dem die Regenzeit nicht mehr fern ist, wollen wir so vorgehen:
Was hat die Streckenrichtung mit Regenzeit zu tun? Zumal es die Kleine Regenzeit ist, und da regnet es ohnehin eigentlich eher selten (sogar in der letzten "verrückten" Regensaison).
2. ein paar Tage (max 3) im Etosha. Ich habe irgendwo gelesen, dass bald auch der westliche Teil öffentlich gemacht werden soll - stimmt das?
Such dazu mal im Forum, z.B. Stichwort "Dolomite Camp". Gehe mal davon aus, dass Du als Selbstfahrer den Westen bis auf Weiteres nicht selbe befahren darfst.
Wir wollen keine Malariaprophylaxe nehmen (Repellent und gute Kleidung muss ausreichen) und die Regenzeit darf daher noch nicht eingesetzt haben.
Dann fällt Okavango, Chobe und Caprivi aus, denn die sind ganzjährig Malariarisikogebiete unabhängig von einer Regenzeiten.
5a. Über Palmwag zur Skeleton Coast. Diese dann Richtung Süden fahren. Swakopmund, Naukluft, Sesriem.
Das könnt ihr, aber an der SC dürft ihr eh nur auf der einen hauptstraße durch den Nationalpark fahren. Deshalb lieber über Brandberg und Uis fahren. Ist auch landschaftlich reizvoller.
6a. nicht weiter in den Süden runter (dürfte auch zeitlich eng werden, weil wir zwischen 4a und 6a etliche Stopps einlegen werden) und dann über Rehoboth zurück nach WDH.
Also Sossusvlei als absolutes Highlight würde ich mir bei 4 Wochen Namibia keinesfalls entgehen lassen, ebenso z.B. die Naukluft.
Ist die Situation mit Campsites wirklich auch im Oktober schon so angespannt, dass man alles vorbuchen sollte?
Siehe z.B. www.namibia-wiki.com/wiki/Reservieren_-_ja,_nein%3F (Etosha und Sesriem vorbuchen macht durchaus Sinn).

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter6 Beiträge · seit 201019. Juni 2011 · #3
Danke Christian. Bis Sossuslvie und Naukluft wollten wir noch runter. Aber nicht weiter.


Gruß
Axel
zuletzt bearbeitet 20. Juni 2011
3'491 Beiträge · seit 200620. Juni 2011 · #4
Hallo Alex,
einen Wunschtraum muss ich Dir leider zerstören - nämlich den, in 4 Wochen alles Sehenswerte in Namibia und Botswana "abhaken" zu können. Das ist einfach nicht zu schaffen !! - Um aber möglichst viel von Land und Leuten mitzubekommen, rate ich Dir nicht nur zu einer sehr detaillierten Vorfestlegung der Route, sondern auch zur Beschränkung auf eines der beiden Länder. Ich höre so oft die Meinung " So lange bleiben, wie´s einem gefällt" - aber mit dieser Planungsmaxime kommst Du nicht weit - und in Namibia schon gar nicht, weil das Land so wahnsinnig viel zu bieten hat. Du willst mit Okonjima beginnen - prima! Aber wenn Du dort so lange bleiben willst, wie es Dir gefällt, werden Dir sehr schnell die Urlaubstage ausgehen - oder das Geld - oder beides. Dann lese ich den Satz " ein paar Tage (max.3) Etosha" - da sträubt sich mir das Nackenfell !😁 Wenn Dich die Tierwelt Namibias wirklich interessiert, dann solltest Du für Etosha mindestens 6 Tage einplanen, d.h. für jedes Camp 2 Nächte.Das klappt aber im Oktober nur dann, wenn Du vorbuchst, d.h Dich taggenau festlegst. Dabei ist allerdings fraglich, ob Du jetzt überhaupt noch eine Buchung für Oktober bekommst.
Ich kenne all die von Dir bereits bereisten Länder nicht, aber Namibia eigentlich ganz gut. Nach dem, was Du über Deine bisherigen Reiseerfahrungen schreibst, glaube ich sagen zu können, dass Dir die in Namibia nur sehr begrenzt weiterhelfen werden. Namibia wird vor allem dann ein unvergessliches Erlebnis für Dich, wenn Du bei der Planung der Meinung bist, das wird aber stinklangweilig. Bei der Planung selbst aber solltest Du Dir nicht mehr allzuviel Zeit lassen - es wird schon jetzt ziemlich eng.
Gruß Joli
655 Beiträge · seit 200620. Juni 2011 · #5
Lieber Axel,
in punkto Planung sehe ich das sehr anders als Joli. Vll hat es damit zu tun, dass wir auch Camper sind und uns daher unabhängig fühlen und es auch bleiben wollen. Im letzten Jahr waren wir drei Monate unterwegs, und auch bei unseren 8 oder 9 Fahrten seit 1996 haben wir nur sehr selten etwas vorgebucht.
Sehr gut für eine ungefähre Route ist "Trummis Liste", die Du im Buchhandel, z.B.Namibiana, bekommst. Auch die Liste von Thomas Richter, die es online gibt, ist sehr hilfreich. Leider erscheinen viele Planungen bezüglich Namibia oft, als ob es ein "must do" gäbe. Finde ich überhaupt nicht! Wir wählen uns immer wieder regionale Schwerpunkte aus, wo wir tatsächlich bleiben können, so lange, wie wir wollen. Ich denke, das entspricht in etwa Euren bisherigen Reiseerfahrungen, die offenbar auch nach dem Prinzip weniger ist oft mehr gelungen sind.
Wichtig ist halt, dass Ihr immer einen genügenden Trinkwasservorrat habt und auch Dauernahrungsmittel, falls man mal festhängt. Das ist halt ein anderes Reisen, als wenn man von Lodge zu Lodge fährt.
Falls noch Fragen, sehr gerne!!
Viel Freude bei den Vorbereitungen und lb Gruß von Helga
www.blog.goamus.de
www.goamus.org
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6'152 Beiträge · seit 200620. Juni 2011 · #6
Hallo Helga,

- ist ja auch ein Unterschied - ob man wie Du 3 Monate unterwegs ist-
oder nur wie die meisten 2 höchstens 4 Wochen - da muss schon eine gewisse
Planung bezüglich der Unterkünfte und Route fest liegen.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
655 Beiträge · seit 200620. Juni 2011 · #7
Hallo Hanne,
da liegt ein Missverständnis vor, wir waren nur in 2010 für 3 Monate unterwegs. Bei den anderen Reisen schwankte die Zeit zwischen 15 Tagen und 4 Wochen (die auch Axel zur Verfügung stehen). Und gerade deshalb haben wir immer Schwerpunkte gesetzt, die aber nie das ganze große Land umfassten. Für uns ist gerade Namibia ein Land, das jenseits aller vermeintlichen must does unendlich viel bietet, ohne dass man jeden oder jeden 2. Tag wieder auf Achse ist.
Die Reisegewohnheiten und -vorlieben sind halt sehr unterschiedlich.
Lb Gruss von Helga
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Themenstarter6 Beiträge · seit 201024. Juni 2011 · #8
Hallo Helga,
ich werde mir mal die 'Trummis' Liste zu Herzen nehmen. Man kann durchaus mal mehrere Stationen kurz hintereinander legen; aber dann müssen auch wieder Ruhephasen rein - am besten dort wo es richtig toll ist.
Ich habe aber aus den Antworten mitgenommen, dass Okavango und Namibia (ohne den Süden Namibias) nichts für 4 Wochen ist. Das hilft mir auch schon mal viel weiter.
Auch erkenne ich die Notwendigkeit, im Etosha unbedingt zu reservieren (auch wenn ich keine Lodge, sondern nur einen Stellplatz brauche). Dann werde ich das bald mal machen und jeweils 2 Nächte auf den Plätzen Okaukuejo und Halali. Auch will ich im neuen Camp im Westen anfragen (das aber eher spontan, je nach Erfolg Tierbeobachtung).

LG.
Memmser.