HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200820. Mai 2011 · #1
So, da sind wir wieder. 3 Wochen laufen so unendlich schnell. Seit 14. Mai sind wir nun zurück und der Alltagstrott hat uns ganz schnell wieder im Griff. Nun werde ich in den nächsten Tagen natürlich einen Reisebericht hier einstellen und auch ein paar schöne Fotos. Es war wieder ein traumhafter Urlaub mit vielen tollen Eindrücken.
LG
Champagner8'672 Beiträge · seit 201021. Mai 2011 · #2
Na, dann hat es trotz Streikdrohung ja doch geklappt 🙂 Schön, dass du wieder da bist und uns einen Bericht schreiben willst!
HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200819. Juni 2011 · #3
Nun hat es doch etwas länger gedauert, sorry. Hier ist der erste Tag:
Donnerstag (Gründonnerstag), den 21.4.2011 Es ist 5.00 Uhr und ich guckte mit einer gewissen Unruhe zur Uhr. Draußen zwitscherten die Vögel und der Mann aus dem Radio kündigte 24°C an. Herrlich ! Ich guckte meinen Mann an und wollte gerade fragen, was wir denn so unternehmen wollen...Aber da fiel es mir wieder ein: Heute war der Tag auf den wir Wochen und Monate gewartet hatten. Heute ging es ab nach Namibia.
Aus zuverlässigen Quellen wussten wir, dass es in Windhoek seit Tagen regnete, was uns natürlich wenig begeisterte. Wir räumten noch die letzten Sachen zusammen und packten dann doch noch die Regenjacken ein (Mein Mann wollte es unbedingt, gebraucht haben wir sie natürlich später nicht).
Um 10 Uhr kam das Taxi und brachte uns zum Hauptbahnhof. Wir hatten uns entschieden mit dem ICE nach Frankfurt zu fahren. Da wir das Flugticket mit Air Namibia von Frankfurt gebucht hatten, haben wir das Bahnticket selber gebucht und sind gemütlich mit dem ICE 1.er Klasse nach Frankfurt gefahren. Glücklicherweise streikten die Lokführer der DB mal nicht. Pünktlich um 11.24 Uhr fuhr der ICE von Hamburg nach Frankfurt. Insbesondere ich war jedoch etwas unruhig, da Air Namibia seit Tagen mit einem Streik drohte und dieser am Gründonnerstag um 0.00 Uhr beginnen sollte. Mein Mann hatte die Ruhe weg und ich hatte deswegen seit Tagen schlaflose Nächte.
Pünktlich kamen wir in Frankfurt an und fanden auch gleich den Schalter von Air Namibia und siehe da: Von Streik keine Spur ! Jipihh. Wir waren die ersten bei Check-In und bekamen noch Plätze am Notausgang. Pünktlich um 20.10 Uhr startete die Maschine in Richtung Windhoek. Eine langen Nacht mit wenig Schlaf stand uns bevor.
Aber: Nach guten 4 Jahren sollten wir nun endlich bald wieder namibischen Boden unter den Füßen haben und dafür nahmen wir natürlich die Strapazen in Kauf.
Fazit: Air Namibia ist gar nicht so schlecht wie ihr Ruf. Wir waren sehr zufrieden.
HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200820. Juni 2011 · #4
Karfreitag, den 22.4.2011 Pünktlich (womit hatten wir das verdient?) um 5.00 Uhr morgens landeten wir in Windhoek. Alles war nass. Wo war das schöne Afrikawetter? Stockdunkel war es auch noch. Sonst konnte man schon immer im Anflug die Etoshapfanne sehen.
Wir schnappten uns unser Handgepäck und liefen im Eiltempo übers Rollfeld. Wir wollten nicht wieder im letzten Drittel der Schlange am Einreiseschalter stehen. Alles ging diesmal ganz flott am Schalter und wir mussten nur noch ein paar Minuten auf unsere Koffer warten.:)
Der Abholer unseres Autoverleihers (wir hatten uns für Savanna Car Hire entschieden) wartete auch schon auf uns. Wahnsinn, an einem Feiertag, morgens um 5 Uhr, klappte alles reibungslos. Recht schweigsam (wir waren wohl alle drei noch etwas müde) ging es dann zum Autoverleiher. Wir hatten uns für die ersten Tage in Windhoek für einen kleine Toyota Corolla entschieden und erhielten dann allerdings einen Condor. Das war ja nun doch etwas größer, brachte uns aber zuverlässig durch die Stadt. Nach einer kurzen, komplikationslosen Übernahme des Condors machten wir uns auf den Weg zu unserer Familie. Die waren sicherlich hoch erfreut, uns morgens um 7 Uhr zu treffen 😉 . Aber wir waren ja angemeldet. Die nächsten drei Tage standen Familientreffen 🤪 und Sightseeingtouren in Windhoek auf dem Programm. Bei durchschnittlichen 25°C war das natürlich super.
Samstag, den 23.4.2011 Heute stand lediglich ein Stadtbummel auf dem Programm. Mittags gab es einen kurzen kräftigen Regenschauer, ansonsten hatten wir angenehme 22°C und Sonnenschein. Abends war eine Familienfeier angesagt.
Ostersonntag, den 24.4.2011 Dies sollte der erste Ostersonntag ohne Ostereier sein. Irgendwie fehlten sie mir.:(
Nach dem Frühstück sind wir wieder in die Stadt gefahren und haben eine Katutura-Tour gebucht. Um 13.30 Uhr ging es los. Unseren Guide lernten wir zufällig im Craft Center kennen und er hat seinen Feierabend für uns geopfert. Natürlich hat er so auch noch ein paar Dollar extra verdient. Und er hat seine Arbeit wirklich toll gemacht. Es war ein beeindruckendes und teilweise bedrückendes Erlebnis. Aber die Menschen, besonders die Kinder sind alle sehr lebenslustig und fröhlich. Besonders beeindruckend fand ich den „Markt“ in Katutura. Als Vegetarier hätte man dort wohl ein echtes Problem. Das angebotene gegrillte Fleisch haben wir dann aber doch dankend abgelehnt. 😉
So ging auch der Ostersonntag viel zu schnell zu Ende und wir freuten uns auf den nächsten Tag, denn nun sollte unsere Rundreise endlich losgehen.
Oh, das verspricht ein sehr schöner Bericht zu werden - ich freu mich schon sehr auf die Fortsetzung. Reiseberichte zu lesen, verkürzt so herrlich die Warterei auf den nächsten Urlaub 😉
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200821. Juni 2011 · #6
Nachtrag: Die ersten 3 Nächte verbrachten wir in der Casa Piccolo. Eine kleine sehr saubere und gemütliche Pension in einer ruhigen Wohngegend. Im Innenhof befindet sich ein kleiner Pool und ein eingezäunter Parkplatz ist vorhanden. Das Frühstück war gut aber nicht außergewöhnlich. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte. Wir würden dort wieder buchen.
Ostermontag, den 25.4.2011 Heute ging es nun endlich los... Wir tauschten unseren Condor gegen einen 4x4 Toyota Hilux Double Cab. Auch diesmal lief bei der Firma Savanna alles reibungslos. Wir bekamen noch eine kurze Einweisung und ab ging die Fahrt. Unseren Großeinkauf erledigten wir im Pick 'n Pay. Den tollen Super Spar bei der Merua Mall entdeckten wir leider zu spät. 😠 Wir waren ja schon glücklich, dass die Supermärkte am Ostermontag geöffnet hatten. Bei uns in der Heimat wäre daran ja gar nicht zu denken.
Um 11 Uhr befanden wir uns dann endlich auf der B1 Richtung Rehoboth. Unser erstes Ziel für den heutigen Tag sollte Sesriem sein. Nach langem Überlegen entschieden wir uns entgegen vieler guter Ratschläge doch über den Spreetshoogte Pass zu fahren. Es wurde eine aufregende Anfahrt durch dicke Schlammlöcher. Wir wechselten uns mit dem Fahren ab, da mein Mann natürlich ganz heiß drauf war, dass große Auto durch den Matsch zu fahren. Es hat ziemlichen Spaß gemacht 😄 und wir wurden durch einen traumhaften Ausblick belohnt. Unsere schön sauber gewaschenes Auto war nach dieser Anfahrt aber leider nicht mehr sauber. Seine ersten Tests hat es aber mit Bravour bestanden. Wir fragen uns bis heute, wie die VW-Busse und andere, nicht wirklich geländegängige, Fahrzeuge über diesen Pass gekommen sind. Wunderbar, dass von Windhoek kommend auf die schlechten Straßenverhältnisse hingewiesen wurde, aus der Gegenrichtung aber nicht. Da ist sicherlich mancher den steilen Pass aus der Ebene heraufgefahren, hat sich durch die Baustelle gequält, und ist dann auf dem flacheren Teil nicht durch die teilweise wirklich tiefen Matschlöcher gekommen.
In Solitaire hielten wir natürlich kurz an um den leckeren Apfelkuchen zu essen. Wir hatten wirklich Hunger und wir verschlangen ihn förmlich.
325 km später um 17 Uhr, fast mit den letzten Sonnenstrahlen, trafen wir in Sesriem ein und erledigten schnell unsere „Einreise“ und die Kleinsteinkäufe im Shop. Wir bekamen einen Stellplatz direkt am Pool. Das Camp war ziemlich ausgebucht aber die Nacht war ruhig, bis zum nächsten Morgen...
DANKE !!! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!!! Verkürzt die Wartezeit - aber bald habe ich es ja auch geschafft !!!!
Liebe Grüße Antje
Bergzebra165 Beiträge · seit 201022. Juni 2011 · #8
Hallo HH-Deern, Dein Bericht steigert meine Vorfreude. Heute in einer Woche geht es los. So werde ich einen Großteil Deines Reiseberichts erst nach unserer Rückkehr lesen werden. Ich freu mich drauf. Sonnige Morgengrüße aus Hamburg nach Hamburg. Christa
HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200822. Juni 2011 · #9
Antje + Christa: Da könnt ihr Euch wirklich glücklich schätzen. Ihr habt noch einen traumhaften Urlaub vor Euch. Wir müssen leider mit den Erinnerungen leben 😕
HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200822. Juni 2011 · #10
Dienstag, den 26.4.2011 Was für eine erste Nacht im Dachzelt. An Kopfkissen hatten wir natürlich nicht gedacht und so lagen wir platt wie eine Flunder und versuchten zu schlafen. 🤪 Naja irgendwann gewöhnt man sich an alles. Um 3 Uhr morgens (!) sind wir dann aufgestanden und läuteten den Tag ein. Und das im Urlaub. Ich glaube wir waren die ersten im Camp. Zumindest konnten wir ganz gemütlich unsere Siebensachen zusammenpacken.
Pünktlich um 5.15 Uhr fuhren wir dann als erste durchs Tor. Da wir es nicht so eilig hatten wurden wir natürlich von einigen „Rennfahrern“ überholt. An die Geschwindigkeitsbegrenzung hielt sich irgendwie keiner. Wir ließen die Düne 45 hinter uns und trafen kurze Zeit später am Parkplatz ein. Wir überlegten ob wir die 4x4 Strecke selber fahren sollten, waren aber irgendwie zu feige. Also nahmen wir den teuren Shuttle und haben uns hinterher geärgert. Die Strecke hätten wir auch geschafft. 😠
Wir machten traumhafte Fotos und bewunderten das Wasser im Soussusvlei. Nach einem kurzen, mageren Frühstück machten wir uns um 10.30 Uhr auf den Rückweg. Wir wollten ja am heutigen Tag noch nach Koiimasis.
Nach einigen Fotostops auf der schönen D707 trafen wir gegen 15 Uhr auf Koiimasis ein. Alleine die Anfahrt auf dem Farmgelände war schon traumhaft. Überall Gras und eine große Pferdeherde mit Stuten und Fohlen. Es sah aus wie im Paradies. Wir wurden freundlich von Anke & Wulff begrüßt und kauften gleich Oryxfleisch zum Grillen. Wir hatten einen sehr schönen Campsite direkt in einer Schlucht. Ich hielt immer nach John Wayne Ausschau. Er ließ sich aber nicht blicken. 😉 Um 19 Uhr krochen wir müde (tatsächlich) in unsere Schlafsäcke. Es kühlte sehr schnell ab und wir hatten am nächsten Morgen nur 13°C. Damit hatten wir irgendwie gerechnet, denn wir froren in unseren Schlafsäcken doch ganz schön.
HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200823. Juni 2011 · #13
Auf die einfachsten Sachen muß man erstmal kommen. Auch keine schlechte Idee. Wir haben die Badehandtücher genommen und aufgerollt. Ging auch ganz gut.
HHDeernThemenstarter105 Beiträge · seit 200804. Juli 2011 · #14
So, nun geht's weiter:
Mittwoch, den 27.4.2011 Gegen 6 Uhr ging die Sonne auf. Man hörte den Hahn von der Farm aus der Ferne krähen und wach waren wir. Das ist Urlaub! Draußen war es noch ziemlich kalt, mit der Sonne kam dann aber auch schnell die Wärme.
Wir schlüpften in unsere Wanderstiefel und unternahmen eine kleine Erkundungstour auf dem Farmgelände. Um 15 Uhr hatten wir uns mit Anke zum reiten verabredet. Auf Koiimasis werden Quarterhorses gezüchtet und man kann stundenweise geführte Ausritte unternehmen. Die Pferde sind absolut trittsicher und haben uns auf die höchsten Gipfel geführt.
Abends kochten wir uns einen Pott Nudeln und kletterten um 19 Uhr in unser Zelt. Jeder zuhause würde uns für verrückt erklären, aber man hat wirklich das Bedürfnis früh schlafen zu gehen. Naja, wir erzählen es ja auch niemanden 😉 Es versprach auch eine stürmische Nacht zu werden 😉
Tageskilometer keine Tagestemperatur 29°C
Donnerstag, den 28.4. Mann, war das eine Nacht... Es hat ohne Ende gestürmt und ich dachte schon unser Dachzelt weht weg. 😐 Von weiten hörte man schon die Sturmboen, die über die Ebene tobten, sich den Weg in die Schlucht suchten, um dann kräftig an unserem Zelt zu rütteln. 🤢 Um 4 Uhr beschlossen wir die Nacht zu beenden. Wir hatten nur 10°C und froren in unserem Zelt doch ganz schön. Wir warteten also auf den Sonnenaufgang und die wohltuende Wärme.
Ursprünglich wollten wir einen Berg erklimmen, da wir aber unsere Wanderstiefel nicht an hatten und uns das Gras zu hoch war, beschlossen wir einen gemütlichen Vormittag am Camp zu verbringen. Wir beobachten viele Vögel und Steinböckchen. Wir hatten einen zweiten Ausritt geplant und trafen um 15 Uhr bei den Pferden ein. Anke erzählte uns, dass eine Kaltfront über die Farm zieht (Wir hatten es in der Nacht deutlich gespürt), die aber nun vorüber sei und es langsam wieder wärmer werden würde (Na hoffentlich, wir sind doch in Afrika) 🙂 . Wir machten einen zweistündigen, wunderschönen Ausritt und kraxelten mit unseren Pferden auf einen tollen Sundownerhügel 😎 .
Abends legten wir uns noch einen Strauß 😉 auf den Grill und begaben uns dann zeitig wieder in unsere Schlafsäcke. Es kühlte nämlich wieder schnell ab und uns stand eine zweite stürmische Nacht bevor.
Tageskilometer keine (nur auf dem Pferderücken) Tagestemperatur 28°C
Ranch Koiimasis:Eine wunderschöne Farm, mitten in den Tirasbergen. Da es wochenlang guten Regen gab, lag die Ranch eingebettet in dichtem Gras. Die Campsites und die sanitären Anlagen sind super sauber und sehr gepflegt. Hier zahlten wir gerne den etwas höheren Preis. Das Fleisch ist recht teuer aber qualitativ hochwertig und köstlich. Die Kosten für die Ausritte sind ebenfalls recht hoch angesiedelt werden aber durch die wunderschöne Landschaft und das tolle Erlebnis wieder wettgemacht. Wir kommen gerne wieder.