Millionär schrieb:Grüezi,
kann mir bitte jemand eine Frage beantworten.
Ich werde die nächsten Tage in der Etosha sein,
und wollte wissen, ob aufgrund der aktuellen Wetter Situation eine Malaria Vorsorge notwendig ist.
Vielen Dank
Gruss M.
Habe viele Jahre in Tsumeb gelebt und bin unzählige Male in der Regenzeit zu Fuß durch die Etoschapfanne, einschließlich Übernachtung mit und ohne Schlafsack, bin zerstochen worden, aber Malaria habe ich nie bekommen. Ohne Prophylaxe.
Gehe davon aus, es ist wie im Lotto: wenn Du die A-Karte gezogen hast, dann erwischt Dich die Malaria. Nicht jeder Anopheles-Moskito ist infiziert oder Malariaträger. Je mehr Menschen in der Umgebung leben, umso größer ist das Risiko. Weil die Moskitos eben das Blut Infizierter benötigen um Dich infizieren zu können.
Man muß mal davon ausgehen, daß die Einheimischen dem Risiko das ganze Jahr ausgesetzt sind; sie können nicht nonstop Prophylaxe = Antibiotika in sich hineinziehen. Früher haben die Gemeinden in Regentonnen und offenes Wasser immer ein paar Tropfen Petroleum geträufelt, so daß die Moskitos dort nicht brüten können. Leider ist seit der Unabhängigkeit der afrikanische Schlendrian eingezogen und nichts mehr passiert. Deshalb ist danach im Landesinneren für einige Jahre als Folge das Vorkommen von Malaria sprunghaft angestiegen.
Malaria kann einen überall erwischen; es ist eben wie im Lotto. Zu den wirklichen Risikoregionen gehören der Kunene und der Okavango.
Ob jemand sich das jedes Jahr antun will mit der Prophylaxe, bleibt ihm selbst überlassen. Europäische Ärzte gehören aber auch zu den Ratenden; wo sich malariaverseuchte Mücken befinden können auch sie nicht wissen. Da hilft die ganze blinde Arztgläubigkeit auch rein garnichts.
BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)