TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200903. Feb. 2011 · #1Auch wenn es bei der Reiseberichten derzeit geradezu inflationär zugeht, will ich mit meinem Bericht über unsere Reise durch Kenia und Uganda Anfang dieses Jahres jetzt beginnen, ehe die Erinnerungen an die Details zu sehr verblassen.
TanjaH956 Beiträge · seit 200903. Feb. 2011 · #2Jaaaa, immer her damit! Ich freu mich schon 🙂 Speziell bei solchen "Sehnsuchtszielen" 😉
Liebe Grüße aus Österreich!
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200903. Feb. 2011 · #31.Tag
30./31.12.2010
Hannover - Nairobi - Lake Nakuru Nationalpark
163km (in Kenia)
Eigentlich wollte ich im Büro in Ruhe die bis zum Ende des Jahres liegengebliebenen Arbeiten erledigen und mich um 16:00Uhr von dort zum Flughafen in Hannover begeben, wo um 18:30Uhr unsere Maschine nach Amsterdam starten sollte. Um kurz nach 12:00Uhr plötzlich ein hektischer Anruf von Kathrin. Unser Flug wurde gecancelt und wir sind auf die Maschine um 14:30Uhr umgebucht worden. So fluchtartig habe ich noch nie die Firma verlassen.
Ärgerlich war, dass wir nur durch Zufall von unserer Umbuchung erfahren hatten. Hätte Kathrin nicht wegen der Wetterverhältnisse am Flughafen angerufen, hätten wir ganz schön dumm aus der Wäsche geschaut, denn seitens KLM oder Opodo hatten wir keine Benachrichtigung erhalten.
Wir landen pünktlich in Nairobi. Der Flug war sehr angenehm. Wir hatten eine komplette Sitzbank für uns und so konnte sogar ich recht gut schlafen.
Einreise ging schnell. Die Visagebühr ist seit unserer letzten Reise von 50,-US$ auf jetzt 25,-US$ ermäßigt worden. Gepäck ist auch da und in der Halle werden wir schon von Sunworld erwartet.
Um 8:00Uhr sind wir bei Sunworld. Die Fahrzeugübergabe ist in nur 1 1/2h erledigt. Wir haben wieder einen großen Safari-Landcruiser. Dar Wagen hat zwar schon 266.000km auf der Uhr; das sieht man ihm aber nicht an. Die Reifen sind fabrikneu. Die Campingausrüstung ist gigantisch, da fehlt aber auch rein gar nichts. Ich vermute, man bekommt die selbe Ausrüstung, wie die Safari-Guides für die geführten Camping-Safaris. Um die ganze Ausrüstung und das Gepäck unterzubringen wurde die dritte Sitzbank entfernt. So hat man nicht nur riesig Platz fürs Gepäck, sondern auch noch den angenehmen Nebeneffekt, dass die Nationalpark-Gebühren etwas günstiger werden, da sich die Preise fürs Auto oftmals nach der Anzahl der Sitze richten.
Im Uchumi in den Westland machen wir noch einen Großeinkauf und dann geht es 11:00Uhr endlich raus aus der Großstadt in Richtung Rift Valley.
Bei unserer Urlaubsplanung konnten wir noch nicht abschätzen, wie schnell wir loskommen und hatten die Planung für die erste Nacht noch offen gelassen. Entweder Lake Naivasha oder Lake Nakuru.
So gut wie wir in der Zeit lagen hieß dann unser Ziel natürlich Lake Nakuru Nationalpark. Es war dann aber doch schon 14:00Uhr, als wir am Gate ankamen. Grund dafür war der anscheinend doch nicht ausreichende Schlaf der letzten Nacht. Ich brauchte unterwegs unbedingt ein halbstündiges Mittagsschläfchen, um zu verhindern übermüdet im Straßengraben zu landen.
Am Gate wurden wir dann bereits von einem Emfangskommitee erwartet. Die Meerkatzen zeigten weder Scheu noch Respekt. Man durfte das Auto nicht eine Sekunde lang unbeaufsichtigt offen lassen.
[foto: 27604]
Die von uns ausgewählte Campsite am Malaika Waterfall liegt am entgegengesetzten Ende des Nationalparks und so bildete die Fahrt dorthin zugleich unseren nachmittäglichen Gamedrive. Wir entschieden uns, den westlichen Teil des Nationalparks zu erkunden. Dafür ging es zunächst ans Westufer des Sees.
Wir hatten schon mitbekommen, dass dieses Jahr sehr regenreich sei und so zeigte sich der See mit deutlich höherem Wasserspiegel, als wir ihn bislang erlebt hatten. Dies hatte zur Folge, dass viele der Uferwege überschwemmt und unpassierbar waren. Auch schien sich der Salzgehalt des Wasser verringert zu haben - wir sahen jedenfalls deutlich weniger Flamingos als sonst und dafür aber Massen an Pelikanen.
Direkt am Ufer trafen wir dann auch unser erstes Nashorn. In vielen Nationalparks ein Highlight, hier am Lake Nakuru aber Standard. Ich kenne keinen Nationalpark, wo man so häufig Nashörner sieht, wie hier.
[foto: 27603]
Vom See aus ging es durch sehr schöne, aber tierarme Akazienwälder
[foto: 27601]
in Richtung Baboon Cliff. Die Aussicht von hier oben ist immer wieder überwältigend, selbst an diesem dunstigen Tag.
[foto: 27602]
Was uns sehr wunderte, war die komplette Abwesenheit der namensgebenden Paviane. In der Vergangenheit waren sie hier am Aussichtspunkt eine echte Plage. Haben die Ranger hier etwa drastische Maßnahmen ergriffen um die Tiere zu verscheuchen?
Wir bleiben auf dem Escarpment und fuhren zum "Out of Africa"-Lookout. Hier hat man einen weiten Blick über die Ebenen südlich des Sees, die wir dann auch noch an ihrem Westrand befuhren, um zu unserer Campsite zu gelangen. Unterwegs sahen wir große Gruppen Büffel und Impalas. Bei beiden gab es reichlich Nachwuchs, zum Teil noch sehr klein und entsprechend niedlich. Leider weigerten sie sich, anständig für ein Foto zu posieren. Die Büffel standen die ganze Zeit im hohen Gras und die Impalas die ganze Zeit im Schatten. Kleine Mistviecher 😎
Die Campsite ist schon recht gut besucht, was wohl am Feiertagswochenende liegt. Daneben gibt es noch eine große Gruppe Paviane, die aber recht zurückhaltend ist. Zwar nutzen auch die Tiere dieser Gruppe jede Möglichkeit etwas zu klauen, aber sie sind trotzdem recht scheu und nicht aggressiv.
Wir finden einen schönen Platz unter einer großen Akazie.
[foto: 27605]
Das Leitungsnetz der Campsite ist außer Betrieb. Somit entfällt die Dusche. Für die Wasserversorgung steht ein großer Tank mit Wasserhahn zur Verfügung. Die Toiletten bestehen aus einem Loch im Boden.
Wie alle afrikanischen Autos ist auch unser Wagen nicht staubdicht. Da der Lake Nakuru Nationalpark für seinen vielen feinen Staub berüchtigt ist, sieht es schon am Ende des ersten Tages im Fahrzeug aus, als hätten wir die Sahara durchquert.
Zum Abendessen koche ich Rindergeschnetzeltes. Als ich die von zu hause mitgebrachte Tasche mit meiner umfangreichen Gewürzsammlung öffne, muss ich leider feststellen, dass ich erste Verluste zu verzeichnen habe. Das Glas mit den Kräutern der Provence ist kaputt gegangen und der Spender mit den Süßstofftabletten hat sich geöffnet. Da bei dieser Mischung wohl selbst Aschenputtels Tauben mit dem sortieren Probleme hätten, wird sie entsorgt. Es hätte aber auch schlimmer kommen können, habe ich doch auch zahlreiche flüssige Gewürze dabei gehabt.
Wir sind schon längst mit dem Abendessen fertig und wollen gerade ins Bett gehen, da kommt der Ranger mit dem für 18:00Uhr angekündigten Feuerholz vorbei. Naja, dann gibt es halt morgen ein besonders großes Lagerfeuer.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200903. Feb. 2011 · #4Ups, falschen Icon erwischt. Da sollte natürlich ein lachender Smiley hin und kein trauriges Gesicht. Dummerweise bekomme ich es aber nicht geändert. Wer kann mir weiterhelfen?
Birgitt1'667 Beiträge · seit 200903. Feb. 2011 · #5Hallo, Thomas
toll, dass du einen Bericht schreibst.
Freue mich natürlich schon sehr auf den Teil von Uganda.. 🙂
LG
Birgitt
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200903. Feb. 2011 · #6Hallo thomas,
vielen Dank, dass du dir die Mühe mit dem Reisebericht machst. Habe gerade am letzten Wochenende das umfangreiche Kapitel über den Lake Nakuru im Reise Know How gelesen und beschlossen, dass wir da unbedingt (!!!) nächstes Jahr auch Station machen müssen. Habt dort auch Leoparden gesehen? Freue mich schon sehr auf die Fortsetzung und hätte gerne noch persönlich einige Fragen an dich gestellt. Seit ihr übermorgen bei Samberger dabei?
Herzliche Grüße aus dem Weserbergland
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit
www.butterblume-in-afrika.de
dirkmandy290 Beiträge · seit 201004. Feb. 2011 · #7Hallo Thomas,
musste erstmal GoogleMaps befragen, was da überhaupt so ist... Kombination Kenia und Uganda - da fehlte mir noch total der Überblick. Umso mehr bin ich gespannt, wo die Reise wie weitergeht!
Habt Ihr Euch auch hier und da mal eine Lodge gegönnt?
Ach was, ich warte einfach auf die Fortsetzung, da kann ich's dann schon noch früh genug lesen! 😄
LG, Dirk
P.S.: Kann nicht vielleicht Chrigu aus dem traurigen Smiley ein lachendes machen?
Reisebericht:
Namibia 2010/ 2011
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Reisebericht:
Südafrika 2011/ 2012
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200804. Feb. 2011 · #8Hallo Topobär!
Au, ja, mal wieder was über Ostafrika.
Da muss du aber wirklich deinen Trübsal-Heini entfernen
gehe direkt in deinem Anfangspost auf "ändern" und dann änderst du ihn einfach!
Grüße lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200804. Feb. 2011 · #9Hallo Topobär,
danke, denn dieser Bericht platzt mitten in meine Vorbereitung für Kenia 2012. Da wir mit einer größeren Gruppe fahren werden - mindestens 8 Leute - werden wir wahrscheinlich nicht campen. Kannst Du uns auch mal etwas zu den Lodgen und den Preisen auf Deiner Tour sagen? Das wäre bestimmt sehr hilfreich.
Liebe Grüße
Gerd
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200904. Feb. 2011 · #10@Butterblume:
Wir haben auf dieser Reise nur einen Leoparden (teilweise) gesehen.
Auf das Heimspiel bei Samberger hatte ich mich schon sehr gefreut. Allerdings finden am darauf folgenden Wochenende die Norddeutschen Sportklettermeisterschaften (Bouldern) in Hannover statt. Ich bin da Veranstalter und im Routenbauer-Team und morgen Abend müssen wir die Wettkampf-Routen schrauben. Hoffentlich nächstes mal.
@Dirk und Gerd:
Diesmal hieß es bei uns "back to the roots". Bis auf die letzte Nacht in Nairobi, wo wir im wirklich sehr zu empfehlenden Fairview Hotel übernachtet haben, war es ein reiner Campingurlaub. Lodges haben wir nur hin und wieder zum Essen aufgesucht.
@lilitrotter:
Vielen Dank für den Tip - jetzt lacht er. 😄 Mein Fehler war, dass ich die Änderung nicht im Anfangspost versucht hatte.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200915. Feb. 2011 · #112.Tag
01.01.2011
Lake Nakuru Nationalpark
60km
Es ist Neujahr und wir stehen bei den ersten Anzeichen der Dämmerung auf. Man muss halt Prioritäten setzen und die liegen hier ganz klar bei den Gamedrives, weshalb wir gestern schon um 22:00Uhr im Bett lagen und den Jahreswechsel seelig verschlafen haben.
Wir klappen auch nur schnell das Zelt zusammen und machen uns dann rasch und ohne Frühstück auf den Weg zum morgendlichen Gamedrive. Tisch und Stühle lassen wir auf der Campsite zurück, unsere Entsprechung eine Badehandtuchs auf der Poolliege. 😎 Das Ziel der morgendlichen Ausfahrt sind die Grasebenen südlich des Sees.
Unsere frühe Abfahrt wird belohnt; wir sind noch nicht allzu lange unterwegs, da entdecken wir im hohen Gras zwei Löwen. Es handelt sich um junge Männchen - wahrscheinlich Brüder, die vor nicht allzu langer Zeit aus dem Rudel verstoßen wurden. Wir können sie einige Zeit beobachten, unter anderen, wie sie vergeblich versuchen Vögel zu fangen. Dann ziehen sie weiter in ein nahes Wäldchen und entziehen sich unseren Blicken.
[foto: 28172]
Bald darauf ein Nashorn. Es liegt schlafend am Wegesrand und lässt sich durch uns nicht stören. Erst als noch ein weiteres Auto hinzu kommt steht es auf, bleibt aber in der Nähe.
Wir fahren weiter Richtung See und sehen zwei Thommys im erbitterten Zweikampf. Es geht heftig zur Sache, was man diesen niedlichen Gazellen gar nicht zutraut. Leider spielt sich das Ganze im höheren Gras ab, wodurch keine guten Fotos zustande kommen.
Dann sind wir am südliche Seeufer. Hier kommen wir ganz nah bis ans Ufer und können gut die Pelikane bei ihrem gemeinschaftlichen Fischfang beobachten. Wie auf Kommando tauchen alle Tiere der Gruppe Ihre Schnäbel ins Wasser um nach Beute zu keschern.
[foto: 28175]
Natürlich gibt es hier auch Flamingos. Mit denen ist aber weniger los - die stehen einfach nur dekorativ im Wasser.
[foto: 28171]
Was ich mich Frage: "Können Flamingos eigentlich schwimmen?" Ich habe jedenfalls noch keinen schwimmenden Flamingo gesehen. Immer nur im flachen Wasser stehend.
Kurz nach zehn sind wir zurück auf der Campsite, die wir jetzt ganz für uns haben. Alle anderen Camper haben abgebaut und sind weg. Uns knurrt der Magen und ich mache als deftigen Brunch Rührei mit Bacon. Danach genießen wir die Ruhe und suchen uns ein schattiges Plätzchen zum lesen.
So verbringen wir die Zeit bis zum nachmittäglichen Gamedrive. Zwischendurch machen wir einen kleinen Spaziergang zum nahe gelegenen Malaika-Wasserfall. Normalerweise ist er zu dieser Jahreszeit trocken, aber der ungewöhnlich viele Regen dieses Jahr sorgt dafür, dass zumindest ein kleines Rinnsal in die Tiefe fällt.
[foto: 28173]
Man kann sogar hinter den Wasserfall gehen. Ich hatte auch mit einem Bad in dem Pool unter dem Wasserfall geliebäugelt, kann aber angesichts der trüben Brühe gut darauf verzichten.
Um 15:00Uhr starten wir zum nachmittäglichen Gamedrive. Eigentlich noch etwas zu früh, aber wir hatten einfach keine Geduld mehr, noch länger auf der Campsite rumzusitzen.
Unser Ziel für diese Tour ist das Ostufer des Sees und der darüber aufragende Lion Hill. Wir sind noch keine zwei Kilometer gefahren, da entdecken wir ein Löwenrudel unter einem Busch. Die schlafen alle tief und fest - nix los. Wir beschließen später noch einmal vorbei zu schauen.
Am Ostufer gibt es nur wenige Tiere und auch auf dem Lion Hill ist zunächst nichts los. Der Aussichtspunkt mit Picknick Site ist ganz nett und wir nutzen sie auch Ihrer Bestimmung gemäß. Man hat einen sehr guten Blick über den See, allerdings ist es zu trübe, um gute Fotos zu machen.
Dann sehen wir doch noch ein Tier in den Hügeln. Wieder steht ein Nashorn am Wegesrand.
[foto: 28174]Hat ganz schön zerfledderte Ohren.
Hier im Lake Nakuru Nationalpark sieht man wirklich mehr Nashörner als sonst in einem ganzen Urlaub.
Wieder zurück in der Ebene sehen wir einen komplett von Autos umzingelten Löwen. Er hat sich schon ganz in die Büsche verkrochen und so machen wir uns gleich wieder auf den Weg zu unserem Löwenrudel vom frühen Nachmittag. Das liegt noch immer faul unter dem gleichen Busch.
Mit Löwen hatten wir diesmal wirklich Glück. Bislang hatten wir bei allen Besuchen im Lake Nakuru Nationalpark keinen einzigen Löwen gesehen und ich bezweifelte schon, dass es diese Katzen dort überhaupt gibt. Der Beweis wurde eindrucksvoll erbracht.
Der Sonnenuntergang, so man ihn überhaupt so nennen konnte, war unspektakulär, so dass wir gleich zur Campsite fuhren.
[foto: 28170]
Dort angekommen staunten wir nicht schlecht, hatte doch eine aus 11 Autos bestehende Gruppe britischer Afrikadurchquerer hier eine kleine Zeltstadt errichtet. Zu deren Ehrenrettung muss ich aber anmerken, dass sich die Gruppe sehr zurückhaltend verhalten hat, so dass sie kein bisschen störten.
Das Lagerfeuer war an diesem Abend wie erwartet etwas größer, mussten wir doch die Menge für zwei Abende verfeuern.
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200615. Feb. 2011 · #12Topobär schrieb: So fluchtartig habe ich noch nie die Firma verlassen.
das unterscheidet uns wohl - ich tue das jeden Tag 😄
Danke schon mal das ich nun nach Uganda darf, wenn auch nur virtuell.
Ich finde es äusserst spannend an solchen Reisen teilzuhaben, und werde
deinen Bericht geniessen.
Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
Kiwi298 Beiträge · seit 201015. Feb. 2011 · #13Hallo Topobär,
vielen Dank für deinen Bericht mit den tollen Nashornbildern!
Dein Schreibstil macht neugierig auf mehr...
Viele Grüße Kiwi
Reisebericht: Afrika- Ein Traum wird wahr !!!
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/175448-afrika-ein-traum-wird-wahr--1212-01012011.html
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was berichten....
Matthias Claudius
bilo287 Beiträge · seit 200915. Feb. 2011 · #14Hallo Topobär,
danke für den schönen Reisebericht. Wir waren auch schon ein paar Mal im Nakuru NP und haben auf der Campsite an den Makaliafalls gezeltet. Ein schönes Fleckchen Erde!!!
Topobär:
Da der Lake Nakuru Nationalpark für seinen vielen feinen Staub berüchtigt ist, sieht es schon am Ende des ersten Tages im Fahrzeug aus, als hätten wir die Sahara durchquert.
Der Name Nakuru ist eine Ableitung von
"en-akuru",einem Maasai Wort, und bedeutet wirbelnder Staub.
Topobar:
Mit Löwen hatten wir diesmal wirklich Glück. Bislang hatten wir bei allen Besuchen im Lake Nakuru Nationalpark keinen einzigen Löwen gesehen und ich bezweifelte schon, dass es diese Katzen dort überhaupt gibt. Der Beweis wurde eindrucksvoll erbracht.
Löwen haben wir auch noch nie im Nakuru NP gesehen.:(
Dafür begegnet man dort reichlich Breit- und Spitzmaulnashörnern, die dort ja besonders von Rangern beacht werden.
Ich bin schon gespannt, wie es weiter geht. Wie lange seid ihr denn im Nakuru NP gewesen?
Schöne Grüße
Birgitt
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200916. Feb. 2011 · #15Hallo Birgitt,
vielen Dank für die Erklärung zur Bedeutung des Namens "Nakuru". Sowas finde ich immer sehr interessant.
Wir waren zwei Nächte im Lake Nakuru Nationalpark. Unser nächstes Kapitel (Reisetag) wird dann von der Fahrt nach Uganda handeln.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Feb. 2011 · #163.Tag
02.01.2011
Lake Nakuru Nationalpark - Jinja
465km
Im Gegensatz zum gestrigen Sonnenuntergang ist der heutige Sonnenaufgang sehr stimmungvoll, wobei ich aber leider aufgrund des Campabbaus das fotografieren vergesse.
Zeitig kommen wir los und nutzen unsere Ausfahrt aus dem Nationalpark zu einem letzten Gamedrive. Es zeigen sich die üblichen Verdächtigen.
[foto: 28385][foto: 28386]
Bei der Strecke von Nakuru nach Jinja fahren wir auf dem Transafrican Highway. Das lässt auf viel Verkehr und eine gut ausgebaute Strecke schließen. Leider bestätigt sich aber nur ersteres.
Auf den ersten 50km lässt sich aber noch nicht ahnen, was noch so alles auf uns zukommen sollte. Der Asphalt ist in perfektem Zustand und bei Steigungen gibt es immer eine Kriechspur, so dass die LKWs bequem überholt werden können.
Danach gibt es dann alles, was kenianische Fernstraßen so im Repertoire haben: 20cm tiefe Spurrinnen, bei denen ein normaler PKW in der Mitte aufsitzen würde; Badewannengroße Schlaglöcher und als Krönung Wellblech. Ja Ihr lest richtig, hier gibt es sogar im Asphalt Wellblech und zwar nicht so kleine Riffel, wie man sie von Namibias Staßen kennt. Diese hier sind von LKWs und entsprechend groß.
Dazu hat es dichten LKW-Verkehr. Da die Geschwindigkeit der Laster sehr niedrig ist, muss man ständig überholen, will man vorwärts kommen. Bei den kurvigen Bergstrecken und den beschriebenen Straßenzuständen ist man so fast die ganze Zeit unter Anspannung. Die Gefahr einzuschlafen besteht auf dieser Strecke definitiv nicht.
Die Grenze zu Uganda kündigt sich frühzeitig an. Bereits mehr als 10km vor der Grenze stauen sich die LKW. Ich möchte mal wissen, wie lange die hier auf ihre Abfertigung warten.
[foto: 28384]
Glücklicherweise braucht uns dieser LKW-Stau nicht zu kümmern, wir fahren daran vorbei. An der Grenze gönnen wir uns einen der offiziell lizenzierten Helfer. Kostet uns nach handeln 15US$ und ist den Preis wert. Er schleußt mich zügig durch eine Vielzahl von Büros, wo ich eine genauso große Vielzahl von Formularen ausfüllen muss, die dann mit noch mehr Stempeln versehen werden. Das System ist nur schwer zu durchschauen, aber nach nur einer Stunde sind wir in Uganda. Das hätte allein unter Garantie erheblich länger gedauert.
Während ich den Behörden-Marathon absolvierte versuchten diverse jugendliche Händler Kathrin etwas zu verkaufen. Wer Kathrin kennt, weiss, dass sie da auf Granit gebissen haben. Als das geklärt war fingen sie mit Kathrin an über den deutschen Fußball zu fachsimpeln, wobei sie zu diesem Thema ein größeres Fachwissen aufweisen konnten als meine Frau. 😄
Die Straße in Uganda präsentierte sich wesentlich leerer und in einem perfektem Zustand. Dies sollte für die meisten Asphaltstraßen Ugandas gelten.
Gleich am ersten Roadblock wurden wir angehalten - nach dass kann ja was werden. Aber man hieß uns nur herzlich wilkommen in Uganda, erzählte uns, dass alles Straßen in gutem Zustand und sicher zu befahren seien und wünschte uns eine gute Reise. Wir wurden auch kein weiteres Mal in Uganda angehalten.
Im letzten Licht des Tages erreichten wir unsere Unterkunft "The Haven" 19km nördlich von Jinja.
The Haven
Traumhafte Unterkunft am westlichen Ufer des Nils. Betrieben von einem Deutsch-britischen Paar. Voranmeldung notwendig. Es gibt Bungalows und man kann auch sehr schön auf einer Wiese über dem Fluß campen. Das Waschhaus ist picobello sauber.
Wir hatten bereits bei unserer Voranmeldung erfahren, dass das Restaurant aufgrund einer geschlossenen Hochzeitsgesellschaft nicht zugänglich sei, man uns aber selbstverständlich trotzdem willkomen heißt und auch bewirten würde. Das sah in der Praxis dann so aus, dass rings um unseren Campingtisch Petroleumlampen aufgestellt wurden und uns dort ein excellentes 3-Gänge Menü kredenzt wurde. Selbstverständlich mit einem guten Wein. Besser hätte es auch im Restaurant nicht sein können. Lediglich die Bedienung hatte einen erheblich weiteren Weg.
Wir können diese Unterkunft uneingeschränkt empfehlen.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200925. Feb. 2011 · #174.Tag
03.01.2011
Jinja - Lake Albert Safari Lodge
393km
Als Frühaufsteher erleben wir auch heute wieder einen traumhaften Sonnenaufgang.
[foto: 29039]
Es sollte sich über die gesamte Reise so fortsetzen, dass wir herrliche Sonnenaufgänge hatten, während die Sonnenuntergänge unspektakulär waren, oder ganz ausfielen. So kam es auch zum Titel dieses Reiseberichts.
Jetzt im Tageslicht konnten wir die sehr schöne Anlage von "The Haven" auch richtig würdigen. Wir standen auf einer, durch große Bäume aufgelockerten Wiese, direkt über dem Nil. Frühstück gab es unter einem Jackfruit-Baum.
[foto: 29041]
Hier könnte man sicher auch einen ganzen Tag relaxen, aber für uns war Jinja nur eine Durchgangs-Station. Wir haben heute viel zu erledigen und machen uns dem entsprechend früh auf den Weg.
Als erstes steht Kampala auf dem Plan - Einkaufen und Abholung des Gorilla-Permits bei der Nationalparkbehörde. Unser Plan sieht vor, nicht auf direktem Weg zur in der Innenstadt gelegenen Nationalparkbehörde zu fahren, sondern zunächst auf den Northern Bypass und von diesem aus die kürzeste Strecke zur Nationalparkbehörde zu fahren. Diese Variante stellte sich als goldrichtig heraus.
Unterwegs kamen wir auch an einem großen modernen Supermarkt von Tuskys vorbei, wo ich außer Alkohol alles bekam, was wir suchten. Nach Erfahrungen auch in anderen Städten und in Kenia, scheint Tuskys grundsätzlich keinen Alkohol zu führen.
Auch die Abholung des Permits klappt entgegen meiner Befürchtungen reibungslos und so sind wir schon nach weniger als zwei Stunden wieder raus aus Kampala und auf der Straße nach Hoima.
Entgegen der Reise-knowhow Karte ist die Straße von Kampala nach Hoima komplett asphaltiert, so dass wir zügig vorankommen. Der Grund dürfte wohl in den neu erschlossenen Erdölvorkommen rings um Hoima liegen. Die Landschaft ist hügelig, abwechslungsreich und sehr grün. Wir genießen die Fahrt.
In Hoima scheint die Erfindung von Straßenschildern noch nicht angekommen zu sein, so dass wir die richtige Piste Richtung Lake Albert nur durch Nachfragen finden. Diese ist dann aber gut zu fahren.
Unterwegs begegnen wir immer wieder Hirten mit den für Uganda so typischen Ankolerindern.
[foto: 29035]
Kurios sind die Rinder/Menschen-Transporter, denen wir immer wieder begegnen. Zunächst werden die Rinder so eng auf die Ladefläche eines LKW gepfercht, dass diese wirklich lückenlos gefüllt ist. Auf diesen lebenden "Boden" kommen dann die menschlichen Passagiere. Das Gepäck wird auf das Dach des Fahrerhauses gebunden. Ist nicht ganz mit den europäischen Vorstellungen kompatibel.
Gegen 15:00Uhr erreichen wir das Escarpment, können aufgrund des starken Dunstes den Lake Albert eher erahnen als sehen. Dann noch eine letzte Weggabelung, die Chance steht 50:50 und wir landen in einem Fischerdorf anstatt in der Lodge. War klar!
Die 10km zurück und den anderen Weg eingeschlagen. Bald darauf fahren wir in das private Wildschutzgebiet der Lodge. Das Gras steht hier entweder mannshoch oder ist abgebrannt, so dass es kaum Tiere zu sehen gibt. Es schauen nur hin und wieder die Köpfe einiger Uganda-Kobs aus dem Dickicht.
Dann sind wir endlich da und richten uns auf der Campsite der Lode ein. Es ist sehr heiss, der wärmste Tag der Reise.
Nachdem das Zelt steht, gehe ich auf Fotopirsch auf der Campsite, denn es gibt reichlich Vögel.
[foto: 29036]
Als ich mir danach ein wohl verdientes Feierabendbier gönnen will, erlebe ich eine böse Überraschung. Bei einer der Bierflaschen war der Kronkorken undicht, natürlich genau bei der Flasche, die kopfüber im Kühlschrank stand. Der Bier schwappt jetzt darin umher, sofern es nicht schon als Bier-Eis an den Wänden gefroren ist. So lässt sich der Kühlschrank nur teilweise reinigen, da wir ihn nicht abtauen wollen - lecker. 😵
Gerade an diesem Tag hatte ich auf einen grandiosen Sonnenuntergang über dem Lake Albert gehofft. Der fiel aber leider aus. Die Sonne verschwand schon weit über dem Horizont im dichten Dunst.
[foto: 29040]
Zum Abendessen gingen wir in die Lodge. Wo wir auch den restlichen Abend am Lagerfeuer mit Blick auf den See verbrachten. Hier waren seit Einbruch der Dunkelheit hunderte Lichtfischer auf dem Wasser - ein märchenhafter Anblick.
Lake Albert Safari Lodge
Die Lodge liegt sehr einsam im privaten Kabwoya Wildlife Reserve direkt an der Abbruchkante des Steilufers, 60m über dem See.
[foto: 29038]
Die Campsite liegt nur 300m von der Lodge entfernt, ebenfalls direkt auf dem Steilufer.
[foto: 29037]
Die Sanitäreinrichtungen waren sehr sauber. Als wir ankamen wurde sofort noch einmal alles komplett geputzt. Es gibt allerdings kein Warmwasser, wobei das kalte Wasser auch nicht wirklich kalt war. Uns hat es bei den herrschenden Temperaturen jedenfalls nicht im geringsten gestört.
Zum Abendessen und zum Frühstück am nächsten morgen haben wir die Lodge genutzt. Das Abendessen war ein Traum, das Frühstücksbuffet dagegen eine Enttäuschung.
Das Personal der Lodge ist sehr herzlich.
Auf der Lodge hat es auch einige zahme Tiere. So zum Beispiel eine Sitatunga. Normalerweise gelten diese Antilopen als extrem scheu, was man von diesem Exemplar aber wahrlich nicht behaupten konnte.
[foto: 29042]
Mit der Dunkelheit kam dann noch ein zahmer Kingfisher. Leider weiss ich nicht, was für einer es ist. Vielleicht kann da ein Vogelfreund aus dem Forum weiter helfen.
[foto: 29043]
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200825. Feb. 2011 · #18Hallo, Topobär!
Dein zahmer Kingfisher ist ein Grey-headed Kingfisher und der andere ein Red-throated Bee-eater.
Und weißt du, solche Sonnenuntergänge im Dunst sind doch einfach wunderschön, - so eine verwunschene Stimmung! Dagegen sind die anderen, knackig roten viel zu „aufdringlich“… - aber natürlich lieben wir die genauso.
Schöne Bilder.
Grüße lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
bilo287 Beiträge · seit 200925. Feb. 2011 · #19Hallo Topobär,
das Foto vom Grey-headed Kingfisher mit dem schwarzen Hintergrund finde ich genial schön!
Und auch die Ankolerinder mit ihren mächtigen Hörnern sind sehr beeindruckend. Habe davon noch nie gelesen, geschweige denn Bilder gesehen.
Der Sonnenuntergang am Lake Albert gehört sicher nicht zu den spektakulären, die man sonst in Afrika erwartet. Aber ich stimme Lillytrotter zu, das Dunstige hat was!:)
Schöne Grüße
Birgitt
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200928. Feb. 2011 · #20@Lilytrotter:
Vielen Dank für die Bestimmung der beiden Vögel.
@Lilitrotter und Bilo:
Bei Sonnenuntergängen stehe ich mehr auf "Blut & Eiter". 😎