Was tun im Notfall?

32 Antworten · 18,3k Aufrufe · gestartet 04. Mai 2006 von sungirl
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Themenstarter9 Beiträge · seit 200604. Mai 2006 · #1
Hallo Safari Fans!

Zuerst mal ein großes Lob an dieses Forum. Habe schon einige nützliche Sachen erfahren können. Jetzt habe ich aber doch noch ein Frage die mich beschäftigt (andere kommen bestimmt noch 😉

Wir wollen im Okt/Nov zu zweit 4 Wo mit 4x4 und Dachzelt Namibia und Botswana erkunden. Ist unsere erste Reise dieser Art. Jetzt überlegen wir natürlich was wir alles dabei haben sollten bzw beim Mietwagenverleiher buchen sollten. Wie sieht es z.B. mit Satellitentelefon aus? Hattet ihr sowas schon mal dabei?
Was ich bis jetzt so weiß, ist Botswana ja nicht gerade ein überlaufendes Touristenland mit guter Infrastruktur. Genau deshalb wollen wir ja auch hin, um das wilde Afrika zu erleben. Allerdings will man sich auch nicht unnötig zuviel Risiko aussetzen. Was mach ich also wenn ich vom Skorpion gebissen werde oder mir das Bein breche oder was auch immer? Das passiert ja oft ganz schnell und hat nicht immer was mit Unachtsamkeit und schlecht vorbereitet sein zu tun. Gibt es z.B. sowas wie nen Flying Doktor Service der einem im Notfall dann zum Krankenhaus fliegt? Aber wie kann ich den dann verständigen? Handy wird ja nicht allzu oft funktionieren... Wenn ich eine Autopanne habe muß ich ja auch irgendwie den Vermieter erreichen können ohne 10 h durch die Wüste laufen zu müssen.

Oder ist Botswana (wir sind hauptsächlich in den NPs im Norden) doch so gut besucht, dass man im Notfall einigermaßen schnell jemand erreichen kann der einem dann weiterhelfen kann? Sei es nun Einheimische, Ranger oder Touristen...

Über paar Erfahrungen/Tipps wär ich froh!

Gruß
Diana
42 Beiträge · seit 200604. Mai 2006 · #2
Hallo Diana

Im Okt/Nov ? Du wirst Dich wundern, wie 'überlaufen' es gerade im Chobe NP zu der Zeit ist.
War gerade (im April = Nebensaison) dort und von Einsamkeit keine Rede. Du triffst die Individualreisenden sowie die Guides der Lodges öfter als Dir lieb sein wird, behaupte ich mal.

Also in Sachen Sicherheit brauchst Du Dir nicht allzu große Sorgen machen.
Sat-Tel habe ich keine Ahnung, kann man aber wohl schon dort leihen?!
Handy (unser D1) funktionierte in Bot garnicht! Andere Frequenz?

Für weitere Fragen bist Du hier vollkommen richtig 😄

Gruß
Andreas
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852 Beiträge · seit 200604. Mai 2006 · #3
Hallo Diana!

Ist nicht so einfach zu beantworten, denn jeder hat ja ein eigenes Sicherheitsempfinden. Wenn Ihr richtig sicher gehen wollt jederzeit Hilfe zu holen, dann gibt es nur ein Satphone! Euer Autovermieter kann Euch da weiterhelfen, in Windhuk gibt es das auch zum Leihen! Ob Ihr das wirklich braucht hängt auch von Euer Route ab. Wir haben ein Satphone dabei, da wir überwiegend in abseits gelegenen Gegenden sind, wo wir manchmal über viele Tage niemand treffen, außerdem brauchen wir ständigen Kontakt nach Deutschland. Es gibt eine Notfallnummer, einen Flugrettungsdienst.Ich kann die Nummer raussuchen. Die Mietpreise kenne ich leider nicht, da wir unser eigenes haben, es wird aber nicht Euer Sparkonto plündern.

Gruß Christian

Hab noch mal geschaut, also der Mietpreis liegt so um 150€ für drei Wochen von D aus. Ein Beispiel:
http://www.iridium.eu.com/
Ihr braucht unbedingt ein Iridium-telefon, wg. der Netzabdeckung.<br><br>Post geändert von: GaiAs, am: 04/05/2006 15:45
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Themenstarter9 Beiträge · seit 200604. Mai 2006 · #4
Danke erst mal für die Antworten. Das ging ja schnell! Ich werd mich mal erkundigen was denn das Ausleihen so kostet oder wo man sowas überhaupt herkriegt. GPS kann man sich ja auch leihen. Für Empfehlungen bin ich aber natürlich dankbar.
@Christian: wär super wenn Du mir noch mehr Infos zu dem Flugrettungsdienst geben könntest!

Viele Grüße
Diana
931 Beiträge · seit 200604. Mai 2006 · #5
Hallo Diana!

Ich denke auch das es zum einen auf euer persönliches Sicherheitsbedürfnis ankommt, zum anderen aber auch die Route und Reisezeit eine Rolle spielen. Es kann euch durchaus passieren das ihr in den einsamsten zig andere Reisende pro Tag seht, genauso gut kann euch aber auch 2 Tage niemand begegnen. Eine Garantie gibt es nicht.

Wir haben auch ein (eigenes) Satphone dabei, aus den gleichen Gründen wie Christian. Und parallel dazu auch noch ein Funkgerät. Normale Handys funktionieren außer in größeren Orten und den Hauptverbindungsstraßen nicht - oder auch gar nicht wenn man den falschen Provider hat...

Einen guten Überblick gibt es hier:

http://www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/index.shtml

Allerdings nutzt das Telefon alleine gar nichts. Man muss auch wissen wen man anrufen kann bzw. muss. Einen Flying Doctor Service als halbstaatliche Organization gibt es nicht. Die Flugrettungsdienste sind alle privat. Man muss sich also entsprechend versichern. Ohne Kostenübernahmeerklärung setzt sich von denen sonst keiner in Bewegung. Entsprechende Versicherungen bieten manche Autovermieter an. In diesem Fall müsst ihr dann darauf achten das auch Namibia UND Botswana abgedeckt sind. Eine andere, sehr professionelle Alternative ( wenn auch nicht billig) ist International SOS (www.internationalsos.de) .

Gruss

Ulli
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449 Beiträge · seit 200604. Mai 2006 · #6
Ich habe noch nie ein SAT-Telefon mitgenommen, ich gehe eigentlich immer davon aus, dass man mich irgendwann finden wird. Daher - immer genügend Wasser und Nahrung mitnehmen (Kühlbox beim Autovermieter leihen). Bin seinerzeit zur Deception Valley Lodge gefahren entlang des Kuke Fence, das ist sicherlich ein komisches Gefühl, weil dort wirklich KEIN Verkehr herrscht. Aber wir waren in der Lodge angekündigt und man wusste, woher wir kommen. Man hätte die zahlenden Gäste wohl irgendwann gesucht.
Ich maile die Lodges in der Regel vorher an, von wo ich komme und welchen Weg ich zu nehmen gedenke !

Abgesehen davon ist grundsätzlich empfehlenswert, eine private Auslandskrankenversicherung abzuschliessen inkl. Rettungs- und Bergungskosten (siehe auch der "verlorene" Wanderer im Fish River Canyon).
Gruss A/T AUCH DIE LAENGSTE REISE BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT...(chinesisches Sprichwort) Namibia-die Perle Afrikas
852 Beiträge · seit 200604. Mai 2006 · #7
Hallo!

Ulli hat völlig recht, für umsonst setzt sich niemand in Bewegung, aber im Notfall ist das ja egal. Wir haben eine Versicherung über ADAC und unsere besondere Kreditkarte. Natürlich würde ich im Nachhinein versuchen die Kosten zurückzuholen, aber erstmal gebe ich eine Kostenzusage am Telefon.
Hoffentlich haben wir das nie nötig, aber vorsicht ist besser. Siehe den Bericht mit dem Dosenöffner 😉 Hier:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,414453,00.html

Medrescue Nummer ist die 911 aber Vorwahl Botswana vorweg.

@Ulli : Links mußt Du mit Abstand setzen sonst funktionieren sie nicht.

Und wie erwähnt, der Autovermieter bietet häufig eine entsprechende Rescue-Versicherung manchmal inclusive, vielleicht läßt sich bei der Anmietung auch ein Telefon günstig dazubekommen. Ein Versuch lohnt sich bestimmt.

Liebe Grüße Christian<br><br>Post geändert von: GaiAs, am: 04/05/2006 16:35
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221 Beiträge · seit 200604. Mai 2006 · #8
Hallo Diana,
schau doch mal auf meine Seite. Da wird sicher die eine oder andere Frage beantwortet.
Gruss
www.dt800.de
Themenstarter9 Beiträge · seit 200609. Mai 2006 · #9
So, vielen Dank noch mal für eure Meinungen.
Ich hab mich beim ADAC informiert und meine Versicherung deckt sämtliche Bergungskosten im Ausland ab, um Flying Doctors muß ich mich also nicht selber kümmern. Aber ich muß dafür irgendwie aus dem Busch in München bei der Hotline anrufen können. Also werde ich mir doch ein Satphone mieten. Der Urlaub wird soviel kosten, da will ich dann nicht gerade an der Sicherheit sparen. Christian, Deine Seite ist gar nicht schlecht, lass mir grad ein Angebot machen. Bei anderen Anbietern aus D bin ich so auf 300€+ gekommen!
@dt800.de: auf eurer Seite recherchier ich schon ne ganze Weile und hab schon viel Hilfreiches gefunden. GPS wird wohl darüber laufen...

Habe heute sogar eine Fax-Bestätigung für einige Campingplätze in Botswana bekommen, so langsam schreitet die Urlaubsplanung schon voran 😉

In diesem Sinne, schönen Abend noch und bis zur nächsten Frage!
Diana
1'155 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #10
@ sungirl

Aus dem Busch nach München anrufen? Und dann schickt der ADAC ein Suchflugzeug und leitet eine Bergungsakion ein?

Ich würde mir lieber ein paar lokale Nummern notieren, NP Verwaltung in Maun, Audi Camp in Maun etc...die Leute werden im Notfall sehr schnell zur Stelle sein, vorausgesetzt sie bekommen die richtigen Koordinaten.

Aber im Oktober wirst du im Okavango immer wieder auf Leute treffen und die Wahrscheinlichkeit, dass dich ein Skorpion oder eine Schlagen beisst ist doch eher gegen Null und mit einem gebrochenen Bein überlebt man es auch locker ein paar Stunden durch den Busch in die Zivilisation zu fahren...

Ich würde mir die Miete für das SatTel sparen.

Gruss Tom
852 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #11
Hallo!

Ich gebe mal ein paar Telefoninfos, kann man immer brauchen.

Für Namibia:
http://www.windhoekcc.org.na/default.aspx?page=50


Bericht über den Rettungsdienst in Namibia:

Grundsätzlich ist der Rettungsdienst in Namibia „zweigeteilt“:

zum einen gibt es den öffentlichen Rettungsdienst, zum anderen die privaten Rettungsdienste MRI Namibia und AeroMed.

Der öffentliche Rettungsdienst ist über das ganze Land verteilt präsent; außerhalb der Hauptstadt Windhoek ist er meistens den Krankenhäusern angeschlossen.

In Windhoek selber gibt es einen recht professionellen Rettungsdienst, der sowohl über Paramedics (welche in Südafrika ausgebildet wurden), wie auch über Ambulanzfahrzeuge europäischer Dimensionen verfügt (Iveco Daily und Toyota HiAce).

Außerhalb Windhoeks ist der Rettungsdienst meist an die Kliniken der Gemeinden angeschlossen und verfügt über simpel ausgestattete Ambulanzen auf Basis eines Toyota-Kleinbusses; hier liegt aufgrund schlecht qualifizierten Personals der Schwerpunkt auf dem Prinzip „scoop and run“.

Abgesehen von Windhoek erfolgt die Anforderung der Rettungsmittel über die Krankenhäuser.

Die privaten Rettungsdienste MRI Namibia – eine Tochter von MRI Südafrika – (MRI = MedRescue Inernational) und AeroMed finden sich vorwiegend in den Zentren der weißen Bevölkerung, so in Windhoek (169.000 Einwohner), Walvis Bay (50.000 EW), Rehoboth (21.000 EW), Swakopmund (18.000 EW), Tsumeb (13.5000 EW) und Otjiwarongo (<10.000 EW).

Hier finden sich sowohl Ambulanzen – meist auf Basis eines VW Transporters oder MB Sprinter – wie auch PKW, mit denen Paramedic oder Arzt schnell den Einsatzort erreichen.

Herzstück beider Organisationen ist aber sicherlich die Luftrettung, die mit Flächenflugzeugen sowohl sekundär als auch primär durchgeführt wird.

Eine auf der Straße landende Cessna bei einem Verkehrsunfall ist nichts besonderes.

Die Kosten für den Einsatz trägt der Geschädigte, sofern er nicht Mitglied dieser Organisationen ist (was die meisten Besserverdienenden sind).

Touristen sind oftmals bei der Miete eines Leihwagens automatisch für diesen Zeitraum versichert.
Die medizinische Ausstattung der Fahr- und Flugzeuge entspricht weitestgehend europäischem Standard.
Die Alarmierung erfolgt über eigene Zentralen oder durch den direkten Anruf des örtlichen Rettungsmittels per Handy.


Ein sehr großes Problem des Rettungsdienstes in Namibia sind die riesigen Entfernungen:
vor dem Hintergrund, daß die Bevölkerungsdichte unter 2 Einwohnern pro km² beträgt, liegen nicht selten einige hundert Kilometer zwischen den Ortschaften.

Dadurch bedingt kann es durchaus vorkommen, daß eine Ambulanz bei einem der häufigen Verkehrsunfälle einen Anfahrtsweg von über hundert Kilometern hat.

So wurde mir glaubhaft von einem Verkehrsunfall inmitten der Namib berichtet, bei dem eine Ambulanz den Unfallort nicht erreichte, weil ihr vorher der Sprit ausging; eine andere mußte am Unfallort betankt werden, da sie nach 250 Kilometern Anfahrt nicht mehr genug Sprit für den Rückweg hatte.

Bei einem Verkehrsunfall wurde der Verfasser dieses Berichtes selbst Augenzeuge und Ersthelfer. Im Oktober 1998 ereignete sich auf der B1 ca. 40 Kilometer südlich von Otjiwarongo ein Unfall.

Erst nach über 40 Minuten traf für die beiden schwerverletzten Frauen (Touristen aus Deutschland) und ihren leichtverletzten Fahrer eine (!) Ambulanz von AeroMed auf Basis eines VW T2 ein.

Die Besatzung bestand aus zwei Krankenschwestern und einem Fahrer; bei der einen Frau wurde die offene Oberarmfraktur mittels eines Brettes geschient, sie erhielt O² und ein Pulsoxymeter wurde angeschlossen; nach Verbinden der übrigen Wunden wurde sie dann auf einem Spineboard in die Ambulanz verladen.

Die andere Verletzte mit Verdacht auf Beckenfraktur wurde mittels einer Schaufeltrage, auf der sie verblieb, aufgenommen und abtransportiert.

Der Fahrer mit Kopfplatzwunde und Commotio mußte mangels weiteren Platzes sitzen.
Nach einer Verweildauer am Unfallort von etwa 10 Minuten wurden die Verletzten ohne venösen Zugang oder Analgesie mit ROTlicht ins Krankenhaus nach Otjiwarongo gebracht.
Die beiden Deutschen wurden nach 1 bzw. 2 Wochen nach Deutschland zurückgeflogen.

Weltweite Rettungsnummern:

http://www.alpen-info.de/html/body_service.html

Gruß Christian<br><br>Post geändert von: GaiAs, am: 11/05/2006 08:28
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931 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #12
Wie schon erwähnt kann man sicherlich darüber streiten ob man sich gegen alles und jedes im Leben (und so auch auf Reisen) absichern muss. Wenn man es aber tut sollte man es auch richtig machen.

Ich glaube einfach nicht das irgendeine Organisation in Nambia oder Botswana tätig wird nur weil jemand auf seine schöne deutsche Kreditkarten- oder ADAC Versicherung verweist. Und auch auf die telefonische Kostenübernahme des Anfragenden (egal ob per Handy oder Satphone) wird keiner was geben. Die privaten Rettungsdienste kümmern sich um ihre Clients, ihre Versicherten. Davon leben sie nämlich. Und bevor da irgendwas für einen nicht-versicherten passiert, muss das verbindliche Fax mit der Kostenübernahme vorliegen. Ich frage mich nur wer da im Zweifelsfall darauf warten will?

Bei der ursprünglichen Frage von Diana ging es ja darum, wie sie gegebenenfalls draußen in der Pampa Hilfe bekommt, weniger um einen 'geordneten' Krankenrücktransport von Windhuk o. ä. Letzteres bekommt man sicher auch mit dem ADAC hin.

Mal ein kleines Beispiel: einen Verletzten aus Sesfontein nach Windhuk auszufliegen dauert im günstigen Fall 5 Stunden (!)

Übrigens, MRI Namibia und Aeromed gibt es schon länger nicht mehr als selbstständige Organisationen. Dahinter steckt International SOS:

http://www.internationalsos.com/en/europeafricaregion_namibia.htm

Wenn ich mich entsprechend absichern will würde ich mich (wie schon mal erwähnt) bei lokalen Organisationen versichern und dafür Sorge tragen das auch wirklich Namibia und Botswana abgedeckt sind.

Gruss

Ulli
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3'491 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #13
Hallo Diana,
wir fahren seit über 20 Jahren regelmäßig nach Namibia und hatten noch nie ein Sat-Telefon dabei. Dazu hatten wir das Glück, es auch noch nie hätten brauchen müssen. Ich weiß ja nun auch nicht, wie Eure Route verlaufen wird, kann aber nur hoffen, dass Ihr Euch als Erstbesucher nicht gleich Extremtouren vornehmt. Wenn Ihr also auf den klassischen "Touri-Routen" - bitte versteh das nicht als abwertende Bemerkung - unterwegs seid, dann könnt Ihr mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass Ihr schnelle Hilfe bekommt, wenn Ihr sie braucht. Sehr wichtig finde ich den Hinweis von AT: genügend Wasser und eine wärmende Decke dabei zu haben, ist bestimmt sehr viel wichtiger als ein Sat-Telefon. Dann gehört natürlich eine Auslandsreisekrankenversicherung, die auch das Bergungsrisiko mit abdeckt,unbedingt ins Reisegepäck. Und ein paar wichtige Telefon-Nr. für den Notfall. MedRescue ist bei den meisten Autovermietern automatisch mit drin, aber zumindest gegen geringe Gebühr abschließbar. Das sollte man auch tun. Alles andere, was an Sicherheitsmaßnahmen darüber hinaus geht, ist zwar nicht Unsinn, aber nach meinem Dafürhalten übertrieben. Namibia ist ein zivilisiertes Land - nur etwas groß und ziemlich menschenleer; genau deshalb aber ist es so beliebt. Macht Euch das Erlebnis Namibia nicht mit dem Bestreben nach totaler Sicherheit kaputt. Ein bisschen Fatalismus gehört auch zu einer solchen Reise.
Gruß Joli
852 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #14
Hallo!

@Ulli: Du meinst wenn jemand in einer Notlage per Satphone oder auch Handy um Hilfe bittet, dann kommt niemand? Außer er hat die "richtige" Versicherung, bzw. sendet ein Fax?

Woher hast Du diese Information? Das wäre ja in Europa undenkbar, eigentlich sehe Namibia und das südl. Afrika als "zivilisiert" an.

Gruß Christian

Da wir meist in abgelegen Gebieten Reisen, habe ich mich gleich genau informiert.
Selbst der Adac wußte nicht genau bescheid und hat mich an das Auswärtige Amt verwiesen. Dort wurde mir eine Notfallnummer genannt, diese Nummer ist Tag und Nacht besetzt! Mit den Angaben der Gps Koordinaten wird sofort alles unternommen!!! Ohne Kostenzusage!!!

Die Nummer lautet: 030-50000

Also definitiv nicht zuerst beim Adac bei einem akuten personenbezogen Notfall anrufen. (Nach der Rettung aus der Pampa kann man das immer noch)Das mit den Kosten wird später geklärt, dann kommen auch die Versicherungen ins Spiel. Puh, da bin ich erleichtert, denn sicher ist sicher.
Und wie gesagt, nicht jeder braucht ein Satphone! Aber diese Nummer würde ich mir ins Telefonbuch schreiben!

Gruß Christian<br><br>Post geändert von: GaiAs, am: 11/05/2006 13:37
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931 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #15
Hallo Christian!

In Deutschland und anderen Staaten Europas hast du ja auch ein staatlich organisiertes und finanziertes Rettungswesen. In Namibia kannst du die staatliche Variante vergessen. Da sollte jeder hoffen niemals darauf angewiesen zu sein. Und die privaten Betreiber arbeiten gegen Geld für ihre Versicherten.

Sicherlich ist Namibia und SA vergleichsweise zivilisiert, aber nur wenn man es sich leisten kann. Auf dem Land kann es dir schon passieren das selbst die Polizei gerade nicht kommt weil das Auto kaputt ist.

Wenn die privaten Betreiber ohne Kostenübernahme fliegen würden, müssten sie es auch für den farbigen Teil der Bevölkerung tun (die diesen Dienst sicher auch gern in Anspruch nehmen würden). Und glaub mir, die bekommen höchsten ein Asperin. Sonst passiert da gar nichts.

Ich weiss konkret von 2 Fällen wo es Stunden gedauert hat, die Zuständigkeiten und damit die Kosten zu klären. Bitte erspar mir hier Namen und Details zu nennen.

Ich möchte noch mal betonen, das ich kein Versicherungsfetischist bin. Ich verstehe nur manchmal nur die Ausprägungen deutscher Vollkaskomentalität, soll heissen: Teilweise machen sich die Leute extreme Gedanken über die Versicherung ihrer Mietwagen, aber bei dem Thema Gesundheit geht man dann vergleichsweise blauäugig vor.

Ich will aber keinem zu Nahe treten. Ist halt nur meine Meinung und ein Eindruck der sich mir über die Zeit aufdrängt.

Gruss

Ulli
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852 Beiträge · seit 200611. Mai 2006 · #16
Hallo Ulli!

Hoffe Du hast meinen Nachtrag gelesen. Es ist wohl so, das das auswärtige Amt erstmal als Kostenträger auftritt. Später werden sie versuchen von Dir
das Geld erstattet zu bekommen, wenn Du welches hast, oder die Versicherungen übernehmen etwas, was zumindest bei unseren bis zu einer Höchstgrenze der Fall ist. Na ja hat sich gelohnt der thread, ich war mir da noch gar nicht so im klaren drüber.

Gruß Christian

Sorry,hab vergessen, das dies ein schwyzer Forum ist, gilt also nur für die deutschländer unter uns, wird für Schweizer aber sicher eine ähnliche Nummer geben.<br><br>Post geändert von: GaiAs, am: 11/05/2006 14:05
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Themenstarter9 Beiträge · seit 200613. Mai 2006 · #17
Hallo Christian,

danke für die Nummer vom Auswärtigen Amt, die ist mit Sicherheit im Notfall sehr hilfreich. Braucht man da aber trotzdem noch die Landesvorwahl?
Da wir nun hauptsächlich im für uns unbekannten Botswana und nicht im "zivilisierten" Namibia unterwegs sind haben wir uns jetzt trotzdem für ein Satphone entschieden und ich denke 180€ für 4 Wochen sind durchaus verschmerzbar. Für das Geld krieg ich ja grad mal für 2 Tage nen Mietwagen! Damit ist man einfach auf der sicheren Seite und hat auch den Vorteil, dass man selbst erreichbar ist und bei Rückfragen etc kostenlos angerufen werden kann. Und was hilft mir letztendlich die beste Versicherung oder Pannenhilfe wenn ich niemand erreichen kann?

Gruß,
Diana
852 Beiträge · seit 200613. Mai 2006 · #18
Hallo Diana!

Es ist sicher eine Beruhigung so ein Telefon nach Botswana mitzunehmen.
Auch wenn es dann nicht benötigt wird. Die Telefongebühren sind normalerweise günstiger als mit einem normalen Handy. Erkundige dich da bei deinem Vermieter. Da könnt ihr bei privaten Gesprächen noch etwas sparen. In Botswana ist die Abdeckung für normale Handys nicht gut , Ihr könnt mit einem Satphone eure Liebsten aber immer erreichen. 🙂
Du mußt bei dieser Notfallnummer die Landeskennzahl vorwegwählen, laß dich vom Vermieter kurz einweisen. Übrigens Mietwagen gehen auch mal kaputt, Ihr könnt direkt Euren Vermieter kontaktieren, falls so etwas eintritt, auch ein Vorteil. Viel Spaß bei der weiteren Vorbereitung.

Gruß Christian
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2'721 Beiträge · seit 200613. Mai 2006 · #19
Hallo sungirl
Ich hab jetzt mit Interesse Deinen Beitrag und die Antworten gelesen.
Auch verstehe ich all Deine Bedenken, Befürchtungen und Vorsichtsmassnahmen gut.
Aber mal ganz ehrlich (auch wenn mich einige für meine Meinung am liebsten erschlagen würden) wäre fürs Erste nicht eine geführte Reise besser? Da könntest Du doch mal die Lage peilen und Dir deine eigene Meinung von Land, Leuten und Gefahren bilden. Wenn ich so viele "wenns und aber" zu einer Reise hätte, wäre das mein erster Kontakt mit einem fremden Land. Das Abenteuer kann ich dann hinterher viel kontrollierter (gefühlsmässig mein ich) suchen.
Ich will Dir sicher nicht die Reise vermiessen, aber ich hätte da so meine Bedenken wenn ich hinter jeder Ecke eine Gefahr wittern würde.
Trotzdem viel Spass
Gisela
931 Beiträge · seit 200613. Mai 2006 · #20
@Giesela

Keine Sorge - mit dem Schlagen hab ich's nicht so 😉 Ich bin aber trotzdem nicht deiner Meinung. Ich habe Diana mit ihren Fragen überhaupt nicht als 'Bedenkenträgerin' erlebt und finde bei der Überlegung wie man sich im Notfall bemerkbar machen kann auch nichts verkehrt.

Sicher geht vieles auch mit weniger Vorsorge, aber andererseits schreiben wir das Jahr 2006. Und man kann heutzutage für vergleichsweise wenig Aufwand und Geld ein bißchen mehr Sicherheit erreichen. Manchmal vorgebrachte Argumente wie 'wir machen das schon xxx Jahren und uns ist noch nie was passiert' bringen es meiner Meinung nach auch nicht. Es würde schließlich auch heute keiner mehr einen Neuwagen ohne Airbag und ABS kaufen - nur weil ihm bisher nichts passiert ist.

@Diana

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Tel: ++49-30-5000-2000
Fax: ++49-30-5000-51000

Gruss und viel Spass im Urlaub

Ulli
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