Namibia September 2010

36 Antworten · 17,1k Aufrufe · gestartet 26. Sept. 2010 von Findus2009
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19 Beiträge · seit 201030. Sept. 2010 · #21
Hallo Findus99,

Dein Reisebericht ist klasse und mach richtig Lust auf Namibia. Wir wollen nächstes Jahr im September 2011 auch zum ersten Mal nach Namibia. Interessant finde ich, dass Ihr nicht wie die meisten zuerst eine Nacht in Windhoek geblieben seit. War das mit dem Fahren nach dem langen Flug nicht zu anstrengend? Ich habe jetzt in einem Reiseführer gelesen, dass Anfang September die touristischen Routen in Namibia noch recht "voll" seien, wegen der Schulferien in Südafrika und Namibia. Welche Erfahrung habt Ihr diesbezüglich gemacht?
Also ich freue mich schon auf die Fortsetzung Deines tollen Berichtes!
Herzliche Grüße
Kaja
Themenstarter108 Beiträge · seit 200901. Okt. 2010 · #22
Hallo Kaja,

wir waren vor 2 Jahren im Rahmen einer viertägigen Bustour in Namibia und haben da auch Windhoek kennen gelernt. So erschien es uns nicht nötig, die erste Nacht in Windhoek zu verbringen. Deshalb haben wir die Alternative der Übernachtung im Lake Oanob Resort Nähe Rehoboth gewählt. Wir sind auf Nebenstraßen dorthin gefahren, gerade richtig zum "Üben". In Rehoboth kauften wir im Supermarkt alles für uns Wichtige ein, allerdings ist das Angebot in Windhoek größer und besser. Wir kamen gegen 12 Uhr am Stausee an (mit Halt und Einkauf in Rehoboth) und hatten so den Rest des Tages zum Ankommen und Relaxen. Für uns ein perfekter Urlaubsbeginn.

Das Verkehrsaufkommen war niedrig. Wir Europäer bekommen die leichte Panik wenn wir von Hochsaison und Tourismus lesen. Wir haben volle Strände und Autobahnen im Kopf. Der meiste Verkehr war auf der Strecke von Soussusvlei nach Walvis Bay (es kamen öfters mal Autos entgegen), ansonsten waren wir froh, wenn wir auf den Pads mal ein Auto sahen.

Freue Dich auf Deine Reise, fange mit der Planung an, es ist aufregend und ein bisschen nervenaufreibend. Du kannst hier im Forum unendlich viele Tipps bekommen, schöne Bilder sehen - mein Mann meinte vor unserem Abflug, dass wir gar nicht mehr selbst nach Namibia reisen müssten, wir hätten doch über das Forum schon alles gesehen ...

Viele Grüße

Pe(d)tra
31 Beiträge · seit 200802. Okt. 2010 · #23
Hallo Kaja,

wir waren auch vom 1.-16. September in Namibia,
die Unterkünfte waren goßteils halbleer, teils waren wir sogar die einzigen Gäste. Sehr überrascht waren wir - außer in Swakop - über die große Hitze (bis 38°) - die aber offensichtlich außergewöhnlich war und, obwohl ich anfangs fast in Panik geraten bin, auf Grund der extrem geringen Luftfeuchitgkeit sehr gut verträglich war, zumal es abends und nachts gut abgekühlt hat.

Es war einfach wieder traumhaft!

Chicabalu
Themenstarter108 Beiträge · seit 200902. Okt. 2010 · #24
Heute geht es weiter ...

18. Tag

Das Leben kehrt wieder zu mir zurück, etwas traurig verabschieden wir uns von der Farm und ihren Tieren. Wir bekommen die Empfehlung – trotz längerer Strecke – über Outjo nach Etosha zu fahren. An der Straße stehen die Warzenschweine fasst Spalier, so viele sind unterwegs.
In Outjo suchen wir den Laden der Telecom, dort soll es ein auf alt getrimmtes Telefon geben, ist aber leider ausverkauft. Natürlich gehen wir in die deutsche Bäckerei, danach darf Frauchen in den daneben liegenden Craft Shop, zusammen mit einer kleinen Horde deutscher Touristen, gehen. Im Supermarkt nach Käse und anderen Lebensmitteln gefahndet, denn in Okaukuejo selbst ist der Laden nicht so gut bestückt. Ralf trennt mich vom shoppen und wir fahren gen Etosha.
Vor der Eingangstür erwerbe ich meine persönliche kleine namibische in den Proportionen nicht so ganz stimmende Giraffe – für mich ein Unikat. Wir fahren gleich zum ersten Wasserloch Ombika und sehen da das übliche Getier (Springböcke, Kudus und eine große Herde Zebras). Da es angeblich um die Mittagszeit keine Tiere zu sehen gibt fahren wir dann direkt nach Okaukuejo. Doch, was kommt kurz vor Okaukuejo von rechts nach links über die Straße gelaufen? Ein großer Elefant. Wie dekorativ er direkt hinter dem Okaukuejo-Hinweis-Stein läuft, die Fotografin freut sich tierisch.
Wir finden die Reception und üben uns in Geduld. Zuerst wollen wir das Permit für 3 Tage zahlen. Sie möchte uns aber nur ein Permit für 2 Tage geben, denn hier gilt die 24 Stunden Regelung. Wir sind um 12 Uhr am Anderson Gate in den Park gefahren und könnten am 3. Tag Etosha um 14 Uhr verlassen und so nur zwei Tage bezahlen. Ist uns aber zu unsicher – wir kennen uns schließlich und glauben nicht, dass wir bis 14 Uhr wieder „draußen“ sind – und zahlen so für 3 Tage. Diese Regelung sollte es auch für andere Teile geben, ärgerlich finde ich schon, dass man die volle Gebühr für z.B. Cape Cross für eine Stunde Besuch zahlen darf…

Gut, wir zahlen unser Permit und stehen am nächsten „Schalter“ an, um einzuchecken. Wie immer werden Berge von Papier gedruckt und abgelegt, 500 NS zahlen wir als Deposit, dann aber bekommen wir einen Plan von Okaukuejo sowie eine Erklärung, wie wir Zimmer 44 erreichen. Wir sind sehr überrascht. Von außen sieht der Bau zweckmäßig aus, aber innen … Ein großes Bett mit breiten Moskitonetz, welches auch die Nachttische einschließt, funktionierendes Bad, die Handtücher sind dekorativ auf dem Bett ausgerichtet, es gibt einen Kühlschrank (löst große Freude aus), Wasserkocher mit Tee/Kaffee und eine Sitzgruppe.
Wir stapfen zum Wasserloch, das übliche Getier, gehen in den Lebensmittelladen, nix los – die Regale sind recht leer. Der daneben liegende Shop ist mit Souvenirs und Touristen gut gefüllt. Nun zieht es uns aber wieder in den Park, wir fahren zum Wasserloch Okondeka. Unterwegs liegt auf der Straße unter einem einsamen Baum ein einsames Gnu.
Am Wasserloch sehen wir Springböcke, Schakale, Strauße, Zebras, Giraffen. Und hinter uns, verborgen unter einem Busch, liegt Papa Löwe. Die Damen liegen abseits in einer Kuhle in der Sonne. Unsere ersten Löwen!! Hier hat der Reiseführer recht behalten (jedenfalls an diesem Tag).
Die Pad zur Adamexpfanne ist gesperrt, so fahren wir nach Leeubron (Giraffen) und zum Märchenwald. Ich muss die Toilette aufsuchen und bin nicht begeistert. Ein Zaun ohne Tor umgibt diesen Teil, die Toilette ist in einem erbärmlichen Zustand. Die Erdhörnchen jedoch begeistern mich.
Zurück Richtung Camp möchte Ralf unbedingt noch zur Wasserstelle Nebrowni, da hatten wir vor 2 Jahren so hübsche Giraffen gesehen... Unterwegs macht er zwei graue Felsen aus, die sich beim Näherkommen als Elefanten entpuppen …

Am Wasserloch selbst ist – außer dem üblichen Getier – nix los. Zurück zum Camp. Da mein Magen noch nicht so richtig will, gibt es Butterbrote am Wasserloch. Und das ist auch gut so, denn wir erliegen dem abendlichen Zauber und sehen Oryxe, Schakale, Elefanten und 9 Spitzmaulnashörner.

Übernachtung: Rastlager Okaukuejo, sehr angenehmes Standardzimmer, überraschend gutes Essen.
Tageskilometer: 260 bis Etosha und 167 km im Park.
Themenstarter108 Beiträge · seit 200902. Okt. 2010 · #25
19. Tag

Zu Hause hatte mein Mann geschwärmt, dass er die Nacht am Wasserloch verbringen würde – aber er schläft wie ein Stein. So gehen wir erst gegen 6.15 Uhr an die Wasserstelle, aber außer zwei Enten ist kein Tier zu sehen. Auf dem Weg zum Frühstück stehen schon die ersten Autos an und warten auf die Ausfahrt. Vom Frühstück selbst sind wir angenehm überrascht, es wird in Buffetform angeboten und bietet alles, was der Magen begehrt. Wir beginnen unsere persönliche Pirschfahrt. Wir fahren Richtung Anderson Gate, biegen Richtung Gaseb ein, fahren nach Gemsbokvlakte. Wir stehen lange und schauen 7 putzigen Erdhörnchen zu. Gefühlte 100 Bilder später mahnt mich mein Mann zum Aufbruch.
Unterwegs sehen wir dieses Zebra
Weiter nach Olifantsfad, hier stehen viele Tiere. Wir nutzen die nahe gelegene Picknickarea mit Toilette, diese ist in einem guten Zustand. Und ich bin dankbar, dass Auto zu verlassen und etwas zu laufen, es fällt uns schwer, im Park im PKW zu bleiben (aber wir wissen auch, dass es gut so ist, nicht auszusteigen).
An der Wasserstelle Aus herrscht Betriebsruhe. Wir fahren weiter – vor uns wird die Straße geglättet.
Vor der Wasserstelle Sueda geraten wir in eine riesige Zebraherde. Das Auto vor uns und wir fahren Slalom um die Tiere, sie bewegen sich nicht von der Stelle.
In Charitsaub stehen Unmengen an Springböcken, in Salvadora ist nix los. Wir treten den Rückweg an. Die Toilettenanlage zwischen Sueda und Homob ist nicht umzäunt, aber sauber. Am nächsten Tag sehen wir in nächster Nähe der Toilette eine Löwin liegen … Auf schlechter Pad erreichen wir Homob – und es kommt uns wie ein Paradies vor. Wunderschöne Wasserstelle, in der Mitte wächst Schilf, Oryxs, Zebras, Giraffen und Springböcke tummeln sich am Wasser. Ondongab und Kapupuhedi sind ausgetrocknet. Wir streben der letzten Wasserstelle Nebrowni entgegen und wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen. Rechts steht eine Löwin im Gras.



Stau wegen am Straßenrand stehender Löwin

Links am Wasserloch sind 6 Elefanten zu Gange. Die Löwin verschwindet im Kanal unter der Pad und wir fahren zum Wasserloch und schauen den planschenden, spielenden, sich mit Staub einpudernden Elefanten zu.

Zurück ins Camp, wir genießen Kaffee und Marmorkuchen aus Outjo am Wasserloch. Wir beschließen, nochmals zum Wasserloch Okondeka zu fahren. Doch heute sind keine Löwen zu sehen, dafür sichten wir einen Sekretär.
Zurück, getankt, den Aussichtsturm bestiegen. Rechts ist ein Nashorn zu sehen, auf der linken Seite ein Elefant. Wenn das kein Ausblick ist … Zum Sundowner finden wir uns am Wasserloch ein.

Die Fotografen haben sich auch am Wasserloch eingefunden.
Zum Dinner haben wir einen Tisch außerhalb des Restaurants bestellt. Wir werden zu einem Tisch im Restaurant geführt, sorry, Mistake, Fehlplanung, geht leider nicht anders. Wir sind pikiert, es ist warm, wir wollen nach draußen, setzen uns aber. Eine schwangere sehr freundliche Bedienung öffnet die Fenster nach draußen, bringt aber nicht viel. Hinter uns der Zweiertisch wird nach draußen getragen. Das muss doch auch für uns gehen! Siehe da, es klappt, wir werden am Pool platziert und können nun einen schönen Abend mit Chorgesang der Schüler aus der Schule von Ombika genießen.

Uns zieht es zum Wasserloch, doch außer ein paar Giraffen und einem Nashorn steht nichts rum. Welch eine maue Vorstellung!! Das Nashorn besinnt sich und dreht eine Ehrenrunde direkt an der Mauer entlang. Mein Mann bekommt eine Krise, an diesem Abend darf er seine Kamera nicht mitnehmen, nur meine Ritsch-Ratsch-Kamera ist in der Tasche … Nach dem Nashorn tritt von links ein Elefantenbulle auf und beginnt zu trinken. Wie aus dem Nichts tauchen auf zwei unterschiedlichen Pfaden über 40 Elefanten aller Größenordnungen auf und laufen zur Wasserstelle. Zwischenzeitlich kommt die Nashornmutter mit Nachwuchs. Die Elefanten ziehen peu à peu wieder ab, zurück bleiben die Nashörner, zwei davon planschen im Wasser. Gegen 22.45 Uhr beenden wir den Abend. Im Camp sind einige Schakale unterwegs. In dieser Nacht schleicht Ralf zum Wasserloch, sieht Elefant, 2 Giraffen, ein Nashorn, Schakale und den Mond.
Tageskilometer: 196
Themenstarter108 Beiträge · seit 200902. Okt. 2010 · #26
20. Tag

Wir stehen um 6 Uhr auf und laufen zum Wasserloch. An der Wasserstelle gibt es nur leise schwimmende Enten, auf der anderen Seite der Mauer gibt es drei schwatzhafte laute ältere Männer. Grauslich!!!

Wir frühstücken und ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis wir das Pfandgeld in Höhe von 500 NS wieder bekommen. Geht aber erstaunlich flott. Um 7.40 Uhr verlassen wir das Rastlager und fahren als erstes zum Pan-Aussichtspunkt. Danach zieht es uns förmlich zum Wasserloch Nebrowni. Dort sind 5 oder 6 Löwinnen unterwegs und beobachten die Springböcke auf dem Weg zum Wasser.
An der Wasserstelle Rietfontain (wir müssen heute den Etosha queren) sind rechts sehr viele Zebras und links liegen zwei Löwinnen. Darauf macht uns ein „Löwenjäger“ im blauen Auto aufmerksam, der uns nach Löwensichtungen fragt. Auf dem weiteren Weg sehen wir einen Waran und Fuchsmangusten.

Wir fahren weiter nach Halali und kurz vor dem Rastlager quert von links nach rechts ein Leopard die Pad. Unser Glücksadrenalinspiegel schnellt in ungeahnte Höhen.
Halali hat uns vom Aussehen besser gefallen als Okaukuejo, es wirkt ruhiger.
Dieses Chamäleon sehen wir später auf der Straße.
Es ist das letzte Foto von ihm, kurz darauf wird es von einem linken Hinterreifen platt gewalzt!
Wir fahren zum Etosha Lookout. Ein sehr eigenartiges Gefühl so weit in die Pfanne hineinfahren zu können. Um uns herum ist alles weiß. In der Nähe steht ein einzelner Elefant mit einem Loch im rechten Ohrlappen.
Wir steuern die Wasserstellen Goas und Noniams an. Unterwegs liegen sehr viele Elefantenhaufen auf der Pad und endlich sehen wir links im Gebüsch auch drei Elefanten. Große Freude. Doch diese „zierlichen“ grauen Tiere vermehren sich schlagartig auf der rechten Seite und ein großer Elefant kommt auf uns, wir „parken“ in seinem Querungsweg. Zurückgesetzt, die nachfolgenden Elefanten mit Babys queren.
Auf der linken Seite steht ein Halbwüchsiger, der einen Scheinangriff auf uns startet, Ralf fährt schnell nach vorne. Für uns eine aufregende Situation.

Hier wäre für unser Sicherheitsempfinden bei der Einfuhr in den Park als Selbstfahrer so ein kleines Infoblatt doch angeraten, wie verhalte ich mich Tieren gegenüber, was mache ich, wenn ich eine Autopanne habe …

In der Nähe des Wasserlochs Batia liegt ein Elefantengerippe. An der Pad steht ein größerer Wagen, dessen Insassen einen Stoßzahn aus dem Wagen nehmen, an den Straßenrand legen und davonfahren. Darauf können wir uns keinen Reim machen…

Gegen 16.30 Uhr erreichen wir Namutoni, bestaunen die Zebramangusten, stärken uns mit Kaffee und Kuchen.
Unsere Fahrstrecke ist noch lang, gegen 19 Uhr erreichen wir die Khorab Lodge unterhalb von Otavi.

Übernachtung: Khorab Lodge, sehr schöne Übernachtung, wunderbarer Garten, allerdings empfinden wir den Verkehrslärm nach 2 ½ Wochen Stille als störend.
Tageskilometer: 160 innerhalb des Parks, 160 km außerhalb des Parks.
Themenstarter108 Beiträge · seit 200902. Okt. 2010 · #27
21. Tag


Noch vor dem Frühstück genieße ich den Garten. Ein Weihnachtssternbaum, blühende Blumen, ein großer Pool, Rasen – meine Augen ziehen das Grün förmlich in mich hinein. Frühstück gibt es auf der Terrasse oberhalb des Gartens – da könnte ich jetzt noch sitzen.
Um 9 Uhr fahren wir los, halten erst in Okahandja zum Tanken wieder an. Ich finde das nach wie vor lustig, viele schmucke junge Herren in schicken Overalls winken uns an die Tanksäule, dann beginnt das Scheibenwischerballett. Sehr unterhaltsam.

Trotz besseren Wissens halten wir am Holzmarkt, sind zu diesem Zeitpunkt die einzigsten Touristen. Ralf kauft seine Giraffe, ich flüchte schnell wieder zum Auto, diese Anmache empfinden wir beide als lästig.

Ich bereite meinen Mann vorsichtig auf den Halt mitten in Windhoek vor, wir müssen da sowieso durch, um Richtung Flughafen zu fahren. Ich weiß noch, dass gegenüber dem Kalahari Sands Hotel (nächtigten wir vor 2 Jahren) ein großer Parkplatz ist. Diesen steuern wir an und werden angewiesen in der Nähe der Parkhäuschens zu halten, damit sie ein Auge auf unser Auto haben können. Wir laufen Richtung Post Mall Street und da fällt Frauchen doch die Galerie „Bushman Art“ ins Auge. Kurzer Einkaufsstopp. Ralf will unbedingt in die Ladengalerie, da sehen wir das Schild „Mugg and Bean“. Der Himmel auf Erden öffnet sich für uns, in Kapstadt und Umgebung war das „unser“ Speiselokal. Welch ein Vergnügen „Bottomless Lemonade“ zu trinken, Kaffee zu schlürfen, Sconnes mit Sahne zu essen …
Auf der Straße kaufe ich mein lang ersehntes mit Giraffen bedrucktes Tuch, sowie eine Holzschale. Der Einkauf im CD-Laden ist Pflicht, wir brauchen das Amarula-Lied und kaufen die nächste CD vom Mascato-Chor. Besuch an der Christuskirche ist auch Pflicht, das Reiterdenkmal wurde versetzt, an dieser Stelle wird wohl ein Museum erbaut. Schade, die vorherige Architektur hat uns besser gefallen, lt. einem Passanten wird noch recht viel abgerissen, aber das werden die in Windhoek lebenden Forumsmitglieder wohl besser wissen.
Unversehrt lösen wir unser Auto aus und fahren wehmütig die letzten Kilometer Richtung Flughafen zur Ondekaremba Guestfarm. Dort haben wir ein Bushcamp gemietet und sind begeistert. 2 km vom Farmhaus entfernt, Blockhütte mit Bad, Braaiplatz, Aufenthaltshütte und – an diesem Tag – eigenen Pool, da wir einzigsten Gäste der Campsite sind.
Wir sehen Springböcke, Kudus und Warzenschweine, auch ein Häschen ist unterwegs. Abends bekommen wir das Braai. Es ist schon dekadent, wir sitzen am Rande der „Wildnis“, an einem mit Tischdecke gedeckten Steintisch, Platzsets, Porzellanteller, Besteck, köstlichem Rotwein, Thunfischsalat als Vorspeise, Karotten- und Nudelsalat, Bohnengemüse, Kartoffelgratin, Knoblauchbrot und einem Bräter voll Fleisch und Bratwurst, zum Nachtisch Käsekuchen.
Wir fallen pappsatt in die Betten, vorher habe ich noch eine kleine Begegnung im Bad mit einem Gecko … In der Nacht hören wir ein paar Tiere, unter anderem wie fast immer heulende Schakale.

Übernachtung: Ondekaremba Bush Camp, für uns die beste Unterkunft, um Abschied von Namibia zu nehmen.
Tageskilometer: 414
Themenstarter108 Beiträge · seit 200902. Okt. 2010 · #28
22. Tag

Unser letzter Urlaubstag bricht an. Ralf verzweifelt leicht ob unserer Gepäckmenge und wiegt immer wieder mit der Handwaage unsere Koffer. Auch die Aufteilung ist schwierig, was muss unbedingt zu Hause ankommen und damit in die Rucksäcke? Wir laufen zum Frühstück, zum Abschluss gibt es zwei Sorten Honig. Wir sehen den Erdhörnchen zu, die sich Kämpfe liefern und förmlich durch die Luft fliegen.

Wir haben den Tagesaufenthalt auf der Farm gebucht und begeben uns auf einen der Wanderwege. Wir sehen zum Abschied Springsböcke, Kudus und Warthogs.
Was auch immer es für ein Tier ist, es sieht wunderschön aus.

Auf einmal liegt links neben dem Weg unter einem unbelaubten Dornbusch ein Kudu-Kalb. Es sieht unverletzt aus, die Augen sind klar, die Ohren bewegen sich. Wir sagen auf der Farm Bescheid, es ist alles okay. Die Mutter legt das Kalb versteckt ab, begibt sich auf Nahrungssuche und kommt wieder.
Wir genießen letztmalig kaltes Poolwasser, schauen den vielen Vögeln, Pfauen und Erdhörnchen zu, bekommen noch einen Abschiedskaffee und dann fahren wir letztmalig über eine Farmpad, vorbei an Sonnleitnen (… ist übrigens eine Seniorenresidenz …) zum Flughafen. Das mit der Tankstelle am Flughafen haben wir nicht kapiert, wir laden das Auto aus, es wird inspiziert und für in Ordnung befunden. Das Auto wird zum Tanken gefahren, nach ca. 1 Stunde können wir die Rechnung zahlen …

Einchecken ist problemlos, die Koffer haben zusammen 41 kg. Zu unserem Erstaunen müssen wir ein Ausreiseformular ausfüllen (identisch mit Einreiseforumlar), dann sitzen wir in der Abflughalle und Frauchen gibt tapfer die letzten namibischen Dollar aus. Im Flugzeug werden wir mit „Herzilein“ von den Wildecker Herzbuben begrüßt, die nachfolgenden Titel z.B. „La Montanara“ sind auch nicht besser. Der Flug startet pünktlich, wir genehmigen uns einen Abschiedsamarula. Essen ist okay, der Nachtschlaf ist gut, am Abend hatte das Flugpersonal in der nahe liegenden Küche einen heftigen Disput. Nun gut.

Am frühen Morgen landen wir in Frankfurt und zur großen Erleichterung fahren wir mit beiden Koffern nach Hause.

Gesamtkilometer: 4.505.

Fazit: Für uns ein traumhaftes Land und ein traumhafter Urlaub. Rückkehr sehr wahrscheinlich (das Haltbarskeitdatum für Malarone endet erst 2014, der Pass gilt auch noch 8 Jahre ...), es gibt noch so viel zu sehen.

Dankbar waren wir für den Nissan X-Trail, er war uns ein treues und zuverlässiges Gefährt. Sehr gut war auch der Forumstipp, die Kamera im Auto immer wieder mit einem großen Tuch zu bedecken, es ist unglaublich wie viel Staub im Auto ist. Die Route würden wir so immer wieder befahren, bis auf Etosha. Die dritte Nacht würden wir in Namutoni verbringen und nicht bis Otavi fahren, das war einfach zu weit gewesen. Ansonsten haben wir Namibia mit Haut und Haaren aufgezogen und werden lange von diesem Urlaub zehren. … und ich lese jetzt zum zweiten Mal „Hummeldumm“ und lache mich wieder schief...

Ach übrigens, einen Tag nach unserer Rückkehr waren wir zu Fuß im Taunus auf einer schmalen Teerstraße unterwegs und da schlängelte etwas über die "Pad". Ich sah zum ersten Mal in meinem Leben eine Blindschleiche (gilt bei mir auch als Schlange!!!) Ich wartete geduldig, bis sie die andere Seite erreicht hatte und um Gras verschwand. Meine Erkenntnis: Ich muss nicht nach Namibia reisen, um eine Schlange zu sehen ...
Reiseführer:
Namibia von Reise Know-How
Namibia vom Stefan Loose Verlag
Namibia von Iwanowski – blieb aber aus Gewichtsgründen zu Hause

Landkarten:
Namibia 1 : 1 200 00 von Reise Know How
Namibia 1 : 1 200 000 von freytag & berndt


Pet(d)ra
1 Beiträge · seit 200902. Okt. 2010 · #29
Vielen herzlichen Dank
für den sehr schönen Bericht.

Ich hatte die Tage immer wieder reingeschaut,
um zu sehen ob und wann er weiter ging!

Gruß Firefee
372 Beiträge · seit 200802. Okt. 2010 · #30
Super Bericht - da steigt die Vorfreude auf Namibia !!!

Grüßle Soni
1'490 Beiträge · seit 200602. Okt. 2010 · #31
Hallo Petra,

das war heute genau die richtige Lektüre für mich. Du hast euren Bericht so schön geschrieben, man ist quasi mitgefahren. Herzlichen Dank dafür.

Liebe Grüße
helen
Blog Namibia 2026 Blog Namibia 2025 Blog Namibia 2024 Blog Namibia 2023 Blog Namibia 2022 September 2019 "Vier Mädels unterwegs in Namibia" Herbst 2017 - 86 Tage Namibia Meine Reisen: Namibia 2002, 2006, 2007, 2009, 2011, 2013, 2014 und 2016, Blog Namibia 2016 Wirklich können, können nur die, die tun
956 Beiträge · seit 200902. Okt. 2010 · #32
Hallo Petra!

Ein riesengroßes DANKE für deinen tollen Bericht und die schönen Fotos. Ich freue mich sehr für euch, dass ihr einen so schönen Urlaub verbracht habt. Ich konnte mich mit einigen Passagen sehr gut identifizieren, musste an meinen Freund und mich denken 🙂

Für uns geht es morgen in zwei Wochen nach Namibia, dein Bericht hat die Vorfreude noch etwas mehr gesteigert (faszinierend, dass das überhaupt noch geht).

Liebe Grüße und nochmal danke aus Österreich,

Tanja
zuletzt bearbeitet 02. Okt. 2010
463 Beiträge · seit 200703. Okt. 2010 · #33
Liebe Petra

für Euren liebevoll und so ausführlich geschilderten Reisebericht mit den wunderschönen Fotos tausend Dank!

Ich fliege am 14.10. mal wieder nach Namibia und freue mich nun noch ein wenig mehr auf die kommende Zeit!

Liebe Grüsse
Heike
0
128 Beiträge · seit 201006. Okt. 2010 · #34
Hallo Petra,

sehr schöner Bericht, vielen Dank!
Habe es mit Spannung gelesen, da wir ja zur gleichen Zeit dort unterwegs waren.

Herzliche Grüße
Martin
298 Beiträge · seit 201010. Okt. 2010 · #35
Hallo Pera und Ralf,
vielen Dank dafür, dass ihr euren Urlaub mit uns geteilt habt! 😁
Es sind auch viele tolle Tipps für unsere erste Reise enthalten und bestärken uns auch in einigen schon getroffenen Entscheidungen, wie z.B. Nissan X Trail und Otjitotongwe, sind mit unsreren beiden Kindern 11 und 13 Jahren unterwegs!!
Wir reisen mit bwana und freuen uns schon riesig auf den 13.12.!!! 😁
Reisebericht: Afrika- Ein Traum wird wahr !!!http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/175448-afrika-ein-traum-wird-wahr--1212-01012011.html Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was berichten.... Matthias Claudius
83 Beiträge · seit 201011. Okt. 2010 · #36
Wirklich wunderbarer Bericht und unheimlich informativ. Wir planen Ende März 2011 3 Wochen eine Rundtour, ich habe mit der Planung begonnen und hier auch schon einige wichtige Infos gesehen..

Gruß Mario 🙂
Das Leben ist zu kurz um in Öl zu malen
2'772 Beiträge · seit 200611. Okt. 2010 · #37
Hallo Petra, hallo Ralf,

auch wir waren im September im Namibia. Um so schöner ist es Eure Erfahrungen nachlesen zu können.
Danke für den erfrischend geschriebenen Bericht.

Liebe Grüße
Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278