Mit Wohnmobil und Kind im Juli-August als Ersttäte

15 Antworten · 7'312 Aufrufe · gestartet 12. Sept. 2010 von Federkathy
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Themenstarter77 Beiträge · seit 200912. Sept. 2010 · #1
So, liebe Fomis,

für die vielen guten Tipps aus dem Forum bei der etwa einjährigen Planung unserer Reise möchte ich auch ein bisschen was zurück geben. Für einen Reisebericht fehlt schlicht die Zeit. Wie wäre es also mit Kurzbericht, Empfehlungen, Fazit oder so ähnlich?

Wir sind Katrin (45), Kay (53) und Sophie (10) und waren zum ersten Mal in Afrika.Letztendlich haben wir die Reiseroute selbst zusammengestellt - mit vielen Tipps lieber Nachbarn (6 Jahre in Windhoek), aus dem Forum, vom Forumstreffen im bergischen Land (Pfingsten 2010) und aus vielen Emails mit unserem Reiseveranstalter in Windhoek. Peter Weber von Zimba-Adventure hat uns das Wohnmobil von KEA vermittelt und die nach unseren Wünschen ausgewählten Campingplät-ze und Unterkünfte gebucht. Reisezeit war der 23.7. bis 15.8 2010.
Wir haben uns nach langem Hin und Her für ein Womo entschieden, da wir nicht zu dritt in 2 Dachzelten schlafen wollten. Das war uns im Winter zu kalt und mit Kind nicht komfortabel genug. Nur Lodges waren uns zu teuer und wir wollten auch Lagerfeuer und Campingleben.
Unsere Routenplanung sollte nicht gehetzt sein, daher gings nicht weiter in den Süden, und wir wollten uns als Ersttäter auch nicht zu sehr in die Wildnis stürzen.
Ob das geklappt hat? Ihr werdet sehen ...

Heja Game Lodge (1 Nacht):
Nach Ankunft mit Air Namibia aus Frankfurt in den frühen Morgenstunden war die Lodge eine gute erste Station: Bungalow mit Blick in die Landschaft, Wasserloch mit erstem Wild, Ausruhen am (eiskalten) Pool, erste Spaziergänge und schönes Abendessen. Würden wir wie-der buchen!

Am nächsten Morgen wurden wir von unserem "Reiseveranstalter" Peter Weber persönlich abgeholt. Es war sehr nett ihn nach den regen Emailkontakten persönlich kennenzulernen. Wir wurden nach Windhoek zum Vermieter KEA gebracht und Herr Weber half uns über die ersten Formalitäten hinweg.
Problemlose, kompetente Übernahme des Wohnmobils. Vorsicht die Visa-Abbuchungen füh-ren trotz aller Vorarbeit offensichtlich regelmäßig in ein kurzes Chaos - Zeit und Geduld mit-bringen!

Der erste Einkauf bei Spar schien uns gut geplant, dauerte trotzdem enervierend lange.
Dann endlich Abfahrt Richtung Naukluft-Park. Den Übergang von Teerstraße zur Gravelroad haben wir gefilmt und werden ihn wohl nie vergessen. Die Geräuschkulisse hob sich deutlich aber wir kamen mit Tempo 40-70 für Womo-Verhältnisse gut voran und waren gegen 16.00 Uhr auf dem

Camping-Platz Namibgrens (2):
Wie knapp das ist, merkten wir bei der Vorbereitung des ersten Lagefeuer-Abends: es ist viel zu tun bis es gegen 19.00 stockdunkel ist. Wehe dem, der die ersten Station nur für eine Nacht bucht!!! So konnten wir uns auf das Notwendigste beschränken und das Einrichten des Wo-mos auf den nächsten Tag verschieben.
Es war der schönste Campground unserer Reise: genialer Platz (Nr.1) mit weitem Blick. Man ist ganz für sich alleine, Plätze liegen weit auseinander, eigenes Klo, Dusche, tolle Feuerstel-le. Am nächsten Tag wurde das schöne Gelände erkundet, große und kleine Wanderungen, kalter Pool mit Volleyballfeld und Trampolin (!!!?), Besuch beim Farmer mit Flaschen-Fütterung des Baby-Zebras und kleiner Ziegen - Kinderglück!

Die Weiterfahrt zum Remhooghte Pass war schön und einsam; wir hatten uns die Gegend noch bergiger vorgestellt, der Übergang in die Ebene Richtung Sesriem kam sehr allmählich.

Sesriem (1):
Wir hatten das große Glück einen außen gelegenen Platz zu bekommen (danke Herr Weber?, aber auch im September schon vorgebucht!), so dass wir es im nachhinein bereut haben, nur eine Nacht zu bleiben. Es ist viel Betrieb auf dem Platz, aber dort außen blickt man in die Dünen und wir hätten die geniale Landschaft gerne mit mehr Ruhe erlebt.
Nach mittäglicher Ankunft ging es in den Canyon und zum Sonnenuntergang auf die nahege-legene Elimdüne. Hier habe ich mit die schönsten Landschaftsfotos der Reise gemacht.
Abendliches Grillen mit Schakalbesuch direkt hinter dem Mäuerchen unseres Platzes war sehr aufregend!
Morgens waren wir um 5.30 am Tor und sind bis zum Parkplatz des Deadvlej durchgefahren, da die Busse alle die Düne 45 zur Massenveranstaltung gemacht haben.
Im Sonnenaufgang (ja wir waren vorher da!) haben wir auf dem Parkplatz gefrühstückt (Wo-mo-Glück!) und uns dann zum Deadvlej fahren lassen. Dort sind wir ca. 2 Stunden mit wenig Publikum herum gelaufen und waren sehr, sehr beeindruckt! Auf dem Rückweg kamen die Menschenmassen!! Mit einem Tag mehr Zeit wäre die nun schnelle Abreise nicht nötig gewe-sen, diese Landschaft verlangt mehr Ruhe !

Solitaire Guestfarm (1)
Eine gute Zwischenstation nach Swakopmund, Campground aber nahe der Farmhäuser, wo doch viel Lärm rüber kam. Schöner Blick zum Sonnenuntergang, tolles eigenes Sanitärhäu-schen. Das zahme Erdmännchen und der zahme aber energische Springbock bleiben unver-gessen. Netter Abend in der Bar.

Die Weiterfahrt nach Swakopmund war dann ein Einschnitt in das bisher gut angelaufene Womo-Leben: die Straße war über weite Strecken so ein Wellblech, dass wir oft nut 25 km/h (!) fahren konnten. Die Strecke wird ewig lang!
Die erste Reifenpanne dann am Kuiseb-Canyon. So ein Womo ist sehr schwer anzuheben, viele Autos (5-6 in 2 Stunden!) haben uns mitleidig angeguckt wie wir in der Mittagshitze geschwitzt haben. Erst dann hielt eine Schweizer Reisegruppe und hat uns tatkräftig unter-stützt - vielen Dank. Die Fahrt durch die Wüste war mal schön und beeindruckend, dann ein-tönig und nervig, vor allem nahm sie kein Ende auch wenn die Straßen Richtung Küste etwas besser wurden.
Dann Teerstraße und juchu, gleich sind wir da - als uns wieder laute Geräusche von hinten aufschreckten: 10 km vor Swakop war ein anderer Reifen platt - wir hatten aber keinen mehr in Reserve! Dafür ist kein Platz im Womo und KEA hatte auf unsere Anfrage (braucht man auf eurer Route nicht) abgeraten. Anruf bei KEA und Kontakt zur Autowerkstatt in Swakop bescherten uns nach 1,5 Stunden Hilfe: die beiden kaputten Reifen wurden mitgenommen und einer nach weiteren 45 Minuten repariert zurückgebracht. Fahrt zur Werkstatt, der andere Rei-fen war inzwischen repariert und letztendlich alles gütlich geregelt. Unsere Nerven waren trotzdem am Ende, der Nachmittag gelaufen und die Sorge blieb den Rest der Reise: Was ist, wenn uns das weit entfernt von Stadt und Werkstatt passiert und ohne Handy-Empfang??? Das laute, langsame Fahren im Womo war fortan von der Sorge einer solchen Doppelpanne begleitet, die uns hilflos in der Wüste ereilen könnte.

Swakopmund (3):
Um so schöner unsere Unterkunft in Swakop: in den Sandcastle Appartments wurden wir von Reiner und Silke Nel so herzlich empfangen, die Zimmer und die Lage waren sehr schön und wir hatten in unseren Gastgebern so gute Ratgeber, dass wir uns ein bisschen wie zu Hause fühlten und dem Womo-Leben gerne 3 Tage Pause gaben.
Mit Chris Nel haben wir am nächsten Tag die Little Fivew Tour gemacht. Als begnadeter und von seiner Sache beseelter Showman hat er uns seine Wüste und die Bewohner nahe gebracht. Einer unserer schönsten Ausflüge!
Am nächsten Tag dann eine Delfintour in Walfish Bay, auf Empfehlung unserer Gastgeber mit Ocean Adventures (?), die in Swakop sitzen, so dass wir im Büro am Vortag persönlich buchen konnten und am nächsten Morgen am Appartment abgeholt wurden. Transfer war also inclusive für ca. 50 Eure pro Person für die Tour. Die ist ziemlicher Touri-Wahnsinn aber hat trotzdem Spaß gemacht!
Das bisschen Zeit, das uns an den Nachmittagen blieb, hat uns nicht gereicht, zumal wie fast 2 Stunden an der blöden Wechselstube vertrödelt haben, da wir unsere baren Euronen wegtau-schen wollten. Kein Bargeld mitnehmen, Geldautomaten mit Visa nutzen! Wir hätten gerne noch einen Tag mehr gehabt um die Stadt zu erkunden und vor allem mal ein wenig zur Ruhe zu kommen und unsere tollen Eindrücke zu verarbeiten. Wollten wir nicht Tagebuch schrei-ben, mal was lesen und einfach in der Sonne sitzen? Dazu fehlte bisher an allen Stationen die Zeit, immer passiert was, man will nix verpassen ....
Sehr gefallen hat uns übrigens das Restaurant von Ocean Basket: tolle Meeresfrüchte und Fisch zum sehr guten Preis!

Soweit erstmal, Fortsetzung folgt!
8'054 Beiträge · seit 200812. Sept. 2010 · #2
Hallo Federkathy,

Der Anfang hört sich sehr gut an! 😎

Freue mich schon auf die Fortsetzung. 🙂

Wenn Du ein paar Bilder einstellen könntest, wäre es spitze! 😁

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
842 Beiträge · seit 201012. Sept. 2010 · #3
Ich freu' mich auch auf die Fortsetzung!
Vielen Dank !!!

Beste Grüße
Antje
45 Beiträge · seit 201013. Sept. 2010 · #5
Hallo Katrin,

was habe ich doch sehnsüchtig auf deinen Bericht gewartet 😉 Schließlich wollen wir 3 nächstes Jahr auch mit dem WoMo durch Namibia reisen und so bin ich für jeden Erfahrungsbericht sehr dankbar!! Gebucht haben wir bereits und so hoffe ich, dass in deinem Bericht nicht irgendwann noch ein "dickes Ende" kommt 😐
Bisher klingt er - bis auf die Reifenpannen - allerdings ganz vielversprechend. Ich warte schon gespannt auf die Fortsetzung!!!

Viele Grüße

Tukuliri
Themenstarter77 Beiträge · seit 200913. Sept. 2010 · #6
Hallo Tukuliri,
als Resume wird bei mir auf jeden Fall am Ende stehen: Namibias Straßen sind fürs Wohnmobil ungeeignet! Wir würden trotz aller tollen Erlebnisse nicht mehr mit dem Wohnmobil fahren. Wir haben viele Warnungen unterschätzt. Die Ratterei nervt tierisch, der Wagen "löst sich auf" (viele kleine Schäden, wir hätten damit nicht noch 3 Wochen unterwegs sein mögen!) und man ist einfach zu lange mit Fahren beschäftigt, was wenig Spaß macht und wertvolle Stunden vor Ort kostet! Fahrt mal 250 km in 7 Stunden, teilweise mit 25km/h. Da kommt man spät und nicht sehr entspannt an! Unserer Tochter hat es gut gefallen, die hat im Alkoven Nintendo gespielt und war vergnügt!
Eine Möglichkeit wäre, die Route sehr zu beschränken und immer 2-4 Nächte an einem Ort zu bleiben. Auch C-Straßen waren oft schlimmes Wellblech und keine Garantie für angenehmes Fahren!
Soweit erstmal
Katrin
304 Beiträge · seit 200713. Sept. 2010 · #7
Guten Abend Katy,
erstmal herzlichen Dank für Deinen Bericht.
Auch ich habe für Aug./Sept.2011 eine ähnliche Tour mit 11 jähr. Jungen geplant.
Da ich schon sehr oft in Namibia war, jedoch seither mit mit Dachzelten, habe ich diesmal für die Reise einen Camper Van 4x4 gebucht.
Im Mai / Juni dieses Jahres war ich schon mit so einem WoMo für 4 Wochen in Nam.auf Tour.
Im Vergleich zu den den Dachzelten bin ich mehr als begeistert, zumal die Isolierung und vor allem das schnellerer Auf- und Abbauen sehr große Vorteile bietet.
Die Bettgröße hätte auch für 2 Erwachsene und ein Kind bestimmt ausgereicht (1,8 x 1,9m)!
Wie ich auf Deinen Fotos sehe, hattest Du ein großes WoMo 2x4..insgesamt eigentlich nicht so sehr für Gravel geeignet (Ist kein Vorwurf oder Besserwisserei von mir!!).
Die gleiche Überlegeung hatte ich eigentlich im Vorfeld angestellt, ob nicht doch eine größeres WoMo besser wäre.
Nach der Erfahrung mit dem 4X4 und den wirklich guten Fahreigenschaften auf der Piste, habe ich mich wieder für so einen Camper entschieden.
Auch bei Wellblech machte das Fahren überhaupt keine Probleme, wenn eine Mindestgeschwindigkeit von ca.60kmh eingehalten wurde..man berührt dann nur die Wellenspitzen (war mal ein Tipp von einem Insider)!
Sodele, wollte einfach mal meine Überlegungen hier einbringen...
Freue mich sehr auf die spnnenden Folgen Deines echt guten Berichtes.
LG
Gerhard
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Themenstarter77 Beiträge · seit 200914. Sept. 2010 · #8
Vielen Dank an alle für die netten Rückmeldungen!!

Gerhard,
den 4x4 hatten wir auch im Auge, wäre im Nachhinein fürs Fahren sicher viel angenehmer gewesen. Mindesttempo 60 ging mit unserem definitv nicht, bei 35 fing an das Heck auszubrechen (sagt man das so?), vom herumwandernden Kühlschrank dann noch später mehr! 😲
Wir wollten auch nicht zu dritt in einem Bett schlafen und außerdem kann man während der Fahrt in dem 4x4 Camper ja nicht nach hinten (wenn der Kühlschrank oder das Klo rufen) oder sich mal ein bisschen hinlegen.


So, na denn aber mal weiter im Bericht - Teil 2:

Brandberg White Lady Lodge (2):
Gut erholt ging es von Swakop die Küste rauf und dann rechts rein ins Landesinnere nach Uis. Landschaftlich relativ öde bis die Berge näher kommen, die Straße bis Uis ok, danach wurde es schon wieder happig. Richtig schlimm dann die gesamte Zufahrt zur White Lady Lodge. Für 30 km waren wir 45 Minuten unterwegs und hatten das Gefühl, dass das Womo trotz Schneckentempo jeden Moment zerbröselt. Wer konnte uns nur empfehlen, mit dem Womo diese Zufahrt zu ertragen. Einziger Trost war, dass wir für 2 Nächte gebucht hatten, aber mir schwante Schlimmes für die lange nächste Etappe bis Palmvag!
Die Eindrücke von der Lodge dann 2geteilt: der Campingplatz sehr staubig und trotz weiter Abstände alle Nachbarn im Blick, natürlich wieder mal Overlander. Da es tagsüber seeehr heiß war, mochte man sich da nicht aufhalten und wir haben den Wagen dann immer an der Lodge abgestellt und uns am schönen Pool aufgehalten. Toll angelegter Garten mit Teich und genialer Blick auf den Brandberg und die schöne Umgebung. Stumpy, das zahme und hüft-kranke Erdmännchen (ich wäre auf den Nachfolger von Carlos fast draufgetreten!!!), und Pol-ly der sprechende Papagei waren Attraktionen. Einen Abend haben wir das Essen gebucht: ungewürzte panierte Schuhsohle mit Dosengemüse und Kartoffelbrei - eine Enttäuschung und man läuft dann ein ganzes Stück über den stockfinsteren Platz zurück.
Die morgendliche Wüstenelefantentour war schön aber zu lang und leider erfolglos, was unse-ren netten Guide sehr betrübte. Die schöne Lage der Lodge bleibt in Erinnerung aber bei Ab-reise um 7.00 Uhr fängt der Fahrstress früh an und wird uns den ganzen Tag begleiten.

Von der C35, mittleres Wellblech, geht es auf die D2612 ("ist eine Hauptroute, könnt ihr ohne Bedenken fahren", hieß: IA Superwellblech!), die uns viel Zeit raubt, so dass wir Twyfelfontein links liegen lassen und durchfahren. An der C39 atmen wir kurz auf, Tempo 70 ist möglich und wir hoffen nun doch zü-gig nach Palmvag zu kommen. Dann wird die Straße nicht nur wieder sehr wellig sondern es liegen viele, zum Teil sehr große Steine herum, so dass man sehr, sehr aufmerksam fahren muss. Nach 7 Stunden (!) erreichen wir den Kontrollpunkt vor Palmvag und sind so geschafft, dass wir dem netten Herrn an der Schranke brav unsere Namen sagen und nicht merken, dass er uns eine - viel zu teure - Nuss aufschwatzen will! Er kontrolliert hier gar nicht sondern war ein cleverer Nussverkäufer, der offensichtlich gute Kontakte zum echten "Offiziellen" hat.

Palmvag (2):
An der Rezeption will man uns den Platz direkt am Parkplatz geben. Da wir aber schon so lange im Voraus gebucht haben, schwatzen wir den recht unfreundlichen Damen doch einen Außenplatz ab. Leider wieder neben einem Overlander, der den ganzen Tag Musik dudeln lässt. Duschhäuschen, Unterstand mit Spüle und Blick auf den Flusslauf und die schöne Land-schaft lassen den Platz aber in guter Erinnerung bleiben. Zur ersten Wanderung umgezogen, wollen wir uns eine Karte besorgen und erfahren: man dürfe nicht ohne Guide vom Gelän-de!!! Das Lodgegelände ist trotz 2er Pools sehr klein und wir kommen uns ziemlich einge-sperrt vor. Da wir auf eine Jeeptour keine Lust haben, buchen wir am nächsten Tag also eine geführte Wanderung. Viel Landschaft fürs Geld erobert man sich durch einen kurzen Walk auf die nahe gelegene Anhöhe. Warum wir hier nicht alleine hin durften, bleibt unklar, die Guides wollen halt beschäftigt sein! Wir sehen Hartmann Bergzebras, aber ziemlich weit weg. Dann genießen wir es doch, mal keine Aktion mehr zu haben. Da es sehr warm wird, ist auch der eisige Pool ok. Die Sonnenuntergänge sind herrlich und abends können wir hier wie am Brandberg lange in kurzen Hosen am Lagerfeuer sitzen, die kalten Nächte der ersten Tage finden hier nicht statt.

Nach 2 Tagen dann wieder Aufbruch über den Grootberg-Pass und siehe da: die Straße bleibt den ganzen Tag erträglich! Wir genießen die schöne Landschaft rund um den Pass und kurz darauf die erste wirkliche Sensation am Straßenrand: eine große Gruppe Wüstenelefanten zeigt sich hier direkt an der Straße! Wir bleiben lange stehen und genießen den ersten Elefan-ten-Kontakt der Reise.

So, bevor die Geparden kommen, mache ich erst mal Schluss. Teil 3 dann in Kürze!!
761 Beiträge · seit 201014. Sept. 2010 · #9
Hallo, Katy,

das wundert mich, dass Du ein Womo nicht geeignet findest für Namibia.
Wir waren - bereits 1997 - zu viert mit einem eben solchen dort und hatten keine Probleme, es war allerdings ein wenig kürzer als das Eure auf dem Foto.
Die Zufahrt zum hinteren Teil Sossusvlei war natürlich nicht möglich, und auch ganz im Norden waren wir damals nicht. Dafür u.a. auch in Zimbabwe. Da ging das noch .
Gravel roads waren alle ok. Aber wahrscheinlich war Euers zuu lang.

Vor 6 Jahren waren wir dann - zu zweit 😉 - mit Allradcamper unterwegs, aber eigentlich nur, weil wir auch in Botswana waren.

Ich würde nicht generell davon abraten, mit einem "normalen" Womo durch Namibia ( oder SA) zu reisen!

Gruß Doro

P.S. Die Fotos machen Lust auf mehr! 🙂
~ Africa is a feeling ~
Themenstarter77 Beiträge · seit 200916. Sept. 2010 · #10
Hallo Doro,
vielleicht lag es am Zustand der Straßen: wir haben von Farmern und Lodgebesitzern mehrfach gehört, dass die Straßen in sehr schlechtem Zustand sein sollen, da während der WM soviele Südafrikaner im Land untertwegs waren. Kkann das jemand beurteilen, ob das sein könnte? Wir haben ja keinen Vergleich.
Die Länge des Womos war es glaube ich nicht. Eher die Federung oder das Verhältnis Reifengröße zu Höhe und Gewicht. Wir sind ja auch nicht irgendwo steckengeblieben sondern das Wellblech hat uns und den Wagen so mitgenommen!
Gruß Katrin
Themenstarter77 Beiträge · seit 200916. Sept. 2010 · #11
Teil 3 (inzwischen ist es nun doch ein richtiger Bericht geworden - stöhn)

Ottjitotongwe Cheetah Farm (1)
Direkt bei Ankunft am Farmhaus sieht man die "zahmen" Geparden am Zaun, sozusagen im Vorgarten des Hauses. Nach kurzem Staunen fahren wir zum zugewiesenen Platz und machen bis zum Beginn der Cheetah-Tour Pause. Natürlich lassen sich direkt neben uns Overlander nieder, nun sind uns die eigentlich großzügigen Abstände der Plätze doch zu klein zumal alle ein Sanitärgebäude gemeinsam nutzen.
Zur Cheetah-Tor werden wir abgeholt und fahren auf der Ladefläche eines Anhängers zum Farmhaus. Nach kurzer Einweisung dürfen wir zu den 3 zahmen Geparden. Es wird gestrei-chelt und von ganz nah fotografiert. Alleine diese Fotonähe tröstet über die Bedenken hinweg, ob man diese Tiere wirklich streicheln muss; unsere Tochter hat es sehr genossen.
Nun werden wir im nahe den Campingplätzen gelegenen Bush-Cafe, das der Farmersohn be-treibt, zwischengelagert bis auch die 2. Gruppe (die 20 Overlander!) die Streichelarie beendet hat. Ein zahmes DikDik ist auch Besucher im Cafe.
Nachdem der Umsatz des Cafe angekurbelt wurde, geht es mit 2 Wagen-Anhängern los. In einem riesigen Gehege, dessen Größe vergessen lässt, dass diese Tiere eingezäunt sind und gefüttert werden, nähern sich sofort mehrere Geparden. Das Gelände ist schön und wir fahren sehr langsam, während uns die Tiere in der malerischen Umgebung begleiten: Film- und Fo-to-Glück! Die Geparden kommen direkt an die Wagen heran und werden schließlich mit Fleischbrocken gefüttert, um die sie sich zum Teil balgen. Nach einiger Zeit scheint der Spaß beendet, aber wir gelangen an ein weiteres Gehege, wo einige "Jünglinge" erneut gefüttert werden. Und noch einmal geht es weiter und hinter einem weiteren Zaun warten 4 Cheetah-Babies mit ihrer Mutter. Volle Dröhnung Kindchenschema, man muss einfach "wie süß" sa-gen! Wir werden entlassen und können zu den nahen Campingplätzen zurücklaufen. War das nun Zoo oder Wildnis? Egal, so nahe würden wir Geparden in der Wildnis jedenfalls nicht kommen.
Am Platz besuchen uns viele Webervögel, die Fotos mit Makro ermöglichen, so wenig scheu sind sie. Auch ein Tokko ist sehr gesellig und besucht unseren Esstisch. Am morgen bei Ab-reise liegt dann Camillo, die zahme Giraffe, vor dem Farmhaus und schmust regelrecht mit unserer Tochter. Ein toller Auftakt zu dem Tag, der uns nun endlich nach Etosha bringen soll.

Etosha , Okaukuejo (2)
Bei Einfahrt in den Park und dem Einchecken in Okau gibt es wieder einige herrlich bürokra-tische, umständliche Prozeduren. Auf dem ersten Wegstück begeistern uns Zebras, Springbö-cke, Giraffen und Gnus, die aus nächster Nähe abgelichtet werden. Noch haben wir den späte-ren Zustand "puh, schon wieder Springböcke und Zebras" nicht erreicht!
In Okaukuejo besichtigen wir unser Family-Chalet, was wir uns für 2 Nächte geleistet haben, und sind sehr angetan: 2 großzügige Schlafzimmer je mit eigenem Bad und ein Wohnraum mit Küche. Dann brechen wir auch schon zum Wasserloch auf, das 3 Gehminuten entfernt liegt. Dort ist die Hölle los. Springböcke, Kudus, Oryxe, Zebras zu hauf! Mehrere Giraffen und ein Nashorn stehen fotogen herum und ständig wechselt die Belegschaft. Aus der Gras-landschaft kommen ständig weitere durstige Tiere an das Wasserloch und damit ganz nah an den Besucherzaun, wo die Touris ganz still (bis auf die italienischen Großfamilien) staunen. Dann der erste Elefant, nein gleich mehrere, das Tiere-gucken nimmt kein Ende! 6 Giraffen und 4 Elefanten trinken genau zu Sonnenuntergang gemeinsam. Ein tolles Bild!
Wir gehen ins Chalet und kochen, um dann gleich wieder zum Loch zu pilgern, wo inzwi-schen unter nächtlicher Beleuchtung die Kundschaft gewechselt hat: bis zu 6 Nashörner sind gleichzeitig da! Sollen die nicht sehr selten sein? Eines kommt ganz nahe an den Zaun und frisst im hellen Licht Gras zwischen den Absperrungen. So ein urtümliches Tier in ca. 2 m Entfernung ist verdammt beeindruckend! Ein Elefantenbulle kommt dazu und wird von einem kleinen Nashorn "angemacht". Der Bulle weicht tatsächlich zurück und starrt das Kleine fas-sungslos an - eine köstliche Szene. Schließlich landen wir doch im Bett und sind gespannt auf die nächsten Sensationen .... Ihr auch? Bis dann Katrin
Themenstarter77 Beiträge · seit 200919. Sept. 2010 · #12
So weiter geht es mit Teil 4:
weiter in Okaukuejo
Nach dem Frühstück erfreuen wir uns wieder am Gewusel des Wasserloches; man kann das Spiel "Wer sieht die meisten unterschiedlichen Tierarten?" ausgiebig spielen. Dann brechen wir auf, um nach Norden zum Wasserloch Okondeka zu fahren. Leider stoßen wir wieder an die Grenzen unseres Wohnmobils: die Strecke ist tiefes Wellblech, wir können nur sehr lang-sam fahren und die Geräuschkulisse ist beträchtlich. Was macht man eigentlich, wenn hier ein Reifenschaden oder Ähnliches passiert? Der auftretende Schaden ist dann nicht so dramatisch, aber wenn der Kühlschrank anfängt durch den Innenraum zu wandern, ist das auch nicht soo klasse! Die Befestigungsschrauben greifen nicht mehr und wir bekommen vor Augen geführt, was die Straßen für Abnutzungen am Womo verursachen. Nach ca. 45 Minuten für nicht mal 20 km sind wir da, aber es ist fast nichts los. Wären wir mal doch vor dem Frühstück gefah-ren, es ist wohl schon zu warm. Ohne große Erlebnisse tuckern wir wieder zurück und uns wird klar, dass das Anfahren von Löchern in dieser Entfernung zu Sonnenuntergang für uns wohl nix wird, da wir für die Rückfahrt viel zu lange brauchen um vor Torschluss zurück zu sein. Unsere Tochter hat dann das Glück, von einer Familie, die wir seit Ottjitotongwe ken-nen, eingeladen zu werden: sie fährt am Abend mit dem 4x4 mit, der die gleiche Strecke in ca. 15 Minuten zurücklegt. Zum Glück geben wir ihr die Videokamera mit, denn der Ausflug bringt die einzige richtige Löwenbegegnung unserer Reise: 2 Löwinnen machen zu Sonnen-untergang einen Spaziergang an Straße und Wasserloch! 5 Minuten vor Toresschluss sind sie zurück, Sophie natürlich begeistert und wir ein bisschen traurig.
Auch am zweiten Abend genießen wir am beleuchteten ortseigenen Wasserloch dann bis Mit-ternacht nicht nur Elefanten und Nashörner. Okaukuejo bietet da wirklich unschlagbar viele und schöne Tierbegegnungen!
Ach, den wandernden Kühlschrank haben wir vor Ort - nach mehreren Telefonaten mit KEA - von einem Helfer mit Werkzeug und großen (!) Schrauben wieder notdürftig verankern las-sen. Die Dichtungen der hinteren Tür und am Frontfenster des Alkoven haben auch Rüttel-schäden und sind nicht mehr ganz dicht, die Staubmenge im Inneren wächst. Wir versuchen, cool zu bleiben und hoffen, dass die Schäden nicht größer werden.

Halai (1):
Am nächsten Morgen dann Aufbruch nach Halali. Wir sehen viele schöne Vögel direkt am Straßenrand: Großtrappen, Sekretäre und Gabelracken präsentieren sich fotogen. Springbock, Zebra und Co sind inzwischen selbstverständlich und wir genießen die Weite und die unge-wöhnlichen Ansichten dieser Landschaft. Die Wasserlöcher unterwegs sind relativ langweilig. Eines ist gut besucht und wir schauen sehr lange, bis wir merken, warum: 2 Löwen liegen in großer Entfernung und nur schwer erkennbar im Gras. Unsere einzige Löwenbegegnung, wenn auch kaum sichtbar.
Der Campingplatz in Halali ist nicht sehr schön, wir sitzen in der Mittagshitze im Schatten des Womos und nutzen den großen Pool. Abends hoffen wir dann auf reges Treiben am Was-serloch, aber da ist zunächst wenig los. Kurz vor Sonnenuntergang geht Sophie zurück zum Womo, das ist ihr zu langweilig. Als die Sonne weg ist, wollen wir ihr folgen, da ist das Loch plötzlich von einer Elefantenherde mit mehreren sehr, sehr kleinen Jungtieren bevölkert. Es wird ausgiebig getrunken. Als die Herde am Abziehen ist, kommt ein Nashornweibchen mit Jungtier hinzu. Ein junger Elefant hat etwas dagegen, dass die beiden trinken, und posiert an-gebermäßig. Zu unserer Begeisterung kommt von hinten ein ganz Kleiner hinzu und gibt ebenfalls ordentlich an. Revanche für Okaukuejo? Und tatsächlich gelingt es den beiden durch Wasserspritzen (!!!) die Nashörner zu beeindrucken. Nashorn-Bekämpfung per Dusche - sehr erstaunlich!
So endet unser einziger Abend in Halali mit tollen Bildern, von denen ich gleich noch mal ein paar auf meine Seite hochlade: viel Spaß!
1 Beiträge · seit 201125. Dez. 2011 · #13
Hallo, bin neu hier,
ich hätte gerne gewußt, was für ein Kühlschrank war das im Womo?
Konnte dieser mit Gas, 12V , 220V betrieben werden?
Gab es auf den Campingplätzen Stromanschlüsse?
Sollte man die Campingplätze im Voraus buchen, oder ist dies jeweils vor Ort noch möglich?

Es wäre nett wenn die Fragen beantwortet werden könnten!

DANKE!
140 Beiträge · seit 201125. Dez. 2011 · #14
Wir waren im Mai/juni unterwegs mit der Discoverer 4 von Bobo Campers und waren sehr zufrieden. Die Kulschrank funktionierte am 12 V und 220V mit Stromanschlüsse. Wir hatten bei meisten Campingplätze Strom, nur in Otjitotongwe (Cheetah Farm) nicht. Natürlich ist so eine Womo nicht sehr comfortabel auf den Gravelwege, aber wir haben es gemacht ohne Reifenschade!

LG,
Tigerlily
1'558 Beiträge · seit 201102. Jan. 2012 · #15
Hallo Katrin,
im Moment verschlinge ich nur so die Berichte, danke dafür und die tollen Bilder! Wirklich gut gelungen! Obwohl auch wir große Womofans sind, haben wir uns für einen Hillux mit Dachzelt im Juli entschieden. Es wird bestimmt nicht immer warm sein? Bin gespannt auf eure weitere Erlebnisse und Tipps!
Liebe Grüße Birgit
Meine Reiseberichte
6 Beiträge · seit 201207. Jan. 2012 · #16
Hallo Kathy & Co.,
ich muss mal schnell meinen Dank an dich (und das ganze Forum) loswerden. Eure Beiträge erleichtern das Planen ungemein.
Wir haben kurzfristig unseren Namibia von 2013 auf 2012 vorverlegt (günstiger Flug) und fliegen für 3 Wochen im August. Da wir auch "Ersttäter" sind und campen (Dachzelt) und mit Sohn (5 Jahre) unterwegs sein werden, war euer Reisebericht super hilfreich.
DDDAAAAAANNNNKKKKKEEEEEEEE 😁 😁 😁 😁 😁 😁
P.S. ich verspreche auch einen Bericht von uns im September
P.P.S Das Bild von der zahmen Giraffe und eurer Tochter ist klasse