Caprivi und Malaria

28 Antworten · 13,6k Aufrufe · gestartet 05. Juli 2010 von Sickinger
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3'700 Beiträge · seit 200906. Juli 2010 · #21
Lieber Kurt,

hast ja Recht! Bin halt immer noch auf der Suche nach einer informierten Entscheidung.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
245 Beiträge · seit 200906. Juli 2010 · #22
Hallo Kurt,

Ja, ich hatte Nebenwirkungen. Allerdings ist das mehr als 20 Jahre her und das Medikament der Wahl hieß damals Lariam.

Meine Haare sind im Anschluss an die Einnahme über einige Monate stark strukturgeschädigt nachgewachsen. Bei einem Teilnehmer unserer Tour mussten sämtliche Nägel entfernt werden.

Übrigens hatten die meisten Teilnehmer unserer Tour nach Zimbabwe (wir waren mit einer Hockeymannschaft unterwegs) keine Prohpylaxe und 12 Teilnehmer haben tatsächlich Malaria bekommen.

Ich will ja auch gar nicht von der Einnahme abraten, zumal Malarone offenbar verträglicher ist.

Allerdings werde ich definitiv keine mehr nehmen, auch wenn ich deshalb unter Umständen auf den Besuch einiger Gebiete verzichten muss.

LG
Lio
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2010
3'766 Beiträge · seit 200606. Juli 2010 · #23
Lio schrieb:
Hallo Kurt,

Ja, ich hatte Nebenwirkungen. Allerdings ist das mehr als 20 Jahre her und das Medikament der Wahl hieß damals Lariam.

Meine Haare sind im Anschluss an die Einnahme über einige Monate stark strukturgeschädigt nachgewachsen. Bei einem Teilnehmer unserer Tour mussten sämtliche Nägel entfernt werden.

Übrigens hatten die meisten Teilnehmer unserer Tour nach Zimbabwe (wir waren mit einer Hockeymannschaft unterwegs) keine Prohpylaxe und 12 Teilnehmer haben tatsächlich Malaria bekommen.

Ich will ja auch gar nicht von der Einnahme abraten, zumal Malarone offenbar verträglicher ist.

Allerdings werde ich definitiv keine mehr nehmen, auch wenn ich deshalb unter Umständen auf den Besuch einiger Gebiete verzichten muss.

LG
Lio
Hallo Lio,

ich habe kein Problem damit wenn jemand aus persönlichen Erfahrungen einen Entschluss für sich fällt, das tue ich ja auch täglich.

Das es Nebenwirkungen geben kann leugne ich auch nicht, aber nur aus der Annahme heraus es könnte Nebenwirkungen haben darauf zu verzichten find ich nicht gut.

Auch ich habe strukturelle Probleme mit meinen Haar (ansatzweise) 😄

spässle mus sein...

Nein, was ich vermitteln möchte, man kan schon einige Zeit vor der Reise das Medikament antesten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Ich persönlich würde mir diese Option einfach nicht im Voruas nehmen wollen.

Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
245 Beiträge · seit 200906. Juli 2010 · #24
Hallo Kurt,

das habe ich mir doch gedacht, dass zu den "Strukturschäden" ein derartiger Kommentar kommt. 😎 Klingt sicherlich auch nach einer Lappalie. Mir persönlich hat es kein gutes Gefühl gegeben, dass es solche Auswirkungen haben kann.

Man muss halt immer Nutzen und Risiko abwägen. Zum Glück haben wir einen Tropenmediziner im Bekanntenkreis, von dem wir eine ehrliche Meinung bekommen. Offiziell rät er immer zu Prophylaxe, da es aus Haftungsgründen gar nicht anders möglich ist.

Unsere September-Tour machen wir jedenfalls ohne Prophylaxe, allerdings auch ohne Caprivi.

LG
Lio
1'335 Beiträge · seit 200606. Juli 2010 · #25
Hallo Marina,

es ist sicherlich sehr menschlich, wenn man gerne das tut, was andere um einen herum auch tun.

Aber an dieser Stelle musst Du Deine Entscheidung selbst treffen. Denn Du musst es selbst verantworten.

Informiere Dich, am besten bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, die den ganzen Tag nichts anderes tut, als sich mit solchen Krankheiten und seiner Prophylaxe zu beschäftigen.
http://www.dtg.org/

Sicherlich gibt es Hinweise, dass die Reifung der Plasmodien in der Anopheles-Mücke eine gewisse Mindesttemperatur benötigen und daher der Winter im Capirivi einen gewissen Schutz bietet. Aber wer hat solche Daten festgelegt?
Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass z.B. im akfrikanischen Winter Anopheles nicht aktiv ist.
Dagegen sagt die DTG und ihre afrikanischen Schwestern, dass im Capivi ganzjährig high-risk Gebiet ist.

Sicherlich gibt es Reisende, die ohne Prophylaxe gesund geblieben sind.

Das Problem ist, dass in Namibia und Botswana zu 90 % der gefährlichste Erreger übertragen wird, der die Malaria tropica auslöst. Diese hat nicht nur sehr unangenehme Begleiterscheinungen (Nierenversagen, Hirnschäden etc.) sondern kann auch im Rahmen von Gedächtniszellen ein Leben lang bei Dir bleiben. Mit Fieberschüben, die so heftig sind, dass moderne Medizin gefordert ist, ist das keine Krankheit, die man gerne hätte. So etwas möchtest Du doch nicht dem Zufall überlassen, ob Du so etwas bekommst oder nicht.
Wenn ja, ok.
Ist wie Geldanlegen bei einem Fond. Man kann viel gewinnen aber auch alles verlieren!

Viele Grüße
Cora
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3'700 Beiträge · seit 200906. Juli 2010 · #26
Liebe Cora,

sehe das ähnlich wie Du. Siehe hierzu meinen Thread http://www.namibia-forum.ch/forum/11-diverses/145606-malaria-aktuelle-pressemitteilung-frm-ev.html

Bin halt aber immer noch beim Sammeln von Informationen, um eine informierte Entscheidung treffen zu können für mein spezielles Reiseanliegen.

Herzliche Grüße und Dank
Marina
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579 Beiträge · seit 201006. Juli 2010 · #27
Guten Abend,

Cora schrieb:
Sicherlich gibt es Hinweise, dass die Reifung der Plasmodien in der Anopheles-Mücke eine gewisse Mindesttemperatur benötigen und daher der Winter im Capirivi einen gewissen Schutz bietet. Aber wer hat solche Daten festgelegt?
Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass z.B. im akfrikanischen Winter Anopheles nicht aktiv ist.
Die Anopheles-Arten sind und bleiben Wechselblüter, die von der Umgebungstemperatur abhängig sind. Unter 16°C kann sich keine Anophelesmücke entwickeln und das ist dann schon die kälteunempfindlichste Art. Andere Anophelesarten brauchen mindestens 18 oder 20 °C. Das ist seit mindestens 30 Jahren wissenschaftlicher Consens. Das dürfte auch jeder Tropenmediziner wissen.

Nur kann man daraus nicht den Schluss ziehen, dass das Malariarisiko im südafrikanischen Winter bei 0,000 liegt. Ein (wenn auch sehr kleines) Restrisiko bleibt. Wetter ist keine verlässliche Komponente. Es kann auch im Winter mal 1-2 Wochen viel wärmer als normal und somit eine nennenswerte Anopheles-Population vorhanden sein. Es können trotz niedriger Temperaturen punktuell Bedingungen herrschen, die eine Entwicklung der Anopheleslarven zulassen. Vielleicht in einem Gebäude. Vielleicht steht ein schwarzer Felsbrocken in einer Pfütze, der Sonnenenergie absorbiert, speichert und an die Pfütze abgibt und so trotz kalter Nächte für ausreichende Temperaturen zur Entwicklung der Larven sorgt...

Es muss dann jeder für sich selbst oder mit seinem Arzt entscheiden, ob das Risiko an Malaria zu erkranken größer ist, als das Risiko schwere Nebenwirkungen einer Prophylaxe zu erleiden. Neuere Beipackzettel listen zumindest in Deutschland nicht nur die potentiellen Nebenwirkungen auf, sondern nennen auch die Häufigkeit, mit der diese in Studien auftraten.

Sonnige Grüße
zuletzt bearbeitet 07. Juli 2010
32 Beiträge · seit 201007. Juli 2010 · #28
Tom Swiss schrieb:
PS: Habe auch die Feuerversicherung für mein Haus noch nie gebraucht..
Da stimme ich Lio zu, dass die Feuerversicherung (ausser den Kosten) auch kein Nebenwirkung hat...

Insgesamt ist das sicherlich immer eine Nutzen/Risiko Abwägung für den Einzelen, wie auch schon mehrfach erwähnt.

Aber was ist mit der "Gesamtheit"? Was ist, wenn wir als Touris, mit hochwirksamen (und teuren!!!) Medikamente im Blut geschützt sind, aber dadurch auch die Resistenzen immer höher werden und die Behandlungsmöglichkeiten der Bevölkerung vor Ort?

Rein ethisch (?) gesehen muß ich mir aus MEINER Sicht überlegen, Malariagebiete konsequent zu vermeiden ODER nur extreme Expositionsprophylaxe zu betreiben und bei den geringsten Symptomen sofort meine Sachen zu packen und eine Klinik, ungeachtet der Kosten, aufzusuchen.

Ich weiß nicht, ob dies auch ein möglicher Denkansatz ist...
Aber ich überlege derzeit auch, was ich im Caprivi machen will...

Allen einen schönen Abend, Laupi
1'335 Beiträge · seit 200607. Juli 2010 · #29
lowflyer schrieb:
Die Anopheles-Arten sind und bleiben Wechselblüter, die von der Umgebungstemperatur abhängig sind. Unter 16°C kann sich keine Anophelesmücke entwickeln und das ist dann schon die kälteunempfindlichste Art. Andere Anophelesarten brauchen mindestens 18 oder 20 °C. Das ist seit mindestens 30 Jahren wissenschaftlicher Consens. Das dürfte auch jeder Tropenmediziner wissen.
Hallo Lowflyer,
ich hoffe, Du hast den Unterschied gemerkt:
Ich habe von der Entwicklung der Plasmodien in der Mücke gesprochen, Du von der Mücke selbst.

Es gibt Hinweise, dass sich die Plasmodien in der Mücke erst ab einer Temperatur, die stetig über 18 Grad C liegt, entwickeln. Das ist wissenschaftlich m.E. nicht so abgesichert, dass man weiß, wie es sich verhält, wenn die Temperatur kurzzeitig unter 18 Grad fällt, oder für 2 Tage etc.
Falls jemand dazu Forschungsergebnisse hat, wäre das interessant!

Viele Grüße
Cora
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