Crazy ZebraThemenstarter3'766 Beiträge · seit 200629. Apr. 2010 · #1So dann schauen wir mal was vom Antiflaming noch da ist,
bei diesem Thema sachlich zu bleiben ist eine wirkliche Herausforderung
aus-Prinzip-nur-in-den-Kopf-schiessen - Lies mich!Nachdenkliche Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
carl1'287 Beiträge · seit 200829. Apr. 2010 · #2Hallo Kurt,
wenn Du hier ein Flaming provozieren willst, musst Du aber schon eindeutig Stellung beziehen.
Ich persönlich finde Jäger und Jagd sehr eigenartig, besonders auf Tiere die ich in Afrika in freier Wildbahn gesehen habe, was mich wiederum sehr berührt hat (z.B. Löwen, Elefanten).
Allerdings esse ich Fleisch und war seinerzeit sehr dankbar, dass uns die spanischen Besitzer einer Jadgfarm unweit von Windhoek in der Nacht hereinliessen, um auf dem Gelände der (im übrigen geschlossenen) Farm zu nächtigen. Man hat uns (kostenfrei) in einem Gästezimmer untergebracht und was auch sonst sehr nett und freundlich zu uns.
Beim Kajakfahren angle ich manchmal achter aus, um später am Strand die Fische zu braten.
Zum einen reduzieren die zu zahlenden Trophäenpreise zwar die Anzahl der potentiellen Jäger in Afrika und das Geld kann für den Artenschutz eingesetzt werden (so makaber das auch sein mag)
Zum anderen ist es aber ein sehr lukratives Geschäft ist, was dann wiederum auch den Reiz, illegal zu werden erhöht.
Für mich ist das alles sehr widersprüchlich, daher kann ich keine Stellung beziehen.
Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
"Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon)
"I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
Crazy ZebraThemenstarter3'766 Beiträge · seit 200629. Apr. 2010 · #3Hallo Carl,
ich will kein Flaming provuzieren 🙂 sondern würde mich freuen eine sachliche Diskussion zu erleben.
Meine Meinung wird kaum jemanden interessieren,aber bitte.
Jagt zur regulierung von Wildbeständen von nicht geschützten Arten und in seltenen Fällen auch von geschützten Arten zB eines Maneaters damit kann ich leben. Selber entwickelt sich in mir kein Gen das mich zur Jagt treiben würde. Jäger die nur "Abballern" werden keinesfalls Freunde von mir 😎
Gruss Kurt
PS
Ich fand es einfach wert diesen Artikel einer grösseren Gemeinde verfügbar zu machen, und da ich weiss das dieses Thema sehr schnell emotional wird hoffe ich wenn es zur Diskussion kommt es eben "sachlich" bleibt.
Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
gglink5'538 Beiträge · seit 200829. Apr. 2010 · #4Hallo Kurt,
wir haben in diesem Forum schon so oft über Jagd und Angeln diskutiert. Es ging eigentlich nie ohne persönliche Angriffe zu Ende, weil viele bei diesen Themen ihren Emotionen freien Lauf lassen (wollen). Ich selbst bin ja Angler, wie hier auch schon diskutiert, aber kein Jäger. Trotzdem verbindet mich Vieles auch mit den Jägern - das Naturerlebnis steht auch bei den meisten ganz, ganz oben. Und sowohl bei den meisten Anglern wie auch bei den meisten Jägern steht der Hegegedanke - ich sage es mal vorsichtig - nicht ganz hinten. Denn Hegeabschüsse muss es leider geben, weil überall dort, wo der Mensch angefangen hat, die Natur zu regulieren - also leider fast überall - er auch etwas zur "Gegenregulierung" - kein schönes Wort, aber ich weiß kein besseres - tun muss. Natürlich gibt es auch schießwütige Menschen, die nur ballern um des Ballerns willen, aber Gott sei Dank habe ich bisher abschussgeile Jäger noch nicht kennengelernt. Die sind sicherlich genau so in der Minderheit wie die "übertriebenen" Naturschützer, die alles schützen wollen, nur den Menschen nicht. Und wenn die beiden Sorten von Menschen aufeinander kommen, dann fliegen die Fetzen.
In diesem Sinne sehr hoffe ich, dass Du Recht behältst und wir einmal einen ganzen Thread lang eine sachliche Diskussion erleben - hart in der Sache, aber nie unter der Gürtellinie und ohne persönliche Angriffe.
Liebe Grüße
Gerd
Crazy ZebraThemenstarter3'766 Beiträge · seit 200629. Apr. 2010 · #5Hallo Gerd,
ein weiterer Punkt der mich sehr nachdenliche stimmt in diesem Artikel ist die Stellungnahem gegenüber den Buren, als hätten die Nachkommen der Kolonialherren nicht schon genug Probleme als sich auch noch gegenseitig anzufeinden.
Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
gglink5'538 Beiträge · seit 200829. Apr. 2010 · #6Hallo Kurt,
da hast Du zwar Recht, aber die Buren sind bei den meisten Deutschen (zumindest denen, die ich kenne) nicht so beliebt. Die Farmer schimpfen sehr auf die Schießwütigkeit der Kollegen aus Südafrika. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber da scheint wirklich der Profitgedanke und nicht die Hege/Aufzucht im Vordergrund zu stehen. Mir hat ein deutscher Farmer gesagt, dass dies einer der Gründe ist, dass er seine Farm wildsicher eingezäunt hat, der der Nachbar (Bure) nur geschossen hätte.
Liebe Grüße
Gerd
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200629. Apr. 2010 · #7Hi zusammen,
also ich habe mich, abgesehen von der eigentlichen Thematik, selten so amüsiert. Diese Fragen und Antworten sind gleichermaßen "schwachsinnig" und entbehren jeder Grundlage.
Ein paar Verbesserungen:
- "Und Schrotflinten?" - Schrotflinten gibt es nicht, da jede Flinte ein Schrotgewehr ist
- "keine dieser komischen Buren." - Buren gibt es auch in Namibia
- "Und Löwen, schmecken die gut?" - Löwen essen - na dann mal los; grundsätzlich wird vom Essen von Raubtieren (ja, auch Krokodilschwänze, Haifischflosse) abgeraten
- "dass man in Namibia keine Löwen jagen kann." - In Namibia ist sehr wohl auch Löwenjagd möglich
- "Einige schiessen aus Prinzip nur in den Kopf der Tiere." - Beim Culling bzw. Fleischjagd weltweit auch üblich.
Zur eigentlichen Thematik der Jagd halte ich mich mal lieber zurück, da ich auch extreme Abschweifungen - wie ja schon häufig zu dem Thema - befürchte...
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200729. Apr. 2010 · #8Mein erster Eindruck beim Lesen:
Meint der Interviewte es ernst mit dem, was er da von sich gibt? Wer will wen blos stellen?
Tobias499 Beiträge · seit 200629. Apr. 2010 · #9Hallo,
ich persönlich halte nichts von Trophäenjagd. Das ist absoluter Unsinn. Wenn man den Begriff Trophäe als das sieht, was er bedeutet, nämlich der sieg bzw. Triumph über eine Person/Tier oder Sache, dann würde das bedeuten, man jagd das Tier auf Augenhöhe, sprich mit ausgeglichenen Kräften. Da würde jeder Jäger bei einem Raubtier ganz schnell ganz alt aussehen...
Da der Mensch mittlerweile derart tief in die Regulationsmechanismen der Natur eingegriffen hat, braucht es wohl die Regulationsjagd. Auch esse ich Fleisch und Fisch. Aber wer einen Löwen schiesst, um sich anschliessend den Kopf übers Bett zu hängen... Kann ich nicht nachvollziehen und lehne ich zutiefst ab.
Tobias
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200629. Apr. 2010 · #10Hi Tobias,
jetzt äußere ich mich mal doch, da Du genau die Problematik ansprichst.
Jagd als Regulierung ok, das sagst Du ja auch. Dies würde auch die Regulierung von Raubwild einschließen. Provokant gefragt: Was ist dann daran schlecht, wenn es Leute gibt die für einen zu "regulierenden" Löwen €10.000 bezahlen. Der Löwe stirbt eh und so kommt es noch jemanden zu Gute (und im Falle von Namibia eben häufig in solchen Fällen den Conservencies und dem Naturschutz).
Jagd sollte Deiner Meinung nach "auf Augenhöhe geschehen". Ist dann also die Pirschjagd mit Pfeil und Bogen so wie es die San seit Jahrtausenden machen "auf Augenhöhe" und würde von Dir eher bejaht werden?
Finanziell ist die Trophäenjagd eben ohne Alternative (Fleischjagd bringt wenig, Lebendwildverkauf bringt noch weniger) für Land und Leute. Ein Trophäenjäger lässt im Schnitt in Namibia etwa €10.000 - da müssen schon viele "Naturschützer" für Urlaub machen.
Ich erwarte keine Antwort darauf, möchte jedoch zum Nachdenken anregen.
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Tobias499 Beiträge · seit 200629. Apr. 2010 · #11Hallo Christian,
wenn ein Löwe zur Regulation zur Jagd freigegeben wird, und der Jäger sich hinterher den Kopf auf den Kühler steckt und viel dafür bezahlt, ist wohl allen geholfen.
du sprichst die San an, ja das wäre wohl Augenhöhe. Allerdings ist mir neu, dass die San auf reine Trophäenjagd gegangen sind, in den letzten tausend Jahren.
Ich meine nur: ein Tier abzuknallen, nur um hinterher erzählen zu können, man hat z.b. einen Löwen erlegt, finde ich unsinnig. Das ist meine Meinung.
Allerdings zeigt sich bei diesem Thema deutlich die grosse Gefahr, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden.
Es geht dabei natürlich auch ums Geld. Ich finde es besser, wenn man mit dem Teleobjektiv auf "Jagd" geht. Damit kommt dem Land auch einiges zu Gute. Michael Poliza hat mittlerweile erheblich mehr Geld nach Afrika gebracht, mit sämtlichen Gebühren, Guides, Überflugpermitts und nicht zu vergessen der Werbung für den Kontinent (Tourismus), als wenn er ein paar Löwen geschossen hätte...
nur mal zum Gucken:
http://www.michaelpoliza.de/downloads/africa_reviews.pdfViele Grüsse
Tobias
carl1'287 Beiträge · seit 200829. Apr. 2010 · #12Tobias schrieb:Ich meine nur: ein Tier abzuknallen, nur um hinterher erzählen zu können, man hat z.b. einen Löwen erlegt, finde ich unsinnig. Das ist meine Meinung.
Genau das ist eben schwierig, weil man hier das "Glashaus und Steine" Problem hat. Auch wenn ich selber die Jagd und Jäger komisch finde, muss ich wohl dieses Verhalten akzeptieren.
Ich gehe mal davon aus, dass die meisten von uns sich auch (ein bisschen) freuen, wenn zu Hause bei den eigenen Reiseberichten durch das "wilde" Afrika bei besonders unbedarften Personen der Eindruck entsteht, man sei ein kleiner Livingston oder so.
Die Großwildjagd hat eben eine sehr lange Tradition besonders unter reichen Weissen in Afrika und ist häufig entsprechend verklärt dokumentiert worden (vgl. "Die grünen Hügel Afrikas" von Hemmingway u.ä.).
Will damit also sagen, solange die Jäger schön Kohle abdrücken und sicher gestellt ist, dass der Artenschutz gewährleistet ist, sollte man dies als (für einen selbst) nicht erstrebenswert und nachvollziehbar einstufen und die Kollegen machen lassen.
Alles andere könnte in meinen Augen tendenziell als Bigotterie ausgelegt werden.
Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15)
"Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon)
"I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
Löffingen12 Beiträge · seit 200929. Apr. 2010 · #13Hallo zusammen,
ich habe keinerlei Bezug zu der Jagd. Als ich vor 5 Jahren
zum Ersten mal nach Namibia gereist bin habe ich alle Großwild-
jäger für ziemlich schräge Zeitgenossen gehalten.
Jetzt sehe ich das anders, einerseits muss ja wirklich gejagt
werden um die Bestände zu regulieren, andererseits fließt so
auch eine ziemliche Menge Geld in die Kassen verschiedener
Verbände die sich um den Erhalt der Tiere in freier Wildbahn
bemühen.
Ich lebe im Hochschwarzwald, in freier Wildbahn habe ich zuletzt vor 20 Jahren einen Hirsch gesehen, meines Wissens nach waren bis vor 150 Jahren Wölfe und Bären heimisch. Die Ausrottung
von bedrohten Spezies haben wir zivilisierten Europäer wesentlich
schlimmer betrieben als die Bevölkerung in Afrika. Daher
habe ich kein Problem damit das ein paar wohlbetuchte Leute gezüchtete Tiere abschießen und sich mit den "Trophäen"
schmücken.
Gruß
Gerd
Crazy ZebraThemenstarter3'766 Beiträge · seit 200629. Apr. 2010 · #14Sodele,
nun möchte ich hier mal im Forum die Hosen runter lassen 😛
Jugendliche und empfindliche bitte wegschauen 😄
Ich bin auch Trophäenjäger!
Ich habe zu seiner Zeit im Krüger 2 Felle von Springböcken gekauft, alles mit Urkunde und Stempel vom Zoll und Hauptveterinär. So gesehen habe ich nur das Jagen anderen überlassen.
Zum Thema San, die San auch bekannt als Bushmänner sehen in einem Löwen einen Freund, es liegt nicht in ihrer Kultur Löwen als Trophäe zu jagen.
Anders sieht es in anderen Volksgruppen aus, da werden Löwen und Leoparden zT gejagt als Ritual um vom Jungen zum Status des Mannes zu gelangen. Jedoch ist diese Form der Jagt wirklich nur etwas für Männer das sie in der Regel nur mit Speren bewaffnet sind.
Ich weiss auch nicht ob es ein Restinstinkt des männliche Homosapiens-Sapiens ist das er den Wunsch hat ein Tier zu erlegen.
Ûnd noch eine Frage, Blattschuss, Kopfschuss, worin begründet sich diese Unterscheidung?
Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
Horse_whisperer658 Beiträge · seit 200729. Apr. 2010 · #15Crazy Zebra schrieb:
[quote.
Ûnd noch eine Frage, Blattschuss, Kopfschuss, worin begründet sich diese Unterscheidung?
Gruss Kurt
Blattschuß "morscht" Fleisch, was wir ja brauchen,
Kopfschuß "morscht" Trophäe, was die Jäger brauchen
Grüßle
Ralf !!