KRKrajcerAustriaThemenstarter2 Beiträge · seit 201014. Apr. 2010 · #1Ich möchte mit einem sehr unschönen Eigenerlebnis auf mögliche Gefahren auf der Verbindung zwischen Südafrika (Springbok) und Namibia (Nordoewer) hinweisen.
Ich war, mit einem BRITZ Bushcamper, zusammen mit einer Freundin auf dem Weg von Südafrika nach Namibia. Wir hatten noch fast drei Wochen Urlaub vor uns und wollten noch nach Botswana, zu den Victoria Fällen und in die Etosha.
Auf der langen Verbindungsstrasse zur namibischen Grenze haben wir auf einem der Parkplätze an der Strasse angehalten, um uns im Camper einen Kaffee zu machen. In dieser Gegend ist es menschenleer und der Parkplatz war weitläufig einsehbar. Ich denke wir waren nicht leichtsinnig.
Wir haben den Wagen abgestellt und sind hinten in den Wagen geklettert und haben Wasser aufgesetzt. Es hat keine fünf Minuten gedauert, da war der Wagen auf einmal von einer Gruppe Jugendlichen und sogar einigen Kindern umringt. Es waren ungefähr 10 Personen und drei Hunde die die ganze Zeit gekläfft haben. Ihre Sprache haben wir nicht verstanden, wir sind aber freundlich geblieben obwohl die Situation, zwei Frauen ganz alleine auf dem Parkplatz, schon bedrohlich war.
Ohne das wir einen Anlass geliefert hätten wurden die Diskussionen um unser Auto aber immer lauter und es kam eine agressive Stimmung auf. Wir hatten den Eindruck sie streiten miteinander, sie haben uns auch nicht nach Geld gefragt oder irgendetwas angeboten - oder wir haben es vielleicht nur nicht verstanden - dann begannen sie auch uns anzuschreien, teilweise in schwer verständlichem Englisch. Wir wollten nur noch weg. Ich bin - was sicher ein Fehler war - nach hinten ausgestiegen und wollte nach vorne gehen und losfahren. Auf einmal haben mich zwei der Jugendlichen festgehalten und gegen den Wagen gedrückt, meine Arme auf den Rücken gedreht. Einer von beiden hat für mich völlig unerwartet dabei meine Bluse aufgerissen und ständig auf mich eingeredet, ich bin wirklich nicht ängstlich aber das war wirklich heftig. Ich hatte nicht den Eindruck das Sie wirklich irgendetwas wollten!? Dann sind zwei Geländewagen vorbeigefahren. Ein deutsches und ein holländisches Paar, die die Situation erkannt haben. Sie haben gebremst und sind dann sehr schnell in den Parkplatz gefahren. Ein dritter Wagen kurz danach ist auf der Strasse stehen geblieben. Daraufhin ist die Horde weggelaufen über die Strasse und einen Zaun im Buschland verschwunden. Meine Freundin hat nichts abbekommen, sie war durch den Wagen nach vorne gekrabbelt. Mir ist auch nichts weiter passiert.
Die Deutschen (ich nenne sie mal so weil sie ungenannt bleiben möchten) haben sich ganz, ganz lieb ums uns gekümmert, sind mit uns zur Grenze weitergefahren, haben ihre Reiseplände geändert und sind spontan bis Maun mitgefahren. Ohne die vier hätten wir unsere Reise mit Sicherheit abgebrochen. So hatten wir aber soviel Spass, dass wir am nächsten Tag schon wieder Lachen konnten und ich habe alle lieb gewordenen östereichischen Vorurteile über unsere deutschen Nachbarn abgelegt!!! 🙂 Der Rest der Reise war wunderschön, einmal wären wir durch einen Fahrfehler noch fast im Graben gelandet, aber es war trotzdem ein toller Urlaub. Wir haben beschlossen wieder zu kommen, es hätte an vielen Stellen der Welt auch passieren können. Man muß halt immer sehr vorsichtig sein.
Dem deutschen Paar, die uns von diesem Forum erzählten, zum bestimmt hundersten Mal ein dickes Danke für die Hilfe und die wunderschönen Tage mit Euch!
Wir waren nicht bei der Polizei, was vielleicht auch ein Fehler war, aber wir hatten keine Lust endlose Zeit auf Polizeistationen zu verbringen. Wir möchten aber vor dieser Stelle warnen.
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200614. Apr. 2010 · #2Hallo KrajcerAustria,
wirklich kein schönes Erlebnis - und für zwei Frauen sicherlich noch schlimmer!
War es in Namibia oder noch in Südafrika? Vielleicht solltest Du dann den Bericht (nochmal) unter Südafrika hier im Forum einstellen.
Ich möchte dabei auch nochmal auf die Seite des Auswärtigen Amtes verweisen, auf der zu Südafrika u.a. das folgende geschrieben steht: "Es wird davon abgeraten, an Aussichtspunkten oder Rastplätzen Halt zu machen, wenn dort keine anderen Touristen in Sichtweite sind." und zu Namibia "Wenn Sie mit dem Kfz unterwegs sind, halten Sie nicht an unbewirtschafteten / unbewachten Rastplätzen an, da es dort wiederholt zu Überfällen auf Touristen gekommen ist." Ich muss dazu aber sagen, dass mir persönlich weder in SA noch hier in Nam jemals an einem Rastplatz irgendwas passiert ist und ich persönlich auch keinen kenne dem so etwas passiert ist.
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
JEjeweller235 Beiträge · seit 200914. Apr. 2010 · #3Wenn es auf der N7 war,dann ist es in SA.
Elchontherun1'250 Beiträge · seit 200914. Apr. 2010 · #4Hallo KrajcerAustria,
Hallo Christian,
danke für die Hinweise, das kann ja allen, die mit dem Auto unterwegs sind nur nützlich sein!
Wir achten immer darauf - wenn wir schon mal auf einem Parkplatz an der Straße anhalten (ich kann allerdings nur für Namibia sprechen), dass der Platz und das Gegenüber nicht von Büschen oder sonstigem umgeben sind, wo sich eventuell Leute verstecken könnten. Konntet ihr feststellen, wo die "Horde" so plötzlich hergekommen ist?
Viele Grüße vom Elch
lisolu886 Beiträge · seit 200714. Apr. 2010 · #5Liebe Krajcer Austria,
es tut mir sehr leid, daß Euch so etwas passiert ist.
Danke für die sachliche Schilderung der Vorfälle.
Wer auch immer euch geholfen hat, ich bin froh, das diese Menschen nicht weggeschaut haben.
LG
lisolu
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200614. Apr. 2010 · #6Wir sind auch schon 3 mal überfallen und tätlich angegriffen worden. Zweimal in Namibia und einmal in Südafrika.
Erstaunt hat mich jeweils, dass die unbeteiligten Schwarzen nie den Versuch unternahmen irgendwie zu helfen.
Clandenken und Angst vor Vergeltung.
Gruss Beat
frank41542215 Beiträge · seit 200614. Apr. 2010 · #7Hi,
in der ersten Reaktion denkt man ... wie können zwei, vielleicht auch noch junge, Frauen da stehen bleiben? ... aber
ich habe das zusammen mit einer Kollegin auch schon erlebt - an fast gleicher Stelle - wir waren auch überrascht wie schnell aus dem (scheinbaren) Nichts Menschen auftauchten.
siehe ForumsbeitragWir sind weiter gefahren als wir die Gruppe bemerkt haben. Es waren auch Jugendliche aber es waren nur 5-6. Die Gegend ist auch nicht menschenleer. Am Oranje gibt es etliche Farmen/Lodges etc. und auf beiden Seiten der Grenze gibt es noch Slums und kleine Dörfer.
Ich will das nicht verharmlosen und was Du schreibst hört sich wirklich sehr bedrohlich an, aber es wird wohl eher sein, dass sich die Jugendlichen "nur wichtig machen wollten". Sexuelle Übergriffe gegen Touristen, die in Süden Südafrika leider keine Seltenheit sind, sind mir in NAM, BOT oder diesem Gebiet nicht bekannt.
In Südafrika ist die Gefahr einer Vergewaltigung für weiße Frauen (die haben kein AIDS) durchaus groß, aber eher im Großraum Johannesburg.
Das ganze Verhalten hört sich aber so unprofesionell an, dass ich mir eine organisierte Bande da nicht vorstellen kann.
Trotzdem: Nicht anhalten, auch nicht bei Pannen Dritter sondern Hilfe rufen per Telefon. Die Parkplätze an den Strassen möglichst ganz meiden, die sind einfach zu einsam. Und NIEMALS alleine wildcampen!
Schön das Ihr trotzdem wiederkommen wollt. 🙂
Und Östereicher haben Vorurteile gegen Deutsche? 😉
Topobär5'479 Beiträge · seit 200914. Apr. 2010 · #8Um "gruseligsten" finde ich bei der Sache, das eigentlich nicht klar ist, was die Gruppe eigentlich wollte.
Miss Ellie1'723 Beiträge · seit 200914. Apr. 2010 · #9uhlalala.. gar nicht schoen so was, aber zunaechst mal danke, das du so sachlich bleibst und abstraktion machst, das finde ich prima!
was mich auch sehr interessiert, aber sicher seid ihr nicht viel schlauer, ist was die eigentlich wollten, vor allem weil es sich ja anhoert als waeren sie zunaechst unter sich nicht klar.. vielleicht haben sie sich gestritten ob man frauen ausrauben darf oder nicht ?? keine ahnung .. auf jeden fall nicht schoen.
Ich finde es sehr beruhigend, dass jemand den vorfall gesehen hat und eingeschritten ist. Das ist heute leider nicht mehr selbstverstaendlich wenn man zumbeispiel an die uebergriffe in ubahn etc denkt..
naja ihr seid mit einem blauen auge davon gekommen. gott sei dank !!
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200814. Apr. 2010 · #10Hallo KrajcerAustria,
Danke für den Hinweis. Zum Glück ist euch nicht mehr passiert! 😮
Zum Glück gibt es auch noch Menschen die Einem helfen! 😁
Wir fahren diese Strecke Ende Oktober 2010.....
Es grüsst
Annick
camelthorn409 Beiträge · seit 200914. Apr. 2010 · #11@ tomcat
Du schreibst, dass Dir das schon drei mal (!) passiert ist. Da wir nun schon mal beim Thema Ueberfaelle sind, waere es vielleicht hilfreich fuer alle FoMis, mehr ueber die Umstaende zu erfahren und dann hoffentlich daraus zu lernen.
Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
casimodo4'528 Beiträge · seit 200714. Apr. 2010 · #12Hallo KrajcerAustria,
ich möchte mich ebenfalls für Euren sehr sachlichen Bericht bedanken und freue mich, daß Ihr trotzdem noch einen schönen Urlaub hattet.
Ich finde solche Berichte auch deshalb wichtig, weil die eigene Vorsicht dadurch einmal wieder etwas verstärkt wird. Wir fliegen heute in zwei Wochen das siebte Mal ins südliche Afrika. Gott sei Dank hatten wir niemals ungute Erlebnisse.
Aber ganau dann neigt man dazu, stückchenweise immer etwas unvorsichtiger zu werden.
Viele Grüße
Casimodo
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200614. Apr. 2010 · #13Tomcat schrieb:Clandenken und Angst vor Vergeltung.
Danke für diese sachkundige Einschätzung . . .
KRKrajcerAustriaThemenstarter2 Beiträge · seit 201014. Apr. 2010 · #14Oh, soviel gute Wünsche machen mich ja ganz verlegen. Vielen Dank! 🙂
Wir haben keine Ahnung wo sie herkamen, sicher aber zu Fuss, vermutlich aus dem Grasland. Grasland schaut flach aus, ist aber wohl nicht so gut einsehbar wie wir meinten. Ich glaube auch nicht das sie zufällig da waren, zumal wir ja jetzt wissen, dass wir nicht die ersten sind die das erlebt haben.
Ich denke auch es sind gelangweilte Jugendliche die gezielt dort auf Touristen warten und diesen dann entweder etwas verkaufen, erbetteln oder klauen wollen. Je nachdem was sich so ergibt.
Mit zwei, tatsächlich recht jungen Frauen (27+29), zumal alleine unterwegs, hatten sie vermutlich nicht gerechnet und ich denke auch sie waren sich nicht einig was sie nun machen sollen. Wir sind ihnen auch offen und ohne Angst begegnet, das hat sie vielleicht irritiert. Der Älteste davon, der der mir die Bluse runter gerissen hatte, hätte mich vieleicht zu vergewaltigen versucht wenn er alleine gewesen wäre, aber dort wollte er wohl nur seine Macht zeigen und sich wichtig machen. Meinen BH anzufassen hat er sich nicht getraut, er hat nur unablässig unverständlich geredet.
Ich denke auch die anderen waren der Meinung Frauen tut man nichts und raubt man auch nicht aus. Da waren Kinder dabei, Jungen und Mädchen, vielleicht sieben bis zehn Jahre alt.
Ich habe eine ganz gute Ausbildung in Selbstverteidigung und kann mich glaube ich ganz gut wehren. Ich war mir sicher mit einem oder zwei wäre ich auch fertig geworden und die anderen waren noch zu klein. Bewaffnet waren sie glaube ich auch nicht. Sie haben uns eigentlich auch gar nicht wirklich bedroht.
Zu der Anfrage via Nachricht: ja, die waren es 🙂
Wer noch Fragen hat, immer zu. Ich freue mich das es Euch interessiert und ich würde auch noch mal da lang fahren. Ich würde wohl auf einen andern Wagen warten und mit diesem zusammen fahren und ich werde sicher nicht mehr anhalten.
Unsere deutschen Freunde (es gibt natürlich nur lieb gemeinte Vorurteile) 🙂 haben uns übrigens einen "Pinkelbeutel" geschenkt, damit wir nirgends mehr anhalten müssen.
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200615. Apr. 2010 · #15@camelthorn
Ja 3 mal in den letzten etwa 10 Jahren. Mit der Zeit wird man etwas nachlässig und die Vorsicht lässt nach.
Einmal in Windhoek in einer von Schwarzen belebten Nebenstrasse. Ich sass im Auto und wollte telefonieren.
Da kommt einer ans Seitenfenster und wollte etwas verkaufen. Ich mache die Scheibe runter und er beginnt mich
zu würden. Gleichzeitig schlägt auf der anderen Seite einer die Scheibe ein und kommt ins Auto. Ich befreie mich
und ramme dem Typ im Auto eine Faust in den Bauch und schubse ihn irgendwie aus dem Auto und schliesse die
Tür. Der Andere beginnt am Seitenfenster wieder handgreiflich zu werden. Andere Schwarze laufen vorbei und ignorieren
die Situation...
Eine ähnliche Situation gab es in der Nähe von Kapstadt.
Bei Oshakati im Norden von Namibia parkieren ich neben der Strasse und laufe vom Auto weg und will fotografieren. Es ist
ein kleines Village und ich will ein paar Aufnahmen machen. Ich rede mit Schwarzen, sie sind freundlich.Da tauchen aber
3 andereTypen auf und wollen sehen was ich in meiner Fototasche habe. Die Stimmung wird immer aggressiver und es kommt
zu Handgreiflichkeiten. Die anderen Schwarzen mit denen ich zuvor geredet haben laufen unbeteiligt weg. Meine Frau erfasst die
Situation und fährt auf uns zu…es gelingt mir ins Auto zu steigen und wir brausen davon.
Ok das war in 10 Jahren und mit der Zeit wird man etwas nachlässig, gerade in Windhoek war es mein Fehler an diesem Ort zu halten..
Gruss Beat
Ingrids Welt198 Beiträge · seit 200915. Apr. 2010 · #16Wir haben Ostern einen Belgier getroffen, der gerade angekommen war. Sein Leihwagen hatte keine automatische Verriegelung so wie er es von zu Hause gewöhnt ist. Nach dem Flug hat er sich darüber auch nicht viele Gedanken gemacht und ist nur die kurze Strecke vom Flughafen zum Olive Grove Guesthouse gefahren.
An einer Ampel in der Innenstadt hat jemand hinten die Türe aufgerissen und ist mit einer Tasche entschwunden, die auf der Rückbank lag.
Darin war eine nagelneue Nikon mit Objektiven, die Videokamera, alle Ladekabel etc...
Kein schöner Urlaubsanfang, man sollte immer ans Verriegeln denken, wenn das Auto dies nicht automatisch macht.
Gruß
Ingrid