Tansania - Selous NP

10 Antworten · 3'562 Aufrufe · gestartet 25. Feb. 2010 von Leolo
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Themenstarter44 Beiträge · seit 200725. Feb. 2010 · #1
Hallo,

ich plane schon seit einger Zeit meinen Urlaub im September/Oktober 2010. Habe mich jetzt für 14 Tage Uganda, anschließend Tansania und Sansibar entschlossen. Insgesamt habe ich ca. 4 Wochen Zeit. Für Uganda habe ich mich entschlossen einen Veranstalter zu wählen (adventure train). Alleine wollte ich nicht mit dem Wagen selbst fahren und mit Fahrer wird die Sache dann doch langsem recht kostspielig. Und die angebotene Tour entspricht schon auch dem, was ich so für gedacht habe.

Da ich erwarte, dass im Oktober die große Tierwanderung in der Serengeti in der Massai Mara angekomme ist und ich mir für nächstes Jahr schon einen weiteren Besuch in Tansania vorgenommen habe, wollte ich Serengeti, Ngorongoro Krater...mal auslassen und mich im Selous NP umschauen.

Hat da schon jemand Erfahrungen in dem Park? Ist eine selbst organisierte Tour dort möglich und auch sinnvoll (im Hinblick auf Parkeintritt und Zugang, Übernachtungen)? Auch hier möchte ich mir kein Auto mieten, wenn dann mit Bus und/oder Bahn fahren. Läßt sich dann vor Ort im Park eine Safari buchen? Oder empfiehlt es sich auch hier auf eine organisierte Tour zurückzugreifen? Ich gehe mal von 4-5 Tagen in dem NP aus.

Wäre schön, wenn ihr ein paar Tips für mich hättet...

Klaus
378 Beiträge · seit 200725. Feb. 2010 · #2
Hallo Klaus,

ich kann dir lediglich eine Firma nennen, mit der ich selber schon sehr gute Erfahrungen gemacht hatte.
Die Firma Afromaxx (deutsche) aus Moshi, Tansania veranstalten neben vielen anderen auch Safaritouren im Selous NP. Sicherlich stellen die dir, neben ihren pauschalen Angeboten, auch individuelle Lösungen vor. Auf Selbstfahrer sind die allerdings weniger ausgerichtet.

Bei Interesse wende dich einfach mal an Madeleine oder Alexander von Afromaxx

http://afromaxx.com/home/Frameset-home.htm

Gruß Bernd
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2010
Gast25. Feb. 2010 · #3
Hallo Klaus,
wir waren 2009 2 Monate in Tansania und wollten auch ins Selous.
Wir fuhren von Daressalam über Chalinze und Morogoro hin.
Wir benötigten einen ganzen Tag und kamen abends im Dunkeln an. Es gab keine offizielle Campsite, nur eine überteuerte Lodge. Ein Einheimischer bot uns einen kahlgeschlagenen Platz ohne Dusche oder Toilette für die Übernachtung (er wollte später 15 US$ für die Übernachtung p.P , normal sind 8 - 10 auf einer guten Campsite).
Der Weg bis zum Parkanfang war katastrophal, auch wenn er durch grandiose Landschaft führt, es wimmelt von Menschen und man benötigt ca 8 Stunden für die paar km von Morogoro bis zum Park.
Am nächsten Morgen fuhren wir von Tsongomero zum Gate, 10 km, um 7 Uhr waren wir da, der Park öffnet offiziell früher, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass man den Kassierer selten vor 7 trifft, auch in den anderen Parks übrigens. Um 7:30 war dann endlich jemand da und es ging ans Ausfüllen der Dokumente. Dann wollte man auf einmal 180 US$ von uns, das Doppelte, wie ursprünglich angegeben auf der Website. Da wir vorher schon im Arsha NP, im Ngorongoro Krater, im Lake Manyara und im Tarangire NP waren, war es für uns nicht so wichtig, ins Selous zu kommen und so packte ich meine 90 US$ wieder ein und wir fuhren zurück. Eine gute Entscheidung, denn für das Geld konnten wir in den Mikumi NP mit Übernachtung auf einer tollen Campsite und erlebten noch einiges mehr.
Wenn du nur zwei Wochen Zeit hast, geh in den Lake Manyara und in den Tarangire NP und in den Ngorongoror Krater. Das liegt alles im erreichbaren Rahmen, man kann ein 24 Stunden Permit in zwei tage splitten, es gibt ordentliche Campsites vor dem Gate und man ist direkt nach dem Gate bei den Tieren. Im Selous fährt man erst einmal den halben Tag durch den Park, bis man in den Fotosektor kommt.
Im Selous wird das Geld mit den Jagdtouristen gemacht, die 5000 Fototouristen, die im Jahr ins Selous kommen, werden grade mal so geduldet. Man tut nichts für die Wege oder die lokale Bevölkerung, die Jagdtouristen fliegen ein und die Firmen, die die Jagdcampsbetreiben, sind meist nicht in Tansania ansässig. Selous ist ein Game Reserve und untersteht somit nicht TANAPA und macht seine eigenen Gesetze. Die mit deutschem und WWF Geld gebauten Camps sind am Verfallen und unbewohnbar, d.h. man kann drinne nicht campen.
Es gab letztes Jahr hier schon einmal die Diskussion um das Selous. Die andere Möglichkeit ist, vom Osten aus in den Park zu kommen, es soll zwei Campsites geben. Die Natur soll toll sein und der Fotosektor seinen Namen alle Ehre machen.
Wir werden sicherlich irgendwann mal ins Selous gehen, aber bestimmt nicht mehr über Morogoro.

Viele Grüße,

Beate

http://meet-the-oceans.de/html/19___20_september.html
195 Beiträge · seit 200925. Feb. 2010 · #4
Hallo Klaus,

ich habe den Selous im Juli 2005 (grün und sehr angenehmes Wetter, kaum Moskitos) besucht und dort 10 Tage im Selous Mbega Camp verbracht. Es hat mir so gefallen, dass ich wieder dorthin möchte, habe sogar selbst an Oktober gedacht. Der Vorteil dieses Camps ist, dass es außerhalb des Schutzgebiets liegt, unweit eines Eingangs und deshalb ein sehr attraktives Preis-Leistungsverhältnis hat. Ich bin mit dem Kleinflugzeug von Daressalam aus hin- und zurückgeflogen. Nach 2-3 Tagen hatte ich erst ein wenig Sorge, es könnte langweilig werden, aber dann wollte ich gar nicht weg, denn Sansibar ist halt nicht mit dem Busch zu vergleichen. Das Camp liegt am Fluss, Robinson Feeling ist garantiert, jedenfalls war es im Juli so. Vielleicht sind im Oktober ein paar mehr Besucher da, da dann alle Tiere zum Fluss kommen müssen und es dadurch noch spannender wird, was Jagdszenen betrifft. Jeden Tag werden vom Camp zwei Safariaktivitäten per Jeep, Boot oder zu Fuß angeboten.War immer alleine mit meiner Tochter und einem sehr kompetenten Guide unterwegs. Jeden Tag gabs was Neues zu sehen, auch wenn es nicht die Tiermassen wie bei der Migration in der Serengeti waren. Es war wahnsinnig erholsam, einfach den Busch zu genießen, die Geräuschkulisse, Hippos vor der Nase, Elefanten am Zelt. Es sollen jetzt gute Chancen bestehen, Wildhunde im Selous zu beobachten.

Liebe Grüße, Ina
Gast26. Feb. 2010 · #5
Hallo Ina, wo genau liegt das Camp, an der Ost- ode an der Westseite? Kommt man auch mit dem Wagen hin? Gibt es eine Website oder Emailkontakt?
Viele Grüße,

Beate
378 Beiträge · seit 200726. Feb. 2010 · #6
Southerndreams schrieb:
Gibt es eine Website oder Emailkontakt?
Google sagt: http://www.selous-mbega-camp.com/

Gruß Bernd
195 Beiträge · seit 200926. Feb. 2010 · #7
Liebe Beate,

Bernd ist mir zuvor gekommen und hat die Internetadresse gerade mitgeteilt. Ich habe eben noch mal dort nachgesehen und erfahren, dass es neben dem von uns besuchten Camp am Mtemere Gate (Osten) nun ein neues Zusatzcamp am Matembwe Gate (Nord - Westen) geben soll. Bezüglich der Anreise mit dem Auto kann ich nur sagen, dass es etwas beschwerlich, aber möglich sein soll.

Viele Grüße, Ina
Themenstarter44 Beiträge · seit 200728. Feb. 2010 · #8
Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten. Das hilft mir doch enorm weiter. Nachdem ich den Beitrag von Beate, war ich ja etwas weniger begeistert. Aber da ich ja nicht auf einer kompletten Selbstfahrertour unterwegs bin, dürften mir Eure Widrigkeiten (hoffentlich) nicht begegnen.

Was ich ja sehr interessant finde ist das Mbega Camp. Da werde ich mich mal näher umschauen. Und tendiere mittlerweile aber dazu die Anfahrt zu dem Camp selbst zu organisieren. Nach den Angaben auf der Homepage von dem Camp, sollte das ja nicht sooo schwierig sein. Eventuell nehm ich für eine Strecke (Dar es Salaam - Selous) auch den Zug und den Rückweg dann mit dem Flieger.

Danke nochmals für die Anregungen, wenn Euch noch mehr dazu einfällt nur her damit. Auch für Sansibar bin ich für jeden Tip dankbar.

Viele Grüße Klaus
195 Beiträge · seit 200928. Feb. 2010 · #9
Hallo Klaus,

ich möchte dir noch mal den Flug von Dar ins Mbegacamp empfehlen, kostet nicht die Welt und da man nicht so hoch fliegt, sieht man viel und besonders der Anflug auf die Flusslandschaft des Rufiji ist super.
Auf Sansibar empfehle ich einige Tage an der Nordküste (preiswerte Strandbungalows westlich von Nungwi) und einige an der Ostküste (Jambiani Beach) zu verbringen, da die Strände und Landschaft verschieden sind. Im Norden ist der Wechsel von Ebbe und Flut kaum zu spüren und die Sonnenuntergänge sind phänomenal, wenn die Bewölkung keinen Strich durch die Rechnung macht, im Osten geben die bunt gekleideten Frauen bei der Seegrasernte ein tolles Bild, es gibt dort mehr Palmen und es lohnt sich, für den Sonnenaufgang aufzustehen. Zwei Nächte Stonetown sollten vielleicht auch sein, abends kann man an den zahlreichen Grillständen essen von dort aus kann man die Gewürztour machen, die für Pflanzeninteressierte empfehlenswert ist. Für die Stadt braucht man aber Nerven, die Luft, der Lärm, das ständige Angequatschtwerden... Wir haben letztes Mal die erste Nacht nach der Anreise und die letzten beiden vor der Abreise in Stonetown übernachtet.
Die Colobusaffen im Jozani Forest zu besuchen, ist sicher lohnenswerter als die Delfintour im Süden. Ich war 2000 und 2005 auf Sansibar und fand es ziemlich krass, wie sehr sich der Tourismus mittlerweile ausbreitet. Also besser bald hinfahren, in einigen Jahren hat der Massentourismus sicher endgültig Einzug gehalten. Am Schlimmsten sind die großen italienischen Clubs und Hotelanlagen im Osten - für meinen Geschmack. Wir haben bei beiden Besuchen nur die Flüge gebucht und die Unterkunft vor Ort gesucht - war kein Problem.

Viele Grüße, Ina
52 Beiträge · seit 200806. März 2010 · #10
Hallo,

sehr empfehlen kann ich auch das http://www.selousrivercamp.com/.

Es liegt wenige KM ausserhalb des Parks (Mtemere Gate). Sicherlich kannst Du mit öffentlich Verkehrsmitteln bis zu dem letzten Dorf vor dem Gate fahren und Dich von den beiden Campbesitzern Katie und Kenneth abholen lassen.
Wobei ich die Strecke von Dar bis Selous mit öffentlichen Verkehrsmitteln ziemlich abenteuerlich fände. Wir sind mehrmals mit einem Mietwagen gefahren und uns ist den ganzen Tag kein einziges Auto/ oder ein Bus begegnet.
Da würde ich den Flug ebenfalls empfehlen!

Wir haben hier vor einige Jahren gecamped und waren sehr zufrieden!

Ansonste ist der Selous grossartig ... deshalb auch mein Forumsname 😎

VG
Selous