klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200822. Feb. 2010 · #1Hallo zusammen,
habe gerade beim Stöbern im Internet gesehen, dass sich bei den "Living Museums" in Namibia neues getan hat. 2010 wurden/werden neue Museen eröffnet, u.a. ein Hunter´s Museum bei Tsumkwe!
Living Culture Foundation NamibiaGruß
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200622. Feb. 2010 · #2Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Geopard378 Beiträge · seit 200722. Feb. 2010 · #3Wir waren im letzten Jahr zu viert bei den Mafwe im Caprivi.
Ich kann nicht wirklich bestätigen, dass sich das lohnt. Wenn dieses lebende Museum wenigstens ein bisschen authentisch wäre und man für sein Geld annähernd etwas zu sehen bekäme, fände ich die Idee wirklich gut. Soll doch das eingenommene Geld auch dazu dienen die Kultur der Mafwe zu bewahren und dem Besucher einen Einblick in das frühere Leben gestatten.
Hier aber war nichts dergleichen zu vernehmen. Auf einem kleinen abgesteckten Areal wurden ein paar wenige Tänze aufgeführt, zu denen lauthals gesungen wurde. Albern wirkt das ganze allerdings dann, wenn kurz vorher Jeans und T-Shirt unter den Augen der Besucher gegen Baströckchen gewechselt werden.
Nicht mal eine knappe Stunde später war der Spuk, incl. Verkaufsveranstaltung dann auch schon vorbei. Viel mehr wurde bei dem gebuchten Kurzprogramm, dass immerhin 4 x 12€ in die Kassen der Mafwe spülte, nicht geboten.
Ich denke man sollte den Eintritt eher als Spende begreifen und wenn es hilft die Kultur zu bewahren, ist das sicher auch eine schöne Sache, aber man sollte sich schon ein bisschen mehr Mühe geben, vielleicht ein paar Ausstellungsstücke zeigen und nicht bei einer provisorisch umzäunten Hütte von einem Dorf sprechen. So wirkte das Ganze eher albern und wie darauf ausgelegt die schnelle Mark zu machen.
Ich weiß nicht wie es euch bei den anderen lebenden Museen gegangen ist, aber so wird sich die Idee nicht dauerhaft etablieren.
Gruß Bernd
Joerg3'175 Beiträge · seit 200622. Feb. 2010 · #4Geopard schrieb:Wir waren im letzten Jahr zu viert bei den Mafwe im Caprivi.
Ich kann nicht wirklich bestätigen, dass sich das lohnt. Wenn dieses lebende Museum wenigstens ein bisschen authentisch wäre und man für sein Geld annähernd etwas zu sehen bekäme, fände ich die Idee wirklich gut. Soll doch das eingenommene Geld auch dazu dienen die Kultur der Mafwe zu bewahren und dem Besucher einen Einblick in das frühere Leben gestatten.
Hier aber war nichts dergleichen zu vernehmen. Auf einem kleinen abgesteckten Areal wurden ein paar wenige Tänze aufgeführt, zu denen lauthals gesungen wurde. Albern wirkt das ganze allerdings dann, wenn kurz vorher Jeans und T-Shirt unter den Augen der Besucher gegen Baströckchen gewechselt werden.
Nicht mal eine knappe Stunde später war der Spuk, incl. Verkaufsveranstaltung dann auch schon vorbei. Viel mehr wurde bei dem gebuchten Kurzprogramm, dass immerhin 4 x 12€ in die Kassen der Mafwe spülte, nicht geboten.
Ich denke man sollte den Eintritt eher als Spende begreifen und wenn es hilft die Kultur zu bewahren, ist das sicher auch eine schöne Sache, aber man sollte sich schon ein bisschen mehr Mühe geben, vielleicht ein paar Ausstellungsstücke zeigen und nicht bei einer provisorisch umzäunten Hütte von einem Dorf sprechen. So wirkte das Ganze eher albern und wie darauf ausgelegt die schnelle Mark zu machen.
Ich weiß nicht wie es euch bei den anderen lebenden Museen gegangen ist, aber so wird sich die Idee nicht dauerhaft etablieren.
Gruß Bernd
Hallo Bernd!
Ich war auch letztes Jahr, genau gesagt ende September am selben Platz und hatte genau den selben Eindruck wie Du.
In Samsitu/Rundu traf ich dann Herrn Werner Pfeifer von der Living Museeum Foundation und hab ihm meinen Eindruck geschildert. Er sagte er habe das jetzt schon mal gehoert und er werde die Sache versuchen zu regeln.
Ich denke ich werde ihn naechste Woche mal wieder treffen und ihn darueber befragen und danach hier berichten.
Als ich ihn da in Samsitu traf war er uebrigens auf pad um das oben erwaehnte Jagdmuseum in Grashoek zu organisieren und das scheint ja zu passieren, also wuerd ich sagen schau mer mal,...
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
Sebastian Dürrschmidt22 Beiträge · seit 200723. Feb. 2010 · #5Vielen Dank für deine Nachricht, Bernd. Wir haben schon einige Male Kritik über die Mafwe, unter anderem auch von Jörg Seufert gehört und es ist ja immer gut, Bescheid zu wissen, was da oben los ist, denn wir von der Living Culture Foundation Namibia können ja auch nicht andauernd da hin fahren.
Tatsächlich gab es beim Mafwe Museum in Singalamwe anfangs größere Probleme (es wurde im Feburar 2008 eröffnet). Erstens war das Zeitverständnis trotz unserem stetigem Zuredens ein anderes als das Europäische und viele Touristen sind verärgert abgezogen, weil länger als 10 Minuten niemand von den Mafwe aufgetaucht ist.
Weiterhin hatten wir genau die Probleme, die Bernd schildert auch schon zuvor vernommen: Die Mafwe wollten am Anfang ihre traditionelle KLeidung nicht anziehen, obwohl wir immer wieder auf die Notwendigkeit dessen hingewiesen hatten. Und: Den Mafwe war die Bedeutung der Handwerkskunst nicht zu verdeutlichen, weshalb sie das Kurzprogramm (1,5 - 2 Stunden) einfach aufs Singen und Tanzen beschränkt haben.
Diese Probleme haben wir gelöst und seitdem haben wir auch viel bessere Resonanzen auf das Lebende Museum. Wir waren Anfang Juli 2009 oben und haben sehr kritisch mit den Mafwe gesprochen, seitdem hat sich besonders am Kurzprogramm einiges geändert (Kurzer Buschwalk, Handwerkskunst, tägliches Leben und am Ende Singen und Tanzen).
Jörg hatte sich mit Werner getroffen, daher weiß Werner, dass Jörg das Programm "Modern Village" gebucht hatte. Dabei geht ein Guide mit den Gästen einen Rundgang durch das moderne Dorf Singalamwe und besucht unter anderem die Schule. Da kann man natürlich keine traditionellen Fertigkeiten beobachten, denn das ganze findet ja nicht im Lebenden Museum statt.
Man muss sagen, dass die Arbeit mit den Community-Mitgliedern, die ein Lebendes Museum aufbauen sollen, nicht immer leicht ist. Manchmal muss man einfach ein Auge zu drücken, besonders bei "Locals" die überhaupt noch nie im Tourismus gearbeitet haben.
Insgesamt sind wir mit der Resonanz unserer Museen mehr als zufrieden. Die meisten Gäste sind schlichtweg begeistert.
Momentan arbeiten wir mit Hochdruck und können verkünden, dass wir gerade 3 neue lebende Museen eröffnet haben. Insgesamt gibt es jetzt also 5. Auch bei den neuen Museen wird am Anfang nicht alles 100% laufen können, aber eine einmalige Sache ist es dennoch. Weitere Infos findet ihr auf www.lcfn.info... Dort ist jedes Museum mit einer eigenen Internetpräsenz vertreten!
Wir von der Living Culture Foundation Namibia sind jedenfalls für jegliche Rückmeldung und Kritik äußerst dankbar, denn wir wollen ja tatsächlich ein hochgradig auhentisches Erlebnis beiten und dazu gehören stetige Verbesserung der Lebenden Museen natürlcih dazu: