CHchiaraThemenstarter14 Beiträge · seit 201012. Jan. 2010 · #1Eine Freundin und ich möchten im März für 11 Tage nach Namibia. Dazu hätten wir so einige Fragen:
Wir würden gerne ein Camping-Auto mieten und eine Rundreise machen. Muss man sich als zwei junge Frauen in diesem Land fürchten? Bzw. worauf muss man besonders achten?
Von der Route her würden wir gern von Windhoek nach Ethosha, Swakopmund, Sesriem, Mariental und zurück nach Windhoek. Wie sind die Straßen auf diesen Strecken? Sind die alle asphaltiert oder gibt es auch Sandstraßen? Wo könnte es eventuell von den Straßenbedingungen/Regenfällen gefährlich werden?
Wie ich schon in einem anderen Beitrag hier im Forum gelesen habe wäre die Strecke Ethosha-Swakopmund an einem Tag zu schaffen. Wie viele Stunden Fahrzeit muss man hier einrechnen?
Wie sieht es mit der Malaria-Prophylaxe aus? Ist diesbezüglich auf unserer Strecke Handlungsbedarf gegeben oder ist es unbedenklich?
Kann man auf der Strecke mit Handyempfang rechnen oder ist die Anmietung eines Satelliten-Telefons sinnvoll, wenn man sich im Notfall doch zu helfen wissen will?
Wir würden gern als Auto einen Onduzo mieten? Wie ist es da drin temperaturmäßig? Wird es in der Schlafkabine sehr heiß oder lässt es sich in der Nacht gut drin schlafen?
So, das waren so die ersten Fragen. Sie passen zwar nicht unbedingt alle unter die Kategorie "Routen", aber ich hoffe, ich bekomme trotzden Antworten. Vielen Dank schon mal an alle, die sich die Mühe machen 😉
EPeppies19 Beiträge · seit 200912. Jan. 2010 · #2Hallo,
die Ziele hören sich gut an und sollten alle im camper zu schaffen sein. Auch Etosha Swakop an einem Tag, ist aber viel Fahrerei. Nicht alle Strassen sind geteert (zB sesriem) aber die meisten. Sicher stellen dass der Reservereifen in Ordnung ist. Besser wären 2. Wagen vorher mal gut durchchecken auch dass Wagenheber und "tools" dabei sind. Kann sein dass es noch regnet hier und da und dann sind die Schotterpisten mit Vorsicht zu geniessen i.b. Fahrzeit verlängert sich aber das werdet Ihr vor Ort erst wissen. Handyempfang gibts nicht überall.
Malariaprophylaxe ist nicht unbedingt erforderlich für die Reiseziele.
Wenn Ihr in Windhoek eine Kontaktadresse braucht betr. Info Route oder allgemein gebt Bescheid.
Ansonsten wünsch Ich eine "mooi pad"
CHchiaraThemenstarter14 Beiträge · seit 201012. Jan. 2010 · #3Vielen Dank schon mal für die Antwort! Mit Camping-Auto hab ich eigentlich Onduzo, Condor (mit Schlafgelegenheit) oder ähnliches gemeint. Die Frage ist, ist Allrad notwendig auf unserer Route? Macht doch im Preis einen nicht unwesentlichen Unterschied - aber ich möchte nicht an der falschen Stelle Geld sparen...
LELebensgeniesser9 Beiträge · seit 201012. Jan. 2010 · #4Ha, noch ein absoluter Fresh-boarder...und mit "Eppie" sind wir gleich 3 🙂
Werde Anfang Februar mit meiner Schwester zusammen 2 Wochen durch Namibia fahren - wir mieten uns ein Allrad mit 2 Dachzelten und nächtigen dann auf den Campsites der Gästefarmen und Nationalparks. Also auch 2 Frauen allein durch die Weite... Zugegeben, ich habe es bisher noch nicht gemacht - war erst einmal mit meinem Ex in Lodges und Gästefarmen unterwegs. Aber meine Schwester war letztes Jahr 3 Wochen mit einer Freundin auf Allrad+Dachzelt Basis in Namibia und hat sich kein bischen unsicher gefühlt. Im Gegenteil - sie wurde schwer vom Namibia Virus erwischt 😎 und düst gerade mit einer anderen Freundin im Caprivi-Zipfel/Chobe herum, bevor ich dann hinterher komme. Soll also heissen: traut Euch ! Nur natürlich - wie überall - immer den gesunden Menschenverstand walten lassen und die Juwelen zuhause lassen... 🙂
Malariaprophylaxe ist Ansichtssache - ich war selbst mal zur Beratung beim Tropenarzt und der riet mir für die 3-4 Tage Aufenthalt im Etosha von einer Prophylaxe ab. Selbst mit Prophylaxe müsst Ihr ja noch Schutzmassnahmen à la lange Ärmel und jede Menge Autan machen, 100%igen Schutz gibt es auch mit der Prophylaxe nicht. Aber geht eben bei Fieberanfällen im folgenden halben Jahr nach der Reise bitte zum Arzt und lasst Euch auf Malaria testen.
Tja, auch 4x4 ist Ansichtssache. War das letzte Mal mit einem normalen Auto unterwegs - und dann sind am Ende der Regenzeit einige Wege schon mal tabu, weil Wasser im Rivier ist und den Weg zur Gästefarm versperrt. Kann natürlich auch mal mit 4x4 zum Problem werden, man hat aber deutlich mehr Bodenfreiheit und kann sich besser abseits der Teerstrassen bewegen. Oft genug sind es eben auch die Nebenstrassen, die landschaftlich am schönsten sind. Wobei die etwas grösseren Nebenstrassen meist aber in gutem Zustand sind, da sie immer mal wieder glatt-gewalzt werden.
Vielleicht noch eine Frage zur Route: was wollt Ihr eigentlich in Mariental ? Seid Ihr offen für Alternativen ?
Soviel für heute... 😛
Viele Grüsse, Britta
gglink5'538 Beiträge · seit 200813. Jan. 2010 · #5Hallo Chiara,
die Straße von Windhoek zur Etosha ist asphaltiert, aber in der Etosha müsst Ihr um diese Zeit auf den Nebenstraßen mit kleineren bis größeren Problemen rechnen. Das kann Euch aber die Dame an der Rezeption in Okaukuejo sagen.
Von der Etosha nach Swakop könnt Ihr die geteerte Strecke nehmen über Outjo, Otjiwarongo, Omaruru, Karibib und Uis. Kein Problem. Fahrzeit - je nachdem wo Ihr aus der Etosha abfahrt - 5 - 7 Stunden.
Von Swakopmund nach Sesriem ist ab Walvis Bay nur Schotterpiste. Da kann es dann mal sein, dass bei heftigen Regenfällen im Inland der Tschondab abgeht und Ihr einen Umweg machen müsst. Aber normalerweise auch zu schaffen. Die Straße im Vlei ist bis auf die letzten 5 km geteert, aber auch hier ist die Frage, ob der Tschauchab läuft oder nicht.
Von Sesriem bis Maltahöhe ist alles Schotter. Ab Maltahöhe habt Ihr dann wieder überall Asphalt/Teer auf der Hauptstrecke.
Handyempfang ist überall an den Hauptstraßen gegeben, nicht aber in der Etosha.
Malariaprophylaxe für die Etosha wahrscheinlich sinnvoll. Müsst Ihr aber Euren Arzt fragen. Nehmt am besten ein Rezept als "Standby" mit. Das sollte reichen.
Zum Auto gebe ich keine Empfehlung ab, da scheiden sich die Geister zu sehr.
Liebe Grüße und einen schönen Urlaub
Gerd
CHchiaraThemenstarter14 Beiträge · seit 201013. Jan. 2010 · #6Vielen Dank für die Infos! Und danke fürs Mut machen, Britta 😉
Was genau versteht man unter Malaria Stand-by Prophylaxe?
Was das Auto und die Autovermittlung angeht, gibt es da wohl wirklich viele Meinungen und Erfahrungen.. Ich sehe schon, es wird schwierig. Besonders verunsichert mich aber die Sache mit der Vollkaskoversicherung, die eigentlich gar kein wirklich voller Schutz ist (wie man Vollkasko bei uns versteht..)? In welchen Fällen kann es mir denn tatsächlich passieren, dass ich einen Schaden aus eigener Tasche zahlen muss? So ein Auto ist ja nicht billig...
Kann man den sonstige sinnvolle Versicherungen abschließen?
Und wie ist das mit der Krankenversicherung? Da sollte man wohl auch extra was abschließen oder wie handhabt ihr das?
Je mehr man liest und recherchiert, desto verunsicherter wird man 😉
EAeasyfdb91 Beiträge · seit 200913. Jan. 2010 · #7Also Malariaprophylaxe ist meiner Meinung nach nicht nötig, das muss aber jeder für sich entscheiden und ist auch etwas von der Reisezeit abhängig. Handyempfang am besten bei MTC nachschauen (
http://www.mtc.com.na/images/coverage/nam_cover.jpg). In Namibia sind viel Strassen Schotterpisten, aber durchaus mit einem PKW befahrbar bei eurer Strecke sehe ich nicht die Notwendigkeit von 4X4. Satellitentelefon ist denke ich absolut unnötig.
Standby meint ihr nehmt Medikament zur Behandlung mit, also nicht vorbeugend sondern nur im Fall des Falles einnehmen. Der beste Schutz ist noch immer „nicht gestochen werden“. Ich war schon in Caprivi, am Okanvango und am Sambesi immer ohne Malariaprophylaxe, aber immer im Winter (Südhalbkugel Juli – September). Bei einer durchschnittlichen Inkubationszeit von 12 Tagen ist bei eurer Reisezeit von 11 Tagen auch Standby sehr Fragwürdig. Hier mal der Link von Wikipedia, das Gebiet das Ihr bereist ist höchstens in der Ethosha gefährdet.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Malaria_distribution_(de).png&filetimestamp=20051125174203Ich habe schon einige Frauenteams in Namibia getroffen. Ich denke wenn man die üblichen Sicherheitsregeln beachtet kann man Namibia als Frauentauglich und sicher bezeichnen. Einfach nur auf Campsites übernachten. Namibia habe ich immer als relativ relaxed empfunden, wir sind immer als Paar (Frau / Mann ca. 50 Jahre) unterwegs mit Pickup und Dachzelt. Ich hatte noch nie ein Problem auch nicht in dem „so gefährlichen“ ZA. Führungen in Townships immer mit Führer, nachts nicht unbedingt Spaziergänge machen. Und Wertgegenstände bleiben einfach zuhause.
Für mich ist Namibia ein wunderschönes Land und immer eine Reise wert. Ich würde dieses Land immer nur als Selbstfahrer mit Auto bereisen.
Grüße
EAeasyfdb91 Beiträge · seit 200914. Jan. 2010 · #8Vergessen Versicherung,
Bisher ist bei jeder Reise die Frontscheibe gesprungen (Steinschlag). Reifen Probleme hatte ich noch nie. Ich habe immer einen Scheibenzusatz und einen Selbstbeteiligung von 5000 NAM-Dollar also etwa 500 €. Eine Reifenversicherung hatte ich noch nie und bei meinem Vermieter auch noch nie was bezahlen müssen. Mein Vermieter nimmt einige Regionen aus, aber da kommt ihr nicht hin. Ach ja die letzten 5 Kilometer von Soussousvlei nur mit 4X4 oder Shuttleservice.
Wenn ihr in der Ethosha übernachten wollt würde ich reservieren auch Campsite.
Ich wünsche euch einen schönen Urlaub.....
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200614. Jan. 2010 · #9chiara schrieb:Was genau versteht man unter Malaria Stand-by Prophylaxe?
Stand-By-Prophylaxe gibt es nicht.
Entweder Prophylaxe (Vorbeugung) durch regelmäßige Medikamenteneinnahme von Medikament X oder Y in Dosierung A.
... oder ...
Stand-By durch Einnehmen eines Medikamentes Y oder Z in Dosierung A*3 (oder so ähnlich), wenn man denkt, man habe sich Malaria eingefangen.
Es gibt jedoch verschiedene Malariaarten und nicht jedes Medikament wirkt gegen jede Form. Außerdem gibt es noch andere Krankheiten, die ein Laie (und selbsternannte Experten) nicht von einer Malaria unterscheiden können. Das bedeutet, dass man sich womöglich Mittel gegen Malaria reinpfeift, aber an einer anderen Krankheit erkrankt ist und somit eine wirksame Behandlung dieser anderen Krankheit verschleppt. Oder man wirft Medikamente gegen Malariaform A ein, hat aber die Form B erwischt.
Wann immer man befürchtet, an Malaria erkrankt zu sein (ob mit Prophylaxe oder ohne), ist der erste Weg der Weg zu einem Arzt, sofern man den innerhalb von 24-48 Stunden erreichen kann. Ist das nicht möglich (was für 99% der Touristen nicht zutrifft), dann versucht man es auf Verdacht mit Stand-By-Medikamenten.
Oder drastischer ausgedrückt: Für 99% der Touristen ist die Mitnahme von Stand-By-Medikamenten ziemlich sinnfrei. Entweder Prophylaxe oder nicht (das beeinflusst das Erkrankungsrisiko). Bei Malariaverdacht sofort zum Arzt.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
LELebensgeniesser9 Beiträge · seit 201014. Jan. 2010 · #10Hallo Chiara,
nochmals zum Thema Malaria - damit ist sicher nicht zu spassen und man sollte bei Fieber hinterher lieber einmal mehr als einmal zu wenig einen Test machen lassen. Aber es ist nun auch nicht so, dass hinter jedem Busch eine heimtückische, mit Malaria infizierte Mücke nur darauf wartet, Dich anzustecken. Wie gesagt, Ihr seid nur ein paar Tage in der gefährdeten Zone - habe mal mit Deutschen gesprochen, die seit 8 Jahren durchgehend gleich östlich des Etosha-Parkausgangs leben. Die können sich nicht das ganze Jahre über die Prophylaxe reinpfeifen. Da ist es auch eben so, dass sie bei Fieber beim Arzt den Test gemacht und bei Bedarf Malaria Medikamente bekommen haben. Von den 6 Leuten hat jeder einmal in den 8 Jahren Malaria gehabt - aber eben nicht 20 mal...
Und meistens laufen die Leute, die da leben, selbst noch abends mit kurzen Ärmeln und Shorts rum - es sind meistens die Touris, die sich komplett in lange Ärmel/Hosen einhüllen. Würde ich aber schon machen - und spart nicht an Anti-Mosquito-Spray. Bin immer mit Deet durch Malaria-Gebiete gezogen.
Viele Grüsse,
Britta
Topobär5'479 Beiträge · seit 200914. Jan. 2010 · #11Wenn Ihr einen normalen PKW mieten wollt und auf eine Vollkaskoversicherung Wert legt, kann ich Euch nur empfehlen, beim ADAC über Holyday Cars zu buchen. Alle dort gebuchten Autos haben grundsätzlich Vollkasko ohne Selbstbeteiligung. Wenn dies im Reiseland selbst nicht möglich ist, wird die dort geleistete Selbstbeteiligung in Deutschland erstattet.
Funktioniert tatsächlich problemlos. Hab's schon selbst ausprobiert.