cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200907. Nov. 2009 · #1
Hallo zusammen
Wir sind nun seid ca. 3 Wochen zurück aus unseren unvergesslichen Namibia-Ferien! Da wir im Vorfeld zur Planung des Urlaubs viele Tipps und Informationen aus diesem Forum beziehen durften, möchte ich nun etwas zurückgeben, indem ich hier meine persönlichen Eindrücke unserer besuchten Campingplätze wiedergebe. Parallel zu diesen Eindrücken poste ich im Teil „Unterkünfte“ des Forums auch meine Beurteilungen zu den festen Unterkünften unserer Reise.
Mein Eindrücke sind natürlich rein subjektiver Natur und grundsätzlich waren wir (vor allem auch dank der vielen Informationen hier im Forum) mit unserer Wahl sehr zufrieden.
Die Zufahrt zur Ranch ist etwas sandig, aber gut fahrbar. Wir werden mit einem Drink begrüsst, aber der Mitarbeiter wirkte sehr unterkühlt und auf unsere Frage hin betreffend Game Drive heute, sagte er uns, es werde uns nun zuerst der Campingplatz gezeigt. Na gut, wir werden von einem anderen Mitarbeiter hingefahren, der uns dann den Platz zeigt und alles erklärt. Wir fragen auch ihn betreffend Game Drive, denn die Rezeption ist immerhin eine gute Viertelstunde zu laufen von hier entfernt und ich hatte mal im Forum etwas gelesen, dass die Game Drives um 15 Uhr anfangen und es war knapp vor 15 Uhr. Er sagt uns aber dann, wir sollen um 20 vor 5 Uhr an der Rezeption sein, wir könnten aber nur mitgenommen werden, wenn es noch Platz habe. Vielleicht tue ich dem Management Unrecht, aber das fühlte sich für mich an, als wären Campingplatzgäste Gäste 2. Klasse. Dafür war der Platz Nr. 5 wirklich der Hammer. Der Abstand zum Nachbarplatz war gross, man war gerade noch in Sicht und Rufweite aber sonst absolut für sich, traumhaft. Man hat ein eigenes Dusch-/WC-Häuschen, eine Spüle und (theoretisch) Licht von dem Solarpanel auf dem Dach. Theoretisch, da wir das Licht nach dem ersten Ablöschen nicht mehr angekriegt haben. Die Plätze liegen mitten in den sanften Hügeln der Kalahari und die Spuren im Sand verraten uns, dass man hier wohl öfters Besuch von kleinerem und grösserem Getier kriegt. Man ist hier wirklich mittendrin in der Kalahari. Wir haben dann Glück und können den Game Drive um 5 Uhr mitfahren. Davor gibt es in der Logde (übrigens sehr schön eingerichtet) noch gratis Kaffee, Kuchen und Früchte. Der Game Drive mit Pedro fanden wir dann einfach super. Da wir noch nie in Afrika waren, war jedes einzelne Tier für uns eine Attraktion und es hatte wirklich einige: Oryx-Antilopen, Kudus, Gnus, Straussen, Springböcke, Webervögel, Riesentrappen und einen Steenbock. Sogar eine Leoparden-Spur zeigte uns Pedro. Wir waren begeistert. Am Schluss gab es dann noch einen Sundowner auf einem Dünenkamm und wir sahen die Sonne feurig rot am Himmel untergehen. Für jegliche Game Drives empfehle ich aus eigener Erfahrung übrigens sowohl eine Sonnenbrille gegen den Fahrtwind und eine leichte Jacke, da es nach Sonnenuntergang kühl werden kann. Pedro war dann übrigens so nett, uns nach dem Drive direkt zur Campsite zurückzufahren, so mussten wir nicht im Dunkeln zurücklaufen. Der Sternenhimmel am Lagerfeuer war dann einfach fantastisch und die Nacht für uns ganz ungewohnt still.
Diesen Platz hatten wir nicht vorreserviert. Die Entscheidung ob diesen Campingplatz oder den Mesosaurus Campingplatz etwa 30 km weiter zu nehmen, nahm mir dann mein Liebster ab, der das Fahren auf der B1 wegen der vielen kreuzenden Lastwagen mühsam fand und auf den nächstgelegenen Campingplatz wollte. Ich war etwas skeptisch, wegen Geschichten über massenweise Touribusse im Köcherbaumwald und Schlange stehen vor den WC’s. Wir bezahlten 260N$ für den Platz (ich gebe zu, für namibianische Verhältnisse eher teuer, aber es ist der Besuch des Köcherbaumwaldes, der Giant Playground und das Cheetah-Feeding inklusive). Hier will man übrigens Bares sehen, Kreditkartenzahlung ging nicht. Wir konnten uns dann einen Stellplatz auf dem relativ grossen Gelände aussuchen. Wir wählten einen hübschen Platz unter einem blühenden Baum weit weg von dem, von uns als Bar identifizierten, Häuschen und eher nahe an der Strasse gelegen. Beides war übrigens dann lärmmässig kein Problem, die Bar wurde nicht in Betrieb genommen und die Strasse war in der Nacht praktisch unbefahren. Der Besuch des Giant Playgrounds (ca. 5 km weiter der Strasse entlang) ist ganz hübsch, aber kein Muss. Schön fanden wir es hier vor allem, da wir ganz alleine zwischen den Steinhaufen herumspazieren konnten. Eigentlich wollten wir ja das Cheetah-Feeding nicht besuchen, da wir nicht so auf „Wildkatzen-Kuscheln“ stehen, aber als wir von dem Giants Playgrounds-Ausflug zurückkamen, liefen wir dem Besitzer direkt in die Arme, welcher uns dann doch überredete, uns dazu zu gesellen. Die Informationen, die er uns über diese herrlichen Tiere gegeben hatte, waren dann doch sehr interessant. Danach wurden uns auch noch die 2 Warzenschweine gezeigt. Dann kam die Attraktion des Tages, der Sonnenuntergang im Köcherbaumwald. Er liegt direkt beim Campingplatz. Es schoben sich ein paar Wolken vor die Sonne und ich fürchtete um den Sonnenuntergang, aber was wir dann zu sehen bekamen war von dem Ambiente und den Wolkenformationen her spektakulär! Die Touribusse blieben übrigens aus (das muss ich mir noch heute anhören, da ich immer wieder zu meinem Liebsten sagte: „Jetzt kommen dann gleich die Touribusse und dann ist es mit dem Frieden vorbei“;-). Die anwesenden Leute nahmen sehr Rücksicht aufeinander und jeder versuchte dem anderen nicht ins Bild zu laufen. Nun noch ein paar Worte zum Campingplatz: Der Campingplatz hat ein idyllisches, elektrisches Licht und Strom. Die Sanitärhäuschen sind sehr sauber, haben aber WC-Papier, durch das man praktisch hindurchsehen kann;-) Wir hatten übrigens nur etwa 4-5 Zeltnachbarn, dadurch war es sehr ruhig und friedlich und wir mussten natürlich auch nicht vor dem WC Schlange stehen. Die Nacht war dann recht kalt. Am nächsten Morgen ging ich dann nochmals ganz alleine in den Köcherbaumwald und konnte ein paar Klippschliefer beobachten. Der Eine kam neugierig bis auf 1 Meter an mich heran.
Campingplatz Quivertree Forest:
Sunset Köcherbaumwald:
Quivertree Forest Camp ist alleine als Campingplatz sicher kein Highlight, aber die Lage direkt beim Köcherbaumwald ist fantastisch.
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200908. Nov. 2009 · #3
Auf diesem Campingplatz sind wir zwei Nächte geblieben, damit wir uns in aller Ruhe auch die Geisterstadt Kolmannskuppe nahe Lüderitz angucken konnten. Übrigens absolut sehenswert! Das Einchecken erfolgt in der Lobby von Klein Aus Vista. Wir fragen nochmals nach einem freien Zimmer im Eagles Nest, das wir von Zuhause aus buchen wollten, aber bereits ein halbes Jahr vorher ausgebucht war. Leider ist auch jetzt kurzfristig nichts mehr frei geworden. Die Anfahrt zum Campingplatz ist ca. 1 km lang und schön zu fahren. Unsere Campsite 4 finden wir sehr hübsch. Die Plätze sind leider etwas nahe beieinander, nur durch einen Windschutz und ein paar Meter voneinander getrennt. So war es dann am 2. Morgen doch störend, als unser holländischen (oder südafrikanischen? Sorry, ich kann das nicht auseinander halten;-) Nachbarn ab halb sechs den ganzen Campground unterhalten. Auf dem Campingplatz war dann auch jeder Platz belegt. Dies merkte man dann im einzigen Dusch-/WC-Häuschen, wo ich Morgens einmal wirklich anstehen musste. Wir haben einmal in Klein Aus Vista zu Abend gegessen und auch hier gefrühstückt. Das Restaurant liegt gleich oberhalb der Reception und man hat einen schönen Blick über die Ebene, was vorallem beim Abendessen sehr malerisch ist. Das Essen und der Service ist sehr gut, wir haben uns wohl gefühlt. Für den letzten Tag haben wir uns ein Braii-Paket zusammenstellen lassen. Es bestand aus 2 Rump-Steak, Würstchen, Salat, zwei Grillkartoffeln, 2 Sandwiches und sogar 2 Stück Kuchen. Alles war sehr lecker. Wir konnten uns übrigens auch hier gleich noch mit Feuerholz, Wasser und Bier eindecken. Gleich vom Campingplatz aus starten verschiedene Trails. Wir waren etwas verwirrt, weil die Zeitangaben für den Sunset-Trail am Trailhead nicht mit der Zeit auf unserer Wanderkarte übereinstimmen. Wir fragten dann entgegenkommende Wanderer die uns erklärten, dass beide Zeiten eher knapp bemessen seien und wir in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit doch einfach rechts rum den Pfeilen nach zwischen den beiden Kuppen durchlaufen sollen. Wir befolgen dann den Rat und kommen sehr schnell (ca. 20 min) zu einem Punkt wo man wunderschön über die Ebene sieht. Hier geniessen wir dann einen wunderschönen, einsamen Sonnenuntergang, herrlich! Die Nächte hier waren übrigens die kühlsten unserer ganzen Reise, aber wir waren darauf vorbereitet. Der Campingplatz hat kein Licht und keinen Strom, aber Wasser auf dem Platz. Die Sanitäranlagen sind in sehr gutem Zustand und sauber, nur eben bei Vollbelegung des Platzes etwas stark ausgelastet. In der einen Nacht hat es sich anscheinend eine Puffotter auf dem Campingplatz gemütlich gemacht. Zum Glück, haben wir das erst am nächsten Morgen von unseren Nachbarn erfahren;-)
Campingplatz Klein Aus Vista:
Mit Nachbarn:
Von oben (vorne rechts ist die Sanitäranlage):
peter 081'927 Beiträge · seit 200808. Nov. 2009 · #4
kleine Ergänzung zum CP Klein Aus:
Das Sanitärgebäude hat Stromanschluß, WW über E-Boiler und es gibt Steckdosen an den Waschbecken 😉
morgens 6:30 (sehr spät!), das sind bestimmt Südafrikaner. Man erkennt sie auch dran, dass sie riesige Feuer entfachen, das Fleisch in offener Flamme steinhart grillen, es dann kleinschnippeln auf der Klappe des Pickup und von Papptellern mit den Fingern essen.
Und bei der Ankunft erkennt man Südafrikaner am Wagenburgenbauen!
Spass beiseite, hast du zu den Unterkünften die Websites und die Preise?
Danke für die Tipps! Ich freu mich schon auf Namibia... nur noch etwas mehr als 3 Wochen 🙂
eggitom1'247 Beiträge · seit 200909. Nov. 2009 · #7
Hallo Cheetah13
gute Beschreibung, soweit ich sie nachvollziehen kann. Zu Bagatelle: der Strom kommt aus einer Batterie, die vom Solarpanel hinter dem Häuschen gespiesen wird. Bei uns war nach einer gewissen Zeit auch Ende Feuer (resp. Licht). Zu Klein Aus Vista: bei uns hat ein starker Wind geblasen und damit wurde es eher ungemütlich.
Den grossen Abstand zwischen den einzelnen Campingplätzen findest du fast überall in Namibia. Finde ich eigentlich schade, weil sich so kaum Kontakte ergeben. Ich hatte mir vorher immer vorgestellt, dass man nach dem Essen noch irgendwo am Feuer sitzt und Erfahrungen austauscht, aber da habe ich mich getäuscht.
Aber das ist eine rein subjektive Empfindung und das Argument Lärm vom Nachbarn sticht natürlich auch - habe ich oft genug erlebt.
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200909. Nov. 2009 · #8
kleine Ergänzung zum CP Klein Aus:
Das Sanitärgebäude hat Stromanschluß, WW über E-Boiler und es gibt Steckdosen an den Waschbecken
Uuups, da war ich wohl etwas ungenau. 😊
Natürlich hatte es Strom im Sanitärgebäude und eine heisse Dusche hatte ich hier auch genossen. Es gab aber keinen Strom oder Licht direkt auf dem Stellplatz, wie z.B. beim Quivertree CG.
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200909. Nov. 2009 · #9
Spass beiseite, hast du zu den Unterkünften die Websites und die Preise?
Liebe Beate,
ich habe die Bewertungen noch mit der Website der jeweiligen Unterkünfte ergänzt. Die aktuellen Preise findest du sicher dort.
Lieber Thomas
Den grossen Abstand zwischen den einzelnen Campingplätzen findest du fast überall in Namibia. Finde ich eigentlich schade, weil sich so kaum Kontakte ergeben. Ich hatte mir vorher immer vorgestellt, dass man nach dem Essen noch irgendwo am Feuer sitzt und Erfahrungen austauscht, aber da habe ich mich getäuscht.
Wenn ich mir das nun so überlege, war es bei uns eigentlich auch so, dass wir eigentlich mehr in den festen Unterkünften mit anderen in Kontakt kamen. Für uns war das dann aber eine gute Abwechslung zwischen "gesuchter" Einsamkeit und netten Kontakten.
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200909. Nov. 2009 · #10
Um es vorweg zu nehmen: Koiimasis hat es in meine „All-Time-Camping-Favorites-Liste“ geschafft! Noch nie habe ich einen Stellplatz gesehen, welcher so harmonisch in die Umgebung integriert ist und zudem auch alles bietet was das Camperherz so begehrt. Aber von Anfang an: Die Anfahrt ab der D707 (übrigens eine überaus sehenswerte Strecke, auch wer nicht hier campt) zur Farm ist ganze 20 km lang. Sie ist einspurig, gut zu fahren und schon als solche wunderschön, aber zeitintensiv.
Hier ein Bild der Farmzufahrt:
Die Beschilderung auf dem Gelände war für uns dann etwas verwirrend und so fuhren wir erstmal zur Fest In Fels Lodge. Hier sind wir offensichtlich falsch, werden aber nett auf die Farm verwiesen. Dort läuten wir dann mit der berühmten Glocke, aber es ist niemand da. Also zurück zur Lodge. Nach einem kurzen Telefonat kriegen wir die Campsite 1. Dahin gefahren, ist schon besetzt. Danach gehts wieder zur Farm und dieses Mal kommt nach dem Läuten Frau Itzko an das Gatter. Wir kriegen nun die Campsite 3 und noch viele Informationen zu Aktivitäten und Wanderungen mit. Die Campsite 3 lässt dann mein Herz höher schlagen. Sie liegt mitten in den kugeligen Felsen, ein Windschutz trennt den Stellplatz etwas ab, so dass man das Gefühl hat ein eigenes Zimmer zu haben. Etwas oberhalb hat es einen Holzkohlengrill (sozusagen mit Aussicht) und unten hat es zusätzlich noch eine Feuerstelle mit Steinsitzen rundherum. Wieder etwas oberhalb ist dann ein gedeckter Sitzbank, alles aus Stein passend zur Umgebung. Ein Baum spendet Schatten auf dem Platz. Die Sanitäranlage ist auch ausgesprochen hübsch gemacht. Da hatte jemand ein Auge fürs Ästhetische. Direkt in den Felsen gebaut, auf der einen Toilette ein Fensterchen mit Blick in die gegenüberliegenden Felsen, alles blitzblank sauber, was will man mehr. Man könnte hier die ganzen Aktivitäten der Lodge auch mitmachen. Wir wollen aber den Abend auf der schönen Campsite verbringen und machen darum als einziges eine Sunset-Wanderung zu einem nahegelegenen Hügel mit Vogeltränke. Achtung: Man sollte die Wanderung nicht zum Sunset sondern mindestens (ohne Hetze) 1 ½ Stunden vorher starten. Sie beginnt bei der Farm und führt über das Farmgelände immer gelben Straussenspuren auf Felsen gezeichnet nach. Sie ist absolut nicht anstrengend. Der Sonnenuntergang vom Hügel ganz alleine zu geniessen war wunderschön! Die Tirasberge sind echt ein Geheimtipp! Da es doch nach dem Sonnenuntergang schnell dunkel wird, haben wir den Rückweg vom Hügel per Feldstecher schon mal auskundschaftet und sind auch nicht zu spät gestartet. Wir haben uns beeilt und hatten trotzdem eine gute halbe Stunde zurück zur Farm zu laufen. Auf der Farm kann man einige Tiere sehen: Da es eine Straussenfarm ist, natürlich eine Menge Strausse aber auch viel Geflügel, Ziervögel sowie Löffelhunde und Suricate. Den eingesperrten Affen im Gehege fanden wir jedoch etwas befremdlich. Man kann auf der Farm auch mariniertes und vakumiertes Fleisch kaufen. Bei uns gabs nur noch Oryx oder Kudu zur Auswahl. Es war das absolut beste Oryx-Fleisch, das wir in diesen Ferien assen. Feuerholz hatten wir von Klein Aus Vista mitgenommen, da es hier sehr teuer sei.
Hier ein paar Bilder des Platzes:
Hier noch ein Sunset-Foto von unserer Wanderung:
Mein Fazit: Koiimasis sofort wieder. Wir wären gerne länger geblieben!
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200909. Nov. 2009 · #11
Die Buchung dieses Camps (übrigens unbedingt vorreservieren!) haben wir nur vorgenommen, da wir den Vorteil des Camps nutzen wollten, am Abend eine Stunde später den Park verlassen und am Morgen eine Stunde früher betreten zu können. Es ist ein staatliches Camp, wir erwarteten das Schlimmste;-) Aber ehrlich gesagt, so schlimm wars gar nicht. Vor dem Einchecken wird immer zuerst die Permit-Sache erledigt (war übrigens auch im Etosha so -> bevor man das Permit bezahlt hat, gibts nichts). Das Permit gilt 24h. Dann wird uns die Campsite 20 zugewiesen. Sobald wir dort sind, wissen wir, warum wir gefragt wurden, ob wir einen 4x4 hätten: Die Zufahrt direkt zum Stellplatz ist sehr sandig, wir müssen den 4x4 zuschalten. Ich finde den Stellplatz gar nicht so übel. Er ist gross und hat einen schattigen Baum. Nur die drei Mülltonnen stören etwas das Bild und der Wind lässt sie dann auch die ganze Nacht quitschen. Ja, die Sanitäranlagen waren nicht eben die saubersten, aber für eine Nacht lässt sich das aushalten. Die Bar gleich neben unserem Stellplatz wurde nicht in Betrieb genommen, dafür schien in der Siedlung nebenan eine Party im Gang zu sein. Jedenfalls war die Musik (und der Bass!) ziemlich laut bis spät in die Nacht. Und um 4 Uhr setzte dann der Wind ein. Wir standen wie alle andern hier auf dem Platz um 5 Uhr in der Früh auf und bauten unser Dachzelt in einem regelrechten Sandsturm zusammen. Übrigens, wir standen 5 vor 6 Uhr Morgens am Gate (offizielle Toröffnung für Campinggäste 6 Uhr) und wurden, nach Kontrolle des Permits, ohne Anstehen reingelassen. Wir waren sicher nicht die Ersten, denn vor uns hatten schon einige Autos den Campingplatz verlassen. Also nahm man es (wenigstens an diesem Tag) nicht so genau mit der Zeit. Da hatte ich auch schon anderes darüber gelesen.
Hallo cheetah 13, nach deinem Bericht freue ich mich schon besonders auf Koiimasis! Sind alle Campsites so schön oder ist Nr.3 besonders zu empfehlen?
Grüße Singing Rock
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200909. Nov. 2009 · #13
Hallo cheetah 13, nach deinem Bericht freue ich mich schon besonders auf Koiimasis! Sind alle Campsites so schön oder ist Nr.3 besonders zu empfehlen?
Hallo Singing Rock
ich denke alle Plätze sind schön. Es sind auch nicht viele, ich würde schätzen höchstens 7-8 Plätze. Ich bin natürlich voreingenommen, aber ich fand unseren Platz am gemütlichsten. 😉
Werner_Ute544 Beiträge · seit 200610. Nov. 2009 · #14
Hallo,
auf Koiimasis sind genau 5 Camping Plätze und ein Overland Platz.
Ich finde, den Campingplatz bei der Ameib Ranch besucht man nicht unbedingt wegen dem Platz selber, sondern wegen der Umgebung. Aber von Anfang an: Die Begrüssung auf der Farm durch die ältere Dame Frau Kögl war sehr freundlich. Sie gab uns auch gleich einen Plan des Geländes mit eingezeichneten Wanderwegen mit und gab uns den Tipp, Bull’s Party noch heute abend zu besuchen. Von der angeblich schlechten Atmosphäre auf der Farm, die hier im Forum so kontrovers diskutiert wurde, haben wir nichts mitbekommen. Natürlich kommt man als Campinggast mit Selbstversorgung auch nicht so in Kontakt mit dem Farmgeschehen. Der Campingplatz ist dann ein eher kleineres eingezäuntes Areal. Wir stellten uns einfach irgendwo zu einem Grill und reetgedeckten Sitzplatz hin. Platz hatte es genug, es waren nur etwa 4-5 andere Parteien da. Es hatte auch einen Swimming-Pool auf dem Gelände, den wir aber nicht genutzt haben. Der ganze Platz und auch die Sanitäranlagen wirkten ein bisschen abgenutzt, aber sauber. Der Campingplatz ist auch Heimat von einigen Katzen, die es sich hier gemütlich machen. Nun, aber zum wirklichen Highlight, dem Gebiet um den Campingplatz herum: Die Besucher, auch wir, kommen ja vorallem wegen den Bull’s Party, das sind überdimensionale Gesteinskugeln, die hier in grosser Anzahl und sehr fotogen rumliegen. Wir waren aber auch von der Tierwelt auf dem Gelände ganz begeistert. So konnten wir dann einige Male Paviane ganz von Nahem beobachten (oder sie uns 😛 ?). Auch Kudus, Klippschliefer, Warzenschweine, Klippspringer und wunderschöne Lizzards haben wir gesehen. Die Tiere sind vorallem im Morgengrauen und der Dämmerung aktiv und da wir am Morgen in den Bull’s Party Frühstücken wollten, dauerte die Fahrt dahin, wegen all den Tier-Stops, ziemlich lange. Im Gegensatz zum Etosha kann man hier ohne Probleme aussteigen und sich den Tieren auch zu Fuss nähern. Natürlich immer mit dem empfehlenswerten Abstand. Wir hatten sowohl am Abend beim Elephant’s Head sowie am Morgen bei den Bull’s Party die Landschaft und die Tierwelt für uns alleine. Die schöne Wanderung zur Philips Cave (mit Felsmalereien) machten wir dann zusammen mit einem netten Paar aus Konstanz. Für diese Wanderung empfehlen sich feste Schuhe und eine gewisse Trittsicherheit, da es doch rechte Gesteinsblöcke zu überwinden gilt. Auch sollte man eher nicht zur Mittagshitze losgehen, sonst wirds arg heiss. Die angegebene halbe Stunde für den Aufstieg finde ich mit Fotostopps eher knapp berechnet. Auch fanden wir die weissen Pfeile, die den Weg weisen sollten, manchmal etwas zu gut getarnt 😉
Campingplatz im Abendlicht:
Bull's Party:
Pavian auf dem Gelände:
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200914. Nov. 2009 · #16
Campingplatz Brandberg White Lady Lodge (Nähe Brandberg)
Die Anfahrt zur Brandberg White Lady Lodge ist recht lang und führt zuerst direkt auf den Brandberg zu, bevor man dann rechts ins Ugab-Tal abbiegt. Hier wurde die Strasse ziemlich schlecht, aber noch fahrbar. Als wir bei der Lodge für die Campsite einchecken, werden wir darauf hingewiesen, dass die Desert Elephants, die Wüstenelefanten, sich in diesem Teil des Ugab-Tales aufhalten und wir vorsichtig sein sollen. Ich bin ganz aufgeregt: Werden wir tatsächlich die seltenen Wüstenelefanten zu Gesicht bekommen? Wir fahren zum sehr grossen Campingplatz im grünen Ugab-Rivier. Den Stellplatz können wir uns aussuchen. Mein Liebster findet den Platz 13 ganz toll, so mitten im ausgetrockneten Flussbett, meine weibliche Intuition jedoch wehrt sich aus noch unerfindlichen Gründen dagegen und wir bleiben auf dem schönen Platz 10, ein bisschen mehr unter Büschen versteckt. Grosse runde Abdrücke im Sand überall auf dem Areal lassen erahnen, dass hier vor noch nicht so langer Zeit ziemlich grosser Besuch vorbeigekommen war. Als wir es uns mit einem Bierchen auf dem Platz gemütlich machen, hören wir es tröten, finden aber es töne noch recht weit weg. Da fährt der Tourbus der Lodge auf den Platz und hält gleich vor unseren Augen. Die Leute zeigen auf den grossen Busch gleich auf dem Platz 13. Wir sehen aber nichts, schnappen die Kameras und laufen mal los. Ein paar Meter weiter sehen wir ihn: Einen grossen Elefanten direkt hinter dem Busch beim auserwählten Platz meines Liebsten, dem Platz 13! Wir weichen respektvoll wieder zurück. Da taucht im Hintergrund eine ganze Herde Elefanten auf, auch mit Jungen, und ziehen an uns vorbei. Sie bewegen sich absolut geräuschlos. Der grosse Elefant auf Platz 13 rüttelt dann noch kräftig am Baum und lässt sich von uns nicht stören. Wir können auf unseren Stühlen vor unserem Auto sitzen und die längste Zeit die Elefanten beobachten. Fantastisch! Ein Erlebnis, das man nie mehr im Leben vergisst!
Elefanten auf dem Campground:
Der Campingplatz White Lady Lodge war zwar von den Einrichtungen her, der Einfachste unserer Reise, aber er ist dafür wunderschön im Rivier gelegen. Die Plätze sind weit auseinander, Büsche spenden Schatten, es hat wie immer einen Grill und sogar Wasser auf dem Platz. Hier hat man das Gefühl von Weite und Freiheit, man ist mitten in der Natur.
Die Sanitäranlage sind oben offen und die Duschen werden von den Angestellten mit Holz angeheizt. Wir haben es ausprobiert und im Dunkeln am Abend spät noch geduscht, es war wunderbar warm.
Sanitäranlagen:
In der Nacht hatten wir dann keine Besuch von Elefanten und konnten somit wunderbar schlafen. Am Morgen kriegten wir dann aber doch noch Besuch und zwar von einem frechen, halbzahmen Springböcken und einem ebenfalls vorwitzigen Perlhuhn. Auch sehen wir in den Bäumen Hornbills und 3 süsse Eselchen, die auf dem Campingplatz rumspazieren.
Eine Anmerkung noch zu den Elefanten: Es sind nicht immer Elefanten in der Gegend, wir hatten ganz einfach grosses Glück!
Deine Berichte samt Fotos zu den Campingplätzen sind super. Freu mich auf die Fortsetzung. Vielen Dank!!!
Was für ein Glück mit den Elefanten! Auch wenn hier keine Fragen hingehören, nur eine ganz kleine: Gibts überhaupt eine Chance auf Elefanten am Brandberg Anfang Januar? Oder sind sie dann gewöhnlich in anderen Revieren weiter nördlich?
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200916. Nov. 2009 · #18
Was für ein Glück mit den Elefanten! Auch wenn hier keine Fragen hingehören, nur eine ganz kleine: Gibts überhaupt eine Chance auf Elefanten am Brandberg Anfang Januar? Oder sind sie dann gewöhnlich in anderen Revieren weiter nördlich?
Warum sollten hier keine Fragen hingehören? Das Forum lebt ja vom Dialog. Also mich störts nicht. Nur zu... 🙂
Leider kann ich dir aber die Frage nicht beantworten. Vielleicht können dir die Namibia-Experten weiterhelfen, die schon mehrmals in Namibia waren.
Burschi4'140 Beiträge · seit 200916. Nov. 2009 · #19
Finde eure Beschreibungen schön und für den Namibia-Erstbesucher sehr hilfreich und kann fast alles bei Sossusvlei, Köcherbaumwald, Ameib etc. so bestätigen! Burschi