cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200907. Nov. 2009 · #1
Hallo zusammen
Wir sind nun seid ca. 3 Wochen zurück aus unseren unvergesslichen Namibia-Ferien! Da wir im Vorfeld zur Planung des Urlaubs viele Tipps und Informationen aus diesem Forum beziehen durften, möchte ich nun etwas zurückgeben, in dem ich hier meine persönlichen Eindrücke unserer Unterkünfte ausführlich wiedergebe. Parallel dazu werde ich im Camping-Teil meine Eindrücke der Campingplätze schildern, denn wir haben von den 3 Wochen 12x gecampt und 9x in festen Unterkünften geschlafen.
Mein Eindrücke sind natürlich rein subjektiver Natur und grundsätzlich waren wir (vor allem auch dank der vielen Informationen hier im Forum) mit unserer Unterkunftswahl sehr zufrieden.
Die Pension Steiner ist absolut leicht zu finden und liegt sehr zentral an der Weckestrasse, einer Parallelstrasse zur Independence-Avenue. Man hört aber keinen Strassenlärm. Das Wernhill Einkaufscenter (das übrigens auch am Sonntag bis um 7pm offen hat, aber am Morgen auch Wochentags erst um 8.30 öffnet) liegt gleich vorne an der Strasse (ca. 5 Gehminuten ein Weg). Die Pension hat einen bewachten Parkplatz, was in Windhoek nicht unwichtig ist. Die Parkplätze sind etwas eng. Die Zimmer sind nicht luxuriös, aber es ist alles da was man braucht. Da wir kurz vor dem Verdursten waren, haben wir uns aus dem Kühlschrank bedient. Kein Problem, denn das Wasser war so günstig wie im Supermarkt. Wir haben in dem kleinen Kühlschrank übrigens nach dem Einkauf auch unsere Nahrungsmittel gekühlt, da die Kühlbox im Auto noch nicht lief. Die Rezeptionistin spricht deutsch und hat uns kompetent und freundlich Auskunft gegeben sowie ein Taxi und einen Tisch im Joes Beerhouse für den Abend reserviert, was dann auch hervorragend geklappt hat. Die Taxifahrt kostete uns beide 50N$ für eine Fahrt. Das inkludierte Frühstück war gut, besser als in vielen höherpreisigen Lodges. Der Frühstücksraum liegt im 1. Stock und ist hübsch dekoriert. Hier kann man den Tag gemütlich angehen. Wir haben in der Pension übrigens abreisende Camper getroffen, die uns Feuerholz und eine Kiste (Kisten kann man als Camper nicht genug haben!) geschenkt haben. Finde ich ganz sympathisch und praktisch, wir haben das dann bei unserer Abreise auch so gemacht. Die Pension besitzt auch einen schönen kleinen Garten mit Swimming-Pool und Bar. Den Swimming-Pool haben wir zwar nicht benutzt, aber ich habe etwas im Garten gedöst, was nach dem Flug erholsam war.
Hier noch ein Bild des Gartens:
Grundsätzlich können wir die Pension Steiner als erste oder letzte Unterkunft vor oder nach dem Flug uneingeschränkt empfehlen. Man darf keinen Luxus erwarten und natürlich hatten wir andere Highlights an Unterkünften, aber wir geben viel Geld lieber für Unterkünfte in schöner Umgebung aus. Man muss sich ja noch steigern können;-)📎 phpaPZ7c6
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200907. Nov. 2009 · #2
Die Canon Village war eigentlich nur unsere 2. Wahl. Wir standen bei der Canon Lodge erfolglos auf der Warteliste. Der Empfang im Canon Village war sehr freundlich und es wurde uns alles ausführlich erklärt. Die Angestellte bat uns die Einführung auf Deutsch machen zu dürfen, da sie anscheinend eben daran ist deutsch zu lernen. Auf unsere Frage betreffend dem Abendessen, dass wir noch dazubuchen wollten, wurde uns erklärt, es sei bereits ein Tisch für uns reserviert. Canon Village liegt malerisch zwischen den Felsen eingebettet. Die Häuschen im Kapholländischen Stil (immer zwei Parteien in einem Häuschen) gruppieren sich im Halbkreis um das Hauptgebäude. Jedes Häuschen hat eine eigene Veranda. Man darf nicht mit dem Auto bis zu den Häuschen fahren, das Gepäck wird hingebracht. Dafür werden manchmal auch die 3 süssen Eselchen der Lodge gebraucht. Das Hauptgebäude hat mir sehr gefallen. Vom Essraum (hier wohnen auch einige freche Vögelchen) bis zum öffentlichen WC ist alles mit Liebe eingerichtet und hübsch dekoriert. Etwas erhöht liegt ein kleiner Pool mit sehr kaltem Wasser. Die Abkühlung war wunderbar und dank der trockenen Luft war man im Nu wieder trocken. Von hier oben hat man auch einen hervorragenden Ausblick über die Anlage und das Umland. Auch gibt es einen Kühlschrank, wo man sich kühle Getränke selbst holen kann. In den Felsen oberhalb des Pools hat es Klippschliefer. Vor dem Nachtessen machten wir noch den kostenlosen Sundowner Walk mit. Unser Führer Titus erklärte auch einiges über die Tier- und Pflanzenwelt hier, bevor wir dann auf einen kleinen „Steinkugelhügel“ kletterten um den Sonnenuntergang zu geniessen. Zudem gabs für jeden ein Gratis-Sundownergetränk. Für dieses letztes Stück sind feste Schuhe empfehlenswert. Leider konnten wir diesen Walk nicht so sehr geniessen, denn eine wirklich grosse Reisegruppe war dabei. Einige konnten kein Englisch und darum wurde leider immer gequatscht wenn Titus etwas am Erklären war und auch der Sonnenuntergang war wenig idyllisch mit lärmenden, laut prostenden Menschen im Rücken. Ich möchte Busreisenden nicht zu nahe treten, aber das wurde uns zuviel und wir zogen es dann vor, den Rückweg (ist wirklich nicht weit) alleine anzutreten. Das Abendessen war dann wirklich gut. Wie üblich wurde der Starter und das Dessert serviert, das andere war Buffet mit reichlich Auswahl. Auch das Frühstück war gut. Die Gesangseinlage des Canon Lodge Choir im Anschluss wirkte etwas steif und einstudiert, irgendwie riss es mich nicht so vom Hocker. Dafür ist die Bar und der draussen liegende „Biergarten“ toll, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Die Zimmer waren sehr schön eingerichtet, nach ein paar Nächten im Zelt ein echter Luxus.
Hier ein paar Bilder:
Hauptgebäude:
Häuschen:
Speisesaal:
Zimmer:
Pool:
Insgesamt hat uns das Canon Village sehr gut gefallen. Für eine Übernachtung am Fish River Canyon sicher empfehlenswert. Der einzige Schönheitsfehler war die lärmende Schar Touristen beim Sundowner-Walk, das ist nicht unsere Welt.
Guten Morgen, cheetah, nach längerem Klinikaufenthalt (man kommt so schnell raus aus dem Forumsgeschehen) habe ich heute morgen Deine Beiträge (Unterkunftsbeurteilungen) gelesen. Ich fand Deine Schilderungen interessant und hilfreich. Ich fände es schön, wenn noch mehr Leute ihre (natürlich subjektiven) Eindrücke hier ins Forum stellen würden! Sonntägliche Grüße! Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200909. Nov. 2009 · #4
Nach einer Nacht auf dem Sesriem Campground gönnten wir uns eine Übernachtung im Desert Camp. Anscheinend ist es die günstigste feste Unterkunft in der Nähe des Sossusvlei. Für uns war es aber mit ein Highlight unserer Reise. Es ist nicht extrem luxuriös, aber uns war es sauwohl hier! Das Desert Camp besteht aus 20 freistehenden Häuschen. Ein Teil des Häuschens ist gemauert (z.B. das Bad) und ein Teil ist Zeltwand, was das Ganze sehr luftig macht. Zusätzlich hat jedes Häuschen eine eigene Terrasse mit wunderbarer Aussicht und seitlich einer Küchenzeile mit Kühlschrank, sowie ein Grill. Die Inneneinrichtung und vorallem auch das Bad ist mit Liebe dekoriert. Man kann sich bei der Reception ein Braii-Paket zusammenstellen lassen. Achtung: Man muss es am Tag vorher bestellen. Wir fuhren also am Tag vorher vor dem Einchecken auf dem Sesriem CG hier vorbei um das Essen für Heute zu bestellen. Da wir noch genug Fleisch hatten, bestellten wir Salat, Kartoffeln und Tomaten sowie Früchte. Es wurde pünktlich um 18.30 Uhr zum Häuschen geliefert. Die Menge war mehr als ausreichend. Das selbstzubereitete Abendmahl mit Grillfleisch und diesen Beilagen wurde das Festmahl unserer Reise! Zudem war die Aussicht von der Terrasse einfach grandios (inklusive bellenden Geckos). Die Anlage hat auch einen sehr schön gestalteten kleinen Swimming-Pool und eine Bar. Just relaxing! Wir hatten hier auch 2 Tierbegegnungen: Zum Einen rannte uns ein gar nicht so kleines weisses Skorpion über die Terrasse. Wir erfuhren dann später, dass die giftig, aber nicht tödlich seien. Der Biss sei aber sehr schmerzhaft. Unseres war zum Glück sehr schnell wieder im Gras verschwunden. Wir schauten von nun an aber pingelig darauf, in der Nacht die Türen (und beim Campen das Dachzelt) geschlossen zu halten. Zum Anderen schlichen einige Schakale um das Camp. Die sind ziemlich frech, einem Nachbarn hatten sie sogar den Kehrichtsack geklaut. Uns hat mal einer aus ca. 10 Metern Entfernung angeguckt und wir ihn. Als er dann näher kommen wollte, haben wir ihn mit Rufen und Händeklatschen vertrieben. Noch ein Tipp zur Nacht: Die Betten sind sehr bequem aber wir hatten Pech und es windete in der Nacht sehr stark. So flatterten die ganze Zeit die Zeltplanen, was einen Heidenlärm veranstaltete. Also, am besten schläfts sich dann mit Oropax.
Unser Häuschen:
Unser Sitzplatz (rechts mit Küchenzeile unter der Plane versteckt):
Unser Grill:
Unsere Aussicht:
Der Pool:
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200809. Nov. 2009 · #5
Hallo cheetah,
Es is schön deine Beurteilungen zu lesen. Ich war zum Beispiel auch im Canyon Village und habe dasselbe wie Du empfunden.
Die andere Unterkünfte kenne ich nicht. Es ist umsomehr interessant so einen Bericht zu lesen!
In Swakopmund übernachteten wir 2 Nächte beim ausgewanderten Schweizer Sam in Sam’s Giardino. Sam’s Giardino ist leicht zu finden: Von Walvis Bay kommend nimmt man die zweite Strasse rechts nach der Brücke (Anton Lubowski Str.) und an der liegt auch schon, schön am grünen Spitzdach zu erkennen, das Sam’s Giardino. Sam’s Giardino liegt nicht so zentral wie andere Unterkünfte in Swakopmund, man muss ca. eine Viertelstunde Fussmarsch ins Stadtzentrum einplanen. Es hat einen bewachten Parkplatz hinter dem Haus, der durch eine arg schmale Zufahrt zu erreichen ist (unser 4x4 hat gerade knapp durchgepasst). Der Check-In verläuft sehr freundlich und Sam erklärt uns anhand einer Karte was man in Swakopmund so alles machen könnte. Er reserviert uns auch gleich einen Tisch für den Abend in einem Restaurant in Swakopmund. Der Essbereich (plus Bar) ist stilvoll eingerichtet und nicht gross.
Bild des Essbereichs:
Über eine Treppe im Haus gelangt man einerseits zu den Zimmern im Obergeschoss andererseits hat es gleich oberhalb des Essbereiches eine kleine Kaffee/Tee-Ecke (gratis) mit Internet (auch gratis und funktionierte einwandfrei). Überall im Haus sieht man viele Bücher rumliegen, die zum Stöbern und Lesen einladen. Vorallem Kochbücher, aber auch Reiseführer und Bildbände zu Namibia. Die Zimmer sind nichts spezielles, aber die Betten sind bequem und die Laken geben im doch recht frischen Swakopmund schön warm.
Bild des Zimmers:
Im Erdgeschoss kann man von den Zimmern via einer Schiebetür direkt in den schönen Garten gelangen. Hier hat es Liegestühle und das zum Teil etwas asiatisch angehauchte Dekor macht den Garten zu einem gemütlichen Platz. Den fehlenden Swimmingpool haben wir nicht vermisst, es wäre zu kalt zum Baden gewesen. Übrigens, recht nahe beim Sam’s findet man das grosse Einkaufscenter Shoprite. Wir fanden hier die Auswahl fast besser als im Pick’n Pay im Wernhill-Center in Windhoek. Frühstück bei Sam war für uns etwas ganz Tolles. Es gab „richtiges“ Brot mit knuspriger Kruste und zudem eine grosse Auswahl an verschiedensten Brotaufstrichen und Müeslis. Wer möchte kriegt natürlich auch Eier in den verschiedensten Variationen. Das beste Frühstück in ganz Namibia! Auch das Abendessen, welches wir uns am 2. Abend bei Sam gönnten, war einfach wunderbar, sehr exquisit und auch nicht ganz billig. Sam ist ein Gourmet und verwendet für seinen 5-Gänger frische Produkte und Kräuter aus dem eigenen Garten. Wer etwas nicht mag, kann das vorher anmelden, dann wird nach Möglichkeit leicht umdisponiert. Auch der Wein mundete sehr. Sam nimmt sich gerne Zeit für seine Gäste ohne aufdringlich zu sein. Er hat uns erzählt wie er zu seiner Penison und nach Swakopmund kam. Leider ist kurz vor unserer Ankunft Ornella, seine Berner Sennenhündin, verstorben. Somit muss Sam’s Giardino momentan ohne sein Maskottchen auskommen (siehe Website). Aber vielleicht begrüsst einem im Sam’s ja schon bald ein neues kleines Fellknäuel...? Falls es uns wiedermal nach Swakopmund verschlagen sollte, wissen wir jedenfalls wo absteigen.
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200916. Nov. 2009 · #7
Die Anfahrt zur Doro Nawas Lodge war in einem ziemlich üblen Zustand. Wir waren wiedermal froh einen 4x4 zu haben. Wir werden sehr freundlich am Fusse des Hauptgebäudes mit einem kühlen Waschlappen begrüsst. Es folgen ein paar steile Treppen und dann gibt es oben in dem Hauptgebäude einen Apfelsaft als Willkommensdrink.
Hauptgebäude:
Uns wird die Lodge gezeigt und wir werden sogar für das Abendessen nach Allergien gefragt. Wir müssen auch eine Erklärung unterschreiben, welche die Lodge bei Unfällen mit Wildtieren aus der Verantwortung nimmt. Es wird wegen dem Wildlife nicht empfohlen, selber in der Gegend herumzuspazieren, so verzichten wir darauf. Dafür sind hier die Game Drives z.B. zu den Wüstenelefanten unglaublich teuer, nämlich 1150N$ pro Person. Da wir am Tag vorher die Wüstenelefanten gratis auf unserem Campingplatz am Brandberg gesehen haben, lassen wir es sein und geniessen den Nachmittag gemütlich am schön gelegenen Pool.
Pool:
Von der Terrasse des Haupthauses aus hat man zudem eine überwältigende Aussicht über das Gelände. Leider war es bei unserem Besuch etwas sehr windig da oben. Am Nachmittag gibt es übrigens im Haupthaus gratis Ice-Tea und Kuchen.
Relaxen auf der Aussichts-Terrasse:
Das absolute Highlight dieser Lodge sind aber die Unterkünfte! Die Häuschen haben ein wirklich grosses Zimmer mit angrenzender Dusche und Bad. Wunderschön gestaltet und dekoriert. Vor dem Bett hat es eine grosse Glasschiebetüre die auf eine Veranda führt. Hier hat es auch noch eine Aussendusche, die wir natürlich genutzt haben. Wunderbar, sich nachher auf die Veranda zu setzen, den Blick in die Ebene schweifen zu lassen und den warmen Wind auf der Haut zu spüren!
Häuschen:
Zimmer:
Veranda mit Aussendusche links:
Um 19.30 Uhr gibts dann Abendessen. Leider muss ich sagen, dass wir im ganzen Urlaub nie so schlecht gegessen hatten. Die Polenta mit Gemüse war pappig und kalt und das Oryx-Filet verdiente diesen Namen nicht, so zäh war es. Wir waren bei weitem nicht die Einzigen, die einen Teil des Essens stehen liessen. Aber dies ist eine Momentaufnahme, vielleicht hatte der Koch ja einfach einen schlechten Tag (oder war krank 🙄 ?). Der rote Hauswein war dafür gut und günstig. Wir setzten uns noch kurz ans Feuer in der Mitte des Hauptgebäudes und auch auf das Dach konnte man sich begeben und die Sterne anzugucken, aber mir wurde es bald zu kalt. Mit der Stirnlampe ausgerüstet, (mein Liebster wurde noch durch ein Kalb mitten auf dem Weg erschreckt 😄) , gings dann zurück zu unserem Zimmer 16. Und jetzt kommt das Allerbeste dieser Doro Nawas Lodge: Man kann nämlich das Bett auf die Terrasse schieben und unter dem Sternenhimmel übernachten! Da ich mir nicht sicher war, ob ich dann auch schlafen kann, liessen wir das eine Bett drinnen stehen und fuhren nur das andere auf die Terrasse raus. Die Betten sind genug breit für 2 Personen. Es war Vollmond und entsprechend hell, was mich in der Nacht ab und zu weckte, aber es war trotzdem ein ganz spezielles Erlebnis. Am Morgen waren die Lacken an der Oberfläche feucht, unter der Decke haben wir aber nicht gefroren.
Aufwachen auf der Veranda:
Auch das Frühstück am nächsten Morgen war leider sehr mager. Die Pfannkuchen kamen erst als alle mit dem Frühstück schon fertig waren. Dafür konnten wir beim Frühstücken eine Gruppe Springböcke im Rivier grasen sehen. Noch eine kleine Anmerkung zur Lage unseres Zimmers 16: Es lag nicht wie andere Zimmer direkt mit Blick zum ausgetrockneten Flussbett hin, sondern mit Blick in die Ebene. Also ist wohl die Chance, Tiere direkt von der Terrasse aus zu sehen, bei den Zimmern etwas näher beim Hauptgebäude besser als bei uns. Dafür hatten wir dann aber auch in der Nacht keinen ungebetenen Besuch... 😉
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200922. Nov. 2009 · #8
Im Etosha im Rastlager Okaukuejo gönnten wir uns für eine Nacht ein Waterhole Chalet. Wir hatten natürlich vorgebucht und trotzdem ging das Einchecken ewig. Zuerst musste man wiederum den Eintritt bezahlen (die wollen gleich wissen, wie lange man bleiben will, wir haben dann halt später im Namutoni noch nachgezahlt), dann kommt das umständliche, mehrmals von Telefonen unterbrochene, Einchecken. Das ist halt Afrika! Nicht verstanden habe ich, warum man hier 500N$ Kaution (Achtung nur Bargeld wird akzeptiert!) hinterlegen muss. Wir kriegten nichtmal eine Quittung, bekamen aber das Geld am nächsten Tag anstandslos (und ohne Kontrolle des Zimmers!) wieder zurück. Unser Waterhole Chalet 21 ist (wie der Name schon sagt) nur ca. 50m vom grossen, in der Nacht beleuchteten Wasserloch entfernt. Noch etwas näher am Wasserloch befinden sich die doppelgeschossigen Premier Waterhole Chalets, welche aber auch gleich das doppelte eines Waterhole Chalets kosten. In einem Häuschen sind zwei Parteien untergebracht und so ist das Zimmer ziemlich eng. Das Bett ist aber gross und bequem und hat ein riesiges Moskito-Netz. Um das Moskito-Netz war ich froh, nicht wegen den Moskitos (habe keine gehört oder gesehen), sondern weil am Abend aus allen Ritzen so grosse, dicke, schwarze Spinnen zu kriechen schienen. Ich konnte nur schlafen, indem ich mir einbildete, die Spinnen blieben ausserhalb des Netzes. 😉 Das Bad ist klein aber in Ordnung. Ein Witz ist die winzige abgetrennte „Veranda“, welche man über das Schlafzimmerfenster betreten kann. Ein kleiner viereckiger Kasten mit Holz rundum und komischen Stahlsitzmöbeln ohne jede Aussicht oder Gemütlichkeit. Wir haben hier unsere Wäsche aufgehängt 😄 Schöner und gemütlicher ist da schon die Sitzmöglichkeit vor der Türe, die man sich jedoch mit der anderen Partei teilt. Hier hatten wir Sicht auf das Geschehen um das Wasserloch. Will man aber wirklich etwas sehen, läuft man die paar Meter zum Wasserloch und was uns da Anfang Oktober geboten wurde war einfach grandios! Es wimmelte nur so von Elefanten, Springböcken, Zebras, Giraffen und unzähligen anderen Tieren. Kein Wasserloch im Park war von der Menge der Tiere her so gut besucht wie Okaukuejo. Sitzplätze im Schatten waren am Nachmittag etwas Mangelware. Das Abendessen im Camp haben wir nicht getestet, denn mein Liebster hatte mit einer Lebensmittelvergiftung (wahrscheinlich ein schlechtes Joghurt) zu kämpfen und so ernährten wir uns von Früchten und Suppe. Wir waren darum sehr dankbar, dass das Zimmer erstens eine Klimanlage hatte (es war sehr heiss) und zweitens einen Wasserkocher mit Tassen, mit dem ich dem Patienten Suppe machen konnte. Ich fand übrigens, dass er sich keinen besseren Ort aussuchen hätten können um krank zu sein: Ich konnte immer zwischen Zimmer und Wasserloch hin und her pilgern. 🙂 Am Abend wurde dann das Wasserloch beleuchtet und die Show ging erst richtig los. Um ca. halb zehn kamen dann sogar nacheinander 5 Nashörner zum Wasserloch. Ein echtes Highlight für mich! Beeindruckt war ich, wie sich die vielen Zuschauer Mühe gaben, leise zu sein (sogar die Kleinsten) und ich hatte das Gefühl, je später der Abend desto andächtiger die Menschen. Ich fand das Wasserloch spannender als jedes Kino-Programm und konnte mich fast nicht losreissen um schlafen zu gehen. Nach dem ausgiebigen Gesundungsschlaf meines Liebsten ging es ihm am nächsten Morgen schon besser und wir entschieden uns am inkludierten Frühstück teilzunehmen. Wir hatten von Beschreibungen her das Ärgste erwartet und wurden positiv überrascht. Die Auswahl war gut (übrigens auch Eier frisch zubereitet in den verschiedensten Variationen) und von der angekündigten Kantinenatmosphäre haben wir auch nicht viel mitgekriegt. Im Gegenteil: Ich war begeistert von den absolut genialen Tierfotos die an den Wänden hängen. Leider habe ich mir den Namen des Fotografen nicht gemerkt.
Hier wiederum ein paar Bilder:
Waterhole Chalet:
Unsere Aussicht Richtung Wasserloch:
Betrieb am Wasserloch:
Abendstimmung am Wasserloch:
Unser Fazit: Die Nähe zum Wasserloch ist grandios! Darum jederzeit wieder!
cheetah13Themenstarter57 Beiträge · seit 200905. Dez. 2009 · #9
Als letzte Unterkunft vor unserer Rückreise hatten wir uns für 2 Nächte noch ein bisschen Luxus gegönnt. Vor allem freuten wir uns auf die Katzen! Okonjima gehört nämlich zur Africat Foundation, einer Organisation, welche sich dem Schutz der Grosskatzen Namibias annimmt. Ein Teil der Unterkunftspreise fliesst in das Projekt. Eigentlich wollten wir ja ins noch etwas luxuriösere Bush-Camp. Dieses war aber schon ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht, wie auch das „normale“ Main Camp. Wir bekamen aber noch ein Main Camp Zimmer „with view“. Die Anfahrt von der Strasse zur Okonjima Lodge ist sehr lang, vielleicht etwa 20 km. Hier sollte man genug Zeit einplanen, denn langsam fahren ist wegen der Tiere angebracht. Wir sahen Warzenschweine und Paviane nahe bei der Strasse. Im Main Camp wurden wir dann erwartet und bei einem süssen Ice-Tea homemade wurde uns alles überaus freundlich erklärt. Anders als erwartet kann man sich die Touren nicht aussuchen, sondern sie werden für einem zusammengestellt und man kann nur wählen, ob man sie mitmachen will oder nicht. Die Touren starten im Sommer um 16 Uhr nicht wie erwartet um 15 Uhr und so haben wir noch etwas Zeit. Wir lassen uns zum View-Room 8 führen. Von aussen sehen die Häuschen zwar nicht besonders toll aus, innen sind sie aber grandios. Ein grosses Schlafzimmer mit einer fantastischen Glasfront mit ungestörter Sicht auf die Savanne und ein ebenso riesiges Bad. Alles sieht noch sehr neu aus. Es hat viele passende Deko-Elemente und Zeitschriften aufliegen. Irgendwie ist es nicht so „afrikanisch“ wie andere Unterkünfte, sondern eher modern.
Hier zwei Bilder des View-Rooms:
Bad:
Vor der Türe hat es eine kleine Veranda mit 2 gemütlichen Sesseln. Von hier aus oder auch durch die Glasfront innen kann man wunderbar Schakale oder Antilopen draussen in der Savanne beobachten. Um 16 Uhr gibt es in der Lappa Kaffee und Kuchen sowie köstliche Quiche-Teilchen, welche sie als Pizza bezeichnen. Danach stellt sich uns unser Guide (man kriegt immer einen eigenen Guide zugewiesen) vor. Er ist zwar kein Scherzkeks wie andere hier, aber wie wir noch sehen werden, macht er seine Sache sehr gut. Heute nachmittag steht die Cheetah-Tour auf dem Programm. Wir fahren ins Geparden-Gehege und sehen auch bald darauf 2 Cheetahs. Sie liegen sehr faul rum, wir verstehen sie - es ist auch wirklich sehr heiss.
Halbwüchsiger Gepard:
Martin erzählt uns viel über die Arbeit der Africat-Foundation. Uns werden auch die Fallen gezeigt, wie Cheetahs noch heute von Farmern gejagt und gefangen werden, ein unschönes Kapitel. Africat versucht mit den Farmen zu reden und möglichst viele Grosskatzen wieder auszuwildern. Die Touren am Abend sind immer mit anschliessendem wählbaren Sundowner. Das Abendessen nehmen wir wieder im wunderschönen Hauptgebäude ein. Das Essen ist gut aber nicht überragend. Das Fleisch war an beiden Abenden viel zu gut durch und das Dessert schmeckte chemisch-süss. Nach dem Essen kann man gratis an einem Spaziergang zu einem Night-Hide teilnehmen. Bei einem Unterschlupf nahe einem kleinen Wasserloch werden Rüstabfälle deponiert und bald tauchen auch schon Stachelscheine auf. Auch ein Kudu wartet anscheinend allabendlich auf die Fütterung. Am nächsten Morgen werden wir um 6.15 geweckt und um 6.45 Uhr gibts Kaffee/Tee und Muffins. Dann gehts, sinnvollerweise in den kühleren Morgenstunden, los auf Leopardensuche. Die Leoparden werden in einem riesigen Gebiet mithilfe von Radiowellen gesucht. Die Tiere tragen ein Halsband. Diese Leoparden-Tour war ein Highlight, welches ich niemals vergessen werde! Wir hatten aber auch unglaubliches Glück. Im Gegensatz zur Cheetah-Tour wird bei der Leoparden-Tour keine Sichtung garantiert. Lange suchten wir vergeblich. Kurz bevor wir abbrechen mussten, startete Martin noch einen letzten Versuch und wir fanden eine Leopardin mit ihrem Jungen! Und nicht nur das: Das Junge machte uns noch den Gefallen auf einem Baum rumzuturnen und lief dann mit der Mutter an ein kleines freistehendes Wasserloch, wo sie beide, ohne störende Büsche vornedran, tranken und der Kleine noch halbherzig Perlhühner jagte. Eine unglaubliche Show für uns! Ich war absolut happy!
Leoparden-Mama mit Jungem:
Zurück in der Lodge gibts dann einen ausgiebigen Brunch. Dann ist Mittagspause bis 16 Uhr, wo man am Pool relaxen oder eine kleine Wanderung unternehmen kann, uns wars zu heiss. Um 16 Uhr fand dann das Hyänen-Tracking an. Hier hatten wir ziemlich Pech, denn kurz nachdem wir losgefahren waren, gab es einen Wolkenbruch mit Gewitter. So stark, dass sich Martin schlussendlich entschied, die Tour aus Sicherheitsgründen abzubrechen. Es war trotzdem ein Erlebnis, mitten in einem Gewitter in der Savanne! Zurück in der Lodge wärmten wir uns am Kaminfeuer wieder auf und nahmen unseren Sundowner hier ein (inklusive Stromunterbruch). Den nächsten Morgen nutzten wir dann zum Ausschlafen, bevor es leider zurück nach Windhoek ging, wo der Flieger um 20 Uhr startete.