KOKofferfischThemenstarter79 Beiträge · seit 200821. Juni 2009 · #1Hallo,
hat schon mal jemand von Euch die von der Vingerklip Lodge angebotene Tour zu einem Himbadorf mitgemacht? Wenn ja, wie war es?
Grüße Kofferfisch
joli3'491 Beiträge · seit 200621. Juni 2009 · #2Hallo Kofferfisch,
ich wusste gar nicht, dass das von dort aus angeboten wird. Und ich würde auch nie auf die Idee kommen, das zu machen - "Himbaland" ist das Kaokoveld - also viel zu weit weg von der Vingerklippe.Da fährt man "ewig" lange für einen solchen Besuch. Zu den Himba fährt man besser ab Palmwag oder Sesfontein oder Opuwo.
Gruß Joli
tom59250 Beiträge · seit 200821. Juni 2009 · #3hallo kofferfisch,
haben wir gemacht, ist schon ganz gut aber zu teuer wenn ihr es über die lodge bucht.
fahrt einfach selbständig dorthin und bleibt vielleicht sogar über Nacht
nachfolgend die web side wo die tour hingeht:
www.gelbingen-safaris.com/indexg.html
das Himbadorf liegt unmittelbar bei der lodge.
Gruß
tom
joli3'491 Beiträge · seit 200621. Juni 2009 · #4Hall Tom,
danke für den Hinweis.Ich habe dort noch nie Himba getroffen. Ist das ein Showdorf oder wirklich eine originäre Himba-Siedlung ?
Gruß Joli
tom59250 Beiträge · seit 200821. Juni 2009 · #5Hi Joli,
ich würde sagen, so ein zwischending. Das dorf wird von der lodge unterstützt.
die himba führen aber keine showtänze vor oder zeigen andere vorführungen.
sie leben weitestgehend ihr eigenes leben.
die lodge verlangt aber dass ein traditionelles leben geführt wird und tolleriert keinen alkohol etc.
gruß
tom
SISilvy298 Beiträge · seit 200722. Juni 2009 · #6Hallo zusammen,
ich kann nur die Tour von der Palmwag Lodge aus empfehlen, die haben wir vor einigen Jahren gemacht. Sie war gut organisiert und dauert einen ganzen Tag.
Wir sind letzten November in der Ugab Terrassen Lodge gewesen (gleiche Zufahrt wie Vingerklip Lodge) und trauten unseren Augen nicht: kurz vor der Zufahrt zur Lodge sassen 8 Himba-Frauen mit ihren Kindern im Schatten der Bäume am Straßenrand und zwangen uns direkt zum Anhalten. Sie bettelten Alkohol und Essen und verkauften "selbstgemachten" Schmuck. Die Kindern machten keinen gesunden Eindruck. Wir kauften einige Ketten und schenkten ihnen ein paar Flaschen Wasser. Eine wollte uns mit Steinen bewerfen, weil wir sagten, wir hätten keinen Alkohol. Gleich nach uns hielt ein großer Bus an, da haben sie sicher mehr Geschäft gemacht.
Der Lodge-Manager erzählte uns dann, dass ein Geschäftsmann die Frauen aus dem Kaokoveld holt und sicher auch gut daran verdient. Eine erschütternde Entwicklung. Gleiches haben wir in Walfisch Bay im Hafen gesehen. Ein Jahr davor waren wir im Kaokoveld und haben sie noch dort gesehen, wo sie leben.
Also fahrt ins Kaokoveld, solange es sie dort noch gibt.
Gruß Silvy
joli3'491 Beiträge · seit 200622. Juni 2009 · #7Hallo Silvy,
danke für die Warnung - wir kommen in diesem Jahr auch dorthin.Ich hatte schon bei unseren bisherigen Besuchen in Himba-Siedlungen im Kaokoveld ein sehr zwiespältiges Gefühl.Aber Deine Schilderung zeigt mir, dass es noch schlimmer geht.
Gruß Joli
Stephan M425 Beiträge · seit 200723. Juni 2009 · #8Das "Himbadorf" ist DisneyLand Made in Namiba.
das ist so als hätte man für japanischen Touristen in Berlin ein bajuwarisches Dorf aufgebaut mit original Eingeborenen, welche einen Schuhplattler zeigen.
Sprich Touri-Nepp!
tom59250 Beiträge · seit 200823. Juni 2009 · #9Hi Stephan, aus deinem Reisebericht entnehme ich, dass ihr die Tour von Vingerklip aus nicht gemacht habt.
Also solltest du das auch nicht so behaupten.
Wir haben erlebt, dass die Himba´s ihren alltäglichen Gewohnheiten nachgegangen sind.
Es gab keinen "Schuhplattler" und auch sonst keine nur für Touris vorgeführten Aktionen.
Gebettelt wurde nicht und alkoholisiert war auch niemand.
PS In deinem Reisebericht gibt es ein Bild: "San bei der Beobachtung der Sonnenoberfläche"
Ich finde, dass ist auch nicht unbedingt das richtige Equipment für Buschmänner 😉
gruß tom
KOKofferfischThemenstarter79 Beiträge · seit 200825. Juni 2009 · #10Joli, Tom59 und Silvy, Danke für Eure informativen Beiträge!
Wir werden es uns mit der Himbatour noch überlegen. Die Alternative wäre die Lodge und die Umgebung zu genießen - auch nicht schlecht, oder?
Wenn man die Tour auf eigene Faust machen möchte, muß man sich dann anmelden und wenn ja wo?
LG Kofferfisch
eicki134 Beiträge · seit 200925. Juni 2009 · #11Hallo Kofferfisch,
wir sind gerade aus Namibia zurück und wollten eigentlich auch zu den Himbas.
Wir haben auch im Vingerklip übernachtet und gleich an der Rezeption hängt ein großes Plakat mit Werbung für ein Himbadorf. Ich konnte es mir nicht verkneifen nach dem Preis für diese Tour zu fragen. Stolze 1.500,-N$ wollte man pro Person haben. Zuviel Abzocke für meinen Geldbeutel. Wir waren aber nicht feige (wir waren mit einem 4x4 unterwegs)und sind selbst nach Kamanjab gefahren (ist natürlich auch mit einem normalen Pkw möglich). Dort gibt es auch noch Himbadörfer zu sehen, die angeblich keine Showdörfer sind. Wir haben Lebensmittel eingekauft und ich habe einen Rucksack voll mit Kleinigkeiten wie Kugelschreiber, Schreibblöcke und ähnlich nützliches dabei gehabt. Von einem Einheimischen wussten wir, in welche Straße wir einbiegen sollten und wurden prompt auch schon erwartet. Was wir dann erlebten hat uns auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Man wollte zusätzlich für die mitgebrachten Sachen nochmals 250,00 N$ pro Person haben. Wir haben versucht den Preis wegen der eingkauften Lebensmittel herunter zu drücken. Doch zu unserem Erstaunen wollten die nur das Geld. Sollte für die "Ausbildung der armen Kinder" sein. Wir haben daraufhin 250,00 N$ für zwei Personen angeboten. Nachdem auch dies abgelehnt wurde, haben wir uns entschlossen ohne Besichtigung das Gelände wieder zu verlassen und so hatte das Dorf nichts. Auch dieses Dorf hatte weder Lebensmittel, noch sonstiges nötig und ist meiner Meinung nach schon versaut. Schade, aber sowas hatten wir eigentlich nicht erwartet. Natürlich sind die Dörfer ganz lieb und nett, wenn ein Guide dabei ist.
Für mich war es nur eine Bestätigung, dass alles nur Show ist. Man kann die Leute ja auch verstehen, dass sie noch Profit herausholen wollen. Ich habe gelernt, dass ich mir nie wieder auf der Welt irgendein "Einheimischen-Dorf" ansehen werde und lasse die Leute zufrieden.
Über die Lebensmittel hat sich im übrigen eine vier- köpfige Familie auf einem Eselskarren mit Plattfuß gefreut. Kugelschreiber und sonstige Dinge bin ich auch auf der Straße losgeworden.
Vingerklip ist übrigends sehr schön. Vom Berg aus hat man einen schönen Sonnenuntergang und wenn ihr etwas laufen wollt, kann man einen leichten Weg um den Felsen und zum Vingerklip laufen (ca. zwei Stunden).
Leider schmeckt das Brot beim Frühstück nach nichts. Es war das schlechtste auf unserer Tour.
Ramona
KOKofferfischThemenstarter79 Beiträge · seit 200826. Juni 2009 · #12@Ramona
Danke für Deine Anmekungen zu den Himbas und der Vingerklip-Lodge.
So wie es aussieht, sind die Stunden der Naturvölker auf der Erde gezählt. Darüber gibt 1000 verschiedene Meinungen und der Tourismus, also wir, sind daran ja auch nicht ganz unschuldig. Ich bin auch hin und hergerissen, ob ich das gut finden soll oder nicht. Die Zukunft wird es zeigen.
Ich werde berichten, falls wir uns zu einer Tour zu den Himbas entscheiden, wie es war.
Grüße Kofferfisch